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AX8-HR
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AX8-HR

Noch mehr Tiefgang im Horn-Reflex

Best.-Nr. 1385195

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Details

Lautsprecherbausatz AX8-HR ohne Gehäuse Frequenzweiche inklusive der Bauteile für die Impedanzkorrektur

Best.-Nr. 1385195

Merkmale

Wege Fullrange
Gehäuse Prinzip Horn
Nennimpedanz (Ohm) 8
Kennschalldruck (dB) 92
Höhe (cm) 104,00
Breite (cm) 22,20
Tiefe (cm) 40,00
Anwendung Standlautsprecher
Besonderheiten Horn-Reflex
Hersteller / Marke der Chassis Gradient
Preislevel <100 Euro

Der Lautsprecherbausatz enthält alle Elektronikbauteile, Lautsprecher, Teile und Zubehör, außer dem Holz für das Gehäuse.

Bilder aus unserer Lautsprecherbau-Community zu diesem Bausatz

AX8-HR im Bau von Lukas
Übergang vom Leder zum Holz von Lukas
AX8-HR fertig von Lukas
Marcel von Marcel2

Bauberichte

AX 8-HR von Lukas

AX 8-HR von Lukas


Die Idee, Lautsprecher selbst zu bauen und damit die ganz eigenen Vorstellungen in Bezug auf die äußere Erscheinung zu realisieren, gefällt mir schon länger. Aber erst als meine Braun Wandlautsprecher der 70er Jahre beim Transport ins Studentenzimmer einen irreparablen Schaden nahmen, entschloss ich mich dazu, die Idee auch umzusetzen. Schon zuvor war ich beim gedankenverlorenen Surfen durch's Internet auf Lautsprecherbau gestoßen, jetzt vertiefte ich mich in die Recherche. In der darauf folgenden Zeit verbrachte ich viele vergnügliche Stunden in Vorfreude.

Es war von Anfang an klar, dass es eine Standbox werden sollte. Sie sollte zum Einen meinen Bedürfnissen nach klassischer Musik gerecht werden. Zum Anderen sollte sie aber auch mit meiner Liebe zur elektronisch produzierten, basslastigen Musik, welche auch mit gehobenem Pegel wiedergegeben werden will, nicht überfordert sein. Unterschwellig floss aber auch mein Wohlgefallen an simplen, funktionalen aber auch ästhetischen Lösungen für komplizierte Problemstellungen mit ein. Und dann ist da noch der Geldbeutel eines Studenten, der bestimmte Preisklassen nicht gelten lassen möchte. So entschied ich mich für die AX-8 HR, ohne sie vorher gehört zu haben, da das Hörstudio für Süddeutsche einfach zu weit weg liegt, um mal schnell hinzufahren. Ich verließ mich also ganz auf die Klangbeschreibungen.

Als ich den Vater eines Freundes wegen ein paar praktischer Fragen um Rat bat, bot er mir nicht nur an, die Lautsprecher in seiner Werkstatt zu fertigen, sondern war bald so angetan von der Idee, dass er einem seiner Söhne im Handumdrehen zur anstehenden Konfirmation den gleichen Bausatz bestellte. Seine langjährige Erfahrung als Werklehrer und Künstler und die ideale Umgebung, in welcher es für alles die passende Maschine gab, ließen die Holzarbeiten zum vollen Erfolg werden. Bei ihm möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken.

Einzig auf der Suche nach einem passenden Fräskopf fürs Versenken der Chassis wurden wir nicht fündig. Einen Kompromiss, bei dem die Vertiefung eventuell nicht richtig rund geworden wäre, wollte ich nicht eingehen und deshalb beschloss ich, meine ersten selbstgebauten Lautsprecherboxen sollten die Chassis als aus der Not entstandenes Design-Element oben aufgesetzt bekommen, was mir im Nachhinein auch wirklich gut gefiel.

Einer meiner Wünsche war es von Anfang an, Lautsprecher aus Holz zu bauen und die Oberfläche auch so zu behandeln, dass der hölzerne Charakter ohne Furnier erhalten bleibt. Zudem fiel mir im Forum immer wieder der interessante Effekt von Multiplex-Stoßseiten auf. Dazu stellte ich mir die Kombination von hellem Holz mit schwarzem Leder gut vor, eine Art Kombination aus Wolfgangs AX-08 HR und Joergs SB 36.



Neben dem Preis, den man für Multiplex zahlen muss, hatte ich auch nicht bedacht, dass sieser Wrkstoff bei ungenauer Leimung nur begrenzt Schleifkorrekturen zulässt. Deshalb musste ich zweimal eine ganze Schicht herunter schleifen, was aber optisch weitaus weniger schlimm ist, als ich befürchtet hatte. Die darunter liegende Schicht ist zwar nicht so hübsch wie die Deckschicht und die Maserung verläuft senkrecht zu ihr. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich den Aufwand nicht gescheut habe und dass ich mich zum teuren Multiplex letztendlich doch durchgerungen habe. Würde ich die Boxen noch einmal bauen, würde ich alle Seiten einen Millimeter länger sägen und die Fräsungen für die Lamellos dementsprechend einen Millimeter weiter nach innen setzen.

