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Imposante Boxen für Stereo und Heimkino müssen nicht teuer sein

Best.-Nr. 1385113

208,40 € / Stück
inkl. MwSt. zzgl. Versand
175.13 € exkl. MwSt
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Details

Lautsprecherbausatz BS/FT 8 OHNE GEHÄUSE

Best.-Nr. 1385113

Merkmale

Wege 2 1/2-Wege
Gehäuse Prinzip Bassreflex
Nennimpedanz (Ohm) 4
Kennschalldruck (dB) 90
Höhe (cm) 114,00
Breite (cm) 23,80
Tiefe (cm) 45,00
Anwendung Standlautsprecher
Hersteller / Marke der Chassis Dayton
Preislevel 100-200 Euro

Der Lautsprecherbausatz enthält alle Elektronikbauteile, Lautsprecher, Teile und Zubehör, außer dem Holz für das Gehäuse.

Alternative Artikel

Bild Bezeichnung Preis Menge
APA150
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Bilder aus unserer Lautsprecherbau-Community zu diesem Bausatz

FT8 von
FT8 von
FT 8 Heimkino von Hardy
ESWPower von ESWPower

Bauberichte

FT 8 Update

FT 8 Update


Wunderschön ist es, wenn man als Vertrieb ständig aus dem Vollen schöpfen kann, Vorräte nie zu Ende gehen oder bei entsprechender Nachfrage immer wieder rechtzeitig aufgefüllt werden können. Leider ist das am normalen Leben völlig vorbei und hier und da verlierst du aus heiterem Himmel ein Produkt, das zu einem Bausatz gehört und das gewohnheitsmäßig bis dahin regelmäßig verfügbar war. Nun ja, ganz so heiter war der Himmel über Bangkok im Oktober letzten Jahres nicht. Es gab sindflutartige Regenfälle, die zu heftigen Überschwemmungen führten. Was hat das mit mit meiner Klage über nicht verfügbare Bausatzteile zu tun, fragt sich der Leser zu Recht. Zu den Schwächen der globalen Welt zählt, dass sich Katastrophen am einen Ende schnell am anderen in Mangel zeigen. Viele Einzelteile eines Produktes werden heute nicht mehr dort gefertigt, wo sie zu einem Ganzen zusammengesetzt werden. Und so kann es sein, dass eine Polplatte oder ein Schwingspulendraht aus Thailand wegen der schweren Regenfälle mit entsprechendem Zeitversatz nicht lieferbar ist. Land und Katastrophe sind selbstverständlich austauschbar, der Mangel bleibt der gleiche.

Ganz besonders betroffen sind wir davon beim SDT 26 N, dem Hochtöner der FT 8 und ihrer Familienangehörigen, der bei Seas vom Band läuft, dessen Einzelteile jedoch, wie es heute halt die Regel ist, in aller Welt hergestellt werden. Den wirklichen Grund für die Lieferprobleme des kleinen Hochtöners mit der eigenwilligen Frontplatte kennen wir nicht, wir haben auch nicht genauer nachgefragt, es hätte an der Tatsache nichts geändert. Nachdem nun aber schon drei voraussichtliche Liefertermine nicht eingehalten werden konnten, wollten wir unsere Kunden nicht länger auf die schon seit Monaten bestellten FT 8 und ihre Ergänzungen FT 8 Top, sowie Wallstreet 5 und 6 warten lassen. Deshalb haben wir Messungen an einem Testaufbau mit dem nahezu baugleichen SDT 27 CG durchgeführt, den wir nun als neuen Hochtöner der FT 8 und Consorten in unsere Stücklisten aufnehmen werden. Doch das sei schon vorweg gesagt: Eine Notlösung ist das nicht.

Wie  üblich haben wir zunächst einmal die Messdaten des SDT 27 CG erfasst.

SDT 27 CG
Artikelnummer:1381073
Preis: 30,20 €
Messungen als Zip-Datei



Ausstattung:

Membran: Gewebe Magnetische Schirmung: ja
Schwingspule: 26 mm Polkernbohrung: nein
Wickelhöhe: 1,1 mm Befestigungsbohrungen: 4
Polplattendicke: 2 mm Außendurchmesser: 70 x 54 mm
Linearer Hub: 0,9 mm Einbauöffnung: 46 mm
effektive Membranfläche: 7,5 mm² Einbautiefe 25,5 mm
bewegte Masse: 0,3 Gram Frästiefe: 4 mm

Parameter:

Fs 1405 Hz ZMax 3,96 Ohm
Re 2,7 Ohm L1kHz 0,09 mH
Qms 0,65   L10kHz 0,02 mH
Qes 1,4   Zmin 3,16 Ohm
Qts 0,44   SPL 2,83V/ 1m 88 dB


Messdiagramme:

     
 Frequenzgang und Phase  Impedanz  Frequenzgang unter 0/ 30/ 60°
     
 Klirr für 90 dB  Sprungantwort  Wasserfall


Die kompletten Daten des "alten" SDT 26 N sowie alles Wichtige zu den Dayton DA 136-8 und SD 270-88, dem zwischenzeitlich die Abschirmkappe abhanden kam, sind in der Ausgabe 2/2008 beim Bericht zur FT 8 zu finden. Um einen direkten Vergleich der Hochtöner vor Augen zu bringen, haben wir die Achsfrequenzgänge in einem Diagramm (blau SDT 27 CG, rot SDT 26 N) zusammengestellt.



Lassen wir die Unterschiede oberhalb von 10 kHz  einmal außen vor - sie sind eher marginal - so finden wir unterhalb von 3 kHz mehr Pegel beim SDT 26 N. Das machte sich selbstverständlich bemerkbar, als wir den neuen Hochtöner mit unveränderter Weiche in das FT 8-Gehäuse schraubten. Wir erhielten im Vergleich zur alten FT 8 eine kleine Senke, die von 1,5 bis 3 kHz reichte. Um sie aufzufüllen, hätten wir nur den Kondensator vor dem HT um einen Wert vergrößern müssen, was wir beim Blick auf die 30-Gradkurve aber sofort verwarfen. Dies ist der Winkel, unter dem die Boxen gehört werden, wenn sie parallel zu den Wänden aufgestellt werden. Einwinkeln auf den Zuhörer ist bei uns nur bei stark bündelnden Systemen wie Breitbändern oder Hochtonhörnern üblich. Die neue Kurve (blau) gefiel uns so gut, dass wir auf jede Weichenänderung verzichteten. Ähnliche Ergebnisse erhielten wir für die FT 8 Top und Wallstreet 5 und 6, deren Schaltungen ebenfalls 1 :1 übernommen wurden.



Den Aufbau der Gehäuse haben wir nicht weiter dokumentiert. Damit aber nicht ständig im Magazin hin und her geblättert werden muss, sind hier die Sketchup-Dateien der vier Bauvorschläge hinterlegt. Angesichts der eher geringen Klangunterschiede der FT 8-Versionen verzichten wir an dieser Stelle auch auf die Wiederholung der Klangbeschreibung aus der Ausgabe 2/ 2008, sowie Oktober 2010 und stellen lediglich zufrieden fest, dass wir guten Gewissens das Update aller vier Familienmitglieder in die Selbstbauwelt entlassen können. Musik- und Heimkinogenuss sind weiterhin in gleicher Qualität garantiert.

Udo Wohlgemuth


Technik

FirstTime 8 Up Top

Chassis Seas SDT 27 CG Kosten pro Box:  
  Dayton DA 135-8 Bausatz ohne Holz 110 Euro
    Holzzuschnitt in 19 mm MDF 10 Euro
Vertrieb Intertechnik, Kerpen Gesamtkosten 85 Euro
Konstruktion Udo Wohlgemuth    
    Holzliste in 19 mm MDF:  
Funktionsprinzip geschlossen    
Nennimpedanz 4 Ohm 39,8 x 19,9 (4x) Seiten
Dämmstoff: 1 Beutel Sonofil 20,0 x 19,9 (4x) Deckel/ Boden
Terminal T105 MS/AU 20,0 x 36,0 (4x) Front/Rückwand



FirstTime 8

Chassis Seas SDT 27 CG Holzliste in 19 mm MDF:  
  Dayton DA 135-8    
  Dayton SD 270-88 114,0 x 45,0 (4x) Seiten
    20,0 x 45,0 (4x) Deckel/ Boden
Vertrieb Intertechnik, Kerpen 20,0 x 110,2 (2x) Rückwand
Konstruktion Udo Wohlgemuth 20,0 x 107,0 (2x) Front
    20,0 x 18,0 (2x) MT-Kammer unten
Funktionsprinzip geschlossen 20,0 x 36,0 (2x) MT-Kammer hinten
Nennimpedanz 4 Ohm 20,0 x 27,0 (2x) Reflexbrett
Dämmstoff: 5 Beutel Sonofil 20,0 x 10,0 (2x) Versteifung
Terminal T122 MS/AU    
       
Kosten pro Box:      
       
Bausatz ohne Holz 182 Euro Holzzuschnitt in 19 mm MDF 40 Euro






Wallstreet 5    
     
Chassis Dayton DA 135-8 Holzliste in 16 mm MDF:
  Seas SDT 27 CG  
    26,0 x 30,0 (2x) Front/ Rückwand
Vertrieb Intertechnik, Kerpen 26,0 x 10,0 (2x) Seiten
Konstruktion Udo Wohlgemuth 26,8 x 10,0 (2x) Deckel/ Boden
     
Funktionsprinzip geschlossen  
Nennimpedanz 8 Die Chassis werden nicht bündig
Dämmstoff: 1/2 Matte Sonofil in die Schallwand eingelassen.
Terminal T56/56DB  
     
Kosten pro Box:    
     
Bausatz:

75 Euro

Holzzuschnitt:  ca 7 Euro



Wallstreet 6    
     
Chassis 2 x Dayton DA 135-8 Holzliste in 16 mm MDF:
  Seas SDT 27 CG  
    34,0 x 40,0 (2x) Front/ Rückwand
Vertrieb Intertechnik, Kerpen 40,0 x 10,0 (2x) Seiten
Konstruktion Udo Wohlgemuth 30,8 x 10,0 (2x) Deckel/ Boden
     
Funktionsprinzip geschlossen  
Nennimpedanz 4 Ohm Die Chassis werden nicht bündig
Dämmstoff: 1 Matte Sonofil in die Schallwand eingelassen.
Terminal T56/56DB  
     
Kosten pro Box:    
     
Bausatz: 105 € Holzzuschnitt:  ca 15 Euro
Baubericht: Romans FT 8

Baubericht: Romans FT 8

So, nun hat es wieder einen erwischt, Gott sei Dank ist es nur das Boxenbaufieber und nicht die Schweinegrippe. Wie schon viele andere vor mir bin auch ich übers Internet- Surfen auf Udo's homepage gestoßen. Nach etlichen Stunden des Stöberns habe ich mich für ein FT8-Set entschieden. Zuerst wollte ich für die Rear's die Top-Variante nehmen, habe mich dann aber entschieden, auch für hinten die Standlautsprecher zu bauen. Ich wusste nicht, wie ich die Rear's anders auf Ohrenhöhe bringe, so dass es mir auch gefällt. Mit meiner besseren Hälfte hatte ich keine Probleme, da meine Frau als Bedingung nur gestellt hat, dass die Lautsprecher schmal sein sollen. Und das sind sie ja auch mit 23 cm Breite. Aber dazu später. 

