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Duetta

Duetta

Die Queen

Best.-Nr. 1385021

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Details

Lautsprecherbausatz DUETTA ohne Gehäuse Es gibt bestimmt viele Boxen, die beeindruckend Musik und andere Schallereignisse wiedergeben, doch die lässige Selbstverständlichkeit, mit der Duetta zur Sache ging, übertrifft unsere Erwartungen und Hoffnungen bei Weitem. HINWEIS: Dämpfung ER4: Hinter den ER4 gehört eine Matte Zellkautschuk, eine spezielle Art von Moosgummi, mit 8 mm Dicke oder entsprechend zugeschnittener Nadelfilz. - Inklusive spezieller Bausatzleiterplatte für sicheren und einfachen Aufbau, - Inklusive Bauteile für die Impedanzkorrektur, - Impedanzkorrektur abschaltbar oder zuschaltbar, - Inklusive Anschlußklemmen, Innenverkabelung, Schrauben, original Sonofil, - Inklusive eng selektierter hochwertiger Audyn Kondensatoren und Spulen, - Inklusive Bauplan

Best.-Nr. 1385021

Merkmale

Wege 3-Wege
Gehäuse Prinzip Bassreflex
Nennimpedanz (Ohm) 8
Kennschalldruck (dB) 89
Höhe (cm) 114,00
Breite (cm) 34,00
Tiefe (cm) 50,00
Anwendung Standlautsprecher
Hersteller / Marke der Chassis Eton
Preislevel 500-1000 Euro

Der Lautsprecherbausatz enthält alle Elektronikbauteile, Lautsprecher, Teile und Zubehör, außer dem Holz für das Gehäuse.

Bilder aus unserer Lautsprecherbau-Community zu diesem Bausatz

Doppel7-3 von Schmali
Duetta / Avalon look von Sosna
AndreasJ von AndreasJ
Finish_1 von sunman911

Bauberichte

Joachims Duetta

Joachims Duetta


Das Projekt Duetta und wie es dazu kam

Bei Kaufboxen bevorzuge ich Studiomonitore, da meines Erachtens hier das Preis-Leistungsverhältnis deutlich besser ist als im Home-HiFi-Markt und durch die meist sehr neutrale Abstimmung die verschiedensten Musikgenres gut rüberkommen. Aktuell habe ich Tannoy Reveal Monitore im Einsatz. Auch habe ich schon öfter mal Boxen selber gebaut und Lust verspürt, mal wieder neuen Klang zu Hause zu haben. Den Ausschlag für ein neues Bauprojekt gab mir dann ein Besuch in einem High-End Laden, wo ich Boxen angehört habe, von deren filligranem, präzisem und gleichzeitig mächtigem Sound ich sehr angetan war. Erschreckend fand ich lediglich das Preisschild. Ich bemerkte, dass  im Tief- und Mitteltonbereich Eton-Lautsprecher eingesetzt wurden, die auch öfter mal in Studiomonitoren verbaut werden. Also fing ich an, im Internet zu recherchieren, wo ich solche Lautsprecher oder noch besser Bausätze finden konnte.

Dabei bin ich natürlich auf Lautsprechebau.de gestoßen. Ich las die Duetta-Vorstellung im Magazin. Besonders angetan hat mich dabei der extrem lineare Pegelverlauf über den gesamten Frequenzbereich (Studiomonitorliebhaber halt, der von Klassik bis Rap alles hört) und der hohe Schalldruck, der Gutes für den Betrieb an einem Röhrenverstärker versprach. Dazu kamen die vielen positiven Kundenrezensionen.

Ich habe dann im Hörstudio einen sehr netten Nachmittag verbracht. Dabei haben wir mehrere Boxen mit Titeln verschiedener Genres angehört und uns gut unterhalten. Von der Ausgewogenheit und Brillianz des Klanges konnte meines Erachtens kein anderer Bauvorschlag der Duetta das Wasser reichen. Also hab ich zwei Duetta-Bausätze erworben.

Die Planung

Die Planung des Gehäusebaus hat dann geraume Zeit beansprucht. Zum einen wollte ich nicht einfach die üblichen „wuchtigen Kisten“ herumstehen haben, wo schlimmstenfalls oben drauf noch ein Blumentopf steht, zum anderen wollte ich mal etwas weg vom Konzept „nimm ein paar möglichst dicke MDF- oder Spanplatten für alle Wände und die Kisten werden schon keine hörbaren Resonanzschwingungen erzeugen“.

Daraus ist eine ovale Box mit einem dreischaligen Aufbau der Seitenwände entstanden (5 mm MDF, 1 cm Sandschicht, als äussere Decke 3mm HDF). Weiterhin wollte ich die Bemaßung der Original-Duetta beibehalten, also Volumina und Dimensionierung des Bassreflexrohres. Dabei sollte die Tiefe der Boxen geringer ausfallen (42 cm)und Mittel-Hochton Einheit etwas höher positioniert sein, letzteres, da meine Sitzmöbel eher Stuhlhöhe und nicht die Höhe (oder besser Niedrigkeit) der üblichen Wohnzimmersitzgelegenheiten haben. Und dann noch alles auf Rollen zur Entkopplung und Beweglichkeit im Raum und natürlich wiederverschließbare Sandeinlässe und Auslässe für eventuelle Transportzwecke.

Nach Festlegung der Gesamthöhe der Boxen auf knapp 130 cm hab ich am PC mit der Höhe der Einbaupositionen gespielt. Dann hab ich die Einbauhöhen der Bretter für das Innenleben festgelegt. Das sah dann so aus (nicht maßstabsgerecht)

In dieser Box sind kaum Verstrebungen und Verstärkungen vorgesehen. Die Annahme war, dass durch den dreischaligen Seitenwandaufbau, gepaart mit der ovalen Form auch so keine nennenswerten Gehäuseresonanzen auftreten würden. Daraus wurde dann eine CAD-Zeichnung der Frontwand mit exakter Berechnung aller Flächen erstellt, mit deren Hilfe die Einbauposition der Rückwand des Mitteltongehäuses, die notwendige Gesamttiefe der Box sowie Breite und Tiefe der Bodenplatte errechnet wurden. Vor dem Gang zum Fräsen die Optik von Front- und Rückseiten noch etwas verschönert, das sah dann im Schnittbild so aus:

 

Die Materialbeschaffung

Es hat lange gedauert und war ganz und gar nicht einfach, jemanden zu finden, der bereit war, eine solche doch recht aufwändige Einzelanfertigung auszuführen. Doch dann habe ich einen sehr netten Menschen kennengelernt, der begeistert war von dem Projekt und  Superarbeit geleistet hat, angefangen vom Umsetzen der CAD-Daten in CNC-Code über eigene Ideen zum Design der Bodenplatte bis hin zum Fräsen. Das Ergebnis seiner Arbeit sah dann so aus:



Boxenboden und Rückwand für Mittelton        Front- und Rückwand

Bodenplatten für Mitteltongehäuse und Bretter für Verstärkungsrahmen wurden auch gefräst.

Weiterhin wurden benötigt:

2 Verstärkungsplatten für die Böden
8 Rollen
8 Seitenwände (4 x 5 mm MDF, 4 x 3 mm HDF)
Sand sowie Ein- und Ablässe dafür
Rückwände für die Hochtöner
dreieckige Leisten (für oberen Abschluß Mitteltongehäuse und als Klebeflächen für die inneren Seitenwände)
Bassreflexrohre

Als Verstärkung für die Böden wurden im Baumarkt 6mm Birkensperrholzplatten gekauft, ebenso Rollen sowie 5 mm MDF-Platten für die inneren und 3mm HDF-Platten für die äußeren Seitenwände, diese einseitig weiß foliert als Grundierung fürs Lackieren. Auch ein Stück dickes MDF für die Rückwände der Hochtongehäuse gab es dort. Als Sand habe ich 40 kg feinen Aquariensand gekauft, als wiederverschließbare Ein- und Auslässe wurden Schrauben mit Einschraubmuttern verwendet.

Der Boxenbau

Zuerst habe ich die 5 mm MDF-Platten mit einem Spanngurt versehen, um sie vorzubiegen und so zu verhindern, dass sie bei der Montage die Stege an Front- und Rückwand ausreissen lassen (habe ich mehrere Wochen so liegen lassen).

Nun gingen die eigentlichen Bauarbeiten los. Für die Dreiecksleisten hab ich erfreulicherweise Leisten gefunden, die  paarweise zusammengeleimt  von der Geometrie her ganz gut passten. Für die Rückwände der Hochtöner hab ich die Rückwände des Mitteltongehäuses als Vorlage genommen, dann die Stichsäge angesetzt. Die Bodenplatten für Mitteltongehäuse und Verstärkungsrahmen für die Boxen wurden aus den gefräßten Brettern zurechtgesägt.

Die Bassreflexrohre

Die Bassreflexrohre haben einen beträchtlichen Aufwand erfordert. Wegen der „geringen“ Bautiefe mußte das im Querschnitt halbkreisförmige Bassreflexrohr auch noch gebogen sein. Ein auch nur annährend in Frage kommendes Produkt hierfür konnte ich bei bestem Willen nicht auftreiben. Also hab ich ganz klassisch ein Gipsnegativ gebaut und darauf die Reflexrohre mit Glasfasermatten und 2-Komponenten Epoxyd-Laminierharz aus dem Bootsbau aufgebaut. Die folgenden Fotos illustrieren das:



Winkel aus Holz, Pappe zur Formgebung draufgenagelt, Folie gegen Feuchtigkeit darüber, ein Stück Drainagerohr on top



Mit Hilfe einer Pappschablone Gips in Lagen aufgetragen und geglättet



Auf die fertige Schablone dick Wachs aufgetragen, damit sich das Glasfaserwerkstück später gut ablösen läßt



Gewachstes Brett vorgespannt für geraden Abschluß zur späteren Montage des Rohres auf Front und anschließend mehrschichtlaminiert



Nach Abnehmen der Werkstücke mit Hilfe einer Schablone die Rohlinge zurechtgeschnitten



Werkstücke mit Pappe und Gips on top ausgefüllt

Nach dem Glätten und Wachsen wurde wieder laminiert. Da die Unterseite der Reflexrohre auf die Boxenböden geklebt werden sollten, wurde nur der obere Teil der späteren Reflexrohre laminiert. Nach Trocknung wurden Pappe und Gips aus der Form genommen. Statt spezielle Trennwachslösung zu kaufen, kann man auch Wachs aus Teelichtern in Leichtbenzin (genauer Feuerzeugbenzin) auflösen und damit wachsen.

Auf welche Länge nun mußte ich diese gebogenen halbkreisförmigen Rohre zuschneiden, damit Vergleichbares zu dem geraden Reflexkanal der Duetta herauskommt? Hier hat mir Udo weitergeholfen: man nehme die mittlere Weglänge. Also habe ich den Schwerpunkt  des Öffnungsquerschnittes bestimmt und entlang der Schwerpunktslinie die Rohre abgelängt und alles nochmal ein bischen geschliffen. Endlich fertig, die Dinger.

Der Zusammenbau der Einzelteile

Alle Bauteile des Innenlebens wurden dann mit Holzleim, Schraubzwingen und Schrauben auf die Frontinnenseiten montiert, nur die Reflexkanäle wurden mit Montagekleber und Schrauben befestigt.


Vor dem Zusammenbau des Gehäuses mussten nun noch die Bodenplatten vorbereitet werden. Nach dem Einbringen von Ausschnitten für die Rollen in die Bodenverstärkung wurde diese mit den eigentlichen Böden verleimt.



Vor dem Verleimen



Damit es auch überall gut zusammenhält ...



Der Boden ist fertig. Weil er beim Zusammenbau der Box nicht mit Zwingen gehalten werden kann, wurden Schraubenlöcher zur Befestigung an den Unterkanten von Front und Rückwand gebohrt. (Achtung: Front- und Rückwand müssen an den entsprechenden Stellen unbedingt vorgebohrt werden, sonst ist es garantiert, dass das MDF beim Schrauben reißt) Dann wurden noch beide Seiten der Platten mit Löchern zum Sandablass versehen, in die ich dann Einschraubmuttern gedreht habe.

Nun wurde das Gehäuse zusammengeleimt und fürs Lackieren vorbereitet. Die notwendigen Bereiche der Bodenplatte wurden mit Montagekleber versehen, auch die Stellen, wo das Reflexrohr aufliegen soll. Zum Kleben der Seitenteile auf die Dreiecksleiste am oberen Rand der Boxen habe ich ebenfalls Montagekleber verwendet. Für alle weiteren Verklebungen wurde Holzleim benutzt. Dann wurden flott in die Nuten der Front die 5 mm MDF Platten eingesetzt, Rückwand drauf und mit Schraubzwingen ordentlich zusammengedrückt, anschließend sofort der Boden druntergeschraubt.

Damit die MDF-Platten gut an Mitteltongehäuse und Rahmen anliegen, habe ich hier zusätzlich geschraubt. Anpressdruck der MDF-Platten auf den Dreiecksleisten wurde mit Gaffertape erzielt. Überschüssiger Montagekleber im Reflexrohr wurde gleich nass geglättet. Nach Abbinden des Leims wurden auf die Seiten noch Holzleisten geklebt, um eine größere Auflagefläche für das Aufleimen der äußeren Seitenwände zu bekommen. Da die Bodenplatte rundum eine 5 mm Vertiefung zur Aufnahme des Korpus hat, wurde zur Glättung am Bassreflexausgang noch ein Stück MDF eingeleimt.

Für den Sand wurde knapp unterhalb der Spitzen in den Rückwänden je eine Einschraubmutter verbaut. Abschließend wurden alle Kanten mit einem 2-Komponenten Reparaturspachtel abgedichtet und geglättet, damit beim späteren Lackieren alles gleichmäßig wird.



Links: Einkleben eines MDF-Stückes zur Glättung der Reflexöffnung nach Zusammenbau. Oben: Box von oben mit aufgeklebter Leiste. Unten: Sockel, gespachtelt und geschliffen

Nach dem Einbringen der Terminalöffnungen in die Rückwände ca. 15 cm über Fußbodenhöhe kam die Elektrik an die Reihe.

Die Elektrik

Erst einmal war da die Frage, ob die Korrekturschaltung für den Betrieb an Röhrenverstärkern auch aktiv sein sollte, wenn Transistorverstärker betrieben werden. Da ich Verstärker unterschiedlichen Typs habe, werde ich diese natürlich auch ausprobieren. Also wieder nachgefragt und es kam auch prompt eine Antwort: die Korrektur sollte bei Transistorverstärkerbetrieb eher abgeschaltet sein. Also (Unterbrecher)Schalter besorgt, um die Korrektur leicht am Terminal an- und abschalten zu können. Montiert hab ich auf zurechtgesägten, gefeilten und polierten Stahlblechplatten.



Die 4 Teile der Weiche (inklusive Korrektur) sitzen auf separaten 5 mm starken MDF-Plättchen, wobei die jeweiligen Bauteile kabellos miteinander verlötet wurden. Fixiert wurden die Bauteile mit etwas 2-Komponentenkleber, die Spulen zusätzlich mit Schrauben und Muttern. Auf den kleinen Abstandshalterfüßchen wurden die Bauteile in die Boxen geklebt und zusätzlich verschraubt.



Mittel- und Hochtonzweig, dasselbe von der Rückseite



und eingebaut ins Mitteltongehäuse. Basszweig und Korrektur



Anschlussbuchsen des Hochtöners

Das Lackieren

Die farbliche Gestaltung stand an. Die Boxen sollten hell und freundlich aussehen. Es entstand eine dreifarbige Box, also viel Abkleberei zwischen den einzelnen Lackierungen. Als erstes wurden Front-und Rückwände sowie der Sockel 3-fach grundiert. Sockel, Rückwand, Bassreflexöffnung sowie sämtliche Phasen bekamen dann einen titanfarbenen Autospraylack. Die Front wurde mehrfach mit einem robusten, cremeweissen PU-haltigen Acryllack gestrichen und mit 1200er Nassschliff poliert. Das ergab eine matt glänzende Schleiflackoptik. Anschließend habe ich diese Lackierungen mit Autohartwachs-Politur nachbearbeitet.

Die 3 mm HDF Deckseiten wurden auf der folierten Seite 4 mal mit goldbronzenem Hammerschlaglack lackiert. Das deckt sehr gut. Im Gegensatz zu anderen ergibt dieser Lack nur schwer eine völlig homogen wirkende Oberfläche, je nach Blickwinkel und Lichteinfall wirken einige Bereiche etwas heller, dann wieder dunkler. Auf das sich ergebende „Muster“ kann man durch die Werkzeugwahl (Pinsel oder Rolle) und die Streichrichtung Einfluß nehmen. Ich habe senkrecht gerollert. Je nach Lichteinfall wirkt es manchmal ziemlich homogen, dann wieder wie leicht gestreift, fast so, als ob die Seiten aus mehreren parallel liegenden Brettern zusammengesetzt wurden.

Nachdem alles gut durchgetrocknet war, wurden die Deckseiten verklebt. Fürs Einkleben in den Sockel und an der oberen Stoßkante der Deckbretter hab ich Montagekleber benutzt, Holzleim für die senkrechten Klebeflächen. Angepresst habe ich mit Spanngurten und am oberen Abschluß hab ich zur Fixierung der Deckseiten wieder Gaffertape benutzt.

Restarbeiten und Finale

Eingefüllt habe ich den Sand durch die Einschraubmuttern am oberen Ende der Boxen mit Hilfe eines Trichters und kurzem Schlauch daran. In jede Box haben etwa 17 kg Sand gepasst. Ich bin gespannt, ob und wieviel Sand eines Tages nachgefüllt werden muß, wenn er sich gesetzt hat. Nun kamen die Dämmwolle und dünne Schaumstoffstreifen als Abdichtungen für die Lautsprecher, befestigt mit doppelseitigem Klebeband. Jetzt noch die Rollen druntergeschraubt und als Abschluß auf die Oberkanten der Boxen je einen 6 mm Aluminiumrundstab geklebt, wieder mit Montagekleber und dann fixiert. Als Letztes kamen dann die Etons in die Boxen, that’s it. Einen Kommentar zum Design möchte ich zum Besten geben. Als mein Sohn die Boxen zum ersten Mal fertig sah, sagte er nur: extravagant.

Soundcheck

Hat sich das nun gelohnt, gibt es auch mit dem gebogenen Glasfaserreflexrohr einwandfreie Basswiedergabe und ist der dreischalige Seitenwandaufbau gut genug gelungen, um vernehmbare Eigenschwingungen des Gehäuses zu verhindern? Und die natürlich wichtigste Frage gilt es auch noch zu beantworten: wie klingt es denn so?

Also die Duetta‘s mit der Röhre Dynavox VR70E-2 (von einem guten Freund perfekt technisch überarbeitet) und dem CD-Player Pioneer PD-S802 verkabelt, kein Vorverstärker. Dann ein paar Titel rausgesucht zum Probehören: einen von Udo‘s Lieblingen, tin pan alley von Steve Ray Vaughan (Gitarrenblues, Gesang), Vertical vision und Stay von Yello (Synthi-Musik mit Bläsern bzw. Gesang), One trip Pony von Holly Cole (Akustik Bass Jazz mit Gesang), das Schlagzeugsolo von TOTO‘s live in Japan und Watercolor von Shen Lu (Piano Solo, eine Steinway Demo CD)

Ich hatte beabsichtigt, im Vergleich mit meiner bisherigen Anlage zu hören. Aber schon nach Yello‘s Titeln und Tin pan alley war klar, dass es keines Vergleiches bedurfte. Wow, was für ein Sound und Panorama. Keine Tonlage drängte sich in den Vordergrund, ein sehr ausgeglichenes Klangbild.

Alle Teststücke und jedes einzelne Instrument kamen sauber, filigran gezeichnet und doch mit Druck und Klangfülle lässig rüber, ich war und bin völlig begeistert. Meine hohen Erwartungen nach den Besuchen im High-end Laden und bei Udo wurden erfüllt. Vor allem die Wiedergabe von Stimmen ist für meinen Geschmack extrem lebensecht, sehr beeindruckend!

Nur mein Sohn meinte erst, dass der Bass ein bisschen zu zurückhaltend sei. Wir haben uns daraufhin ein paar Stücke vom 8 mile Soundtrack angehört (Rap/Hip-Hop). Danach änderte sich sein Eindruck und er sagte, genau wie Udo es gelegentlich tut: mehr Bass braucht kein Mensch. Die Duettas mit ihren Etons können Bass ganz exzellent, tief herunter und staubtrocken.

Fazit

Die Arbeit hat sich gelohnt, sehr sogar, Klangqualität vom Allerfeinsten! Die Unsicherheit bezüglich des neu konstruierten Reflexrohres ist schnell verschwunden und der dreischalige Wandaufbau hat sich auch bei höherer Lautstärke bewährt. Ich kann keine unerwünschten Gehäuseresonanzen wahrnehmen. Lediglich bei höherer Lautstärke und/oder basslastigen Titeln ist beim Handauflegen ein leichtes Vibrieren der Seitenwand auf Höhe des Basslautsprechers zu spüren. Ich hätte die Sandschicht dicker planen oder auch jetzt noch Stabilisierungsleisten auf Höhe des Basses einsetzen können, aber das scheint mir nicht mehr notwendig.

Vielen Dank

an meinen Bruder für viele anregende Diskussionen zum Design, an einen guten Bekannten für das Erstellen der CAD-Zeichnungen, an den sehr engagierten Menschen, der die Fräsarbeiten gemacht hat, an meinen Sohn für vielfältige Hilfe bei den Bauarbeiten, an einen sehr guten Freund für das Aufbrezeln des Röhrenverstärkers.

Joachim

 

 

Michaels Duetta

Michaels Duetta


Hatte mir vor über 25 Jahren im Studium eine feine Anlage geleistet, mit der ich eigentlich immer gut klar gekommen bin. Aber mit der Zeit verändert sich vielleicht auch der Anspruch an eine Anlage oder auch an die Boxen. So war ich denn im Raum Südost-Bayern auf der Suche nach neuen Lautsprechern, mehr als 3000 Euro wollte ich keinesfalls ausgeben. Doch wohin wenden? Nach München? Immerhin 1,5 Autostunden von uns entfernt, aber hier in der Region: Funkstille. Und was ich dann gehört hab, hat mich dann auch nicht sonderlich beeindruckt. Richtig Sinn hätte Probehören ja nur mit meiner Vor- Endstufen-Kombi gemacht, aber das war mir wiederum zu aufwendig.

Ok, Kurzversion: Nix is.

Was übrigens ein interessantes Bild unserer Gesellschaft vermittelt, über das ich gerade bei der Auseinandersetzung um den besseren Sound immer wieder gestolpert bin: guter Klang – und damit meine ich eine neutrale Vermittlung dessen, was die Musiker und natürlich auch der Tontechniker im Sinn hatten – ist nicht gerade en vogue, oder besser, interessiert eigentlich fast niemanden.

FAST.

Dann kam ich über Umwege auf den Selbstbau und hab es natürlich ausprobiert, indem ich in einschlägigen Magazinen schmökerte und das erste Projekt in Angriff nahm. Ein paar kleine Transmissions für den Schreibtisch. 48 Euro für eine Membran, das gleiche für die Weiche, ordentlich Bastelzeit mit dem Ergebnis:

a: ich hab ja gar keine zwei linken Hände. Werd zwar kein begnadeter Handwerker, aber mit der richtigen Portion Geduld und Willen kommen durchaus vorzeigbare Objekte raus, und vor allem Vorhörbare ... womit wir wieder bei oberem Problem angelangt wären … wer möchte die neuen Boxen dann auch hören? Meine Statistik: von 10 Leuten eine/r. Schade für die anderen Neune.

b. im Test gegen meine alten Dynaudio Contour 1:  Wahnsinn, bei kleinen Besetzungen stecken die "Bastelzwerge" die Dänen locker in die Tasche, gerade was Räumlichkeit anbelangt.

Also, auf zum nächsten Projekt, das sollte dann schon etwas Größeres sein und bei der Selbstbaumesse in Stuttgart bin ich dann auch wieder auf ein Exemplar gestoßen, das ich als Testbau-Objekt ausgewählt hatte.

Parallel bin ich natürlich auch auf Intertechnik gestoßen und es hat mich etwas besonders fasziniert: die Duetta.

Was für ein Sound, wieviel Luft da zwischen den Musikern besteht, die Bühne mit genau der richtigen Breite und Tiefe – das war sicherlich mit das Beste, was ich bisher gehört hatte. Tja, der Drops war gelutscht, das nächste Projekt sollte die Duetta sein. Erst mal sparen für das Set.

Es hat dann doch länger gedauert … vor über einem Jahr kam dann die Kiste mit den Schätzen an, die bleib dann erst mal für Monate im Büro stehen und vor einem halben Jahr hab ich dann so langsam begonnen. Einen ausführlichen Baubericht erspare ich euch, hab mich relativ nahe an die Anleitung gehalten. Lediglich hab ich Lamellos als Dübel verwendet, um einen sauberen und stabilen Sitz der Gehäuse zu garantieren (mit der Einfach-Exakt-Zusammenbau-Methode hatte ich so meine Probleme, wie auch mit dem doch nicht 100% korrekten Zuschnitt des Baumarktes). Dann noch Trittschallplatten in die Gehäuse. Schadet auch nix. Also, rinn damit.



Furnieren war dann doch ein wenig tricky, da ich vom Schreiner das gleiche Furnier hatte, wie er es beim Bau unserer Küche verwendete. Beim Zusammenkleben  (Holzleim-Bügeltechnik) der doch relativ schmalen Bahnen (bei dem Unterteil 5 Lagen nebeneinander) blitzte es doch mal mehr, mal weniger. Die Lücken wollte ich dann mit Holzkitt auffüllen, aber hab voll die Panik bekommen, weil der Kitt beim Schleifen fast weiß wurde …. Hat aber dann beim Wachsen wieder die ursprüngliche Farbe angenommen, naja, eher so halbwegs. Eigentlich sollten die Duettas Master-Pieces werden. Ganz perfekt sind sie dann doch nicht geworden bei wirklich kritischem Blick.




Über den Sound der Duettas muss ich eigentlich nix mehr zufügen. Selbst meine Frau meinte, bisher hat sie geile Boxen gehört, jetzt hört sie tolle, authentische Musik. Also voller WAF, selbst noch mit den alten Boxen zusammen im Wohnzimmer keine Ehe-Probleme. Wohl dem, der eine tolerante Partnerin hat.

Zur Form: nach den bisherigen Erfahrungen hätte ich mir was Gebogenes oder Fließendes durchaus zugetraut. Aber ich find die Duettas genau als die kubistischen Klötze wunderschön. Was ich eigentlich sagen möchte: Auch einfache Kisten können einen ästhetischen Reiz besitzen. Ich finde Aussehen und Sound gehen richtig gut zusammen. Also Leute, nur Mut zum rechten Winkel, was Zeitloseres wird nicht mehr erfunden.



Meinen besonderen und herzlichen Dank an ALLE da draußen, die guten Klang einfach zu schätzen wissen und sich mit ihren Ohren über den Mumpf und die Werbesprüche der Massenprodukte (vor allem der modernen Produkte) hinweg gehört haben. Ich bleibe am Ball und werde versuchen, die oben erwähnten 10% meiner Freunde nach und nach auch akustisch glücklicher zu machen. Bis dahin hab ich ordentlich Spaß mit der Duetta.





Lieben Gruß aus dem Südostzipfel der Republik,

Michael


Michaels schräge Duetta

Michaels schräge Duetta


Hallo liebe Lautsprecherbau-Gemeinschaft,

viel Schreiben war nie meine Stärke. Trotzdem fühle ich mich ein wenig verpflichtet, euch einen kleinen Baubericht zu meiner Duetta zu präsentieren. Ohne die ganzen tollen Bauberichte hier hätte ich diesen großen Schritt zum Selbstbau gar nicht gewagt.

Kurzer Hintergrund:
Vor etwa 6 Jahren habe ich mich in einem Hifi Studio in Singapur in die KEF Q700 verliebt. Damals hatte mich das Hifi Virus erwischt und es gab keinen Weg zurück mehr. Irgendwann kaufte ich mir den Lautsprecher und war überglücklich. Nach ca. 2 Jahren plante ich, mit meiner jetzigen Freundin zusammen ziehen und ein Haus zu kaufen. Da war mir klar, dass ein neuer, natürlich noch besserer Lautsprecher her muss. Ich habe mir einige Monate Zeit gelassen, um in Hifi-Studios, Messen etc. nach dem perfekten Lautsprecher zu suchen. Das Budget kletterte von ursprünglich 3.000€ auf über 6.000 – 10.000€ und trotzdem war ich mir nicht wirklich sicher. Anders gesagt, ich hatte nicht dieses „Liebe auf den ersten Blick“ und Kompromisslose, was ich mir allerdings bei diesem Preislevel gewünscht habe. Natürlich gibt es viele noch tollere Lautsprecher, die jedoch für normal sterbliche unbezahlbar sind. Und genau da fing es an. Wie  und woher bekomme ich meinen Traumlautsprecher?

Ich wagte einen kleinen Blick in Google bzgl. Selbstbau. Ein paar nette Seiten aus Holland, Dänemark und Deutschland wurden durchstöbert und es fing an interessant zu werden. Ich habe sonst nie etwas selber handwerklich aus Holz zusammengebaut, geschweige denn gelötet. Lautsprecherbau.de nahm mir die meiste Angst davor. Danke nochmal dafür.

Auf Lautsprecherbau.de gefielen mir die Midu2 und Duetta. Voraussetzung war, dass diese Lautsprecher einen >75m² Raum mühelos beschallen können. Und dann sah ich den Baubericht von Stefan. Ich kannte schon lange die Avalon Lautsprecher aus Amerika. Wundervolles Design. Nur der Preis ist für mich etwas lächerlich. 40.000€ für das Paar Eidolon? Nächste bitte…

Das Blatt wendet sich natürlich, wenn man sich so einen tollen Lautsprecher selber bauen kann und  den kann man dann sogar noch dem eigenen Geschmack und Wohnzimmer anpassen. Ab diesem Zeitpunkt packte mich das Selbstbau Virus

Ein paar Wochen und ich saß im Hörstudio und hörte die auch die Duetta zur Probe. Es war wirklich nahezu dieses “Liebe auf den ersten Blick“ was den klang angeht. Genau, was ich suchte.

Da sich nun alles etwas verzögert hatte und ich ein Haus kaufte, welches zu 80% fertig renoviert war, musste ich meine Freizeit für die restlichen 20% widmen. Man kauft ja nicht jeden Tag ein Haus, aber ich konnte die Duetta einfach nicht vergessen. Schön dass meine Freundin so verständnisvoll war und tolerierte, dass ich den Bausatz gekauft habe und dann 100% auf Lautsprecher bauen fixiert war, obwohl das Haus noch lange nicht fertig war.

Nun zum Baubericht:
Ich hielt mich überwiegend an den Baubericht von Stefans Duetta, somit lasse ich einfach die Bilder sprechen:




Im Baumarkt habe ich für 160 Euro eine Tischkreissäge gekauft. Dies war eine meiner Grundvoraussetzung, da die Lautsprecher eine 5° Neigung bekommen sollten. Somit musste fast jedes Brett mit 5° nachgesägt werden.



Die Herausforderung mit der Oberfräse. Noch nie damit gearbeitet, was sich auch als nicht zu einfach herausstellte.  Holzpaste wies sich als Wundermittel aus, da man damit gut Fehler retuschieren kann.




Die Fasen mit Hand vor zu sägen ist meiner Meinung nach die zweitblödeste Arbeit . Der Bandschleifer ist der Stärkste unter den Schleifern, um viel Material abzutragen. Man benötigt jedoch viele Bänder. Ca. 1x 40er Band pro Fase war es bei mir.



Die Weichen lies ich mir vorlöten. Die Kabel dran zu löten war kinderleicht, obwohl ich mir erstmal den Schaltplan des Hoch- und Mitteltöners mehr als zweimal anschauen musste, bevor es endlich klick gemacht hat.



Der berühmte Avalon Sockel durfte meiner Meinung nach nicht fehlen. Mit der Oberfräse gar kein Problem.




So nun kommen wir zur Nr. 1 der Drecksarbeit: Vorspachteln.  Ca. 2 Wochen dauerte das, da immer wieder etwas zu viel Spachtelmasse aufgetragen wurde, dann wieder zu wenig, dann wieder zu viel. In Zukunft würde ich es direkt vom Lackierer machen lassen. 5 Magnete pro Lautsprecher habe ich auch integriert, um in Zukunft schöne Abdeckungen befestigen zu können.




Nur den letzten Schritt lies ich vom Fachmann durchführen und zwar das Lackieren. Als die fertig lackierten Lautsprecher nun da waren, fing die Montage an. Dieser Moment war für mich wie Weihnachten und Geburtstag auf einmal



Nun stehen sie da, meine Babys. Es ist ein wundervolles Gefühl, nach ca. 3 Monaten Bauzeit die Lautsprecher fertig stehen zu sehen, anzuschließen und zu hören. Selten erlebte ich solche Emotionen.



