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SB417
SB417
SB417
SB417
SB417

SB417

Good Old Stereo

Best.-Nr. 1385236

421,20 € / Stück
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Details

Lautsprecherbausatz SB417 OHNE GEHÄUSE. Mit original Audyn Bauteilen entwickelt
Die SB 417 fügt sich nahtlos in die Phalanx der SB-Boxen ein. Noch etwas eindruck(s)voller als die SB 36, nicht ganz so tief wie die SB 240 füllt sie klanglich und optisch die Lücke zwischen diesen beiden aus. - Inklusive spezieller Bausatzleiterplatte für sicheren und einfachen Aufbau, - Inklusive Bauteile für die Impedanzkorrektur, - Impedanzkorrektur abschaltbar oder zuschaltbar, - Inklusive Anschlußklemmen, Innenverkabelung, Schrauben, original Sonofil, - Inklusive eng selektierter hochwertiger Audyn Kondensatoren und Spulen, - Inklusive Bauplan

Merkmale

Wege 3-Wege
Gehäuse Prinzip Bassreflex
Nennimpedanz (Ohm) 4
Höhe (cm) 120,00
Breite (cm) 22,80
Tiefe (cm) 34,00
Anwendung Standlautsprecher
Hersteller / Marke der Chassis SB Acoustics
Preislevel 300-500 Euro

Der Lautsprecherbausatz enthält alle Elektronikbauteile, Lautsprecher, Teile und Zubehör, außer dem Holz für das Gehäuse.

Bilder aus unserer Lautsprechergalerie

von sw00sh
von Dom(WES)
von scylio
von scylio

Bauberichte

Stefans SB 417

Stefans SB 417


Baubericht SB 417

Das letzte Selbstbau-Projekt lag schon etwa drei Jahre zurück, der Festvertrag auf Arbeit war unterschrieben, es gab also nur noch wenige Hürden zwischen mir und meinen neuen Lautsprechern. Es sollten auf jeden Fall wieder Selbstbau-Lautsprecher sein, da ich aufgrund meiner letzten Projekte (Needle Deluxe, Fineline) fest davon überzeugt war. Für alles Weitere war ich allerdings offen, abgesehen davon, dass es Standlautsprecher sein sollten. Also eröffnete ich ein Thema im Hifi-Forum und erhoffte mir die Antwort: „Nimm genau diesen Lautsprecher, der ist perfekt für dich!“ Schnell ist mir aber klar geworden, dass „perfekt“ eine Definitionssache ist, die jeder für sich selbst festlegen muss. Somit kam ich am Pröbehören nicht vorbei, was auch sehr gut so war. Im Forum ist dann der Name Udo Wohlgemuth gefallen, so bin ich auf ihn und seine Bausätze aufmerksam geworden. Kurzer Hand entschloss ich mich, eine kleine Rundfahrt zu machen und gleich einen bekannten Hersteller in Solingen-Haan und Udo an einem Tag zu besuchen, da ich eine etwas längere Anreise hatte. Meine Lautsprecher (Fineline von Klang+Ton) nahm ich mit, um eine gewisse Referenz zu haben.

Die erste Station war Haan, wo ich die VOX253, die Symphony, die Solitude sowie die Concorde hören konnte. Am Ende des Hörtests war die Concorde mein Favorit, knapp gefolgt von der Symphony. Also habe ich meine Lautsprecher wieder verladen und mich auf dem Weg zu Udo gemacht. Dort angekommen hat er mich sofort super freundlich empfangen und wir waren direkt in Smalltalk vertieft. Jeder, der die Gelegenheit und Interesse an Hifi hat, sollte mal bei Udo vorbeischauen, er ist wirklich eine sehr sympathische Erscheinung. Sogar Udo's Katzen haben mich gemocht, wenn man Kratzspuren am Bein als eine innige Umarmung und ein freundlich „Hallo“ deutet. Nach einiger Zeit habe ich dann wieder meine Lautsprecher geholt und habe diese erst einmal in Udo's Laden gehört, um eine Grundlage zu bekommen.

