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NeedleRS100

NeedleRS100

Die Needle mit RS100

Best.-Nr. 1385138

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Details

Lautsprecherbausatz NeedleRS100 OHNE GEHÄUSE Man kann es gar nicht laut genug sagen: Da hat Berndt, genannt Cyburgs, sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Seine Kreationen mit Namen Needle sind in der Selbstbauwelt längst Synonym für das Kunststück geworden, aus kleinen Breitbändern Großes herauszuholen. Da die Box nicht für ein bestimmtes Chassis mit eng vorgegebenen Parametern entwickelt wurde, wird von uns der kleine Dayton RS100 verwendet. - Inklusive spezieller Bausatzleiterplatte für sicheren und einfachen Aufbau, - Inklusive Anschlußklemmen, Innenverkabelung, Schrauben, original Sonofil, - Inklusive eng selektierter hochwertiger Audyn Kondensatoren und Spulen, - Inklusive Bauplan

Best.-Nr. 1385138

Merkmale

Wege Fullrange
Gehäuse Prinzip TQWT
Nennimpedanz (Ohm) 4
Kennschalldruck (dB) 83
Höhe (cm) 97,00
Breite (cm) 14,00
Tiefe (cm) 19,60
Anwendung Standlautsprecher
Hersteller / Marke der Chassis Dayton
Preislevel <100 Euro

Der Lautsprecherbausatz enthält alle Elektronikbauteile, Lautsprecher, Teile und Zubehör, außer dem Holz für das Gehäuse.

Bilder aus unserer Lautsprecherbau-Community zu diesem Bausatz

von der Seite von M.B.
Needles RS 100 von ACAM
Needle, europ. Kirsche, geölt von crackoish
von scylio

Bauberichte

Reiners Needle

Reiners Needle


Erste Begeisterung...

Nach der Fertigstellung meines selbstgelöteten DACs und dem Beweis an meiner Wohnzimmeranlage, dass da richtig gute, nun hochaufgelöste Musik herauskommt, kam unweigerlich das „Problem“ der Lautsprecher auf. Denn im Wohnzimmer kann ich eher schlecht Musik hören, da ich dies in einer Lautstärke tun würde, welche die akustischen Begleiterscheinungen, hervorgerufen durch meine Kinder, übertönen müsste. Oder, abends so leise, damit selbige nicht aufwachen. Also blieb nur der Kellerraum als Option übrig, der zwar schalltechnisch gut abgetrennt vom Rest der Behausung ist, aber als einzige brauchbare Einrichtung zum Musikhören eine Steckdose enthielt. Somit benötigte ich neue Lautsprecher, die ich versuchte, in einem „ehrlichen Geschäft“ mit Hörraum zu erwerben. Das, was ich dort vorfand, war klanglich vielleicht noch in Ordnung, aber emotional tot. Zu ehrlich vielleicht. Dazu muss ich vielleicht anmerken, dass ich, vor der Familienphase meines Lebens, ein begeisterter Analogfreak war, der ganz klar die Vorteile von Vinyl gegenüber CD schätzte und für den eine gute, emotional lebendige Anlage wichtig war. Leider war (und ist) gute Analogtechnik schlicht zu teuer, und außerdem habe ich mit HD-Musik nun endlich eine klanglich UND emotional überlegene Alternative gefunden. Aber zurück zum Thema: Lautsprecher mussten her, und wer ein wenig stöbert, findet recht zu Lautsprecherbau.de.

Da ich noch nie viel mit Holz und dessen Bearbeitung zu tun hatte, dachte ich erst einmal an etwas zum Üben. Musste nicht highendig klingen, aber so viel Erfahrung liefern, dass ich mich an „richtige“ Boxen wagen könnte, falls es denn halbwegs funktioniert. Nach langer Recherche fiel meine Wahl auf die Needle, die günstig war und auch noch „sensationell“ klingen sollte – sagt die Netzgemeinde. Also, im Intertechnik-Shop auf „Bestellen“ geklickt, und nach 2 Tagen war das Päckchen auch schon da: Super schnell!

Beim Auspacken dann der Schock: Da war Kinderspielzeug drin! Winz-Chassis. Da kann unmöglich „sinnvolle“ Musik rauskommen. Wie konnte ich nur diesen anonymen Typen im Netz trauen! Aber gut, wenn der hochgelobte Udo das auch gut findet, muss ja was dran sein – und so fuhr ich mit dem Holz-Einkaufszettel zum größten Baumarkt („wenn‘s gut werden muss“).

Im Baumarkt...

Dort empfing man mich, sagen wir, reserviert und zeigte wortlos auf ein großes Schild: „Holzzuschnitt nicht unter 50x25 cm“. Auf meine Frage, was von der Liste der wortkarge Geselle mir sägen konnte, gab es nur ein mitleidiges Kopfschütteln: Nichts. Dafür gab es einen Super-Insidertipp von ihm: Ich solle zum nächstgelegenen Biber-Markt gehen, der hätte eine Kreissäge, der könne so etwas.



Also, dort angekommen, hing ein anderes Schild: „Mindestmaß Zuschnitt 10cm“ – schon besser, dachte ich, ich hatte ja nichts unter 10 cm Breite. Nachdem der überaus freundliche, überaus engagierte Mitarbeiter meine Liste durchgeschaut hat, zeigte er wortlos auf das besagte Schild. Mein Einwand, dass doch die Breite immer mindestens 10cm wäre, interessierte ihn nicht im Mindesten, die ganzen kleinen Brettchen würden „gar nicht gehen“. Auf meine Frage, „wieso?“ kam ein rotes Glühen in seine Augen und er presste, nein zischte ein Wort heraus: „Berufsgenossenschaft“. Etwas eingeschüchtert sagte ich dann, er solle halt das sägen, was geht, und für den Rest einen 10cm- Streifen erstellen, den ich dann mit der Stichsäge kleinsägen könne. Völlig entnervt, dass ich noch nicht das Weite gesucht hatte, riss er mir den Zettel aus der Hand und machte sich wortlos an die Arbeit. Und zwar zack-zack. Man konnte nicht sagen, ob es routiniert war oder völlig genervt ob der zeitraubenden Kleinarbeit, die er hier vollbringen musste, ich hoffte auf erstere Variante und wunderte mich schon etwas, wie schnell der „Experte“ die Maße auf der Plattensäge einstellte. Nun denn, froh zuhause angekommen, fing ich an zu bauen. Und wunderte mich, wie das zusammenpassen soll, bis ich feststellte, dass der „Experte“ bei den langen Brettern 10cm zu kurz gesägt hatte und bei der Holzdicke statt 12mm nur 10mm verwendete. Klasse. Umtauschen konnte ich das auch nicht mehr, denn an der Kasse wird der Zuschnittszettel weggeworfen und man hat nur noch den Kassenbon.

Totalversagen, dachte ich: Spielzeugchassis und unbrauchbaren Zuschnitt. Lassen wir es sein. Einen Abend mit kühlem Bier später, fasste ich neuen Mut und fuhr zum Markt, bei dem man nicht wusste, ob er mit ooo oder uuu ausgesprochen wird. Sehr netter Typ war da, total freundlich sägte er mir innerhalb 10 Minuten alles zusammen bis auf die kleinen Brettchen („würde ich sehr gerne für Sie machen, darf ich aber nicht, das ist gesetzliche Vorschrift“), und ich ging fröhlich und mit der Welt versöhnt nach Hause.



Vibrationsreicher Zusammenbau...

Das Sägen, Schleifen und Zusammenleimen machte ich draußen im Freien, und es ging wirklich einfach. Davor allerdings mussten ja noch die Löcher in die Bretter, und da ich Mitarbeiter eines bekannten Elektrowerkzeugherstellers bin, konnte ich mir das kostenlos bei uns im Werk ausleihen, echt klasse. Habe also einen Bandschleifer und eine Oberfräse mitgenommen – beides noch nie verwendet. Eine Kreisschablone oder Fräszirkel hatte ich natürlich auch nicht und überlegte, wie sie ich ohne Aufwand herstellen könnte, da fiel mir der „Rotocut“ im Keller ein. Habe ich mal für wenig Geld „intern“ gekauft und stellt einen Lochfräser (Oberfräse für Arme) dar. Eigentlich fräst der Amerikaner damit wohl die Steckdosen- und Lichtschalter-Installationsdosen aus seinen Holzwänden – und ich habe damit ein Loch in ein unglücklich herumliegendes Holzbrett gezirkelt, um daraus eine Schablone zu erstellen. Hat, sagen wir mal, eher suboptimal funktioniert, weil ich mehrmals umgreifen musste und dabei immer kleine „Hubbel“ in den Kreis gefräst habe. Nun ja, ist halt mein erstes Mal gewesen, hätte aber „prinzipiell“ gut funktioniert.




Nach Einsatz der Oberfräse war nun alles vorbereitet, und nach dem Zusammenleimen kam das Schleifen. Dummerweise riss mir das Band beim Bandschleifer nach 2 Minuten, und ich musste mit den Vibrations- und Exzenterschleifern weitermachen, die ich noch im Keller hatte. War beides kein Spaß, muss ich sagen, weil ich statt der in Udos Liste vorgeschlagenen 25mm Stärke nur 22mm bekommen hatte, und nun logischerweise die obere und untere Abdeckung je 6mm zu breit war und überstand. Nach Entlangsägen mit der Stichsäge (ging besser als erwartet, habe leider keine Kreissäge) war die „Vibrationsarbeit“ des Schleifers dann doch zeitraubend, wobei ich mich fragte, ob er meine Hand mehr vibrierte als das Brett darunter.

Erste Hörprobe...

Da das Lackieren sich aufwändig anhörte, ließ ich es sein und schraubte die Chassis ein, um zu hören, ob sich das überhaupt lohnt. In der Anleitung stand nichts von „vorbohren“, und nach Festziehen der Chassis-Schrauben merkte ich, dass es nicht falsch gewesen wäre, dies zu tun!

Ach ja, die Weiche war für mich ein Kinderspiel: Ich klebte erst alles mit der Heißklebepistole an das Anschlussterminal und verlötete alles miteinander – kriegt jeder hin. Ich in 15 Minuten.



Dann, das erste Anschließen und Probehören – und ich war begeistert. So etwas hatte ich noch nie gehört. Zwar gibt es transparentere Höhen und knackigere Bässe - doch die Bühne, die sich vor mir auftat, war so breit dass ich dachte, ich sitze im Stadion. Unglaublich, ich bekam die Kinnlade nicht mehr hoch. Ein unglaublicher Live-Eindruck stellte sich ein, und ich habe bis 3 Uhr nachts Musik gehört, so gefesselt war ich, wie auch die „alten“ Musikstücke von früher wieder lebendig wurden. Allerdings muss man genau im „Sweet Spot“ sitzen, d.h. die Chassis sollten schon Richtung Ohren orientiert sein, sonst geht das Feeling schnell verloren. Angeschlossen hatte ich übrigens einen winzigen Verstärker mit „Tripath 2020b“-Chip mit nur 2x15W, Intertechnik hat so etwas ja auch unter der Bezeichnung „Dayton DTA1“ für wenig Geld im Programm. Tipp: Unbedingt mal mit Akkustromversorgung hören! Ich nahm einen 12V-Elektrowerkzeugakku, der bestimmt bei fast jedem noch irgendwo im Keller liegt. Und wenn man ein wenig Ahnung hat, lohnt es sich, den Eingangs-Kondensator (DC-Blocker) zu überbrücken, der im Signalweg direkt am Line-In des Verstärkers sitzt und den Klang hörbar beeinflusst, soll heißen: verschlechtert. Sollte aber nur bei Akkubetrieb gemacht werden, weil sonst über ungünstige Erdung der verschiedenen Geräte Ausgleichsströme fließen können, und dann geht der Schuss nach hinten los (Brummen).

