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Bluestone Twins

Bluestone Twins


Best.-Nr. 1385209

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Details

Bausatz BlueStone Twins mit Dayton Lautsprechern ohne Gehäuse

Best.-Nr. 1385209

Merkmale

Wege Fullrange
Gehäuse Prinzip Transmission
Nennimpedanz (Ohm) 8
Kennschalldruck (dB) 83
Höhe (cm) 100,00
Breite (cm) 13,00
Tiefe (cm) 13,00
Anwendung Standlautsprecher
Hersteller / Marke der Chassis Dayton
Preislevel <100 Euro

Der Lautsprecherbausatz enthält alle Elektronikbauteile, Lautsprecher, Teile und Zubehör, außer dem Holz für das Gehäuse.

Bauberichte

Marcos Bluestone Twin

Marcos Bluestone Twin

 

Marcos Bluestone Twins

Wie alles begann

Tja, jetzt kommt die Geschichte, die wohl viele Selbstbauer so oder so ähnlich erlebt haben dürften. Mein Rückblick beschränkt sich dabei nur auf das Jahr 2013, denn da begann für mich das Kleben, Schleifen, Verbrennen, Fluchen, Vollstauben, Lackieren, wieder Schleifen, noch mehr Fluchen und das ständige Kopfschütteln meiner Frau. Hört sich schlimm an, ist es aber ganz und gar nicht.

Als ich vor gut neun Monaten auf die Idee kam, Musik wieder bewusster zu hören, führte mich mein Weg natürlich in die hiesigen Elektronikfachmärkte und zu diversen HiFi-Händlern. Dort hörte ich eine Reihe von Lautsprechern, von denen mich einer mehr als der andere begeisterte und so kam es, wie es kommen musste. Ich kaufte mir ein Paar 2,5-Wege Boxen eines bekannten Herstellers. Ich war wirklich begeistert und genoss meine CD´s, wie ich es vorher nicht konnte und kannte. Tja, es hätte alles so schön sein können und ich würde wahrscheinlich noch immer glücklich vor diesen 2,5-Wegern sitzen und grinsen, wenn nicht die PC-Lautsprecher meiner Frau den Geist aufgegeben hätten. Nun war es an mir, für einen adäquaten Ersatz zu sorgen. Nur eine Bedingung gab sie mir mit auf den Weg: Weiß sollten sie sein. Dies gestaltete sich dann doch etwas schwieriger, als ich annahm. So verbrachte ich einige Zeit mit der Suche im Internet und stieß eher zufällig auf diese Seite. Dort entdeckte ich einen Artikel über die RS100PC. Das passte! Bausatz inkl. DTA-1 bestellt und eine kleine Aktivbox mehr schlecht als recht zusammengebastelt. Meine Frau war zufrieden (waren ja schließlich klein und weiß) und ich war sprachlos. Was kam denn da aus diesen kleinen „billigen“ Breitbändern? Die Dinger spielten detailreicher und klarer, als meine Neuanschaffung; nicht so tief und nicht so laut aber einfach stimmiger. Es ist schwierig, subjektives Klangempfinden zu beschreiben, aber ich glaube jetzt zu verstehen, was die audiophilen Zeitgenossen unter uns meinen, wenn sie von einer Bühnenabbildung sprechen. Das kannte ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht. Also fing ich an, mich etwas intensiver mit dem Thema Selbstbau auseinanderzusetzen und die nächsten Projekte zu planen.

Grau ist alle Theorie und Probehören unabdingbar. So setzte ich mich im August, nach fünfeinhalb Stunden Zugfahrt, endlich auf die legendäre braune Ledercouch, nachdem ich sehr freundlich begrüßt wurde. Ich kann so eine Reise von Berlin (oder von wo auch immer) ins Hörstudio nur empfehlen. Es ist ein Erlebnis und war jede Minute in dem verspäteten ICE wert.

Wir hörten die Little Princess, die Power 17 (es ist wirklich „übel“, was da in Verbindung mit dem kleinen DTA-1 rauskommt) und die Duetta (natürlich). Die vier Stunden vergingen wie im Flug und meine Entscheidung stand fest. Die Duetta Top soll es werden. Klangbeschreibungen gibt es hier genug und ja, sie stimmen alle. Diese Lautsprecher sind schlicht das Beste, was ich bisher gehört habe. Punkt! Nun wird sich der ein oder andere sicher fragen, ob ich da etwas durcheinander gebracht habe, schließlich gilt dieser Bericht den Bluestone Twins.