Bei meiner Recherche im Internet hatte ich mir die SB 240 und die Duetta Top ausgeguckt. Da die SB 240 nicht da waren, haben wir die SB 36 angeklemmt (was auch gut so war, denn die 240er kamen allein aufgrund der Baumaße nicht in Frage). Ich war sofort verblüfft, wie gut diese Lautsprecher spielten. Meine Fineline waren vergessen, obwohl der Bausatz damals sogar teurer war. Die SB 36 eröffneten eine tolle Bühne, sie hatten ein wirklich ordentliches Bassfundament und ließen kein Detail aus, ohne dieses aber künstlich hervorzuheben. Kurzum, es machte einfach sehr viel Spaß, damit Musik zu hören. Danach wurde die Duetta Top angeschlossen und das Grinsen in meinem Gesicht wurde nochmal größer. Der ER4 spielte noch einen Tick detailreicher und die Bühne fühlte sich ein wenig breiter an. Das Bassverhalten der Duetta Top gefiel mir auch etwas besser im Vergleich zu der SB 36, jedoch war der Bass natürlich weniger Druckvoll. Aufgrund des großen Preisunterschieds war ich sehr unentschlossen, welcher Lautsprecher es denn werden solle. Durch Udo bin ich dann allerdings auf die SB 417 aufmerksam geworden, die ähnlich wie die SB 36 spielt, jedoch im Bassverhalten mehr der Duetta Top ähnelt. Alles im Allem lieferte die SB 417 das beste Gesamtpaket und somit entschloss ich mich, diesen Lautsprecher zu bauen.

Ein paar Tage später bin ich dann in den Baumarkt gefahren und habe mir das MDF zurecht schneiden lassen. Zu Hause angekommen, musste ich mit meiner von Natur aus unruhigen Art natürlich sofort anfangen zu bauen. Also begann ich, die ersten Holzteile zu verleimen und mit Schraubzwingen zu fixieren. So entstanden Stück für Stück die ersten Lautsprecher ähnlichen Formen.



Als nächstes wurden dann die Lautsprecherumrandungen angezeichnet, um die Front anschließend mit der Oberfräse und der Stichsäge zu bearbeiten. Ich habe mich bewusst dazu entschieden, dies nicht erst am fertigen Gehäuse zu tun, da ich im Falle eines Fehlers nicht das ganze Gehäuse neu bauen wollte. Um die Vertiefungen für die Lautsprecher zu fräsen, habe ich mir einen eigenen Fräszirkel gebaut, den ich auf die Soll-Durchmesser einstellen konnte. So habe ich also an einem Sonntag Nachmittag die Vertiefungen gefräst  (hiermit bedanke ich mich nochmal bei meinen Nachbarn ;-) ). Mit dem Ergebnis war ich soweit zufrieden. Ein oder zwei kleine Spachtelarbeiten waren allerdings noch nötig. Als nächstes habe ich dann mit einer Stichsäge die Löcher ausgesägt und die Kanten von hinten abgerundet, um dem Schall ein wenig Luft zu lassen.



Die fertigen Fronten wurden dann mit dem restlichen Gehäuse verleimt und die Lautsprecher nahmen so langsam ihre Form an. Schlussendlich klebte ich noch die Versteifungen und das Reflexbrett ein, bevor die zweite Seitenwand das Gehäuse komplettierte.




Jetzt fehlten nur noch die Fasen an den beiden vorderen Kanten sowie ein kompletter Schleifgang, um alle Unebenheiten zu beseitigen. Die beiden Gehäuse waren bereit für den Lackierer. Der Vergleich Alt gegen Neu ließ schon jetzt Großes erwarten.



