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Nextel18
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Nextel18

Nextel 18 -zweiwege Box mit Standfuss- Lautsprecherbausatz

Best.-Nr. 1385068

347,60 € / Stück
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Details

Lautsprecherbausatz Bausatz Nextel 18, -ohne Gehäuse- Da steht sie nun im Hörraum, umgeben von der creme de la creme des Selbstbaus und, ja, sie sieht gut aus. Doch trotzdem fragte ich mich mit gewissem Mitleid in der Stimme, was ich wohl als erstes mit ihr hören soll, ohne sie gleich mächtig zu überfordern. Nun, ich ließ es ruhig angehen und legte Leonard Cohens Greatest Hits in den CD-Spieler. Schon die ersten Töne von "Suzanne" verrieten, da stand etwas ganz Besonderes im Hörraum, das sich ohne jede Arroganz völlig aus der Darbietung heraushielt und nur Stimmen und Instrumenten Platz im Zimmer ließ. Irgendwelche Boxen waren nicht vorhanden, in einem großen, dreidimensionalen Raum gab es nur Musik. Naja, Bass und wirklichen Hochton gab es in der Aufnahme nicht, deshalb war ich gespannt, wie denn meine Nextel 18 mit etwas mehr Anforderung zurechtkam. Schnell kamen Marla Glenn und ihre Musiker zu mir und erklärten mit nunmehr schon gehobener Lautstärke und mit keineswegs kleiner Bassdrum, was sie unter Personal verstanden. Das klang ja richtig erwachsen, von wegen kleine Kiste! Dynamik, Auflösung und Klangfarben ließen keinen Zweifel, da war der Blues, den ich bei der Zusammenstellung der Chassis nicht erwartet hatte. Noch nicht einmal bei "Toccata und Fuge" von Johann Sebastian Bach ging den 17er Bässen die Puste aus, als die ganz langen Orgelpfeifen ertönten, wobei ich schon viele hochgelobte Fertigboxen vergleichbarer Größe und unangemessenen Preises verhungert in der Ecke liegen sah. Nun war es mir egal,, sollten die dickbeinigen Zwerge doch auch einmal mit großem Orchester gefüttert werden. Dvoraks Symphonie Nr.9 Aus der neuen Welt erschien mir dafür gerade recht. Gleichgültig, ob ein paar Einzelinstrumente leise vor sich hinspielten oder das ganze Ensemble im großen Tutti erklang, es fehlte kein Instrument zwischen der druckvollen Kesselpauke und der Triangel.

Best.-Nr. 1385068

Merkmale

Wege 2-Wege
Gehäuse Prinzip Bassreflex
Nennimpedanz (Ohm) 8
Kennschalldruck (dB) 85
Höhe (cm) 32,80
Breite (cm) 22,80
Tiefe (cm) 26,80
Anwendung Kompaktlautsprecher
Hersteller / Marke der Chassis Seas Excel
Preislevel 300-500 Euro

Der Lautsprecherbausatz enthält alle Elektronikbauteile, Lautsprecher, Teile und Zubehör, außer dem Holz für das Gehäuse.

Alternative Artikel

Bild Bezeichnung Preis Menge
2 Wege Basis Modul (Mittel)
6,70 € / Stück
inkl. MwSt.
versandkostenfrei in Deutschland
5,63 € exkl. MwSt

Bauberichte

Nextel 18, erst zwei- dann dreibeinig

Nextel 18, erst zwei- dann dreibeinig

Mein Weg zur Nextel 18 führte über Umwege.

Ende 2014 hatte ich mich bereits in den kleinen Zweiweger verguckt, schon von seiner Größe war er perfekt geeignet für unser freistehendes Standregal. Allerdings hatte ich da bereits zwei Bausätze von Eton und SB, für einen dritten fehlte die Verwendung. So plante ich erst mal, aus der SB12 die SB23/3 zweiteilig zu bauen, mit geschlossenen 27-Liter-Bassgehäusen, die ich in dem Regal unterbringen und testen wollte. Nun, der Versuch mit der Closed Box im April 2015 ging gründlich daneben.

Nachdem meine Eton-Standboxen einen dankbaren Abnehmer in der Familie gefunden hatten und die SB23/3 zunächst deren Platz im Wohnzimmer einnahmen, war der Weg in das Regal frei für die Nextel 18. Und nach einem überzeugenden 4-wöchigen Gastspiel der 22DXT wollte ich auch einfach unbedingt wieder eine Excel im Haus haben.