Nö, habe ich nicht. Die Duetta Top ist fest für das kommende Jahr eingeplant, aber wen der Selbstbau-Virus einmal befallen hat, wird ihn nicht mehr so schnell los. Also habe ich ein kleines, kostengünstiges Interimsprojekt gesucht und mit den Bluestone Twins auch gefunden. Dayton und Breitbänder kannte ich ja jetzt ja schon, also „blind“ den Bausatz bei Udo und die Gehäusezuschnitte bei SpeakerSpace geordert.

Zusammenbau

Wirklich schwierig ist der Zusammenbau nicht. Da ich aber weder einen Balkon, Garten noch einen Hobbyraum habe, war etwas Kreativität bei der Planung der Bauschritte notwendig. Da meine Wohnung nicht übermäßig groß ist, haben sich eine Kommode im Arbeitszimmer, der Wohnzimmertisch und das Bad angeboten. Meine Frau sah das partiell allerdings etwas anders. Jede Menge alter Zeitungen, ein großes, nicht mehr benötigtes Brett aus einem Ikea-Kleiderschrank und ein paar Holzleisten haben mir während des Baus gute Dienste erwiesen.



Begonnen habe ich mit der Elektronik. Die wenigen Bauteile waren schnell verlötet. Das ist anhand der mitgelieferten Beschreibung ein Kinderspiel und auch von Neulingen leicht zu realisieren. Auf Bilder verzichte ich hier, da man in Udos Bericht eine detaillierte Abbildung findet. Das Verleimen der MDF-Teile mit Ponal Express ging ebenso flott von der Hand. Begonnen habe ich mit einer Seitenwand, auf die ich die inneren Versteifungen sowie die Bodenplatte und die obere Platte geklebt habe. In die inneren Versteifungen habe ich vorher noch Löcher gebohrt, um später die Kabel besser verlegen zu können. Die Flachdübel waren beim Ausrichten hilfreich, sind aber bei der einfachen Konstruktion nicht unbedingt notwendig. Es folgten die zweite Seitenwand und dann die Rückseite.

Bevor ich die Gehäusefront angebracht habe, wurden die Bauteile für den Filter über dem gefrästen Loch für das Terminal an den Seitenwänden mit Heißkleber befestig, die Kabel durch die vorgebohrten Löcher gezogen und diese ebenfalls mit Heißkleber fixiert. Es ist dabei darauf zu achten, dass noch genug Platz für Terminal und Bassreflexrohr vorhanden bleibt. Dann noch das Sonofil in den oberen Bereich, direkt hinter das Chassis gestopft, die Frontplatte aufgesetzt und verleimt. Ein kurzer Test zeigte mir, dass ich alles richtig verkabelt und angeschlossen hatte.




Nun kam die eigentliche Herausforderung – aus dem MDF-Chic mit Leimresten, eine ansehnliche Oberfläche zu zaubern. Meinen ersten, sehr naiven Versuch, in unserem Wohnzimmer mit einem Exzenterschleifer die Gehäuseoberfläche zu glätten, habe ich nach etwa 4 Sekunden wieder eingestellt. So etwas probiert man nur einmal. Glücklicherweise bot mir ein Kollege an, fürs Schleifen seinen Balkon zu nutzen. Da recht viele Klebereste übrig waren, hat es vier Stunden, acht 180er Aufsätze und einen gehörigen Muskelkater gebraucht, bis das MDF eben und glatt war. Es ist ratsam, den ausgetretenen Leim im Vorfeld so gut wie möglich mit einem nassen Tuch zu entfernen, da sich sonst das Schleifpapier schnell zusetzt. Es folgte die Grundierung mit einem speziellen Abdichtgrund für MDF per Rolle, der in jedem Baumarkt zu finden ist. Hier habe ich drei Schichten aufgetragen, bis der Dichteffekt einsetzte. Mit Hilfe von 240er Schleifpapier für Farbe folgte dann der Glattschliff per Hand. Hier musste unter den Argusaugen meiner Frau das Badezimmer herhalten. Es stellte sich zudem heraus, dass ich eine Gehäuseseite nicht fest genug verklebt habe und sich ein kleiner Spalt gebildet hatte. Ein Zahnstocher, Clou Holzpaste und erneutes Schleifen brachten Abhilfe. Für die Lackierung kamen drei Schichten matten Acryllackes in Bartyweiß zum Einsatz. Dieser ließ sich mit einer speziellen Rolle sehr einfach auftragen und mit 320er Schleifpapier bearbeiten. Das Ergebnis war nicht perfekt, aber für meine Ansprüche gut gelungen.