In der Zeit, wo die Lautsprecher lackiert wurden, machte ich mich daran, die Weiche aufzubauen. Zuvor hatte ich mir bereits zwei Leiterplatten, ein paar Abstandshalter für die Leiterplatten sowie ein paar Klemmen besorgt, um schlussendlich die Lautsprecherkabel anschließen zu können. Der Aufbau der Weiche gestaltete sich als relativ simpel. Es wurde auf grundlegende Dinge, wie zum Beispiel ein Mindestabstand der Spulen, geachtet. So sah die fertige Weiche dann aus:



An einem Freitag Nachmittag durfte ich die Lautsprecher dann vom Lackierer abholen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen und ich war überaus zufrieden. Natürlich habe ich noch am gleichen Tag mit dem Zusammenbauen angefangen. Pro Lautsprecher vergingen zirka zwei Stunden, um alles zu verkabeln und zu verlöten sowie die Lautsprecher ordnungsgemäß zu dämmen. Die Frequenzweiche habe ich auf dem untersten Versteifungsbrett befestigt. Von der Qualität der Chassis war ich sehr überzeugt. Die waren wirklich ordentlich verarbeitet.



Dann waren die „Kleinen“ endlich fertig und es konnte die erste Hörsession folgen. Der Klang war von der ersten Minute an überragend. Ich wusste gar nicht, dass Musik so dynamisch und zugleich gefühlvoll klingen kann und dass dies Lautsprecher so herüber bringen können. Die Fineline spielten zwar auch Musik, aber im Vergleich zu den SB 417 extrem gleichgültig und eintönig. Man kann es schlecht in Worte fassen, was einen bei den SB 417 erwartet, aber man wird auf gar keinen Fall enttäuscht. Abgesehen von den Duettas habe ich noch nie so gute Lautsprecher gehört, jedes Detail war da, wohin es gehörte. Von den Hochtönern war kein Zischen zu hören und auch bei leisem Hören war kein Schwächeln zu vernehmen. Alles klang so, wie es sein sollte....durchweg überzeugend!



Danke auch nochmal an Udo und dessen Beratung und Geduld bei der Beantwortung meiner vielen Mails! Und allen anderen: Viel Spaß beim Bauen :-).

Stefan

Franks SB 417

Franks SB 417


Hallo Lautsprecherbau-Gemeinde!

Nun wird es Zeit, dass ich meinen ersten Baubericht verfasse. Nachdem ich nun schon mehrere Wochen den Klang meiner SB 417 genieße, möchte ich euch an der Entstehungsgeschichte teilhaben lassen. Begonnen hat alles im Sommer 2012. Ich war auf der Suche nach einem Ausgleich zum stressigen Berufsalltag und habe mich auf meine Kinder- und Jugendzeit zurückbesonnen. Damals hatte ich, ausgelöst durch eine Hobbythek-Sendung, mit größter Freude Lautsprecher selber gebaut. Nun wollte ich diese Hobby wieder aufleben lassen, doch sollte es dieses Mal etwas anspruchsvollere Systeme ergeben. So landete ich nach einigem Stöbern im Internet auf Lautsprecherbau.de und habe viele Bauberichte verschlungen.

Als erstes Projekt habe ich für unsere Partydiele mit Heimkino zwei Subwoofer SD315BP gebaut, da dem vorhanden PA System im Heimkino Modus die unterste Oktave fehlte. Fotos von diesem Projekt kann ich leider keine mehr beisteuern, ich war im Baufieber und die Kamera nicht griffbereit. Nach dem für mich überaschenden Ergebnis, was alles im Selbstbau für kleines Geld möglich ist, wurde nach dem nächsten Projekt gesucht. Es sollte etwas aus der Bluesklasse sein, mit dem ich meine umfangreiche Musiksammlung neu entdecken kann. Ich stolperte über die SB 417, die aufgrund ihres schlanken Aussehens gut in unsere Wohnung passte. Die SB 240 war mir dann doch eine Nummer zu mächtig. Da mein Weg nach Bochum sehr weit ist - laut Google Maps 419 km und über 4h - habe ich mich entschlossen die Bausätze für die SB 417 blind (oder besser taub) zu kaufen. Heute kann ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht!

Nach wenigen Tagen war Ende September die Lieferung eingetroffen und es konnte endlich losgehen. Das MDF habe ich mir bei meinem lokalen Baumarkt zuschneiden lassen. Um sicher zu gehen, dass ich nicht das gesamte Gehäuse wegwerfen muss, habe ich die Öffnungen für die Chassis als erstes in die Fronten gefräst.