Nach Preisvergleichen der MDF-Platten in den Baumärkten, bin ich bei Baumax fündig geworden. Preis: 10,90/m². Da wir vor gut einem Jahr von einer kleinen Wohnung in unser neues Haus gezogen sind, fehlt mir natürlich noch einiges Werkzeug für meine Werkstatt. Also ab in den Baumarkt und unter anderem eine Oberfräse mit Bündigfräser, Fasenfräser (oder wie dieses Ding heißt), eine Wagnerspritze fürs Lackieren und einiges andere Kleinzeugs gekauft (auch Dinge, die man nicht wirklich braucht - aber das kennt man(n) ja vom "Baumärktebummel") und gleich die MDF- Platten bestellt. Da man diese Werkzeuge auch für etwas anderes verwenden kann, rechne ich die Einkaufspreise natürlich nicht zu den Lautsprechern 

Weil ich noch nie eine Oberfräse in der Hand hatte, hab' ich mir vom Baumarkt einige MDF-Platten aus der Restekiste (pro Stück 50 Cent) zum Probefräsen mitgenommen. Nach dem Basteln eines Fräszirkels und ein paar Probefräsungen konnte es endlich losgehen. Nix gegen dieses Magazin, aber beim Durchlesen der Bauanleitung des Fräszirkels hat mir das ein bisserl kompliziert geklungen. Habe bei Michael Uibel einen gefunden, der sich für mich einfacher herstellen ließ, und auch gut funktioniert hat. 

1

Mein Fräszirkel 

2

Die ersten Probefräsungen  

Tag 1: Die Platten in der Früh vom Baumarkt abgeholt und mit der Oberfräse die Löcher für die Chassis gefräst.

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5Tag 2: Einzelteile (ohne Zwingen o.Ä.) zusammen geleimt. Das hat ungefähr 30 Min pro Lautsprecher gedauert. Zum Leimen habe ich Fugen/Parkettleim von Ponal genommen. Die Innenkanten der Boxen habe ich mit Acryl verschmiert, damit sie wirklich dicht sind. 

Tag 3: Am 3. Tag ging es ans Löten der fünf Frequenzweichen. Ich habe mich entschieden die Bauteile auf eine Platine zu setzen, da ich denke, dass es etwas professioneller aussieht. Und so viel Mehrarbeit ist es nun auch wieder nicht. (Hat aber trotzdem ~ 5 Stunden gedauert) 

Da ich mich entschieden habe, die hinteren Lautsprecher auch in Standlautsprecher- Ausführung zu bauen, tat sich die Frage auf, ob ich den Hohlraum für den Tieftöner auch mit Sonofilmatten füllen soll. 

Auf die entsetzte Antwort, warum ich denn so Riesendinger für die Rears mache und die kurze Diskussion, die ich mit meiner Frau hatte, als sie die Standlautsprecher zum ersten Mal im zusammengeleimten Zustand sah, habe ich mich dann doch entschieden, die Rears als Topvariante mit passendem Fuß zu machen. Also wieder einmal ab in den Baumarkt und neue MDF-Platten geholt. 

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Die Form des Standfußes habe ich so gemacht: An einen Bleistift eine Schnur angebunden, die MDF-Platte auf den Boden gelegt, die Schnur am Boden fixiert und ein bisserl probiert, bis ich den richtigen Radius hatte. Mit der Stichsäge grob ausgeschnitten und gefeilt und geschliffen. Mit der Oberfräse habe ich noch eine Nut in die Bodenplatten gefräst, damit der Standfuß etwas stabiler wird. Zum Schluss wurde geleimt. 

Zwischendurch habe ich mir überlegt, wie ich die Lautsprecher lackieren soll. Da ich von Beruf kein Lackierer bin, googelte ich ein bisserl, wie man das richtig macht. Danach wieder ab in den Baumarkt und nach der richtigen Farbe gesucht. Nach einigen Gesprächen mit Baumarktmitarbeitern, die eher schlecht als informativ waren, habe ich mich für Produkte der Marke SwingColour von Bauhaus entschieden 

Tag 4-11: Nun geht es ans Fasen fräsen (halbrund), Grundieren, Schleifen,... Das Ganze hat gute 20 Arbeitsstunden (die Trocknungszeiten nicht mitgerechnet) in Anspruch genommen. Nach dem Zusammenleimen habe ich die Boxen mit einem Bandschleifer grob geschliffen. Zum Bandschleifen ist zu sagen, dass man das wirklich üben sollte, da man wirklich starke Rillen ins Holz schleift, wenn man nicht aufpasst. Und das bringt wieder beim Spachteln einen unnötigen Mehraufwand mit sich. 

10 11
12

Lautsprecher gespachtelt und zweimal grundiert.  

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Um nicht den ganzen Keller zu versauen habe ich im Keller 2 "Reinräume" (einen fürs Lackieren und einen fürs Schleifen) aus Abdeckfolien gemacht. 

15Zum Farbaufbau: 2x Grundieren bzw. füllern mit Vorstreichfarbe (~2,5l Vorstreichfarbe, 375ml schwarze Farbe, 700 ml Wasser), dann 2x lackieren mit Seidenmattlack-schwarz (~2,5l Farbe, 300 ml Wasser) und zum Schluss 2x Hochglanzklarlack (pur). Leider bin ich einer, der schnell von einer Arbeit genug bekommt, wenn diese nicht so läuft wie sie soll. Daher sind einige Rillen vom Schleifen und einige Tränen vom Lackieren an den Lautsprechern sichtbar. Naja, vielleicht bessere ich das Ganze irgendwann mal aus 

So sieht man aus, wenn man die Bedienungsanweisung der Wagner-Farbspritze nicht ganz durchliest, oder ein bisserl patschert ist 

Tag 12: Am letzten Tag kam der Zusammenbau dran, der etwa 6 Stunden gedauert hat. Gummifüße an den Bodenplatten anbringen, Boxen mit Bodenplatten und Distanzhülsen verschrauben, Kabel verlegen, Kabelschuhe anbringen, Weichen einsetzen, Boxen mit Sonofil füllen, Chassis einbauen.

Dann war es endlich soweit:

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Tja, so sehen meine Lautsprecher nun aus.


Nun wurden sie an meine Heimkinoanlage angeschlossen, mit dem Audyssey- Meßmikrofon eingemessen, etwas nachjustiert und FERTIG!!! 

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Hier mein Heimkino:
TV - Samsung PS63P76FD
Receiver - Onkyo TX-Sr 705
BluRay-Samsung BD P1400
SatReceiver: ClarkeTech 5000HD

HTPC - Silverstone, GA-MA78GM-S2H, AMDX2 4850e, Skystar HD2, LG-GGW- H20L

BluRay-Combolaufwerk,

64GB SSD Systemplatte 


Zum guten Schluss folgte die erste Hörprobe. Was soll ich sagen: WOW, einfach der Hammer. Ich weiß ja nicht, wie sich Lautsprecher anhören, die weitaus mehr Euros pro Stück als meine zusammen kosten, aber ich meine, die braucht's nicht wirklich. Hab' mir als ersten Film "Transformers - Die Rache" 'reingezogen, da ist man wirklich mittendrin statt nur dabei!! Ich habe einen kleinen Fertig-Subwoofer, der wird bald zum Verkauf freigegeben, denn bei mir ist er jetzt arbeitslos.

Zum Preis: geliefertes Material: 690.--
MDF-Platten: 100.--
Leim: 12.--
Dichtung: 8.--
Lochrasterplatten, Steuerlitze, Anschlussfahnen: 35.--
Spachtelmasse, Vorstreichfarbe, Lack, Schleifpapier: 150.--
(Farbe ist aber einiges übrig geblieben) Gummifüße: 14.-
--------------------------------- €uro 1009.--

Ich wünsche allen zukünftigen Lautsprecherbastlern viel Spaß bei der Arbeit und hoffe, dass Euch dieser "Denkanstoß" ein bisserl weiterhilft.

Euer Roman

FirstTime 8 von Matthias

FirstTime 8 von Matthias

 Matthias baute sich ein Paar ungewöhnliche Boxen
Baubericht FirstTime 8

Die Geschichte begann mit einem neuen Fernseher, den wir uns an Weihnachten 2008 zulegten. Unvorteilhafter weise waren da die Lautsprecher an der Unterseite eingebaut und bedingt durch die ecknahe Aufstellung unter einer schrägen Wand war der Ton ziemlich unsauber und ich hatte enorme Probleme, Dialoge zu verstehen. Eine Aufstellung an einem anderen Ort war wegen der Größe nicht möglich und so entschloss ich mich dann nach ein paar Wochen, etwas gegen den schlechten Ton zu unternehmen.

Ich reaktivierte meine vor Jahren zusammengezimmerten Boxen, ließ den Fernsehton über die Stereoanlage laufen und siehe da, die Tonprobleme besserten sich merklich. Da ich mich jedoch selten mit etwas zufrieden gebe und die alten Boxen zudem mit den unterschiedlichsten Chassis unterschiedlichster Qualitäten (billigster Conrad Bausatz mit Weiche, Pioneer TMT aus alter Box und ein etwas wertigerer Tonsil HT) bestückt waren, erwägte ich die Aufrüstung mit neuen, hochwertigeren Chassis und erhoffte mir diesbezüglich Unterstützung in einem Forum, wobei ich zur Anfrage auch ein Bild eines alten Lautsprechers anfügte.

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Die Antworten waren niederschmetternd und versetzten meinem Vorhaben den Todesstoß. Es musste also was Neues her und dazu musste ich erst einmal meine Gedanken sortieren. Was wollte ich eigentlich? Nur neue Lautsprecher? Sollten die für evtl. Heimkino geeignet sein? Ein aktives System?

Ich recherchierte mehrere Tage, kam vom Hundertsten ins Tausendste, besann mich dann aber doch auf den Grundgedanken, nämlich den verständlichen Fernsehton, und entschied mich anhand mehrerer Testberichte in der Nacht auf Gründonnerstag für den leichtesten Weg: ein Teufel Motiv 2.