Gerne hätte ich die auf der Intertechnik Seite vorgestellte halbovale Spanten-Version nachgebaut, jedoch schien mir der Zuschnitt (ohne Werkbank und nur mit Stichsäge) zu aufwendig. Andererseits waren Spanten bei 13 Liter Volumen noch überschaubar, andere bauten mit dieser Technik sogar eine Doppel7!

Und warum nicht senkrecht verleimen, dann könnte ich sogar eine gefräste Front mitbestellen. Die akustisch vorteilhafte Rundung wollte ich trotzdem einbringen und die Spanten innen rund ausschneiden. Dabei würde Genauigkeit beim Ausschnitt auch nicht so die Rolle spielen, man sieht's ja später nicht. Freilich würde die Box dadurch etwas schwerer, weil mehr Material stehenbleibt, aber auch schwingungsärmer. Das zwangsläufig geringere Volumen wäre mit zusätzlichen 3cm Gehäusetiefe einfach auszugleichen. Somit blieb das Gehäuse außen schlicht und rechteckig und einfach zu bauen.

Nur eine Box konnte und sollte im Regal stehen, die zweite frei daneben, jedoch wollte mir lange kein Boxenständer einfallen. Nach vielen Skizzen entwickelten sich zwei Standbeine aus der Box heraus und ich plante, die sechs hinteren Spanten dynamisch und sich verjüngend nach vorne schwingen zu lassen. Besonders freute mich an dieser Idee die Möglichkeit, die Beine bei Bedarf jederzeit wieder abzusägen zu können - den Bedarf hatte ich allerdings sehr viel schneller als geplant.

Zur optischen Teilung fügte ich zwischen den sechs hinteren Spanten und dem restlichen Korpus mit 6mm MDF noch eine dezente Schattenfuge ein.

Im Baumarkt ließ ich 30 Brettchen für 45,-Euro zuschneiden und fuhr direkt weiter nach Köpenick, wo ich hinter einem alten Bootsschuppen eines Segelvereins meine kleine Freiluft-Werkstatt aufbauen durfte. Ungern wollte ich die Erfahrung wiederholen, mit Stichsäge und Schwingschleifer ausgerüstet in unserem Kreuzberger Hinterhof lautstarke Proteste entnervter Nachbarn zu provozieren.

Die innere Form des Gehäuses zeichnete ich einmal mit dem Zirkel vor (zwei Kreise mit je 19,8 cm Durchmesser). Anschließend war dieses Musterbrett die Zeichenschablone für alle weiteren. Es ist schon recht stumpfsinnig, 30mal die gleiche Säge- und Schleifarbeit zu wiederholen, so war ich gar nicht böse, zwischendurch immer wieder neugierigen Vereins-Mitgliedern erklären zu müssen, was ich da eigentlich mache.

Einen Motivationsschub brachte kurzfristig die Entdeckung einer Tischkreissäge im Bootsschuppen, schließlich waren noch etliche gerade Schnitte zu machen. Ein noch lesbares Typenschild ("VEB Kombinat Elektromotorenwerke Grünhain") ließ ältere Herkunft erraten, ebenso alt sah auch das Sägeblatt aus - und ebenso leider auch das Ergebnis.

Ich nahm also wieder die Stichsäge und schnitt aus dem Restmaterial der 6 längeren Bretter noch zahlreiche 25mm breite Streifen aus, die später von vorne (der Form der Standbeine folgend) schrittweise aufzuleimen waren. Eine einzige alte Schraubzwinge fand ich und fixierte damit einen Anschlag für die Stichsäge, meine eigenen Zwingen hatte ich leider vergessen.

Nach 6 Stunden war alles gesägt und vorgeschliffen und ich freute mich auf ein Kaltgetränk am Seeufer.

Der Zusammenbau zu Hause wurde ebenfalls eine notorische Wiederholung von bereits Ausgeführtem. Ich habe mir ein Vorbohren oder Verdübeln gespart und die Bretter beim Verleimen mit Schraubzwingen in ihrer Lage fixiert. So konnte ich pro Box immer nur zwei Bretter gleichzeitig verarbeiten, aber im 12-Stunden-Takt war das Verleimen bereits nach gut einer Woche erledigt.

Ich hatte auch Zeit, denn ich erhielt die Info, dass die Hochtöner auf Ihrer Anreise von Norwegen ein Päuschen eingelegt hätten.