Nachdem der Korpus soweit war, dass ich den Lautsprecher einsetzen konnte, übermannte mich die Neugierde auf den Klang. Auch hier habe ich etwas unterschätzt: die Einspielzeit, welche zumindest bei den Axis HR-Treibern eine beachtliche Rolle spielt. Die ersten Töne haben mich nicht vom Hocker (oder vom Sofa) gehauen. Nachdem ich aber ca. 10 Stunden Einlaufzeit anderweitig totgeschlagen und meinen Platz im Sweetspot wieder eingenommen hatte, konnte ich meine neuen Lautsprecher klanglich kaum wiedererkennen. Es war als hätten sich die Membranen erst “freispielen” oder warmlaufen müssen. Oder eben als hätte jemand heimlich die Treiber ausgetauscht. Nun stand, gute Aufnahmen vorausgesetzt, ein ganzes Sinfonieorchester klar im Raum, wo vorher noch eine Wolke gehangen hatte. Und eben das, was ich mir von fülligen Standboxen erhofft hatte, nämlich dass der Klang sich im Raum ausbreitet und nicht mehr aus zwei Achtzollern stammt, trat ein. Die dumpfe Wolke war zu Gunsten eines klaren, sehr differenzierten Klangbilds gewichen. Im Lauf der nächsten Tage wurde alles sogar noch etwas klarer (bildete ich mir zumindest ein).

Aber auch meine elektronische Musik trat ganz neu und, wie alles andere auch, unglaublich direkt an mich heran. Hier gab es viele kleine Nuancen, kleine Zischs, unaufdringliche Tonspuren, welche ich vorher noch nicht bemerkt hatte. Schon bei klassischer Musik zeigten die Breitbänder, dass sie auch die tiefen Töne des Kontrabass wunderbar füllig wiedergeben können, bei elektronischer Musik wird das aber erst recht deutlich.

Zum Beispiel beginnt Oliver Koletzkis "I Miss My Friends" wunderbar sphärisch und auf meinen neuen Boxen gespielt auch unglaublich räumlich mit der Geräuschkulisse eines Flughafen. Darauf tritt die Melodie, dem Klang eines Xylophones ähnlich, einfach vor die Geräuschkulisse. Wenn die Drums zusammen mit einem E-Bass einsetzen, zeigt sich die ganze, klangliche Fülle der AX-8. Wums hatten auch meine früheren Boxen. Die Gradient-Treiber aber zeigen, wie tiefe Frequenzen schon von einem günstigen Breitband-Lautsprecher wiedergegeben werden können: Tief, differenziert, mit Druck aber trotzdem nicht zu dominant (wie das bei so manch anderen Systemen schnell der Fall sein kann).

Ich konnte aber auch die schon oft erwähnten Nachteile nachempfinden und bestätigen. Wenn man sich aus dem süßen Orte des Klanges etwas entfernt, verlieren die Höhen deutlich an Klarheit und auch die Bässe verschwimmen. Der Abstrahlwinkel der hohen Frequenzen ist enger, als ich angenommen hatte und der volle Genuss beschert sich einem wirklich nur am ausgewählten Örtchen. Für mich ist das trotzdem nicht weiter schlimm, wie sich herausgestellt hat. Man muss die Lautsprecher nur auf einen wohl gewählten Ort ausrichten, an den man sich zum Musikgenuss begibt. Bei einem geselligen Abend mit Freunden hört sowieso keiner so genau hin. Man kann eben nicht alles haben und manchmal leben die schönen Dinge mit von den Einschränkungen, die sie mit sich bringen.

Nach der ausführlichen Klangprobe zwang ich mich, die Treiber noch einmal auszubauen. Das Holz wurde mit weißpigmentiertem Hartöl zweimal eingelassen und mit Leder beklebt. Obwohl es der professionelle Umgang mit Leder verbietet, nutzte auch ich Holzleim zum Aufkleben. Das funktionierte zu meiner vollständigen Zufriedenstellung ohne Blasen zu werfen. Um die Schnittkanten des Kunstleders zu versenken, hatte ich vor Verleimung in die Frontplatte 3 mm breite Nuten gesägt. Vor dem Bau hatte ich mir wegen des Versenkens ein Modell angefertigt. Die Überstände des Leders sollten mit der Rückseite einer Stricknadel in den Nuten versenkt werden, danach wurde der Teil, welcher nach oben herausstand, mit einem Cutter abgeschnitten.




Mein erstes Lautsprecher-Selbstbauprojekt wird sicherlich nicht das letzte sein. Es war toll vom Aussuchen des richtigen Bausatzes bis zur Freude, welche aufkommt, wenn die Lautsprecher das erste Mal fertig im Wohnzimmer des Elternhauses stehen. Und seitdem brauche ich zum Zähneputzen immer mindestens 20 Minuten, da ich mich schon reflektorisch in den Sweetspot begebe, von welchem das Entkommen nur sehr schwer ist.

Ganz ohne Wehmuthstropfen geht es aber auch nie: Dass auf den Fotos, welche ich mit einer geliehenen Spiegelreflex-Kamera aufnahm, an den Lautsprechern noch eine Schraube fehlt und dass ich das erst viel zu spät gemerkt habe, ärgert mich im Nachhinein doch sehr. :) 



Mit Dank an die Gemeinschaft für Bausatz und Inspiration.

Lukas

Kevins AX-8 HR

Kevins AX-8 HR

 
Alles begann mit einem 100 Euro Gutschein eines großen Hifi-Marktes und dem Wunsch nach ordentlicher Musik im Wohnzimmer meiner Freundin. Als ich erfuhr, dass sie sich dort eine Musikanlage kaufen wollte, kam mir die Idee, ein gemeinsames Projekt daraus zu machen. Mein Versuch, sie davon zu überzeugen, den Gutschein zu vergessen und zusammen Lautsprecher zu bauen, fand überraschender Weise viel Resonanz. Ich war sogar so überrascht, dass ich noch gar keine genauen Pläne hatte, als ein Kumpel von mir ins Spiel kam und mich auf diese geniale Homepage aufmerksam machte.

Nun begann die eigentliche Planungsphase. Das Budget war knapp, es sollte ja eigentlich im Rahmen der 100 Euro bleiben. Selbstverständlich konnte das nicht eingehalten werden, was dem Spaß an den Boxen aber keinen Abbruch tut. Nach gefühlten 100 Stunden auf der Homepage stellte ich fest „Der erste Gedanke ist doch immer der Beste“, denn die Boxen, die ich als erstes heraussuchte, sollten letztendlich gebaut werden. Die Axis AX HR-8.