Abbildung 1: Alles sauber aufgezeichnet

Da mir für meine Oberfräse kein Fräszirkel zur Verfügung stand, habe ich mir einen einfachen Fräszirkel aus Holzresten selber gebaut. Hierzu habe ich einen Leiste auf eine Platte geklebt. In die Leiste wurden im passenden Abstand zwei Löcher gebohrt, durch die dann die Führungsstangen der Oberfräse mit 2 Schrauben befestigt werden konnten. In die Platte habe ich einen Schlitz gesägt, durch den nun der Fräskopf zu seiner eigentlichen Arbeitsstelle gelangt. Die Führung im Mittelpunkt des Zirkels übernimm eine 4 mm Schraube, die ich ca. 1 cm hinter dem Schlitzende in der Platte versenkt habe. So habe ich mit einfachsten Bordmitteln einen Fräszirkel geschaffen, der auch kleinste Radien problemlos fräsen kann.



Abbildung 2: Die Oberfräse mit dem selbstgebauten Fräszirkel im Einsatz

Der Vertiefungen der Chassis wurden mit der Oberfräse ins Holz gearbeitet, die Stichsäge hat dann die Öffnungen endgültig aus dem Holz geschnitten. Es folgte das "Probesitzen" der Chassis. Glück gehabt, es passte. Der Millimeter, der zu viel heraus gefräst wurde, störte mich nicht, da durch das Lackieren dieser auch noch verschwinden würde. Beim Hochtöner habe ich aber doch etwas viel mit der Stichsäge für die Anschlüsse heraus gesägt. Diese Stellen musste ich mit Holzkitt etwas auffüllen. Ich war mir aber nicht mehr sicher, ob ich den Hochtöner wirklich luftdicht in das Gehäuse eingebaut bekomme. Um der durch den Bass bewegten Luft keine Chance zu geben, beim Hochtöner heraus zu pfeifen, baute ich mit Leisten und Restholz eine kleine Kammer für die Kalotte und schwor mir beim nächsten Projekt etwas enger zu sägen und den Rest mit der Feile zu machen . Da der Volumenverlust weit unter 10% liegt, befürchte ich keine klanglichen Einbußen durch die Extrakammer.



Abbildung 3: Extrakammer hinterm Hochtöner aus Restholz

Nachdem der Rohbau des Gehäuses erledigt war, ging es an den Bau der Frequenzweiche. Zunächst versuchte ich, auf Papier die Anordnung der Bauteile zu optimieren. Nach einigem Mailverkehr mit ein paar Hinweisen und Tipps stand das Weichenlayout fest und wurde auf Holzplatten fixiert. Die Verkabelung erfolgte auf der Rückseite und das Ganze wurde dann mit Abstandhaltern auf die Rückwand der Box gesetzt.



Abbildung 4: Frequenzweiche Franks SB417



Abbildung 5: Frequenzweiche mit Abstandhalter in der Box

Nachdem die Frequenzweichen an ihrem Platz waren, füllte ich die Gehäuse mit dem Sonofill und die zweite Seitenwand wurde aufgeklebt. Schwere Farbeimer sorgten für den nötigen Anpressdruck. Ich konnte es kaum noch erwarten, die Chassis einzusetzen und fieberte der ersten Klangprobe entgegen.  Ein Tag später war es endlich so weit. Die Lautsprecher standen in ihrem rohen MDF Kleid in unserer Wohnung und wurden mit meinem Pioneer VSX -921 am Ausgang B verbunden. Sämtlicher Klang beeinflussender Schnick-Schnack wurde deaktiviert und die erste Hörsession startete.

Wow!

Jetzt weiß ich, was mit Bluesklasse gemeint ist. Ich habe in meinem Büro zwei MB Quart S980 stehen, doch die SB 417 übertrafen diese Lautsprecher in jeder Hinsicht. Die SB 417 sind druckvoller und präziser im Bassbereich. Die Höhen kommen klarer herüber und neigen nicht zur Schärfe, wie bei den MBs. Die gesamte Bühne wirkt bei den SB417 größer und genauer. Bei diesen Vergleichen handelt es sich um Nuancen auf hohen Niveau oder wie so schön in SB 417 Baubericht geschrieben, "dass für das Verständnis der Beschreibung der gleiche Hintergrund vorhanden sein muss."