Der Bass war für meinen Geschmack tatsächlich eher dezent vorhanden, daher kombinierte ich die Needles mit meinem alten Teufel-Subwoofer, stellte die niedrigste Übergangsfrequenz ein, die er hat und drehte ihn nur ganz sachte auf. Perfekt!

Lack drauf...

Nun, da klar war, dass sich eine schöne Lackierung definitiv lohnt, bin ich zu dem Baumarkt gefahren, bei dem man immer ein Projekt braucht, um einzukaufen – und ich hatte ja eines... Damit hatte ich so ziemlich alle Baumärkte in meiner Umgebung durch. Der Mitarbeiter in der Farbenabteilung machte einen freundlichen Eindruck und hatte nach einigem Hin- und Herräumen auch Zeit für meine Frage: Ich fragte nach eine „MDF-Grundierung“. Starrer, verständnisloser Blick, kein Wort.

Ich fuhr etwas irritiert fort: „MDF! Holz! Grundierung, bevor ich das Lackieren kann!“. Sein Gesicht zeugte immer noch einer erkennbaren Ratlosigkeit, dann holte er aus: „Was wollen Sie eigentlich machen?“. Ich erklärte ihm, dass ich Lautsprecherboxen baue und sie lackieren möchte. Nach mehreren Sekunden bestehender Ratlosigkeit strahlte er plötzlich über das gesamte Gesicht und sagte „Kommen sie mit“. Wunderbar, dachte ich, er hat’s kapiert. Wie gut es ist, jemanden fragen zu können, der sich fachmännisch mit so etwas auskennt! Er führte mich zu einer „Universalgrundierung“. Die nahm ich mit, zusammen mit den von ihm empfohlenen Pinseln und der Farbrolle.

Zu Hause angekommen merkte ich erst, dass die Rolle für Acrylfarbe war und der Pinsel „speziell für Entrostungsmittel“, was mich stutzig machte. Dann inspizierte ich die Grundierung und fand als Beschreibung „geeignet für Holz, Metall, Kunststoff und anderen Materialien“. Auf Wasserbasis. Aha, so speziell ist das Zeug also auf mein MDF zugeschnitten, das kann ja nur schiefgehen. Im Nachhinein interpretiere ich den Ausbruch der Freude auf des Verkäufers Gesicht mit „aha, ein argloser Kunde, baut Lautsprecher, hat keine Ahnung, dem kann ich mit lauter teuren Produkten helfen, die ich sonst nur selten losbekomme“. Nun ja, die Grundierung war nicht so der Knaller, weil nach dem Trocknen Risse entstanden – sah so ähnlich aus wie vertrockneter Ackerboden in Afrika. Aber nach dem Schleifen traute ich mich an die Lackierung und wählte – angesichts einer aktuellen Aktion meines Lieblingsdiscounters – schwarze Sprühdosen für 2,69€ pro Stück. Natürlich kann so etwas nicht perfekt gelingen, aber ich bin recht zufrieden für nur einmaliges Grundieren und das erste Mal Lackieren.

Nebenwirkungen...

Ach übrigens, meine Frau verbot mir, die Boxen in den Keller zu stellen. Ich soll sie nun im Wohnzimmer lassen, sie klängen so viel besser als das bestehende Surroundset - und soll mir für den Keller etwas Neues bauen. Oder ich soll ein Surroundset bauen und dürfte dann die Needles in den Keller stellen, dann hätten ja schließlich alle was davon. Was soll ich dazu nun sagen?!? Nicht nur ich habe mir den Selbstbauvirus eingefangen …



Reiner


Dirks Needle

Dirks Needle


Baubericht Needle

 

Mein zweiter Lautsprecher

Nachdem mir der Bau der MS4Kompakt so viel Spaß bereitet hat und das Musikhören damit so phantastisch ist, musste schon bald etwas Neues, ein zweites Lautsprecherprojekt her. Es wurden die Needle, nachdem ich überall nur Gutes über sie gehört habe.

 

Design

Die Designmöglichkeiten der Needle sind ja auf Grund des TQWT-Prinzips stark eingeschränkt, folge dessen beschränkte ich mich auf :

  • abgerundete Kanten

  • die Lackierung

  • die Steinfüße.

Dabei wurden das abgerundete Kantendesign am gesamten Lautsprechergehäuse, am Bassreflexkanal und den versenkten Anschlussterminals auf den Gehäuserückseiten umgesetzt und lässt die Lautsprecher noch schlanker und unaufdringlicher erscheinen. Bei der Lackierung wurde auf eine möglichst perfekte Umsetzung und eine peppige, aber nicht aufdringliche Farbe gesetzt, auf mintgrün. Etwas Besonderes sind die Füße. Neben der Standfestigkeit geben sie den Needle-Lautsprechern ein besonderes Design, lassen sie ein klein wenig im Raum schweben, sind edel, sind ein echtes Highlight.

 

Das Gehäuse

Das Gehäuse wurde aus Multiplex hergestellt, exakt nach dem Plan von Udo. Die Platten wurden vom Fachhändler auf den 1/10 mm genau zugeschnitten. Alle Teile haben toll zueinander gepasst, keine Ungenauigkeiten, Qualität vom Fachmann halt, welche auch über 40 Euro gekostet hat. Sicherlich wäre auch MDF aus dem Baumarkt für die Hälfte gegangen, aber ich hasse ungenaue Zuschnitte.

 

Die abgerundeten Kanten

Die fertig verleimten Lautsprechergehäuse wurden auf allen Seiten mit dem Bandschleifer flächig geschliffen. Anschließend wurden die Kanten mit einem Rundfräser mit Anlaufring abgerundet. Dabei wurden unterschiedlichen Radien verwendet, d.h. die Außenkanten wurden mit einem 12 mm Radius gefräst und die Bassreflexöffnungen sowie die Terminalabsenkungen auf der Rückseite wurden jeweils mit einem 8 mm Radius ausgebildet.

 


 

 

Die Steinfüße

Die Steinfüße sind einfache Betonsteine aus dem Baumarkt und kosten 1,29 Euro das Stück. Granitsteine in einer passenden Größe waren leider nicht im Angebot, wären aber sicher noch bezahlbar und auch schöner gewesen. Der erste Gedanke, hochwertige Steine vom Steinmetz, z.B. einen Marmorstein, einen Sandstein oder einen onyxartigen, d.h. einen mehrfarbigen Stein zu nutzen, wurde schnell verworfen, weil viel zu teuer. Die hätten schnell 100 - 200 Euro oder mehr gekosten, was nicht mehr wirklich angemessen für eine Needle ist.

 

Letztlich wurden in jeden Betonfuß acht Löcher gebohrt. vier Löcher für die Gummifüße und vier Löcher für die Aluminiumsäulen. Das Bohren der Löcher war nicht ganz einfach, da Abplatzer drohten. Probeversuche an einem dritten Betonstein wurden daher durchgeführt. Auch ein Durchbohren der Steine ist unmöglich, daher wurden die Löcher für die Gewindestangen von beiden Seiten gebohrt.

 

Vielleicht, wenn es das Schicksal will, werde ich die Betonsteine irgendwann gegen zwei andere, schönere und individuellere Steine austausche. Meine Augen werde ich offen halten und immer wieder mal Ausschau halten nach etwas Besseren.

 

Der Lack

Im Nachhinein hätte ich die Gehäuse gerne vor dem Lackieren mit einem einfachen Furnier, einem Blindfurnier furniert. Dies wäre bestimmt viel einfacher gewesen, als mehrfach zu grundieren und immer wieder mit Spachtelmasse nachzuarbeiten, um die durchschlagenden Kanten zu kaschieren.

 

Das Lackieren mit der Wagner-Elektropistole (airless, also ohne Luft) hat wieder wunderbar funktioniert und zu einem sehr, sehr guten Ergebnis geführt. Der Trick war wiederum, zunächst den gesamten Raum mit einem Wasserfilm zu benetzen (nicht bei den Grundierschichten), d.h. alle Wände, die Decke und auch den Boden, einfach alles mit einem Wassernebel aus der Elektropistole zu befeuchten. Auf diese Weise wurde der gesamte Staub gebunden, so dass die Lackierung einwandfrei durchgeführt werden konnte. Der Lack, ein mintgrüner Acyllack seidenmatt ist absolut ohne Staubeinflüsse und sehr glatt in der Oberfläche ausgeführt.

 

Natürlich wurden alle Flächen zuvor grundiert, gespachtelt, nochmals grundiert und immer wieder geschliffen. Der letzte Schliff wurde mit einem 800er-Nassscheifpapier durchgeführt und schloss die Vorarbeiten, die Grundierung ab. Da ich bei der Grundierung mit Resten gearbeitet habe, sind einige Schichten in schwarz, andere wiederum in rosa bzw. in weiß.




 

Der Zusammenbau

Der Zusammenbau war einfach. Zunächst wurden die Weichen, bestehend jeweils aus drei Bauteilen gelötet. Statt dem altbekannten Heißkleber habe ich dafür lieber selbstklebende Montageplatten und Kabelbinder verwendet. Dem Kleben vertraue ich im Allgemeinen nicht so sehr. Zudem können Kabelbinder wieder geöffnet werden, was ich ganz praktisch finde. Anschließend wurden die Kabel durch die Gehäuse geführt und das Sonofil eingebracht, bevor dann die Betonsteine mittels Gewindestangen, U-Scheiben, Sechskantmuttern und Aluminiumrohren mit den Gehäusen verbunden wurde. In die Gehäusen sind zur Montage der Gewindestanden je vier Einschlagmutter eingelassen. Dann wurde noch die Elektrik angeschlossen, d.h. die Kabel mit den Anschlussterminals und den Chassis verbunden und fertig waren die Lautsprecher.






Der Klang

Der Klang ist phänomenal. Bei Zimmerlautstärke für das Schlafzimmer, selbst für das Wohnzimmer braucht man nicht unbedingt mehr Lautsprecher. Dass aus so kleinen Boxen so ein Sound raus kommen kann, einfach gigantisch. Natürlich fehlt ab irgendwann, ab einer gewissen Lautstärke der Bass, aber ich finde sie richtig, richtig, richtig gut. Ich habe wochenlang nur noch die Needle gehört, gar nicht mehr meine MS4Kompakt. Die Needle macht einfach gigantisch viel Spaß.

 

Übrigens, die FirstTime9 sowie die Sat 125 haben auch Dayton RS-Chassis und klingen ebenso gigantisch gut wie die Needle, die habe ich beide ebenso schon gehört.

 

Also ich bin ab sofort auch Needle-Fan!