Vielleicht noch ein paar kurze Worte zum Klang:
Als ich die Lautsprecher das erste Mal angeschlossen habe und das erste Lied (George Michael – Cowboys and Angels) über die Duettas spielte, lief es mir kalt den Rücken runter. In vielen Beschreibung hier heißt es, dass sie am Anfang schrecklich spielen, daruf habe ich mich mental vorbereitet. Jedoch klang es vom ersten Ton an schon zigmal besser als meine KEF’s. Kennt Ihr dieses Gefühl, in einem Hifi-Studio zu sitzen und Lautsprecher der Marke „Unbezahlbar“ lauschen zu dürfen? Dieses mächtige, saubere, zum Verlieben schöne Klangbild, das in einer komplett anderer Liga spielt wie gewohnt. Genau das hörte ich. Ich muss zugeben, dass ich schon sentimental wurde. So toll klangen die Duettas. Nach ein paar Tagen Einspielzeit wurde das alles noch viel besser.

Da es hier schon jede Menge an Klangbeschreibungen der Duetta gibt, würde ich es einfach mal hierbei belassen.
Ich bedanke mich bei euch Allen wegen der tollen Bauberichte, die einem wirklich weiterhelfen, die Angst nehmen, es selber zu versuchen und  viele Inspirationen bieten.



Fazit des Ganzen:
Ich hätte noch bis vor 6 Monaten nie im Leben gedacht, dass ich so etwas mal machen würde. Jetzt kann ich im Nachhinein behaupten, dass das eine der coolsten Sachen ist, die ich in meinem Leben gemacht habe.

Beste Grüße aus der Wetterau

Michael

Paffis Duetta

Paffis Duetta


Warum?

Auf der Couch war ich eigentlich nur gelandet, weil ich nach fast zwanzig Jahren Abstinenz mal wieder schauen wollte, was sich im Bereich der Selbstbaulautsprecher so getan hat. So lange ist es her, dass ich meine letzten Lautsprecher gebaut habe; ein paar kleine Dynaudios mit 17´er Bass und einer Gewebekalotte als Hochtöner. Meine übrige Stereo Anlage hatte sich zwischenzeitlich ganz gut entwickelt, nur im Bereich Lautsprecher habe ich mich bis dahin nicht zu weiteren Investitionen durchringen können.

Da saß ich nun auf der Couch, hatte mir leichtsinnigerweise gleich die Duetta anklemmen lassen und bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Es ist zwar immer recht schwer eine einzelne Komponente einer Kette isoliert zu betrachten aber die Lautsprecher sind definitiv dafür verantwortlich, den hörbaren Schall zu erzeugen. Das was über die Duetta an Schall erzeugt wurde, hörte sich viel besser an, als ich erwartet hatte. Insbesondere der Hochtonbereich mit der hervorragenden Auflösung und die von den Lautsprechern losgelöste räumliche Darstellung hatte es mir angetan.


Das Design

Wieder Zuhause angekommen machte ich mir Gedanken zu dem Design der Lautsprecher. Ich begann mit einigen Entwürfen zu einem einteiligen Gehäuse. Gut gefallen hatte mir ein recht wuchtig wirkender Entwurf mit furniertem Gehäuse und einer schwarzen gedoppelten Front, wie es in den 70´ern in war. Ich experimentierte mit diversen Schrägen, Phasen und Rundungen, entschied mich dann aber doch zu einem zweiteiligen Gehäuse, dem originalen schlichten Entwurf der Duetta ganz ähnlich. Da mir persönlich das akustische Zentrum etwas zu hoch erschien, habe ich am Bassgehäuse 5cm in der Höhe gespart und in der Tiefe entsprechend angebaut. Dem Mitteltöner habe ich lediglich 18l Volumen gegönnt. Dass sollte ausreichend sein und im Fall der Fälle auch noch eine Bassreflexabstimmung ermöglichen, die ich bei dem Betrieb der kompletten Duetta natürlich nicht benötige. Auch hier habe ich, anstatt dem Vorschlag aus der Bauanleitung zu folgen, lieber noch einige weitere Zentimeter in der Höhe reduziert, sowie dem Mittel- Hochtongehäuse links und rechts 30mm starke Außenwände spendiert.

So richtig sicher war ich mir nicht mehr mit der extrem tiefen Abstimmung des Basses. Ob unser nicht sonderlich großes Musikzimmer den gebotenen tiefen Bass verkraftet? Ich habe lange überlegt, ihn in ein nur 75l großes Gehäuse zu packen und etwa 5Hz höher abzustimmen. Auch stellte ich mir die Frage, ob nicht ein 20´er Bass oder zwei 17´er ausreichen würden, um den 18m² großen Raum zu beschallen. Ich habe dann zur endgültigen Klärung etwa ein Jahr später nochmals bei Udo vorbeigeschaut, um mir auch die kleineren Varianten mit ER4 Bestückung anzuhören. Die Zweifel wurden dann aber durch die Musikdarbietung beseitigt. Die Duetta gefiel mir von den verschiedenen Varianten am besten, etwas souveräner in allen Belangen, vor allem natürlich im tieferen Bassbereich mit etwas mehr Punch. So blieb ich bei der Duetta, (in etwa mit der originalen Abstimmung) und habe kurz nach meinem zweiten Besuch begonnen, mein Vorhaben in die Tat umzusetzen.


Der Bau

Für die Gehäuse habe ich mir fertig zugeschnittenes Multiplex in 21 und 30mm Stärke im Baumarkt besorgt, dass entgegen vieler negativer Beiträge in diversen Foren, hervorragend geschnitten war und keinerlei Nacharbeit benötigte. Den Aufbau der Gehäuse habe ich mit den Fronten begonnen. In die furnierten Platten wurden die Ausschnitte für die Chassis gefräst, Löcher für die Zylinderkopfschrauben gebohrt und die Einschlagmuttern von hinten in das Holz geschlagen. Mit „normalen“ Holzschrauben für die Befestigung der Chassis kann ich mich nicht so richtig anfreunden. Die Köpfe haben die Neigung abzubrechen und sitzen, nach mehr als dreimaligem einschrauben auch nicht mehr so richtig fest. Zylinderkopfschrauben mit metrischem Gewinde kann man hingegen in verschiedenen Festigkeitsklassen käuflich erwerben. 8.8´er Schrauben sollten hier aber mehr als ausreichend sein. Diese sind auch in der Ausführung „natur“ genügend geschwärzt, um ohne weitere Bearbeitung zur Befestigung der Chassis eingesetzt zu werden.




Mein Tip: mit dem Ausfräsen der Chassisauschnitte warten, bis die Chassis auf dem Tisch liegen und nochmal Maß nehmen. Auch wenn meine ER4 nur drei Zehntel größer waren als angegeben, waren das zwei Zehntel zu viel und ich konnte die Ausschnitte nochmals nacharbeiten. Den Bass hatte ich zum Glück nochmals vor dem Fräsen der Ausschnitte vermessen und die Ausschnitte dann entsprechend 1mm kleiner gemacht.

Die Bretter habe ich dann nach und nach zu den Gehäusen zusammen geleimt, mit dem Bandschleifer alle Seiten plan geschliffen und mit dem Bügeleisen furniert. Die anschließende Kantenbearbeitung mit der Feile und dem 180´er Schleifpapier klappte hervorragend und das Ergebnis ist von einer professionellen Bearbeitung, meiner Meinung nach, kaum zu unterscheiden. Eingesetzt habe ich Ahorn Furnier, welches im Internet bestellt zwar nicht ganz billig ist, dafür aber eine gute Qualität hat. Die gelieferten ca. 3m x 2m großen Matten habe ich vor dem Beginn der Arbeiten passend zurechtgeschnitten.





So richtig anfreunden konnte ich mich nicht mit dem geschlitzten rechteckigen BR-Kanal, der ja fast ein Markenzeichen der Bausätze hier ist. Musste ich bei dem Gedanken an die so geformten BR-Kanäle doch wieder an meine Vorlesung in Strömungslehre denken und eigentlich wusste ich auch gar nicht so richtig, wie ich die Oberflächen im Kanal bearbeiten sollte. Nun kam der Vorschlag, einfach ein Kunststoffrohr aus dem Baumarkt einzusetzen. Kurz darüber nachgedacht und dann für wenige Euro Abflussrohre mit ausreichender Wandstärke besorgt. Dieses dann später innen schwarz lackiert, von hinten ca. 1cm in die Fronten eingelassen und dann mit einem Montagekleber eingeklebt. Anschließend konnte ich mit einem Bündigfräser passende Löcher in die Fronten fräsen und dem Ganzen mit einem Abrundfräser zu einem manierlichen Aussehen verhelfen. Für ein ordentliches Finish der Lautsprecher habe ich die Oberflächen zweimal mit Hartwachsöl gestrichen, zwischen den Anstrichen mit feinem Schleifpapier geschliffen und abschließend mit einem Bauwolltuch leicht nachpoliert.



Der Klang

Der Klang der fertigen Lautsprecher überzeugt mich auch Zuhause wieder. Bereits ohne Einspielzeit ist die räumliche Darstellung umwerfend. Die dargestellte Bühne liegt eher hinter den Lautsprechern und wird seitlich nicht durch die Lautsprecher begrenzt. Die Interpreten und Musikinstrumente sind im Raum präzise zu orten und werden bei jeder gewünschten Lautstärke natürlich dargestellt. Auch der eher kleine Raum hat mit den Lautsprechern keine Probleme. Der Bass ist knackig, richtig tief aber nicht übertrieben. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich bereits vor dem Bau der Duetta einige Maßnahmen getroffen hatte, um unseren Musikraum akustisch zu optimieren.

An die gebotene Auflösung werde ich mich vielleicht noch etwas gewöhnen müssen, die Lautsprecher sind keine Schönschreiber. Schlechte Aufnahmen werden gnadenlos entlarvt. Da habe ich die Kombination mit Udos Röhrenverstärker, im Gegensatz zu meiner heimischen Anlage, etwas gnädiger in Erinnerung. Es bleibt allerdings noch abzuwarten, ob sich im Verlauf der weiteren Einspielzeit diesbezüglich noch etwas verändert.

Gleich mit gebaut habe ich mir ein paar passende Center, um mit dem Heimkinobetrieb starten zu können. Entschieden habe ich mich für die Doppel 5, die sich gut in das akustische Geschehen einfügt. Das die Duetta auch im Heimkinomodus hervorragend läuft, brauche ich sicherlich nicht zu erwähnen. Ich habe zwar bisher noch keine Blue-Ray gesehen, seit die Teile fertig sind, aber als ich gestern Abend in „Lara Croft“ über Satellit kurz rein geschaut habe, hatte ich das Gefühl, ich sitze inmitten der im Film zusammenstürzenden Ruine. Über einen Subwoofer für unser Heimkino brauche ich, wie erwartet, nicht nachzudenken.

Paffi

Wiegers Duetta Terrazzo

Wiegers Duetta Terrazzo

 

Es begann, nachdem wir in unser neues Zuhause umgezogen waren.

Schon im Vorfeld habe ich einige Erfahrungen im Lautsprecherbau sammeln können. In der Vergangenheit baute ich Hörner, einen aktiven Subwoofer und Satellitenlautsprecher. In meinem Kopf geisterte allerdings die ganze Zeit dieses unvollendete Projekt herum, bei dem ich Polyester gemischt mit Sand in eine Schalung mit einer Innenschalung aus Polystyrol gegossen habe. Es war an einem Sommertag im Garten meines Elternhauses. Es gab keinen Wind, weshalb sich dann auch die Nachbarn über den schrecklichen Geruch des Styrols beschwerten. Schlussendlich fand ich heraus, dass ich den falschen Initiator benutzt habe und das Gehäuse aufgrund der zu hohen Temperaturen Risse bekommen hat...! Katastrophe! Die Gehäuse landeten dann als Vogelhäuser in einer verlassenen Ecke des Gartens.

Zurück ins jetzt. Vor kurzem sind wir umgezogen und meine jetzigen Lautsprecher begannen, mich nicht nur ein bisschen, zu nerven: Die Höhen waren zu scharf, das Bassfundament quasi nicht vorhanden. Es war Zeit für ein neues Projekt! Ein großes.

Jedes Projekt beginnt mit einer "Ideenphase", was will ich und was kann ich tun? Die wenigen Anforderungen die ich hatte, waren:

  • Gesamtkosten niedriger als 3000 Euro.
  • Das Bauen sollte nicht schmutzig sein, zumindest nicht in meiner Wohnung.
  • Das Projekt sollte meine Katastrophe mit dem Polyester / Sand wieder gut machen. 
  • Es muss als Monolith gegossen sein. Keine Holzarbeiten.
  • High-End. Einzigartige Form. Professionelles Aussehen. In Kombination mit hoher Klangqualität.

Unterstützung finden für die Bereiche wo ich nicht die richtige Kompetenz, Werkstatt und Werkzeuge habe.

 

Ziemlich schnell fand ich die Seite www.lautsprecherbau.de und demzufolge auch den Hype um die Duetta. Zu meiner Verwunderung gab es sogar eine Hörmöglichkeit, die nur 2,3 km von meinem Haus entfernt war. Mit einigen anfänglichen Ideen, habe ich mich zu einem Besuch entschlossen und traf einen sehr netten Mann namens Udo, der mich begeistert begrüßte und mir sogar ein Paar Duettas auslieh, so dass ich die Gelegenheit hatte, sie in meinen eigenen vier Wänden zu hören. Es war Perfekt! Die Lautsprecher zeigten noch nie gehörte Feinheiten meiner Musik auf. Eine tolle Erfahrung. Nicht so toll war die Erfahrung, dass einiges meiner digitalen Musik eigentlich von ziemlich geringer Qualität ist. 

Mit der Duetta als Basis im Kopf begann ich, die ersten Entwürfe aufgrund folgender Überlegungen anzufertigen:

  • Das Standard-Duetta Design ragt mir zu weit in den Raum, dreh ich sie, verliere ich, in meinem Fall, noch mehr Platz. Mit einem zylindrischen Design wäre das Problem gelöst.
  • Wenn ich die Gehäuse gießen will, wird die Kraft auf die Formen groß sein. Bei einem Kreis basierten Design sollte sich die Form durch die gleichmäßige Verteilung nicht verformen.
  • Eton Lautsprecher klingen gut, sind aber nicht so hübsch. Die gelb/grün/graue Farbe ist nicht sehr attraktiv und nicht mit dem Rest des Designs vereinbar. Lösung: die Treiber Lackieren.
  • Die Eton-Chassis sehen alle verschieden aus. Der ER4 ist quadratisch und passt nicht wirklich zu dem Rest. Außerdem mag ich grundsätzlich Lautsprecher Chassis nicht, bei denen die Schrauben zu sehen sind. Die Lösung sind extra angefertigte Aluminiumringe für alle Chassis, welche das Aussehen der Front komplett harmonisieren.
  • Wenn die Lautsprecheranschlüsse auf Rückseite abstehen, können sie leicht von dem enormen Gewicht beim Transport oder einfach nur durch bewegen zerstört werden. Also werde ich sie in der BR-Öffnung verbergen. Demzufolge muss die BR-Öffnung nach hinten verschoben werden. Das hat noch den positiven Nebeneffekt, dass in selbiger keine Kinderspielzeuge geparkt werden können.

In der Zwischenzeit habe ich mich viel mit Betonieren und den verschiedenen Mischungen auseinander gesetzt. Immer mehr gefiel mir die Idee einer Epoxy Terrazzo-Mischung. Nach einem Besuch in einem Estrich-Terrazzo Unternehmen (Firma Aman aus Beelen), hab ich auch einen passenden Partner für das Formen und Polieren meiner neuen Schallwandler gefunden. Nach einer Unterredung mit meiner Frau, haben wir uns für eine weiß-glänzende Oberfläche mit kleinen Steinen Terrazzo entschieden

 

Sketchup

Es war Zeit für die Konstruktion in Sketchup. Dieses Programm war neu für mich, aber nach diesem Projekt wage ich zu sagen, dass ich jetzt so ziemlich alles in Sketchup zeichnen kann.

Zuerst fang ich mit einem Durchmesser von ca. 50 cm an, aber bald kam ich zu dem Schluss, dass die Box zu "klobig" aussah und etwas dünner und größer sein könnte. Die Zielvolumina für die beiden Kammern wurden auf 13l oben und bis zu 90l unten gesetzt.

Nach einiger Rechnerei kam ein Konstrukt mit 120cm Höhe, 45 cm Durchmesser und einer abgeschnittenen Front zur Aufnahme der Chassis. (insg. 38cm Tiefe). Nach dieser ersten Papierskizze kamen noch einige weitere in sketchup dazu. Das endgültige Design stand erst nach der 10. Version fest. Die ER4 Hochtöner wurden in die Mitte umgesiedelt, so dass sie auf Sitzhöhe arbeiten. Das Bassreflexrohr ist wie schon vorher erwähnt nach hinten verschoben worden und die Zierringe sind plaziert. 

 

 

Das Bassreflexrohr wird auch mit eingegossen. Ferner habe ich noch zwei Versteifungsringe eingeplant um das Gehäuse steifer zu machen, wie in den „Röntgenbildern“ zu sehen.  

Leider musste ich irgendwann feststellen, dass Sketchup in Sachen Kreisberechnung in der Standardeinstellung nicht sehr genau arbeitet. Also schrieb ich mir eine kleine Excel-Tabelle, um die Volumina zu überprüfen. Die nebenstehende Formel brauchte ich des Öfteren. Tipp! Um genauere Kreise in Sketchup zu zeichnen, muss die Anzahl der Seiten für einen Kreis auf 96 gesetzt werden. Dies kann direkt nach der Auswahl des Kreis-Werkzeugs eingegeben werden.

Nachfolgend eine Übersicht der Volumina, ich brauche etwa 63 Liter Terrazzo für eine Box..

 

Und hier ist der Plan was ich während des Bauens verwendet habe (die roten Zahlen entsprechen den Zahlen in der oberen Tabelle).

Der Außendurchmesser ist mit 444,4 mm berechnet (450 mm - 2 * 0,8 mm Stahlwandstärke - 2 * 2 mm abschleifen). In SketchUp habe ich die Funktion "layers" benutzt, mit welcher man in der Lage ist verschiedene Schichten zu zeichnen. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit spezifische Details zu zeigen, oder auszublenden.

Die SKP-Dateien, die ich für dieses Projekt erstellt habe, kann man in meinem Profil finden. Ich habe die drei benötigten ETON Treiber in der Duetta (ER4, 7_360_37Hex & 11_581_50Hex) mal modelliert, sodass jeder schon in Sketchup eine Vorstellung davon hat, wie der Lautsprecher später aussehen wird. Mit einem Klick auf die Namen können die Dateien heruntergeladen werden.

 

 

Schalung

Für die Schalung habe ich Hartschaum (Styrodur) benutzt, Styrodur wird normalerweise als Dämmung unter gegossen Betonböden verwendet. Dieses Material ist sehr leicht zu formen, ist feiner als das reguläre Polystyrol, kann mit Heißdraht-Technik geschnitten werden und wird einfach raus genommen, nachdem der Terrazzo ausgehärtet ist. Sie kommen normalerweise in Platten von 1250x600mm. Ich hatte welche in 30mm und 39mm Stärke (lila und gelb). 

Der Durchmesser für die Außenschalung beträgt 45 cm und schnell wurde klar, dass dies nicht eine Standardgröße von PVC ist. Nach einiger Recherche im Internet fand ich als Alternative Blechrohre, welche für Belüftungsanlagen genutzt werden. Meine Rohre hatten eine Stärke von 0,8 mm und eine Höhe von 150 cm. Zusätzlich war an einer Seite noch eine Pfalz. Das Rohr ist relativ leicht und erfordert einen zusätzlichen Rahmen um es zu unterstützen gegen alle Kräfte die während des Gießens entstanden. Die Falz wird zum einspannen genutzt.

Die endgültige Stärke der Lautsprecherwände betragen 3 cm. Allerdings, werden rund 2mm für die Politur zur hochglänzenden Fläche geopfert.. Im Sketchup Modell ist das berücksichtigt, weshalb der Abstand zwischen innerer und äußerer Schalung 32mm beträgt. 

Zum Aufbau der Inneren Schalung habe ich eine Menge Stahl verwendet. 4 dicke Gewindestangen halten die Styrodurpatten zusammen, sowie ca. alle 30cm einige zusätzliche Ringe und Muttern. Da ich später nicht in den Beton bohren möchte, musste ich alle Löcher im Voraus planen. Ich löste dies durch die Verwendung von kleinen Aluminiumrohren die mit Gewindestangen verschraubt sind. Einige größere Gewindestangen wurden verwendet, um die innere Styrodurschale mit der Platte für die Front zu verschrauben. Dies machte das ganze relativ einfach, ich konnte die 22mm Platte für die vordere Außenschalung mit der Innenschalung drauf montiert, in die Außenform (Rohr) schieben und fest an der Außenseite befestigen. Das Ergebnis war ein schon sehr steife Konstruktion. Ich wusste aus meiner Vergangenheit Projekt, das die Kräfte enorm waren. Der kleinen Holzrahmen auf der Oberseite der Schalung sollte das aufsteigen vermeiden.

 

Die Öffnungen für die Treiber wurden mit einer "Drehscheibe" und Heißdraht gefertigt. Für das schneiden von den tieferen Segmente habe ich eine Bohrmaschine in einem Bohrständer genommen, und die Werkstücke dann mit Schleifpapier nachbearbeitet, um die perfekte Stärke zu erreichen.

 

 

Transport

Durch das enorme Gewicht (130kg eine Box) darf dieses kleine Thema nicht vergessen werden. Schon nach dem Gießen kam heraus, dass es extrem schwierig war die Lautsprecher während des Poliervorgangs zu bewegen. Es waren immer 2 Personen nötig. In der Terrazzo-Werkstatt hatten wir den Luxus eines Gabelstaplers. Dies haben wir auch benutzt , um eine Box in meinen Volvo XC60 zu schieben. Wenn es sich den letzten Zentimetern des Absetzens näherte, stattete die Last den Wagen direkt mit einem Sport-Paket aus. Auf dem ersten Weg nach hause (wir mussten natürlich Zwei mal fahren) mussten wir uns irgend eine Idee einfallen lassen, wie wir den Wagen wieder entladen, ohne dabei selbigen, uns, noch unseren ganzen Stolz zu beschädigen. 

Wir beschlossen eine Rampe zu bauen, die wir nutzen können, um den Lautsprecher kontrolliert aus dem Auto auf eine Stechkarre zu bekommen. Die Reise in den 3. Stock gestaltete sich einfach, da wir auf den Aufzug zurückgreifen konnten. Einmal oben angekommen, habe ich Die Lautsprecher mit Filzgleitern ausgestattet, sodass man sie relativ einfach auf dem glatten Parkett ausrichten kann. 

 

Gießen

Das füllen des Terrazzo in die Schalung wurde auf einer riesigen Rüttelplatte gemacht, so dass der Beton gut verdichtet und entlüftet wurde. In Bezug auf die Mischung kann ich nur sagen, dass es eine Mischung auf Basis von Zement ist und das spezielle Additive hinzugefügt wurden um ihn besser fließen zu lassen. Um sicherzustellen dass auch die kleinen Hohlräume ordnungsgemäß gefüllt wurden, haben wir kleine Terrazzosteine genommen, was den positiven Nebeneffekt hat, dass auch weniger geschliffen werden muss.

Auf dem Rütteltisch wurde die Schalung sorgfältig Eimer für Eimer gefüllt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kräfte des auftreibenden Styrodurkerns waren immens. Auf dem Bild kann man sehen dass die Innenschalung einige Millimeter angehoben wurde. Und das trotz aller Bemühungen die Schalung so stark und steif wie möglich zu machen.

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es kam heraus das die schwächste Stelle das Holz auf der Oberseite der Schalung war. Nächstes Mal werde ich mehr Stahl verwenden! (Wird es ein nächstes Mal geben? Oh ja, ich bin schon mit einer LP-Terrazzo beschäftigt :-)

Bereits nach einigen Tagen war der große Moment da. Wir schnitten die Schalungen mit einem Winkelschleifer auf und das Ergebnis offenbarte sich. Die Schalungen haben ein wenig geleckt weil ich vergessen habe sie mit Silikonen zu schließen, also mussten wir etwas Terrazzo wegschneiden um es völlig frei zu machen. Es sah noch ein bisschen roh aus, aber ... keine sichtbare Risse! Jaa !! 

 

Polieren

Dies erwies sich als eine große Aufgabe. Erstmal ist sind die immensen Massen ist nicht so leicht zu bewegen und dazu kommt noch das Polieren von einer runden Oberfläche auf jeden Fall 3-mal mehr Mühe macht als eine vergleichbar flache Oberfläche. Während der Arbeiten fanden wir auch die ersten kleinen Fehler. Die Form hat sich in der Mitte ein bisschen ausgedehnt, was eine ungerade Front zufolge hatte. Dies zu Korrigieren war nur durch viel Polieren im mittleren Bereich möglich. Insgesamt waren 12 Polier- / Füllungs-schritte erforderlich, um eine glatte, glänzende Oberfläche zu erhalten. Das Ergebnis ist perfekt!.

 

Aufbau

Vor dem Aufbauen, musste ich erst das ganze Styrodur entfernen. Auch diese Aufgabe erwies sich als langwierig und anstrengend. Für diese Arbeit benutzte ich eine alte Bohrmaschine und einen Dremel mit Verlängerung und einem Fräskopf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Ergebnis nach Entleerung und Reinigung:



Zum Aufbau der Weiche benutzte ich ein altes Schneidebrett aus einem berühmten schwedischen Möbelhaus. Alle Lötstellen befinden sich auf der Rückseite. Die Drähte sind durch die Platte geführt, so dass die Lötverbindungen bei der Montage nicht beschädigt werden können. Zusätzlich habe ich noch Heißkleber benutzt, um absolut sicher zu sein dass die Komponenten sich nicht bewegen können. Alle Kabel sind beschriftet um Fehler zu minimieren wenn die Weichen eingebaut werden. Hier ist das Ergebnis der "Cutting Edge"-Technologie! Die Weichen werden mit M4 Gewindestangen festgeschraubt, diese Gewindestangen waren vor dem Giessen schon in das Styrodur gedruckt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für das Innenleben habe ich 5mm Filz statt 5,5 mm Weichfaserplatten genommen. Filz ist zwar teurer, war aber in meinem Fall viel einfacher zu verarbeiten. Die Weichfaserplatten wären in das fertig gegossene und zudem auch noch runde Gehäuse nicht einbaubar gewesen..

Für das Auffüllen der Box habe ich natürlich das übliche Sonofil genommen. Eine Rolle in der kleinen Mittenton-Kammer und 3 Rollen aufgeteilt in die 3 Abschnitte des Bassabteils.

Die Weiche für den Hoch-/ Mitten-ton habe ich auf das BR-Rohr , die Weiche für den Tiefton auf die Innenseite der Front montiert.

Die Polklemmen wurden installiert. Dafür schob ich alle Kunststoffteile weg und erhitzte den Anschluss mit einem Lötkolben (15W) und verwendete ein zweiten Lötkolben (45W) um die Drähte zu löten. An einem Anschluss habe ich den Fehler gemacht, zu viel Lötzinn zu verwenden ... das Ergebnis war, dass eins der Gewinde unten voll mit Zinn gelaufen ist. Die Reinigung hat mich eine Stunde voller Fluchen gekostet, damit die Mutter wieder über das Gewinde lief. Die Drähte zu den Mitten- und Hoch-tönern laufen durch die Löcher, in denen sich vorher die Gewindestangen befanden. Alle diese Löcher wurden später mit Heißkleber verschlossen!.

Die Drähte wurden nun an die Lautsprecher gelötet. Zum Schutz der Membranen habe ich Aluminiumfolie zwischen gelegt. Das Kabel des ER4 ist mit Steckern ausgestattet. Mir wurde geraten diese nicht abzuschneiden, da das Abstreifen der Ummantlung aufgrund der sehr dünnen Litze schwierig ist. 

So habe ich die einzelnen Teile einer Steckerleiste benutzt, um den ER4 mit der Weiche zu verbinden. Zur Montage der Treiber mit dem Gehäuse habe ich M4 und M5 Schrauben benutzt, die auf der Innenseite mit Einschlagmuttern verschraubt wurden.

 

Ringe

Weil es schwer war vorher zu sagen wie viel genau durch das polieren abgeschliffen werden würde, konnte ich mit der Dekorationsplanung erst starten, nachdem die Chassis montiert wurden. Im Netz fand ich ein kleines Unternehmen (Greatstar.de), welches auf Bestellung alle Arten an Aluminiumringen anfertigt. 6 Wochen nach der Zusendung meiner Zeichnungen erhielt ich per Post 6 schwarz eloxierte Aluminiumringe. Das Ergebnis sieht sehr professionell aus. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ringe sind mit transparentem Kleber ohne Lösungsmittel auf den Terrazzo geklebt.

 

Das Ergebnis

So war es die Mühe wert? Absolut! Ich habe jetzt ein Paar großartig aussehende und fantastisch klingende Lautsprecher in meinem Wohnzimmer!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Projekt hat mich viel Zeit gekostet und jeder kleine Schritt nahm viel Denk-Arbeit in Anspruch, weil die Korrektur danach nicht wirklich möglich ist. Aber es ist alles Teil des Spaßes am Lautsprecherbau. Kleine Schritte machen und lernen wie es geht. Darum geht es bei diesem Hobby!

 

Fazit

Und habe ich meine Anforderungen erfüllt?

  • Budget mäßig nicht. Überziehung etwa 600 Euro.
  • Ich habe den meisten Schmutz aus der Wohnung fern halten können. Das Entleeren der Schalung wurde vor allem in den Terrazzo-Werkstatt durchgeführt. Das Schneiden von Styrodur erfordert eine sehr gute Belüftung! Die Dämpfe sind giftig aber ich hatte die Gelegenheit diese Arbeiten draußen oder mit geöffneten Tür zu erledigen. Leider nicht zu vermeiden war die Styrodur-Schleifarbeit, welche einiges an Feinstaub verursacht hat.
  • Ich hab mir selbst bewiesen, dass ich es kann! :-)

  • High End Design & Sound.

    

Die Lautsprecher fügen sich sehr schön in den Rest des Interieurs ein. Sie Dominieren Das Zimmer nicht, sind aber durchaus beeindruckend. Die Lautsprecher werden nicht direkt von den Besuchern wahrgenommen. Ich liebe das Design, die Abmessungen sind gut proportioniert. Die runden dicken Ringe passen sehr gut zur Gesamtform und Runden das Design ab. Das Besprühen der Treiber habe ich gelassen, da die gelieferten Chassis einen anderen Farbton haben, als die im Hörstudio. Ich denke die neuere Version der Chassis alle aus dem selben Material gefertigt sind, sodass sie zusammen passen. Was ich besser machen könnte sind die Ringe über den ER4. Meiner Meinung nach sind sie jetzt zu "tief". Ich habe aber keinen Unterschied gehört nachdem ich sie montiert habe. Haben wir hier jetzt vielleicht ein paar kleine ER4-Hörner? Es dauerte einige Zeit bevor die Treiber gut eingespielt waren und ich will es gar nicht versuchen den Sound zu beschreiben auch weil ich zu wenig Referenzen habe. Was ich sagen kann ist, dass die Lautsprecher unverzeihlich und präzise klingen. Wenn man ihnen schlechte Qualität zuspielt, hört man es auch sofort. Dies steht im Widerspruch zum "lower End" Sound anderer Lautsprecher, die jeder Quelle in ihren Standard-sound aufdrücken. Die Verbesserung der restlichen Kette kann ein bisschen süchtig machen, sollte aber als Hobby gesehen werden. Ich denke schon über einen Röhrenverstärker mit passender Terrazzo Behausung nach.

Und klingt diese Betonvariante im Vergleich zu vorher geliehenen hölzernen Lautsprechern besser? Schwierig zu sagen. Man braucht die zwei Versionen nebeneinander um hier ein gutes Urteil fällen zu können. Auffällig ist allerdings, dass die Lautsprechergehäuse kein bisschen schwingen! Ich habe schon extrem laute Pegel gehört und meine Hand auf verschiedene Stellen des Gehäuses gelegt. Keine Vibration feststellbar! Das sagt mir dass die Mitten- und Tief-töner mit minimalem Verlust arbeiten. Ich habe manchmal das Gefühl dass der Sound sehr rein und klinisch ist, aber ich liebe es!

Man könnte jetzt darüber diskutieren, dass die BR Öffnung jetzt in dem Bereich endet, in dem die Anschlüsse liegen und somit nicht die komplette Öffnung frei liegt. Die Fläche der Anschlussseite ist ca doppelt so groß, wie die der BR-Öffnung. Ich habe die Kanten durch die Verwendung von Silikon abgerundet, was das Rohr etwas kürzer macht und somit die nicht 100% freie Öffnung ausgleichen sollte. So ist zumindest meine Theorie.

Auf den Fotos ist zu sehen dass die Lautsprecher zu nah an der Wand platziert sind. Die aktuelle Wohnzimmereinrichtung lässt ein besseres Setup leider nicht zu .. (WAF :-). Wenn ich die Lautsprecher nach vorne zieh, verbessert sich die Klangqualität drastisch. Zum meinem Glück ziehen wir bald wieder um und das Wohnzimmer wird viel größer sein! Die Umzugsfirma wird mich aber lieben.