Einer meiner schlechten Charakterzüge ist ausgeprägte Ungeduld und so nahm ich mir vor, gleich morgens bei Teufel anzurufen, ob das System auf Lager sei um dann die 400 km nach Berlin zu düsen, um es abzuholen. Doch ich interpretierte den Hinweis auf der Website „Direktkauf ab Werk“ falsch und die nette Teufel-Dame erklärte mir, dass Abholung nicht möglich sei. So beschloss ich, dem Tag doch noch etwas Positives abzugewinnen und verbrachte einen erholsamen Tag im Nürnberger Zoo.
Pech für Teufel, denn der folgende freie Karfreitag bot genügend Zeit für weitere Recherchen und da ich nur wegen akutem Zeitmangel den oben beschriebenen leichtesten Weg wählte, einem Selbstbau aber nicht grundsätzlich abgeneigt war, sah ich mich etwas in der DIY Ecke um. Wer sich da etwas auskennt weis, dass man hier zwangsläufig auf Udo Wohlgemuth stoßen muss.

Ich formulierte also einige Fragen und meine groben Anforderungen an die Lautsprecher in einer E-Mail und keine 10 min nach dem Versenden erhielt ich auch schon Antwort von Udo. Respekt, dachte ich, der Mann ist auf Draht (man beachte, es war Karfreitag). Weitere Mails mit detailierteren Fragen und noch detailierteren Antworten folgten an diesem Tag und nachdem ich Udo wissen ließ, dass ich absoluter elektronischer Laie bin, folglich Probleme mit den Frequenzweichen zu erwarten wären und er mir anbot, diese fertig verlötet zu liefern, stand für mich fest: für diesen Mann ist das kein Beruf, es ist Berufung. So vertraute ich dem Rat von Udo zur „Firsttime 8“ blind, bestellte noch am Karfreitag die Bausätze und erhielt am Samstag die Nachricht, dass er diese verschickt hat.

Zwischenzeitlich hatte ich mir ein paar Gedanken zur optischen Aufwertung der Gehäuse gemacht und obwohl ich wusste, dass ich mich noch dafür hassen werde, entschloss ich mich dazu, den Bereich des Mitteltongehäuses zur Schallwand hin mit einem Radius zu verjüngen. Ich vergrösserte die Tiefe des Mitteltongehäuses um das durch den Radius reduzierte Volumen und vergrösserte die Höhe des TT-Gehäuse um 19 mm, so dass inkl. dem Volumen einer zusätzlichen Verstrebung unterhalb des TT in jedem Gehäuse Volumengleichheit entstand.

Nachdem Udo diesbezügliche Bedenken zerstreut hatte, konnte ich mich nach einem arbeitsreichen Sonntag mit Detailplanung und CNC-Programmierung gleich am nächsten Werktag um die Materialbeschaffung kümmern. Preisanfragen bei den 3 nächstgelegenen Baumärkten ergaben jedoch nicht annähernd Übereinstimmung mit den angegebenen Zuschnittskosten, doch zum Glück dachte ich noch an einen ca. 20 km entfernten TOOM, der das 19er MDF anstatt für 21,95€/m²-22,50€/m² für 13,49€/m² verkaufte (da würde ich gerne mal die Kalkulationen sehen). Eine halbe Stunde nach dem Telefonat stand ich kurz vor Ladenschluss vor dem freundlichen Baumarktmitarbeiter, ließ mir den Preis nochmals bestätigen und mir dann 4 Platten 1134 x 925 mm zuschneiden. Glücklicherweise ergaben 2 CNC-Nestings

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gleicher Größe genau eine Box und die 925 mm passten auch gerade noch in den Kofferraum (ist ja ein viel versprechender Anfang – sollte man meinen). Zusätzlich ließ ich mir einige Platten aus 5er MDF mit Höhe des Mitteltongehäuses und etwas mehr als der Radiuslänge schneiden, doch als ich die Plättchen in der Hand hielt, war mir sofort klar, dass die sich so nicht biegen lassen werden.

Ich bin zwar ein ziemlicher Fuchs in der CNC-Programmierung, in der Maschinenbedienung jedoch nicht und nachdem sich die Söhne meiner Chefin bereit erklärt hatten (ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle noch mal), die Teile am Freitag Nachmittag zu fräsen, hatte ich ein paar Tage Zeit, mir zu überlegen, wie ich die Sache mit den Radien realisieren will. So besorgte ich mir am Donnerstag nach der Arbeit ein paar Spanplattenreste und 3 Stück ca. 1,2 m lange 3er MDF Platten, schraubte eine Biegelehre zusammen und spannte die Platten mit Spanngurten und ordentlich Leim dazwischen darüber.

Freitagmorgen begutachtete ich noch vor der Arbeit das Ergebnis und war diesbezüglich vorerst zufrieden. Nicht zufrieden war ich jedoch damit, dass Udos Paket noch nicht da war. Ich rief beim Paketdienst an und bekam zu hören, dass das Paket nicht auffindbar sei und der Versender einen Nachforschungsauftrag stellen müsse, der bis zum Abschluss bis zu 4 Wochen dauern könne. Mein Telefonpartner brillierte dabei mit Unwissen, Unverschämtheit und Ignoranz, so dass ich ihm erst mal verdeutlichen musste, dass an dem Umstand weder Udo noch ich, sondern ganz alleine sein Laden schuld sei. Einen Erfolg zum Beschleunigen der Angelegenheit konnte ich trotzdem nicht verbuchen und ich nahm erneut Kontakt mit Udo auf. Er reagierte wesentlich gelassener als ich und wir verblieben so, erst noch einmal ein paar Tage abzuwarten.

Freitag Nachmittag folgte dann das Fräsen der Teile und obwohl ich bei den tausenden Programmen vorher, die ich für die Firma schrieb, nie Bedenken hatte, war ich nun zum ersten Mal nervös – unberechtigter weise, wie folgende Bilder zeigen:

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Auf dem 2. Bild ist oben in der Mitte ein abgerundetes Teil zu erkennen, dass nicht zur Box gehört, mir im Folgenden als Biegelehre aber noch eine große Hilfe war. Auch sind die Nuten in den Seitenteilen gut erkennbar. Alle Verbindungen wurden als Nut/Zapfen ausgeführt, da ich mir davon absolute Dichtheit versprochen hatte.

Die gefrästen Teile verbrachten die Nacht im Kofferraum und da der Schlaf in den vergangenen Tagen wegen diverser Überlegungen und Detailplanungen sowieso zu kurz gekommen und ja auch Udos Paket noch nicht angekommen war, beschloss ich, am folgenden Samstag auszuschlafen. In aller Ruhe ging ich nach einem ausgiebigen Frühstück dann daran, die Teile erstmal sorgfältig zu entgraten. Ich war fast fertig damit, als es gegen 13:30 Uhr klingelte und der Paketdienst vor der Türe stand – Udos Paket war da. Nun kam doch meine Ungeduld wieder durch und es war eine Beschleunigung des Arbeitstempos angesagt. Es ging sofort ans Zusammenleimen, was wegen der Nut/Zapfen Verbindungen völlig problemlos von statten ging und am Abend waren beide Boxen im Rohbau fertig.

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Was dann folgte, war ein einziges Trauerspiel – es klappte nichts, aber auch gar nichts mehr. Genervt wie ich im Folgenden war, habe ich vorsorglich auch den Fotoapparat nicht mehr benutzt – ich hätte ihn womöglich vor lauter Frust an die Wand geschmissen.

Der nächste Schritt war die Herstellung der Radien für das Mitteltongehäuse. Mein vorgefertigter Radius mit 1,2 m Länge, aus dem ich mir die einzelnen Segmente heraus sägen wollte, war als Außenschale ausgelegt und mit 3x 3er MDF Platten ca. 9 mm dick. Meine Nuten im Boden und Deckel des Mitteltongehäuses waren aber für die Radien der Innenschale vorgesehen und auch nur 6 mm breit. Jetzt kamen die zusätzlich gefrästen Teile zum Einsatz, aus denen ich mir eine zweite Biegelehre herstellte und so mit viel Gewalt 2 3er MDF Platten verleimt in Form brachte, die nach Trocknung mit etwas Druck auch in die entsprechenden Nuten flutschten. So konnte ich nach Vervollständigung der Dämmung im TT-Gehäuse nun auch die Radien der Innenschale und den vorher angefasten Deckel verleimen und somit ein dichtes Mitteltongehäuse herstellen. Leider stellte sich jedoch heraus, dass die Radien mangels einer zusätzlichen formgebenden Unterstützung im Mitteltongehäuse einfielen, also zur Mitte des Mitteltongehäuses hin abflachten. Somit war auch die Idee gestorben, auf diese Innenschale die Segmente der Außenschale aufzuleimen. Doch wie diese 9 mm fehlende Wandstärke ausgleichen? Ich entschied mich für GFK, besorgte mir die Matten und das Harz und versuchte mich am Laminieren, wobei ich Image008_100mit dem Auftrag knapp unter der endgültigen Kontur blieb. Klappte sehr gut, nur die Abflachung des Radius war natürlich auch in der GFK Schicht vorhanden. Also stellte ich mir eine Abziehlehre her, besorgte mir Klebeharz (ähnlich GFK Autospachtel), trug dieses reichlich auf und zog die Kontur mit der Lehre ab. Das Ergebnis war überraschend gut und ich war mir zu diesem Zeitpunkt sicher, auch das Finish nun schnell und gut hinzubekommen – dachte ich – doch dazu später dann mehr.

Jetzt wollte ich aber erst mal was hören. Also montierte ich die Frequenzweiche durch den Ausschnitt des TT in das Eck der Gehäuseverstärkung, stellte alle Verkabelungen her, wobei ich zum Testen Steckverbinder wählte - nur den Hochtöner lötete ich ganz leicht und provisorisch fest. Nach der Chassismontage war es nun soweit, Lautstärkeregelung auf 0, Einschalten, Lautstärkeregler ganz langsam aufdrehen, doch oh Schreck, was war da los?

Keine Höhen, keine Mitten, kein Bass – einfach nur schrecklich, mein Kofferradio klingt besser. Was hatte ich falsch gemacht? So schlecht kann ein Lautsprecher für das zugegebenermaßen wenige Geld gar nicht sein. Die Weiche kann’s nicht sein – die hat Udo zusammengelötet. Verpolte LS könnens auch nicht sein – da habe ich genau aufgepasst. Besonders fällt auf, dass absolut keinen Höhen da sind – sind die HT kaputt – beide?