Nun ging es los, die Vorfreude war riesig. Das Paket war innerhalb von 3 Tagen nach der Bestellung bei mir zu Hause. Top!

Im Baumarkt besorgte ich noch MDF-Platten, was keineswegs so einfach klingt wie es sich anhört. Hagebau entschied sich nämlich, 19mm MDF-Platten aus dem Sortiment zu nehmen. Alternativen gab es in der Kleinstadt leider keine, was für mich eine 45minütige Fahrt zum nächsten Baumarkt zur Folge hatte. Dort wartete schon die nächste Überraschung: Hornbach schneidet MDF Platten nicht zu und eine 2m lange Platte ins Auto zu bekommen, ist schier unmöglich. Glücklicherweise hatten sie dort noch Mini-Verlegeplatten, welche absurd teuer waren, aber wenigstens ins Auto passten.

Das war wirklich kein berauschender Start ins Projekt Lautsprecherbau, aber wenigstens konnte es losgehen. Leim, Lack, Werkzeug und Freundin warteten zu Hause darauf anzufangen. Dank der detaillierten Skizzen klappte der Bau der Lautsprechergehäuse problemlos. Hier ein paar Impressionen:



Natürlich mussten wir die Lautsprecher so schnell wie möglich testen. Noch vor dem Grundieren und Lackieren wurden sie das erste Mal komplett zusammengebaut und Probe gehört. Mein Vater erledigte für uns den gesamten Elektronikbereich, weil ich davor ein wenig Respekt hatte. Im Nachhinein betrachtet war das keine schwere Arbeit und beim nächsten Projekt werde ich selbst löten.



Unsere Ohren warteten nun voller Aufregung auf die ersten Töne aus den Boxen. Der zuvor ersteigerte Verstärker DRA – 565RD  wurde angeschlossen und wir hörten die ersten Töne von Metallica „Nothing else Matters“. Mein Vater, meine Freundin und ich waren begeistert. Wir hörten mehrere Lieder am Stück und ich wollte die Boxen nie wieder aus meinem Wohnzimmer rauslassen. Dagegen hatte meine Freundin aber etwas einzuwenden.

Der Klang dieses einen Chassis hat mich extrem begeistert. Klare Höhen und erstaunlich viel Tiefgang. Für den Preis ein wirkliches Klangerlebnis. Da ich in diesem Moment zwei Verstärker gleichzeitig am Computer angeschlossen hatte, konnte ich per Mausklick zwischen meiner Musikanlage und der neuen meiner Freundin hin und herschalten. Mit dem Ergebnis: ich brauche neue Lautsprecher!

Dass der größte Teil der Arbeit uns noch bevorsteht, war weder mir noch meiner Freundin bewusst. Das Schleifen, Grundieren und Lackieren. Die Boxen wurden mehrmals geschliffen, grundiert, geschliffen, grundiert, geschliffen, lackiert, geschliffen, lackiert usw.



Die nervenaufreibende Arbeit lohnte sich aber. Die Lautsprecher wurden zum Schluss noch auf kleine Absorber gestellt und ins Wohnzimmer meiner Freundin gefahren, wo sie nun zu ihrer vollen Zufriedenheit ihren Dienst tun.



Kevin

Wolfgangs AX-08 HR

Wolfgangs AX-08 HR

 

Power 220) für einen Raum unserer Größe (gut 40 m²) und den Betonwänden fiel dem häuslichen Budget und dem WAF zum Opfer. Für die zweite Wahl (Mystery PA) galt das Gleiche. Also Verabschiedung von den hohen Tönen per Horn. O.k – Kompromisse müssen gemacht werden. Nach ausgiebigem Stöbern in den Beschreibungen fiel dann die Wahl auf ganz schlicht, ganz einfach, aber gaanz wirkungsvoll! AX-08 HR Nach der Beschreibung sollte der „Alleskönner“ auch die oben gestellte Aufgabe zufriedenstellend bewerkstelligen.

Da dies mein erstes Boxenbauprojekt war (ich verrate glaube ich nichts Neues, wenn ich sage, es war nicht das Letzte), bin ich da vorsichtig herangegangen. Da ich über keinen Lötkolben verfüge, aber über einen Schwager, dem der Elektroniker quasi in die Wiege gelegt wurde, war er der richtige Ansprechpartner für Übungen in Sachen Löten. Den Schaltplan zu lesen war für mich Dank meiner Jugenderfahrungen mit diversen Elektronikbaukästen kein Thema. Für den Gehäusebau griff ich auf einen gelernten Schreiner im Bekanntenkreis zurück. Meine Schilderungen faszinierten ihn, so dass er mir anbot, die Gehäuse zu bauen und mir sozusagen „Unterricht“ in Sachen Schreinerei zu geben. Das Angebot nahm ich gerne an.