Ich befeuere die Lautsprecher mit einem Pioneer VSX-LX70. Dieser AVR hat eine Funktion namens MCACC, die eine EQ-Raumkalibrierung durchführt. Nach einigem Experimentieren ist mir aufgefallen, dass wann das System im 'Pure' Modus läuft (ohne Raumkompensation) schlechter klingt. Bei meinen FLAC Dateien läuft das System im Moment auf 2.1 Stereo(mit MCACC). Ich erlaube meinem Klispch SW115 (Couch Schüttler) ein bisschen Luft vor sich her zu schieben. Auf den Bilder sieht man auch dass ich kreativ gewesen bin, mir meine eigenen geflochtenen Kabel herzustellen. Dies sind 4 Paare à 1.5mm². In Kombination mit den Lautsprechern sehen sie vor allem gut aus. Ob die so viel besser sind sei mal dahin gestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich denke, dass ich erfolgreich war, meine eigenen Fähigkeiten mit denen erfahrener Partner zu kombinieren. Der spezialisierten Arbeiten des Mischens, Füllens und Schleifens des Terrazzos wurde von einer Firma gemacht die dies seit Jahrzehnten getan hat. das gleiche zählt für die sehr schönen schwarzen eloxierten Aluminiumringe!

Vielen Dank an Sebastian, Steffen, Philipp und natürlich an das Team von Intertechnik für die Bereitstellung dieses Lautsprechermagazin und Community.

 

Mit freundlichen Grüßen

Wieger Engbrenghof

Jean Pauls Duetta

Jean Pauls Duetta


Jean Pauls Duetta

Wie es dazu kam

Nachdem ich nun ein Alter erreicht habe, in dem man so manche Entscheidungen im Leben getroffen hat, wollte ich mir meinen langen Wunsch nach einem schönen „Hobby-Raum“  erfüllen. Das Hobby ist Musik, ab und dann ein wenig Heimkino. Der Raum selber wurde dazu mit einem ordentlichen Anteil an Eigenleistung umgebaut, eine Wand wurde entfernt, die Elektroinstallation wurde erneuert, der Fußboden wurde mit Dielen in Eiche gestaltet. Nach und nach nahm das Projekt Gestalt an, eine Anlage bestehend aus Rotel-Komponenten wurde aufgebaut, dazu die alten Boxen aus meiner Zeit von vor 20 Jahren aus dem Keller geholt und angeschlossen.

Es war von Anfang an klar, dass die Boxen von damals nur eine Übergangslösung sein sollten. Und wie bei allen diesen Projekten musste eine ganz besondere Hürde überwunden werden, die Akzeptanz meiner lieben Frau. Bis dahin vertrat sie die Meinung, dass die Boxen die schönsten sind, die man nicht sieht. So ist in unserem Essraum auch ein Subwoofer-Satelitensystem am Werk. Aber im neuen Raum zum Relaxen sollte es klanglich für mich in eine andere Liga gehen. So habe ich erst einmal den Weg zum lokalen HIFI-Laden genommen. Leider war ich und vor allem meine Frau mit den angebotenen Lösungen nicht zufrieden, entweder stimmte das Design nicht, oder der Klang entsprach nicht meinen Vorstellungen. Ich möchte hier ausdrücklich nicht auf die jeweiligen Boxen eingehen, nur so viel sei gesagt, es handelte sich durchaus um verschiedene Stücke im 2000,- € +X - Bereich.

Etwas ernüchtert saß ich dann zuhause mit schrebbeliger Beschallung. Am nächsten Tag kam mir am Kiosk ein Heft für Selberbauer von Boxen in die Hand. Klasse, dachte ich, das nehme ich gleich mal mit, vielleicht gibt es dann eine Inspiration. Das Heft habe ich verschlungen und war angetan von den Möglichkeiten, High-End Projekte schwirrten in meinem Kopf herum.  Nach zwei Monaten kam das nächste Heft auf den Tisch, es waren wieder tolle Projekte beschrieben. Also, warten wir mal das nächst Heft ab.

Parallel dazu habe ich natürlich im Internet einiges gelesen und habe festgestellt, dass es eine richtige Selberbauer-Szene gibt. Schnell war mir aber auch klar, dass ich für ein ordentliches Ergebnis zu wenig Ahnung von der Materie habe und mir auch nicht zulegen werde. Handwerklich bin ich nicht unbegabt, aber ich bin eben kein Ingenieur. Inzwischen war ein gutes Jahr vergangen, ich hatte noch ein paar Hefte gelesen, im Internet gestöbert (meine Frau hat mich gefragt, ob ich das Internet nicht langsam ausgelesen hätte) und bin natürlich auch auf Lautsprecherbau.de gelandet.

Da kam mir ein Gedanke: zum einen finde ich es schwierig, etwas zu bauen, was man vorher nicht gehört hat. Klangbeschreibungen sind eben sehr subjektiv. Zum anderen frage ich mich, wie es sein kann, dass alle zwei Monate neue Super-Projekte vorgestellt werden. Wenn ein Projekt gut ist, dann kann es nicht ständig neue und bessere geben. Also, langen Überlegungen folgte die Idee, die Leute zu besuchen. Wenn es so viele gibt, die mit der Duetta, Minuetta oder einem Vertreter aus der SB-Serie glücklich sind, dann kann ich mir die Sache ja mal ansehen.

Die Anreise war für mich einfach. Ich war ein paar Minuten zu früh, stand vor dem Hörstudio und war ein wenig ernüchtert. Irgendwie hatte ich mir den Laden mondäner vorgestellt. Ein anderer Kunde wartete ebenfalls und begrüßte mich mit den besorgten Worten: „Hallo, sag mal, ist der Meister nicht da?“ Der Laden macht erst in fünf Minuten auf, also keine Sorge, der Meister kommt bestimmt. Und er kam. Wir kamen schnell ins Gespräch und Udos freundliche Art war mir direkt sympathisch. Er erkundigte sich erst einmal nach meinen Voraussetzungen (Raumgröße, Anlage, Verwendung…). Dann kamen wir zu den üblichen Verdächtigen: Duetta, SB. Nun fingen wir an, die Lautsprecher mit Musik zu füttern. Ein wenig Bachs Orgelkonzert, dann „Child in Time“ Deep Purple, „Basin' Street Blues“ vom Jazz-Gitarristen Phillip van Endert, und zuletzt Johnny Cash arrangiert von Rick Rubin. Was soll ich sagen? Bei der Duetta fühlte ich mich sofort zuhause. Klarer Klang, nichts übertriebenes, eine Liebe auf den ersten Höreindruck.

Aber wie löse ich das Thema mit dem WAF? Schließlich ist die Duetta keine kleine Schachtel, sondern ein ausgewachsener Klotz. Wie ich oben beschrieben habe, geht es mir in erster Linie um Musik in Stereo, und danach um das Kino-Erlebnis. Meine Überlegung war nun trotzdem, mit dem Center anzufangen. Wenn der die klangliche Genehmigung findet, kann ich mir Gedanken um die Hauptboxen machen. Im Übrigen will ich den Center in einem selber gebauten Möbel letzten Endes verstecken, um so dem Wusch nach unsichtbaren Boxen ein wenig Genüge zu tun. Der Center musste also vom Design nicht unbedingt perfekt werden, außerdem war das auch eine geeignete Probe für das größere Projekt Duetta Stereo-Box. Ich nahm also erst einmal die Komponenten für den Center mit, das Projekt hatte begonnen.

Der Center, Probelauf und viel gelernt

Wie soll er aussehen? Über das Design hatte ich mir noch keine endgültige Meinung gemacht. Ich wollte mich aber nicht mit dem Thema Furnier beschäftigen, denn dazu benötigt man wohl einige Erfahrung und für eine Duetta auch durchaus große Furnierblätter. Außerdem birgt das Thema einiges an Frust-Potenzial, was ich mir ersparen wollte.  Also würde es Multiplex werden, dessen Oberfläche ich dann entsprechend bearbeiten würde. Ich wollte unbedingt, dass man erkennt, dass es sich um Holz handelt, insofern schied eine Hochglanzlackierung aus. Die Oberfläche sollte  eine sichtbare Maserung und eine haptische Struktur haben. Als ich zuhause die Chassis in der stolzen Hand hielt, war mir klar, in einem hellen Ton, weiß, sieht das sicherlich auch zu unserem dominanten Boden edel aus.

Ausgestattet mit der Liste für den Zuschnitt suchte ich den Baumarkt am Ort auf. Die Schallwand habe ich im eijnschlägigen Internethandel bestellt, um mir die Versuche mit der Fräse zu erleichtern. Es wird bestimmt noch genug Arbeit. Der Zuschnitt aus dem Baumarkt war sogar einigermaßen genau, allerdings war das Material (21mm Birke Multiplex) von einer eher schlechteren Qualität. Im Holz selber zeigten sich an den Schnittkanten erhebliche Lücken, eingepresste Steinchen und farbliche Fehler. Ich habe dazu erst einmal eine Oberflächenverschönerung mittels Holzkitt (Leim mit Schleifstaub und Sägemehl vermischen) durchgeführt. Größere Fehler habe ich mit dem Einleimen von Zahnstochern beseitigt. Alles in allem nicht schlimm, aber eine Arbeit, die ich mir bei den großen Duettas ersparen möchte.

Inzwischen war auch die Schallwand eingetroffen, das Material war also komplett. Nun habe ich die Schallwand mit den anderen vertikalen Bauteilen abgeglichen und mittels eines Bündigfräsers gleich gemacht, um Differenzen auszuschließen. Im nächsten Arbeitsschritt heißt es SCHLEIFEN. Um die Oberfläche wohnzimmertauglich zu bearbeiten, hat sich nach meiner Erfahrung folgendes Vorgehen bewährt: das Material roh schleifen, erst 60er Körnung, dann mit 80er und 120er Körnung. Danach wird die erste Schicht Beize (Clou XXX) aufgetragen. Die wird mit einem Tuch auf das Holz gebracht und solange einpoliert, bis alle Schlieren verschwunden sind. Nun muss das Holz je nach Temperatur im Arbeitsraum fünf bis zehn Stunden trocknen. Dann werden die Oberflächen erneut geschliffen, nun mit 80er Körnung, dann 120er und zuletzt mit 240er Körnung. Diesen Vorgang wiederholt man solange, bis sich die Fasern des Holzes nicht mehr aufstellen. Nach jedem Schleifen wird die Beize neu eingearbeitet, mit jedem Arbeitsschritt benötigt man weniger Beize. Eine wichtige Erkenntnis habe ich außerdem erhalten: billiges Schleifpapier ist Sparen an der falschen Stelle. Mit schlechtem Schleifpapier färbt man die Oberfläche des Holzes z.B. rot, mit einem Markenprodukt hatte ich das Problem nicht.

Der weitere Aufbau des Centers ist eigentlich denkbar einfach: an die Schallwand werden die Reflex-Kanäle angesetzt, das Ganze wird auf die Grundplatte geleimt, dazu die Seiten und die Rückwand, und zum Schluss der Deckel drauf, fertig. Da mein Center tief, fast am Boden zu stehen kommen wird, habe ich nach Absprache zwei Keile als Füße eingeplant, damit der ER4 das Ohr auch „sieht“. Sonst habe ich mich im Wesentlichen an den originalen Bauvorschlag gehalten. Die Kanäle waren mit der Schallwand mittels Lamellos verleimt. Voller Stolz habe ich die Chassis probehalber in die Öffnungen gelegt. Schreck! Die Öffnung für den ER4 war um 90° gedreht. Sofort habe ich meine Zeichnung kontrolliert, sie war richtig. Ich habe noch versucht, die Öffnung etwas zu erweitern, damit der ER4 passt. Leider war danach zu wenig Material zum Verschrauben übrig, es half nichts. Meine Reklamation wurde vom Internet-Holzhändler sofort und anstandslos bearbeitet, und ein paar Tage später hatte ich eine neue Schallwand. Und ich hatte wieder was gelernt: als erstes prüft man die Passgenauigkeit der Materialien und Teile, bevor es an weitere Arbeitsschritte geht. Ich sage hier noch einmal ausdrücklich, dass ich mit dem CNC-Fräser außerordentlich zufrieden bin.



Nun, die Weiche habe ich auf ein Stückchen Sperrholz aufgebaut, an die hintere Versteifung geschraubt, die Mittelkammer mit Dämmung gefüllt, und den Deckel aufgeleimt. Alle Leimungen sind mit Lamellos verbunden. Dann habe ich die Dämmung in die äußeren Kammern gelegt und die Chassis eingesetzt. Um die Chassis zu verschrauben, habe ich nicht die beiliegenden Schrauben, sondern aus ästhetischen Gründen Einschlagmuttern mit Inbus-Gewindeschrauben verwendet - dazu später mehr. Jedenfalls stand nun vor mir mein ganzer Stolz, der Center! Ich konnte es nicht abwarten, ihn mit der Anlage zur verkuppeln, um zu sehen, ob es sich um eine gelungene Beziehung handelt. Und es ist eine gelungene Beziehung: Er überstrahlt an Klang-Genauigkeit alle anderen Kisten, die sonst im Raum stehen! Im 5Ch-Stereo-Mode singt Johnny Cash (Mercy Seat) plötzlich im Raum, nicht diffus verteilt. Meine Frau war überzeugt: „Das klingt besser, als alles, was wir bisher in unseren vier Wänden hatten.“ Wenn jetzt noch ein gelungenes Design für die Hauptlautsprecher entsteht, dann steht dem Projekt „große Duetta“ nichts mehr im Wege.



Streifen machen schlank

Die Hauptlautsprecher hatten ein paar Vorgaben: einteilig sollten sie werden, da mir das zweiteilige Design zu sehr nach Studenten-Behausung aussieht (nichts gegen Studenten und deren Behausungen!). Sie sollten auf Gehrung gearbeitet sein. Und sie mussten etwas haben, das sie in unseren Wohnraum eingliedert, ohne dem Fußboden Konkurrenz zu machen. Mit SketchUp entstanden verschiedene Versuche, ich glaube, ich habe bestimmt 20 Stunden experimentiert. Eine große Hilfe war mir auch der Duetta-Thread von Matthias (DA) aus diesem Forum, der mich mit seiner SketchUp-Datei und einer mit Formeln gespickten Excel-Tabelle versorgt hat – Vielen Dank dafür! Wer nachbauen will, kann Matthias anschreiben über PM, er antwortet so gut er kann und ist wie gesagt außerordentlich hilfsbereit.

Am Ende war die Idee geboren, zwei verschiedene Boxen zu bauen: die eine sollte aus übriggebliebenem Material vom Fußboden Klaviertasten an der Seite haben, die andere sollte sechs Saiten über die Front bekommen. Die Idee habe ich dann einem befreundeten Schreiner vorgetragen. Seine Worte: „Das wird kompliziert! Wenn man in Multiplex Nuten fräst, muss man immer auf die Maserung achten, sonst neigt das Material zum Ausreißen! Die Saiten laufen von oben nach unten, die Tasten von rechts nach links. Damit hat man verschiedene Richtungen der Maserung, was wahrscheinlich unharmonisch wirkt.“ Also entweder Saiten, oder Tasten. Ich habe mich am Ende für die Saiten entschieden, weil sie meiner Meinung nach die Silhouette schmaler erscheinen lassen. Zunächst stand ein weiterer Besuch im Laden an, bei dem ich die Komponenten abholte. Die beim Center aufgetretenen Probleme mit schlechtem Holz wollte ich mir wie gesagt ersparen, deshalb habe ich die komplette Box vom CNC-Service fertigen lassen, nachdem meine Konstruktion abgesegnet wurde. Die Lieferzeit lag innerhalb der Vorgaben, dauerte allerdings gute vier Wochen. Dann kamen drei ordentlich schwere Pakte an. Eins war sofort klar: für die Montage ist unser Kellerraum (knappe 10 m2) zu klein, so entschloss ich mich, das Gartenhäuschen zu nutzen. Größer ist das zwar auch nicht, aber wenigstens trägt man den Staub nicht durch die Wohnung (man denke an den WAF). Die Schallwände haben sechs gefräste Nuten,  je fünf mm breit und fünf mm auseinander, mittig angesetzt.



In diese Nuten sollen Stücke der Eichendielen eingesetzt werden. Das bedeutet, dass die Oberflächenbearbeitung als erstes erfolgen muss, da es nach dem Einsetzten der Intarsien nicht mehr möglich wäre. Also wie oben beschrieben erst einmal SCHLEIFEN und Beizen. Mein Tipp: wer auch nachher etwas von seinen Lautsprechern haben möchte, sollte unbedingt einen Gehörschutz und bei den Schleifarbeiten auch eine Staubmaske tragen, denn es entsteht viel Krach und einiges an feinem Staub. Außerdem mussten die Eichendielen in die richtige Form gebracht werden: Dazu habe ich die Stücke auf der Kreissäge in fünf mm breite Streifen geschnitten. Die Diele ist mit 20 mm ordentlich stark, sodass ich die dünnen Stücke auch in der Tiefe kürzen musste.

Ich habe die Leisten auf ein Stückchen Holz geschraubt, und mit der Handkreissäge noch einmal um 8 mm gekürzt. Erste Versuche mit einem Bündigfräser waren kläglich gescheitert, das Material splitterte. Nun habe ich die Eichenstücke gleichmäßig und zugleich in die Nuten gesetzt, vorsichtig millimeterweise eingeschlagen und mit Ponal Fugenleim verleimt.



Einmal ist mir ein Eichenstück gerissen, was meinen Blutdruck entsprechend in die Höhe trieb. Das Stück konnte aber entfernt und die Schallwand gerettet werden, also am Ende war erst einmal alles gut. Die überstehenden Enden habe ich mit einem Rundsägeblatt für den Dremel gekürzt und mit einem Schleifaufsatz beigeschliffen.

Die Löcher für die Inbusschrauben habe ich für den ER4 und den Hex  7-360/ 37 für eine M4 Schraube mit einem 3,2mm Nutfräser für den Dremel vorgenommen, denn es ist mehr als wichtig, dass die Bohrungen gerade sind. Die Einschlagmutter habe ich dann von der Gegenseite angesetzt und nicht eingeschlagen, sondern mit einer Schraube und Unterlegscheiben in das Holz „gezogen“. So wird die Einschlagmutter durch die Schraube geführt, und sitzt am Ende gerade in der Schallwand. Für den Hex 11-581-50 Hex bin ich ähnlich vorgegangen, allerdings habe ich da Schrauben M5 verwendet, die Löcher wurden erst mit dem 3,2 mm Nutfräser „vorgebohrt“ , dann mit einem herkömmlichen Bohrer erweitert. Um eine potenzielle Undichtigkeit zu verhindern, habe ich von der Gegenseite im Top-Bereich die Schallwand aufgedoppelt und für den Bass einen Ring aus MDF verwendet. An die Stellen, an denen die Einschlagmuttern stehen, habe ich mit einem Forstner-Bohrer einsprechende Nischen gebohrt, die ich dann mit Heisskleber verschlossen habe. Die Schrauben habe ich mit PVC-Unterlegscheiben eingesetzt, so. Die schonen die Chassis und dichten zusätzlich ab.

Für die Montage der Boxen selber habe ich dann das Esszimmer zwei Tage „gemietet“. Wieder einmal wurde mir klar, dass die Möglichkeiten ohne entsprechende Ausstattung und den entsprechenden Platz beschränkt sind, insbesondere, wenn man als Laie unterwegs ist. Umso mehr bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Vor dem Zusammenleimen der Boxen hatte ich dann noch ordentlichen Respekt. Begonnen habe ich mit einem Seitenteil, auf dass ich die Rückwand und den Deckel aufgesetzt habe.



Dann habe ich die Abtrennung für den Top-Bereich aufgesetzt, anschließend das andere Seitenteil, und zum Schluss die Schallwand. Um die Box sicher dicht zu bekommen, habe ich die Lamellos mit Ponal Fugenleim eingesetzt, und zusätzlich die Innenkanten mit PU-Leim so verleimt, dass innen ein überstehender Leimstreifen stehen bleibt.



Jedenfalls war das ganze gelungen, wenn auch sehr schwierig. Bei der zweiten Box habe ich nicht die Schallwand, sondern das zweite Seitenteil zuletzt eingesetzt, was erheblich leichter ging. Die Boxen habe ich mit Spanngurten und Klötzchen verspannt und mit Schraubzwingen in ihre Form gezwungen.



Wahrscheinlich wäre es besser und einfacher gewesen, wenn ich mit mehreren Schraubzwingen gearbeitet hätte, aber ich habe nur zwei Zwingen von entsprechender Größe und bin eben auch kein Schreiner. Wie dem auch sei, es entstanden zwei wunderschöne Boxen. Die Frequenzweiche habe ich für Bi-Amping aufgebaut und dann an eine Versteifung geschraubt (vorher zwei Filzgleiter untergeklebt, um Vibrationen zu vermeiden). Danach wurde die Dämmwolle eingebracht, die Chassis und die Füße montiert. Dem Deckel habe ich mit Multiplex-Leisten ein gestreiftes Muster verpasst, das durch entsprechend ausgiebiges Schleifen spiegelglatt geworden ist. Als Finish habe ich dann ein Wachs-Öl aufgetragen, nachdem ich den weiß gebeizten Flächen noch einmal mit der Hand und 600er Schleifpapier den letzten Schliff verpasst hatte. Die von Udo empfohlenen Gummi-Füße habe ich um ein paar mm in die Bodenplatte eingefräst, so schwebt die Box eben mit einem Abstand von 2 mm über dem Boden.

Nun steht sie da

Natürlich konnte ich es kaum abwarten, die Duetta im eigenen Heim zu hören. Also aufgestellt, angeschlossen, angehört. Die erste Ernüchterung folgte sofort: der rechte Mitteltöner nahm seinen Dienst nicht auf. Also kurz mal aufschrauben und nachsehen, aber an der Verkabelung lag es nicht. Noch einmal den Bass entfernen, und die Weiche kontrollieren. Die Lösung des Problems war schnell gefunden, denn es hatte sich beim Einschieben der Dämmwolle eine Lötstelle gelöst. Alles wieder verschraubt, angeschlossen, der Mitteltöner spielt! Nun heißt es etwas Geduld aufbringen: die Boxen habe ich im ersten Schritt nicht über Bi-Amping angesprochen, sondern die Bässe einfach dazu gebrückt. Aber irgendwie hatte ich mehr und runderen Bass erwartet. Ein Blick ins Internet verriet mir, dass einige die „Verpolung“ des Bass korrigieren mussten, um zum richtigen Ergebnis zu kommen.  Ich hatte aber die Weiche mehrfach kontrolliert und von einem Kollegen, der dieses Handwerk erlernt hatte, prüfen lassen (Danke Bernd dafür). Die Verpolung war aber nicht das Problem, sondern am Verstärker war die untere Grenzfrequenz auf 120Hz eingestellt, ein Wert, der nicht einmal mit einem Subwoofer richtig Sinn macht. Also, auf 40 Hz korrigiert, und nach zwei Stunden war es endgültig da, das Duetta-Feeling. Zuerst habe ich dieselben Stücke gehört, die ich auch damals zur Probe gehört hatte (Phillip van Endert und seine Jazz-Gitarre und das Album „The Time We Spend“ sei ausdrücklich jedem empfohlen, der sich für Jazz-Gitarre begeistern kann).  Dann kam ich immer weiter und tiefer  in den Sog, der sich aus Stolz über das Projekt und der Faszination des Klangs ergab, und mich quasi in seinen Bann riss: Pink Floyd „One of theese days“, Cat Stevens „Father and Son“, Jaques Loussier „Toccata und Fuge“, Frank Sinatra „Fly me to he Moon“, Beatles „Girl“, Dave Brubeck „Take Five“, und so weiter. Die Stunden verrinnen schnell, wenn man mit Begeisterung seine Musiksammlung neu entdeckt. Interessanter Weise ist das die erste Box, bei der ich Unterschiede zwischen mp3 und CD bzw. LP höre. So haben wir das gute alte Vinyl wiederentdeckt und genießen die Stunden der Entspannung. Die Duetta ist eben doch die Queen of Blues.

Nun bleibt nur noch Danke zu sagen: Danke Udo, für Deine Unterstützung und Tipps, das ist Service, der über die normale Kundenbetreuung weit hinausgeht. Danke an Matthias (DA) aus dem Forum. Danke an meinen Kumpel Bernd für die Kontrolle der Frequenzweichen.

Sicherlich werde ich in absehbarer Zeit noch zwei Duetta Top’s als hintere Boxen bauen, vorher werde ich aber ein Side-Board bauen, um den HiFi-Geräten und dem Fernseher ein zuhause zu geben.

Jean Paul

Duetta von Marcus

Duetta von Marcus

 
Duetta a la Gregor - oder für mich: "Duetta minimal"

Vor knapp einem Jahr hatte ich das Vergnügen, bei Matthias in Darmstadt das erste Mal Duettas zu hören. Danach war mir klar, dass meine bisherigen Boxen eher nett als gut waren und dass Selbstbau eine echte Alternative ist. Nach einem Einstieg per SB15 für das Schlafzimmer (sehr geiler Sound – aber fürs Wohnzimmer zu klein), wollte ich auch unbedingt Duettas haben/bauen.

Wie einige vor mir, hat mich die Größe aber ziemlich abgeschreckt. Auf Udos Couch habe ich dann feststellen müssen, dass eine kleinere Variante nicht wirklich in Frage kommt. Die MiDU war mir zu "bassig", die SB 240 hat mir gut gefallen, aber eben nicht so gut, wie die Duetta.

Nach einigem Hin- und Her-Rechnen, hat Udo dann einen Bauplan für seine "Duetta Gregor" ausgepackt. Das Gehäuse ist einteilig. Das Bassvolumen ist 1l kleiner - das HMT-Gehäuse 11l kleiner als die jeweiligen Einteiler. Laut Udo, wäre das gerade noch okay, weil man bei einem einteiligen Gehäuse im HMT-Bereich Volumen sparen kann. Die Außenmaße bei 22m MDF sind dann HxBxT: 109,4 x 34,4 x 37,4 cm. Das war dann gerade noch okay für mich.



Wie Ihr an den Boxen seht, gibt es da wenig Neues auf der handwerklichen Seite. Quadratisch, praktisch gut der Kasten. Die Frontblende wurde per CNC gefräst, das Stückeln beim Furnieren habe ich mir nicht zugetraut. Das hat dann ein Profi zusammen mit dem damit verbundenen Grundgehäuse erledigt.



Für diejenigen, die handwerkliches Neuland betreten (so wie mir das ging...) hier meine größten Fehler, vielleicht schützt es ja den ein oder anderen davor, diese zu wiederholen:

1. Einspielzeit: Ich habe die Chassis, bevor ich sie montiert habe, zwar etwas rumplänkeln gelassen, aber es hat mehr als 4 Wochen gedauert, bis die Duetta einigermaßen eingespielt war. Das erste Anhören war klar gesagt eher ernüchternd - jetzt sind sie klasse und ich möchte sie nicht mehr missen. Also erst mal ruhig Blut (vielleicht musste ich mich auch erst mal an die neue Klarheit gewöhnen...)

2. Beim Öl auftragen (ich hab Osmo Hartwachs-Öl genutzt und bin sehr zufrieden) habe ich die erste Lage mit der Rolle aufgetragen. Das war keine schlechte Idee. Aber ich habe das überschüssige Öl nicht sauber genug abgetragen. Die Ölreste abzuschleifen/abzupolieren hat nicht gerade Spaß gemacht.

3. Ich hab beim 2. Ölen dann ein Tuch genutzt. Leider war das Licht etwas schwach und ich habe nicht gleichmäßig genug aufgetragen - auch das war im Ergebnis nicht sehr schön. Also wieder schleifen und polieren.

4. Das Lackieren der Front war der Horror. Das MDF muss auf jeden Fall mit Lack o.ä. abgesperrt werden (und zwar nicht nur an den Kanten). Auch ein Klarlack funktioniert nicht ohne Grundierung. Selbst ein halbes Dutzend Schichten haben diese Mangel nicht behoben. Und staubfrei wollte mir das erst recht nicht gelingen. Am Schluss hat es mein Schreiner dann richtig lackiert. Und selbst der hatte seine leidigen Probleme damit. Das hat uns beide ganz schön Nerven gekostet – danke Martin!!! :)

5. Ich habe die Front mit Holzdübeln fixiert. Dazu gab es im Baumarkt Markier-Spikes. Ich hatte nur vier Spikes, wollte aber sechs Dübel setzen. Auf zweimal geht auch, ist aber ein paar Mikrometer verschoben. Ging alles, aber beim nächsten Mal fixiere ich beim Kleben das Ganze mit einem Spanngurt (anstatt mit Gewichten) - dann liegt es noch besser auf (oder ich kaufe einfach noch 2 Spikes).

6. Ich hatte mir einen neuen Lötkolben gekauft - dass man die Spitze mit Lötzinn einarbeiten muss - ist mir erst nach ein paar erfolglosen Versuchen wieder eingefallen.

Zum Klang spare ich mir Kommentare. Für mich klingen sie einfach super! Da ich keine "normalen Duetta" als Vergleich daneben stellen kann, weiß ich auch nicht, ob ich durch das geringere Volumen im HMT-Gehäuse was verloren habe. Gefühlt ist das aber keineswegs der Fall.



Ein paar Dankesworte möchte ich noch loswerden:

Udo, dir ganz herzlichen Dank für ALLES! Das Probehören bei dir war Super! Ich bin unendlich froh, dass ich bei dir war und ich mich dann für die Duetta entschieden haben! Vielen Dank für die vielen unterstützenden Emails, von der Länge des Basskanals, bis zur Spikes vs. Gummifüße Diskussion :). Der Service ist einzigartig und sucht seinesgleichen. Und es wird sicher nicht das letzte Projekt gewesen sein (das Arbeitszimmer wartet schon).

Martin, Tom - danke für das Furnieren (bzw. Kleben der Box) und vor allem das Lackieren der Front. Die Optik der Lautsprecher ist euch zu verdanken!

Last but not least, Matthias (DA): Danke, dass du mir die Welt der Duettas eröffnet hast und mir damit bewiesen hast, dass anspruchsvolle Lautsprecher und Selbstbau sich nicht ausschließen, sondern sich im Gegenteil fast bedingen.



Vielen Dank an alle, die hier im Forum ihre Ergebnisse und Erlebnisse schildern. Mir hat das bei der Umsetzung enorm geholfen!

Gruß Marcus

Bernhards Eichen-Duetta

Bernhards Eichen-Duetta


Vor zwei Jahren kam in mir eine gewisse Unzufriedenheit auf, ich wollte einen neuen, anderen Musikklang in unserem Wohnzimmer haben. Mein erster Gedanke war, eine Surroundanlage zu installieren. Viele Prospekte gelesen, im Internet recherchiert und Fachmärkte besucht. Die Systeme, die ich gut fand, passten nicht in unser Wohnzimmer, es sollte ja kein Kinoraum werden. Optimale Aufstellung nicht machbar, gewisse Umstände waren nicht umzusetzen. Dann wurde mir nach mehreren Gesprächen und Probehören erst bewusst, dass sich mein Musikgeschmack viel besser in großen Standlautsprecher in Stereo wiederfindet. So fuhr ich quer durch Deutschland, um mir gute Lautsprecherboxen anzuhören, denn nur auf Testberichte hin wollte ich keine Lautsprecherboxen und die dazu gehörige Elektronik kaufen. Bei einem Probehören in Venlo wurden mir die Ohren geöffnet, ich hatte mir einen Röhrenverstärker und einen normalen Verstärker mit sehr guten Lautsprecherboxen im direkten Vergeich anhören dürfen. Danach stand für mich fest, große Standlautsprecher und dazu der passenden Röhrenverstärker ist meine Musik. Nur die gehörten Lautsprecher und den entsprechende Röhrenverstärker kann ein Normalsterblicher nicht bezahlen. So machte ich mir meine Gedanken. Wie bekommt man so einen Sound, der bezahlbar ist, ins eigene Wohnzimmer?

Nach Eingabe "Röhrenverstärker mit großen Standlautsprechern“ führte mich Google reht schnell auf Lautsprecherbau.de. Nun musste ich nur noch die vielen, interessanten Berichte studieren. Nach einigen Tagen war ich soweit, schrieb Udo eine Mail und vereinbarte einen Hörtermin. In der darauf folgende Woche wurden einige CD´s eingepackt und auf ging es nach Bochum.

Nach einem guten Plausch mit Udo war es dann soweit, ich hörte mir erst die Symphony 285 an. Na ja nicht schlecht, aber noch nicht der Klang, den ich suchte. Die CD´s wechselten nacheinander den Player und innerlich dachte ich schon an die Rückfahrt. Doch dann kam der  Moment, wo das Suchen ein Ende fand: Die erste CD, die über die Duetta lief. Das ist der Musikklang, den ich wollte, ca. 3 Stunden blieb ich auf dem berühmten Sofa relaxt sitzen. So ein Bass, dreidimensionale Bühne, kleine Details und dieses entspannte, natürliche Musikerleben ist mir nur selten zu Ohren gekommen.

Jetzt war die Zeit des Nachdenkens gekommen. Wie soll das Lautsprechergehäuse aussehen, aus welchem Material gebaut werden? Der Lautsprecher sollte vom Design, Größe, Material Wohnzimmer tauglich sein. Es wurden vier Entwürfe hin und her gerechnet, gezeichnet und geplant bis der passende Lautsprecher auf dem Papier war.