Also nach einer halben Stunde Verzweiflung und wilden Schimpfattacken einen HT aus den alten Boxen zum Testen ausgebaut, Schrauben der Hochtöner an den neuen Boxen gelöst, mit den Fingernägeln unter den Bund gefummelt und angezogen. Und WOW – auf einmal war Klang da: glasklare Höhen, stimmige Mitten und Bass (und noch mal Bass). Was war passiert ? Nachdem ich dann den HT ganz aus seiner Einbauöffnung gezogen hatte, konnte ich den Übeltäter erkennen. Ein feines Äderchen hatte sich wegen der nur provisorischen Lötung umgebogen und kam mit der metallenen Rückseite des HT in Kontakt (was so ein Kurzschluss ausmacht ;-).

Ich hatte mich dann auch zeitnah erstmal wieder beruhigt und startete eine ausgiebige Hörsession mit Musik der 80er Jahre. Der nächste Schock (oder besser zwei): die Boxen spielen unterschiedlich laut und der Bass brummt und wummert, dass es nicht auszuhalten ist. Da war ich in einem Zustand, in dem mir rationales Denken nicht mehr möglich war und ich kontaktierte Udo. Er riet mir, die Boxen am Verstärker umzustecken (da hätte ich auch selbst drauf kommen können - müssen) und etwas Dämmung in den Reflexkanal zu stopfen. Das Umstecken ergab, dass der Fehler beim Verstärker zu suchen war (war mir vorher nie aufgefallen) und die Dämmung des Reflexkanals brachte bzgl. Brummen und Wummern auch keine relevante Besserung (erwähnen möchte ich noch, dass mir der kritische Aufstellort der linken Box, ecknah und unter Dachschräge, durchaus vorher bewusst war). Zu diesem Zeitpunkt waren aber weder Spikes noch Gummis angebracht und so kämpfte ich mich durch diverse Forenbeiträge und stieß auf eine Lösung, die sich viel versprechend anhörte – nämlich Gummifüsse, Granitplatte, Spikes, Lautsprecher (von unten nach oben). Nun gut, ich machte mich also auf, um mir Granitplatten zu besorgen und konnte Dank einschlägiger Kontakte zwei gleich große Reststücke zum Nulltarif ergattern. Gummifüße an Granitplatte geklebt, Spikes an den LS angebracht, LS auf Granitplatte gestellt und :-) (mehr dazu am Ende des Berichts)

Bevor ich mich um den Verstärker kümmern wollte, beschloss ich, erst das Finish fertig zustellen. So entfernte ich wieder die Chassis, karrte die Boxen zum Schreiner, um die langen Fasen an der Vorderseite anbringen zu lassen und als die Rohbauten dann vor mir standen, musste ich feststellen, dass mir die Optik doch noch nicht 100%ig gefiel. Es störten die kurzen 45° Kanten, die die Schallwand im Bereich des Hochtongehäuses hin verjüngen. Die mussten auch angefast werden und obwohl ich wusste, dass ich auch diesen Entschluss bereuen werde, griff ich zur Handsäge und versuchte, den Schnitt so genau wie möglich hinzubekommen. Danach bemühte ich erneut das Klebeharz und modellierte die Fläche, die von dieser 45° Kante nach hinten in den Radius auf 0 ausläuft.

Was nach der Aushärtung kam, brauche ich nicht weiter zu beschreiben. Tagelanges wiederholtes Spachteln und Schleifen von 3 Flächen, die alle an einem Punkt ineinander übergehen. Erschwerend dabei war die Tatsache, dass ich anscheinend den Härter für das Klebeharz zum Modellieren des Radius nicht ausreichend untergemischt hatte und immer, wenn ich mich dem Ende nahe geglaubt hatte, irgendwo ein Bläschen in der Radiusfläche aufgetaucht ist. Obwohl ursprünglich eine schwarze Hochglanzlackierung vorgesehen war, wollte ich trotz Verwerfung dieses Finish’s nicht von meiner Vorstellung von Perfektion abrücken und beendete die Spachtel- und Schleiftortur erst, als die Flächen einen Zustand hatten, der auch für eine Hochglanzlackierung gepasst hätte.

Am Samstag, 3 Wochen nach Baubeginn, war es dann soweit. Die Boxen waren am Tag vorher grundiert und zwischengeschliffen worden und nun lackierfertig. Ich hatte schon mehrere Objekte mit der Rolle lackiert und ich war mir sicher, auch die Boxen perfekt mit der Rolle lackieren zu können. Aus den angegebenen Trocknungszeiten ermittelte ich den Zeitpunkt für die Erstlackierung damit nach einer Zweitlackierung und erneuter erforderlicher Trocknungszeit noch am selben Tag mit dem Zusammenbau begonnen werden konnte. Also ignorierte ich meinen samstäglichen Bio-Rythmus, stand um 6:00 Uhr auf und um 7:15 war die erste Schicht aufgetragen. Weil ich sonst nichts vor hatte, legte ich mich in der Überzeugung, dass nun nichts mehr schief gehen könnte, noch mal bis zur zweiten Lackierung um 12:00 Uhr aufs Ohr (der Kopfschüttelnde muss wissen, dass ich nebenberuflich Softwareprogrammierer bin und bis kurz vor 4:00 Uhr gecodet hatte). Als ich jedoch aufstand und mein erster Gang zu den Boxen führte, traf mich fast der Schlag. Die glänzten wie die Speckschwarten. Staubtrocken sollten sie nach 2 Stunden sein, ein vorsichtiger Versuch auf der zuerst lackierten Rückseite offenbarte aber, dass dieser Zustand noch lange nicht erreicht sein würde. Ein Anruf beim Verkäufer des Farbenfachhandels folgte und dieser beteuerte, dass die Farbe auf jeden Falls noch matt werden würde.

Als ich mich aber gegen 15:30 Uhr immer noch in den Boxen hätte frisieren können, sah ich das Projekt akut gefährdet und besorgte mir im Baumarkt nochmals eine andere Dose mattschwarz. Der Verkäufer versicherte auf mehrfache Nachfrage, dass die neue Farbe bedenkenlos auf die Vorherige aufgetragen werden könnte und so begann ich gegen 16:30 mit der zweiten Lackierung. Gegen 18:00 Uhr war dann auch der Glanz verschwunden und mir fiel ein Stein vom Herzen – ich hatte meinen Zeitplan für Samstag zwar nicht eingehalten, jetzt konnte aber wirklich nichts mehr schief gehen (und ich sollte recht behalten, was die Boxen betrifft). Die Endmontage verlief problemlos und hier nun das Ergebnis, für das ich verantwortlich bin:

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Und hier das Ergebnis, für das Udo verantwortlich ist: Er hatte mir, gemäß meiner Anforderungen – gut verständlicher Fernsehton und evtl. etwas Bass für Musikwiedergabe – die FirstTime 8 empfohlen und hat damit voll ins Schwarze getroffen. Ich habe zwar keine direkten Vergleiche, aber ich kann versichern, dass das Ziel nicht nur erreicht wurde, sondern das Ergebnis weit übers Ziel hinausgeschossen ist. Die genauen Kriterien wie Instrumentenzuordnung, Bühne usw., die man in anderen Beschreibungen meist liest, kann ich mangels Erfahrung nicht genauer spezifizieren. Ich denke aber, die einfachste Beschreibung, die auch jeder versteht, ist folgende: Nachdem ich den Aufwand mit Gummi/ Granitplatte/ Spikes getrieben und die Lautsprecher mehrfach verrutscht habe, die Boxen nun seit mehreren Wochen per Bi-Amping antreibe (Tiefen mit altem Amp wegen. Schaden im HT Bereich, Mitten und Höhen mit neuem Yamaha A-S700) treibt es mir jedes Mal, wenn ich meine Musik aus den 80ern und neueren Hip-Hop/ Funk usw. auflege, erneut ein Grinsen ins Gesicht, dass sich erst nach einiger Zeit wieder gibt. Jeder Film ist nun ein Genuss.

Der Bass ist genial: tief, trocken und auch bei moderaten Pegeln präzise. Von Brummen oder Wummern ist nichts mehr zu hören. Ein Subwoofer ist definitiv nicht mehr erforderlich. Die Höhen sind glasklar, Sprache bei Filmen ist nun sehr gut zu verstehen und ich entdecke in fast jedem Musikstück Töne, die ich auch mit High-End Anlage im Auto so noch nicht gehört habe. Neugierig geworden, habe ich mir seit dem Bau bei jeder Gelegenheit Lautsprecher angehört und in den üblichen Verkaufstellen auch in der dort teuersten Preisklasse nichts Vergleichbares gefunden.

Udo, ich danke Dir für die Entwicklung dieser Box, die Empfehlung an mich, die guten Ratschläge und Informationen und wünsche Dir auch weiterhin so ein glückliches Händchen.

Matthias

Fossis FT 8

Fossis FT 8

First Time 8 in 9 Tagen
ein Baubericht von Fossi

Vor zwanzig Jahren habe ich bereits einmal die Welt des Lautsprecherbaus betreten. Damals, kurz nach Weihnachten und in der Werkstatt meines Onkels, haben Perlessbausätze in einem 75l Gehäuse ein neues Zuhause gefunden und mir über lange Jahre gute Dienste geleistet. Nun haben sich die Schaumstoffsicken, eine zu der Zeit weit verbreitete Bauform, in Wohlgefallen aufgelöst und ich musste mich nach einem Ersatz umsehen

Im Sommer bin ich über Udos Homepage gefallen – sehr zum Leidwesen meiner Freundin – und nach intensivem Studium dieser hatte ich keine Lust auf Ersatz, sondern auf was Neues. Da ich die Boxen überwiegend im 5.1 Betrieb nutze, habe ich mich für Udos First Time 8 entschieden. Ganz sicher war ich nicht, ob dieses Lowbudget-System meinen Wünschen gerecht werden würde. In einem Telefonat mit meinem Vater konnte ich Finanzierung und Verbleib sicherstellen: „Bau die Dinger einfach. Wenn Sie nichts werden, nehme ich Sie.“ „Und wenn Sie was werden?“ „Nehme ich Sie auch!“

IMG_1267Zwei Tage später waren die Sätze bei Udo bestellt. Eine Lieferung ist auch nach Österreich problemlos möglich. Bei OBI habe ich die Holzliste abgegeben und am Abend habe ich mich ans Zusammenleimen gemacht. Ich habe mich für einen, laut Aussage des OBI-Mitarbeiters, leicht schäumenden Ponal Montageleim entschieden. Bei einer Anpresszeit von einer Stunde ist die Verarbeitung ohne Leimzwingen nicht möglich. Der Leim tritt aus allen Fugen und härtet als eine Art Schaum aus. Das garantiert die absolute Dichtheit. Der Falltest aus 1,5 m Höhe – die gestapelten Gehäuse sind bei der weiteren Bearbeitung im Außenbereich einer Windböe zum Opfer gefallen – hat keine nennenswerten Schäden hinterlassen. Die Stabilität ist auf jeden Fall gewährleistet.