Die Öffnung für das Bassreflexrohr war ein Millimeter zu schmal, deshalb musste ich vorsichtig, aber bestimmt mit einen Gummihammer nachhelfen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, da man leicht abrutschen kann und den Lack in Mitleidenschaft zieht.

Da die Bluestone Twins nur eine 13x13cm große Standfläche besitzen, wollte ich ihnen noch etwas mehr Halt gönnen. Dazu ließ ich mir jeweils zwei MDF-Platten zurechtschneiden (20x20x2cm und 10x10x1cm). Die kleineren der Platten habe ich, nach vorherigem schleifen, grundieren und wieder schleifen, an den Schnittkanten schwarz lackiert. Die größeren Platten wurden wie das Gehäuse bearbeitet und ebenfalls weiß lackiert. Ein wenig Heißkleber und einige Holzschrauben später, saß der neue Standfuß bombenfest. Da ich ein Fan von Spikes bin, was eher am Design, als an deren erzielbarer Wirkung liegt, durften diese natürlich nicht fehlen.



Nun stehen sie hier vor mir und gefallen mir richtig gut. Perfekt sind sie nicht, da fehlt mir noch die Übung, aber zufrieden bin ich trotzdem, ein wenig stolz auch.



Der Klang

Da Lautsprecher nicht nur zum Ansehen da sind, sondern primär zum Hören, versuche ich mich natürlich auch noch an einer Klangbeschreibung.

Die Entfernung zum Hörplatz beträgt ca. 3m, die Entfernung der Lautsprecher untereinander ca. 2,5m und sie stehen leicht angewinkelt. Wie ich schon eingangs schrieb, haben mich die kleinen Breitbänder in der PC-Version schon fasziniert. Das hat sich nicht geändert. Die Bühne ist im Vergleich zu den viel teureren Fertiglautsprechern ausgeprägter, Stimmen sind klarer, Instrumente detailreicher. Nuancen nehme ich viel besser wahr und alles wirkt aus einem Guss. Genau das ist es, was mir an der Musik Spaß macht. Der Bass ist natürlich schwächer, aber nicht schlechter. Vorher war immer Bass vorhanden, auch wenn keiner da sein sollte. Es war vielmehr ein ständiges Wummern, was auch meine Nachbarin regelmäßig durch aufgeregtes Klingeln und böse Blicke honorierte. Jetzt wusste ich auch, was mit einer „Bumm-Zisch-Box“ gemeint ist. Nun werden tiefe Töne dann dargestellt, wenn sie vorhanden sind. Natürlich geht’s nicht ganz nach unten und richtig laut sind die Tower auch nicht, aber für etwas mehr als gehobene Zimmerlautstärke oder die Unterdrückung unliebsamer Gespräche reicht es dicke.

AYO-IT´S TOO LATE

Tolle Frau, tolle Stimme und genau die hört man auch. Vollkommen klar und sehr präsent. Bei geschlossenen Augen steht sie direkt vor dir. Von der Bassgitarre, die vorher dominant durchs Wohnzimmer bis hin zur lieben Nachbarin dröhnte ist noch alles da, nur eben mehr im Hintergrund, da, wo sie hingehört.

DIE WUNDERBARE WELT DER AMELIE – LA NOYÈE

Ein schnelles Stück, bei dem nur Streicher und ein Akkordeon spielen. Hier hört man sehr deutlich die Tastenanschläge auf dem Akkordeon heraus. Einfach genial.

LINDSEY STIRLING – MOONTRACE

Dubstep kombiniert mit einer Violine. Mit „Bum-Zisch“ eine Gewalt, bei dem ich den Bass-Klangregler meines Verstärkers immer herunterdrehen musste, damit man die Violine noch hört. Jetzt wird nichts mehr geregelt, sondern nur noch die „SourceDirect“-Taste gedrückt. Der Bass ist trocken, nicht mehr so präsent und die Violine bestimmt das Geschehen, so wie es sein sollte. Sehr stimmig das Ganze.

PRODIGY – NO GOOD

Noch etwas Elektronisches zum Abschluss. Wer Prodigy kennt, der weiß, dass die Musik eher für große PA-Boxen gemacht ist, als für kleine Breitbänder. Hier schlagen sich die Twins jedoch mehr als beachtlich. Über gehobene Zimmerlautstärke wollte ich es dennoch nicht versuchen, da die Membran schon sehr aktiv war. Was bis dahin zu hören war, hat aber durchaus gefallen. Stimmen und (reale) Instrumente können sie aber besser.