Das Volumen der zweigeteilten Boxen wurde  eingehalten, auch der Querschnitt der Bassreflex-Öffnung. Die obere Box hat die gleichen Maße wie der originale Bauplan, diese wurde nur noch mit einer Scheinbox umbaut. Es sollte ein einheitliches Bild ergeben. Das Bassgehäuse wurde um einige cm höher als das Original. Das Volumen wurde über eine einfache Formel in Excel ausgetüftelt.

Leider habe ich nur eine umgebaute Fahrradgarage zur Verfügung, diese schied aber als Werkstatt sofort aus, da wir den Platz für andere Dinge brauchen. Ich besaß nur eine Bohrmaschine und einige Handsägen, also für das Herstellen der Lautsprecherboxen nicht das geeignete Werkzeug. In der Zwischenzeit verkaufte ich meine alten Lautsprecherboxen und Verstärker in Ebay, das Geld, was ich dafür bekommen habe und Erspartes sollte für die Lautsprecher und das Herstellen der Gehäuse reichen.

Nun wurde es Zeit, Kontakt mit Wolfgang aufzunehmen. Er  ist Möbelschreiner und guter Bekannter. Die Bedingungen in seiner Werkstatt sind optimal. Alle Werkzeuge sind vorhanden, Platz zum Arbeiten und Zwischenlagern, ohne sich bei den Arbeitsabläufen zu behindern. Die Innenbox wurde aus 24 mm Multiplex gefertigt, auch die Versteifungen sind aus dem gleichen Material. Hierzu wurden zwei Platten 3,00m x 1,50m benötigt. Das Zuschneiden ging zügig voran.

Die Baupläne wurden in 1: 1 gezeichnet, so dass die einzelnen Bauteile kontrolliert werden konnten. Der Zusammenbau der Gehäuse wurde nicht nur mit Holzkleber, sondern auch teilweise mit Schrauben unterstützt. Das beschleunigte das Zusammenbauen doch erheblich. Die Schraubenköpfe würden durch die vorgesehene Außenverkleidung aus 22 mm Eiche verdeckt werden, aus der die Außenhülle besteht. Die Bretter wurden vorher zu Tafeln zusammen geklebt. Das Aufbringen der  Außenverkleidung war zeitintensiv. Schleifarbeiten ließen sich nicht vermeiden, da alle Kanten und Überstände von Hand nachgearbeitet werden mussten. Die von mir erbrachten Arbeiten wurden von Wolfgang in Augenschein genommen und erst dann für gut befunden, wenn sie seinen Ansprüchen entsprachen. Wenn ich nicht die Möglichkeit gehabt hätte, die Gehäuse in Wolfgang Schreinerei mit zu bauen, wären nur rechteckige Lautsprecher mit Furnier daraus geworden. Ohne Wolfgangs Fachkenntnisse und Fertigkeiten hätte ich diese Lautsprecher nie so bekommen.





Nach der Fertigstellung der Lautsprecherboxen stand noch der Einbau der Weichen auf dem Programm. Hierbei bekam ich Hilfe von meinem Neffen Fabian, der die entsprechenden Werkzeuge hatte. Der Aufbau der Elektronikteile wurde gewissenhaft nach dem Schaltplan umgesetzt, trotzdem unterlief uns beiden ein kleiner, aber für den Klang entscheidender Fehler. Wir klebten die Spule für die Impedanzkorrektur auf die Spule des Basslautsprechers auf.



Weichen eingebaut, nochmal kontrolliert, ob alle Kabel richtig angeklemmt waren, CD eingelegt, Verstärker eingeschaltet und dann lief die erste Musik aus den selbstgebauten Lautsprecherboxen. Der Klang war noch nicht so, wie er sein sollte. Ich dachte aber, das dauert noch einige Zeit, bis sich die Lautsprecher eingespielt haben. Auch nach mehreren Stunden Musikhören war der Klang von Hochtöner und Mitteltöner so wie bei dem Hörtermin, aber der Bass war grausam. Er schaukelte sich auf und ein Dröhnen stand im Raum. Die Fehlersuche begann. Alles kontrolliert, Lautsprecherboxen hin und her geschoben, Matten unter die Boxen gelegt, alles half nichts. Ich dachte schon, selber bauen ist nicht dein Ding und zweifelte schon an meinen Zeichnungen. Das kann doch nicht sein! Kurzerhand Kontakt mit Udo aufgenommen, die Probleme gemailt und keine Stunde später eine Antwort bekommen: „Pack ein, bring her!“

Die Lautsprecherboxen wurden in einen Transporter geschleppt, das ist nur getrennt umzusetzen. Angaben zur Lautsprecherbox: obere Box 45 Kg und die untere Box 65 Kg, zusammen also wahnsinnige 110 kg pro Lautsprecherbox. Das Transportieren verlangt einiges an körperlicher Kraft.

In Bochum angekommen stand der Aufbau der Lautsprecherboxen an. Nach kurzer Erholung wurde die CD gestartet und auch hier war das Brummen und Dröhnen im Vordergrund. Udo schraubte den Basslautsprecher aus und macht sich daran, die Elektronik zu überprüfen. Die Bauteile waren alle ordnungsgemäß miteinander verbunden. Aber Udos geübtem Auge fiel sofort der fehlerhafte Aufbau der Korrekturspule auf. Er setzte die Spule separat mit genügend Abstand neben die Bassweiche. Nachdem bei beiden Boxen der Fehler behoben und der Verstärker wieder eingeschaltet war, hatten wir genau den Klang, den wir hören wollten, einfach genial.

Udo legte einige Scheiben auf den Plattenteller, die den Bass so richtig betonen. Der Tiefbass geht so dermaßen runter und so trocken, kein Döhnen oder Bollern mehr zu hören. Der Vergleich mit der Vorführ-Duetta war nur noch Formsache. Die Fehlerbehebung ist Service, sagte Udo, was nicht selbstverständlich ist. Der mühselige Transport nach Hause ging dann auch viel leichter von der Hand. Am nächsten Tag wurden die Lautsprecherboxen zu Hause wieder aufgebaut. Der Klang kam mit Gänsehautfaktor. So hatte ich mir dies gewünscht und letztlich auch bekommen.



Hier nochmals ein großes Danke an Wolfgang und Udo, der mich durch mehrere Mails und Telefonate auf den richtigen Weg geführt hat.  Music is in the Air.

Bernhard

Als kleine Ergänzung bekam ich heute eine Mail von Bernhard, der seine Duetta nunmehr seit einigen Monaten hört und so auch über die Langzeittauglichkeit des Bausatzes zuverlässige Auskunft geben kann:

"Hallo Udo,
danke für die Veröffentlichung!
Bis heute und wohl auch darüber hinaus kann ich ehrlich sagen, diese Lautsprecher sind das Beste, was ich je hören durfte. Diese Musik in unserem offenen Wohnzimmer ist einfach nur toll. Viele Bekannte, die selbst viel Musik hören, sind von den Socken. Diese Klarheit, wie gute Aufnahmen rüberkommen, sorgt für Gänsehaut. Der schärfste Kritiker (meine Frau) ist jetzt der größte Fan. Fernsehen und lesen war gestern. Die Suche nach sehr guten Aufnahmen (Live usw.) ist nun mein Hobby geworden."

CeraBlue vom Markus

CeraBlue vom Markus


Lautsprecher selber bauen? Die dann auch noch klasse aussehen und klingen wie tongewordene Glückseligkeit? Das soll gehen, ohne jemals vorher Holz verarbeitet oder einen Lötkolben benutzt zu haben (mal abgesehen vom Werken-Unterricht in der Schule)? Leute, ich schreibe diesen Bericht, da ich die Frage nun mit einem „Ja“ plus Ausrufezeichen beantworten kann.

Ausgangspunkt dafür war, wie so häufig hier, der Wunsch nach einer Möglichkeit, die Leidenschaft Musik auf hochwertige Weise ins Wohnzimmer zu transferieren. Exzessives Recherchieren in einschlägigen Foren sowie auf Test- und Vergleichsportalen führte mich zwangsläufig zu lautsprecherbau.de und in Udo’s Hallen. Individualität, ausgefeilte Entwicklung, hohe Qualität, der permanent auftretende Lerneffekt und die anschließende Erfahrung, so etwas mit den eigenen Händen geschaffen zu haben, sind sehr verlockende Eigenschaften der hiesigen DIY-Projekte. Nach dem (nicht zu unterschätzenden) Besuch bei Udo war für mich dann auch recht schnell klar, dass es der erfrischende ETON- Keramik-Hochtöner (gehört in Princess und Phase) sein muss. Allerdings musste etwas Fülligeres her. Mit der CeraBlue bot sich dann die perfekte Kombination aus dem Volumen der BlueNote und der Frische des Hochtöners. Zwei Wochen später hatte ich dann auch das Paket mit der Technik zu Hause. Während dessen habe ich mir eine Liste mit den weiteren Bauteilen und notwendigen Werkzeugen gemacht. Bereits an dieser Stelle sei gesagt, dass das nicht günstig wird, wenn man fast nichts im Keller hat.

Den Holzzuschnitt für die Gehäuse (bis auf die Schallwände) hat Praktiker erledigt, der zu diesem Zeitpunkt einzige Baumarkt Rostocks mit 22 mm MDF im Repertoire. Der nette Herr am Zuschnitt belächelte meine Bitte „So exakt wie möglich!“ mit „Wir können nur exakt.“. „Wird sich zeigen“ dachte ich mir. Ich habe die Maße so angepasst, dass die Schallwände aufliegend verleimt werden können. Im Baumarkt gleich diverse Gerätschaften und Verbrauchsmaterial eingepackt und vorfreudig zurück nach Hause. Die Schallwände sollte mein Schreiner fertigten. Wenn man dort nur die Schallwände ordert, haben sie gleich die richtige Größe für die aufliegende Version. Das Verleimen des Gehäuses mit dem Fugenleim von Ponal benötigt eigentlich kein zusätzliches Verspannen der Klebestellen und funktioniert super, sobald die bereits halb angedickten Leimklumpen aus der viel zu alten Tube gedrückt waren (Hass!). Sicherheitshalber habe ich trotzdem mit Schraubzwingen gearbeitet. Auch weil der Praktiker-Zuschnitt doch nicht so exakt (aber ausreichend gut) war. Unebenheiten waren also auch zwischen den Verleimschritten anzupassen. Mit dem ausquellenden Leim können aufgetretene Spalte nachträglich gut verkittet werden, vor allem von innen. So wurde dann auch die Luftdichtigkeit des Gehäuses an den Klebestellen hergestellt. Ich empfehle allerdings, auf den Außenseiten sauber zu arbeiten, das verringert im Anschluss den Schleifaufwand! Die überstehenden Außenkanten habe ich nach dem Trocknen mit dem Schwingschleifer begradigt, die wenigen Unebenheiten mit dem Holzspachtel ausgebessert. Da ich ja noch furnieren wollte, waren möglichst glatte Übergänge angestrebt. Der Fingernageltest hat mich dann von guter Arbeit meinerseits überzeugt.



Während ich auf die Schallwände wartete und das restliche Gehäuse langsam Form annahm, habe ich mich auch mit dem Weichenbau beschäftigt. Ich habe je Gehäuse zwei Weichenteile angefertigt. Teil 1 enthält Hoch- und Mitteltöner, Teil 2 alles für den Tieftöner und die Impedanzkorrektur. Die Teilweichen habe ich mit Heißkleber auf 4 mm Acrylglas verklebt. Das Löten ging recht komplikationslos von der Hand. Weil ich auf Nummer Sicher gehen wollte, habe ich anschließend alle Verbindungsstellen mit einem Multimeter durchgemessen (maximal 0,6 Ohm). Udo hat dann zur Endkontrolle angeboten, ein paar kommentierte Fotos von meinen Weichen zu checken (Vielen Dank dafür!). Nach dem Go von Udo wurden die Acrylglas-Platten mit den Teilweichen auf den rückseitigen Gehäuseversteifungen verschraubt. So sind sie später durch die Tieftöner-Öffnung noch zugänglich und reversibel.



Nachdem die Lieferengpässe bei Speakerspace überwunden waren, kamen auch die noch fehlenden Schallwände. Sonofil-Matten einpassen und schon konnten die Schallwände auf der Lautsprecherfront aufliegend verleimt werden. Anschließend folgte wieder die Feinarbeit mit Spachtelmasse und Schwingschleifer.

Weiterhin wollte ich meine neuen Lautsprecher nicht als Matchbox-Lager für den zukünftigen Nachwuchs zur Verfügung stellen. Für die notwendigen Abdeckungen habe ich zwei Rahmen aus 10 x 20 mm 4-Kant-Kiefer-Stab gebastelt. Die den Chassis zugewandten Seiten habe ich vor dem Verschrauben und Verkleben der Rahmenstäbe mit dem Schwingschleifer angefast. Die Befestigung der Abdeckung auf der Schallwand sollte nicht sichtbar sein, so entschied ich mich für Neodym-Magnete. Vier Fixierpunkte pro Lautsprecher. Also acht Magnete á 4 x 6 mm pro Front. Die Abdeckung habe ich auf die Schallwände aufgelegt und fixiert und anschließend Löcher durch die Kieferstäbe bis in die Schallwand versenkt, 4 mm tief für die Magnete. Die Magnete einsetzen und den Sitz prüfen und dabei auf die richtige Polung achten. Nun konnten die Magnete in den Schallwänden und in den Abdeckungen mit Fugenleim verklebt und verspachtelt werden.



Anschließend habe ich auf den fertigen Kieferholz-Rahmen Akustik-Stoff aufgespannt und mit dem Tacker innenseitig befestigt. Und siehe da, eine tolle Abdeckung.



Nun kam das, wovor ich am meisten Respekt hatte: das Furnieren. Zumal die Chassis-Öffnungen schon in den Schallwänden von Speakerspace vorhanden waren. Ich wollte unbedingt Satin- Walnuss auf die Lautsprecher. Maserung und Farbe haben mich schon auf diversen Bildern überzeugt. Die Schilderungen von Christian im Bericht über den Bau seiner Sphäre stimmten mich optimistisch und so habe ich ebenfalls bei Schorn und Groh fleece n flex- Furnier geordert. Das Furnier ist vorgeschliffen und auf Wunschgröße geschnitten. Das rückseitig aufgeklebte Fleece erleichtert das Verarbeiten und schützt vor dem Brechen des flexiblen Furniers. Der Kontakt mit S&G war freundlich, ich habe vorher Fotos des Furniers einsehen können und im Nachgang kurzfristig Antworten auf alle meine Fragen bekommen. Das Furnier ist allerdings bedeutend teurer, auch der Versand schlägt ordentlich zu Buche.

Zum Aufkleben des Furniers fiel die Wahl auf Pattex Compact Kontaktkleber. Eine stinkende Angelegenheit, aber machbar (bitte nicht in belebten Räumen!). Die Konsistenz ist wie zähflüssiger Honig. Seite für Seite habe ich die Lautsprecherwand und den jeweiligen Furnierstreifen mit Kleber bepinselt (ich empfehle einen Flachpinsel, der durch die Öffnung der Dose passt).



Durch das notwendige Antrocknen (ca. 10 min) wird der Kleber berührungstrocken. Da der Kontakt von zwei kleberbestrichenen Flächen sofort haftet und schwer zu korrigieren ist, habe ich eine Pappe auf die angetrocknete, bepinselte Wand aufgelegt und darauf dann erst das bepinselte Furnier platziert. Achtung, die Pappe sollte nicht fusseln, die gehen nicht wieder raus! Furnier ausrichten und auf einer Seite mit dem Anpressen beginnen. Hier empfiehlt sich eine zweite Person zur Hilfestellung. Das Anpressen funktioniert hervorragend mit einer Andruckrolle. Stück für Stück die Pappe herausziehen und schön von innen nach außen andrücken. Nicht die Dauer sondern der Druck ist entscheidend. ACHTUNG an den Kanten, sonst knickt das Furnier schon beim Anpressen. Das gibt unschön gebrochene Ränder. Während der Kleber aushärtet habe ich mich dann der gleichen Wand des zweiten Lautsprechers gewidmet. Sobald der Kleber ausreichend angezogen war (ca. 20 min) habe ich das überstehende Furnier mit einem Cutter-Messer entfernt. Auch sehr einfach zu machen. Dabei allerdings etwa 1 mm stehen lassen. Der wird dann mit dem Schleifklotz sauber abgeschliffen. Das Ergebnis ist, wie soll ich es sagen, PERFEKT! Die Kanten sehen aus wie aus dem Laden!



Auch die Chassis-Öffnungen lassen sich mit dem Cutter einfach herausschneiden. Dank des Fleeces bricht oder reisst das Furnier nicht so schnell. Erst Kreuzförmig einschneiden und dann die Viertel heraustrennen. Wer vorsichtig und gewissenhaft arbeitet wird belohnt.



Fürs Finish habe ich das Furnier mit Hartöl behandelt. Das Hartöl feuert die Maserung schön an und gibt eine relativ robuste, griffige Oberfläche. Übrigens, das Hartöl benebelt nicht und riecht weniger streng, dünstet aber dafür bedeutend länger aus als der Kleber.

Zum Schluss noch die Chassis angelötet und eingebaut und die Funktion der Frontabdeckung geprüft. Fazit: alles passt und die Lautsprecher sind eine Augenweide geworden.



Also aufstellen und anschließen an die neue Röhre (Cayin Lyric Ti60). Und was soll ich sagen, eine Ohrenweide sind sie auch. Der kristallklare, frische Hochtöner, der allzeit präsente, mit Leichtigkeit aufwartende Mitteltöner und der volle, knackige Bass machen ihre Sache hervorragend. Plötzlich höre ich, welche Aufnahmen wirklich gut sind. Scheiben wie Toward the Within von Dead Can Dance, Stockfisch-Platten (z.B. Steve Strauss) oder Queensryche bringen ungeahnte Musiklandschaften ins Wohnzimmer. Andere wiederum enthüllen erst jetzt die vergleichsweise schwache Aufnahmequalität. Man sei sich dessen bewusst!

Ich bin überaus zufrieden und stolz wie Oskar auf mein Werk. Ich kann jedem mit dem Wunsch zum Lautsprecherselbstbau nur raten anzufangen, solange er nicht zwei linke Füße an den Handgelenken hat. Die Hürden sind machbar, gerade auch durch die großartige Vorarbeit und Kompetenz von Udo sowie die geballte Beratungsbereitschaft hier im Forum.

Zu guter Letzt noch die Liste der angefallenen Ausgaben alles inklusive (in Euro):

Paket von Udo

1060

Gehäusematerial + Zuschnitt

120

Furnier

180

Verbrauchsmaterial (Leim, Spachtel, Kleber, Öl…)

70

Werkzeug (Lötkolben, Klebepistole, Tacker, Andrückrolle, Schleifklotz, Pinsel…)

60

Gummifüße, Akkustikstoff

20

 

 

Summe

ca. 1510

Stefans Duetta

Stefans Duetta

 
Die Reise zu meiner Duetta

Perfekter Klang begeisterte mich schon als 10-jähriger Junge: Wahrscheinlich waren es Schlüsselerlebnisse bei Bekannten mit guten Musik und Sound-Geschmack, Besuche beim ortsansässigen Elektromarkt und Erlebnisse mit der Stereoanlage meines Vaters, die mir schon als Volksschüler die Faszination nach einer gut klingenden Anlage und dem Spaß am Musikhören mitgegeben haben.

Mit meinem erstverdienten Geld wurde nicht ein Moped, sondern CDs und eine Anlage gekauft: Schon damals als 17-jähriger trotzte ich dem Surround-Boom und blieb beim guten alten Stereo und investierte in einen Verstärker, CD-Player und Tuner der gehobenen Mittelklasse eines japanischen Massenherstellers. Bis heute habe ich damit meine ebenfalls damals gekauften Magnat Vector 77 betrieben und war damit sehr zufrieden.

Da ich jedoch schon immer ein Tüftler und Bastler war und die Beschäftigung mit Holz und Akustik mir überaus Spaß machte, habe ich aus reiner Neugier und Spaß am Bauen und der Beschäftigung mit Weichen, Resonanzen und interessanten Gehäuseformen kurz darauf begonnen, meinen ersten richtigen Bausatz zu bauen. Es war eine Seas MS3 (die es auch heute noch über 10 Jahre später zu kaufen gibt). Der Vergleich mit meinen Vector 77 war überaus interessant, da die weiche Polypropylen Membran doch sehr anders tönte als die Papiermembrane der Magnat - für mich war damals als Pop und Rock hörender Teenager hier die Vector 77 klar im Vorteil (ganz zu schweigen von den höheren Dynamikreserven, die aufgrund von Doppelbass zur Verfügung stand). Kurz darauf wurde auch für meinen Bruder ein Bausatz gebaut - diesmal sollte es eine etwas härtere Membran sein. Im damaligen Klang und Ton wurde dazu ein interessanter Bausatz von Acoustics Real vorgestellt: die Acoustics Real B2 war mit einem ETON Hecacone 17cm Tief-Mitteltöner und einem Hochtöner aus dem Car-HIFI bestückt. Und nachdem dieser Bausatz uns das Hören versüßte, hatte mich der "Eton-Virus" gepackt: Ich war fasziniert von der farbenfrohen Tief-Mitteltonwiedergabe und dem ganz anderen "knackigen" präzisen Bass der 17er Etons. Wahrscheinlich stand damals für mich schon fest, dass ich irgendwann mal so etwas selber haben möchte, jedoch in einer „ausgewachsenen" Standversion mit ausreichend trockenem Tiefbass.

Über Hubert, einen netten Bekannten aus meiner Gegend, machte ich dann die erste Bekanntschaft mit den Eton Bausätzen von Udo. Minuetta und BlueNote standen damals ganz oben auf meiner Liste. Die Duetta kam für mich zu der Zeit nicht in Frage, weil sie mir einfach zu groß erschien. Letztendes war es ein Hörerlebnis mit einer Duetta Top bei Hubert und die Sympathie für den 7-Zöller mit der Staubkappe, die so uneben wie die von Asteroidenkratern überzogenen Mondlandschaft ist. Ein Besuch bei Udo in Bochum, wo ich die Duetta live hörte, bestätigte meinen Drang die ultimative Duetta zu bauen.

Neben dem Klang ist natürlich das Design sehr wichtig... Wenn ich schon mal einen außergewöhnlichen Lautsprecher baue, dann möchte ich dazu auch ein für mich ansprechendes Gehäuse (das mich ruhig auch etwas Arbeit kosten darf) wo ästhetische und funktionelle Argumente an oberster Stelle stehen (und nicht etwa der möglichst einfache Zusammenbau :-). Die zweiteilige Duetta war da gar nicht so weit weg von meinem Ideal, da mir die schlichte Eleganz der Formen gefiel. Die konkreten Anforderungen an das Design waren wie folgt:

  • Design so Wohnraum freundlich wie möglich
  • Maximales Ausnützen des vorhanden Volumens bei gegebener, rechteckiger Standfläche. (sehr spitz zulaufende Gehäuse kämen deshalb bei einer nach so viel Volumen verlangenden Box wie der Duetta nicht in Frage)
  • Möglichst schlankes Erscheinungsbild, nicht höher als meine bisherigen Vector (ca. 112 cm)
  • Keine sehr komplizierten Formen, weniger ist mehr!
  • Mit meinem Heimwerker-Werkzeug gut herstellbar (keine Computer gesteuerte CNC-Fräse vorhanden!)
  • Und natürlich muss das Ganze auch meiner Freundin gefallen, die bei der Wohnzimmereinrichtung natürlich Mitspracherecht hat.

Das was mir an der zweiteiligen Duetta nicht so gefiel, war der verschwenderische Umgang mit Volumen vom Bass-Teil aufwärts: Der Tiefmitteltöner ist in einem Gehäuse drinnen, das eigentlich gar nicht so groß sein müsste. dieses Volumen könnte ich doch dem Bass-Treber zukommen lassen und dafür die Box schlanker bauen... waren die ersten Gedanken. Dass die Duetta dann einteilig ausfallen wird, war relativ schnell klar. Was mir an den eintteiligen Duettas jedoch nicht gefiel war, dass sie eine so breite "Stirn" hatten (Dies ist der klare Vorteil der zweiteiligen Duetta). Dass meine einteilige Duetta eine breite seitliche Phase bekommen würde, war ebenfalls bald klar.

Nach etlichen Bleistift-Prototypen und Volumen-Berechnungen (Basis dafür war die einteilige schlanke "Duetta Gregor" und etwas Email-Verkehr mit Udo) stand das Ergebnis für mich fest. Inspirieren lassen habe ich mich von etlichen Duetta-Bauvorschlägen hier aus dem Forum und auch vom Design von Fertigboxen-Herstellern. Ich gebe zu, das Design eines speziellen Edel-Herstellers aus den USA hatte es mir besonders angetan (Avalon). Dieses Design hat mich schon als Maturant Ende der 90er fasziniert...

Plan zeichnen: Zuerst tat ich das mit Bleistift und Papier. Ich bin fest davon überzeugt, dass man mit einfachen Mitteln am besten aus dem Fass der Kreativität schöpft. Als einige Bleistiftskizzen über mehrere Wochen hinweg reiften, ging ich schließlich dazu über, die Bleistiftzeichnung in einen genauen Plan am Computer überzuführen. Dies erledigte ich übrigens in einem einfachen Vector-Zeichenprogramm, wo ich die Raster dazu benutze meine Bretter zu zeichnen (Die komplizierten Formen wollte ich gar nicht in einem komplexeren CAD-Programm zeichnen, da sich das als nicht so einfach herausstellte). Bei den Überlegungen, wie die Bretter am besten anzuordnen seien, damit sich die gewünschte Form ergibt, habe ich nach folgender Maxime gehandelt: Lieber zuviel Holz drumherum und dann nachher das überschüssige Holz "wegschneiden" und wegschleifen (was einfache 90-Grad Holzzuschnitte ergibt, ideal für den Baumarkt-Zuschnitt), anstatt das Gehäuse genau mit Holzzuschnitten nachzuformen (was jedoch extrem komplizierte Holzzuschnitte ergibt, nicht möglich als Baumarkt-Zuschnitt).

Den fertigen Plan für die Duetta hatte ich übrigens schon im September 2010. Dieser lag dann über ein Jahr quasi in der Schublade, bis ich das Projekt tatsächlich verwirklichte. Wie heißt es so schön: Gut Ding braucht Weile ...

Rund um die Feiertage im Dezember 2011 ging es dann endlich los: Das Furnier besorgte ich beim Furnier-Großhändler, wo ich mir einen Baumstamm mit "Ozeanischer Nuss (Paldao)" reservierte :-). Gute 8 m² waren in einem Bund - etwas viel, dafür konnte ich mir dann die besten Stücke vom Baumstamm aussuchen. Neben Handkreissäge und Leimtube wurden nach dem Fertigstellen des "Rohbaus" schnell der Bandschleifer zu meinem "Lieblingswerkzeug": Die schrägen Seiten wurden mit einem 40er Bandschleifpapier aus dem Rohbau "herausgeformt" nachdem die Handkreissäge die gröbsten Ecken entfernt hatte.

Stichwort Furnieren: Es ist erstaunlich, mit welch einfachen Mitteln man eine sehr gute Furnier-Oberfläche hinbekommt. Wichtig: Um eine wirklich glatte Oberfläche zu bekommen habe ich die Furnier-Oberfläche nach dem ersten Hartöl-Durchgang mit 180er, 220er, 320er, 400er und 600er Schleifpapier fein geschliffen und dann abschließend mit Flüssigwachs auf einem Schafwoll-Pad am Exzenterschleifer poliert. Die hauchdünne Wachs-Schicht lässt das Furnier aufschimmern, sorgt für Schutz und bei Berührung spürt man das "pure glatte samtige Holz" und nicht ein unregelmäßig verhärtetes Hartöl.








Nach circa einem Monat Bauzeit war es dann soweit: Die Duetta spielte in meinem Wohnzimmer.



Nun folgt der Versuch einer Klangbeschreibung der Duetta:

Sehr gut gefällt mir der neutrale, sehr tiefe Bass, der dich direkt an die Musik "ankoppelt". Auch tiefste Frequenzen werden neutral wiedergegeben, ohne dass ein störendes Dröhnen oder Wabbern auffällt. Ebenfalls sehr gut gefällt mir, wie körperhaft die Duetta spielt: Kontrabässe oder Klavierstücke spielen sehr lebhaft. Der Anschlag eines Klaviers klingt echt. Der Anschlag einer Triangel klingt nach Metall. Das Zupfen einer Gitarre klingt, wie wenn wirklich eine echte Gitarre angezupft wird... Es scheint als wäre kein Lautsprecher dazwischen. Jazz Aufnahmen (z.B. Oscar Peterson Trio, We get requests) klingen sehr dreidimensional und räumlich, die Musiker stehen toll im Raum. Sehr gut gefallen mir nun auch Klavier-Jazz Stücke (z.b. Monty Alexander in Montreux, Chick Corea) oder auch Stücke von Ella Fitzgerald auf der Duetta. Es klingt die Musik und nicht der Lautsprecher. Toll.

Klang meiner Magnat-Boxen (im Vergleich zur Duetta): Kickbass betont, unterhalb des Kickbasses kommt jedoch dröhnen. Kein "runder" Tiefbass. Kein unangestrengtes Hören von Kontrabässen, E-Bässen. Kickbass-Betonung und Dröhnbass feuern zusätzlich Problemzonen in der Raum-Akustik an. Der von mir bis dato als unerreichbar klingende Keramik-Hochtöner klingt nun matt,... der Klang insgesamt dumpf.

Klang meiner MS3 MkII (im Vergleich zur Duetta): Natürlich zum einiges zurückhaltender und nicht so "mitreißend" weil ja die Membranfläche der MS3 nicht zu vergleichen ist mit der Duetta... Die MS3 spielt sehr ausgewogen und fällt mir im Vergleich zur Duetta nirgendwo besonders negativ auf, jedoch gibt es auch keine besonderen Höhepunkte, die mir auffallen. Komisch: früher favorisierte ich die Magnat, jetzt nachdem mit Hilfe der Duetta die Schwachpunkte für mich hörbar wurden und mit jedem Lied der Eigenklang der Box für mich hervortritt, ziehe ich die MS3 vor.

Die Vector habe ich mittlerweile verkauft und die MS3 spielt wieder im Keller meiner Eltern – ich bin derzeit rundum zufrieden mit meiner Duetta und freue mich schon auf neue Musik, die ich mit ihr erforschen kann.



Dank an Udo für die gute Unterstützung und die reibungslose Abwicklung!

Viele Grüße aus Oberösterreich

Stefan

Saschas Duetta á la Martin

Saschas Duetta á la Martin


Als 2002 die Duetta das Licht der Welt erblickte, beschäftigte ich mich schon eine Weile mit der Materie Lautsprecherselbstbau. Zuerst wohl eher aus dem Gedanken heraus, Geld zu sparen und dabei brauchbare Lautsprecher auf die Beine zu stellen. Damals hatte ich kurz zuvor eine I.T. Pontus für mich verwirklicht. Erst mit Echtholzseitenwänden und Marmoreffektlack, später, nachdem die Holzwände zeigten was sie noch draufhaben mit ihrer Restfeuchtigkeit, in MDF furniert mit Vogelaugenahorn. Diese Pontus Lautsprecher verrichteten seither zufriedenstellend ihren Dienst in meinem Wohnzimmer. Ich jedoch nicht untätig, baute für alle Verwandten und Bekannten je nach Geschmack und Geldbeutel mal mehr, mal weniger aufwändige Konstruktionen.  In 2002 war ich Auszubildender und die Duetta war ein finanzielles Traumziel. Also schob ich sie weit weg und Beschäftigung hatte ich genug.  Immer wieder tauchte noch jemand auf, der auch versorgt werden wollte. Man muss sagen, dass ich das Bauen sehr genieße. Es ist ein erhabenes Gefühl, etwas mit seinen eigenen Händen zu erschaffen, wenn es dann auch noch so viel Freude machen kann wie ein Lautsprecher, sind alle Schrammen und Nerven, die ein Projekt durchaus kosten kann, vergessen.

Nun waren die Pontus in die Jahre gekommen und der Drang, etwas Neues für sich selbst zu verwirklichen, wuchs an. Man kennt  alle Schwächen und Versäumnisse seiner bisherigen Projekte und ich wollte nun einen Lautsprecher bauen, bei dem ich nun alles Gelernte umsetzten konnte und wollte. Es dauerte nicht lange, bis ich die Duetta wieder in meinem Kopf hatte und ich las alles was ich zu ihr finden konnte - mit dem Ergebnis, dass ich zu Udo fahren musste, um zu entscheiden, ob nun die Duetta meine Reiseziel sein sollte oder nicht. Ich nahm die 300 km Fahrweg  auf mich und saß nach kurzem E-Mail Kontakt  Zwei Wochen später auf Udos altem Sofa. Kurzum: die Planungen konnten beginnen, denn das war genau das, was ich wollte. Klangbeschreibungen der Duetta  gibt es hundertfach, letztendlich muss man es aber für sich selbst entscheiden, ob sie einem gefällt oder nicht.