 

Grüße aus Eltville

 

Dirk

Heiners Mirror-Steel-Needle

Heiners Mirror-Steel-Needle

 

Über die Qualitäten der kleinen Box ist genug gesagt – nur soviel, im Vergleich zu der insgesamt 10x so teuren Carrara Marmor Kombination schneidet sie so schlecht nicht ab.

Klar, der tiefe Bass fehlt, unzweifelhaft, die Höhen sind beim Breitwegerich nicht so klar, aber wenn man die Kleine alleine ohne Vergleich hört, sucht man einen versteckten Subwoofer, zweifelt man, wie das mit den paar Quadratzentimetern Membranfläche geht. Danke, Udo, für die erweiterte Anleitung. So kann meine Tochter ein verspätetes Einzugsgeschenk im fernen Saarbrücken entgegennehmen. Die große Frage ist: Gefallen die elektropolierten Edelstahlfronten, sorgsam gelasert? Wird der Geschmack von jungen Menschen getroffen werden? Ein Riesenlob an die Fertiger der Stahlfronten, sieht futuristisch gut aus. Meine Meinung. Der Rest ist Multiplex und MDF … genauso, wie Meister Udo es vorgibt.

Gruß Heiner
















Ralphs Needle

Ralphs Needle

 

Ralphs „Danger Girl“ Needles

Auf der Suche nach einem neuen Hobby stieß ich Lautsprecherbau.de. Vom Lautsprecherbau versprach ich mir handwerkliche und kreative Betätigung, belohnt mit Hörgenuss. Der Needles-Bausatz war ein Blind-, bzw. Taubkauf, ich ließ mich überraschen.

Die 16mm MDF Platten ließ ich im Baumarkt zuschneiden. Die einzige Holzbearbeitung, die ich selbst übernehmen musste, war es, die runden Löcher ins Holz zu bringen. Dies geschah mit einer Standbohrmaschine mit Fräskopf. Das war recht mühselig und wäre mit einer Stichsäge bestimmt schneller und sicherlich ähnlich sauber zu machen gewesen. Das Holz zusammengeleimt, die Weichen zusammgelötet, die Chassis eingebaut, das Dämmmaterial eingebracht und fertig waren die Lautsprecher. Das Ganze ging wirklich sehr einfach und war innerhalb von einem Nachmittag erledigt.

Dem Design lag folgende Idee zu Grunde: Die Oberfläche sollte so viele Details haben, dass das Auge bei kurzem Hinsehen nur eine bunte Oberfläche wahrnimmt. Erst aus der Nähe und bei genauerem Betrachten sollten die einzelnen Details sichtbar werden. Ich entschied mich dazu die Boxen mit einem Danger Girl Sammelband zu bekleben, da mir dieser optisch zusagte. (Ich bin weder Comic Fan, noch im speziellen Fan von Danger Girl.) Dafür verbrauchte ich zwei Dosen Sprühkleber. Sollte ich nochmals etwas bekleben, würde ich dazu aber eher etwas wie Kleister verwenden. Mit dem Sprühkleber ging alles recht einfach, allerdings bildeten sich immer wieder Blasen unter dem Papier, die ich wochenlang wieder plattdrücken musste, bis sich diese Verhalten gelegt hatte. Versiegelt habe ich das ganze mit zwei Schichten Klarlack. Die Needles haben schon beim Ansehen einen hohen Unterhaltungswert.



Ich betreibe die Lautsprecher mit einem Dayton DTA-1 und einem SanClip+ MP3 Player. Mit einem halben Jahr Erfahrung möchte ich folgendes zum Klang sagen: Das Setup ist sehr stark von der Qualität der Aufnahmen abhängig. Schlechte MP3s und schlechte Aufnahmen machen keinen Spaß. Bei gutem Material hingegen machen die Needles allerdings wirklich Freude. Dazu sollte man für eine wandnahe Aufstellung sorgen. Stehen die Boxen frei im Raum klingen sie einfach schlapp. Meine Needles brauchen etwas Pegel, bevor sie gut klingen. Unterhalb der Zimmerlautstärke plätschern sie relativ unauffällig dahin, erst ab Zimmerlautstärke, besser ab gehobener Zimmerlautstärke, fangen sie an zu klingen. Ein Freund und ich haben uns den Spaß erlaubt, die Needles gegen ausgewachsene Standlautsprecher im 3-Wege-Design einer bekannten Audioschmiede aus der 400 Euro Klasse (Paar) antreten zu lassen. Das Ganze geschah mit einem NAD Verstärker und Marantz CD-Player, sowie dem genannten MP3 Player. Höhen und Mitten klingen meiner Meinung nach sehr differenziert und gut aufgelöst, hier müssen sich die Needles nicht vor den größeren Boxen verstecken. Die 3-Wege-Boxen spielten druckvoller, für den ca. 20m^2 großen Hörraum manchmal schon etwas zu druckvoll. Die Needles haben keinen übertriebenen, aber immer noch einen „schönen“ Bass. Bei elektronischer Musik haben wir uns gefragt, woher der Bass kommt und wie die kleinen Breitbänder das machen. Am Ende würde ich sagen: Der Bassbereich ist Geschmackssache.




Wie so oft sind die Lautsprecher wohl ein Kompromiss und müssen im Kontext betrachtet werden. Mein Setup aus Needles, DTA-1 und SanClip+ erlaubt bewusstes Hören von Musik für etwa 200 Euro und schlägt sich gut gegen das Gespann aus Fertigboxen, NAD und Marantz, welches sicherlich in Richtung 3000 Euro angesiedelt ist. Was man aus den winzigen Breitbändern herausholen kann, ist dabei wirklich bemerkenswert. Noch ein paar Worte zum DTA1: Das mitgelieferte geringelte Klinke-Klinke Kabel nervt einfach nur und sollte schnell ersetzt werden, die blaue LED ist übertrieben hell, ich habe ein Stück schwarzes Isolierband darüber geklebt. Weiterhin habe ich den Verstärker mit Batterien gefüttert, auch wenn ich ihn nur mit Netzteil betreibe. Das Gewicht der 8 Batterien macht das Gerät angenehm schwer. Die Haptik mit nur einem Bedienelelement finde ich charmant. Die von mir meist gehörte gehobene Zimmerlautstärke macht der Verstärker auf der 12-Uhr-Stellung. Klanglich bin ich - im Kontext zum Preis – sehr zufrieden. Die Needles am NAD Verstärker klingen direkt noch eine Ecke besser, gerade bei tiefen Tönen.



Als abschließendes Fazit möchte ich sagen, dass die Needles eine tolle Einstiegsdroge sind. Ich bin stolz auf meine Needles und zeige sie gerne herum. Wenn es einem mehr ums Machen als ums Besitzen geht, dann würde ich sagen: Die Needles lassen sich schon fast zu einfach bauen. Meine Liste für das nächste Projekt sieht wie folgt aus: Bluesklasse, versenkte Chassis sowie komplexere Holz- und Lötarbeit. Eins ist dabei aber klar: Diese Lautsprecher werde ich dann nicht mehr bei mir im Wohnzimmer bauen können.

Ralph

Jakobs Needle

Jakobs Needle

Euphorisierend unverfälscht oder:

von Schöngeistern und leicht zu begeisternden Jungs

Warum Needle:

Am Anfang stand die Idee, meiner Freundin zu Weihnachten etwas Selbstgebautes zu schenken, was oft verwendet wird und somit einen direkten praktischen Nutzen besitzt. Nach 6 Stunden Zugfahrt, die ich von Nordhausen nach Freiburg brauche (das waren bis vor kurzem unsere Wohnorte), wird mir jedes Mal bewusst, wie sehr mir das Entspannen durch das Hören guter Musik fehlt - eine gängige Praxis von mir, nach einem stressigen Alltag ´runterzukommen. Sie besitzt perfekt aufgenommene Platten, oder einfach schöne Musik, aber die ästhetische Anlage ist ein akustischer Graus.

So entstand die Idee, ein Paar Lautsprecher zu bauen. Es sollte etwas Schönes sein: einfache, klare Linien und für Zimmerlautstärke gut geeignet. Ebenso der Klang: die Lautsprecher dürfen visuell existent sein, aber nicht durch Effekthascherei auffallen, vielmehr solen sie Musik fühlbar machen durch die entschlackte Reproduktion des aufgenommenen Klanges. Leichte, klare oder kratzige und schnarrende, schnelle Bassläufe, Luftholen der Sängerin, Becken, die nachklingen und nicht im Rest-Sumpf der Aufnahme untergehen. Jazz, Klassik, Soul.

Nachdem ich die Beschreibung der Dayton Needle auf Udos Seite gelesen hatte, versuchte ich mein Glück mit einem Blindkauf nach dem Motto: Breitband. Weniger ist mehr.

Der Aufbau:

Der Grundaufbau der Needle ist einfach und der Name Programm. So entstand schnell eine hohe Säule mit dem kleinen Loch für die Treiber. Die Weiche ist sehr einfach zu bauen. Liebevolles Stopfen der Wolle, ein wenig Kleb- und Schleifarbeit, fertig.

Die Front ist flächig, so entsteht eine Schallwand ohne Unterbrechung. Bauhaus ist hübsch aber in diesem Fall nicht erwünscht. Ein bisschen Bio durfte sie schon aussehen. Also weiter mit Holz. Die Standfläche ist für meine Begriffe etwas wuchtig, bietet dafür aber Sicherheit gegen Kippen. Heute würde ich eine Granitplatte nehmen. Glas wäre auch hübsch.

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Der Klang:

Needle_Jakob_10Ich habe einen Freund eingeladen. Der Stand voller Erwartung mit einer Flasche Rotwein nach meinem Anruf ruckzuck vor der Haustür. Nachdem wir einen durchschnittlichen Sonyverstärker (keine Ahnung, vielleicht neu um die 300Euro) angeschlossen hatten, ging es mit Pictures Of Jesus von Ben Harper los. Mein Besuch (Julian) machte erstmal nur große Augen und fing dann an, verschmitzt zu grinsen. Nach den ersten Basspassagen ging der Ausdruck dann in ungläubiges Staunen über. Mit mir war es eh schon vorbei. Wir wurden einfach nur zu kleinen Jungen, die gerade einen neuen Drachen steigen lassen. Voller Euphorie, am Lachen…

Ich hatte selten die Ruhe, ein Lied durchlaufen zu lassen, abbrechen geht gar nicht, ich wollte aber wissen, wie diese kleinen Dinger andere Musik aufbauen. Schallgebilde gingen durch mein Wohnzimmer - klingt abgefahren, ist aber so.

Needle_Jakob_9Electro, Rock, furztrockener Bass. Moderat, Jean Michelle, TokTok, TokTokTok, Bright Eyes, Mozart, Beethoven, Brahms, Wagner, Marla Glen, Beth Hirsch, Zwirbli Zwieback und die bodenlosen Hodentrommler (!). Wir haben direkt mal 8h am Stück Musik gehört. Nie wirklich laut, ist klar bei der Membranfläche, aber stets präzise und luftig. Mir geht der Sound dermaßen unter die Haut. Ich kenne nichts, was der Theorie des optimalen Lautsprechers eleganter widerspricht, als diese kleine, schlanke Dame. Prinzipiell ist ein Breitbandlautsprecher stets ein Kompromiss zwischen den Vorteilen eines Mehrwegesystems. Wie Udo jedoch immer wieder hervorhebt: die Musik kommt aus einem Guss.