Für den Standfuß machte ich eine Schablone aus Graupappe, so konnte ich nicht Gefahr zu laufen, unterschiedliche Füße anzuzeichnen.

Anschließend ging es mit den Rohlingen am Wochenende wieder nach Köpenick. Im Gehäuseinnern wurden Leimreste entfernt und die Rundungen von Hand grob übergeschliffen. Die beiden Standbeine ließen sich zügig mit der Stichsäge ausschneiden. Für sämtliche Spantenoberflächen war danach der Schwingschleifer zuständig.

Leider hatte mein Stichsägen-Zuschnitt der 25mm-Streifen im Resultat spürbare Maßabweichungen bis 2mm. Das musste alles mühsam der Schwingschleifer ausgleichen. Denkbar knapp passte er in den etwa 18cm hohen Zwischenraum.

Den Rest erklären die Bilder, sie zeigen auch die überaus peinliche Fehlplanung mit den viel zu filiranen Füßen, die ich sofort wieder absägte.

Zwei Tage später und gerade noch rechtzeitig vor dem Herbst-Event in Kerpen kam ein Paket und ich konnte die Fronten aufleimen. Einen letzten Schliff mit dem Schwingschleifer machte ich am nächsten Abend im Keller und verleimte anschließend die noch zweiteiligen Boxen an der Schattenfuge zusammen. Auf Oberflächenversiegelung verzichte ich bei MPX immer, auch diesmal.

Die Weichen waren schnell fertig und die Endmontage der Chassis ging zügig. Ich konnte mich meinem "Problem" zuwenden, der zweibeinigen Box!

Ein Provisorium mit einem dritten Bein aus verzinktem Wasserrohr überlebte nur zwei Tage. Nach der Einstellung von Fotos in die Galerie und einer erfrischenden PN von Hesse ("... sieht ja aus wie die Dreibeiner in Krieg der Welten.") war ich schnell geheilt von meinem Design-Trip. Die Beine wurden abgesägt und ich fuhr am nächsten Tag mit zwei echten Regalboxen zu Intertechnik nach Kerpen.

Inzwischen steht die linke Box wiederum auf einem dreibeinigen Ständer aus Multiplex; die Beine wieder schwungvoll, aber jetzt breitbeiniger und kippsicher, sieht aber irgendwie doch wieder etwas nach "Krieg der Welten" aus...

Vielleicht überleg ich mir noch mal was Orthogonales.

Kurz nach ihrer Fertigstellung fragte mich Matthias (Da) nach einem Vergleich zur Excel 22DXT, ob ich nun den idealen kleinen Edelspeaker gefunden hätte, mit gleich guter Auflösung und (hoffentlich) etwas weniger Bass. Ich kopiere meine damalige Antwort unbearbeitet und nur leicht gekürzt hier rein. Kein gefeilter Text, dafür ein bisschen authentischer:

"... Manche würde sagen "kommt drauf an", ich würde sagen "könnte passen", weil ich kann es teils bestätigen, sie hat etwas weniger Bass, allein aufgrund der Membranfläche, obwohl sie auch sehr tief kann, ich meine so annähernd 40 Hz. Der Hochtöner ist sehr fein auflösend, nach meinem Empfinden noch etwas klarer und heller als bei der 22 DXT, habe sie allerdings nur recht kurz parallel gehört. Ein sehr analytischer Lautsprecher, meine Frau hört im Moment grade Ihre PJ Harvey-Platten durch und entdeckt Stimmenüberlagerungen, die sie seit 25 Jahren auf den CDs nicht entdeckt hat. Schlechte Aufnahmen klingen mit der Nextel auch wirklich schlecht, da wird nichts beschönigt. Dazu hat sie ähnlich der 22DXT einen leicht kühleren Charakter, das muss man mögen, ich find's ja großartig und bin dem Charme von Seas erlegen, aber wie immer: Geschmacksache. Eine SB18 wird sicher etwas wärmer und gutmütiger spielen, die Nextel ist da eher ein High-End-Nischenprodukt. Ich meine damit auch, man wird eingefangen, so wie meine Frau gerade, die Platte für Platte durchhört, oder man stört sich an dem etwas härteren Klangcharakter.
Ich hab sie gerade auf 25 qm gehört, kein Problem, allerdings finde ich, dass ein überschaubarer Abstand gut tut. Am besten gefallen sie mir auf 2,5 m Hörabstand, da ist dann nur noch Musik im Raum, überhaupt nicht mehr ortbar und das ist für mich auch die Stärke der Nextel und der 22DXT, nämlich eine grandiose Räumlichkeit. Sie haben allerdings eher nicht diesen wohlig umschmeichelnden Klangcharakter der SB, sind nordisch kühler, auch präziser, im ungünstigen Fall "gnadenloser".
Großen Charme haben für mich auch die 13L Gehäusevolumen der Nextel, das ist Rekord für einen 7-Zöller. Man könnte auch sagen, für das gleiche Geld bekomme ich auch die 22DXT mit 8-Zöller, die hat dann 25L. Die nächsten 8-Zöller von Eton und SB machen ab 45L weiter. ...
Die Nextel vermag auch 40qm zu füllen, ich würde sie aber bevorzugt im Nahbereich hören, das kommt richtig gut, der Hörabstand ändert das Klangbild, auf 2,5 m ist es perfekt, ab 4m Abstand denke ich alsbald, hm, klingt eher nach Regallautsprecher.
Zu bedenken wäre noch das BR-Rohr auf der Rückseite, nicht unwichtig für die Aufstellung. Falls nötig, lässt sich aber auch ein Gehäuse mit BR-Öffnung nach vorne entwerfen. ..."