Die Schreinerehre verweigerte allerdings den Wunsch nach ganz preiswertem Grobspan, es musste schon Multiplex sein, der Optik wegen – o.k. Also das Holz gekauft. In gut 3 Stunden hatte der Fachmann nicht nur das Holz entsprechend dem Bausatzplan zugeschnitten, nein, auch mittels Oberfräse die Kanten gerundet und die Innenseiten der Seitenflächen sowie Kanten der Vorder-, Rück-, Ober- und Unterseite obendrein auch noch mit einer Art Holzdübeln versehen. Somit war sowohl ein provisorischer Zusammenbau möglich, um den Klang zu testen, als auch ein zum Leimen wirklich absolut präzises Zusammenfügen. Eine Stunde Lötarbeit beim Schwager ergab die beiden Frequenzweichen. O.k, meine Lötstellen waren optisch nicht so schön wie die vom Fachmann, aber sie hielten. Die Kabelenden am Terminal wurden mit Quetsch-Gabel-Kabelschuhen versehen, so dass sich das Terminal von außen für den Fall der Fälle leicht demontieren lässt und die Kabelenden nicht immer an- und abgelötet werden müssen. Am Lautsprecher wurden die Kabel angelötet. Vor dem Einbau habe ich dann den ersten Lautsprecher mit vorgeschalteter Frequenzweiche an den Verstärker (ein gut 20 Jahre alter Kenwood Stereo-Verstärker) angeschlossen, einfach um zu sehen, ob die Lötarbeit auch erfolgreich war und richtig, der Lautsprecher spielte. Das sollte übrigens jeder einmal machen, bevor man die Box zusammenbaut, denn  das „Boah-Erlebnis“, wie sich das System eingebaut anhört gegenüber dem „Leerzustand“ ist unvergleichlich ;-)

Also die „Technik“ in die noch offene Kiste eingesetzt und angeschraubt. Dann den Verstärker wieder angeschlossen und nun bei laufender Musik die Sonofilmatten in die Box nach Angabe gelegt – frappierend zu erleben, wie sich der Klang von einem leise vor sich hindudelnden Lautsprecher zu einem differenzierten Klangbild, mit Bass entwickelt – tja und dann die Seitenwand aufgelegt – nur aufgelegt und schon kam Musik aus dem Axis! Die Seitenwand wieder abgenommen, Leim auf alle Stellen, Seitenwand wieder aufgesetzt und die Schraubzwingen angezogen. Andächtig vor die Box gesetzt und während der Leim abband, schon einmal Musik genossen!



Die zweite  Box wurde ebenso hergerichtet, was eine gute halbe Stunde in Anspruch nahm. Das war genau die halbe Stunde, die der Leim an der ersten schon geleimten Box brauchte, um unter Druck abzubinden. Der Möbelschreiner entschied, dass die Zwingen entfernt wurden, ja und dann kam der ultimative Klangtest, der direkte Vergleich der Axis  mit meinen 23 Jahre alten Heco 830 superior im Wohnzimmer.

Eigentlich ist dieser Vergleich unfair, denn Breitbänder Hornreflex gegen geschlossene 3-Wege Box, das ist so ähnlich, wie Birnen mit Äpfeln zu vergleichen, oder preiswertes Auto mit einem Fahrzeug der gehobenen Mittelklasse.. Ich wollte nun doch aber wissen, wie denn der klangliche Unterschied zwischen einer Box für ehemals 1.300 DM das Stück  zu 150 Euro ( somit ca 300 DM) Selbstbau pro Stück war. Dazu ganz simple „Alltagsmusik“ aus der Kuschelrocksammlung aufgelegt – Whitney Houston, Joe Cocker, Take That, also nichts Spektakuläres…Das Ganze über CD und den guten alten Sony-Esprit-Verstärker. Was soll man sagen – wir waren allesamt schlichtweg platt! O.k – etwas differenzierter: Die Mitten und Höhen schaffte die alte Heco nuancenreicher, insgesamt klarer, feiner. Der Unterschied war aber nicht so, dass man sagen konnte, die Axis klingt da nicht, im Gegenteil Sehr schöne Mitten und Höhen waren da zu hören, nur halt nicht ganz so fein und nicht so hervortretend. Dann der Bass. Gegen das Volumen, was der eine Axis-Breitbänder da hinlegte, brauchte die Heco-Box  schon beide Bässe, die sie hat. Die Tiefen des Axis füllten den gut 40 m² Raum auch bei geringer Lautstärke, das bekamen die alten Schätzchen kaum besser  hin. Wir waren uns einig, der preisliche Unterschied war bei Weitem nicht hörbar.

Der nächste Vergleich fand einige Tage später statt. Die Axis spielte schon einige Tage und von Tag zu Tag klangen sie immer noch besser. Also sollten sie nun noch einmal den Vergleich mit den Hecos wagen. Wie im Hörstudio alle Boxen wieder an den Sony angeschlossen und wechselweise über die Schaltung am Verstärker die gleiche Musik‚ mal auf Boxenpaar A oder B gehört. Zunächst wurde nun die Musik genommen, die man halt beim Spinning so braucht – also „Rumm-Bumm“ und geliefert von einer Laptopfestplatte im mp3 Format. Natürlich kommt es hier nicht auf klanglichen Hochgenuss an, aber gleichwohl baute sich im Stereodreieck bei den Axis ebenso eine Bühne auf, wie bei den Hecos. Der Höreindruck im Bassbereich machte in der Tiefe keinen Unterschied. Der Bassklang war von den Hecos nur unwesentlich differenzierter. Die Höhen klangen bei dem Axis vielleicht sogar in Summe angenehmer, denn gerade die oftmals „gesampelte“ Technomusik ist in den Höhen sehr auf Effekt abgemischt und somit bei guten Kalotten schon so präzise stechend, dass es im Ohr schon mal anfängt zu klingeln. Das konnte der Breitbänder nicht bieten, da klang das Ganze in den Höhen zurückgenommener, ähnlich, als wenn man einen dünnen Vorhang vor die Kalotte gespannt hätte, oder den Höhenregler etwas herausgedreht hätte.

Um nun auch für den Leser eine Klangbeschreibung zu liefern, der die Box nicht nur mit Spaßmusik für den Sport betreiben will, wurde sie nun  mit verschiedenem Musikmaterial gefüttert. Aus der Jazzecke durften sich Norah Jones und Miles Davis versuchen, die Soulabteilung übernahm BB-King. Die Beatles fehlten ebenso wenig wie Carlos Santana. Bon Jovi durfte ran, ebenso Deep Purple und Madonna. Die  Klassikabteilung übernahmen Nigel Kennedy an der Violine sowie die Berliner Philharmoniker, meine geliebte Blechbläser-Fraktion kam bei Canadian Brass zu ihrem Recht.