Eins sollte noch erwähnt sein: Kosten mit wirklich allem Drum und Dran: 153Euro das Paar.

Danke an Udo und alle Mitwirkenden.

Ein Gruß aus Bremen

Jakob

 

Anhang:

Besonders interessant fand ich folgende Aussage eines Marburger Freundes über seine Standboxen bekannter Marke 2500.-/Stck. im Gegensatz zu den Needles. Er sagte sinngemäß:
Ich mag sie einfach nicht mehr. Sie sind zwar lauter und furioser, lassen mich den Bass spüren, aber unsympathisch auffällig in Aussehen und Klang, fast anstrengend. Understatement zieht mich an, wie nie zuvor, seitdem ich diesen minimalistischen Schöngeist hier kenne.
Frieders Needle

Frieders Needle

Hallo Udo,

wie es der Zufall so wollte, stieß ich vor einer Weile auf Deine Webseite. Ich hatte eigentlich immer schon Lust, mal Boxen selber zu bauen und so blieb ich auf Deiner Seite schließlich bei dem Anfängerprojekt "Dayton-Needle" hängen und schenkte spontan meinem Sohn zu einem gegebenen Anlass den gemeinsamen Boxenbau der Dayton-Needles.

Da ich, wie Du auch, immer etwas an vorhandenen Plänen herumpfuschen muß und dienstlich ständig mit Pro/Engineer (3-D-CAD) arbeite, holte ich mir zuerst Deine Sketchup-Datei und modellierte die in Pro/E nach. Ich wollte allerdings weder mit 12mm Plattenstärke vorlieb nehmen, noch unterschiedliche Plattenstärken verwenden (um es dem armen Mann beim OBI-Zuschnitt etwas leichter zu machen). Dank des parametrischen CAD-Programmes wurden die Maße so modelliert, daß ich eine beliebige Plattenstärke einsetzten konnte und dabei immer Cyburgs-Innenabmessungen erhalte.

Als Baumaterial wählte ich OSB-Platte, da ich die Optik dieser Platten wenn man diese anschleift und mit Hartwachsöl behandelt "fast" schon als schön bezeichnen würde. Es sollte außerdem ein Anfängerprojekt ohne zu großen Aufwand werden und so entschied ich mich für den Wandstärkenkompromiss und wählte 15mm OSB-Verlegeplatte. Unschlagbar günstig bekam ich für 8,- EUR den gesamten Zuschnitt in einer super Präzision zugeschnitten (Hier einen besonderen Dank an den OBI-Zuschneider an der Maschine).

Danach wurde der Bausatz bestellt und los ging es mit dem Leimen der Gehäuse. Fugenleim war noch von der Fußbodenverlegung übrig und so waren die Gehäuse schnell verleimt. Eine Oberfräse stand auch schon lange auf der Wunschliste und so hatte ich endlich einen Grund diese mit einem guten Grund zu beschaffen. Weil ich mir bereits ziemlich sicher war, daß dies nicht das letzte Boxen-Bauprojekt würde, konstruierte ich mir gleich noch eine richtige Fräszirkelplatte zu der neu beschafften BOSCH Oberfräse, mit der auch noch richtig große Lautsprecherchassis versenkt werden können.

Nach ein wenig Wartezeit kamen dann auch die heiß ersehnten Bausätze gerade rechtzeitig zur anstehenden Einweihung der Oberfräse. Die Löcher für Chassis und Terminals wurden sauber gefräst und im Rausch des super funktionierenden Fräszirkels wurde sogar der Flansch des Terminals versenkt.

Dann wurde die Gans (sorry die Box) gestopft. Übrigens war ich mir nach der Beschreibung von Udo nicht ganz sicher, ob er wirklich nur eine Matte Sonofill in 3 Streifen geschnitten hatte oder ein ganzes Sonofill-Paket (bestehend aus 2 Platten meinte). Da mit dem Bausatz aber 2 Sonofill Pakete ankamen wurde kurzerhand je Box eine Paket verbraten. Die beim Dritteln der etwa 33cm breiten Platten entstandenenen ca. 11cm breiten Streifen haben wir folgendermaßen aufgeteilt:

Eine Matte in U-Form richtig fest in das untere Ende der vorderen Kammer, dann ein zweiter Streifen ebenfalls in U-form. Darüber wiederum ein drittes U, diesmal aber so assymetrisch, daß ein Ende direkt unter der Chassibohrung endet und die 2. Seite über den Mittelsteg gebogen werden kann. Der 4. Streifen wurde dann am kürzeren Ende des 3. assymetrischen U's angesetzt und ebenfalls über den Mittelsteg gebogen. In den hinteren Kanal kamen zuletzt ganz locker die beiden restlichen  Streifen des Sonofill-Pakets bis zum Angang des Austrittskanales. Dazu gibt es auch ein paar Bilder.

Needle_Frieder_3Needle_Frieder_4Needle_Frieder_5Needle_Frieder_2Needle_Frieder_1Needle_Frieder_6Die Weiche haben wir wie Udo direkt mit der Spule auf das Terminal geklebt. Dazu macht sich übrigens auch doppelseitiges 3-M-Montage-Klebeband sehr gut. Trotzdem wurden alle Teile der Weiche noch miteinander mit Heißkleber "vergossen" um eventuelles Brummen und Klappern der Bauteile aneinander gleich zu unterbinden. Viel Geduld verlangte es uns dann ab, nach dem Verleimen von Deckel und Boden noch das Verschleifen und Veredeln der Oberfläche mit 2 Lagen OSMO-Hartwachsöl abzuwarten und dann erst Chassis und Terminals einbauen zu können und erst danach den Erfolg der Mühe zu testen.

Needle_Frieder_7Getestet wurde quer durch den Gemüsegarten der Musik. Sowohl meine BRASS-Klassik Highlights, wie Canadian Brass-Vivaldis Jahreszeiten oder Venezuela Brass mit Mussorgskis Bilder einer Ausstellung mit abgrundtiefen Bässen der Tuben und der großen Trommel, als auch modernere Titel Enya's "Only time" oder Kino-Soundtracks wie Star Wars, Fluch der Karibik, Jurassic Park u.a. modernere Titel mußten herhalten, um die Needles zu testen.
Unglaublich - finde ich - ist das richtige Wort, wenn man hört, was solch zierlich keine Cassis in einem solchen Gehäuse für Bässe entfalten können. Und unglaublich gut finde ich auch die einzigartige Ortbarkeit der Breitbänder im Vergleich zu Mehrwegeboxen.

Viele Grüße und vielen Dank an Udo für seinen Bauvorschlag mit den Dayton Breitbändern, an Bernd Burghard alias Cyburgs für seine super Needle und Intertechnik für die schnelle Lieferung der Komponenten.

Frieder & Sohn


Christians Needle

Christians Needle

Einleitung

Ich wohne seit nunmehr zwei Jahren mit meiner Freundin zusammen und verschönere immer mal wieder unsere Wohnung durch kleine Selbstbau-Projekte. Den Hang zum Hifi Hobby und Musikhören habe ich aus meiner Jugend und es in letzter Zeit, z.B. durch den Aufbau eines Verstärkers, wieder aufleben lassen. Als meine Freundin nun vor einigen Wochen erwähnte, dass sie unsere Lautsprecher „nicht so schön“ fände, wurde ich hellhörig. Ein kritischer Blick bestätigte; die alten Lautsprecher aus Birkenholz harmonieren doch tatsächlich nicht so gut mit unserer neuen, dunklen Wohnwand. Die Idee war geboren, mich an einem Boxenbauprojekt zu versuchen. Ich fing an, das Internet zu durchstöbern und bin dabei über Udo‘s Seite gestolpert.

Planung

Als Neuling habe ich mir erst mal Udo’s Seite komplett durchgelesen. Für mich war klar, dass ich mich zu Beginn in einer der Einsteigerklassen versuchen wollte. Auf Grund des interessanten Konzepts, des geringen Preises, der Optik und der Entfernung nach Bochum habe ich mich ungehört für die Needle‘s entschieden.

NeedleAufUm die Kosten des Projektes richtig einschätzen zu können, war erst mal ein Blick in meinen Werkzeugschrank nötig. Das vorhandene Equipment war nicht sehr umfangreich. Also habe ich probeweise mal eine Öffnung mit der Lochkreissäge gesägt, was nicht näher kommentiert werden muss. Nach einer weiteren Übungsrunde „Chassisöffnung mit der Stichsäge“, dämmerte mir allmählich, dass ich an einer Oberfräse wohl kaum vorbeikommen werde. Also habe ich mich über Oberfräsen und Hersteller informiert. Das nächste Thema war der Fräszirkel. Die Vorschläge im Internet machen es einem da ja leicht. Als ich mir über alle anstehenden Arbeiten im Klaren war und davon ausgehen konnte, dass ich das hinkriege, habe ich mein Taschengeld genommen und es in eine Oberfräse investiert. Die Fräse kam dann direkt beim Bau des Fräszirkels zum Einsatz und ich konnte ein bisschen üben. Tolles Werkzeug! Der Zirkel ist keine Schönheit geworden, funktioniert aber einwandfrei. Ein Probekreis war schnell gefräst und ich zufrieden. Die erste Hürde war genommen. Da mich das Thema lange beschäftigt hat, habe ich mich anschliessend erst mal mit dem Needle Bausatz belohnt.

Nebenbei habe ich mir immer überlegt, wie die Box aussehen soll. Sie sollte vor allem gut in unser Wohnzimmer passen. Eine schlichte Weisslackierung war eine Alternative. Das letzte i-Tüpfchen wäre für mich noch ein bisschen Holz an der Box gewesen. Aber Furnieren wollte ich nicht. Ich hätte es schon irgendwie hinbekommen, aber Lust drauf hatte ich ehrlich gesagt keine. Ich wollte mit einem einfachen Projekt anfangen und mich bei 01 HolzzuschnittGefallen in Folgeprojekten auch noch steigern können. Die Lösung fand ich dann im Baumarkt. Beim Gang durch die Regalreihen bin ich auf braune Regalbretter exakt in der Farbe unserer Wohnwand gestossen. Die sahen toll aus, waren an der Vorderseite sogar leicht gerundet und preiswert. Ich hatte schnell das Bild eines weissen Lautsprechers mit dunkelbraunen Seiten vor Augen. Die Bretter waren etwas zu tief, aber durch ein bisschen Umrechnen und Einsetzen einer dickeren Rückwand konnte ich das bei richtigem Innenvolumen ausgleichen. Den Rest des Holzes gab es dann beim Zuschnitt. Alles aus einem Schnitt und daher, wenn auch nicht exakt, so doch zumindest zueinander passend.