FAZIT

Für mich der ideale Einstieg in die Welt des Selbstbaus, der auch ohne eigene Werkstatt - geduldige Frau vorausgesetzt - machbar ist. Wer nur preislich vergleichbare Fertigware kennt, wird begeistert sein. Wer dann noch in die Bluesklasse hineinhören durfte, wird nie wieder einen fertig produzierten Lautsprecher kaufen.

Marco

Bluestone-Twins

Bluestone-Twins


... und dann war da noch das Bringmit, das wir für das Midwest-Audiofest maßgeschneidert haben.

Die Teilnahme am Contest hatten wir erfolgreich abgewendet, trotzdem waren wir als in den USA noch kaum bekannte Boxenbauer darauf erpicht, positiv wahrgenommen zu werden. Voraussetzung dafür war, dass wir nicht unangenehm protzig auf den Lucas hauten, aber auch nicht als "Naja, ganz schön .." abgetan wurden. In dieser Gefahr standen alle großen Stand- und mittleren bis kleinen Regalboxen, die nicht mit dem nötigen Überraschungseffekt aufwarten konnten, der irritierte Aufmerksamkeit erregt. Understatement ist zwar eher eine englische Tugend, aber auch in Amerika sind die Leute empfänglich dafür, wenn das Format und der Klang einen nicht erwarteten Gegensatz darstellen.

Etwa zwei Monate machten wir uns Gedanken um das Mitbringsel zum Fest in Ohio, fest stand lediglich, dass es mit Dayton-Chassis bestückt werden sollte. Beim Durchblättern der PE-Galerie fiel uns auf, dass es sehr viele Zweiweger  im Kompaktformat gab und nahezu alle Lautsprecher aus der Reference-Reihe schon vertreten waren. Bombastisch große Kisten waren kaum vorhanden, da hätten wir durchaus Raum für eigene Kreationen gehabt. Allein der Transport in die Staaten hätte aber mehr gekostet als die Bestückung, die imense Bruchgefahr gar nicht einmal mit einkalkuliert. Einfach in das Reservoir der schon vorhandenen Bauvorschläge zu greifen, hätte viel Zeit gespart, preislich und klanglich ok wär die Dayton 17 AL gewesen. Sogar ein paar Bilder von Albrecht und Moritz mit optisch ansprechendem Design sind vorhanden. Aber ihr traut man mit Recht zu, was sie von sich gibt. In unserem Sinn positiv verrückt fällt natürlich sofort die Needle ein, allein Michaels Überraschung beim ersten Testhören entsprach genau dem, die wir uns vorstellten. Doch ach, wir waren nur Zweit- oder Drittverwerter der genialen Konstruktion von Cyborg. Ein ACL mit RS 125-8 und DC 28 F-8 als Remake der SB 12 ACL wollte uns auch nicht wirklich gefallen, aber da wir schon Needle und ACL im Kopf hatten, gebaren wir die Bluestone-Twins, deren endgültiger Name eher einem Missgeschick entsprang. In der ersten Version hatten wir sie mit blauem Steineffekt-Lack besprüht, was augenblicklich die englische Übersetzung festbrannte. Der Name gefiel uns, die Farbe dann doch nicht. Sie wurde durch einen fast weißen Farbton ersetzt, Whitestone hätte aber nicht die eindeutige Möglichkeit der zweideutigen Aussprache gegeben.