Einzig ergänzen möchte ich zu dem Text, dass die Bassabstimmung dieser kleinen Box wirklich erstaunlich ist. Bei hohem Pegel könnte ich mir die Haare vor dem BR-Rohr föhnen - wenn ich denn welche hätte.

Machen richtig Spaß die Kleinen !

Jo

Nextel 18

Nextel 18

Geplant war es so nicht, doch nicht immer können wir vorhersehen, wie sich eine ausgedachte Lautsprecherbox im Lauf der Zeit entwickelt. Natürlich war auch Excel einmal dran, die Marke genießt schon lange einen exzellenten Ruf, dies sagt noch nichts zu ihrem Klang. Zu behaupten, sie seien schon immer meine Lieblingschassis gewesen, wage ich hier nicht, zu viele Leser kennen meine Vorbehalte gegen Metalle oberhalb des Basses. Ihr Preis war außerdem ein Hindernis, selbst wenn man akzeptiert, dass in ihnen alle Künste modernen Lautsprecherbaus zur Anwendung kommen. Als Intertechnik mir jedoch leichtsinnig anbot, eine Box, die ich mit Excel-Chassis entwickeln sollte, zum absoluten Dumpingpreis auf den Markt zu werfen, griff ich sofort zu und suchte mir das Feinste zusammen, was das gut gefüllte Lager bot. Heraus kam eher Kleines, und dennoch ist es Blues.