Los geht’s

Da ich die Needle möglichst schmal halten wollte, entschied ich mich, die Regalbretter nicht auf MDF aufzukleben, sondern direkt als Seitenwände zu nutzen. Da die Rundungen an der Vorderseite leicht vorstehen sollten, hätte die Fräse an der geleimten Box nicht plan aufliegen können. Die Gefahr, somit eher ein Ei als einen Kreis zu fräsen oder aber in die Seitenbretter zu schneiden, war mir zu gross. Daher teilte ich mir die Arbeitsschritte wie folgt ein: Öffnungen fräsen, Lackieren, Leimen und dann das Innenleben aufbauen. Zum Schluss wollte ich den Dayton einsetzen. Eine etwas ungewohnte Reihenfolge, aber machbar.

Fräsen

02 FraesenBeim Fräsen des ersten Brettes habe ich eine wunderschöne, passende Chassisaussparung hinbekommen. Beim zweiten Brett habe ich mich jedoch ziemlich „verfräst“, da ich den Radius des Fräsers vergessen hatte. Naja, der Klassiker eben. Wieso das erste Brett so gut gelungen ist, weiss ich bis heute nicht?! Wer es nicht im Kopf hat, hat es in den Beinen. Also in die Pedale getreten und ein neues Brett besorgt. Jetzt waren die Stücke nicht mehr aus einem Schnitt und ich hatte leichte Abweichungen. Merken, beim nächsten Mal gleich ein Reservebrett mitnehmen. Also auf ein Neues; Radius korrigiert und zur Sicherheit erst mal die unkritischeren Löcher für die Kabelanschlüsse gefräst. Jetzt stimmte der Radius, also zurück zur Chassisöffnung. Vom vorangegangenen Erfolg mit den Kabelanschlüssen motiviert, habe ich die Fräse mit Schwung durch‘s Holz gezogen. Und siehe da, leider ist der dünne Steg zum Rand weggebrochen. Das Spiel war mit einem Millimeter anscheinend zu gering (Breite Chassis 9,8cm, Brett 10cm). Ich habe dann noch versucht die Sache mit Spänen und Leim zu retten, wie man auch auf einem der Bilder sieht, aber beim plan Schleifen ist der dünne Steg erneut weggebrochen. Also wieder in die Pedale getreten und diesmal in weiser Voraussicht zwei neue Bretter besorgt. Noch mal von vorne; erst den exakten Mittelpunkt des Kreises finden und dann die Fräse mit Gefühl und hoher Drehzahl durchs Holz ziehen. Diesmal hat es funktioniert! Wunderbar, ich war mit dem Fäsen fertig.

Lackieren

Anschliessend habe ich die nötigen Teile lackiert. Auch diesen Arbeitsschritt habe ich vorgezogen, um mir das Lackieren zu erleichtern und die Seitenbretter nicht zu verschandeln. Dazu habe ich einen Lack genommen, der  verspricht Grundierung und Lack in einem zu sein. Den Lack habe ich gerollt. Für eine glatte Oberfläche habe ich meinen mittlerweile neu erworbenen Deltaschleifer (ja, der kam auch noch dazu...) bemüht und zwischendurch die Oberfläche fein abgeschliffen.

03 Lackieren

Erwähnen will ich kurz, dass der MDF- und Lackstaub fast meinen Staubsauger geschafft hätte. Der hat sich eines Tages wegen Überhitzung abgeschaltet. Ein Blick in die Beutelkammer zeigte, dass der Staub irgendwie am Beutel vorbeikommt, verklumpt und sich überall im Gerät absetzt. Der kleine Filter vor der Luftansaugung war komplett zu. Der Filter darf also öfters mal gereinigt und der Staub im Innenraum entfernt werden.

Weiche

Die „Frequenzweiche“ habe ich nach dem Bild im Internet, also alle Bauteile parallel, zusammengelötet und mit Heisskleber auf ein Holzbrett gebannt. Das Löten der Kabel an die Kabelanschlüsse gelang nur nach Einsatz von Lötfett. Alternativ nimmt man zusätzliche Kabelschuhe zu Udo’s Bausatz.

06 Frequenzweiche

Verleimen

Nun ging es an’s Verleimen. Hier habe ich auch den empfohlenen Fugenleim verwendet. Guter Tipp, klebt auch die „vorfurnierten“ Regalbretter bombenfest. Anschliessend habe ich die Box locker mit Watte gefüllt und die Frequenzweiche als Wattestop im Fuss platziert. Dann habe ich die Box mit dem letzten Seitenbrett geschlossen. Da sich an einigen Übergängen kleine Schlitze oder Unebenheiten zeigten, bin ich anschliessend noch einmal mit Lack und Deltaschleifer über die entsprechenden Stellen gegangen. Grobe Arbeiten, zB. mit einem Bandschleifer, sind hier wegen der Seitenbretter natürlich nicht mehr möglich. Ein Deltaschleifer mit feinem Papier, kombiniert mit ein bisschen Geduld, tut es aber auch. Trotzdem ist mir dabei einmal der Schleifer ausgerutscht und hat auf einem braunen Seitenbrett ein paar Kratzer hinterlassen. Naja, das Perfekte ist der Feind des Guten. Am Ende waren alle Ritzen und Unebenheiten zufriedenstellend beseitigt.

04 Probeaufbau05 Watte rein07 Innenleben komplett08 Verleimen

Fast fertig, doch siehe da...

09 Der letzte SchrittNachdem alles gut trocken war, wollte ich den Dayton einsetzen. Doch siehe da, er passte nicht mehr!?! Ich weiss nicht genau, was die Ursache dafür war, nehme aber an, dass die dünnen Seitenstege sowohl beim Fräsen als auch bei Tests auf Passgenauigkeit leicht gearbeitet haben. Leider ist mir das vor dem Verleimen nicht aufgefallen. Nach dem Verleimen war das Spiel weg. Auf jeden Fall hatte ich eine fertige Box, die ich nicht mehr öffnen konnte und durfte anfangen Holz mit einem Beitel aus der Lautsprecheröffnung zu kratzen. Bei den dünnen Rändern bestand die Gefahr, dass das MDF einfach wegreisst. Gemeinsam mit meiner Freundin, dem Beitel und viel Gefühl in den Händen um nichts zu beschädigen, sind wir dem Problem auf den Grund gegangen. Nach einigen nervenaufreibenden, dafür aber platzierten und gefühlvollen Kratzprozeduren, die der Optik zum Glück nicht geschadet haben, konnten wir den Lautsprecher in der Front versenken. Ich war fertig, die Box auch! Den Fuss zu kleben war anschliessend eine Leichtigkeit. Die Schnittkante am Fuss habe ich übrigens mit Kantenumleimer verschönert. Ging gut und sieht auch gut aus. Bei der zweiten Box hatte ich dann dieselben Probleme, aber um die Erfahrungen mit der ersten Box reicher und daher auch entspannter, ging es hier schneller.

Klang

Der Moment, in dem man die selbst gebauten Boxen an den Verstärker anschliesst, ist schon etwas Besonderes. Eine Mischung aus Ungeduld, Vorfreude und natürlich der Zufriedenheit, es geschafft zu haben. Bei den ersten Tönen habe ich nicht schlecht gestaunt und zwar einfach nur ,weil sie funktionierten. Dann haben wir mit der ersten Hörprobe begonnen. Da ich die Lautpsrecher ohne vorheriges Probehören gebaut habe, war ich sehr gespannt. Also haben wir es uns auf dem Sofa gemütlich gemacht und gemeinsam gelauscht. Und wir wurden nicht enttäuscht. Die Needle‘s klingen... ja, wie klingen sie eigentlich ... ganz anders als meine alten Laustprecher. Sie klingen detailreich, unaufdringlich und sauber. Im Bassbereich dürften sie für meinen Geschmack mehr Fundament haben, aber es ist ja auch vor allem eine ‚needlige‘ Box, da muss man realistisch bleiben. Aber einen Klang zu beschreiben, ist so schwierig wie den Geschmack eines Essens zu erklären, daher fasse ich mich hier kurz. Es gilt vor allem, selbst zu probieren. Wer die Needle baut, erhält einen guten Lautsprecher, der sein Geld wert ist und Spass macht. Ein perfektes Einsteigerprojekt. Wir freuen uns über unsere zwei neuen Wohnzimmergenossen.

10 Eine fertig11 Beide fertig

Resümee

Auf Grund der Entscheidung eine möglichst schmale Box zu bauen, habe ich mir doch ein paar Probleme eingehandelt. Die geänderte Aufbaureihenfolge führte zum weggebrochenen Steg beim Fräsen, dem komplizierteren letzten Schliff am Gehäuse mit (wenig schlimmen) Kratzern auf dem Seitenbrett und vor allem dem Beiteleinsatz beim Einsetzten des Dayton. Dafür konnte ich wiederrum die falsch gefrästen Bretter am Anfang problemlos austauschen. Waren ja auch ein paar. Ein Pluspunkt, dennoch empfehle ich bei der Needle erst an der fertigen Box zu fräsen, da das Spiel zum Rand einfach zu gering ist. Wer Wert auf eine sehr schmale Box legt und auch über die einfache Methode mit den Regalbrettern nachdenkt, kann ja beim Aufbau dünneres MDF für die Seiten nehmen und die Regalbretter später aufkleben.

Dank

Mein Dank gilt Udo und seinem Engagement. Aufgrund der Internetseite und den guten Kritiken zu Udo’s Lautsprechern und Support war ich mir sicher, meine Zeit nicht falsch zu investieren und bei evtl. auftretenden Schwierigkeiten Hilfe zu bekommen. Heute kann ich sagen, dass ich in beidem Recht behalten durfte. Ich wünschte mir mehr Udo’s da draussen!

Und jetzt...

Jetzt geniesse ich erst mal eine Weile meine neuen Boxen. In ferner Zukunft könnte ich mir dann vorstellen, mein nächstes Taschengeld in ein nettes Folgeprojekt zu investieren. Vielleicht in einen Needle tauglichen Bassbegleiter ... ja, „klingt“ nach einer guten Idee.

Viel Spass beim Nachbauen
Christian

Helmuts Needle

Helmuts Needle

„The needle and the damage done“ oder „Kann Weniger Mehr sein?“

Nach 20 Jahren (Hör)–Paradies – abgelegenes Fachwerkhaus, keine Nachbarn im Umkreis des nächsten Lichtjahres – zogen wir in eine Stadtwohnung. Nachbarn über und unter uns zwingen meinen Sohn und mich nun leider zu anderen Hörgewohnheiten. Axels Röhre glüht bei geringerer Lautstärke genau so schön und treibt seine „Viecher“ eben etwas leiser an. Meine Anlage ist dagegen wohl zu sehr auf höhere Pegel ausgelegt. Bei der nun angesagten „Zimmerlautstärke“ kommt einfach kein zufrieden stellendes Hörvergnügen auf. Außerdem kommt hinzu, dass der neue Hörraum trotz verschiedener Gegenmaßnahmen ziemlich hallig klingt. Dreht man etwas lauter auf, wirkt die Musik sofort nervig. Klar: andere Boxen müssen her. Udos Duetta, oder zumindest Duetta Top sollen es irgendwann sein, sprengen im Moment aber den finanziellen Rahmen. Ein Besuch in Bochum und schon befand sich für 92,00 EURO ein interessanter Bausatz in meiner (Hosen)-Tasche: die Needle.