Basis für den Lautsprecher war der RS 100-8, den wir schon erfolgreich in der FT 9 vermarktet haben. Die Vierohm-Version hätte zwar etwas mehr Pegel bei gleicher Verstärkerleistung her gegeben, aber sie steckt schon in der Needle, von der wir uns nur größenmäßig und klanglich inspirieren lassen wollten, um ein völlig eigenständiges, noch schlankeres Projekt nach Amerika zu schicken. Das ACL-Prinzip als noch völlig theorielose Bauweise wählten wir, weil wir so gleich ein paar Dinge testen konnten, die ein wenig Aufschluss über die praktische Wirkungsweise der verschachtetelten Kammern geben. Zuerst einmal haben wir ein Reflexvolumen simuliert, das für den Vierzöller viel zu groß ist, aber enorme Bassausbeute versprach. LSPCad nannt uns knapp 10  Litern für - 3 dB um 55 Hz bei gleichmäígem Pegelabfall unter 120 Hz, errechnete aber selbstgefällig nur ein "richtiges" Reflexvolumen von 2,8 Litern. Daraus entstand die Größe der obersten Kammer, der drei weitere, minimal kleinere folgten, jeweils mit Durchlässen von 90 % der Membranfläche verbunden. Ein paar Dinge hat das Bauprinzip mit einer TL mit Vorkammer gemein, die Line ist aber erheblich kürzer und den Abschluss bildet ein Reflexrohr. Soweit die theoretischen Überlegungen zur Acoustic Chamber Line, eine genaue Prüfung und mögliche Optimierungen stehen weiterhin aus. Feststellen lässt sich jedoch schon, dass es etwas anderes darstellt als ein großes Reflexsystem, denn es gibt einen ausgeprägten und zwei recht kleine Impedanzhöcker im Bereich bis 130 Hz zu bewundern. Das erinnert wiederum an eine doppelt ventilierte Reflexbox, der Bauweise unserer FT 9, bei der jedoch der obere Höcker unter den gegebenen Umständen um ein gutes Stück höher sitzt. Betrachtet man den Schrieb mit einer großen Lupe, lässt sich mit guem Willen jedoch an dieser Stelle noch ein Minipeak entdecken. Auch das ist schlüssig, denn wir haben es immerhin mit vier Kammern zu tun. Abschließend haben wir einmal die Reflexöffnung verschlossen und nun zeigte die Impedanz zwei Spitzen statt der für geschlossene Gehäuse üblichen einen. Aus diesen Messergebnissen nun aber eine komplette Theorie zu entwickeln, geschweige denn zu behaupten, etwas wie auch immer Sinnvolles entdeckt zu haben, verkneifen wir uns. Dennoch freuen wir uns, dass es mit den Bluestone-Twins nun schon die dritte Kontruktion gibt, die offenbar von der Kammerlösung profitiert.



Den Sketchup-Bauplan zum Herunterladen wollen wir nicht unterschlagen. Der Vollständigkeit halber sollen auch die technischen Daten des RS 100-8 aufgeführt werden.

RS 100-8
Preis: 33,60 Euro




Ausstattung:
Membran: Aluminium, beschichtet Luftspalthöhe: 4 mm
Sicke: Gummi Linearer Hub: 4 mm
Korb: Druckguss Magnetdurchmesser: 68 mm
Polkernbohrung: ja Befestigungsbohrungen: 6
Zentrierung: hochgelegte Topfspinne Außendurchmesser: 98 mm
magnetische Schirmung: nein Einbauöffnung: 78 mm
Schwingspule: 26 Frästiefe: 3 mm
Träger: Aluminium Einbautiefe: 61 mm

Parameter:

Fs 79 Hz Mms 3,9 Gramm
Diameter 70 mm BL 3,66 Tm
ZMax 22 Ohm VAS 2,13 Liter
Re 6,2 Ohm dBSPL 83 dB/1w/1m
Rms 0,86 kg/s L1kHz 0,16 mH
Qms 2,28   L10kHz 0,11 mH
Qes 0,91   SD 38 cm²
Qts 0,65   MMD 3,76 Gramm
Cms 1,03 mm/N Zmin 6,8 Ohm


Nun stand der Bau der Boxen an, um anhand des Realen die Vorüberlegungen messtechnisch zu überprüfen. Anders als im Bauplan verwendeten wir 16 mm MDF, das wir komplett auf Gehrung sägten. Für die Innenbretter frästen wir Nuten und erhielten so einen guten Halt beim Kleben mit Fugenleim. Durchsichtiges Paketband half zudem gegen unbeabsichtigtes Verrutschen. Die Bilder vom Aufbau sind sicher auch kommentarlos verständlich.






Der stetige Anstieg des Pegels zu hohen Frequenzen und der kleine Buckel, den der Baffle Step bedingt, ließ uns eine kleine Korrekturschaltung entwerfen, die auf Achse nicht alles auf den niedrigsten Level drückte. Unter 15 Grad bekommen wir bis auf einen sehr schmalen Peak bei 17 kHz mit fast durchgängig 83 dB zwischen 150 und 10000 Hz die glatte Linie. Untenrum gibt Wandnähe die fehlenden 3 bis 5 dB freiwillig dazu.




Messungen:

     
 Frequenzgang

 Impedanz

 Frequenzgang unter 0/ 30/ 60°
     
 Klirr für 90 dB  Sprungantwort  Wasserfall


Eingeklebt wurde die Weiche oberhalb des Terminals auf der Rückseite und der Seitenwand der Box. Hier ist etwas Vorsicht anzuraten, denn Heißkleber erzeugt auf Fingern unschöne Brandblasen.