Auch hier habe ich ganz bewusst nicht die Platte als Zuspieler gewählt. Ganz ehrlich, meine Posaune knistert auch nicht, wenn sie gespielt wird. Da schon mal leicht ein Staubkorn auf der Platte hängt, oder sonstige Verunreinigungen sich dort finden, mag ich die Platte nicht unbedingt. .In meinen Ohren klingt die auch nicht generell besser als eine CD. Ob eine CD „kühl“ klingt und die Platte „wärmer“ ist mir ziemlich schnuppe, Hauptsache die Posaune klingt so, wie ich sie spiele, mit allen Stärken und Schwächen, da mag ich nicht noch  irgendwelche mechanischen Einflüsse vom Vinyl nebenbei hören, da kann ich dann auch gleich das Grammophon nehmen.

So, wie kommt der Klang nun daher? Fakt ist, man sollte bei den Axis möglichst im „Stereodreieck“ sitzen. Einen Meter nach rechts oder links, oben oder unten versetzt und schon hört sie sich anders an. Beim Spinning kein Problem, die Fahrräder stehen dabei wie einbetoniert an ihrem Platz – im Dreieck natürlich. Was der Breitbänder am Besten schafft war alles, was sich im mittleren Frequenzbereich bewegte. Also, Gesangsstimmen, mit schönem Volumen, nicht zu schrill, niemals aufdringlich,  somit klappte auch Klassik mit Kammermusik ganz prima. Schön voll, rund, wie war das – aus einem Guss? Genau! Klassik mit voller Dynamik eines Sinfonieorchesters  ging zwar auch recht gut, aber das konnte die 3-Wege-Box schon noch eine Klasse besser. Kleine Jazzbesetzungen, wo der Kontrabass schön gezupft wurde, der Besen über die snare-drum strich, passten aber so wunderbar, dass nicht unbedingt der Wunsch nach teureren Boxen aufkam. Deep Purple? Ja bitte, „Child in time“ in der live-Aufnahme „Made in Japan“ donnerte so aus den Kisten, dass jeder Rockfan seinen Spaß daran hat. Jede nur durchschnittlich abgemischte PA im Live-Konzert klingt schechter!



Fazit, ich habe für knapp 300 Euro ein funkelnagelneues Boxenpaar hier stehen, mit dem man 1A Musik jeglicher Art hören kann und nie glaubt, das soviel Musik für sowenig Geld möglich ist. Will man bessere Musik haben, so hat Udo ja noch diverse andere Bausätze dafür in petto (siehe Bluesklasse). Auf dem Fertigboxensektor wird es schon bei der Qualität der Axis  wohl nur im gehobenen Preissegment etwas geben, was den Axis das Wasser reichen kann, bei der Bluesklasse wird’s im Fertigbaubereich wohl schon fast unerschwinglich. Für mich steht fest, ein Austausch der Heco’s im Wohnzimmer wird nur noch über Selbstbau gemacht und ich werde fit wie nie durch diesen Winter im Sportkeller kommen, bei der Musik! Ach ja, natürlich könnte ich die Boxen jetzt auch noch im Oberflächenfinish optimieren, aber muss das sein? Selbst das einfache unbehandelte MDF sieht gar nicht einmal schlecht aus. Aber o.k, wer hindert mich daran, die Kisten demnächst noch optisch aufzupeppen? Oder lasse ich das für das nächste Projekt? Das kommt nämlich bestimmt!

Wolfgang

Werners AX-08 HR

Werners AX-08 HR

 

Hallo Udo,

vielen Dank für die blitzschnelle Zusendung der einzelnen Pläne am Wochenende, das war sehr hilfreich. Anbei übrigens ein Bild der betriebsfertigen Boxen, allerdings ohne Oberflächenbeschichtung - da sind wir noch in Diskussion, ob Hammerschlag oder Warnex oder ...

Der Zusammenbau war problemlos, auch die Gehrung ist mit einer Handkreissäge mit Führungsschiene einfach herzustellen. Leider ließ sich bei der angegebenen Länge des Reflexbrettes (35,4 cm) der Abstand (5,1 cm) von der Rückwand bei meinen Boxen nicht einhalten (wurde 0,5 cm größer). Den Abstand (2 cm) vom Boden habe ich eingehalten, in der Hoffnung, dass sich die Klangeigenschaften nicht negativ verändern.
Wie ich es von meinen anderen Breitbändern her kenne, klangen die Boxen beim ersten Hörtest noch ein bisschen indifferent, aber sie werden jetzt gerade mit "Pink noise & sinus" eingefahren - ich bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis in einigen Tagen. Insgesamt kann man sagen: eine gelungene Box für wirklich kleines Geld - Glückwunsch!!

Grüße Werner

Ein paar Tage später hatte Werner sich für ein Boxenfinish entschieden und schickte mir zwei schöne Bilder seiner neuen Boxen. So weit, so gut, doch was sollte ich nun mit seinem Bericht anfangen, der noch nicht so richtig zu Ende geschrieben war?  Schnell war eine Mail verfasst mit der Bitte um ein paar Erklärungen zum Lack, der mir wirklich sehr gut gefiel. Prompt kam Werners Antwort:

Hallo Udo,

mache ich gerne :-), alsdann, anbei meine Vorgehensweise beim Beschichten:

1. Spachteln mit Molto Holz-Reparatur-Spachtel

2. Schleifen, beginnend mit 40er Papier, Endschliff mit 240er. Natürlich alles sorgfältig glatt schleifen, da man bei schwarzer Lackierung jede noch so kleine Unebenheit erkennt