RS100_4Zu Hause ausgepackt mussten wir schon ein wenig schmunzeln. Das Chassis, dass jetzt alles bringen sollte, war gerade mal so groß wie mein derzeitiger Hochtöner. Ob da wohl so etwas wie Bassfundament zu erwarten ist? Ausgepackt wirkt der Dayton Breitbänder sehr solide. Starker Magnet, saubere Verarbeitung, belastbare Gummisicke. „Bau`n wir mal“ war unser Spruch.

Helmuts_Needle1Ich wollte im Moment zwar keine Million für eine Box ausgeben, aber eine billige MDF- Kiste sollte es auch nicht sein. Lack hat jeder und so kam mir die Idee mit den Eiche–Leimholz–Planken und Senso Futur Klebelaminat. Die „Innereien“ und den Korpus ließ ich im Bauhaus aus MDF schneiden. Das Laminat ließ sich wunderbar auf Front, Deckel und Rücken aufbringen. Lediglich die grauen Stoßkanten färbten wir mit einem Edding schwarz ein. Die Weiche, eigentlich nur ein Sperrkreis und für meinen Sohn kein Problem, klebten wir innen an die Rückwand. Das Anschlussterminal ließen wir weg und brachten die vergoldeten Schraubklemmen am Boxenboden an. Das ging weil wir die Seitenteile 7 cm nach unten überstehen ließen um eine Gesamthöhe von 100 cm zu erreichen.

Helmuts_Needle2Nach der Fertigstellung des Gehäuses wurden die Seitenteile leicht angeschliffen und mit Hartöl eingerieben. Auf eine Bodenplatte haben wir vorerst verzichtet. Von echter Standsicherheit kann man zwar nicht sprechen, aber es sieht so einfach besser aus. Wir arbeiten allerdings noch an einer sicheren Lösung, die auch unseren optischen Ansprüchen genügt.

Selten haben wir weniger von einem Klangtest erwartet als bei der Needle. Man kann jetzt auch nicht behaupten, dass einen der erste Klangcheck vom Hocker gehauen hätte. Dafür haben wir doch schon einige höherwertigere und vor allem potentere Projekte gebaut. Zunächst stellte sich die Needle als im positiven Sinne typischer Breitbänder dar. Im Focus sitzend erlebt man bei „hell freezes over“ von den Eagles eine tolle, räumliche Darstellung, die nur sehr gute Mehrwegkonstruktionen so bieten, das macht Spaß. Bassfundament? Ja! Die Tassen im Schrank bleiben zwar stehen, aber bei 90% des Musikmaterials kommt klanglich alles rüber was auf der Platte drauf ist. Überraschend war der Test mit einem aktiven Sub der 30 cm – Klasse, den wir parallel mitlaufen ließen (also die Needle nicht als Satellit angeschlossen). Man braucht ihn einfach nicht. Lautstärkemäßig richtig angepasst hört man ihn nicht raus (das bringt die Needle selbst), stellt man den Sub lauter, verfälscht er das Klangbild. Tonal sehr ausgewogen, das muss man der Needle schon bescheinigen. Helmuts_Needle3Lediglich im Hochtonbereich verschluckt sie das ein oder andere Detailchen, wenn man nicht genau im Stereodreieck sitzt oder der Hörabstand zu groß ist. Dadurch wird sie aber nie „nervig“. George Thorogood’s „Bad to the bone“ oder Moby Crape’s „Can’t be so bad“ kamen schmissig und klar rüber. Selbst Neil Young’s geniales, grottenschlecht aufgenommenes Album „Harvest“ (bei mir natürlich von Platte) hörten wir komplett durch. Lange Hörsitzungen mit Spasseffekt schon bei geringen Lautstärken sind garantiert und die Nachbarn bleiben von wummernden Bässen und spitzen Höhen verschont. Natürlich kann die Needle auch laut(er). Aber da sind den paar cm² Membranfläche doch Grenzen gesetzt.

Fazit: Für mich ist in diesem Fall weniger wirklich mehr. Bis die Duetta Top’s bei mir stehen werde ich viel Freude mit den kleinen Nadeln haben.

Helmuts_Needle4

Helmut

Björns Needle

Björns Needle

 

Hallo Lautsprecherbau Gemeinde,

ich weiß gar nicht, wo ich als erstes anfangen soll. Eigentlich habe ich vom Lautsprecherbau bis vor wenigen Monaten noch nichts gewusst. Es ist schon komisch, dass ich wenig später durch Zufall auf dieser Internetseite landete, aber hier war ich nun, ein Maschinenbauer, der begeistert Artikel über Elektrotechnik, Schwingungen und Basics der Akustik verschlingt.
Nach kurzer Zeit stand für mich fest, dass musst du unbedingt mal selbst testen. Der Umgang mit dem Thema von der praktischen Seite war es sicherlich, der mich so begeisterte. Ich war infiziert und der „Lautsprecherbauwahn“ hatte mich gepackt.

Schnell kam die Frage auf, welche Box soll ich nun bauen? Wie gern hätte ich einige der Boxen mal durch gehört, um dann eine passende für mich zu finden. Doch die Anreise von knapp 400 km war mir dann doch zu weit. Somit entschloss ich mich, klein zu starten und begann nach einem günstigen und nicht zu komplizierten Paar für mein Arbeitszimmer zu suchen, denn das 2.1-System von Creative an meinem Rechner gefiel mir schon lange nicht mehr. Alles viel zu basslastig! Ich war bei jedem dritten Lied damit beschäftigt den Subwoofer neu einzustellen. Nach einigen Tagen reiflicher Überlegung und weiterem Fressen von Artikeln deiner Seite fiel mein Augenmerk auf die Dayton-Needle. Unzählige Leserechos mit durchweg positiven Meinungen und ein nicht zu komplizierter Aufbau festigten letztendlich den Entschluss: DAS MÜSSEN MEINE NEUEN BOXEN WERDEN.

So, was brauch ich alles? Den Punkt würde ich dann doch lieber überspringen, denn bis auf einen Akkuschrauber und ein paar Schraubendreher besaß ich keinerlei Werkzeug... ;-)

Ich bestellte also den Needle-Bausatz und zwei Tage später war er auch schon da. Mist, viel zu früh, Urlaub hatte ich doch erst in einer Woche. Beim Auspacken dann eine gute Nachricht in Bezug auf mein Zeitmanagement. Gerade noch mal Glück gehabt, dachte ich, die Elkos fehlten. Ansonsten hätte mich, glaube ich, nichts mehr davon abgehalten sofort los zu legen. Ein kurzer Anruf bei Intertechnik und schon wenig später war das Problem passé. An dieser Stelle noch mal vielen Dank an Intertechnik für die nette Betreuung der Hotline und die absolut unkomplizierte Abwicklung dieses kleinen Lieferfehlers.

1Die Planung, wie die Lautsprecher aussehen sollten, begann eigentlich immer mal wieder zwischendurch. Angeregt von vielen Leserbeiträgen und etwas Rumspielerei in Sketchup, entstand folgendes Design. Sehr zur Freude meiner Freundin alles passend in den Farben unserer Arbeitszimmereinrichtung.
Als Material wollte ich Multiplex in Birke verwenden, das würde mir ein späteres Furnieren ersparen. Zusätzlich dachte ich mir, eine weiß lackierte Front müsstest du auch noch hin bekommen. Zum Schluss den gewissen edlen Glanz noch mit Klarlack erreichen, das hört sich nach einem Plan an.

Nachdem die Planung nun stand, machte ich mich an die praktische Umsetzung. Begonnen hatte ich aus irgendeinem Grund mit der Frequenzweiche, wieso eigentlich? Hat mich die blöde Elektrotechnik doch immer im Studium geärgert. Doch eigentlich muss ich an dieser Stelle ein bisschen weiter ausholen. Wochen vorher musste auch mein Arbeitskollege ständige Ausflüge von mir in die wunderbare Welt des Lautsprecherselbstbaus aushalten. Er war es dann auch, der mich kurzer Hand davon überzeugte vielleicht lieber eine Platine für die Weiche zu benutzen. „So was habe ich auch noch zu Hause“ meinte er, „ich bring sie dir morgen mit.“ Lange Rede kurzer Sinn, ich brutzelte alles zusammen und befestigte zusätzlich den Elko und die Spule noch mit ein wenig Heißkleber auf der Platine.

3

Einen Tag später wurde die Garage zur Boxenbauwerkstadt umfunktioniert. Den Holzzuschnitt hatte ich mir bereits aus dem Holzfachhandel besorgt. Da ich ein wenig Muffe davor hatte, mein ganzes Gehäuse mit einer misslungenen Fräsung zu versauen, begann ich als erstes damit, an den beiden Fronten die Chassiöffnungen auszufräsen. Links oben im Hintergrund sieht man meinen absolut improvisierten Fräszirkel. Eigentlich hatte ich vor, den auf dieser Webseite unter Werkstattpraxis vorgestellten Fräszirkel nachzubauen, aber der Baumarkt hat diese blöde Aluleiste innerhalb von 3 Wochen einfach nicht ran gekriegt (Ätz!) und ich konnte nicht länger warten (? Lautsprecherbaufieber).

45Anschließend wurde fleißig geleimt. Als Leim hatte ich mir den Expressleim von Ponal gekauft. Es ist eigentlich nicht so schwer gewesen. Damit alles auch gut hält, hatte ich etwas improvisiert und das fertig verleimte Gehäuse mit einem Sack Ytong-Kleber beschwert, der noch von der Renovierung  bei mir in der Garage stand.

6Nach einem halben Tag, den ich den Gehäusen zur Trocknung gelassen habe, musste ich nun noch die letzten Fräsungen vornehmen. Diesmal im Zusammenbau, aber ich hatte ja bereits geübt und es sollte alles gut gehen. Das Anschlussterminal war größer als die Rückwand und ging daher nur im zusammengebauten Zustand des Gehäuses auszufräsen und ich wollte ja auch noch ein paar Rundungen anbringen, welche sich nur schwerlich passgenau an jedem Einzelbauteil anbringen lassen. Beim Gehäusefuß hab ich mich für die Schraubvariante entschieden. Ich hatte doch kein volles Vertrauen in meine Fähigkeiten eine Frequenzweiche fehlerfrei zu löten und so hätte ich bequem an alles wieder ran gekonnt.

Anschließend stand das Schleifen auf dem Tagesplan. Das Ganze hat sich dann doch irgendwie ganz schön hingezogen, aber ich denke das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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Die letzten zwei Projekttage gingen für das Streichen drauf. Als erstes klebte ich mit Malerkrepp den Bereich der Boxen ab, welche nicht weiß werden sollten. Nach zweimaligem streichen fand ich die Deckung ausreichend. Hier kamen mir die heißen Sommertage gerade recht, denn bei 35° Zimmertemperatur konnte ich nach bereits zwei Stunden Trockenzeit mit dem Überstreichen beginnen. Zur Sicherheit hab ich mit dem Klarlack allerdings erst nach 12 Stunden begonnen, das war mir dann doch zu heikel.