IMG_1278Die Leimreste lassen sich mit einem Cutter-Messer leicht entfernen und die Schleiferei fällt mittels Exenterschleifer leicht. Von meinem Nachbarn, vielen Dank an dieser Stelle noch mal, durfte ich mir eine Oberfräse und einen Frässkopf ausleihen. Die Kanten mit der Fräse abzuwinkeln, habe ich mir wesentlich schwieriger vorgestellt. Die Aktion war nach 15 Minuten beendet und das Auto meiner Freundin mit einer 1cm dicken MDF-Staubschicht zugedeckt - ups. Von meinem ersten Lautsprecherbau wusste ich noch, das MDF beim Verarbeiten zu so etwas wie Mehl zerfällt. Ich empfehle an dieser Stelle dringlichst einen Mundschutz. Die Öffnungen habe ich Mangels Fräszirkel mit der Stichsäge umgesetzt.

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Nach Konsultation des örtlichen Farbenfachgeschäfts wurden mir Adler-Lacke empfohlen. Von Adler gibt es einen 4in1 MDF-Füller in weiß, schwarz und wahrscheinlich noch weiteren Grundfarben. Der Schwarze war leider abwesend. So habe ich den Weißen genutzt, dazu dann einen Pigmentpur Lack in Schwarz und anschließend einen Klarlack. Zudem noch Feinspachtel für die kleineren Schrammen des Fallsturzes und die Montageungenauigkeiten. Etwa zu diesem Zeitpunkt kamen die Bausätze aus Bochum und so konnte ich die Bauteile einpassen und die Schraublöcher bohren.

IMG_1543Der “4 in 1”-Füller lässt sich mit der Wagnerspritze 660 aus dem OBI etwas schwierig verarbeiten. Eine Verdünnung wird mit 10% empfohlen, das ist etwas wenig. Der Füller lässt sich hervorragend schleifen. Anschließend musste ich den Farblack auftragen, das entfällt jedoch, wenn mit Füller in der richtigen Farbe gearbeitet wird. Mit 600er Schleifpapier kann man kleinere Fehler ungesehen machen. Man kann diesen Schliff direkt mit Klarlack überziehen, die Schleifspuren sind anschließend nicht mehr zusehen. Das zu Wissen, hätte mir bei den ersten Gehäusen viel Arbeit und Lack erspart.

IMG_1325Das Ergebnis ist wirklich zufrieden stellend. Die Lautsprecher werden nun in hochglänzendem Tiefschwarz tönen. Am Freitag hatte ich begonnen, jetzt haben wir etwa Samstagabend eine Woche später.
Am Sonntag habe ich die Gehäuse aus der Garage geholt und angefangen in unserem Wohnzimmer die Weichen zusammenzulöten. Udo packt übrigens den Schaltplan mit der detaillierten Teilebezeichnung in den Versandkarton. Ich habe den Versuch gestartet, dass aus der Bauanleitung herauszulesen – geht nicht! Außerdem habe ich versucht, die Widerstände nach den Farbkodierungen zu bestimmen. Wer im Besitz eines Strommessgerätes ist, kann das durchaus schneller erledigen. Dieser Tipp meines Vaters hätte mir auch einiges an Zeit erspart.

IMG_1332Die Bauteile habe ich dem Schaltplan folgend zusammengelötet, mit Heißkleber auf kleine Holztäfelchen geklebt und mit den auf Länge geschnittenen Kabeln versehen. Udo hat mir für den zweiten Bausatz empfohlen, die Spulen möglichst weit getrennt zu verkleben. Ab etwa 3-5cm findet keine nennenswerte gegenseitige Beeinflussung mehr statt. Das habe ich bei den Ersten nicht ganz beachtet. Die Holztäfelchen kann man nun auf die Gehäuserückwand kleben oder schrauben. Nun noch die Dämmung einsetzen, die Chassis anlöten und einbauen und dem ersten Hörgenuss steht nichts mehr im Wege.


IMG_1339Ich habe die Lautsprecher natürlich vor dem Transport nach Norddeutschland in Österreich „einspielen“ müssen. Bass und Hochton sind bei einem 5.1 System leicht überzeichnet – laut Udo. Das habe ich bei meinem alten Yamaha-Receiver, ein Vorkriegsmodell ohne digitale Eingänge, nicht bemerkt. Erst mit dem RXV2700 war das bei normaler Musikwiedergabe rauszuhören. Eine Dämpfung um ein bis zwei Dezibel an der Endstufe schafft aber schnell Abhilfe. Ansonsten ist dieser Lautsprecher einfach nur genial. Von allen Seiten habe ich bislang nur gutes gehört: „Iss hier ja wie im Kino!“ Wenn man das erste Mal sieht, zu wie viel Hub die Bässe in z.B. Mr. & Ms. Jones fähig sind, bleiben die Blicke erst einmal ungläubig an den Lautsprechern hängen. Die Raketen fliegen durch den Raum und sowohl Pumpgun als auch schallgedämfte Pistole lassen die Decke beben. Und dann lieber noch mal schauen, ob die Sicken dieser Belastung auch wirklich gewachsen waren.

Nachdem ich nun so gute Erfahrungen in Norddeutschland gemacht habe, bin ich nach einem weiteren Telefonat nach Bochum gefahren. Ich hatte sowieso eine Einkaufstour nach Bielefeld geplant. Bei diesem Hörtermin in Udo’s „Bude“ habe ich sehr viel dazugelernt. Enorm beeindruckt hat mich ein Röhrenverstärker in Verbindung mit einer Regalbox. Die Lautsprecher waren kaum zu orten, der Bass war deutlich präsent und die Frage, wo denn der Subwoofer stehe, blieb abgesehen von Udos breitem Grinsen, unbeantwortet. Den Unterschied zwischen normaler und Röhrenendstufe ist ähnlich dem eines Vorhangs, den man vor den Lautsprechern zurückzieht. Bei diesem Gespräch hat mir Udo offenbart, das es eigentlich keine wirkliche Alternative im Stereobereich zum Filmgucken gibt, da eben die Überzeichnung von Bass und Hochton fehlt, die einem beim DVD-Schauen das Grinsen ins Gesicht zaubert. Da ich mein System überwiegend zum Fernsehen nutze, habe ich mich zum Bau eines zweiten FT8-Sets entschieden. Die Bausätze habe ich direkt in Bochum mitgenommen, bis zum Bau musste ich mich aber noch sechs Wochen gedulden.

Die Proportionen des FT8-Tops haben mir nicht so gut gefallen. Die Box passt liegend mit knapp 40 cm perfekt in jedes HIFI-Rack, mit 24 cm Breite aber kaum – das entspricht ca. 6 Höheneinheiten und selbst die dickste Endstufe aus Daddys DJ-Equipment kommt nicht über fünf Zoll hinaus. Ich habe die Breite der Front um fünf Zentimeter reduziert, und das fehlende Volumen in der Tiefe dazugegeben. Die Proportionen passen jetzt sehr viel besser zu den Hauptlautsprechern und die Box ist etwa zwei Zentimeter höher als mein Yamaha RXV2700. Im Hintergrund passen die Lautsprecher perfekt in ein 30cm Ivar-Regal.

IMG_1531IMG_1535Zuschnitt erfolgte wieder bei OBI, zusammengesetzt habe ich die Boxen wieder im Flur. Um unabhängiger von Umwelteinflüssen zu sein, habe ich mir die Garage eines Bekannten geliehen. Die Fräserei hat mich so beeindruckt, dass ich mir eine eigene Fräse gegönnt habe. Einen Fräszirkel aus 12mm Sperrholz ist schnell ausgeschnitten. Als Dorn musste eine Spax-Schraube herhalten. Zur Fixierung der unterschiedlichen Radien ebenfalls. Nach einem ersten Versuch, und der Feststellung, dass auch hier mit etwas Geschick gute Erfolge zu erzielen sind, habe ich mich entschlossen, die Chassis abgesehen vom Hochtöner zu versenken. Das war keine schlechte Entscheidung. Dadurch machen die Lautsprecher machen einen wesentlich wertigeren Eindruck.

IMG_1545Als Farbe habe ich mich für ein leicht getöntes Weiß entschieden. Den 4in1-Füller gibt es in RAL9010. Das leicht gebrochene Weiß brennt nicht ganz so in den Augen. Den Füller habe ich mit 10% Härter und unüblichen 20-25%Verdünnung verarbeitet. Die Wagner 660 schafft dickere Soßen leider nur klecksweise. Der Füller lässt sich mit sehr wenig Aufwand plan schleifen. Man sollte hier über Handbetrieb nachdenken, die hölzernen Ecken schauen mit dem Excenterschleifer sehr schnell wieder durch die Farbschicht. Anschließend ein bis zwei Durchgänge mit Klarlack und die Gehäuse stehen da wie ein Konzertflügel.

Die Produktion der Weichen hatte ich an zwei Abenden schon mal vorgezogen. Beim zweiten Mal geht alles schneller und die Empfehlungen von Udo habe ich ebenfalls einfließen lassen. Somit waren die Gehäuse schnell mit der Technik bestückt. Bei meinem ersten Set hatte ich eine kleine Neigung der Dayton-Chassis zum Klappern bei extrem großen Lautstärken festgestellt. Um Dem zu entgehen habe ich auf das Hoferangebot mit Fensterdichtungen aus Schaumstoff zurückgegriffen. Diese p-förmigen Dichtungen passen sehr gut in den Rand des Blechkorbes und sind in der eingefrästen Vertiefung der Chassis nicht mehr zu sehen. Aufstellen, anschließen, fertig.

IMG_1562Gestern habe ich mir Ronin, einer meiner Lieblingsfilme, das erste Mal in Dolby-Digital angehört. Der Film ist fantastisch vertont. Die Verfolgungsjagden durch Paris und Nizza sind fantastisch, ein Audi S8 klingt wie ein Audi und ein geschalteter BMW eben wie dieser klingen muss. Explosionen lassen die Bude erschüttern und Projektile fliegen quer durch den Raum. Man ertappt sich immer wieder dabei, den Ton leiser zu machen, um die Nachbarn zu schonen. Wie Udo auf seinen Seiten immer betont, ist die theoretische Leistung eines Lautsprechers und einer Endstufe kaum entscheidend. Wenn der Yamaha-Receiver auf etwa 0db läuft, werden Explosionen oder ähnliches unsauber, die Leistung meiner Endstufe bringt dann den Raum oder die Lautsprecher an Ihre Grenzen. Man macht dann automatisch etwas leiser. Auch eine überforderte Endstufe lässt sich schnell raushören und die Leistung korrigieren. Die Lautstärke ist dann aber im wahrsten Sinne ohrenbetäubend, weit lauter als in jedem Multiplexkino. Mein Wohnzimmer hat übrigens etwa 50qm mit hoher, offener Holzdecke. Wer möchte, ist herzlich auf eine Hörprobe in St. Johann in Tirol eingeladen.