Bestückung

Wer nun glaubt, dass sich Intertechnik diese kundenfreundliche Aktion aus reinem Desinteresse am eigenen Geschäftserfolg ausgedacht hat, irrt natürlich. Selbstverständlich will man in erster Linie dafür sorgen, dass meine Leser auf die neue Seite www.lautsprecherbau.de aufmerksam gemacht werden, auf der nun auch eine Vielzahl meiner Artikel über die IT-bestückten Magazin-Bausätze und die hilfreiche Anleitungen zur Baupraxis erscheinen. Daran angeschlossen wird verständlicherweise auch ein Shop, in dem die betreffenden Bauvorschläge komplett geordert werden können.
Nun war es an mir, eine gute Wahl für den Einstiegs-Bausatz zu finden, der nicht nur das Messmikro, sondern ebenso das Auge erfreuen soll. Diesen Part übergab ich leichten Herzens den bekannten Alufronten, die Joseph D’Appolitos Thor verzieren. Sie sind ideal geeignet für alle Menschen, die gerade mal ein einfaches Kistlein zimmern können, in das mit Hilfe einer Stichsäge ein halbwegs passendes Loch geschnitten wird, die silbrigen Platte verdecken alle Ungenauigkeiten der mangelnden Handwerkskunst und sparen dabei noch die Zeit für die Frontgestaltung mittels Oberfräse und Lack oder Furnier. Wie die Platten an die Box kommen, sehen wir später.
Damit war aber noch längst keine Entscheidung zur Zusammensetzung des Bausatzes gefallen, weiteres Nachdenken war angesagt. Wenn Intertechnik ein derart günstiges Angebot auf den Bastelwilligen loslässt, soll es möglichst umfasend nutzbar sein. Nur eine Regal- oder nur eine Standbox anzubieten war nicht der Weisheit letzter Schluss. Somit fielen schon alle Kombinationen mit 13er und kleiner oder 20er und größer aus. Was bleibt da anderes als der berühmt, berüchtigte 17er, 1-Zoll-Zweiwegaufbau, den man so oder so verwenden kann.
W18-Text2Da war es mir nur recht, dass es von Excel eine recht neue Chassis-Serie mit Nextellack beschichtete Pappmembranen gibt, deren graue Farbe im gesamten, nach neuester Technoliogie filigran gestalteten Aludruckgusskorb weitergeführt wird. Der mattsilberne Phase Plug in der Membranmitte korrespondiert passend dazu mit der Alufront. Durch die Lüftungsöffnungen unter der Flachspinne sieht man die hochgewickelte Schwingspule, die sich um jeweils 7 mm nach oben und unten bewegen kann, ohne die Menge an Wicklungen im Luftspalt zu reduzieren und somit das lineare Magnetfeld zu verlassen. Ein dicker Gummitopf schützt die Antriebseinheit aus 6 mm Polplatten und 110 mm Magnetring. Schwere Kupferringe, die über und unter dem T-förmigen Polkern geklebt sind, reduzieren den W18-Text-3harmonischen und nicht linearen Klirr, der in jedem Antriebssystem entsteht, erheblich. Nach meinen Parameter- und Frequenzgangmessungen habe ich mich gefragt, warum ich überhaupt die Zeit dafür aufgewendet habe. Sie stimmen fast genau mit denen auf der Excelseite überein. Die kleinen Differenzen entstehen durch die Verwendung unterschiedlicher Messaufbauten und -Spannungen sowie selbstverständlich verschiedener Chassis. Das spricht wiederum für die hohe Serienkonstanz der Chassisfertigung bei Seas, die ich angesichts des nicht gerade kleinen finanziellen Kaufwiderstandes wohl verlangen darf.


T25-Text-2Bei der Wahl des Hochtöners ertappte ich mich dabei, wie ich in guter Schnäppchenjägermanier nach der teuersten Kalotte schielte, die Excel unter dem vielsagenden Namen “Crescendo” herausgebracht hat. Immerhin wollten die Kerpener den Preis meines Bausatzes nicht zu knapp subventionieren, obwohl sie wussten, dass ich mich in der Auswahl der Chassis nicht einschränken lasse. Doch trotz der freien Hand und des patentierten Hexadym-Antriebs blieb ich meiner Linie treu, nicht das teuerste zu verwenden, sondern das richtige für den Einsatzzweck. Daher durfte sich der ferrofluidfreie T 25 CF 003 über einen Einsatz in meinem Projekt freuen. Seine beschichtete Textilmembran wird durch eine weiche Polymer-Sicke in der 6 mm dicken Alufrontplate gehalten, die als leichte Schallführung zur Kalotte hin rundlich abgeflacht ist. Der Polkern ist durchbohrt und mündet in einer angekoppelten Kammer aus dickem, durch Versteifungen resonanzarmen Kunststoff. In ihr verbirgt sich ein zweiter Magnet, der der 25 mm durchmessende Schwingspule mit 1,5 mmm Wickelhöhe zusätzliche Antriebskraft verleiht. Bei gerade nur 0,33 Gramm bewegter Masse und effektiver Membranfläche von 7 cm² erreicht der T 25 CF 003 mit 2,83 V in einem Meter Abstand 91 dB durchschnittlichen Schalldruck.


Machen wir uns jetzt einmal den Spaß, die Normalpreise der ausgesuchten Komponenten zusammen zu rechnen, kommen wir auf folgende Aufstellung:

W 18 NX 001: 225,80 Euro,
T 25 CF 003: 152,40 Euro,
Alufront TT176: 62,80 Euro und
Alufront HT 110: 57,80 Euro

Damit sind wir bei 498,80 Euro angelangt und suchen uns als angemessenes Terminal noch das T122/96 AL zu 46,50 aus, was uns auf etwa 550 Euro ohne Weiche und Kleinteile hievt.

Datenblätter

 

Die Messungen der Chassis erfolgten im Nextel 18-Gehäuse mit Mikrofon in Höhe des Hochtöners.