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Zum Schluss kam der Zusammenbau. Die Frequenzweiche klebte ich mit Heißkleber an die Rückwand, kurz oberhalb der Anschlussterminalöffnung. Die bereits an den Kabeln angebrachten Klemmen nutzte ich für den Anschluss der Chassis und im Terminalbereich griff ich dann doch wieder zum Lötkolben. Am Ende musste noch etwas Sonofil in das Gehäuse. Hier hielt ich mich genau an Udos Vorgaben und achtete penibel auf die Breite von 10cm. Was soll ich sagen, ich bekam es einfach nicht hin und die Breite war bei zwei Stücken kleiner als 10cm. Das hatte zur Folge, dass die Streifen hin und her rutschen konnten. Ich glaube, genau das ist auch der Grund warum zwei Pakete mit Sonofil dabei waren, obwohl nur eine Packung benötigt wird. Naja. egal dachte ich mir, einfach grob die volle Breite einer Matte ausnutzen (Gesamtbreite ca. 35cm) und versuchen drei gleich große Streifen raus zu bekommen. Der zweite Ansatz hat dann besser geklappt und das Sonofil konnte leicht zwischen den Seitenwänden eingeklemmt werden, somit verrutschte nichts mehr. Die letzten Schrauben festgezogen und fertig!

92Über einen Dayton DTA-1 schloss ich die beiden Lautsprecher an meinen PC an. Ich bin sicherlich kein Profi, was das Testen von Lautsprechern angeht, dennoch möchte ich ein paar meiner Eindrücke gerne schildern. Den ersten Hörtest machte ich mit einer CD die gerade auf meinem Schreibtisch lag, dem Sampler „Tarantino Experience“. Das erste Lied war Bang Bang von Nancy Sinatra, Gänsehaut umschreibt es wohl am besten. Die Stimme war glasklar und ich konnte mir das Grinsen nicht mehr verkneifen. Einfach nur herrlich wie schön die verzerrte E-Gitarre klang. Was für ein Klang für so kleines Geld (ziehen wir mal großzügig meine Investitionen an Werkzeug ab). Die zweite CD die ich einlegte, war von „Aerosmith“ - pump. Als ich doch ein bisschen lauter „Janie's got a gun“ hörte, hab ich mich richtig am Anfang verjagt. Ich wusste gar nicht wie plastisch dieser Synthesizer-Sound klingen kann. Doch das sollte noch nicht das Ende sein, schließlich hat man bei einem PC mehr Möglichkeiten als nur eine CD einzulegen. Vor kurzem stieß ich auf eine Internet-Seite, hier kann man sich eigene Playlists zusammenstellen und diese dann anhören. Mir fiel spontan Bohemian Rhapsody von Queen ein, ich dachte an den Mittelteil wo sich Sologesang und Chor abwechseln und dann in einem einmaligem Schlagzeug- und Gitarrenteil enden. Hier muss ich sagen, dass mir dann doch ein wenig der Druck im Bassbereich fehlte. Dennoch spielte die Needle riesig auf, wenn man diesen kleinen Chassidurchmesser mal betrachtet. Evtl. tut sich hier ja noch was im Laufe des Einspielens. Ich war noch nicht ganz durch mit dem Song, da kam meine Freundin in den Raum. „Mach doch mal leiser, du weißt ich mag die Stimme von Freddy Mercury doch nicht so, mach mal Rihanna mit "te amo" an", waren ihre Worte. Ich hatte das Lied schon oft im Radio gehört, doch noch nie war mir der tolle Klang der Trommeln und die klasse Akustikgitarre aufgefallen, klatschen tut da ja auch noch wer, auf einmal gefiel mir das Lied.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass ich diesen Blindkauf nicht bereut habe. Die Needle ist genau das, was ich in meinem Arbeitszimmer gebraucht habe.


Viele Grüße,

Björn

93

Stefans aktive Needle

Stefans aktive Needle

Needles on Tour

Ein Bericht von Stefan

Hallo Udo,
endlich sind sie wieder bei mir und auch endlich sind sie fertig geworden. Hier sind sie, die beiden kleinen Needles. Dabei ging es mit dem Zusammenbau eigentlich wie immer recht schnell voran. Die Grundierung war noch nicht ganz trocken, da mussten sie schon zeigen, was sie können. Schnell an den alten Pioneer SX 525 Receiver angeschlossen konnte es auch schon losgehen. Man ist doch immer wieder überrascht, was in den kleinen Kisten steckt. Gut, die Pegelstärke ist natürlich begrenzt, aber zur Unterhaltung und beim Arbeiten oder Basteln, sind sie genau richtig. Ich ließ das Radio auf WDR 2 laufen und erledigte noch dies und das im Hause. Komischerweise ertappte ich mich dabei, wie es mich immer wieder in das Arbeitszimmer zog, wo die beiden Needles sich schön warm spielten. Kopfschüttelnd ging ich dann nach ein paar gehörten Songs wieder raus, um die restlichen Dinge im Haus zu erledigen. Sind das wirklich nur die Kleinen die das spielen, oder liegt es an dem guten alten Pioneer-Receiver?

Am nächsten Tag auf der Arbeit erzählte ich von den kleinen Kisten und erntete eigentlich nur Stirnrunzeln. Keiner wollte es mir glauben, dass man aus so einem kleinen Breitbänder auch schon recht ordentlichen Bass zaubern kann (alle Klangregler auf „Neutral“). Es kam, wie es kommen musste, ich sollte die „Dinger“ am Tag darauf mitbringen. Günther wollte sie ausgiebig zu Hause testen. Was soll ich sagen, ich sah sie erst 3 Tage später wieder. Er war total begeistert und wollte sie eigentlich gar nicht mehr hergeben. Auch seine Frau konnte sich gut mit der „Größe“ der Kleinen anfreunden und so werden sie wohl demnächst auch bei ihm einziehen.

Die Diskussionen und Begeisterung über die Needles bekam auch Michael, ein weiterer Arbeitskollege, mit. Es kam wie es kommen musste, die eigentlich geplante Übergabe der Lautsprecher an mich ging voll in die Hose. Statt in meinen Kofferraum zu wandern, wanderten sie zu „Testzwecken“ zu Michael ins Auto. „Nur über das Wochenende, ich habe da noch einen Verstärker rumstehen, da kann ich die Dinger ja mal anschließen“

Needle3Am Sonntagnachmittag klingelte dann plötzlich mein Handy: Besagter Arbeitskollege meldete sich. „Hallo Stefan, habe es gestern nicht mehr geschafft Deine Lautsprecher aus dem Kofferraum zu holen, außerdem hat es ja auch geregnet und die Dinger sollen ja nicht unbedingt nass werden. Aber nun laufen sie. Hätte nie gedacht, dass da so viel Musik rauskommt. Unglaublich. Machen echt Spass die Kleinen. Wenn Du nichts dagegen hast, bringe ich sie Dir nicht am Montag, sonder erst am Mittwoch wieder mit.“

Tja, so ist das mit den Needles. Aber nun sind sie wieder bei mir. Endlich konnte ich auch das Endfinish anbringen. Die Grundierung angeschliffen, 2x RAL 9001 (Cremeweiß) gespritzt und schon sehen sie einfach nur schön aus. Aufgrund der vielen Transporte, sollte ich mal über den Bau einer Heavy-Duty-Variante nachdenken, bezogen mit Filz und ausgestattet mit Kantenschutz und Lautsprecherschutzgitter (gibt es so kleine Gitter überhaupt?). Das wäre mal eine Variante, die man dann ruhigen Gewissens mal verleihen kann, ohne nachher wieder die Macken und Dellen rausspachteln zu müssen. Eigentlich ist eine Herausgabe aber nun nicht mehr geplant. Die Needles haben ihren Platz im Esszimmer gefunden.

Needle2Teilen müssen sie ihn neuerdings mit dem DTA-1, der sie an Stelle eines Verstärker-Boliden antreibt. Nachdem ich das Gehäuse von dem classT-Verstärker geöffnet hatte, war die wahre Größe des Zwergs zu erkennen. Nicht ganz eine halbe Zigarettenschachtel groß. Gehäuselos lässt er sich auch problemlos durch den LS-Terminal in die Needle einbauen. Die Needle sind sozusagen zur Aktivbox geworden. Den Pegelregler habe ich auf 12 Uhr gestellt, was zur Beschallung des Esszimmers mehr als ausreichend ist. In Verbindung mit der Ipod-Dockingstation, über die auch die Lautstärke geregelt wird, steht nun der Beschallung beim gemütlichen Essen mit Gästen nichts mehr im Wege. Needles + DTA1 + Dockingstation + Ipod = fertig ist die gesamte Stereoanlage. Mehr braucht man für solche Fälle definitiv nicht.

Das Ein- und Ausschalten des Verstärkers wird durch einen Fußschalter in der Netzleiste erledigt. So laufen die Netzteile der Dockingstation und des Verstärkers bei Nichtgebrauch nicht unnötig im Standby-Betrieb. Die Verkabelung von der Dockingstation zum Verstärker wird als nächster Schritt noch in die Needle verlegt. So bleiben sie noch ein wenig universeller einsetzbar, wenn die Aktivierung nicht benötigt wird.

Viele Grüße
Stefan

Needle4

Needle RS 100-4

Needle RS 100-4

Man kann es gar nicht laut genug sagen: Da hat Berndt, genannt “Cyburgs”, sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Seine Kreationen mit Namen “Needle” sind in der Selbstbauwelt längst Synonym für das Kunststück geworden, aus kleinen Breitbändern Großes herauszuholen. Da die Box nicht für ein bestimmtes Chassis mit eng vorgegebenen Parametern entwickelt wurde, kam sie mir sofort in den Sinn, als ich im Chassistest die kleinen Breitbänder von Dayton gemessen hatte. Ob denn auch sie darin wohl hinreichend gut funktionieren? 

Bestückung

BB1Größtes Manko vieler Breitbänder der 4-Zoll-Klasse ist die recht hohe Resonanzfrequenz von meist weitaus mehr als 100 Hz, das galt auch für die beiden in Bernds Needle erprobten Chassis. Das verspricht trotz großen Gehäuses und einigem Gehirnschmalz bei dessen Erstellung keine ausreichenden Fertigkeiten im Bassbereich. Unterhalb von Fres wird nunmal kein nennenswerter Schall abgestrahlt. Wie erfreut ich war, als meine Impedanzmessungen der beiden RS 100-Varianten ihre Spitzen bei 79 und 74 Hz zeigten, kann man sich sicher denken. Das liegt um immerhin fast 40 Hz tiefer als bei den Produkten, mit denen die Needle schon ihre berechtigte Berühmtheit erlangt hat.

Stabiler Druckgusskorb mit sechs Schraublöchern und schmalen Stegen, Hinterlüftungen und Phase Plug aus dem Vollen gedreht sind das gemeinsam Merkmal des geschirmten achtohmigen RS 100 S-8 und seines vierohmigen Pendants RS 100-4 ohne Schirm. Die Alumembran ist gegen auffällige Resonanzpeaks in der oberen Frequenzetage mit einer glänzenden, schwarzen Beschichtung versehen, die Gummisicke lässt einen großen Hub zu. Von den beiden RS 100 wählte ich die 4-Ohm-Ausgabe, da sie bei gleicher Verstärkerleistung den um drei dB höheren Wirkungsgrad hat.