Fossi


Martins First Time 8

Martins First Time 8

 Black and White

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Angefangen hat die ganze Geschichte im vergangen Winter. Nachdem die Ansprüche die letzten Jahre über gestiegen sind, musste das erste Teil meiner bis dato treu dienenden Anlage weichen. Dabei traf es meinen sieben Jahre alten AV-Receiver Panasonic SA-HE7, der durch einen Onkyo TX-SR505E ersetzt wurde. Um dessen Potential auch umsetzen zu können, begann bald auch die Suche nach geeigneten Lautsprechern (vor allem im Frontbereich). Im Lastenheft stand neben gutem Klang auch die Fähigkeit, im Alltag ohne Subwoofer auskommen zu können. Für mich als Studenten ist dabei natürlich auch der Preis ein heißes Kriterium. Fertigboxen waren damit also so gut wie aus dem Rennen und Selbstbau macht sowieso mehr Spaß.

Fast ein halbes Jahr ging ins Land, bis ich auf die Seite von Udo gestoßen bin und dort eine Grobskizze seines Neu-Projektes FirstTime 8 gesehen hab. Größe, Bestückung und zu erwartende Kosten ließen mich neugierig werden. Den Tag des ausführlichen Berichts konnte ich kaum erwarten und nach erstem Durchlesen war die Entscheidung pro FT8 schon gefallen.

Der Aufbau
An einem der folgenden Tage wurde dann neben der Bestellung des Bausatzes auch der Weg zum nächsten Baumarkt mit Zuschnittservice in Angriff genommen. Dort traf ich trotz fortgeschrittener Stunde (45 min vor Schließung) einen sehr netten und engagierten Mitarbeiter an, der mit Bedacht alle Bretter aus 19mm MDF zugeschnitten hat. Zusätzlich gabs dann auch diverse Reststücke gratis dazu. Für diesen Top-Service möchte ich mich an dieser Stelle bedanken, scheint ja nicht überall so zu sein ;-). Mit etwas über 50€ für das MDF von beiden LS lag ich sogar deutlich unter den Kosten, die angegeben waren.

FT8Bild2Zum „Rohbau“ muss ich meines Erachtens nichts sagen, denn ein paar Bretter mit Leim zusammenzufügen, sollte niemanden vor allzu große Probleme stellen. Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass man ordentlich viel Leim verwenden sollte und vor allem bei Express-Leim muss man sich sputen, denn dieser macht seinem Namen alle Ehre

FT8Bild3Nachdem alle Bretter fest zusammengesetzt und der Leim aushärtet war, ging es ans Einfräsen der Öffnungen. Nachdem ich wohl nicht allzu viele Projekte angehen werde, lohnt sich für mich die Anschaffung bzw. der Bau eines richtigen Fräszirkels nicht, weswegen diese etwas improvisierte Variante entstanden ist. Prinzipiell besteht sie aus einem MDF-Brett, auf dem mittels zweier Bolzen die Oberfräse befestigt wird. Über diverse Löcher, wird je nach Bedarf ein Zentrierpin befestigt, um unterschiedliche Radien darstellen zu können.

Funktioniert hat das Ganze hervorragend, wobei ein bisschen Probieren an einem Versuchsstück durchaus zu empfehlen ist, um auch wirklich sicher gehen zu können, dass der richtige Durchmesser erreicht wird.

FT8Bild4Nachdem alle Öffnungen gefräst bzw. mittels Lochsäge (beim HT) gebohrt waren, ging es ans Schleifen der Ungenauigkeiten aus dem Rohbau, die sich bei einem Anfänger (wie ich es nunmal bin), nicht vermeiden ließen. Hier entscheidet eigentlich nur der Fleiß über den Erfolg

Da mir eine eher runde Optik gefällt, wurden die Kanten mittels Viertelstabfräser abgerundet, was mit Hilfe der Tipps von Udo’s Homepage einfacher war als erwartet. Das Ergebnis ist im rechten Bild zu sehen.

FT8Bild5Die nächste Fleißaufgabe, Spachteln und Schleifen stand an und verschlang etliche Stunden, schließlich gibt’s ohne gute Vorbereitung kein anständiges Finish.
Nun gings ans Grundieren, was ich nach dem Tipp von Udo mit „Fenster- und Türengrund“ von Schöner Wohnen mit der Schaumstoffrolle aufgetragen habe. Nach insgesamt nur 2 Schichten, die jeweils über Nacht trocknen durften, fand ich Oberfläche und Farbton so gelungen, dass sich an dieser Stelle für mich jeder weitere Schritt erübrigt hat.

Die Weiche
FT8Bild6Dieser Punkt hat mir zuvor einige Gedanken bereitet, schließlich wollte ich auch hier eine saubere Lösung, die nicht nur funktioniert, sondern auch ansprechend aussieht. Bei einigen gelesen Einbauberichten hat mir die Lösung vor allem bei zweitem Punkt nicht gefallen, also wurde mal was Neues versucht. Trotz eines 8mm-MDF-Brettes als Grundlage wollte ich eine Art Platinenbauweise erreichen. Zusammen mit meinem hauseigenen Elektrotechniker ( ;-) ) wurde ein nettes Layout entwickelt und auch umgesetzt. Das Ganze hat für beide Weichen etwa 3 Stunden gedauert und das Ergebnis rechtfertigt in meinen Augen diesen Aufwand, schließlich baut man nicht alle Tage „seine“ Lautsprecher. Die Anschlusskabel sind bewusst nicht direkt angelötet, damit später die Weiche zu eventuellen Reparaturzwecken leicht ausgebaut werden kann. Der anschließende Einbau von Weiche, Komponenten und natürlich Dämmmaterial war relativ einfach und nicht geprägt von Speziallösungen. Sollten dennoch Fragen aufkommen, könnt ihr euch gerne bei mir melden.

Der Klang

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Nun zum wichtigsten Punkt des ganzen Projekts, dem Klang. Die ersten Töne, die die FT8 ausspuckten, haben mich, gelinde ausgedrückt, in eine andere Welt versetzt. Kein Vergleich zu meiner alten Kombo (Magnat Victory 80), sondern so klar, detailiert und druckvoll, dass es eine wahre Freude war. Zufällig lief durch die Playlist gerade mit „Seven Nations Army“ von „The White Stripes“, ein Lied, das durch seine Dynamik lebt.
Nach einigen Minuten des Staunens am Abend der Fertigstellung (immerhin war es schon 22.45 Uhr) habe ich mich dazu entschlossen, mir erst am nächsten Tag, nach etwas Einspielzeit mit leiseren Klängen, das Ganze etwas analytischer zu begutachten. Also rein mit der „Focal Tools CD“, die so ziemlich alles parat hält, was Lautsprecher fordert. Angefangen mit den Einzelfrequenzen von 20 Hz aufwärts um eventuelle Resonanzen und Schwachpunkte zu finden. Mal abgesehen von einer Resonanz bei ca. 200 Hz, bei der meine Zimmertür sich in den Tod zu schwingen scheint, gab es ein einwandfreies Bild, beim Aufbau dürfte also alles gut gelaufen sein. Begeistert hat mich aber etwas anderes: Der Klang eines 1-Zylinder-Motorrades, der als Bass-Test auf der CD ist, klingt so unheimlich imposant und natürlich, dass gleich mein Dad nach oben kam um zu fragen, was denn hier durch mein Zimmer fährt. Tiefbass ist also absolut ausreichend vorhanden. Zum Rest des Hörtests ist einfach nur zu sagen, dass alles so ist, wie es sein sollte, Frauen klingen wie Frauen, Männer wie Männer und die einzelnen Instrumente sind sowohl in Soli als auch im Orchester gut hörbar. Wirklich eine Wohltat im Vergleich zu früher.
Auch nach einigen Wochen ist die Begeisterung immer noch vollkommen vorhanden. Die wahre Bestimmung der Firsttime 8 ist aber der Heimkino-Betrieb. Ich hätte niemals gedacht, dass ich so einen druckvollen Auftritt ohne zusätzlichen Subwoofer hinbekomme. Als erstes lief durch mein DVD-Abspielgerät „The day after Tomorrow“, bei dem mich die Authentizität des krachenden Eises in den Bann bezogen hat. Ehrlich gesagt hatte ich diese Stelle weitaus weniger imposant in Erinnerung, so dass ich erst mal aufgeschreckt bin
Musiktechnisch ist nun auch so gut wie alles durch die Kabel geflossen und ich konnte noch keinen Fehler finden. Mittlerweile läuft allerdings ab und an wieder ein Subwoofer als Unterstützung dazu. Ich bin einfach ein alter Schalldruck-Fanatiker und so ein netter 12“-Langhuber bringt einfach noch mehr Druck von unten. Wäre ja außerdem zu schade, wenn der PA-Verstärker, der für dessen Antrieb zuständig ist, in der Abstellkammer verstauben würde

Mein Fazit
Den Kauf des Bausatzes bereue ich absolut nicht. Meine Grundanforderungen sind erfüllt, im Alltag ist kein Subwoofer mehr nötig und selbst bei Pegel-Attacken, die nachbarschaftsgefährdend sind, machen die 25er nicht schlapp. Der Klang ist für mich mehr als ausreichend und für die angefallenen Kosten unschlagbar.
Der Bau hat sehr viel Spaß gemacht, war jedoch auch sehr zeitintensiv, um es in den vorgesehenen 10 Tagen zu schaffen. Jeder der etwas handwerkliches Geschick, das nötige Werkzeug und Gefallen an zwei nicht zu übersehenden Schallerzeugern hat, dem empfehle ich nur, den Bausatz zu bestellen, in den nächsten Baumarkt zu rennen und sich die restlichen Materialien zu beschaffen. Ein bisschen Interesse an außergewöhnlichen Lösungen und neuen Ideen ist zudem auch nie verkehrt.
Zum Schluss geht mein Dank an Udo, natürlich meinen Vater für die Unterstützung (und die Bereitstellung der Werkstatt) und die Bewohner meines Hauses, die in Zukunft noch mehr „Good Vibrations“ auszuhalten haben werden.