 

T 25 CF 003

 
 

Chassishersteller:          Seas, Norwegen
Vertrieb:              Intertechnik, Kerpen
Preis:                         134 Euro
Artikelnummer:                 1381701

Ausstattung:
Membran:                        Textil
Sicke:                         Polymer
Schwingspule:                    26 mm

Wickelhöhe:                     1,5 mm
Luftspalthöhe:                    2,0 mm
Träger:                       Aluminium
Magnet:                     2 Ferritringe
Magnetische Schirmung:                ja
Koppelvolumen:                      ja
Befestigungsbohrungen:                 4
Außendurchmesser:               110mm
Einbauöffnung:                    85 mm
Frästiefe:                       6,2 mm
Einbautiefe:                     59,2 mm

 
 

Parameter
RDC:            4,6 Ohm
SD:                7 cm²
Qm:                 1,28
Qe:                 0,90
Qts:                 0,53
fs:                540 Hz
Le:              0,05 mH

 
  T25-Zeich
 
  T25-Daten
 
 

T25CF003 AmpPha

T25CF003 AmpPha

 

T25CF003 ImpPha

T25CF003 ImpPha

 

T25CF003 Winkel

T25CF003 Winkel

 

T25CF003 kf90

T25CF003 kf90

 

T25CF003 wf Winkel

T25CF003 wf Winkel

 

T25CF003 wf

T25CF003 wf

 

W 18 NX 001

 
 

Chassishersteller:           Seas, Norwegen
Vertrieb:              Intertechnik, Kerpen
Preis:                         225 Euro
Artikelnummer:                  1381709

 

Parameter
Fs               44,1. Hz
Diameter          132 mm
Re               6,2 Ohm
Rms             1,48 kg/s
Qms                2,66
Qes                 0.38
Qts                 0.33
Cms           0,92 mm/N
Mms          14,2 Gramm
BL              7,98 Tm
VAS            24,0 Liter
dBSPL           89,3 dB
L 1kHz           0,23 mH
L 10kHz          0.19 mH
SD               137 cm²
MMD         13,3 Gramm
Z Min           7,29 Ohm

 
 

Ausstattung
Membran:        Pappe, Nextel beschichtet
Sicke:                          Gummi
Korb:               Aluminium-Druckguss
Polkernbohrung:                    nein
Zentrierung:         Flachspinne, hinterlüftet
magnetische Schirmung:               nein
Schwingspule:                    39 mm
Träger:                         Kapton
Luftspalthöhe:                     6 mm
Linearer Hub:                    14 mm
Magnetdurchmesser:              110 mm
Befestigungsbohrungen:                 6
Außendurchmesser:               176 mm
Einbauöffnung:                   146 mm
Frästiefe:                         5 mm
Einbautiefe:                      86 mm

 
  W18-Zeich
 
  W18-Daten
 
 

W18NX001 AmpPha

W18NX001 AmpPha

 

W18NX001 ImpPha

W18NX001 ImpPha

 

W18NX001 Winkel

W18NX001 Winkel

 

W18NX001 kf90

W18NX001 kf90

 

W18NX001 wf Winkel

W18NX001 wf Winkel

 

W18NX001 wf

W18NX001 wf

Gehäuse
Auch wenn ich es gern wollte, gibt es zum Gehäuse er Nextel 18 nicht gerade viel zu schreiben. Mein LspCAD errechnete 13 Liter Reflexvolumen mit einem BR/HP 50 mit voller Länge, dessen Abmessung mit den Maßen der Alufronten fast schon vorbestimmt waren. Aus optischen Gründen machte ich die Boxen rundum ein wenig größer, so dass ich einen schwarz lackierten Rahmen erhielt. Die genauen Zuschnittsmaße errechnete mein Holzlistenrechner aus den “Utilities”, so hätte ich mir sogar das Zeichnen noch sparen können. Trotzdem sollen ein paar Bilder den Baufortschritt zeigen, sie machen die Seiten immer so schön bunt.

Bau-1   Bau-2

Die Alufronten werden mit gleichen Abstand zum Rand auf die geschliffene Box gelegt und die Ausschnitte angezeichnet. Wer dabei nicht die Kamera festhalten und auslösen muss, kann dabei mit der zweiten Hand das Verrutschen der Platten verhindern.

Nextel-Bau-4   Nextel-18-Bau-5

Aluplatten auflegen, vorbohren und anschrauben, Weiche und vier Matten Sonofil rein, Kabel raus.