Meine Liste im Kopf formte sich zu folgendem:

-Sandwich Gehäusewände mit Quarzsandfüllung
-2 teiliges Gehäuse mit Anlehnung an Martins Duetta Grandiosa (Wunderschöne Interpretation der Avalon Formensprache)
-Bambusfurnier
-externe Frequenzweichenkästchen

Nachdem ich ca. 40 Stunden Google Sketchup bemüht hatte, stand nun ein Gehäuseplan in allen Details mit allen Winkeln und Bemaßungen fest, um den örtlichen Baumarkt nach Zuschnitt aufzusuchen.  110 Zuschnittteile und 14 qm Plattenmaterial später, davon gut 8 qm Multiplex, hatte ich meine Puzzleteile zusammen und konnte mich daran machen, Sandwichplatten herzustellen und diese auf die richtigen Winkel und Abmaße zu bringen.

Die einzelnen Platten wurden immer aufgebaut in der Reihenfolge 12mm MPX , 16mm MDF mit Sandkammer Hohlräumen,  12mm MPX zusammengeleimt mit Ponal Classic und mit Gegenplatten und Schraubzwingen verpresst. Anschließend wurde Stirnseitig eine 10 mm Bohrung gemacht und die Hohlräume mit Quarzsand befüllt, solange bis auch mit vielen Gummihammerschlägen keine weiter Materialverdichtung zu erreichen ist.

Dann einfach mit einem 10mm Riffelstab satt in Leim verschlossen.

Nachdem alle Platten zusammengeleimt waren, kam der Zusammenbau an die Reihe. Dabei kann ich eine absolute Empfehlung für den Polyurethan basierenden Konstruktionskleber „Alcon 10“ aussprechen. Dieser quillt minimal auf und härtet dann extrem hart aus. Bei diesem Projekt mit kaum einem geraden Winkel, die allesamt per Hand mit der Handkreissäge an die Platten geschnitten wurden und somit immer minimale Ungenauigkeiten haben, schließt dieser Klebstoff alle Lücken  luftdicht ab und verklebt zusätzlich ultrastabil. Ein tolles Zeug, was leider auch seinen Preis hat.

Nach dem Auftragen wurden die Platten, um guten Anpressdruck zu erzeugen, mit 100mm Spax Schrauben verschraubt. Nach Abbinden des Klebers wurden diese entfernt und durch 10mm Riffelstab Dübel ersetzt, um später keine Probleme beim Anbringen der Fasen zu bekommen.

Der Bassreflexausschnitt in der Front wurde vor dem Zusammenbau angebracht und im Anschluss der Kanal nach dem Zusammensetzen von Front- und Seitenwänden, sowie Deckel und Boden von hinten in das Gehäuse eingeleimt. Dann wurden noch Versteifungskreuze aus 18mm MPX angefertigt und ebenfalls ins Gehäuse geleimt. Auch Weichfaserplatten bedeckten kurze Zeit später die Gehäusewände.

Nach dem Anbringen der Rückwände, ging es an die erste Fase mit Euphorie und einer für „tiefe Schnitte“ geeigneten Japansäge.



Die aber wohl nur in der Theorie für tiefe Schnitte geeignet ist, denn viel tiefer als auf dem Foto zu sehen, war beim besten Willen bei einer Säge ohne Freischnitt nicht zu machen. Kurz darauf waren Stichsäge mit extra langem Sägeblatt und Bandschleifer meine beiden neuen Freunde und verhalfen mir zur ersten Fase, bei der man schön den Schichtaufbau sehen kann.

Gefühlte 5 Kilo Staub später, machte ich mich an die Tops. Deren Zuschnitt sollte mit Geduld, Konzentration und Ruhe geschehen, da durch nur einen rechten Winkel im Topteil, schnell etwas schief gehen kann. Die Wände der Topteile sind aus „nur“ 28mm Material -  einem Sandwich aus 12 mm MPX und 16mm MDF. Zusammengehalten wird alles wieder durch Alcon 10 und Holzdübel.

Nachdem die Rohgehäuse fertig waren, brauchte ich Unterstützung, um sie 2 Stockwerke nach oben zu tragen, um mich an das Furnieren zu machen. Gemeinsam bringen Ober- und Unterteil im Rohzustand knapp 70 Kilo auf die Waage.



Entschieden hatte ich mich für Bambusfurnier in der Art „gedämpft“, Hochkant-Lamelle. Beim Furnieren selbst muss man nur darauf achten, das überstehende Furnier mit einem scharfen Messer und Gegenplatte zu schneiden. Das Sägen mit der Feile ist nicht zu empfehlen, da die „Grasfaserstruktur“  sehr schnell ins Material läuft.



Fertig



Bleibt nur noch die Klangbeschreibung, doch die steht ja schon ausführlich in Martins Bericht. Ich kann ihr nur zu 100 % zustimmen, muss aber den einen Satz besonders hervorheben: „Es ist einfach alles aufällig unaufällig“

Sascha

Leserprojekt Granduetta

Leserprojekt Granduetta

 
Wenn es etwas mehr sein darf ...
Werners Leserprojekt Granduetta

Im Februar 2011 wurde ich nach langer Suche zu einem Lautsprecher-Selbstbauprojekt im Internet auf Intertechnik fündig. Nach telefonischer Kontaktaufnahme besuchte ich das Hörstudio, um mir die Duetta anzuhören. Der Klang der Duetta hat mich sofort überzeugt, jedoch hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch zwei Quadral Vulkan Mk 3 bei mir zu Hause stehen, und verkleinern wollte ich mich eigentlich nicht…

Deshalb konnte ich Udo für die Idee gewinnen, eine vergrößerte Duetta zu entwickeln. Auf seine ersten Einwände solch einen Lautsprecher braucht niemand, es sei denn man hat keine Nachbarn und eine sehr tolerante Ehefrau konnte ich erwidern, dass ich tatsächlich keine Nachbarn habe und eine sehr tolerante Frau. Daraufhin begannen wir erste Einträge ins imaginäre Lastenheft vorzunehmen, um aus der Duetta eine Granduetta zu bauen.  Eigentlich wollte ich als Lautsprecher-Laie nur einen zweiten Tieftöner dazu nehmen, Udo sprach aber sofort von dem dann nötigen zweiten Mitteltöner, um die Schalldrücke und Dynamik im Trennbereich übereinstimmen zu lassen.

Nun entwickelte ich am Zeichenbrett mehrere Modelle, bevor ich mich auf ein Design festlegte. Als Vorgabe dafür dienten mir erstmal die von Udo vorgegebenen Volumen für das Tieftöner -und Mittelhochtöner-Gehäuse. Dann wurde ein Prototyp gebaut, der zum Entwickeln der Frequenzweiche und zur ersten Klangprobe ins Labor gebracht wurde. Kurze Zeit später konnte dass Gehäuse mit kleinen Änderungen wie von mir geplant gebaut werden.

Seine Messdiagramme sollen an dieser Stelle nicht unterschlagen werden:

Messdiagramme:

     
 Frequenzgang und Phase  Impedanz  Frequenzgang unter 0/ 30/ 60°
     
 Klirr für 90 dB  Sprungantwort  Wasserfall

Granduetta_Zweige_Summe
Das Zweige-Summendiagramm und das Weichenschaltbild gehören auch zur Dokumentation. Der Vergleich zur White Pearl von Klaus zeigt eine komplett andere Schaltung, obwohl die Mittelhochton-Bestückung identisch ist.

Schnell erstellte ich eine Holzliste, mit der ich im Baumarkt auflief.

Holzliste Granduetta MDF 22mm        
               
Tieftönergehäuse   Hoch- /Mitteltönergehäuse
               
Pos. Stück Bauteil Grösse (mm) Pos. Stück Bauteil Grösse (mm)
               
1 2 Front 904 x 444        
2 4 Seite 552 x 904 10 2 Front 600 x 370
3 2 Rückseite 400 x 904 11 2 Boden 552 x 400
4 2 Boden 400 x 530 12 2 Rückseite Gehäuse 450 x 770
5 2 Deckel 400 x 530 13 2 Deckel 143 x 206
6 2 Kanal 400 x 400 14 2 Rückseite innen HT 160 x 300
7 4 Versteifung innen 400 x 200 15 2 Versteifung oben 100 x 350
8 2 Versteifung oben 530 x 60 16 2 Versteifung unten 200 x 400
9 4 Versteifung oben 189 x 60 17 2 Seitenwand 610 x 554


Die 22mm MDF Platten wurden auf die von mir gewünschten Größen geschnitten.



Es folgte der Bau, der bereits im Juni abgeschlossen war. Dazu braucht man aufgrund der vielen schrägen Wände eine genaue Säge sowie oft eine helfende dritte und vierte Hand, alleine um beim Zusammenleimen die Menge an Zwingen ansetzen zu können… Bereits vom Bau des Prototypen wusste ich, das es aufgrund der vielen schrägen Wände nicht ohne eine 1:1 Zeichnung geht, an der Maße und Winkel abgenommen werden können.



Nachdem alle Gehäuse verleimt waren, ging es zur Lackierung, die ich in einer selbstgebauten Lackierkabine (ein mit Folien abgehängter Carport) durchgeführt habe. Diese Lackierung hat länger gedauert als geplant, sogar länger als der komplette Bau der Gehäuse. Das nächste Mal würde ich sie auf jeden Fall zum Lackierer weggeben. Aber man muss ja alles erst einmal selbst versucht haben. Die Gehäuse vom Tief- und Mittelhochtöner wurden von mir aufeinander gesetzt und mit 5mm Durchmesser starkem Kupferdraht verbunden. Ein Lautsprecher kommt nun auf ein Gewicht von knapp 75kg.



Es folgte die Aufstellung  im Wohnzimmer und der Anschluss an meinen derzeitigen Verstärker, einen Denon 4308A. Als es dann endlich über ein halbes Jahr nach Baubeginn soweit war, dass die ersten Klänge aus der Granduetta kamen, war alle Mühe und Ärgerei über die endlose Schleiferei während der Lackierung vergessen.

Einen so klaren Klang, verbunden mit einem mühelosen, selbstverständlichen Tiefton hatte ich vorher noch nie gehört. Selbst bei einer mit enormer Lautstärke abgespielten Kraftwerk-CD sieht man kaum, dass sich die Tieftöner überhaupt bewegen, im Gegensatz zu dem Geschirr zwei Räume weiter in der Küche. Die andere Seite des Musikspektrums, nämlich die ruhigen Töne z.B. von Melody Gardot, kommen mit einer Brillanz rüber, die einem die Härchen am ganzen Körper aufstellen lassen.

Mein  Fazit: Ein unglaublicher Lautsprecher, für den man zum Selberbauen etwas Erfahrung im Umgang mit Holzbearbeitungswerkzeugen mitbringen sollte, sowie eine ordentliche Werkstattausrüstung, insbesondere viele große Zwingen.



Viel Spaß beim Selberbauen wünscht euch

Werner


Techniktabelle:
 

Chassis 2 x 11-581/50 HEX  
  2 x 7/360/37 HEX  
  1 x ER4  
     
    Frästiefen:
    Bass: 8 mm
Funktionsprinzip Bassreflex MT:    8 mm
Nennimpedanz 4 Ohm HT:    3 mm 
Dämmstoff: 15 Beutel Sonofil  
Terminal 2 x K 42 AU  



Ericks Duetta

Ericks Duetta

 

Eine Duetta mal anders.

Vorgeschichte


Hifi interessiert mich, seit ich mein eigenes Geld verdient habe und das ist schon sehr lange her. Damals hatte ich mir eine Sony Anlage mit Dual-Boxen geleistet. Das war für mich ein nahezu nicht finanzierbares Hobby und jetzt gut 27 Jahre her. Ich hatte damals eine Schreinerlehre beendet und das ist leider so, man verdient nicht gerade viel in diesem Beruf, zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Das mit dem goldenen Handwerk habe ich noch nicht ganz verstanden. Gesundheitliche Probleme haben mich in einen anderen Beruf gebracht,.die Passion für Hifi ist geblieben. An Selbstbau hatte ich aber trotzdem nie gedacht. Mittlerweile bin ich als Chemie-Vertriebsingenieur tätig und da lernt man viele Leute, sogar welche mit dem gleichen Hobby kennen. Von den meisten Hififreaks, die ich kenne, wird der Selbstbau von Lautsprecher eher nicht wirklich wahrgenommen, meist nur belächelt. Klar, wenn 20000 € nur alleine für die Lautsprecher ausgegeben werden, dann müssen sie gut klingen. Diese Summen habe ich nicht zur Verfügung, denn ich habe einen Hund, fast erwachsene Kinder, eine Frau  und ein abzubezahlendes Haus.

Also tingelt man von einem High-end Studio zum nächsten, es werden jegliche Vorführungen in der Nähe und jede Messe besucht. Das Ohr wird immer geschulter, der Drang, etwas Großartiges auch Zuhause für sich haben, wird immer größer. Nun, alles in allem haben diese Hörsitzungen nicht zu einem neuen Lautsprechersystem geführt, denn mein Geldbeutel ist nicht größer geworden, aber die Ansprüche. Vielleicht war das der Zeitpunkt, wo man sich fragt, ob es Alternativen gibt, ich meine damit gleichwertige Alternativen zum kleineren Preis. Das führt ins Internet, zwangsläufig auch in den Selbstbau. Und Selbstbau führt zu Udo.  Das war um Weihnachten 2010.

Als Vertriebler hat man selbstverständlich so eine Vorstellung, wie kundenorientiertes Auftreten sein muss. Es  hat mich damals immens beeindruckt, dass meine ersten Fragen an einem Feiertag so schnell und freundlich beantwortet wurden. Die logische Folge wäre nun ein Besuch bei Udo gewesen. Das habe ich nicht gemacht. Knapp 700 km ein Weg ist nicht ganz ohne. Also habe ich mir erstmal alle veröffentlichten Selbstbauerberichte, für mich das Salz in der Magazin-Suppe, verinnerlicht. Da war es natürlich die Duetta, die Königin des Blues, die ich für mich in Erwägung gezogen habe. Simply the Best!

Damit war eine außergewöhnliche Entscheidung getroffen. Ich baue einen Lautsprecher, den ich noch nie gehört habe, in einer Form, die es so noch nicht gegeben hat. Mir hat es einfach Mut gemacht, dass die Form der Boxen flexibel ist, wenn man sich an die vorgegebenen Regeln wie Volumen, Schallwandgröße und Reflexkanal hält. Also erstmal planen, worauf kommt‘s an, was darf es sein, was sollte vermieden werden. Da hilft zum einen die Homepage von Udo und Intertechnik ungemein. Darüber hinaus konnte ich meine Entwürfe von Udo absegnen lassen - und von meiner Frau müssen.

Der erste Entwurf!

Bei aller Begeisterung, hatte mich mein sonst sehr rationales Denken verlassen? Wo soll bitte schön so ein anspruchsvolles Projekt entstehen? Ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Werkstatteinrichtung  ein paar Hobby-Heimwerkermaschinen und überhaupt wenig Werkzeug und vom Platz aber wenigstens eine Garage.  Ein paar gebrauchte Maschinen habe ich mir im Internet ersteigert. Das ist immer noch viel günstiger als ein Lautsprecher-Pärchen in dieser Klasse zu kaufen. Ich habe mir gedacht, wenn es klappt habe ich beides, eine funktionierende Werkstatt und geniale Lautsprecher.

Der Aufbau

Dann war es soweit - ich habe das MDF -Plattenmaterial vom nahegelegenen Fachhandel gekauft. Immerhin waren es fast 8 m² 22 mm MDF. Zum Verkleben der Bretter habe ich mir PU-Leim geholt - immerhin 4kg. Die Hauptschwierigkeit war, einen Anfang zu finden nach jahrzehntelanger  Abstinenz von Praxis und Handwerk . So hatte ich schon ziemliche Anfangsängste.

Zuerst war eine Schablone zu machen. Ich wollte die Spanten sowie den Deckel und den Boden mit der Oberfräse in eine absolut gleiche Form bringen. Diese musste also sehr sorgfältig mit der Stichsäge ausgeschnitten und anschließend mit Schleifpapier riefenfrei gearbeitet sein. Danach schraubte ich sie auf ein 22mm MDF Brett.  Jetzt, habe ich mir gedacht, geht‘s flott, einfach  drüberschruppen und fertig. Die Oberfräse, die ich benutzte, hat bei der 22mm Platte zwar nicht schlapp gemacht,  aber was wirken dort für Kräfte. Da hat wohl die Fräse mehr den Bedienenden festgehalten wie umgekehrt. Nach 2 Eimern a 20 Liter MDF Staub hatte ich es geschafft. Was mich Zeit gekostet hat, war die Nachbearbeitung. Aber wer später  beim Verleimen keinen Ärger haben will, der schaut, das diese Böden wirklich alle gleich sind. Danach habe ich vertikale Spanten ausgeschnitten. Die haben mir den Abstand vom oberen Boden zum zweiten Boden vorgegeben. Zum Verleimen habe ich die innere Schallwand in einen dünnen Kunststoffsack gehüllt, damit ich sie anschließend wieder entfernen konnte. Die innere Schallwandgab mir beim Verleimen die Winkel und äußere Form. Die Spanten sowie den Deckel konnte ich mit den vertikalen Spanten zu einem äußerst stabilen Kreuz verbinden. Das ist sozusagen die Gehäusematrix. Auf diese Matrix (unbedingt auf den rechten Winkel achten) kamen von außen die zurecht geschnittenen 3-4 cm breiten MDF Leisten geschraubt und geleimt. Das heißt jede Leiste vorbohren, Leisten anfeuchten, leimen  und anschrauben. Hier kommt der Vorteil vom PU Leim zum tragen. Nach 10- 15min ( ja nach Raumtemperatur) beginnt dieser zu quellen. Das Anfeuchten vor der Verleimung dient der Verbindung und dem Aufquellen bzw. dem Abbinden des Leimes. Der geniale Leim ist eine Symbiose zwischen Härte, Festigkeit und elastischer Strapazierfähigkeit. Außerdem ist er füllend, was einem bei dieser Bautechnik sehr entgegenkommt. Auf dem Bild kann man die einzelnen Leisten sehr gut erkennen.

Nun kam der Innenausbau - ob notwendig oder nicht,  da hat mich der Teufel geritten und ich wollte das Gute noch besser machen. Also habe ich  zuerst die Innenwände plan geschliffen.

Danach habe ich eine 4mm Bitumenschicht mit Schiefer auflaminiert. Weil gut noch nicht gut genug war, ist hierdrauf noch ein 5mm dicker Filz gekommen. Den habe ich von einer Filzfabrik bekommen, die zu meinen Kunden gehört. Damit werden normalerweise die Anschlagklöppel für die Klaviere belegt. Mit Kontaktkleber hält das bombenfest auf dem Bitumen.

Jetzt erst habe ich die Schallwand  eingeleimt,  in die ich zuvor alle Öffnungen für die Chassis eingefräst habe. Hätte ich mich da verhauen, wäre nur ein bisschen Abfallholz mehr entstanden. Festverleimt - bei diesem Arbeitsaufwand - wäre das sehr bitter gewesen. Ein weiterer Vorteil bei dieser Methode ist, dass man das Bassreflexrohr in die innere Schallwand einpassen kann und gegen die äußere anstoßen lässt. Man kann dazu ein KG Rohr nehmen , ich habe ein stabileres, dickwandigeres Kunststoffrohr genommen. Eingeklebt habe ich das mit Heißkleber. Das hält unglaublich gut. Der Kleber muss nur absolut kochend heiß sein! Das benetzte Rohr  wird mit einer Drehbewegung in Position gebracht.

Gesamtlänge von Oberfläche Schallwand bis Ende Rohr - 420mm. Ein rechteckiger Kanal wäre wegen der Boxenform nicht in Frage gekommen. Die Öffnung nach vorne macht die Box übrigens bei Aufstellung nahe einer Wand unproblematisch.

Bei der äußeren Oberfläche ging es mir weniger um die Beruhigung der Schallwände, sondern mehr um eine homogene Oberfläche. Das Aufleimen einer 3mm Hartfaserplatte auf eine gerundete Oberfläche ist dann schon was für Fortgeschrittene. Diejenigen, die das schon mal gemacht haben, wissen was ich meine.



Bevor ich es vergesse, davor hab ich noch eine Halterung gezimmert mit der ich das Mittelhochtongehäuse vom Bass entkoppelt habe - hier ein Bildchen.

Den Lautsprecherwänden habe ich zwei Rampamuffen verpasst, die jeweils eine M10 Edelstahlschraube aufnehmen können. Die Lagerung in der Lautsprecherhalterung besteht aus einem speziellen Kompositrohr, welches aus Aluminium, PVC und innen Polyethylen besteht. Nur MDF Material in dieser Aufhängung hätte sich bald ausgeschliffen. Allein  die obere Box wiegt mehr als 20kg. Mit dieser Halterung lässt sich dieser Schallwandler auf meinen Hörplatz genau ausrichten.

Mit der äußeren Verkleidung, der Halterung für die obere Box und den gefasten Vorderkanten waren die Boxen schließlich fertig zum lackieren. Wer übrigens Boxen dieser Größe anfertigen will, sollte sich so eine Polstermatte anfertigen. Die habe ich von einem Schaumstoffhersteller bekommen bzw. selbst zusammen geklebt. Unsanftem Aufsetzen ist damit der Schrecken genommen.

Die Oberfläche

Weil ich in meinem Wohnzimmer sehr viel aus Holz habe, wollte ich nicht noch ein Objekt aus Holz dazu stellen. Das wäre zuviel gewesen. Also eine dezente Farbe - perlweiß. Hierzu eine Anmerkung, die schon oft gefallen ist: In einer nicht professionellen  Umgebung  mit nicht professionellem Werkzeug ist ein professionelles Ergebnis  nur mit Einschränkungen möglich.



Was mit Technik nicht möglich ist muss mit Fleiss wett gemacht werden, das heißt in dem Fall schleifen ohne Ende. Auch eine Form von Fitness-Training - ich habe jedenfalls 3 Kilogramm abgenommen und einiges an Kraft dazugewonnen. Noch ein positiver Aspekt des eigenhändigen Herstellens von Lautsprechern..

Die Oberflächenversiegelung  ist ein Acryllack. Und mit Verlaub dieser war be.......scheiden zum Verarbeiten. Orangenhaut !!! Nehmt was anders! Lasst euch im Maler-Fachgeschäft beraten .

Was ich dagegen unternommen habe? Schleifen 320er, 400er, 1000er, 2000er Schleifpapier und zwar die gesamten Flächen - mehrmals. Danach polieren. Dazu habe ich mir eine Profimaschine zum kleinen Preis ersteigert. Eine weitere Anmerkung an dieser Stelle: Wenn man meinen Bericht bis hier gelesen hat , weiß man, der Typ hat nach dem Motto gearbeitet: "Viel hilft viel!" Ja, ok - beim Lack ist das so ne Sache. Auch wenn man dem Hersteller glauben darf, dass der Lack nach 2 Stunden staubtrocken ist und nach 8 Stunden geschliffen werden kann, gilt  das Gleiche nicht für das Polieren, wenn man einige Lackschichten verarbeitet hat.  Mindestens 2-3 Wochen trocknen lassen, dann kommen wir der Sache näher. Was passiert, wenn man diese Geduld nicht aufbringt? Dann sagt der Wetterbericht, es gibt ein starkes Wolkenbilden. Und bevor starkes Regnen aus den Augen kommt - habt Geduld- der Lack muss bis in seine Grundfesten durchgetrocknet sein. Der Glanz stellt sich dann wirklich schnell ein. Als Politur habe ich eine Nanopolitur genommen. Das funktioniert mit Bedacht auch noch auf einer  vermurksten Oberfläche.

Die Elektronik.

Ich möchte behaupten, dass ich weitestgehend ein passabler Handwerker bin. Auch chemische Zusammenhänge sind mein Gebiet. Aber Elektronik, eine Weiche löten. Das war für mich nicht einfach. Ich habe es dann doch noch geschafft, habe mich aber trotzdem gewundert, wie leicht das manchen hier fällt. Das Anschlusskabel, das das Mittel-Hochtongehäuse mit dem Bassgehäuse verbindet, habe ich aus 1,5mm Kabellitzen selbst gehäkelt - gezopft. Es steckt vielleicht kein tieferer Sinn dahinter, ich wollte nur, dass es ein bisschen nett aussieht.

Hier nun ein paar Bildchen von den fertigen Lautsprechern.



Die Duettas habe ich übrigens auf jeweils 3 hochwertige Gummirollen gestellt. Das ist durchaus empfehlenswert, weil diese sehr schön entkoppeln.

Nachdem ich die Weichen positioniert hatte, die Rampamuffen für die M4 Edelstahl-Schrauben der Lautsprecher gesetzt hatte konnte ich es kaum noch erwarten, diese Boxen anzuschließen.

Der Klang

Die erste Hörsitzung...! Häh?!!! Was schlägt da meinem geschulten Ohr entgegen?! Zugegeben, vorneweg schon ein klasse Mittelton - aber wo ist der Bass. Ich habe ihn gesucht und habe ihn nicht gefunden? Immerhin steht der Vincent SK 238 nicht gerade als bassschwacher Verstärker da. Nochmals die Lauscher auf, mit dem Ohr ran an die Bassmembranen. Ja, da tut sich was, aber für meinen Geschmack zu wenig. Also gleich den Udo angemailt und mein Leid geklagt. Nachdem ich zuerst meine aufwendig  gedämmten  Lautsprecherwände in Frage gestellt hatte, habe ich die Weichen mindestens zweimal ausgebaut und Leiterbahn für Leiterbahn abgesucht. Die Vermutung liegt nahe, dass ich beim Löten oder Anschließen Fehler gemacht hatte. Nachdem alles wieder im Kasten war, galt es abzuwarten. Die jungfräulichen Chassis brauchen auch Einspielzeit. Also durften sie spielen und Whow nicht nur der Bass hat immens zugelegt, auch die Mitten und der Hochton gewannen noch dazu. Der Bass, den ich so vermisst hatte, war da und wie der da war. Was bei meinen alten Boxen so wummerte, war hier in einer präzisen Präsenz da, die ich nur als livehaftig bezeichnen kann. So hatte ich es erst letztens beim Konzern von Nick Woodland  gehört und jetzt habe seine CD in meinen CD-Player geschoben. Jaaa , genau so. Da war schon das Räuspern von ihm zu Beginn des ersten Liedes so echt, dann die Melodie seiner E-Gitarre – Blues von der Königin des Blues. So habe ich bestimmt zwei Stunden am Stück alles gehört, was man so hört beim Boxentest: Yello - the touch, einfach ein Bassknaller , Frauenstimmen  wie Rebecca Pidgeon , die inacustic CD Great voices, und noch vieles mehr.  Was ist der Anspruch, den man eine gute Box hat?  Für mich muss sie die Musik leibhaftig und wie live auf mich wirken lassen, mich an den Ort der Musikentstehung tragen und an dem tiefen Erlebnis der Musik teilhaben lassen. Und das tut die Duetta mittlerweile besser als alle wer weiß wie teuren Boxen, die ich bisher gehört habe.

Da ich mich gefragt habe, ob ich das so empfinde, weil ich diese Boxen selbst gebaut habe und eine Menge an Energie reingesteckt habe, musste sich das jemand anhören, der mir gegenüber ehrlich und frei raus ist. Also nahm ich die Gelegenheit wahr, bei einer Familienfeier die Duettas mal aufspielen zulassen. Die Great Voices habe ich meinem Schwager vorgespielt. In seinem Gesicht habe ich sofort gesehen, dass ihn das mehr als nur beeindruckt hatte. Da ist die Familienfeier plötzlich zum Nebenschauplatz geworden. Es war plötzlich ruhig und jeder wollte nur noch Musik hören...!

Fazit

Es hat sich absolut gelohnt. Und falls es jemanden interessiert, die Duettas können es mit jedem Lautsprecher in der sogenannten Referenz-Klasse locker aufnehmen. Letztes war ich in einem High End Studio in Ulm und habe mir Boxen eines sehr angesehenen Herstellers für 30000 € angehört. Was soll ich sagen, die sind gut - ja sogar sehr gut, aber klanglich nicht besser als meine Duettas. Ok, schön verarbeitet, aber 30000 € - das hat mein VW Passat gekostet.

Habt Geduld bei der Planung und Entwicklung eurer Wünsche und auch bei der Ausführung. Lieber einmal einen Schritt zweimal durchdenken- zum Schluss noch Geduld mit dem Oberflächenfinish  und ihr bekommt Lautsprecher, die den ganz großen Namen im Fertigsektor in nichts nachstehen. Nur eben individueller - und wie ich finde besser!

Erick

Olafs Duetta

Olafs Duetta

 

Die Duetta “Großartig!“ von Olaf aus B.

Alles fing an, als bei einem der mit meinem Kollegen üblichen Gespräche über Stereo, High End, Digital oder Analog usw. das Thema Selbstbau-Lautsprecher aufkam. Bis dato war ich mit meinen "Spark 5" sehr zufrieden, sehr hochauflösend, räumlich, fein zeichnend, alles Attribute die mir sehr wichtig waren. Okay, sie könnten ein klein wenig mehr Druck für mein ca.25m² Wohnzimmer haben!  Als er mir dann von Lautsprecherbau.de und den Selbstbau Projekten erzählte, dachte ich mir damals: Nett!!! Aber doch eher was für Einsteiger, die richtig guten Lautsprecher muss man halt immer noch für teuer Geld kaufen!! Angestachelt von dem Gespräch, schaute ich mal ins www. Und?, na klar, man kommt unweigerlich auf die Lautsprecherbau.de Seite!

Also, mal eben die Projekte durchgestöbert, Meinungen gelesen und zu dem Entschluss gekommen, meinen Kollegen nach Bochum zu begleiten, da dieser die BlueNote in die engere Wahl genommen hatte. Nach langer Fahrt und einigen Umwegen dann spät bei Udo Wohlgemuth eingetroffen. Erster Eindruck von draußen: Nett!! Aber "High End" sieht anders aus! Udo machte uns in seinem sehr “persönlichen“ Studio die Tür auf und war gleich hundert Prozent für uns da (das nenne ich mal kundenorientiert!!).

Da mein Kollege sich wie gesagt für die BlueNote interessierte, wurden uns diese mal gleich vorgeführt und mit allen technischen Details erklärt! Toll, dachte ich, aber nicht mein Geschmack! Udo schloss dann mal die Duetta an und was ich da hörte, faszinierte mich auf eine sehr angenehme Art und Weise, die schwer zu beschreiben ist (dies haben schon viele vor mir versucht)!

Okay, mit diesem Höreindruck und dem Gefühl, dass da jemand in der Selbstbau-Lautsprecher-Szene es mit seinen Kunden ehrlich meint, diese gut informiert und auf alle Fragen rund ums Thema eine Antwort weiß, verließen wir Bochum Richtung Heimat. Zu Hause angekommen, stöberte ich erst einmal im Internet nach weiteren Selbstbau-Lautsprecheranbietern. Mich Interessierte das Thema Horn-Lautsprecher ungemein, ebenso waren Ionen-Hochtöner auch eine Interessante Alternative, so dass ich noch weitere Vorführstudios besuchte.

Nach vielen Vergleichen, etlichen Autobahn-Kilometern und immer dem Höreindruck der Duetta im Hinterkopf konnte ich die BlueNote mal wieder live hören (mein Kollege hatte sie mittlerweile fertig gestellt), Sofort war diese angenehme Art und Weise wieder da , wie der Eton Airmotion aufspielte. In diesem Moment wurde mir klar, die Duetta wird es!!!!!

Die Planung:

Als erstes musste ich mir Gedanken über eine Wohnzimmer taugliche Form machen (sind ja schließlich keine kleinen Lautsprecher), welche dann auch von meiner Frau akzeptiert werden sollten. Schnell war klar, Eckig geht gar nicht, also irgendwie rund (uns gefiel ja schließlich auch die Form unserer Spark 5). Inspiriert von Daniels Duetta nach Kais Bauplan (auch hier zu lesen!) und einigen Fertiglautsprechern, stand die Form im Kopf fest und war mal schnell aufs Papier gezeichnet. Meine Frau unterstützte das Konzept! Und jetzt kommt das Tolle: Noch nix bei Udo bestellt, aber zu jeder Zeit hat er mir meine Fragen beantwortet und mir den Mail-Kontakt mit Daniel ermöglicht. Der mir seinen Bauplan per PDF Datei geschickt, was für mich eine grobe "Maßrichtung" war. Dafür an dieser Stelle meinen Dank.

Das Fertigen:

Nachdem die Teileliste fertig war, ab in den Baumarkt und das Material grob zuschneiden lassen, musste eh alles nach Schablone fertigen. Als erstes kamen die Spanten dran, diese habe ich nach hinten länger gelassen, damit ich später einen separaten Raum für die Frequenzweichen habe, der noch mit Quarzsand ausgefüllt werden sollte.



Dann ging's ans Verleimen. Frontplatte mit den Spanten verbunden, Rückwand rauf und das Ganze festzwingen. Ich verwendete auch Spanngurte, die sich durchaus als sehr vorteilhaft heraus stellten. Die obere Spante (Deckel) faste ich leicht an, um später den Lautsprecher mit einer Neigung von ca.14 Grad aufstellen zu können.




Nachdem die "Gerüste" fertig waren, kleidete ich innen alles mit 7mm Weichfaser-Dämmplatten aus (Laminat Trittschall-Dämmung). Ebenso die Seitenteile, die aus mehreren Schichten 4mm Pappel Sperrholz bestehen. Ich fertigte eine Seite vor, dann leimte ich die Seitenteile Schritt für Schritt aufeinander, was sich mit den Spanngurten sehr gut machen ließ.