Martin

First Time 8

First Time 8

Ich gebe es zu, diese Lautsprecher hatte ich schon lange auf der Liste, es gab in Deutschland jedoch keinen rechten Vertrieb dafür. Importe in Kleinmengen aus den USA waren wohl am Markt vorhanden, aber wer Lautsprecher in den Handel bringt, sollte sich auch um die in der EU geforderten Garantien kümmern. So war es mir nur lieb, dass Intertechnik Anfang des Jahres den Deutschland-Vertrieb der preiswerten Produkte von Dayton, einem amerikanischen Großhändler mit chinesischer Produktion, übernahm. Mir bescherte man damit eine Menge neuer Chassis, die frischen Wind in die FirstTime-Reihe bringen werden. Ein ganz besonderes Ausrufezeichen setzt bereits der erste Bausatz, die Standbox mit Format, die nicht nur den Einsteiger in den Selbstbau mit kleinem Preis erfreut. Artgerecht trägt sie den Namen FirstTime 8. Um keine halben Sachen zu machen, bekam sie auch einen Ableger mit Regaleignung.

Bestückung

Ziel meiner ersten Bausatzentwicklung mit Dayton-Chassis war es, eine preisgünstige, dennoch imposante Box zu bauen, die sich trotzdem im Wohnzimmer leicht hinter ihrer schmalen Schallwand verstecken kann. Ausführen lässt sich so etwas nicht mit einem, zwei oder vier 13ern, deren kleines Böxlein mit überdimensionalem Umbau kaschiert wird. Glaubwürdig klingen kann das bei den Abmessungen, die das Auge wahrnimmt nie, auch wenn die gleichen Lautsprecher in einer kleinem Box subjektiv empfunden schon erstaunlich tief herunter spielen. sollten. Ordentlich Membranfläche ist da gefragt, die leider in kleinen Chassis nicht unterzubringen ist. Das Verlangen nach einer schmalen Front steht also im krassen Gegensatz zu imposantem Gehabe und doch gibt es eine elegante Lösung, die zu Unrecht oft nur mit gleichzeitigem Naserümpfen genannt wird: den Seitenbass.

SD270_8_8seitAus der großen Zahl der Dayton-Chassis suchte ich mir den SD 270-88 aus, dessen doppelte 8-Ohm- Schwingspule ich zu einem 4-Ohm-Antrieb parallel schaltete. Im gestanzten Blechkorb glänzt die getränkte Membran aus geprägter Pappe, die mit einer “normalen” Gummisicke umrahmt ist. Dies weist bereits darauf hin, dass es sich beim 270er keinesfalls um einen reinen Subwoofer handelt, dem man seit einiger Zeit einen Fahrradschlauch um den Hals legt. Ein weiteres Indiz dafür ist die bewegte Gesamtmasse der Schwingeinheit von nur 64 Gramm und die 88 dB SPL/ 1w/ 1m, was den gemessenen 91 dB/ 2,83V/ 1m entspricht. Mit 38 mm Durchmesser sind die Schwingspulen auf einen Aluträger gewickelt, zu ihrer Belüftung sind keine Löcher unterhalb der flachen Zentrierung vorhanden. Dafür ist der Polkern großzügig durchbohrt und eine Kappe schirmt das Magnetsystem SD270_8_8detab, damit der Bass auch nah an Röhrenfernseher heranrücken darf. Dies ist zwar keine wichtige Option in meinem Pflichtenheft für die FirstTime 8, aber vielleicht ist das für andere Anwender des Chassis bedeutsam. Sehr gut passten meine Messdaten und die des Herstellers überein, Resonanzfrequenz bei 25 Hz, Gesamtgüte 0,38, Äquivalentvolumen 110 gegen gemessene 103 Liter sprechen für sich, den Amplituden- und Impedanzschrieb kann man als identisch bezeichnen. Beide wurden zwar mit Clio erstellt, aber es liegen immerhin fast fünf Jahre und die halbe Welt zwischen ihrer Entstehung. Beim Preis von 40 Euro ist das nicht unbedingt zu erwarten.

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Da der Seitenbass einen Mitspieler braucht, der alle Töne schon allein bis nah an 100 Hz von sich geben kann, hatte ich nicht viel Auswahl unter den möglichen Chassis. Ich kann es aber unumwunden zugeben, das ich mir vorausschauend von Intertechnik den DA 135-8 zur schnellen Lieferung aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten gewünscht hatte. Abgesehen von seinem strahlenden Aussehen, das er natürlich seiner Aluminium-DA135_8handMembran mit gut kontrastierendem, schwarzem Staubschutz verdankt, überzeugten mich auch die Herstellerdaten, die ich dann wiederum bei meinen eigenen Messungen nicht als dessen Wunschdaten entlarvte. Sein Korb aus Stahlblech weist die gleichen Stabilitätsmerkmale auf wie der des SD 270-88. Der Rand ist sauber abgekantet, die Zentrierung ist flach und nicht hinterlüftet. Selbstverständlich ist heute die Gummisicke, nicht jedoch die makellos saubere Verarbeitung des Chassis. Kleberreste oder sonstige Schlampigkeiten sucht man vergebens, dafür findet man dort, wo der Korb auf der Front aufliegt, eine nahtlos aufgeklebte Dichtung. Erwähnenswert bei soviel ordentlicher Qualität ist sein moderater Preis von 17,90 Euro.

SDT26Nvorn1Als ich noch über den passenden Hochtöner nachdachte, gab es aus Kerpen eine kleine Überraschung für mich, obwohl ich nicht einmal Geburtstag hatte. Aus Norwegen war gerade ein kleiner Seas-HT angekommen, der den Namen SDT 26 N erhalten hatte. Sein Neodymmagnet bewegt per 25 mm Schwingspule die Gewebemembarn, die ein wenig vorwitzig aus ihrem kurzen Waveguide herausragt. Bei dieser Art Magnetsystem, das mit seiner kleinen Fläche nur wenig zur Kühlung der stromdurchflossenen Kupferdrähte beträgt, ist es natürlich nicht möglich, den Luftspalt ohne Ferrofluid zu belassen. Dessen Einfluss sehen wir deutlich an der Impedanzspitze bei Fres = 1490 Hz, die mit 4,5 Ohm kaum über dem SDT26NbMinimum von 3,08 Ohm liegt. Auf meiner Chassistestwand habe ich den Hochtöner gemessen ohne ihn bündig einzufräsen (blau), woraus die Senke bei 12 kHz resultierte. Mit Versenkung in der Wand verschlechterte sich der Schrieb so sehr (rot), dass ich mich, hier wird das noch erstaunen, sogar darüber freute. Die Überraschung war jedoch nicht der Hochtöner an sich, als vielmehr sein Preis. Für 17,80 Euro ein wirklich gutes Hochtonchassis Made in Norway zu erhalten, hatte ich nicht erwartet. Somit passte der SDT 26 N erst recht in das Finanzgefüge der FirstTime 8.

Datenblätter


SD270_88Zeich
Dayton SD 270-88
Messungen als TXT.Dateien



SD270_8_8vorn

Chassishersteller: Dayton
Preis: 40 Euro
Artikelnummer: 1381979

Ausstattung
Membran: getränkte Pappe Luftspalthöhe: 8 mm
Sicke: Gummi Linearer Hub: 6 mm
Korb: gestanztes Blech Magnetdurchmesser: 138 mm
Polkernbohrung: ja Befestigungsbohrungen: 5
Zentrierung: luftdurchlässige Flachspinne Außendurchmesser: 270 mm
magnetische Schirmung: ja Einbauöffnung: 228 mm
Schwingspule: 2 x 38 mm Frästiefe: 3,8 mm
Träger: Aluminium Einbautiefe: 124 mm
Parameter:
Fs 25 Hz Mms 65 Gramm
Diameter 208 mm BL 8,54 Tm
ZMax 23,8 Ohm VAS 110 Liter
Re 3,2 Ohm dBSPL 88 dB/1w/1m
Rms 3,54 kg/s L1kHz 0,82 mH
Qms 2,884
L10kHz 0,4 mH
Qes 0,44
SD 340 cm²
Qts 0,38
MMD 61 Gramm
Cms 0,63 mm/N Zmin 3,54 Ohm

SD270_8_8 Amplitude SD270_8_8 Impedanz SD270_8_8 Winkel
SD270_8_8Klirrmit90dB SD270_8_8Sprungantwort SD270_8_8Wasserfall


DA135_8ZeichDayton DA 135-8

Messungen als TXT-Dateien

DA135_8vorn

Chassishersteller: Dayton
Preis: 17,90 Euro
Artikelnummer: 1381952

Ausstattung:
Membran: Aluminium Luftspalthöhe: 6 mm
Sicke: Gummi Linearer Hub: 3 mm
Korb: gestanztes Blech Magnetdurchmesser: 80 mm
Polkernbohrung: nein Befestigungsbohrungen: 4
Zentrierung: luftdurchlässige Flachspinne Außendurchmesser: 135 mm
magnetische Schirmung: nein Einbauöffnung: 112 mm
Schwingspule: 25 mm Frästiefe: 3,2 mm
Träger: Aluminium Einbautiefe: 64 mm
Parameter:
Fs 54 Hz Mms 8,5 Gramm
Diameter 96 mm BL 5,34 Tm
ZMax 28,5 Ohm VAS 7,5 Liter
Re 6,5 Ohm dBSPL 84,5 dB/1w/1m
Rms 1,3 kg/s L1kHz 0,48 mH
Qms 2,23
L10kHz 0,26 mH
Qes 0,66
SD 72 cm²
Qts 0,51
MMD 8,2 Gramm
Cms 1,02 mm/N Zmin 6,83 Ohm

DA135_8 Amplitude DA135_8 Impedanz DA135_8 Winkel
DA135_8Klirrmit90dB DA135_8Sprungantwort DA135_8Wasserfall


SDT26NZeich
Seas SDT 26 N

Messungen als TXT-Dateien

SDT26Nvorn

Chassishersteller: Seas
Preis: 17,80 Euro
Artikelnummer: 1381076

Ausstattung:
Membran: Gewebe Magnetische Schirmung: ja
Schwingspule: 26 mm Polkernbohrung: nein
Wickelhöhe: 1,5 mm Befestigungsbohrungen: 4
Polplattendicke: 2 mm Außendurchmesser: 70 x 54 mm
Linearer Hub: 0,5 mm Einbauöffnung: 46 mm
effektive Membranfläche: 7 mm² Einbautiefe 20 mm
bewegte Masse: 0,3 Gram Frästiefe: 4 mm
Parameter:
Fs 1492 Hz ZMax 4,87 Ohm
Re 3,1 Ohm L1kHz 0,13 mH
Qms 2,61
L10kHz 0,02 mH
Qes 4,59
Zmin 3,08 Ohm
Qts 1,67
SPL 2,83V/ 1m 91 dB