 
Nextel-18-Bau-8
 
Nextel-18-Bau-11
  Nextel-18-Bau-10  
 
 

Lärm- und Rutschstopper fand ich im Baumarkt. Ich klebte sie unter das Gehäuse.

 
 
  Nextel-18-Bau-6  
 
 

Am Terminal lassen sich die Kabel anschrauben. Damit man sie nicht versehentlich falsch anschließt, sind auch auf der Rückseite rote und schwarze Ringe vorhanden.
Die Nextel 18 kann ins Regal oder auf einen einfachen Ständer gestellt werden. Den bastelte ich aus MDF-Brettern, die ich jeweils zu zweit und dann miteinander verleimte. Die stark saugenden Schnittkanten habe ich mit Spachtel verspachtelt und dann mit dem gleichen Lack wie die Oberteile mit einer Lackierpistole lackiert. So wurde aus der Nextel 18 auf einfache Weise eine Standbox.

Weiche

 

Weiche Bass

Weiche Bass

 

Weiche HT

Weiche HT

 

Zweige

Zweige

 

Summe gleich gegen

Summe gleich gegen

 

Nextel 18 Impkor

Nextel 18 Impkor

Benutzt man sofort gute Lautsprecher, muss man nicht lange an ihrem Frequenzgang biegen, um sie sich untertan zu machen. Dies ist kein Machospruch, sondern jahrelange Erfahrung. Beim Versuch, aus schlecht produzierten Billigchassis guten Klang heraus zu kitzeln, überspringt man schnell den geldlichen Aufwand, den der Kauf eines in seinem Einsatzbereich einwandfrei spielenden Schallwandlers erfordert hätte. So reichte mir zur Zügelung des W 18 NX 001 (grün) ein Filter aus einer Tritec-Ferrobarspule (rot) und einem MKP(R)-Kondensator (blau), um den Buckel zwischen 300 und 7000 Hz zu glätten und zugleich auch die für Excel-Chassis mehr als harmlose Resonanz bei 4 kHz weg zu zaubern.
Als ebenso zähmungswillig erwies sich der T 25 CF 003 (lila), dem ich zunächst einen Spannungsteiler aus 1,8 und 15 Ohm zuschaltete (grün). Ein Audyncap-QS mit einer Kapazität von 6,8 µF senkte den Pegel zu früh und zu tiefen Frequenzen nicht steil genug ab (rot). Das änderte sich zum Positiven, als er durch die kleine Luftspule mit 0,71er Drahtstärke unterstützt wurde. Oberhalb von 2,5 kHz gewann ich bis 11 kHz Pegel, unterhalb ging es um fast 18 dB/ Oktave bergab (blau)
Bei knapp 2100 Hz schneiden sich die Zweigekurven mit fast spiegelbildlichem Verlauf. Werden beide Lautsprecher angeschlossen, ergibt sich ein sehr glatter Frequenzgang ohne die übliche Senke zwischen 2 und 3 kHz, die untrüglich die Schallwandbreite errechnen lässt. Die leichte Vertiefung der Hochtönerfront sorgt dafür, dass er die Boxenkante nicht “sieht” und daher Verwirbelungen an ihr keinen Einfluss auf die Kurve haben. Wie gut die Weiche gelungen ist, beweist das Diagramm mit verpoltem Hochtöner. Hier ist bei der Trennfrequenz eine fast 15 dB tiefe Kerbe entstanden. Lediglich zwischen 4,5 und 5,5 kHz liegt die Differenzkurve um ein knappes dB über der Addition. Dies wäre zwar mit erheblichem Bauteilaufwand zu korrigieren gewesen, da es aber in die Kategorie “unhörbar” fällt, lässt mich dieser Umstand weiterhin ruhig schlafen.
Bei immerhin fast 87 dB Durchschnittspegel musste ich natürlich auch an Röhrenhörer denken, für die ich die Impedanzspitze bei 1300 Hz nieder machte.
Rechnen wir nun noch einmal 40 Euro für die Weichen und weitere 30 Euro für die Kleinteile zu den bereits genannten 550 Euro dazu, liegt der Bausatzpreis bei 620 Euro pro Stück.