Nach etlichen Leimschichten und genauso vielen Litern Leim (pro Seite ca. 2,5 Liter), waren die Seiten fertig, nun kam das planschleifen. Das machte sich mit dem Bandschleifer hervorragend, nur Vorsicht, eine Unachtsamkeit und man hat ganz schnell zu viel runter geschliffen!



Im Vorfeld habe ich schon die Kabel eingezogen, weil es im Nachhinein durch die zusätzliche Kammer auf der Rückseite sich schwer hätte realisieren lassen.

Danach kam das Furnieren an die Reihe, Wir entschieden uns, die Seiten in Natur zu lassen, weil meiner Frau die Holzmaserung des Pappel-Sperrholzes sehr gut gefiel. Also eben mal zum Furnier-Shop gefahren und festgestellt, es gibt kein Pappel-Furnier (für Front und Rückwand) zu kaufen, da es zu empfindlich ist. Als Alternative wurde mir “American White Pappel“ vorgeschlagen, diese hatte allerdings gar nix mit der Pappel auf meinem Sperrholz gemeinsam. Auch im Internet war kein Erfolg zu vermelden. Deshalb musste ich mir selber helfen, habe Sperrholz grob aufs Maß geschnitten und dann für ca. 6 Stunden in der Badewanne eingeweicht. Vorsichtig konnte ich das Furnier vom Trägermaterial nun abziehen. Nach dem Austrocknen wurde Leim auf Furnier und Box aufgetragen, gewartet, bis er leicht angetrocknet ist und mit dem Bügeleisen in ständiger Bewegung Box und Furnier verleimt. Klappt Prima!



Als nächstes kümmerte ich mich um die aufgesetzte Schallwand. Alle Maße der Chassis übertragen, Oberfräse mit Fräser versehen und los ging es. Mit einem selbstgebauten Fräszirkel wurden Mittel- und Tieftöner ausgefräst. Für den Hochtöner habe ich mir an den Seiten Anschläge zur Führung montiert!



Die Fase rund herum habe ich mit der Tischkreissäge gemacht. Links und rechts vom Hochtöner habe ich eine leichte Vertiefung zur besseren Abstrahlung gemacht (diese wurde später aus ästhetischen Gründen verlängert).

Bevor es nun zur Endbehandlung des Furniers kommt, musste ich den Sockel noch gießen.



Lautsprecher auf den Kopf gestellt, alles in Waage ausgerichtet, dann einen Rahmen aus 4mm Rückwand und Spanngurt um den unteren Teil des Gehäuses gezurrt. Innen wurde alles mit Folie ausgekleidet, Draht eingelegt (für bessere Haltbarkeit) und zum Schluss das Ganze mit Beton aufgefüllt! Nach dem Aushärten des Betons hatte ich das ideale Gegenstück zu meiner Lautsprecher-Oberseite.



Da war allerdings noch ne ganze Menge spachteln und schleifen angesagt, so ein Betonklotz ist ganz schön porös!. Oberhalb habe ich noch die Trittschall-Dämmung aufgeleimt, damit habe ich keine direkte Verbindung zum Korpus und gleichzeitig eine schöne Schattenfuge.

Nach so viel Vorarbeit wurde das Ganze mit dem Paket von Intertechnik belohnt. Gleich mal alles ausgepackt, angefasst und für gut bepfunden. Der Bauplan für die Frequenzweichen ist wirklich einfach zu verstehen, also alles erst einmal selektiert, dann beschriftet und schon konnte die Lötstation hochgefahren werden. Da ich die Weiche in der Extrakammer unterbringen wollte, mussten alle drei auf kleine Platten montieren werden.

Es folgten die letzten Fräsungen für das Biwiring-Terminal und den Reflexkanal.



Da das Terminal rechteckig war, baute ich mir links und rechts einen Anschlag. So konnte ich der aufgezeichneten Linie folgen, musste nur noch die Ecken mit einem Stechbeitel nachbearbeiten und schon passte das Terminal.

Nun kamen die Lackierarbeiten. Zuerst wurde die Schallwand schwarz lackiert und auf den Korpus geleimt.



Und nun nahm das Unheil seinen Lauf. Als erstes das Furnier wässern, damit sich die Fasern beim Lackieren nicht hoch stellen, und ordentlich schleifen- Da ich keine Lackier-Kabine besitze, versuchte ich es mit Rollen. Den guten Treppenlack gekauft und in mehren Schichten Klarlack aufgetragen. Nach der ersten Schicht nochmal mit Stahlwolle drüber und dann immer nass in nass übergerollt. So stand es auch in der Beschreibung, war allerdings ein Fehler. Die Oberfläche war eine einzige Orangenhaut! Schrecklich, alles vers......!??? Auch die Schallwand, die ich ja vorher schwarz lackiert hatte und auch mit Klarlack überzog, sah genauso verhunzt aus!!

Nach längerem Haareausraufen und etlichen Stunden gegen die Wand laufen, kam mir die Idee. Frag doch mal so einen Lackprofi aus der Auto-Branche. Gesagt getan, in der Nähe einen „Lackprofi“ gesucht, gefunden, hingefahren, Problem beschrieben und der erklärte sich gleich bereit, mir die Macken „rauszupolieren“. Wir haben sofort einen Termin gemacht, Samstag kann ich Sie wieder abholen! Mit größter Aufregung und großer Erwartung fuhr ich Richtung “Lackprofi“. Was ich jetzt sah, verbesserte meine Stimmung in keinster Weise! Nur soviel: Wässern und Schleifen, wie bei Metall, sollte man MDF nicht!!!!

"Besser geht's nicht" sagte er und ich stand sprachlos daneben, wie versteinert, hatte nur das große Entsetzen in den Augen. Die Schallwand, um die Ausfräsungen herum, war aufgequollen, die Orangenhaut war genauso da wie vorher!!! Das ging richtig in die Hose!

Was so ein richtiger Selbstbauer ist: In die Hände gespuckt und los geht's. Habe mich komplett mit Schleifpapier von 320'er bis 1500'er, Schleifpaste und Politur eingedeckt und den ganzen Sonntag meine Lautsprecher mit einem Exenterschleifer runter geschliffen. Mehr falsch als so ein Profi konnte ich ja jetzt auch nicht mehr machen, dachte ich mir. Es stellte sich als gut raus, dass ich immerhin 5 Schichten Klarlack aufgetragen hatte, damit war genug Material zum Bearbeiten da.

In diesen Zusammenhang fragte mich meine Frau, ob ich nicht die Vertiefungen links und rechts vom ER4 länger und größer machen könnte, aus ästhetischen Gründen. Da ich die aufgequollene Schallwand eh komplett runter schleifen musste, war das eine meiner leichtesten Übungen. Nach etlichen Stunden schleifen und genauso vielen mit Schleifpaste und Politur, konnte sich das Ergebnis sehen lassen, nein, besser sogar, ich war richtig zufrieden, meine Stimmung war wieder da, wo sie hingehörte: Ganz Oben!

Danach kam dann das Grundieren der Schallwand und das Probieren verschiedenster Schwarzmatttöne. Mittlerweile war ich auch von der Idee weggekommen, den Lautsprecher komplett in Hochglanz haben zu wollen. Entschieden hab ich mich dann für Seidenmatt, was eine gute Entscheidung war, weil es viel besser mit den Eton Chassis  harmoniert!

 Ich weiß nicht wieso, aber aus irgendeinem Grund sollte das wohl alles so laufen wie es gelaufen ist. Durch die ganze Überarbeitung des Gehäuses haben die Lautsprecher in ihrer Form für mich nur gewonnen! Deshalb gilt hier das Sprichwort: “Nichts ist so schlecht, dass es nicht für irgendwas gut ist

Jetzt kam die Elektronik zum Einbau. Ich hatte ja die Weichen schon fertig und musste sie nur noch in die Öffnung des Doppel-Terminals einbauen. Lötstation wieder hochgefahren und ans Werk gemacht. Das klappte alles prima und der Platz war hervorragend, da die Weichen nicht mit Schallwellen im Inneren des Lautsprechers in Berührung kommen. Die Kammer soll, wenn der Lautsprecher sich eingespielt hat, dann noch mit Quarzsand gefüllt werden, um allerletzte Gehäuse-Resonanzen zu unterdrücken!



Den mittlerweile fertig gespachtelten (gefühlte 10'mal) und lackierten Sockel unter den Lautsprecher verschraubt. Durch die Trittschall-Dämmung auf dem Sockel und vier Gummif´üße habe ich die Entkoppelung so gut wie möglich gestaltet, damit mein Laminat nicht die ganze Zeit mitschwingt. Jetzt noch die Chassis in ihre Aussparung einbringen, löten, festschrauben. FERTIG!!! 

Da standen Sie nun! Die Erwartungen waren hoch. Zwar habe ich die Duettas ja schon bei Udo gehört, aber jeder hier weiß, in den eigenen vier Wänden ist alles anders! Okay, ich wusste, sie müssen erst einmal eingespielt werden, deshalb störte mich der etwas zu schwache Bass zu diesem Zeitpunkt wenig. Dass allerdings nach Stunden der Bass immer noch so dünn war, machte mich stutzig. Kurz noch einmal auf den Schaltplan geschaut und sofort die verkehrte Polung des Basses entdeckt, kurz umgelötet, wieder alles verstaut. Man muss schon alles richtig machen! Anlage einschalten, Hören. JA, da ist es wieder! Genau mein Geschmack, Räumlichkeit, Präsenz, Tiefe und das alles so ausgewogen, dass es nur noch Spaß macht, Musik zu hören.

Klar, dass der eigene Lautsprecher für jeden Selbstbauer das Beste ist, was es auf den Markt gibt. Schließlich hat man viele Stunden mit dem Bau verbracht, sich die Finger wund geschliffen, unendliche Wartezeiten zwischen den Leimvorgängen erduldet. Jeder noch so tiefe Tiefschlag verbindet einen mehr mit seinem Projekt!

Trotzdem versuche ich, in der Klangbeschreibung neutral zu bleiben, soweit es mir möglich ist. Sehr viel muss man auch nicht mehr über den Klang der Duetta sagen, ich glaube, hier wurde schon genug darüber geschrieben.

Nachdem ich mir noch zwei Endstufen gegönnt habe (weil die Duetta's in Ihrer Größe es einfach verdient haben, so angefeuert zu werden), entdecke ich meine CD Sammlung neu. Sie spielen einfach freudig, luftig auf, sind nie aufdringlich und das Beste, egal bei welcher Lautstärke überzeugen Sie mit ihrer Auflösung und räumlichen Tiefe!

Da bei mir die Lautsprecher auch den Ton bei bewegten Bildern angeben, mussten Sie auch in diesem Bereich überzeugen. Und das taten sie auch zu hundert Prozent, da machen Filme gleich doppelt so viel Freude, dank des trockenen Basses auch ohne Subwoofer!



Es macht Spaß, über so ein Projekt zu lesen, aber noch mehr Spaß bringt es, die eigenen selbstgebauten Lautsprecher in den eigenen vier Wänden zu sehen und zu hören. Deshalb kann ich an dieser Stelle dem Udo nur Danke sagen. Ohne ihn wäre es mir nicht möglich gewesen, solche tollen Lautsprecher zu besitzen. Vergleicht man einmal, was hiesige Lautsprecher-Hersteller für Preise aufrufen, möchte ich erst gar nicht wissen, was mich meine dann wohl “draußen“ gekostet hätten! Danke auch an alle Selbstbauer, die ihr Projekt hier veröffentlicht haben. Das machte mir meine Entscheidung leichter, es einmal selbst zu versuchen. Ich bin nicht enttäuscht worden, und kann nur jeden raten, nicht zu zögern und es auch zu wagen.

Olaf aus B.

Christians Duetta

Christians Duetta

Bei der Suche nach Lautsprecherbausätzen bin ich auf Lautsprecherbau.de gestoßen, wo es Bausätze für jede Raumgröße und jeden Geldbeutel gibt. Nach einiger Zeit Studieren kommt man zu der Entscheidung, dass es zur Duetta keine Alternative gibt, deshalb habe ich 2 Bausätze bei Udo bestellt und zur Überbrückung der Wartezeit die Gehäuse entworfen und berechnet.

Meine Duettas sollten auf jeden Fall einteilig werden, wobei alle wichtigen Vorgaben wie Schallwandbreite und Volumen berücksichtigt sein müssen. Der Bass verlangt 95 Liter bei 34cm Schallwandbreite, der Mitteltöner 24 Liter bei 24cm .

Die Eckdaten: Gehäuseabmessungen: 114H x 34B x 48T, schräger Innenteiler, 5,4cm starke Schallwand mit 5cm breiter Fase.

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Die Bretter in 2,7cm schichtverleimter Platte beim Baumarkt bestellt, in die Werkstätte getragen und auf zwei Haufen sortiert sieht dann wie im ersten Bild aus.

Die Versteifungsbretter wurden auf einen 4 cm Rand mit Kreuz ausgeschnitten, dann kann das Leimen beginnen. Bei den Bauberichten von Udo bin ich auf den Ponal Fugenleim gestoßen, den ich seitdem auch verwende. Der Zusammenbau der Kisten wurde schon so oft beschrieben, dass ich mir den Ablauf sicher ersparen kann. Ein kleiner Tipp: vor dem Verleimen der zweiten Seitenwand die Position des Mitteltöners markieren, dann hat man nach dem Aussägen der Löcher keine böse Überraschung zu befürchten

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Nach dem Leimen, Trocknen und Schleifen kann man mit den Fräsarbeiten beginnen. Bei meinen Duettas kam auf die Front ein 3mm dicker Filz, das passte mit der Stärke der Montageplatte des ER4, der Mitteltöner musste etwas tiefer gefräst werden, der Bass bekam einen extra Ring spendiert.

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/design/stories/Artikel/2011/Maerz/ChristiansDuetta/duetta_christian_7Mit einer Anschlagleiste, Handkreissäge und Bauchweh habe ich dann die Gehrungen geschnitten, hat aber ohne Probleme geklappt.Dann noch die Ringe für die Bässe gefräst und aufgesetzt. Kanten mit 45° Fräser auf Gehrung gebracht, alles überschliffen und die Farbgebung konnte beginnen.

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Während der Trocknungszeit des Hartwachses habe ich in das Paket von Udo geschaut und noch ein Schächtelchen mit so komischen Teilen entdeckt. Die habe ich auf  GFK und Holzplatten montiert und miteinander verlötet, so wie auf dem Weichenplan angegeben.

Alles in den Boxen verstaut und zusammengeschraubt sieht dann so aus.

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/design/stories/Artikel/2011/Maerz/ChristiansDuetta/duetta_christian_10Der erste Höreindruck war wenig befriedigend, Mitten und Höhen waren in Ordnung, nur der Grundton sehr dünn und teilweise gar nicht vorhanden. Im Zweifel, ob sich der Teil der Selbstbaugemeinde, der mit der Duetta sehr zufrieden ist, an geistiger Verwirrung leidet, habe ich den Schaltplan noch mal studiert. Bei der Polung von Bauteilen bin ich immer sehr penibel, deshalb habe ich die Bässe auch RICHTIG angeschlossen, laut Schaltplan sollen sie zu den Spielpartnern aber verpolt werden. Das zu ändern war eine Sache von Minuten, die nächste Hörprobe zeigte dann das breite Grinsen aller Beteiligten, wie es immer beschrieben wird. Für mich hat sich der Bau auf jeden Fall gelohnt, kann ich doch jetzt bei jedem Bericht über die Duetta beifällig nicken.

Bei Udo möchte ich mich für die Unterstützung  und den sehr netten Schriftverkehr bedanken.

In Zukunft bestelle ich meine Bausätze nur mehr in Bochum. Da weis ich, dass ich für mein Geld nichts Besseres bekommen kann.

 

Grüsse aus Österreich, Chris

Duetta von Matthias

Duetta von Matthias


Baubericht Duetta Matthias einteilig, mit Center

Intro

Endlich war es so weit - das Projekt Lautsprecher, mit denen ich lange glücklich sein will wurde begonnen. Angefangen hatte das Ganze damit, dass ich meine Anlage ein wenig aufbessern wollte und auf die Suche nach feinen Lautsprechern ging. Mein Mitbewohner meinte damals: Bau doch selbst welche! Hmmm.... ich war da schon recht skeptisch, hab mich aber überreden lassen, zumindest ein Paar Brüllwürfel für die Küche zu basteln. Hat Spaß gemacht. Klang prima. Macht süchtig. Über die letzten Jahre hab ich dann immer mal wieder mit einem Paar großen geliebäugelt, war auch in einigen Hifiläden um mir Fertiglautsprecher in der Klasse 2500 / Stück anzuhören. Ja, gut, deutlich besser als das was ich zuhause habe - aber so richtig toll? Auch wieder nicht. Naja, mit entsprechend geschultem Ohr ging ich dann zu ein paar Selbstbauern zum anhören. Feine Sachen dabei! Richtig überzeugt hat mich dann aber eine Hörsession bei Udo. Während seine "kleineren" Modelle im Hoch/Mittelbereicht schon ganz ok waren, hat mir (und dem anderen Besucher) die Duetta die Socken ausgezogen! Vielleicht kann der Bericht ja auch andere Anfänger ermutigen mit dem Selbstbau anzufangen Auf geht’s, viel Spaß beim Lesen – und noch viel mehr beim selber machen!


Bauplan-Erstellung

Duetta_Matthias_Zeich_1Nachdem dann der Lautsprecher feststand, die große Frage: Wie soll er aussehen? Wo ich schon mal dabei war, hatte ich übrigens auch beschlossen, einen passenden Center dazu zu entwerfen. Und siehe da: auch dazu hatte Udo was Passendes in der Schublade. Noch ein bisschen die Maße angepasst, damit er auch in mein Billy Regal passt und die Optik zur Duetta hinkommt und los gehts. Nach intensiver Recherche nach verschiedenen Bauformen, in der es die Duetta schon gibt, habe ich mich für eine einteilige Version entschieden. Die ist zwar nach oben hin nicht so schön schlank, dafür aber einheitlich und weniger tief, da das Volumen im oberen Teil mit für den TT genutzt werden kann. Udo hatte mir einen Plan mitgegeben, den er mal für einen Nachbauer entworfen hatte, allerdings durfte der LS damals nicht tiefer als 40cm werden und sollte wegen der Frau so klein als irgend möglich sein. Neee! Wenn schon Duetta, dann mit dem Originalvolumen. Dem entsprechend habe ich dann mal Excel angeworfen und eine Tabelle gebastelt, die einem die entsprechenden Breiten und Tiefen ausrechnet, wenn man die Höhe vorgibt. Heraus kam dabei: bei 110 cm Höhe wird die gute 35 cm breit und 40 cm tief. Prima, in der Breite gibt es auch noch Furnier zu kaufen - und man spart sich das Stückeln - für Hobbybauer mit wenig Werkzeug und Erfahrung sicherlich keine schlechte Idee. Für die Trennung zwischen Ober- und Unterteil habe ich mich für ein schräges Brett entschieden - das hilft stehende Wellen zu verringern und gibt noch ein wenig Stabilität.

Duetta_Matthias_Zeich_2
 
Holzzuschnitt und Materialien

Jau, wie soll nu das ganze Holz vor die Hütte kommen? 22mm MDF sagte der Schöpfer, und so soll es nun sein. Vor Baumarktzuschnitten haben schon viele gewarnt, also habe ich mich entsprechend im Netz umgesehen. Auch ene wichtige Frage: wie mache ich die Fräsungen zum versenken der Chassis? Klar, Oberfräsen gibt es manchmal chinesische für wenig Geld - aber ob die dann auch günstig und preiswert sind? Viel schlechtes drüber gelesen und dann folgenden Tipp bekommen: Speakerspace. Da kann man einfach seine Sketchup-Datei hinschicken und bekommt ein Angebot. Zwei Optionen: entweder nur die Fronten fräsen lassen, oder die Luxusvariante: alles zuschneiden lassen, und dann mit Flachdübeln geliefert bekommen - angeblich nicht schwieriger als ein Puzzle zusammenzusetzen. Die Schallwände ohne Fräsung in Buche mpx hätten mich im Baumarkt 36 € gekostet. Mit Fräsung bei Speakerspace dann 68 €. Da war die Entscheidung einfach! So gut wie ne CNC bekomm ich das sicher nicht mit meinem ersten Fräsversuch hin, zumal auch noch Schablonen etc. her müssten. Also: Fronten von Speakerspace. Das Gehäuse selbst allerdings käme im Paar auf 269 statt 80 Euro.  Hat hier jemand was von Flachdübeln gesagt?! Wer braucht denn so was! Habe dann die restlichen Bretter im Baumarkt zuschneiden lassen. Hart an der Schmerzgrenze. Die Schnitte nicht 90° sondern 89, Toleranzen von 1 mm etc. war alles mit dabei. Bei manchen Brettern haben sie auch vergessen, die Dicke vom Sägeblatt vom Maß abzuziehen... autsch autsch. Zum Glück hatte ich aber darauf bestanden, dass alle innen liegenden Bretter in einem Schnitt gemacht werden und entsprechend sind alle Fehler durchgängig und Luftdichte ist gewahrt.

Etwas nervig auch, dass manche Platten ein wenig gebogen waren - kriegt man mit entsprechenden Gewichten aber auch hin. Den Winkel im Schnitt kann man überlisten, wenn man das Brett so einsetzt, dass es sich gegen eine Versteifung oder eine andere Wand "lehnt" - dann sitzt es wieder senkrecht und der kleine Spalt wird eh vom Leim gefüllt. Alles in allem sicherlich etwas Mehrarbeit gewesen, aber noch gut genug, um zu sagen, dass das Ergebnis wohl stimmen wird. Kann Baumarkt bedingt empfehlen - wenn man denen oft genug einbläut, dass es ordentlich werden muss. Mittlerweile waren dann auch die Fronten vom CNC da und es konnte losgehen

Verleimung der Gehäuse

 Ich habe mit dem Center angefangen - der ist weniger komplex als die auch nicht sehr schwierigen Duettas, aber ich konnte mich schon einmal an den Fugenleim gewöhnen, den Udo empfohlen hat.  Gebaut habe ich das Ganze ohne Schraubzwingen - das ist der Vorteil vom Fugenleim. Einfach eine Seitenwand auf den Küchentisch gelegt, Front drauf geleimt, dann den Deckel, die Rückwand und den Boden und die Versteifungen rein.

Duetta Matthias1Duetta Matthias2 Duetta Matthias3

Beim Deckel draufkleben kann ein wenig Gewicht von oben nicht schaden - so richtig plan war die MDF Platte aus dem Baumarkt nämlich nicht... Naja, ordentlich Leim, damit es auf beiden Seiten rausquatscht, tut den Job dann schon. Beim Center blieb die Front frei, da dort direkt die Schallwand von Speakerspace reinkommt, das aber erst nach dem Furnieren. Jetzt nur noch die Kanten ordentlich schleifen, damit später das Furnier auch überall aufliegt. Vorsichtshalber hatte ich in alle Richtungen einen halben mm überstehen lassen. Kanten schleifen geht immer - wenn das Brett aber zu kurz ist, weil einer falsch gesägt hat, muss man die gesamte angrenzende Oberfläche schleifen. Nein Danke!

Entsprechend dann auch ähnliches mit der Duetta:

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Etwas Arbeit war es, das Trennbrett zwischen Tief- und Mittelton so zu Stichsägen und Bandschleifen, dass es die richtigen Winkel hat. Ganz genau ist es nicht geworden, aber wie gesagt - mit ordentlich Leim lässt sich viel auffüllen. Bei der zweiten habe ich dann nachträglich in den Spalt ein Gemisch aus Schleifstaub und Leim gespachtelt - Top! Viel besser als reiner Leim und hält auch ordentlich. Übrigens: nicht vergessen, den Boden zu furnieren BEVOR der Reflexkanal reinkommt - sonst kommt man später nicht mehr dran.

Abschluss Gehäuse

Duetta Matthias10Da kann man bitten und betteln, aber 100% gleich werden die Bretter nie. Also: einmal rundum mit dem Bandschleifer - 120er Papier drauf gezogen und es wuppt nur so. Vorsicht: Bandschleifer pusten nach vorne ordentlich den Staub weg. Wenn man dann den ganzen Staub in der Duschwanne gesammelt hat und den Schleifer falsch hält, verteilt den Staub im ganzen Raum... Gesagt getan. Naja, aber jedenfalls ist das Ganze schön einheitlich geworden und überall eben genug um die Seitenwand willkommen zu heißen (auch hier: ordentlich Leim!). Nach dem Schleifen der Seiten prüft der Mitbewohner noch mal, ob alles auf einer Ebene liegt.

Bevor dann die abschließende Seitenwand auf die Duetta kam, musste ich erst ein wenig Platz für die Töner schaffen. Die Schallwand wird zwar noch aufgeklebt - aber irgendwie muss der Schall ja auch in die Kiste kommen. Wichtig beim Aussägen ist, dass man genug Platz für die Luft lässt, die irgendwie zwischen Magneten und Schallwand auch ins Innere des Gehäuses kommen will. Zum Sägen habe ich mich für die Stichsäge entschieden. Fräse hab ich nicht - und nur für 2 LS eine kaufen fand ich doof. Also, ab in den Baumarkt, Stichsägeblatt für Kreisausschnitte gekauft, Stichsäge auf 45° eingestellt und so gesägt, dass das Loch nach hinten deutlich größer wird. Klar, dass ich dabei auch mal an dem Trennbrett hängengeblieben bin und ein Sägeblatt abgebrochen und das andere verbogen ist, aber die erste Duetta ist gelocht und das Ganze ist recht ansehnlich geworden. Stichsäge mit Kreisblatt definitiv empfehlenswert.

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Ein bisschen Verlust ist immer...

Das Endprodukt von all der Staubproduktion

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Duetta_Matthias_51Und drauf mit der Seitenwand - wenn ordentlich Leim in alle Richtungen rauskommt kann man sicher sein, dass hinterher alles dicht ist. Nach ca. 5min mit einem Messer wegnehmen geht am Besten. Innen kann er ruhig drin bleiben. Und jetzt das Ganze noch mal mit der zweiten Duetta. Soweit alles wie gehabt - mit einem Unterschied: die Front war ein bissle nach vorn gebogen. Das habe ich gemerkt, als das Bassreflexbrett nicht richtig reinpassen wollte. Aber mit ein paar Gürteln und kräftig ziehen hat sie sich auf 90° bringen lassen, und nach 24h ist dann der Leim ausgehärtet und hält alles so wie es sein soll.

Schleifen

*Hust* *keuch* *sprotz* würde es wohl bei Donald Duck heissen... Das nächste was nach all der Kleberei auf den Boxenbauer zukommt ist viel Schleifen.

WICHTIG:

Pflicht bei so Badezimmeraktionen sind:
- Staubmaske
- Ohrenstöpsel

Gibt zwar immer wieder ein paar Heinis, die sich für robust halten und denken "echte Männer" brauchen so nen Schutz nicht und Pattex ist gut für die Laune, aber Staub ist doof für die Lunge, man hat extrem schnell die Nase voll davon - und ein Badezimmer hat 4 - 5 schallharte Wände. Der Sound vom Bandschleifer macht schnell was kaputt, und ich will meine Lautsprecher hinterher noch genießen können. Also: Stöpsel rein! Den Center hatte ich mangels Gerätschaft noch per Hand gemacht - und das ist am Ende auch der ordentlichste geworden. Nur: kostet unendlich Zeit und geht auf Muckies. Dafür macht man auch öfter mal ne Pause und schiebt als Entschuldigung "mal kontrollieren" vor. Für die Großen hab ich dann nen Bandschleifer gehabt. Mit nem 60er Papier drauf ist das schon fast ein Hobel - schwupp ist das MDF in feinsten Staub verwandelt - aber man hat auch Ruck-Zuck zuviel weggenommen. Bei einer der Versteifungen innen haben mir auf einmal 3 mm gefehlt - weil ich den Knaben ohne es zu merken schief gehalten hatte.

Duetta Matthias19Duetta Matthias20Duetta Matthias22 Duetta_Matthias52 Duetta Matthias23Hab das Ganze dann mit einer Paste aus MDF Staub und Leim gefüllt und es hält wieder prima. Hier noch mal eine Innenaufnahme von den letzten Verleimungen - immer genug Leim nehmen! Danach dann die letzte Leimaktion - diesmal mit Gurten zusätzlich zu den Gewichten. Und endlich: Der Rohbau steht!

Allerdings ist noch einiges dran zu machen, bevor dann furniert werden kann. Rundum standen einige Schnittkanten 1 - 2mm über. Ist auch zu empfehlen, denn manchmal waren die Bretter ein bissle kürzer als bestellt - und dann ist man froh, wenn man noch Reserve hatte. Nach dem Schleifen bleibt davon nur noch ein großer Haufen feiiner Staub.

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Furnieren

Der große Angstgegner heißt: Furnieren. Was kann man nicht alles über die Möglichkeit und Unmöglichkeit des Furnierens im Forum lesen, ja richtige Kriege sind zwischen den Vertretern von Bügelmethode versus Pattex entbrannt - Hausfrauen treten gegen Schnüffler an. Von all dem wollte ich mich nicht beirren lassen. Lackieren fand ich doof - und im Zweifel ist es sogar noch schwieriger einen ordentlichen Lack ohne Staub hinzubekommen als Furnier aufzukleben. Und Holz ist prima, also drauf damit. Ich habe doch tatsächlich bei Templin-Furnier ein wunderschönes Bergahorn bekommen - 16 Blatt zu 43 x 120 cm für 70 € - das reicht für beide Duettas und den Center obendrein! Ich hab mich gefreut wie ein Schneekönig! Stückeln wollte ich das Furnier auf der Duetta nun wirklich nicht müssen - zurecht, wie sich später rausstellte. Den Anfang machte der Center - und zwar die Unterseite, quasi als Übungsbrettchen. Schön mit der Schaumstoffrolle das Furnier und die zu beklebende Fläche einrollen - dabei besonders die Kanten nicht übersehen

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Furnier nach ca. 15min Trocknungszeit auflegen und mit schön heißem Bügeleisen auf Stufe 2 aufbügeln. Folgende Reihenfolge finde ich am sinnvollsten: Unten – Hinten – Seiten – Front - Oben. Zwischen den Furniervorgängen muss man das überstehende Blatt abschleifen und die Kante wird dann entsprechend mit dem nächsten Blatt überklebt, so dass dann bei der Ansicht von oben keine Kanten sichtbar sind, und die nach vorne stehenden Kanten werden auch überdeckt. Außerdem kann man bei der Unterseite noch etwas großzügiger mit Fehlern sein, da die eh nicht sichtbar sein wird. Da der Center tiefer als meine max 40cm Furnier ist, muss ich hier stückeln. Und schon das erste Lehrgeld bezahlt und zwar nen ganzen Sack voll. Mein Center wird daher noch mal neu gemacht.

Duetta_Matthias56Mit der beschriebenen Methode ging es dann weiter. VORSICHT: irgend ein besonders schlauer Mensch in einem Forum hatte sich den Trick ausgedacht, das Furnier zuerst auf der Sichtseite anzufeuchten, damit es sich beim Einleimen nicht so wellt. GANZ große Klasse, vielen Dank! Durch das Wasser dehnt sich das Furnier gleichmäßig aus und beim Bügeln hat man dann schon fast die Garantie, dass es tief einreißt, wenn es sich wieder zusammenzieht. Die Methode mag vielleicht bei ner kleinen Brüllbox mit viel Glück mal klappen, aber mein eindeutiges Fazit: Finger weg!! Soll sich ruhig einrollen das Furnier - aber auf jeden Fall so trocken wie möglich halten. Wer nass macht, kriegt Risse wie auf dem Bild.

Jetzt die Duettas!

Duetta Matthias28Erste Erfahrung hatte ich ja schon, aber 1,10m bügeln ist doch noch mal was anderes. Der Boden ging ruck zuck ohne Komplikationen. Dann der Versuch auf die ganze Länge Furnier aufzubügeln. Irgendwo hatte ich gelesen, dass man in der Mitte anfangen soll - stimmt auch - und ich hab dann erst das mittlere Drittel furniert, dann oben dann unten. FEHLER! Das Furnier zieht sich zusammen und klappt dann an der Seite hoch - wenn man es dann mit dem Bügeleisen bezwingt, gibts ein lautes "KRACH" und so was kommt dabei raus

Duetta_Matthias26Der nächste Versuch dann mit Furnier beschweren, solange nicht drauf gebügelt wird um ein Hochklappen zu verhindern. Schon besser, es gab nur wenige kleine Risse, aber immer noch nicht das was ich will. Noch mal ein wenig nachgedacht und dann kam die Erleuchtung. Eigentlich logisch, aber da war ich wohl betriebsblind. Vielleicht lag es auch daran, dass ich ein quadratisches Stück Backpapier untergelegt hatte und einfach der vorgegebenen Fläche ohne nachzudenken gefolgt bin. Das Furnier zieht sich entlang der Maserung zusammen, wenn die Flüssigkeit aus dem Leim rausgebügelt wird.  Entsprechend muss man also mittig anfangen und AUF DIE GANZE LÄNGE entlang der Maserung bügeln! Zur Sicherheit hatte ich dann die Kanten auch noch mit Tapezierklebeband versteift, damit die sich nicht ausdehnen können und damit wird’s dann astrein.