Um das Kabel durch die engen Durchlässe zu fädeln, ließen wir eine Schnur mit angehängter Schraube durch den BB-Ausschnitt nach unten wandern. Daran befestigt war der Transport der beiden Litzen ein Kinderspiel. Eine halbe Matte Sonofil reicht als Dämmstoff in der oberen Kammer aus. Es wird so dort eingelegt, dass der Durchlass nach unten frei bleibt. Das Reflexrohr HP/ BR 35 wurde auf 5,6 cm gekürzt. Dank seiner Lamellen schließt es luftdicht in der Fräsung ab. Nach ein paar Tagen Einspielzeit hatte ich mich immer noch nicht an die Farbe gewöhnt. Also baute ich bis auf die Korrekturen wieder alles aus den Holzkästen heraus, schliff sie noch einmal ab, grundierte sie mit weißer Wandfarbe und sprühte diesmal den endgültigen, weißen Steineffektlack auf.

Einen Tag später wollte Andreas Wolf unbedingt, die Twins für den Transport nach Amerika fertigmachen. Als er das Hörstudio betrat, lief gerade Pink Floyd "The Wall", als Verstärker diente das DTA-1, dessen Lautstärke-Regler auf 12 Uhr stand. Ein wenig irritiert war er, weil da zwei schmale Zahnstocher etwas sinnlos vor allen anderen Boxen standen, die Musik aber ganz bestimmt aus sehr viel größeren kommen musste. Wir geben zu, dass der Pegel nicht ausgereicht hätte, um eine Party zu feiern, aber leise war es dennoch nicht. Gute Auflösung, ordentliche Dynamik und ausreichende Basswiedergabe sprachen dagegen, das wir einen einzelnen Vierzöller pro Box hörten. Mit gut 40 m² und 4 m Deckenhöhe war der Hörraum ganz bestimmt unangebracht groß. Klassik, Jazz, Rock ließen trotzem nichts vermissen, solange nicht wesentlich mehr Membranfläche gegengehört wurde. Natürlich liegen die Stärken der Bluestone-Twins bei Mann mit Klavier oder Frau mit Gitarre, tonal recht ausgeglichen glänzen sie dabei mit gut aufgeräumter Bühne, was für einen Breitbänder weithin zur Spezialität gezählt wird. Sehr akzentuierte Sprachwiedergabe ohne lästiges Zischeln lässt auch über einen Einsatz am Flach-TV nachdenken, eine preiswertere Lösung ist kaum denkbar. Nicht verschweigen wollen wir jedoch, dass ganz tiefe oder übermäßig druckvoll aufgebohrte Bässe nicht das Ding der blauen Steine sind, Blues-Töne sind ihnen da sicher lieber.

Beim Midwest-Audiofest haben wir die Bluestone-Twins eher unauffällig in den Flur gestellt, durch den die Besucher zum großen Hörraum wandern mussten. Ein nicht besonders audiophiler, tragbarer Player als Zuspieler und das DTA-1 liefen in den regelmäßigen Programmpausen und lockten immer wieder die Zuhörer in ihre Nähe. Alle waren aufs Neue erstaunt, dass sie tatsächlich nichts als die grazilen Stangen hörten, ein paar Besucher untersuchten die Verkabelung der Geräte. Da muss doch irgendwo ein Subwoofer mitlaufen, war die immer wieder geäußerte Vermutung. Dass man keinen fand, ließ manche Zuhörer wiederholt mit dem Kopf schütteln. Rund und angenehm waren die einhelligen Aussagen zu den Twins. So hatten wir es uns erhofft.

Udo Wohlgemuth


Technik

Chassis Dayton RS 100-8 Holzliste in 15 mm Multiplex
    pro Box:
Vertrieb Intertechnik  
Konstruktion Udo Wohlgemuth 100,0 x 13,0 (2x) Front/ Rückwand
    100,0 x 10,0 (2x) Seiten
Funktionsprinzip ACL-Reflex   10,0 x 10,0 (2x) Deckel/ Boden
Nennimpedanz 6 Ohm     6,8 x 10,0 (3x) Versteifung
Terminal T105 MS/ AU  
Dämmstoff 1/2 Matte Sonofil  
Reflexrohr HP 35 BR, auf 5,6 cm gekürzt
Artikel ist in den folgenden Rubriken gelistet:
I.T. Intertechnik
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