SDT26N Amplitude SDT26N Impedanz SDT26N Winkel
SDT26NKlirrmit90dB SDT26NSprungantwort SDT26NWasserfall

Gehäuse

FT8durch
Imposante Lautsprecher haben große Gehäuse, so sollte es sein. Für meinen SD 270-88 ergaben die Messdaten ein Volumen von 75 Litern mit einer Reflexabstimmung auf 26 Hz. Bei einer 30% Füllung mit Sonofil errechnete LspCAD einen Reflexkanal, der bei 3,2 cm Höhe genau 28,9 cm tief sein musste. Die Schallwandbreite beträgt dann 23,8 cm für 19 mm MDF. Da die Bässe sich in der geplanten Aufstellung ins Gesicht sehen sollen, achtete ich beim Fräsen ihrer Löcher darauf, dass sich der eine auf der linken und der andere auf der rechten Seite der Boxen sitzen musste. Den Mittelpunkt der Basschassis liegt lege ich auf 20 cm von vorn und 48 cm von unten, den Reflexkanal nach unter die Schallwand. Ein Versteifungsbrett verbindet die Seiten und Rückwand.
Da der Hochtöner zwischen den beiden DA 135-8 auf Ohrhöhe spielen muss, ergab sich schnell die Gesamthöhe von 114 cm. Die beiden BMT bekamen eine eigene Kammer mit 10 Litern netto, die mittels zweier Bretter aus der Box abgeteilt wurden. Nun war auch die schon die Boxentiefe bestimmt, die exakt 45 cm beträgt. Bei den Boxen habe ich auf alle Versenkungsfräsungen verzichtet, so kann die FirstTime 8 mit Holzzuschnitten aus dem Baumarkt und einer Stichsäge gebaut werden. Nun ist wohl auch meine Freude über die Messungen des Hochtöners verständlich. Nach dem Zusammenbau und der FT8TopOberflächenverschönerung werden zwei Kabeldurchführungen (späteres abdichten nicht vergessen!) durch das Unterbrett der oberen Kammer gebohrt und das Dämmmaterial (vier Beutel = acht Matten Sonofil für den Bass, ein Beutel für die Mitteltonkammer) gleichmäßig in der Box verteilt. Die Weiche habe ich auf die Rückwand oberhalb des Terminals geklebt.
Aus der Mitteltonkammer der FirstTime 8 entstand die Top.Variante, die somit bis auf den Bassteil mit ihrer großen Schwester identisch ist. Auch hier wird die Box mit einem Beutel Sonofil locker gefüllt. Vorher wird die Weiche wird mit Heißkleber auf die Rückwand geklebt. Mit ihr hat der Heimkinofan Center- und Rear-Boxen, die sich nahtlos in die Performance der Fronts einpassen.

Wegen der schönen 3D-Durchsichten habe ich bei diesen einfachen Gehäusen auf Fotos vom Aufbau verzichtet.

Bauplan
FT8vornhintFT8seit1_2

Baupläne FirstTime 8 als Sketchup-Datei

FT8TopvornFT8Topseithint

Weiche
Weiche MT Weiche HT Zweige
Bei der Weichenfindung ging ich diesmal einen etwas anderen Weg, denn ich begann die Arbeit mit dem Mitteltonbereich. Beide Chassis wurden parallel geschaltet in der Box gemessen und es ergab sich die rote Kurve mit schon sehr zufrieden stellendem Verlauf im unteren Bereich. Hier habe ich den DA 135-8 mit einem rauen Elko und einer HQ43-Spule die tiefen Frequenzen abgeschnitten, damit der “richtige” Bass auch noch etwas zu tun hat. Obenrum sieht es schon ein wenig zackiger aus, doch selbst hier waren Kunstgriffe nicht nötig. Vor den Hochpass legte ich eine Luftspule mit 1 mm Drahtstärke, direkt dahinter parallel zu den 13ern einen glatten Elko, dessen Wirkung von einem kleinen Mox-Widerstand abgeschwächt wird. Wichtig ist es, die Reihenfolge der Bauteile genau zu beachten, denn trotz gleicher Werte wirken sie in anderer Konstellation völlig anders. Darum noch einmal wiederholt: Erst der komplette Tiefpass, dann der Hochpass! Andernfalls erhalten wir nicht die schöne, blaue Kurve.

Der Hochtöner (ohne Weiche lila) wurde wegen seiner geringen Impedanz nur mit einem Vorwiderstand auf passenden Pegel gebracht und mit einem Kondensator (grün) sowie einer 0,71 mm-Luftspule (rot) beschaltet. Für die jungen Leute, die auch oberhalb von 15 kHz noch Töne wahrnehmen, habe ich den leichten Hochtonabfall mit einem 1µF-MKP-Q4 begradigt, der parallel zum Widerstand liegt (blau).

Dem seitliche SD 270-88 reichte schon eine 8,2 mH-HQ43, um sich in Pegel und Phase an die Mitspieler anzupassen. Fast makellos ist die Schalladdition der Zweige zur Summenkurve. Für die Weiche der Top-Variante musste ich lediglich Bassteil und Hochpass der MT-Abteilung weglassen.

FT8WeicheFT8TopWeiche

Klang

FT84
Es gehört zu den frappierenden Erlebnissen bei Hörtests, wenn ein kleiner Lautsprecher groß aufspielt und dabei mehr Bassfundament zum Besten gibt, als man ihm auf Grund seiner fehlenden Größe zugetraut hat. Das dies oft nur ein Trugschluss ist, merkt man oft erst, wenn im Anschluss ein großer Lautsprecher die gleiche Musik in den Raum wirft. Doch was, wenn man schon vor eine große Kiste guckt und man entsprechende Erwartungen hat? Dann kann froh sein, wer die FirstTime 8 gebaut hat.

Um meine Preiswertboxen nicht unangemessen mit Signalen zu versorgen, habe ich für die Hörprobe einen alten AV-Receiver benutzt, den ich gegen seine eigentliche Bestimmung im Stereomodus betrieb. Schon die kleinen Tops verstanden es, meine CD’s mit oben genannter Verblüffung wiederzugeben. Dabei ließen sie in ihrem Spiel nichts von der Metallchassis eigenen, leider oft übermäßigen Detailfreude erkennen, die nach wenigen Minuten in Lästigkeit umschlägt. Klar, knackig und luftig entließen sie die Musik in den Raum, die Musikanten versammelten sich wohlgeordnet etwa einen Meter hinter der Boxenfront.

Der Wechsel auf die großen Boxen brachte dann leichte Vorteile in der Stimmwiedergabe, wenn dicke Männer am Gesang beteiligt waren. Mit mehr Grundton und größerem Nachdruck begleitete nun der Chor den guten Paul Simon, der “Homeless” durch “Graceland” wanderte. Ein Stück mehr an Tiefe gewannen natürlich auch die Drums und Bassläufe behielten ihren Pegel, wenn die langen Saiten angerissen wurden, kein Wunder, immerhin bewegten jetzt zwei ausgewachsene 10-Zöller die Luft, die selbst bei hohen Lautstärken unangestrengt blieben. Nicht verkneifen konnte ich es mir, der FirstTime 8 mit “Rhiannon” von Fleetwood Mac auf den Zahn zu fühlen. Mit diesem Titel hatte ich seinerzeit eine andere Box mit Seitenbass getestet, die in meiner Einschätzung auf Grund von Phasenproblemen im Grundtonbereich leider durchgefallen war. Nichts war zu vernehmen von ausgedünnten unteren Mitten. Auch erschlug Mick Fleetwood, wie damals kritisiert, die hinreißende Stevie Nicks keineswegs mit seinem Schlagwerk. Die Position des Basses im unteren Teil der Box und der nach vorn weisende Reflexkanal waren also richtig gewählt und die Ausrichtung der Tieftöner nach innen ergibt ein stimmiges Gesamtkonzept.

Vielfältig sind die Variationen, die sich mit FirstTime 8 und ihrem Top anbieten. Angefangen beim Musikhören im kleinen Raum mit zwei Tops, die für den größeren Wohnraum mit den Seitenbässen ergänzt zur Standbox mutieren, bis hin zum großen Heimkino, in dem die beiden SD 270-88 natürlich auch aktiv betrieben werden können, reichen die Palette der fast unbegrenzten Möglichkeiten. Garantiert ist es sehr schwer, in dieser Preisklasse Boxen zu finden, die so imposant und souverän aufspielen, auch wenn dir längst nicht nur vom Schalldruck die Beine wackeln.

Udo Wohlgemuth

Technikseite

FirstTime 8 Top
Chassis Seas SDT 26 N Kosten pro Box:

Dayton DA 135-8 Bausatz ohne Holz 75 Euro


Holzzuschnitt in 19 mm MDF 10 Euro
Vertrieb Intertechnik, Kerpen Gesamtkosten 85 Euro
Konstruktion Udo Wohlgemuth



Holzliste in 19 mm MDF:
Funktionsprinzip geschlossen

Nennimpedanz 4 Ohm 39,8 x 19,9 (4x) Seiten
Dämmstoff: 1 Beutel Sonofil 20,0 x 19,9 (4x) Deckel/ Boden
Terminal T105 MS/AU 20,0 x 36,0 (4x) Front/Rückwand

FT8TopAmp FT8TopImp
   

FirstTime 8
Chassis Seas SDT 26 N Holzliste in 19 mm MDF:

Dayton DA 135-8


Dayton SD 270-88 114,0 x 45,0 (4x) Seiten


20,0 x 45,0 (4x) Deckel/ Boden
Vertrieb Intertechnik, Kerpen 20,0 x 110,2 (2x) Rückwand
Konstruktion Udo Wohlgemuth 20,0 x 107,0 (2x) Front


20,0 x 18,0 (2x) MT-Kammer unten
Funktionsprinzip geschlossen 20,0 x 36,0 (2x) MT-Kammer hinten
Nennimpedanz 4 Ohm 20,0 x 27,0 (2x) Reflexbrett
Dämmstoff: 5 Beutel Sonofil 20,0 x 10,0 (2x) Versteifung
Terminal T105 MS/AU





Kosten pro Box:






Bausatz ohne Holz 150 Euro Holzzuschnitt in 19 mm MDF 40 Euro

FT81aFT85

FT8_Amplitude FT8_Impedanz FT8_Winkel
FT8Klirr mit 90dB FT8Sprungantwort FT8Wasserfall
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I.T. Intertechnik Kerpen GmbH Located at Europaring 28, 50170 , Kerpen Germany, . Phone: +490227390840. https://www.facebook.com/Lautsprecherbau https://twitter.com/it_intertechnik https://plus.google.com/111120951705739054145/about https://plus.google.com/102648362843691426793/about https://www.youtube.com/user/lautsprecherbau