 
Weiche-Nextel-18
 
Nextel-Weiche-Platine

Klang
Nextel-18-Text-1
Da steht sie nun im Hörraum, umgeben von der creme de la creme des Selbstbaus und, ja, sie sieht gut aus. Für das Auge sehr positiv macht sich der selbst gezimmerte Ständer, der die trotz ihrer 13 Liter klein und zierlich wirkenden Box durch seine recht massigen Beine nicht mehr so zerbrechlich wirken lässt. Doch trotzdem fragte ich mich mit gewissem Mitleid in der Stimme, was ich wohl als erstes mit ihr hören soll, ohne sie gleich mächtig zu überfordern. Nun, ich ließ es ruhig angehen und legte Leonard Cohens “Greatest Hits” in den CD-Spieler. Schon die ersten Töne von “Suzanne” verrieten, da stand etwas ganz Besonderes im Hörraum, das sich ohne jede Arroganz völlig aus der Darbietung heraushielt und nur Stimmen und Instrumenten Platz im Zimmer ließ. Irgendwelche Boxen waren nicht vorhanden, in einem großen, dreidimensionalen Raum gab es nur Musik. Naja, Bass und wirklichen Hochton gab es in der Aufnahme nicht, deshalb war ich gespannt, wie denn meine Nextel 18 mit etwas mehr Anforderung zurechtkam. Schnell kamen Marla Glenn und ihre Musiker zu mir und erklärten mit nunmehr schon gehobener Lautstärke und mit keineswegs kleiner Bassdrum, was sie unter “Personal” verstanden. Das klang ja richtig erwachsen, von wegen kleine Kiste! Dynamik, Auflösung und Klangfarben ließen keinen Zweifel, da war der Blues, den ich bei der Zusammenstellung der Chassis nicht erwartet hatte. Im Inhaltsverzeichnis änderte ich sofort die Zuteilung, das war schon sehr viel mehr als Aufsteigerklasse. Noch nicht einmal bei “Toccata und Fuge” von Johann Sebastian Bach ging den 17er Bässen die Puste aus, als die ganz langen Orgelpfeifen ertönten, wobei ich schon viele hochgelobte Fertigboxen vergleichbarer Größe und unangemessenen Preises verhungert in der Ecke liegen sah. An dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, dass meine SAC-Monos hierbei ein wenig druckvoller und kontrollierter ans Werk gingen als der ebenfalls zum Hörtest verwendete Destiny EL 34, der dafür in der Tiefenstaffelung punktete.
Nun war es mir egal,, sollten die dickbeinigen Zwerge doch auch einmal mit großem Orchester gefüttert werden. Dvoraks Symphonie Nr.9 “Aus der neuen Welt erschien mir dafür gerade recht. Gleichgültig, ob ein paar Einzelinstrumente leise vor sich hinspielten oder das ganze Ensemble im großen Tutti erklang, es fehlte kein Instrument zwischen der druckvollen Kesselpauke und der Triangel. Bedenkt man nun, dass mein Hörraum mit 42 m² und vier Metern Deckenhöhe nicht gerade klein ist, verwundert es um so mehr, dass der Gedanke an einen Subwoofer mit verständnislosem Kopfschütteln augenblicklich verbannt wurde.
Damit es leichter fällt, diese Boxen auch zu Hause zu hören, hat Intertechnik den Preis für den kompletten Bausatz um 20 % auf 498 Euro reduziert. Die sind verdammt gut angelegt!

Udo Wohlgemuth

 

Nextel 18

 
 

Chassis:                    T 25 CF 003
                          W 18 NX 001

Hersteller:                 Seas, Norwegen
Vertrieb:               Intertechnik, Kerpen
Konstruktion:              Udo Wohlgemuth

Funktionsprinzip:                    Reflex
Nennimpedanz:                     8 Ohm

Dämmstoff:                 2 Beutel Sonofil
Terminal:                     T122/96 AL
Reflexrohr:                  1 x BR/HP 50

Holzliste BlueNote in 22 mm MDF:
mit 2 mm Leimzugabe:

32,8 x 23,0 (8x) Front/ Rückwand/ Seiten
19,0 x 23,0 (4x) Deckel/ Boden

Kosten pro Box

Bausatz ohne Holz                498 Euro
Holzzuschnitt in 22 mm MDF     ca,  10 Euro

Gesamtkosten:              ca,  508 Euro


Nextel 18 AmpPha Nextel 18 ImpPha
db_Nextel_18_Winkel Nextel 18 kf90
Nextel 18 wf Winkel Nextel 18 wf
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Nextel 18 Winkel
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