Wenn das Furnier aufgeklebt ist, hat es sich ausgezahlt, erst mal das überstehende Furnier bis auf 1mm abzuschneiden. Zu dem Zweck lege ich ein Brett auf das Furnier, ein Stahllineal wird hochkant angesetzt und dann vorsichtig mit dem Abbrechmesser geschnitten. Das Stahllineal sorgt dafür, dass man nicht ganz an der Kante schneidet - das Messer folgt nämlich gerne mal der Maserung bzw. franst die Stirnseite ein wenig aus ,daher muss noch etwas "Reserve" bleiben, die dann abgeschliffen wird. Beim Schneiden nur wenig Druck ausüben, lieber ca. 5 Mal entlang schneiden, bis es ganz durch ist. Danach müssen die Kanten mit einem harten Schleifklotz und 100er Schleifpapier abgeschliffen werden. Mehr dazu gibts auch noch auf Udo's Seite.

Wichtige Punkte die ich gelernt habe hier noch mal:

* Furnier NICHT nass machen, lieber einrollen lassen
* Backpapier unterlegen
* entlang der Maserung arbeiten, und zwar auf der ganzen Strecke.
* Kann nix schaden, die Stirnseite mit Tapezierklebeband zu fixieren, bevor man einleimt
* Besonders auf die Kanten achten und zum Schluss noch mal mit leichter Schrägstellung des Bügeleisens richtig fest machen
* Falls sich ein Riss bildet: Bügeleisen weg! Je mehr man dran rummacht, desto trockener - und schlimmer wirds
* Wenn ein Riss startet, wächst er oftmals noch etwas weiter. Das kann man verhindern, indem man den Riss leicht nass macht. Dadurch dehnt sich das Holz wieder und es reisst nicht mehr weiter. Wichtig: auf keinen Fall nass machen, wenn die Stelle noch gebügelt werden muss.

So, und jetzt noch ein paar Bilder vom Ergebnis.

Alles in allem bin ich recht zufrieden. Die Risse hätten sich vermeiden lassen - aber hinterher ist man immer schlauer, und zum Glück ist es nur die Rückseite der Duetta, die sieht man nicht, und zusätzlich ist es unten, ich kann also mit den LS Kabeln noch zusätzlich kaschieren.

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Verbrauch: Viele Nerven, ein paar mal an den Kopf gehauen, aber vor allem LEIM!! Alles in allem kann ich die Bügelmetode empfehlen - auch für sehr große Lautsprecher. Pattex muss ich mir nicht geben, wenn es nicht unbedingt sein muss. Ich habe ihn für die Seiten des Reflexkanals benutzt, aber das war schon nervig. Drei der Furnierblätter sind während der Lagerung eingerissen, eins ist mir beim schneiden gerissen - also ordentlich Reserve einplanen - meine 16 Blatt haben grade so gereicht.

Furnieren 2

Beim Center hatte ich den Deckel, der stark eingerissen war, einfach noch mal furniert - hatte mich, weil ich stückeln musste, für Pattex entschieden - ganz dumme Idee! Ich bin bekehrt und bekenne mich jetzt eindeutig zur Bügelfraktion. Diese Stinkeklebepaste hab ich nicht gleichmäßig verteilt bekommen - mit mehr Übung wäre es vielleicht gegangen - aber wofür, wenn das bügeln doch prima klappt. Hab auch mit Furnierklebeband gestückelt - sehr sauber geworden. Die Unterseite mit Pattex ist recht wellig und da die Klebefläche elastisch blieb, hab ich die Kanten auch nicht sauber geschliffen bekommen, wahrscheinlich hab ich mir ne Technik angewöhnt, die nur mit Ponal Verklebungen klappt. Die Oberseite hab ich dann gebügelt und alles prima.

So klappt das Stückeln:

1) Saubere Schnittkante, so dass die beiden Stücke exakt zusammenpassen.

Folgender Trick:
beide Furnierstücke übereinanderlegen, so dass sie ca. 1cm überlappen, dann beide gleichzeitig schneiden - am Besten ging das, wenn ich es mit einem Stahllineal festgezwungen habe, sonst verrutscht alles beim Schneiden. Merken, wo sie übereinander lagen, da es sonst bei den minimalen Abweichungen die entstehen kleine Spalten gibt. Wirklich gebracht hat es aber, das Furnier an der Schnittkante mit 45° anzufasen, einfach mit 100er Schleifpapier. Dann kann man es ein wenig überlappen lassen, mit Furnierklebeband fixieren, aufbügeln (von der Stückelung aus) und dann die 0,1mm die von der Überlappung übrig sind abschleifen. Bin sehr froh mit dem Ergebnis - hätte nie gedacht, dass das so sauber werden kann.

Ein paar Bilder:

Duetta Matthias35Duetta Matthias36Duetta Matthias37 Furnier überlappt und gezwungen, so lässt es sich wirklich gleich schneiden (mehr als 99% grade Schnitte bei Furnier sind fast Illusion, daher sollte es gleich schief werden). Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Furnier - auch wenn es ein paar kleine Stellen gibt, die nicht perfekt sind, sind doch viele Unkenrufe (so groß geht nicht ohne Presse etc.) übertrieben gewesen. Ein bissle Lehrgeld war dabei - genug Furnier als Reserve bestellen! Nach ein paar Wochen haben sich noch hie und da kleine Microrisse gebildet - aber außer mir scheint die niemand zu sehen, passt also. Furnier? Gerne Wieder! Danke an Templin für tolles Bergahorn mit 40cm Breite, danke an alle Tippgeber und Gruß an die Bügelfraktion

Schleifen und Oberfläche

Nachdem alle Gehäuse fertig furniert waren, habe ich mich entschlossen, erst einmal den Center komplett fertig zu machen. Erstens damit ich weniger durch die Gegend schleppen muss, zweitens um die Oberflächenbehandlung daran zu üben. Quasi das Gesellenstück, bevor dann die Duetta für die Meisterprüfung ansteht
Während das Furnier schon recht glatt geliefert wurde, war die Schallwand der reinste Rauhaardackel - sie ist bei Speakerspace aus MPX per CNC gefräst worden, tolles Ergebnis, aber noch ein wenig zu schleifen

Sowohl bei Furnier als auch Schallwand hab ich mit 100er angefangen (das F. ist 0,6mm dick und bietet genug Raum dafür), danach hab ich mich Stück für Stück bis zur 240 durchgearbeitet. Das Furnier brauchte nur eine kurze Runde mit dem groben - an der Schallwand sind die 100er Papiere gestorben wie die Fliegen
danach dann 150er, wässern damit die Haare zu Berge stehen, 180er, Wasser, 240, Wasser, 240er - und zack sind die Dinger glatt wie ein Babypopo!

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Duetta Matthias46Ein gut organisierter Arbeitsplatz hilft, einfach nur noch ohne denken vor sich hin zu schrubben. Schön nebeneinander: Schleifpapier, auf Vorrat geschnitten, Schleifklotz aus Kork, Schwamm zum anfeuchten, eine Schleifliste für die Übersicht.

Tipp: Auch hier lohnt sich eine Staubmaske - da kommt ganz schön was zusammen.

Vor dem Aufleimen der Schallwand hab ich noch die Weiche nach Udos Plan zusammengelötet und eingebaut (da konnte man besser hantieren) Die Bauteile sind mit Heisskleber auf ein Brettchen aufgebracht und das Brettchen habe ich ebenfalls mit Heisskleber eingesetzt.

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Die Schallwand ist halb versenkt - da ich 22mm MDF habe, die Schallwand aber nur 10mm vom Rand entfernt aufsitzen sollte, habe ich sie von hinten rundum nuten lassen, sodass sie zur Hälfte vor dem Korpus sitzt und zur Hälfte eingeleimt wird:

Furnier behandeln

zu dem Thema kann ich nur zitieren:

„Osmo Hartwachs-Öl kenne ich - und halte es für (meines Erachtens) eines der besten Oberflächenmitteln > ähnlich Kunos (LIVOS) - das ich in meiner 30-jährigen Berufserfahrung (Drechsler&Schreiner) kennenlernen durfte. Den ersten Auftrag auf die geschliffene, entstaubte Oberfläche mit Pinsel oder Lappen satt auftragen und nach ca. 10 Min. das überschüssige Wachs mit einem Lappen entfernen. Das ist wichtig, sonst hast du hernach unansehnliche glänzende Teil-Flächen. Oberfläche gut trocknen lassen (ca. 24 Std. - je nach Raumklima) und mit 320er Schleifpapier ohne Druck zwischenschleifen und gut entstauben. Den 2. Auftrag am Besten dünn mit dem Lappen. Wer es gut meint, macht einen dritten Auftrag. Polieren brauchst du gar nicht - die Oberfläche wird auch so wunderbar.“

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Und so sieht dann ein gewachster Center und eine Duetta aus:

Die Schallwand habe ich mit 4 Dübeln auf dem mdf fixiert und mit ordentlich Fugenleim festgeklebt. Dieser Schritt kam nach dem Schleifen und vor dem Wachsen. Juhuuuuu!! Sie sieht gut aus! Leider hat das Furnier noch einiges an Microrissen bekommen, keine Ahnung woran das liegt, aber aus der Entfernung sieht man es nicht und mit ein bisschen Wachskitt passt das dann schon.

Das Ergebnis

Nachdem ich die Duettas an die alte AV-Möhre angeschlossen hatte tat sich eine neue Welt auf . Sogar an dem ollen Ding haben sie alles überstrahlt, was ich vorher bei mir stehen hatte. Unglaublich, einem geht das Herz auf, Sonnenschein pur, Freude! Meine Freundin sagt, sie würde auf einmal ein ganz neues, viel emotionaleres Verhältnis zur Musik haben, auch wenn es während der Bauphase schon ein paar Zweifel ob der Größe gab. Ja, schon nach wenigen Stunden Einspielen waren wir beide in die Duetta verliebt.  Der Klang rechtfertigt die Mittel und den Raum, den sie einnehmen. Schon an einem alten, kleinen Verstärker. Wow. Was noch werden wird, wenn die richtige Elektronik dazukommt, kann ich mir nur entfernt vorstellen, aber ich freue mich tierisch darauf

Jeder der die Möglichkeit hat, sollte sich den Lautsprecher mal anhören. Mit Sicherheit braucht man bei Hifi nicht über Objektivität reden - und entsprechend auch nicht behaupten, dass irgendetwas für alle das Richtige und Beste sei - aber subjektiv hab ichs gefunden

Ich hoffe, dass der ausführliche Bericht auch anderen Selbstbau-Einsteigern einiges an Fragen beantwortet und wünsche viel Spaß beim Selberbau. Fertig kaufen kommt nicht mehr in Frage.

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Verdammt war das ein cooles Projekt!!!

Danke Udo, hat riesigen Spaß gemacht – und das Ergebnis ist ein Traum!

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Ein Klangvergleich

Nachdem ich zuhause immer noch ein Uraltteil von Verstärker stehen habe, war der Hörtest von verschiedenen "Mittelklasse"-Geräten angesagt. So waren mein Mitbewohner und ich wahnsinnig genug, die Duettas mit in einen Hifi-Laden zu nehmen. Eindeutig kein Spaß war es, die Lautsprecher aus dem vierten Stock nach unten zu bekommen. Irgendwie war es einfacher, die MDF Brettchen einzeln hochzuschleppen. Erst mal: danke Hifiladen, dass wir das so problemlos machen durften.
Die Duetta hat die Amps schon etwas bloßgestellt. Der mir bei voherigen Hörsessions mit Fertigboxen noch extrem gut gefallen hatte, klang gradezu langweilig. Viel besser wurde es dann schon mit dem anderen Verstärkern - ein Wahnsinn, wie schön sich die Bühne aufgestellt hat. Gleichzeitig analytisch klar, aber trotzdem emotional - einfach toll, irgendwann haben wir die Titel einfach nur noch laufen lassen, ohne viel hin und herzuschalten, als wir den passenden Signalgeber gefunden hatten. Klasse, was da für Nuancen entwickelt werden, wie sich die Instrumente hintereinander und nebeneinander aufreihen - die reinste Freude. Mit dem richtigen Amp zaubern die LS gleichzeitig dynamisch und präzise aber auch emotional die Musik in den Raum, da ist nichts dominant sondern einfach nur schön. Selbst ausgewiesene Nicht-Hifiler werden still und genießen den Klang. Ich bin sicher, den richtigen Lautsprecher gefunden zu haben.

Ein anderer Grund, die LS mit zum Laden zu nehmen war aber auch meine Neugierde. Wie würden sich die Duettas im Duell mit Fertiglautsprechern schlagen? Ich hatte schon vorher meine Lieblingslautsprecher in der Klasse 2500 €/ Stück ausgemacht.Ein tolles Teil, ohne Frage. Nachdem wir die Duetta schon ein wenig gehört hatten und anfingen, die Verstärker umzuschalten, habe ich mir den Spaß erlaubt und einfach mal statt den Verstärker auf dem Schaltpult zu ändern die Kauflautsprecher eingeschaltet. Kommentar meines Mitbewohners: "Was ist dass denn für ein S?/§$!? Das geht ja gar nicht?!?!?!!"

Als ich ihn dann aufgeklärt habe, hat er angefangen, laut zu lachen. Dumpf, leblos, schwächlich waren so ein paar Beschreibungen, die uns nach dem Vergleich in den Sinn kamen. Danach haben wir noch ab und zu auf andere LS umgeschaltet und jedes Mal ein fettes Grinsen auf dem Gesicht gehabt. Eine wahre Freude.

Als wir dann mit dem Verstärkertest fertig waren, haben wir sie noch in eine andere Ecke gewuchtet und gegen die Referenz in dem Laden antreten lassen. Die klangen schon schön! Aber bei 10000 € pro Stück sollte man das auch erwarten können. Die Duettas dann dazu gestellt. Sie klingen anders als die Reference, aber kein Stück enttäuschend. Auch wenn wir kein Schaltpult mehr zur Verfügung hatten und entsprechend nicht mehr hin- und herschalten konnten, haben wir beide nicht sagen können welche nun besser sind. Unterschiedliche Klangfarbe: ja, aber Details, Bühne, etc. bei beiden top. Besser oder schlechter? Konnten wir nicht ausmachen. Duetta: immer wieder! Und vor allem jetzt erst mal für lange Zeit!

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Udo, Dir noch einmal Danke! für die viele Unterstützung und Hilfe, die weit über den reinen Verkauf hinausging. Toll, dass Du mir mit so viel Geduld, Liebenswürdigkeit und Humor zur Seite gestanden hast.

Liebe Grüße aus Darmstadt,

Matthias

Duetta Oval

Duetta Oval

 

Duetta Oval - ein Gehäusebausatz mit besonderem Reiz

“Nun”, sagte uns ein Schreinermeister, völlig zu Recht, “Duetta gehört zum Besten, was der Selbstbau zu bieten hat. Warum musst du sie dann in zwei so schlichte Kästen stecken?” Die Antwort war einfach: Damit sie leicht nachzubauen ist. Ein wesentlicher Nachteil des Selbstbaus ist die Tatsache, dass ausgefallene Formen nicht am Küchentisch entstehen können, dafür benötigt man spezielle Werkzeuge, die dem Heimwerker nicht zur Verfügung stehen und der Baumarkt kann dabei nicht helfen. CNC-Zuschnitte mit passgenauen Steckfugen, perfekten Fräsungen und gebogene Seiten sehen sicher besser aus, entsprechen auch eher der heute gängigen Mode. Das hat der Schreiner sich auch gedacht und das Ganze einteilig und sogar als Holzbausatz konzipiert. Neben der Ausführung in MDF roh (495 Euro/Stück) bietet er auch eine Variante mit schwarzer Front, Deckel und Rückwand, sowie furnierten Seitenteilen an. Damit fällt beim Aufbau am häuslichen Küchentisch nicht einmal Staub an. Hierfür berechnet er 555 Euro für das Stück

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Gut verpackt kam bei mir der Bausatz an, als besonderes Schmankerl waren alle außen sichtbaren Teile bereits mit DD-Lack überzogen. Die Innenteile waren ordentlich beschriftet, nummeriert und mit eindeutigen Richtungspfeilen versehen, so fiel es mir schwer, beim Aufbau Fehler zu machen.

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Das Zusammenstecken des Halt gebenden Innengerippes begann mit dem Fugenleim-Auftrag in der ersten Vertiefung, in der richtigerweise eine “1” stand, und dem Aufsetzen des Bodens der Mitteltonkammer.

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Innerhalb von zehn Minuten wäre der Rohbau fertig gewesen, wenn ich mich nicht auch noch hätte fotografieren müssen.

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Spanngurte und eine Klemmzwinge halfen beim Einbau der Seitenteile. Sie pressten alle Holzteile so fest aufeinander, dass der Leim seinen Job des Verklebens artgerecht ausführen konnte. Die Box steht dabei nicht etwa vor Begeisterung auf dem Kopf, sondern weil es die Arbeit erleichterte.

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Nachdem der Boden stramm auf dem restlichen Korpus saß, war klar, dass weder Franz noch ich Pfusch am Bau verbrochen haben. Auf Rat des Schreiners verwendete ich zum Aufkleben von Rückwand und Front einen PU-Kleber, der bei Luftkontakt langsam aufquillt und daher nicht vollflächig aufgebracht werden muss. Die Zurrbänder verhinderten, dass sich die Platten dadurch von der Box abhoben.

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Den herausgequollenen Leim konnte ich leicht mit einem Holzbeitel entfernen, bevor ich die Weichen, den Dämmstoff und die Chassis einbaute. Natürlich habe ich auch das Terminal nicht vergessen.

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Rolfs Duetta-Surround

Rolfs Duetta-Surround

Kein Unbekannter für meine Leser ist Rolf, immerhin hat er schon einen interessanten Bericht über den Bau einer einteiligen Duetta geschrieben. Den Wunsch, nicht mehr ausschließlich in neue Klang-Welten aufzubrechen, erfüllte er sich mit adäquaten Mitspielern für sein Heimkino.


Duetta goes Surround
oder Erweiterung Duetta um Duetta top light

Alles fing vor circa einem Jahr an, als ich meinen damaligen Front-Lautsprecher durch ein Paar Duetta ersetzt hatte. Mein Stereo-System war damit abgeschlossen! Darüber hinaus existierte für gelegentliches DVD schauen noch ein Surround-System, welches die Stereolautsprecher und deren Mono-Endstufen als Frontsystem nutzt. Die erste Änderung der Surround Anlage ergab sich durch Weglassen des Centers, denn dieser passte nicht mehr ins System und eine Duetta Top als Center kam auf Grund meines Röhrenfernsehers nicht in Frage. Das machte aber nichts, da die Sitzposition und die superbe Auflösung und Räumlichkeit der Duetta einen Center einfach überflüssig machte. Da waren dann aber noch die Rear Lautsprecher, ein Paar B&W DM 601, die nun klanglich so gar nicht zu der Duetta passen wollten.

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Es blieb also nur eine Möglichkeit: Zu Udo fahren, den Hauskater aus seinem geliebten Stereodreieck vertreiben und nach einigen interessanten Diskussionsstunden als Ergebnis ein paar Duetta Top light testweise mit nach Hause nehmen. Natürlich wären auch ein paar Duetta gegangen, aber da Surround für mich nicht die allerhöchste Priorität hat und ich für die Rear-Lautsprecher nicht so viel Geld ausgeben wollte, waren die DTL die richtige Alternative.
Nach einem Wochenende des Probehörens stand es dann auch fest: Die DTL musste es sein. Von der Klangausrichtung ist die DTL der Duetta Top durchaus ähnlich und als Rear bildet sie mit der Duetta ein sehr rundes Gesamtbild.
Wie es aber immer ist, irgendetwas passte nicht und das war die Form. Als Schuhkarton-Design viel zu langweilig und für meine Bedürfnisse auch noch zu tief. Da bleibt nur eines, CAD starten und solange Dimensionen hin und herschieben bis es gefällt.

Zusammenbau des Gehäuses

Über den nun folgenden Aufbau der DTL möchte ich gar nicht so viele Worte verlieren, da ich vergessen habe Bilder zu machen und der Zusammenbau mit ähnlichen Mitteln geschehen ist wie bei der Duetta, zu finden in der Magazin-Rubrik “Leserecho”.

RolfDTL2Im Gegensatz zum Bauvorschlag besteht die Frontplatte aus drei MDF Platten mit 22 mm Stärke. In die beiden inneren Platten wurden vor dem Verleimen die Öffnungen für die Chassis gefräst und zwar ein paar cm größer als für die Chassis notwendig wären. Darauf grob die Öffnung für den Bassreflexkanal ausgesägt und dann Platte für Platte auf das Gehäuse geleimt. Nach dem Aufbringen jeder Schicht noch den Bassreflexkanal mittels Bündigfräser auf das richtige Maß gebracht und fertig ist das Rohgehäuse.
Die Fasen wurden dann anschließend mit einer Handkreissäge in 45° Stellung und mit Hilfe einer Führungsleiste angebracht. Leider reichte die Schnitttiefe der Säge für nur ca. zwei der notwendigen drei MDF-Schichten und so musste der Rest mittels Handsäge und Bandschleifer in Form gebracht werden.
Darauf nur noch Furnier mit der Bügelmethode aufbringen, Chassis ausfräsen, Furnier versiegeln und fertig!

Fazit:

Für den ersten Funktionstest wollte ich nicht die wertvollen Mono-Endstufen riskieren (vielleicht hatte ich doch etwas falsch angeschlossen?) und habe zu diesem Zweck meinen normalerweise als PC Verstärker genutzten Gainclone aus dem Arbeitszimmer geholt und die DTL dort angeschlossen. Was soll ich sagen, ich war wirklich sehr überrascht wie gut dieser kleine Verstärker doch mit den DTL musizierte. So kam es, wie es kommen musste, ich hörte erst einmal ein paar CD’s mit dieser Kombination durch. Obwohl eigentlich zu schade um als Rear-Lautsprecher ihr Dasein zu fristen - dafür hatte ich sie nun einmal bestimmt und diese Aufgabe erledigen sie seitdem hervorragend!

Grüße Rolf
Daniels Duetta

Daniels Duetta

Duetta ADW von Daniel aus der Schweiz

Wie es dazu kam
Über viele Jahre hinweg beschränkte sich mein Musikhören auf eine mittelmäßige „Stereoanlage“ im Auto. Ich war in der Musikbranche tätig und hatte einige professionelle Tonstudios als Kunden. Diese hießen mich immer gern willkommen, wenn ich wieder einmal meine Ohren verwöhnen wollte. Entsprechend hoch waren natürlich meine Ansprüche, und ich hatte gar nie daran gedacht, eine vernünftige Abhöre zu hause zu haben, zumal mir auch der Raum dazu fehlte und die Wände zum Nachbarn sehr dünn waren.
So beschränkte sich meine Heimanlage auf zwei bescheidene Yamaha NS-10 Monitore – vor 20 Jahren einmal das Maß aller Dinge – heute sind sie nur noch als Untersatz für Pflanzentöpfe zu gebrauchen. Die Nutzung beschränkte sich vor allem auf’s Fernsehschauen, und deshalb habe ich vor ein paar Jahren noch einen Sub30 von Visaton dazu gestellt. Er liefert den fehlenden Boden und wertet die NS-10 gewaltig auf.
Was sich zum Schauen bzw. Hören von Blockbustern eigentlich gut bewährt hat, ist zum Musikhören schlicht unbrauchbar. Die NS-10 tönen viel zu dünn, und die Sub30 sind zu undefiniert und schwammig für einen auch nur halbwegs entspannten Musikgenuss.

Die Suche geht los
Da ich jetzt mehr Zeit zu hause verbringe und über ein wesentlich größeres Wohnzimmer verfüge, kam langsam das Bedürfnis nach einem Paar wirklich guten Lautsprechern. Die Anforderungen waren vielschichtig:

neutrale, kräftige Musikwiedergabe mit einem tiefen Frequenzgang
einsetzbar zum „Filme hören“ ohne zusätzlichen Subwoofer
optisch ansprechende Form
selbstbaubar

So machte ich mich auf die Suche im Internet und bin nach einiger Zeit auf eine Box mit dem Namen Duetta gestoßen. Das Konzept hat mich auf den ersten Blick angesprochen – schon rein optisch kann man erahnen, was die Box hergibt. Diese Vermutung wurde durch zahlreiche Berichte und Kommentare in den Foren bestätigt, und so ging ich in die nächste Phase über, welche lautete, meine Frau von meinem Vorhaben zu überzeugen …

Duetta ADW nach Kai B.

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Dass die Frauen vor allem mit den Augen hören, ist eine bekannte Tatsache. Am liebsten sind die Lautsprecher unsichtbar. Oder ganz schmal und hoch wie die Teile von B&O, welche zwar schön aussehen und viel kosten, aber das wär’s dann auch schon. In Sachen Lautsprecher bin in immer noch der Meinung, dass für eine vernünftige Basswiedergabe ein gewisses Volumen der Box notwendig ist. Bis jetzt konnte mich kein System vom Gegenteil überzeugen. Es war nicht einfach, meine Frau von der Notwendigkeit meines Vorhabens zu überzeugen. Schließlich konnte ich sie überreden, indem ich ihr sagte, sie dürfe die Farbe des Furniers auswählen
Nach weiteren Recherchen in den Foren bin ich auf einen Thread eines Kai B. aus Berlin gestossen, der die Duetta in einem Halbrundgehäuse realisiert hat. Diese Form gefiel meiner Frau wesentlich besser als die „Klötze“ der Originalform, und so entschied ich mich definitiv zum Bau der Duetta nach Kai aus Berlin, der mir freundlicherweise eine PDF-Datei mit den Bauplänen zur Verfügung stellte.

Ran ans Werk
Erst mal musste ich meine Holzbestellung machen. Ein guter Freund von mir arbeitet als Filialleiter in einem Holzhandel, und er hat mir die Holzteile fertig zugeschnitten in die Schreinerei meines Schwagers geliefert. Natürlich hätte ich die Holzteile auch selber zuschneiden können, aber den halben Tag konnte ich für andere Arbeiten später noch gut gebrauchen.
Da sie in diesem Holzhandel immer nur ganze Platten verkaufen (ich glaube die sind etwa 2m x 4,5m), waren auch noch grosse Reststücke dabei, um die ich später teilweise noch froh war …

Die größte Herausforderung beim Bau der Duetta war neben dem Furnieren das Fertigen der runden Seitenwände. Mein Schwager verabschiedete sich in dieser kritischen Bauphase mitsamt seinem Schreinerwissen in die Herbstferien, so dass wir (mein Sohn Joël hat mir beim Bau geholfen) völlig auf uns allein gestellt waren.
Wie bekommt man runde Seitenwände? Kai hat diese sehr aufwändig Schicht für Schicht direkt an der Box aufgebaut und mit Formen angepresst – ein ziemlich aufwändiges Verfahren.Wir haben uns entschieden, die Seitenwände vorzufertigen und erst am Schluss an die Box zu kleben, was sich in der Praxis sehr bewährt hat.

Spanten

Das „Gerippe“ der Duetta von Kai besteht aus so genannten Spanten, welche für die Formgebung der Seiten zuständig sind und die Gehäusewände versteifen. Und schließlich werden damit auch die Bassreflexöffnung sowie die Unterteilung des oberen Gehäuseteils gebildet. Nur, wie kriegt man so viele Spanten (total sind es 12 Stück) genau gleich geschnitten?
Wir haben ein Muster gemacht mit Stichsäge und Bandschleifmaschine, welches dann als Schablone für die anderen 11 Stück herhalten musste. Die Kehlmaschine wurde so eingestellt, dass die Führung (Kugellager) oben parallel zum Messer unten lief und als Anschlag diente. Die Messerhöhe wurde genau auf Holzdicke eingestellt. Die Schablone haben wir jeweils mit 2 Schrauben auf die einzelnen Bretter fixiert, und dann wurde die Form der Schablone mit 2-3 Durchgängen auf die Bretter gefräst. Das ganze dauerte eine halbe Stunde und die Spanten waren fertig.

Passform

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Um die Seitenteile zu fertigen, haben wir ca. 10 Spanplatten mit gleicher Rundung wie die Spanten ausgeschnitten und anschließend auf ein Brett geleimt. Die Passform war anfänglich etwas zu schmal geraten und musste mit einer Latte verbreitert werden. Diese Latte erwies sich später als optimal für das Festschrauben der Schraubzwingen. Die Form hatte also jetzt genau den gleichen Radius (1,80m) wie die Spanten, die Teile müssten demnach perfekt passen. Also die erste 3mm MDF Platte drauf, mit einem Spachtel eine gute Schicht Holzleim drüber und dann die zweite MDF Platte drauf. Nun haben wir die zwei Platten zuerst oben durchgehend mit einer Latte und ein paar Schraubzwingen fixiert, und die anderen Enden nach unten gebogen und ebenfalls mit Latte und Schaubzwingen fixiert. Nach ca. 1 Stunde Wartezeit (Holzleim zieht ziemlich schnell auf MDF) konnten wir die Schraubzwingen lösen und zwei weitere Schichten aufbringen. Nach einer weiteren Stunde wurden die letzten 3 Schichten aufgebracht und mit zahlreichen Schraubzwingen fixiert. Am nächsten Morgen konnten wir die fertige Seitenwand von der Passform lösen und waren ganz zufrieden mit dem Ergebnis.

Duetta-Daniel-6Während der Wartezeiten waren wir natürlich nicht untätig und hatten das Gerippe gefertigt. Dazu verwendeten wir eine Maschine mit Namen Laminella. Die fräst in die zusammenzufügenden Holzteile 3mm Schlitze. Unter Verwendung von 3mm dicken Hartholzscheibchen konnten die Teile dann einfach zusammengesteckt werden, die richtige Position ergibt sich automatisch. Im Gegensatz zum „Blinddübeln“ hat die Laminella den Vorteil, dass sich die Position seitlich noch etwas verschieben und korrigieren lässt. Wenn man genau gefräst hat (was bei den meisten unserer Verbindungsstellen der Fall war) kann man das Gerippe dann in kürzester Zeit und präzise zusammensetzen. Nach 2 Tagen, bzw. 2 Nächten Trocknungszeit hatten wir 2 Seitenteile fertig, und so konnten wir die erste Box zusammenleimen. Trotz viel guten Willens und aller Sorgfalt haben sich auf der Rückseite Spalte von etwa 1mm Breite ergeben. Diese liessen sich später aber problemlos zuspachteln. Das Verwenden der Passform hat sich rückblickend sehr bewährt und die Seitenteile sind sehr schön und gleichmäßig rund geworden.

Also konnten wir jetzt loslegen mit dem


Duetta-Daniel-7Runterfräsen der Kanten

Der wohl staubigste und unangenehmste Part des Duetta-Baus hat zu einer 2mm Staubschicht in der ganzen Werkstatt geführt und anfänglich auch in meiner Lunge. Habe dann schnell eine Staubmaske benutzt, und so ging der Staub nur noch in die Augen. Schutzbrille montiert, welche ständig angelaufen ist und schlecht saß wegen der Staubmaske. Insgesamt eine laute, staubige und mühsame Arbeit. Aber die Kanten müssen runter, und mit der Oberfräse geht dies viel genauer und schneller als von Hand. Die Seitenteile waren auf jeder Seite zur Sicherheit ca. 2 cm größer als das Gehäuse. Diese mussten jetzt also weg. Mit dem Bündigfräser kein größeres Problem. Für die Rückseite habe ich einen Flachfräser verwendet, der Bündigfräser geht dort nicht, weil der Winkel grösser als 90 Grad ist.

Spachteln und Schleifen
Die Gehäuse wurden jetzt rundherum wo nötig gespachtelt und nachher verschliffen. Die Kanten sollten dabei nicht gebrochen werden, sonst hält das Furnier nicht richtig. Es war mir wichtig, überall gerade Flächen zu haben, vor allem im Kantenbereich. Das Furnier kann Unebenheiten – je nach Befestigungsart – nicht gross ausgleichen. An einer Stelle mussten wir eine kleine Delle ausfüllen, was wir mit Bügeleisen und Kerzenwachs bewerkstelligten.

Furnieren
Die wohl heikelste Phase des ganzen Projekts war für uns das Furnieren. Einerseits hatten wir null Erfahrung, andererseits hat uns jeder, der davon eine Ahnung hat, etwas anderes erzählt. Offenbar gibt es verschiedene Methoden, die je nach Objekt und Furnier besser oder weniger gut funktionieren. Um etwas üben zu können, haben wir mal einen (Reserve-) Spanten furniert, und zwar mit zwei gestoßenen Furnierstücken. Das Furnier ist ca. 35 cm breit, und die Seitenteile sind 50 cm, es müssen also 2 Stücke zusammengesetzt werden. Leim aufgetragen, trocknen lassen und dann aufbügeln. Hat ganz gut funktioniert, nur hat sich zwischen den beiden Stücken ein fast 2 mm breiter Spalt gebildet. Das Furnier hat sich unter dem heißen Bügeleisen zusammengezogen wie die Nylon-Krawatte, welche mir meine Frau letztens bügeln wollte, weil sie zerknittert war. Kurzes Aufsetzen des Bügeleisens hat das Furnier geschrumpft, und die Krawatte musste entsorgt werden und auch die Idee, das Furnier auf meine Duettas aufzubügeln. Auch Versuche mit Furnierpapier, welche die Furnierhälften beim Bügeln zusammenhalten sollte, führten zu einem unbefriedigendem Resultat.
Wir haben uns dann entschlossen, mal eine Seite mit Holzleim nass zu verleimen und dann mit 2 MDF Platten herunter zu pressen, wie wir es bei den Seitenwänden gemacht haben. Das Resultat am nächsten Morgen war nicht gerade überwältigend, es hat einige Lufteinschlüsse gegeben, die man zwar nicht unbedingt sieht aber gut fühlen kann. Wenigstens war der Stoss perfekt geraten.
Für einen perfekten Stoss braucht es einen perfekten Schnitt des Furniers. Wir haben ein paar mal von Hand geübt mit dem Japanmesser und verschiedenen Hilfsmitteln, Metallschienen etc. Ist aber nie ganz gerade geworden. Wir haben’s dann auf der Fräse probiert, und nachdem wir unter das Furnier ein MDF Brett gelegt haben und alles zusammen gefräst haben ist ein gerader Schnitt entstanden.