3. Beschichten mit ACRYL-Tiefengrund für saugende Untergründe. Schaumstoffwalze verwenden und nicht an Farbe sparen

4. Streichen mit Vollton- und Abtönfarbe schwarz, auch hierzu Schaumstoffwalze verwenden. Zwei Schichten, unverdünnt (Achtung, die getrocknete Oberfläche ist sehr empfindlich)

5. Aufrollen des Decors auf die Frontplatte mit Vollton- und Abtönfarbe  gelb. Hierzu Klein-Strukturwalze Rollo mit Erbslochkörnung verwenden, mit wenig Anpressdruck arbeiten, vorher am besten ausprobieren

6. Versiegeln mit Plasti-Kote Projekt Paint Klarlack aus der Spraydose, minderstens zwei Schichten, Achtung enthält Lösungsmittel Ich lasse die Box vor dem Einbau der Lautsprecher zwei bis drei Tage ablüften, um sicherzustellen, dass die Lösungsmitteldämpfe keinen Schaden an Membrane und Klebestellen der Chassis anrichten. Ergebnis des Lack-Finish hängt stark vom Können des Lackierers ab, die Qualität meiner Lackierung ist nicht gerade preisverdächtig, aber die Boxen klingen geil!



Viele Grüße Werner

Axis Hornreflex (AX-HR)

Axis Hornreflex (AX-HR)

Gradient Axis AX 5 / 6 /8

Breitbandlautsprecher für den mehr oder weniger gesamten Frequenzbereich gehören zu den beliebtesten Lautsprecherchassis auf dem Selbstbaumarkt - insbesondere im Einsteigersegment, denn Do-It-Yourself-Starter schätzen den günstigen Preis und das meist recht einfache Filternetzwerk - auf das bei einem hochwertigen (digitalen) Equalizer sogar ganz verzichtet werden kann, doch der ist meist teuerer, als die paar Bauteile, die zur passiven Entzerrung nötig sind. Die Schattenseite der Breitbänder ist, dass sie selten in eine einfache viereckige Kiste passen, meist ist zumindest ein Bassreflexsystem erforderlich und besser noch ein Basshorn - oder wie hier, eine Kombination aus beidem. Den komplizierteren Aufbau nehmen technisch weniger versierte Einsteiger gerne in Kauf, selbst wenn im innern diverse Brettchen mit Gehrungswinkeln zu versehen sind.

Theoretisch stellt ein Breitbänder sogar das Ideal einer Punktschallquelle dar, deshalb befinden Sie sich als Einsteiger, der seine Lautsprecherboxen mit Breitbändern bestückt, in bester Gesellschaft, denn auch wenn guter Klang mit Mehrwegeboxen oft einfacher zu erreichen ist, haben Breitbandlautsprecher in allen Preisklassen ihre Fangemeinde. Dennoch fristen die Allrounder im normalen HiFi-Geschäft ein Schattendasein, denn im direkten Vergleich zu den oft im Bass und Hochtonbereich überzüchteten Mehrwegeboxen fehlt es subjektiv an Bassdruck und Hochtonbrillanz, denn für tiefe Frequenzen ist ausreichend Membranfläche erforderlich und für hohe Frequenzen eine schnelle, leichte und Membran. Also werden größere Breitbänder meist mit einem Hochtonkegel versehen, dessen genaue Dimensionierung gar nicht so einfach ist.

Doch auch die richtige Wahl der technischen Parameter von der Resonanzfrequenz über das Aquivalenzvolumen, vom Wirkungsgrad bis zur Belastbarkeit, stellen an den Konstrukteur einige Anforderungen. Breitbänder sind nicht einfacher, sondern schwieriger zu entwickeln, als Teilbereichs-Chassis, denn der Entwickler möchte ja möglichst viele positive Eigenschaften für die Abstrahlung aller Frequenzen in einer Package bündeln. So verwundert es nicht, dass im Vergleich zu einem guten Mehrwegesystem einige Kompromisse einzugehen sind - die dennoch im Vergleich zu einem Mehrwegesystem gleicher Preisklasse mehr als vertretbar sind. Der auffälligste Unterschied liegt im Abstrahlverhalten, der Hochtonbereich bündelt doch um einiges stärker als ein Kalottenhochtöner. Dass ein Breitbänder dennoch faszinierend klingen kann, werden Fullrange-Fans gerne bestätigen. Oft klingt die Musik einfach "wie aus einem Guss" - eine Eigenschaft, die mit einem Mehrwegesystem erst einmal erreicht werden muss und dort eine sorgfältige Frequenzweichenentwicklung voraussetzt.

Aufgrund des notwendigen kompromissvermeidenden Entwicklungsansatzes haben Breibänder oft alles andere als klassische Parametersätze - es wäre einfach zu schön, wenn diese Allrounder gleichzeitig Bass-, Mittelton- und Hochtonspezialisten wären. Da Breitbänder selten zu den wirkungsgradschwächsten Chassis gehören, muss man der Basswiedergabe halt mit speziellen Gehäusekonstruktionen auf die Sprünge helfen.

Jedenfalls ist es keine gute Idee, die Thiele-Small-Parameter der Breitbänder einfach in ein Simulationsprogramm einzugeben, denn LspCAD beispielsweise berechnete für den AX-8 ein riesiges Gehäuse mit 248 Litern Nettovolumen und einem 18 cm durchmessenden Bassreflexrohr mit 16 cm Länge. Moment mal, wir brauchen ein Gehäuse für einen 8-Zöller, nicht für ein 80cm-Chassis! Praxisgerechter fiel die Berechnung auch für die anderen beiden Breitbänder nicht aus.