Datenblätter 

RS 100-4

Es wird mir sicher niemand übel nehmen, wenn ich ausnahmsweise an dieser Stelle bei mir selbst klaue. Die Chassisdaten haben sich seit ihrer ersten Veröffentlichung in der November-Ausgabe nicht geändert.

BB2BB3

RS100_4ZeichRS100_4_01


Preis: 31,20 Euro

Artikelnummer: 1381990

Messungen als Zip-Datei



Ausstattung:

Membran: Aluminium, beschichtet Luftspalthöhe: 4 mm
Sicke: Gummi Linearer Hub: 4 mm
Korb: Druckguss Magnetdurchmesser: 70 mm
Polkernbohrung: ja Befestigungsbohrungen: 6
Zentrierung: hochgelegte Topfspinne Außendurchmesser: 98 mm
magnetische Schirmung: nein Einbauöffnung: 78 mm
Schwingspule: 26 Frästiefe: 3 mm
Träger: Aluminium Einbautiefe: 51 mm

Parameter:

Fs 74,3 Hz Mms 3,9 Gramm
Diameter 70 mm BL 2,94 Tm
ZMax 13,1 Ohm VAS 2,43 Liter
Re 3 Ohm dBSPL 84 dB/1w/1m
Rms 0,85 kg/s L1kHz 0,08 mH
Qms 2,14   L10kHz 0,06 mH
Qes 0,63   SD 38 cm²
Qts 0,49   MMD 3,76 Gramm
Cms 1,18 mm/N Zmin 3,3 Ohm

 

RS100_4_Amplitude RS100_4_Imp RS100_4_Winkel
RS100_4_Klirr_mit_90_dB RS100_4_Sprung RS100_4_Wasserfall


Gehäuse

Wer sich einfach am geistigen Eigentum anderer im Netz vergreift, kann sich sehr schnell eine berechtigte Klage des Rechteinhabers einhandeln. Obwohl ich mir sicher sein konnte, dass mir von Berndt eine solche nicht ins Haus flattern würde, fragte ich selbstverständlich bei ihm an, ob ich seinen Needle-Bauplan für mein Dayton-Projekt nutzen darf. “Sehr gern” war seine Antwort. Wir kennen uns seit Jahren, so war ich nicht wirklich überrascht.
Seine Bauanleitung steht im Hifi-Forum als rudimentäre Zeichnung zur Verfügung und dort bediente ich mich auch.

Cyburgs-Needleplan

Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen habe ich die Hinweise auf Fremdprodukte aus dem Text entfernt.

Wie es nun einmal ist, wenn man alles besser weiß, musste ich natürlich auch noch ein wenig im Plan herumpfuschen und baute die Seiten, Deckel und Boden aus 25 mm MDF auf, was der Box mehr Gewicht und Standfestigkeit verleiht. Innen änderte ich nichts, naja, außer der Anordnung des Dämmmaterials. Ich schnitt eine Matte Sonofil in drei Streifen mit 10 cm Breite und legte einen davon in die vordere und zwei in die hintere Kammer. Am Deckel trafen sich die vordere und die obere hintere.

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Bau14
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Die Gehäuseart nennt sich TQWT, was ausgeschrieben Tapered Quarter Wave Tube heißt. Eine gewisse Ähnlichkeit des Aufbaus mit Transmissionlines ist nicht zu leugnen, in ihre Berechnung fließen nahezu die gleichen Faktoren ein, wenn auch in anderer Weise. Generell ist die TQWT eine sich öffnende Schallführung, deren geschlossenes Ende einen Querschnitt nahe der Membranfläche aufweist. Zum offenen Ende vergrößert sich der Querschnitt um den Faktor zwei bis drei. Die Kanallänge entspricht einem Viertel der Wellenlänge der gewünschten Resonanzfrequenz der TQWT. Anders als bei TL’s endet der Kanal in einem Auslass, der etwa die halbe Fläche der Membran hat. Die Laufleitung kann als hohe Säule oder mit Abknick in der Mitte aufgebaut werden. Das Chassis sitzt zwischen einem Drittel und der Hälfte der Linelänge vom geschlossenen Ende entfernt. Die Konstruktion der TQWT geht auf ein Design des Lowther-Erfinders Paul Voigt aus dem Jahre 1934 zurück, das als Voigt-Pipe in die Geschichte des Lautsprecherbaus einging.

Bauplan

NeedleBauplan

Needle-Bauplan als Sketchup-Datei

Weiche

Weiche klein
Vergleich

Über die Weiche eines Breitbänders zu berichten, ist keine abendfüllende Veranstaltung, Sie besteht in der Regel aus drei Bauteilen, die parallel geschaltet in den Signalweg gelegt werden. Ihre Funktion beschränkt sich darauf, den Pegelanstieg durch Reflexionen auf der Schallwand mittels kontrollierter Erhöhung des Widerstandes zu begradigen. Auch der RS 100-4 bedurfte einer solchen Korrektur, da sein Frequenzgang ab 400 bis 5000 Hz eine langgetreckte Beule zeigt. Hier galt es moderat einzugreifen und besonders den Bereich um 3 kHz in die Absenkung mit einzubeziehen. In dieser Region ist das Ohr empfindlich gegen jede Überhöhung, die es als nervig und lästig wahrnimmt. Die Spitze bei 18 kHz hätte ich auch noch bearbeiten können, da sie aber nicht einmal im Klirrschrieb Niederschlag findet und unter kleinem Winkel verschwunden ist, sparte ich mir die Bauteile.
Auf meinem Rechner habe ich noch die Messungen der beiden in der Original-Needle verwendeten Breitbänder gespeichert, die unter vergleichbaren Bedingungen und sogar mit meiner eigenen Hard- und Software aufgezeichnet wurden. Deutlich wird der Gewinn im Bassbereich durch die viel niedrigere Resonanzfrequenz des Dayton-BB. Auch im Gesamtverlauf zeigt der Amerikaner den wesentlich ausgeglicheneren Schrieb ohne die Welligkeiten der beiden anderen Chassis. Der für die rote Kurve verantwortliche Lautsprecher wurde von Berndt ohne, der andere mit Sperrkreis eingesetzt.

WeicheNeedle1WeicheNeedle2

Klang

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Wer andere hinters Licht führt, gehört normalerweise nicht zu den beliebtesten Zeitgenossen, das kann ich nur unterschreiben. Doch da es hier in einer guten Absicht geschah, will ich mir in diesem Falle selbst die Absolution erteilen. Ich hatte gerade die Needles zum Hörtest frei im Laden aufgestellt, als gleichzeitig das Telefon schellte und Michael den Laden betrat. Beim Telefonieren schaltete ich meinen KT 88 ein, legte “Acoustic Live” von Nils Lofgren in den CD-Player und ließ kommentarlos “Keith don’t go” laufen. Als ich mich dann zu meinem Besucher setzen konnte, meinte er im Konjunktiv: “Wenn es die damals schon gegeben hätte, als ich meine Duetta gebaut habe, wär die auch für mich in Frage gekommen.” Nun muss man dazu wissen, dass eher zufällig neben den Needle meine neu beweichte Minuetta stand, die Michael für die Schuldige am Klangvergnügen hielt. Sein ungläubiges Gesicht hatte etwas von dem leicht verschämten Ausdruck, den es immer trägt, wenn man auf dem falschen Fuß erwischt wird, als ich ihm zeigte, wo die Kabel angeschlossen waren. “Naja, mit Gitarrenmusik hast du mich ganz nett herein gelegt, aber wenn auch nur ein Quäntchen Bass dabei gewesen wäre, hätte die kleine Kiste schön versagt.” Der Anfang von Patricia Barber’s “Use me” mit gezupftem Kontrabass und schnarrenden Saiten, die sehr vernehmlich auf Holz trafen, verschlug ihm glatt die Sprache. Einen Tag später erhielt ich eine Mail von ihm: “... nach meiner Rückkehr hab' ich sofort einen Hörtest mit der Duetta eingeleitet und höre da: Da war doch noch viel mehr zu hören. Klare luftige Höhen und ein richtiger, sauberer Bass (gezupfte Bässe kann die Dicke aber richtig). Ich hab' die Duetta doch richtig ausgewählt!! Es war so, wie Du mal gesagt hast: Nicht das, was fehlt, stört, sondern das, was zu viel ist, nervt. (Zumindest, wenn nicht zu viel fehlt.). Trotzdem ein super Klang für ganz wenig Geld ...”


Auf den Geschmack gekommen, machte ich gleich weiter mit der Versuchung meiner Kunden. Dabei nahm ich bewusst und mit voller Absicht nicht den Vorteil in Anspruch, dass man kleinen Boxen nicht viel zutraut und dann vom Ergebnis geblendet ist. Meine Besucher waren überzeugt, große Boxen zu hören und waren keineswegs geneigt, irgendeinen Bassmangel zu bemängeln. Natürlich hielt ich dabei den Pegel soweit im Zaum, dass der kleine Breitbänder nicht anschlug, doch mit vier Millimeter Hub ist schon eine ordentlich mehr als gehobene Zimmerlautstärke möglich. Stimmen, Raum und Ortbarkeit, die Darstellung leiser Töne selbst bei großem Orchestereinsatz faszinierten alle Zuhörer gleichermaßen. Am Ende hat dann Charly, ohne vorher seinen Vater zu fragen, gesagt: “Unverschämt, wie groß das Ding aufspielt!”
Dieses große Kompliment kann ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen, von mir kam nur der geringste Teil des Erfolgs der Boxen. Berndt “Cyburgs” hat ein grandioses Gehäuse ausgerechnet, ohne das die gute Entwicklungsarbeit der Chassis-Entwickler von Dayton nur zu einem Regallautsprecher herkömmlicher Art gereicht hätte. Verkümmert wäre er in einer kleinen Kiste, die wieder einmal als das Ende der Brüllwürfel gefeiert worden wäre. Zusammen ergab das Aufeinandertreffen glücklicher Umstände eine schier unglaubliche Box für kleines Geld. Sicher darf sie als “Dosenöffner” für größere Projekte auch gern im Wohnzimmer heimisch werden, frag doch mal deine Frau.

Udo Wohlgemuth

Technikseite 

Needle RS100-4

Chassis 1 x Dayton RS 100-4 Holzliste:
     
Vertrieb Intertechnik, Kerpen 16, 19, 22 oder 25 mm MDF:
Konstruktion    
Box: Berndt Burghard 90,0 x 19,6 (4x) Seiten
Weiche: Udo Wohlgemuth 15,0 x 19,6 (4x) Deckel/ Boden
     
Funktionsprinzip TQWT 12 mm MDF:
Nennimpedanz 4 Ohm  
Dämmstoff: 1 Matte Sonofil 90,0 x 10,0 (2x) Rückwand
Terminal T105/MS/AU 87,5 x 10,0 (2x) Front
    77,7 x 10,0 (2x) Teiler hinten
Kosten pro Box:   4,2 x 10,0 (2x) Teiler unten
Bausatz ohne Holz 48,50 Euro  
Holzzuschnitt: 10 Euro  
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Neddle_Amplitude Needle_Winkel Needle_Impedanz
Needle_Klirr_mit_90_dB Needle_Sprung Neddle_Wasserfall



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