Bügeln kam also nicht in Frage, und nass Verleimen auch nicht. Da bleibt nur noch der Griff zum

Kontaktkleber
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Einfacher geht’s ja nicht – beide Teile, also MDF und Furnier – mit einer dünnen Schicht Kontaktkleber versehen, eine halbe Stunde warten (oder die nächsten Teile zuschneiden) und das Furnier auflegen und rundherum gut anpressen – fertig. Das hält sofort und man kann gleich mit dem Bearbeiten der Kanten beginnen. Ich hab’s zuerst mit Udos rostiger Dreikantfeile probiert. Mein Furnier ist aber 0.9 mm dick, und ich wäre wohl heute noch am Feilen, hätte ich nicht mein Japanmesser bemüht. Bei den Seiten, die quer zur Maserung liegen, kann das Furnier mit dem Japanmesser etwa 1 mm von der MDF Platte entfernt auf der ganzen Länge angeritzt werden (kleiner Schnitt genügt), und dann kann man das überstehende Furnier mit einem leichten Schlag von oben abbrechen. Das restliche Material konnte mühelos mit dem Schleifklotz entfernen werden. Die Seiten längs zur ;aserung sind etwas heikler – ich schnitt etwa 2mm entfernt von der Kante, musste das Messer aber sehr gut führen, weil es immer wieder der Holzfaser Richtung Kante folgen wollte, statt parallel zur Kante zu schneiden. Ein paar mal hatte ich so ganz kleine Schäden (Risse) im Furnier verursacht und Splitter aufgerissen, die ich dann mit Holzleim wieder zurück in das Furnier kleben und mit einem Stück Klebeband fixieren musste.Beim Herunterschleifen des Furniers ist ebenfalls Vorsicht angebracht, nur zu schnell bleibt das Schleifpapier (oder auch mal ein Finger) an einer hervorstehenden Faser hängen und reißt sie aus dem Furnier. Aber mit ein wenig Übung klappt das Furnieren ganz gut mit dieser Methode und man kommt schnell voran – wenn nur der beißende Geruch des Kontaktklebers nicht wäre …

Einsatz der variablen Frässchablone
Ich hatte mir nach Udos Anleitung eine variable Frässchablone hergestellt plus entsprechende „Einlagen“ für den Hochtöner sowie für das Terminal auf der Rückseite der Box. Nach anfänglichen Bedenken und Ängsten, das schöne Furnier auf der Frontplatte zu zerfräsen, habe ich mich zögerlich an die erste Fräsung gewagt. Kam mir vor wie ein Chirurg, der das erste mal eine Operation an einem lebenden Patienten macht. Wenn hier nur nichts schief läuft! Mit Hilfe der Frässchablone, welche ich zuvor sauber ausgerichtet und mit Schraubzwingen auf der Front fixiert hatte, ging das Fräsen aber absolut problemlos und der Schnitt ist sehr sauber und gerade geworden. Die kleinen aufstehenden Fasern, die quer zur Faserrichtung entlang des Furniers entstanden sind, ließen sich mühelos mit einem Stück Schleifpapier entfernen.
Für die runden Fräsungen habe ich mir mit ein paar schmalen Holzabschnitten Schablonen hergestellt, die ich im Zentrum mit einer Schraube auf die Frontplatte fixierte und in entsprechendem Abstand eine Bohrung machte, in welche die Führung der Fräse genau hinein passte. Auch das Berechnen war einfach: gewünschter Radius minus 5 mm war das Zentrum der 30 mm Bohrung für die Führung. So wurden die runden Fräsungen zum Kinderspiel. Einfach Schablone anschrauben, Fräse aufstecken und das ganze einmal herumdrehen – fertig. Bei der inneren Fräsung habe ich zwei mal gefräst, das erste mal mit 12mm Frästiefe. Ich habe auch mal versucht, die ganzen 23 mm der Frontplatte auf einmal zu fräsen. Hat ganz gut geklappt, der Fräser hat sich dabei aber leicht bläulich verfärbt, was ich dann noch meinem Schwager beibringen muss.
Zum Schluss musste ich noch die Öffnung für den Bassreflex herausfräsen, 300 x 26 mm. Dabei ist mir ein Lapsus passiert – bei der zweiten Box ist dieser Ausschnitt etwa 4mm zu hoch geraten wegen eines Fehlers beim Einzeichnen. Ich war etwas abgelenkt von meinem kleinen Junior, der gerade dabei war, aus den runden Holzausschnitten der Lautsprecheröffnungen und ein paar anderen Holzresten ein Holzkarren zu basteln. Dieser Lapsus hatte mich sehr geärgert, war doch bis dahin alles nahezu perfekt gelungen. Aber schon bei der ersten Box hatte meine Frau sich über dieses große „Loch“ gewundert und gefragt, ob ich diese nicht mit einem Stück Stoff abdecken wolle. Das werde ich jetzt wohl überlegen müssen, damit man meinen Fehlgriff nicht sieht …

Schleifen und Wachsen

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Nachdem alle Löcher gefräst waren (ich hoffe, dass die Chassis denn auch alle schön hinein passen) haben wir beide Boxen rundherum sauber verschliffen mit 280 er Papier. Ich möchte dass die Boxen am Schluss glänzen, was einen entsprechend feiner Schliff benötigt. Das amerikanische Nussbaum-Furnier ist mit dem ersten Anstrich schon schön abgedunkelt und hat einen rot-braunen Farbton angenommen, genau so wie wir es haben wollten. Ich verwendete einen flüssigen, gefärbten Holzwachs, der leicht ölig ist und etwas nach Beize erinnert. Habe auch Versuche gemacht mit Hartwachsöl, aber die Farben mit Flüssigwachs wurden schöner und kräftiger. Am nächsten Tag habe ich noch einmal mit 280er Papier geschliffen, um die aufstehenden Holzfasern zu entfernen und die Oberfläche noch feiner zu machen. Nach einem weiteren Anstrich und 24 Stunden Trocknungszeit habe ich die Boxen von oben bis unten mit feinstem Antikwachs (Bienenwachs) eingerieben. Dieser verleiht dem Holz zusätzlichen Glanz und Schutz. Nach kurzer Trocknungszeit habe ich die Boxen mit einem Baumwolltuch poliert. Die Gehäuse waren soweit fertiggestellt und die Arbeiten in der Werkstatt abgeschlossen. Die Gehäuse wurden anschließend nach Hause transportiert zum Einbau von Weiche, Terminal, Dämmmaterial und der Chassis.

Zusammenbau
Nachdem wir die Einfuhrhürden des Schweizer Zollamtes in Basel überwunden hatten mittels Nachreichen einer Handelsrechnung, welche nicht auf, sondern im Paket war, wurde die Sendung frühmorgens vom Eilboten angeliefert. Was sich da im Karton von Udo befand, würde das Gewicht meiner Duettas noch einmal um je ca. 10 kg vergrößern, womit sie dann gegen 50 kg wiegen. Neben den Chassis quollen mir beim Öffnen ein ganzer Haufen Spulen und Kondensatoren entgegen, die es nun entsprechend zusammen zu löten galt. Da die Ausschnitte für die Terminals auf der Rückseite etwas zu eng waren, musste ich noch einmal in die Werkstatt fahren, um mit eine Holzraspel zu holen. Bevor ich losfuhr, hatte ich mir noch die verschiedenen Bauteile für die Frequenzweichen zusammengestellt um zu sehen, wie groß ich die kleinen Sperrholzbrettchen für die einzelnen Frequenzweichen zuschneiden musste. Auf dem Nachhauseweg fuhr ich noch beim Eisenhandel vorbei, um mir Gummifüsse für die Duettas zu besorgen. Udo rät von Spikes ab und empfiehlt Gummifüsse (ich will abkoppeln, nicht ankoppeln…). Wieder zu hause hatte ich die Bauteile für Bass, Mittel- und Hochton mit Heissleim auf je ein Brettchen geklebt und die Komponenten nachher entsprechend zusammen gelötet, inklusive Anschlusskabel zum Terminal und zu den Lautsprechern. Beim Zusammenbau der Mitteltonweiche, welche sehr aufwändig gestaltet ist, stellte ich fest, dass die 3,9 Ohm / 5W Widerstände fehlten. Natürlich war dieser Wert in meinem lokalen Elektronik-Bastelladen nicht vorrätig. „Ich kann sie für Sie bestellen …“ Könnte ich auch, und in der Zwischenzeit lasse ich den Küchentisch voller Kabel, Spulen und Kondensatoren und den Wohnzimmerboden voller Werkzeug und Kartonschachteln…
Er hatte nur 2,6 Ohm / 5W Widerstände und 33 Ohm / 2W. Do the math …2 x 2,6 Ohm Serie und 2 Stück 33 Ohm parallel gibt genau 4 Ohm! Das sollte doch noch im Toleranzwert liegen und war sofort verfügbar. Somit konnte ich auch die Mitteltonweiche fertig stellen, alle Weichen mit Heißleim in die Box kleben und die Kabel durch die entsprechenden Löcher nach außen ziehen. Nun musste ich noch die Dämmmatten zuschneiden und entsprechend in die Gehäuseteile einbringen. Ein letzter Griff zum Lötkolben, um die Kabel an die Terminals und die Chassis zu löten, und dann konnte es ans Anschrauben gehen.

Duetta-Daniel-2Erster Hörtest
Nachdem ich die erste Box fertig gestellt und die mittlerweile 50 kg schwere Box an den richtigen Ort gestellt hatte, konnte ich es nicht lassen, die Box anzuschließen für einen ersten Test. Dabei fiel mir sofort auf, dass der Hochton sehr laut war. Eine kurze Kontrolle am Verstärker hat mir dann gezeigt, dass der Hochtonregler auf +8 (!) eingestellt war für die alten NS-10. Regler zurück drehen auf +2 und dann weiterschrauben an der zweiten Box.

Zweiter Hörtest
Endlich hatte ich es geschafft nach genau 3 Wochen Bauzeit – meine Duettas standen fertig im Wohnzimmer und bereit für den Einsatz. Da ich die Duettas bis jetzt noch nie gehört und blind auf die Meinung und Einschätzung zahlreicher Forenuser und Experten vertraut hatte, war ich schon etwas nervös auf diesen Augenblick. Doch bereits die Optik der fertigen Box lässt erahnen, welches klangliche Potenzial in ihr steckt. Der erste Eindruck hat mich etwas verunsichert, was aber schlicht an meinen Hörgewohnheiten lag. Was mir sofort auffiel war die Zurückhaltung im Bassbereich, welche gegenüber meinen alten Subwoofern von Visaton sehr auffällig war. Beim zweiten Hinhören jedoch entpuppte sich die Basswiedergabe als unglaublich trocken, präzis und endlos tief, jedoch sehr ausgewogen und ohne aufdringlich zu sein. Die Mitteltonwiedergabe, ebenfalls sehr präzis, neutral und ausgewogen, füllt die Lücke zwischen Bass und Hochton perfekt. Über den ER4 wurde eigentlich schon genug Positives berichtet. Ich kann mich dem nur anschließen. Die Wiedergabe ist seidig, präzis und brillant, aber ohne jede Aggression und im Vergleich zu den alten NS-10 wie wenn man einen dicken Theatervorhang vor der Box wegzieht.

Fazit
Die Duetta ADW nach Kai B. ist eine Lautsprecherbox, die mit jedem Mal hören mehr Spaß macht. Das räumliche, ausgewogene und lineare Klangbild hat meine Erwartungen bei weiten übertroffen und lässt sich problemlos mit High-End Lautsprechern im 5-stelligen Euro Bereich vergleichen. Ich kann den Bau der Duetta jedem interessierten Hifi-Freund wärmstens empfehlen. Die relativ hohen Kosten für die ETON Chassis mögen auf den ersten Blick zwar etwas abschrecken, man kriegt am Ende jedoch ein Produkt, welches ein Vielfaches dieses Preises wert ist. Wer das Besondere mag, kann sich getrost auch an die abgerundete Variante von Kai wagen.

Dank
Zum Schluss möchte ich Kai danken, der mich mit seinem Blog auf dem Hifi-Forum zum Bau der Duettas motiviert hat und mir freundlicherweise seine Baupläne zur Verfügung gestellt hat. Und natürlich Udo Wohlgemuth, der mit seiner Erfahrung, seinem Wissen und seiner überaus freundlichen und hilfsbereiten Unterstützung ein großer Gewinn für die Selbstbaugemeinde ist.

 Daniel

Duetta - Kampf der Titanen

Duetta - Kampf der Titanen

Zweiteiliger Dreiwege-High-End-Lautsprecher mit separater Subwoofereinheit

Es macht einem HiFi-Entwickler immer Spaß, klanglich nach den Sternen zu greifen, insbesondere dann, wenn ein Lautsprecher gemeinsam mit Heinz Schmitt, dem damaligen Chef der KLANG&TON entstand. Nun gibt es eine Auffrischung der beliebten Duetta.

Entwicklung

Lautsprecherentwickler und Redakteure fachsimpeln bisweilen gerne miteinander. In der guten alten Zeit mit Heinz Schmitt als Chefredakteur der KLANG&TON gab es bisweilen kuriose Entstehungsgeschichten der ein oder anderen Lautsprecherbox.

So war es auch bei der Duetta, als Heinz Schmitt im Gespräch erzählte, dass er sich gerade die Entwicklung eines High-End-Lautsprechers in Angriff nehmen wollte und dass eine der Intertechnik-Boxen hierfür durchaus als Vorlage dafür in Frage käme. Heinz Schmitt ist ja mittlerweile leider verstorben. Was bleibt, ist die Erinnerung an ihn und mit der Duetta eine Konstruktion, die mit ihm entstand.

So entstand eine Standversion der späteren Duetta Top, die auf der letzten Frankfurter High-End im Jahr 2001 (im Folgejahr zog die Messe ins Münchener M.O.C.) mit zu den besten Boxen gehörte. Immerhin war sie mit dem Eton 7-360/37 Hex und dem Airmotion-Transformer ER4 bestückt, die beide zu den besten Chassis gehören, die überhaupt erhältlich sind.

Monate später setzten wir noch einen obendrauf bzw. untendrunter: Heinz Schmitt schlug vor, der Box mit dem Eton 11-581/50 Hex noch einen großen Bass zu gönnen und uns schwebte eine Versteifungsmatrix für die Bass- und die Mittelhochtoneinheit vor. So entwarf Heinz Schmitt per Computer einen der aufwändigsten Innenaufbauten, die wir je verwirklicht haben. Na ja, was er zeichnen kann, können wir auch bauen, dachten wir uns und machten uns an die Arbeit, verleimten die zahlreichen Bretter und entwickelten die zugehörige Frequenzweiche.

Die Urversion der Duetta eroberte unsere Herzen im Sturm: Da standen sie nun im Hörraum um im Vergleich zu unserer Duetta anzutreten: Hochgelobte High-End-Lautsprecher, das Maß der Dinge in der HiFi-Welt und fünfstellig im Preis. Nun passierte etwas eigenartiges: Wer jetzt meint, dass alle gleich musiziert hätten, der irrt, denn es gab durchaus Klangunterschiede, die sich nicht in "besser oder schlechter", sondern eher in "anders" in Bezug auf die Tonalität einstufen ließen.

Mittlerweile sind mehr als fünf Jahre vergangen und wir haben die Duetta noch einmal überarbeitet und einige Details an ihr verändert, denn die Technologie ist zwischenzeitlich nicht stehengeblieben.

Gehäuse

Die Gehäusekonstruktion wurde mehrfach variiert, zum einen, um den Aktiveinschub gemeinsam mit der Passivweiche im Gehäuse des Tieftöners unterzubekommen, und zum anderen, weil ein Kunde den Sinn der Gehäusematrix im Mittelhochtonbereich in Frage stellte. So wurde das Bassteil etwas aufwändiger, während das Mittelhochtonabteil vereinfacht wurde.

Die vielen Bretter im Innenraum des Oberstübchens verbanden die Wände stabil miteinander; welche somit gleichzeitig in kleinere Segmente mit geringerer Schwingneigung aufgeteilt wurden. Dazu reichten prinzipiell einfache Bretter ohne Lochung, welche einfach je drei Platten verbanden und ungleiche Flächen mit unterschiedlichen (höheren) Resonanzfrequenzen entstehen ließen.

Nach dem Mittelhochtonteil war dann die Bassabteilung an der Reihe. Der Deckel erhielt ein Lattenkreuz zur Vereitelung einer Resonanzübertragung an das auf der Bassbox stehende Oberteil. Da das Weichenfach die Rückwand mit den Seiten verband und so beides versteifte, brauchte nur noch der Reflexkanal eine Stabilisierung in Form eines hochkant aufgesetzten Brettes mit 20 cm Höhe, um ihn ebenfalls mit der Rückwand zu verbinden.

Durch den mehrfachen Wechsel zwischen aktiver und passiver Betriebsart der Duetta gewannen wir die Erkenntnis, sie passiv zu belassen, da sie so durch unterschiedliche Verstärker an den Hörgeschmack angepasst werden kann. Somit verwarfen wir mit dem Aktiveinschub gleich das komplette Weichenfach wieder und gewannen so 5cm an Einbautiefe - natürlich nicht mehr, sondern weniger, was der/die Innenarchitekt(in) des Hauses freudig registrieren dürfte. So ergänzten wir letztendlich noch ein Versteifungsbrett auf der Rückwand.

Duetta Gehäuse nach Klang und Ton mit Aktivmodulfach.

Duetta Gehäuse (passiv) ohne Aktivmodulfach.

Der Aufbau der Duetta

Ein guter Baumarkt oder eine Holzgroßhandel mit Zuschnitt als Dienstleistung kann Sie besonders preiswert mit den benötigten Brettern versorgen. Dann wird nur noch Fugenleim, Farbe, Werkzeug und die entsprechende Zeit benötigt.

Die Aufbau-Reihenfolge funktioniert folgendermaßen am Besten: Deckel auf Gehäuseseite, Front, Stabilisatorkreuz, Boden, Rückwand, zweite Gehäuseseite. Beim Stabilisatorkreuz ist es hilfreich, die genaue Positionierung vor dem Leimen anzuzeichnen. Während der Leim bei der ersten Box trocknet, kann in aller Ruhe der gleiche Arbeitsschritt beim zweiten Gehäuse ausgeführt werden. Diese Arbeitsmethode haben wir für den kompletten Aufbau angewendet.

Der Bretterstapel zum Aufbau der Duetta ist recht imposant. Diesmal ist der Vorher-Nachher-Vergleich besonders spannend, wenn am Ende das Holz zum Leben erweckt.

Zuerst wird der die lange Kante des Bassteil-Deckels eingeleimt und auf die liegende Seite geklebt.

Wer keine Holzflachdübel (Lamellos) einsetzt, sollte hier auf die nötige Präzision achten, um einen ordentlichen Gehäuseaufbau zu gewährleisten und sich somit spätere Schleifarbeiten zu ersparen. Das gilt auch für das Abwischen des frischen Leims mit einem nassen Lappen: Vorher aufpassen ist immer besser, als nachher wegschleifen. Wichtig ist insgesamt eine sorgfältige Arbeitsweise, damit aus der fertigen Box keine Luft entweicht. Hier sind die Ecken besonders anfällig. Auch gilt es darauf zu achten, dass sich keine Platten verschieben, bevor der Leim abbindet. Der Deckel, auf dem ja später das Mittelhochtonteil möglichst resonanzarm stehen soll, wird mit einem Lattenkreuz stabilisiert. Dieses verbindet gleichzeitig die angrenzenden Wände. Die beiden kleinen Leisten rechts und links sind lediglich Hilfsleisten, die später wieder entfernt werden.

Nachdem auch der Boden, der Bassreflexkanal und die Versteifungen auf dem Kanal und der Rückwand verleimt sind, wird zum Schluss die zweite Seitenwand auf die eingeleimten Kanten aufgesetzt.

Für das Oberteil gilt die gleiche Prozedur:
Deckel auf Gehäuseseite, Versteifung oben, Rückwand mit Versteifung, Boden mit Versteifung, zweite Gehäuseseite. Während der Leim bei der ersten Box trocknet, kann jeweils wieder in aller Ruhe der gleiche Arbeitsschritt beim zweiten Gehäuse ausgeführt werden.

Nun geht es an die Oberflächenbehandlung. Diesmal versehen wir die Rohgehäuse mit Furnier. Nachdem alle Kanten gerade bzw. bündig geschliffen sind und der Staub entfernt ist, wird der Leim mit Pinsel und Rolle ganzflächig auf eine Fläche der Box aufgetragen.

Dann werden das passend mit ein bis zwei Zentimetern Überstand zugeschnittene Furnierblatt eingeleimt. Hierbei rollt sich das Furnierblatt zunächst ein und wird beim trocknen wieder gerader. Damit sich die Furnierrolle nicht beidseitig selbst einleimt, wird sie beim Trocknen auf einem passenden Gegenstand oder der Box geparkt.

Sobald der Leim soweit aufgetrocknet ist, dass er glasig aussieht, kommt ein Bügeleisen bei mittlerer Hitze (Wolle/Baumwolle) zum Einsatz: Das erste Furnierblatt wird aufgelegt und mit Druck aufgebügelt. Damit insbesondere auch die Kanten halten, wird das Bügeleisen an den Kanten leicht angekippt.

Dann werden die Überstände mit einer Dreiecksfeile abgeschnitten, indem die Feile immer nur in Richtung Box geführt wird, um das Furnier nicht abzuheben. Zuerst werden die Kanten in Faserrichtung bearbeitet, dann die anderen beiden. Den richtigen Winkel dazu hat man schnell heraus: Er sollte weder zu steil, noch zu flach sein, etwa 45 Grad funktioniert ganz gut. Eventuell dann noch überstehende Furnierkanten werden mit dem Schleifklotz (und Schmirgelpapier) geglättet.

Die richtige Reihenfolge beim Furnieren ist: Boden, Deckel, Seiten, Rückwand, Front. Sind alle Flächen furniert, werden die Kanten vorsichtig mit dem Schleifklotz gebrochen, aber keinesfalls bis zum MDF durchgeschliffen.

Ausschnitte und Fräsungen

Zunächst werden die Ausschnitte für die Chassis und die Anschlüsse mit der Stichsäge ausgesägt oder mit der Oberfräse ausgefräst. Um Lautsprecherchassis, Verstärkerelektroniken oder Anschlussterminals bündig in die Frontplatte einzulassen, gibt es prinzipiell mehrere Methoden: Entweder wird die Front bzw. Rückwand in der passenden Holzstärke aufgedoppelt und mit unterschiedlich großen Ausschnitten versehen, oder die Aussparung wird mit einer passenden Schablone eingefräst. Bei Anschlussterminals gibt es noch eine dritte, weniger elegantere aber auch weniger aufwändige Methode: Die Rückwand erhält ein Loch in Größe der Anschlussklemme und dieses wird mit einem Resteholzbrett mit passenden Einbauausschnitt versehen. Dann ist die Anschlussklemme n der Box versenkt, was sogar einfache Kunststoffklemmen schützt. Die Bilder zeigen die Arbeit mit einer "variablen" Schablone mit einem Ausschnitt von 18 x 18 cm, in die zum jeweiligen Objekt passende Leisten eingesetzt werden. Das ist zwar komplizierter, aber bei zahlreichen Gehäuseaufbauten auf Dauer materialsparender.

Frequenzweiche

Um den einzelnen Lautsprecherchassis die richtigen Frequenzen zuzuteilen, wird eine aktive oder in diesem Fall passive Frequenzweiche benötigt. Sie ist in drei Abteilungen unterteilt, die dem jeweiligen Chassis das passende Frequenzband zuteilen und schädliche bzw. uneffektive Frequenzen von ihm fernhalten. Zwei parallelgeschaltete Kondensatoren vor dem Hochtöner und eine kleine Spule parallel dazu bilden zusammen den Hochpass zweiter Ordnung, entsprechend 12 dB Flankensteilheit pro Oktave. Dem Mitteltöner wird ein Kondensator und eine Spule vorgeschaltet, was 6 dB Flankensteilheit nach oben und nach unten ergibt, und ein Saugkreis aus R, C, L parallel geschaltet.

Der Tieftöner benötigt am wenigsten Bauteile und kommt mit einer vorgeschalteten Spule und einem zum Bass parallelgeschaltetem Kondensator aus, bei dem wir aus Platz- und Kostengründen auf einen Elko zurückgegriffen haben! Der Tiefpass für das Bassabteil findet auf der Stabilisatorstrebe der Rückwand ihren Platz und kann bei Aktivtrennung entfallen.

Die Weichenzweige für den Mittel- und den Hochtöner landen jeweils auf einer speziellen Leiterplatine. Die große wird auf die Rückwand geklebt, die kleine oben auf die Versteifung. So sind alle Bauteile weit genug voneinander entfernt, damit sich insbesondere die Spulen nicht gegenseitig beeinflussen. Wer möchte, kann die Weichen auch professionell von Intertechnik aufbauen lassen.

Dämmstoff

In jedes Oberteil passen zwei Matten Polyesterwatte von der Rolle, in der Mitte getrennt und auf die einzelnen Kammern verteilt. Achtung: Beim Hochtöner ER4 ist der blaue Stecker der Pluspol, der rote Minus und nicht umgekehrt! Seine Kammer wird mit einer Matte Moosgummi gefüllt. Das Kabelloch wird mit Reparatur-Wachs verschlossen.

In das Tieftonabteil passen drei Matten der Größe 40 x 50 cm Auch diese werden in der Mitte geteilt. Eine landet hinter dem Bass, die zweite oberhalb der Weiche und die dritte in der vorderen Kammer. Da der Tieftöner gegenüber den anderen Chassis gegenphasig angeschlossen werden muss, wird er am von der Weiche kommenden Kabel verpolt angeschlossen. Achtung: Vor dem Verschrauben der Chassis die Löcher unbedingt vorbohren, damit der Schraubenzieher bzw. Akkuschrauber nicht in einer der Membranen landet!

Abstimmung

Was die Neuentwicklung der Duetta-Weiche angeht, so finden die Änderungen auf höchstem Niveau statt, man hört sie nur im langen direkten Vergleich der neuen mit der alten Version.

Die auffälligste Problematik der originalen Duetta war die fehlende Durchhörbarkeit im Tieftonbereich. Manchmal wurden Bässe gerade bei geringen Abhörpegeln etwas zu laut und zu unsauber, ja geradezu verwaschen wiedergegeben. Deshalb haben wir den Schuldigen, die Trafokernspule, gegen eine deutlich preiswertere Kernspule aus speziellem Sintermaterial ausgetauscht, die trotz einem um 0,3 Ohm größeren Innenwiderstand besser klingt.

Ebenso musste der aufwändige Öpapierkondensator in der Hochtonweiche einem deutlich preiswerteren MKP-Kondensator weichen, da ersterer zwar Ruhe ins Klangbild brachte, aber leider auch dann, wenn es eigentlich fetziger zugehen sollte. Die seit Jahren bewährten MKP-Kondensatoren verhalten sich an dieser Stelle einfach neutraler. Schließlich fiel der L-Regler des Hochtöners der Weichenneukonstruktion zum Opfer, da er sich bei den Messungen als überflüssig erwies.

Und endlich wurden die Weichfaserplatten in der Hochtonkammer des ER4 durch zwei Schichten Moosgummi ersetzt, die einerseits die Hochtonmontage erleichtern und zusätzlich den Bereich von 2 bis 4 kHz besser glätten.

Nicht zuletzt wurde auch die Flachbandspule durch eine gute alte Luftspule mit Runddraht ersetzt. "High-End"-Bauteil hin oder her, Die Flachbandspule disqualifizierte sich durch leicht nasale Wiedergabe und mit der Runddraht-Luftspule gibt es einfach mehr Klang für weniger Geld.

Jetzt noch ein Tipp für die Besitzer eines Röhrenverstärkers: Ein Kondensator im Signalweg des 7-360 koppelt ihn unterhalb seiner Einbauresonanz zusätzlich aus, glättet somit den Impedanzverlauf unterhalb von 100 Hz und ermöglicht so dem Röhrenverstärker eine straffere Basswiedergabe. Eine Impedanzlinearisierung für den Übernahmebereich zwischen Mittel und Hochtöner vollendet die Weichen-Neuentwicklung der Duetta.

Messungen

Die Diagramme sprechen eine deutliche Sprache: Die leichte Absenkung zwischen 80 und 300 Hz verhindert die bei vielen Lautsprechern durch die Raumeinflüsse bedingte Überreibung des mittleren Bassbereiches. Der Wirkungsgrad ist mit 89 dB ausgezeichnet und somit begnügt sich die Duetta selbst mit Röhrenverstärkern, zumal der Impedanzverlauf mit Korrekturglied durchgängig bei etwa 5 Ohm und das Minimum bei 4 Ohm unterhalb 100 Hz liegt. Mit weniger als 3 % harmonischen K2 Verzerrungen und einem unharmonischen Klirrgrad von 1 % unter 100 Hz steht die Duetta fast allein auf dem Markt. Selbst das Wasserfalldiagramm zeigt praktisch keine Unregelmäßigkeiten im Ausschwingverhalten. Den kleinen Peak bei 6,5 kHz konnten wir uns erst erklären, nachdem wir ihn auch bei anderen Lautsprechern entdeckten: Er ist durch die Halteklammer des Mikrofons bedingt und fällt bei weniger exzellenten Boxen erst gar nicht auf.

Klang

Eine Lautsprecherbox klanglich zu beschreiben, ist natürlich immer etwas heikel, denn wie sollen wir die Begeisterung über die auf unserer Webseite vorgestellten Boxen verbergen und stattdessen weniger gut über den Klang berichten?

So geben wir uns munter an die Klangbeschreibung, die uns von "musicculture" (richtiger Name der Redaktion bekannt) im HiFi-Forum bestätigt wurde. Als Testanlage diente unter anderem das Setup mit Symphonic Line RG 10 MK III und CD Sony 779 mit Swoboda-Tuning von "musicculture", der zuvor einen Hörtermin bei einer hochgelobten High-End-Firma (Name der Redaktion bekannt) hatte.

Es ging darum zu klären, wie die kalanglichen Qualitäten im Hochton- und im Bassbereich sind, mit welchen Drive die Duetta zu Werke geht und ob die Räumlichkeit glaubhaft und mit vollständiger Loslösung von den Lautsprechern gelingt. Und nicht zuletzt: Die Unterschiede im Vergleich zu anderen High-End-Boxen aufzuspüren.

Was bei der Hörsession passierte, war jedoch etwas ganz anderes: Nach dem fünften Musikstück bemerkten wir, dass wir gar keine andere CD auflegen wollten, da die Musik vollkommen stimmig war, die Räumlichkeit überzeugte und an keiner Stelle ein nervender Unterton auftrat.

Wie sollen wir die Abwesenheit von Fehlern beschreiben? Die Duetta betont eben keinen Frequenzbereich besonders, weder den Bass, noch die Mitten oder die Höhen. Was als Beschreibung bleibt, ist die Schönheit der Musik, auch an der sehr analytischen Kette von "musicculture". Die Duetta gibt einfach jede Musikrichtung so wieder, wie sie aufgenommen wurde - ohne bei schlechteren Aufnahmen zu nerven.

Wer auf der Suche nach einem harmonischen Klang mit seidige Höhen, angenehmen, ausnehmend feinen Mitten, einem tiefen und trockenen Bass und einer überzeugenden Raumabbildung mit entsprechender Tiefe ist, wird von der Duetta genauso begeistert sein, wie wir. Auch anspruchsvolle Instrumente wie Piano und Cello wurden traumhaft abgebildet.

Stimmen, die leicht atmeten, das feinste Herausarbeiten des leichten Anblasen eines Saxophons, alles Eigenschaften, die bei der Duetta einfach Lust auf stunden- und nächtelanges Hören machen, die entsprechende Raumakustik und als gute Basis auch die passende Elektronik vorausgesetzt. Bei der Duetta lohnt es sich sogar, in gute Kabel zu investieren - auf diesem Klangniveau hört man den Unterschied deutlich.

Fazit

Für "musicculture" war die Lautsprecherfrage nach der Hörsession mit der Duetta beantwortet. Kommen auch Sie nach Kerpen und urteilen Sie selbst, ob die Duetta zurecht als perfekter High-End-Lautsprechers gilt.

Intertechnik

Ergänzung

Für ein Heimkinosystem empfohlene Lautsprecher.
Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die entsprechenden Boxen um zu erfahren welche Bausätze wir Ihnen dazu empfehlen. Auf Mobilgeräten drücken Sie auf die entsprechenden Lautsprecher.

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