Gehäuse

Dank Armin Jost brauchten wir die Idee des Reflex-Systems dennoch nicht zu verwerfen, denn als wir die Axis-Serie gerade durchgemessen hatten, erreichte uns seine Mail-Anfrage, ob wir an einem Test der neuen AJHorn-Version 6.0 interessiert seinen. Klar, warum nicht? Dessen Vorgänger hatte uns schon zweimal aus der Patsche geholfen. Wie man dem Namen leicht entnimmt, ist es hervorragend geeignet, Hörner zu berechnen, eine der bevorzugten Behausungen des gemeinen Breitbänders.

Doch es kam noch viel besser: Armin Jost hat es gewagt, auch alle anderen Bauformen als Horn zu verstehen. In seiner ausführlichen Anleitung beschreibt er leicht verständlich, warum das denn so ist und wie man dies in der Software nutzen kann. So weit, so gut, doch unser Problem, das wir gerne loswerden wollten, waren 248 Liter und 18 cm Bassreflexrohr-Durchmesser. Die Eingabemaske der AJHorn-Version 6.0 wirkt alles andere als aufgeräumt, doch das hat seinen Sinn:

Nach Eingabe der betreffenden Parameter zeichnet AJHorn eine Kurve, die ein selbsterklärendes Horn darstellt, bei dem die Parameter an den Stellen platziert sind, an denen sie sich auswirken. Ganz schön durchdacht, denn mit ein wenig Erfahrung lässt sich auf diese Weise recht leicht ein Gehäuse auch abseits gängiger Muster berechnen. Glücklicherweise kann man als Anwender die Daten direkt eingeben, ohne auf etlichen Seiten und Untermenüs Einstellungen und Eingaben vorzunehmen, die man erst mühsam zusammensuchen muss oder die einem gar nicht zur Verfügung stehen. Die Software übernimmt selbst einen Großteil der komplexen Berechnungen anhand weniger Eingaben in die Eingabemaske.

Dass nun auch komplexe Frequenzweichen bzw. Korrekturnetzwerke einkalkuliert werden können, spielt für die Gehäusesimulation zwar keine Rolle, erleichtert aber vielen Anwendern die spätere Abstimmung, da nicht jeder das notwendige Messequipment und die entsprechende Bauteileauswahl für eine mehrfache Anpassung der Abstimmung hat.

Weitere Neuerungen der Version 6 stehen ausführlich auf der Homepage von Armin Jost. Die 120 Euro für AJHorn sind für Boxenbauer gut angelegt: Im Gegensatz zu anderen Programmen liefert die Software nicht nur mit den spezialisierten Messdaten eines einzigen Herstellers verlässliche Ergebnisse, sondern ist recht universell einsetzbar. Wer dennoch Berührungsängste hat, kann sich erst einmal in Ruhe die angebotene Demoversion (mit eingeschränktem Funktionsumfang) zusammen mit dem ebenfalls zum Download angebotenen Handbuch ansehen. Was für die LspCAD-Simulation zutrifft, trifft für ein echtes Basshorn allemal zu: Es wird riesengroß. Also dachten wir uns mit Hilfe des AJHorn-Simulationsprogramms eine Gehäuse-Mischform aus. Schon Heinz Schmitt hatte vor vielen Jahren ein Gebilde mit ungewöhnlichem Reflexkanal entworfen, der mit sehr kleinem Einlass begann und als Zehnfaches endete. Auch Helmut Lengefeld hat diese Bassreflexöffnung früher eingesetzt und Hornkehle genannt, ebenso Hans Deutsch bei seiner früheren Firma ATL.

Dies lies die gewaltigen Abmessungen im Fall des AX-8 auf handliche 78 Liter Nettovolumen in Form einer schlanken Standbox schrumpfen. Den parabolisch öffnenden Kanal bezeichneten wir damals als Hornreflex. In diesem Fall hielten wir uns bei der Dimensionierung an die Ein- und Ausgangsfläche des Resonators und ersetzten den parabolischen Kanal durch eine einfache Schräge. Dass wir AJHorn offenbar nicht nur richtig bedient haben, sondern dieses auch eine korrekte Berechnung geliefert hat, zeigte sich später bei den Messungen des Frequenzverlaufes

So fanden wir Gefallen an der letztendlich sehr einfachen Bedienung von AJHorn-Version 6.0 und dimensionierten für die beiden kleineren Breitbänder AX-5 und AX-6 ähnliche Gehäuse mit 20 bzw. 35 Litern Nettovolumen.

Die Baupläne stehen als ZIP Datei zum herunterladen bereit:

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Bauen

Für Selbstbau-Einsteiger haben wir den Aufbau auch hier wieder fotografisch dokumentiert. Bitte klicken Sie für eine größere Ansicht auf das jeweilige Bild, dann ist auch der zugehörige Text lesbar.

Weiter ging es mit der zwischenzeitlich schon getrockneten, geschliffenen und gefrästen AX-6 HR.

Die AX-8 HR benötigt zwei Matten Sonofil, die AX-6 eine und für die kleine AX-5 wird eine Matte auf 50 x 35 cm halbiert.

Erste Neugier

Wer unter den ernsthaften Boxenbauern kennt sie nicht, die bekannteste Anwendung für 20cm-Breitbänder? Hier wird so manchem sofort das "Viech" einfallen, in das von unseren Kunden auch der AX-8 direkt nach Erscheinen und Veröffentlichung der Chassisdaten samt zugehöriger Messergebnisse eingebaut wurde, was uns natürlich sehr freute. Da jedoch die meisten Selbstbauer kein professionelles Messequipment haben und meist auch nur wenige vergleichbare Chassis für Klangvergleiche, war es an uns, den AX-8 als erste in das fast schon legendäre Horn zu packen und vor das Mikrofon zu stellen.

Da traf es sich gut, dass uns ein Kunde ein Paar Viecher mit den dafür best beleumundeten Chassis ohne jede Beschaltung (was bei diesem Chassis grundsätzlich nicht gemacht wird) einfach so in der Abstellkammer herumstehen hatte und uns für ein paar Wochen in den Hörraum stellt. Wo sie selbstverständlich sofort gehört und gemessen wurden. Dem weiteren Vergleich diente die Messung für ein Print-Magazin des mit Sperrkreis ausgestatteten Original-Viechs, so können wir nun wir gleich drei Messungen miteinander vergleichen, wobei der AX-8 auch mit einem Korrekturnetzwerk versehen wurde.

Sehen wir einmal vom Wirkungsgrad ab, kann der AX-8 mehr als nur mithalten: Mit ihm hat der Viech-Besitzer deutlich mehr Grundton und Höhen als mit den beiden Vergleichstypen, die mehr durch ihre leichte Mittenbetonung auffallen. Wer hätte das gedacht?

Zwar kann man Breitbänder prinzipiell auch ohne Korrekturfilter laufen lassen, doch unter HiFi-Gesichtspunkten sollte man nicht unbedingt darauf verzichten. So macht sich auch bei unseren Axis-Breitbändern eine kleine Frequenzgangkorrektur ganz gut. Der bereits im Viech getestete AX-8 zeigte im Hornreflexgehäuse die grüne Schalldruckkurve. Eine Spule davor senkt den Pegel oberhalb 400 Hz prinzipbedingt mit 6 dB/Oct. ab, was ein der Spule parallel geschalteter Widerstand zu hohen Frequenzen hin abfängt und den Pegelverlauf bei korrekter Dimensionierung somit begradigt (rote Kurve).

Verglichen mit der grünen Kurve sieht das schon recht gut aus, doch die drei Zacken zwischen 3 und 5 kHz stechen nicht nur ins Auge, sondern auch ins Ohr, da unser Gehör in diesem Bereich besonders empfindlich auf Amplitudenschwankungen reagiert. Hiergegen hilft ein Saugkreis aus einer Serienschaltung von einem Widerstand, einer Spule und einem Kondensator. So klingt es letztendlich doch angenehmer. Das Ergebnis dieser Klangkur war die blaue Kurve, welche zwar oberhalb von 8 kHz immer noch ordentlich ansteigt, aber nur auf Achse gemessen. Bereits bei einem Messwinkel von 15 Grad ist dies Überhöhung verschwunden. Bei richtiger Aufstellung (etwas stärker angewinkelt) ergibt sich so ein sehr ordentliches Abstrahlverhalten selbst für mehrere Hörplätze, allein kann man die Boxen etwas gerader ausrichten. Die Restwelligkeit im Amplitudenfrequenzgang ist vernachlässigbar, sie wird durch den Hochtonkegel verursacht. Da ist der AX-5 aufgrund seiner kleineren Membran gefälliger, er läuft in der Jazz sogar ohne Korrekturnetzwerk zur Höchstform auf, seine schmalbandige Kerbe bleibt dem Ohr praktisch verborgen.

Messungen AX-5 HR

Messungen AX-6 HR

Messungen AX-8 HR

Deshalb legen Chassisentwickler bei Breitbändern so viel Wert auf die richtige Dimensionierung des Hochtonkegels und auf die Entscheidung, ob eine Staubschutzkalotte oder ein Phase-Plug zum Einsatz kommt. Beides bietet Vor- und Nachteile, so dass letztendlich der beste Kompromiss gefunden werden muss. Bei der Axis-Serie passt alles sehr gut zusammen, was sich beim Klangtest auch bestätigte.

Klang

Den Klangtest begannen wir mit der kleinsten der drei schlanken Standboxen, mit der AX-5 HR, an einem preislich dazu passenden Verstärker. Wie zu erwarten war, bildete sie eine tief gestaffeltes Bühne in unseren Hörraum ab und überzeugte durch eine substanziierte Basswiedergabe, die gar nicht recht zur winzigen Größe des Breitbandchassis passen wollte. Zwar nicht abgrundtief, aber sehr konturiert und sauber.

Stimmen und jede Art von Instrumenten erklangen völlig losgelöst von den Standböxchen, die Begriffe "Lästigkeit" oder "Verfärbung" ließen die Winzlinge zum Glück außen vor. Ungewöhnlich bzw. eine Besonderheit für eine Standbox ist die Möglichkeit, sie wandnah aufzustellen - was ja angesichts ihres wahrscheinlichen Einsatzzweckes im Jugend-, Studenten- oder Arbeitszimmer ein echter Vorteil ist.

Doch auch frei stehend in unseren großen Hörraum fühlte sich die Kleine pudelwohl und erst der direkte Vergleich zur nächst größeren AX-6 HR offenbarte, das es durchaus noch gewaltiger in den Tiefbasskeller geht. Mit ihrer fast doppelten Membranfläche und der fast 15 Hz tieferen Resonanzfrequenz zeigte die mittlere der drei Schwestern der Kleinen, wo es lang geht, wenn man erst einmal groß ist. So gab es von allem, was schon bei der Kleinen in Erstaunen versetzt hat, noch ein wenig mehr dazu: Mehr Tiefgang, mehr Bassdruck sowie einiges an zusätzlicher Pegelfestigkeit, verbunden mit einem entsprechend dynamischen Sound. Es ist eben nicht nur die höhere Belastbarkeit, auch die zwei Dezibel mehr an Wirkungsgrad schlagen hier spürbar durch, gerade bei etwas gehobener "Zimmerlautstärke". Dabei war erstaunlich, wie erwachsen sie zu Werke ging, keine Spur von einem Billig-Breitbänder, auch wenn man die Axis-Serie bei diesem Preis ja wohl so nennen darf. Wieder einmal zeigt sich, dass eine richtig dimensionierte Standbox eben mehr ist, als nur ein Kompaktlautsprecher mit integriertem Standfuß, für die Berechnungsgrundlagen bedanken wir uns hier noch einmal ausdrücklich bei Armin Jost.

Intertechnik

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