Auch wenn ich mich dem Ratschlag einer ausführlichen Hörprobe aufgrund der Entfernung wiedersetzt habe,  siegt die Begeisterung. Die SB 417 bringt richtig Spaß und ich entdecke meine Musiksammlung nun wirklich neu.

Hier könnte der Baubericht zu Ende sein, wenn nicht noch das Finish der Boxen fehlte. Zunächst sind aber 4 Wochen ins Land gegangen und meine Frau meinte schon, dass das MDF in der Holzfarbe auch ganz nett aussieht. So ganz war ich mit diesem Outfit aber doch nicht einverstanden. Angeregt durch das Lautsprecherbau-Magazin machte ich mir Gedanken über das Aussehen der Kisten. Das Gehäuse der Littel Princess mit dem Buchenleimholz an den Seiten sah sehr gut aus. Nur war das Gehäuse bereits fertig. Der Artikel  über die Eton 2U XXL brachte dann die Idee für die Gehäuse Gestaltung. Die Front und Rückseite wird schwarz lackiert und auf den Seiten werden Platten aus Kieferleimholz aufgebracht, die mit unserer Einrichtung harmonieren.

Mitte November hatte ich dann endlich ein paar Tage Urlaub, um mein SB 417-Projekt zu beenden. Die Chassis wurden noch einmal aus der Behausung herausgenommen - nur gut, dass ich die Kartons noch aufbewahrt hatte. Die Gehäuse wurden nun geschliffen und vorgestrichen. Es erfolgte der übliche Ablauf mit Schleifen und Streichen. Die Seitenteile wurden abgerundet und angepasst, sowie mit Klarlack gestrichen. Befestigt habe ich die Seiten neben Leim mit 6 versenkten Schrauben, was die Montage doch etwas erleichterte.



Abbildung 6. 7 und 8: Schleifen und Streichen und abgerundete Seitenteile.

Nachdem Seitenteile und Gehäuse miteinander verbunden waren, wurde das gesamte Gehäuse noch mit Klarlack übergestrichen.

Nun haben die SB 417 ihren Platz in unserem Wohnzimmer am großen Tisch wieder eingenommen und erfreuen uns mit Musik. Auch wenn es nicht das perfekte Gehäuse ist und man den Selbstbau auch erkennen kann, so bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Für einen Büromenschen, der sonst wenig mit Holzverarbeitung und Lackiererei am Hut hat, sehen die Kisten doch ganz nett aus.

Ich hoffe, ihr hattet Freude an meinem Baubericht und ich kann dem einen oder anderen Lust auf ein eigenes Projekt machen. Ich selber habe das nächste Projekt schon im werden, denn meine "bösen Brüllwürfel" aus der Fernsehecke können klanglich nicht mehr bestehen. Die Vota 1 und 3 Bausätze sind schon bestellt.

Vielen Dank an für die Unterstützung.

Einen schönen Gruß aus der Wilstermarsch!

Frank


SB 417 von Lukas

SB 417 von Lukas

 
Einleitung

Geplant war ein fertig gekauftes Soundsystem für rund 1.000€, herausgekommen sind 2 SB417 angetrieben von einem Harman/Kardon 3470 Stereo-Receiver für ca. 1.200€. Für den AMP habe ich mich entschieden, da er einen optischen Eingang, ein ansprechendes Design und viel Leistung (2x 120 Watt) bietet.  Zudem kann man mit dem Receiver zwei unterschiedliche Boxenpaare ansteuern, was wichtig ist, da außer den SB 417 noch zwei weitere, kleine Boxen für die Beschallung des Terrassenbereichs sorgen und angesteuert werden sollten.

Wie bei vielen anderen auch führte mich die erste Recherche in das sagenumwobene hifi-forum.de, wo ich prompt einen Kaufberatungs-Thread eröffnete. Nachdem lange nichts kam, erreichte mich dann aber eine gefühlt 5.000 Wörter lange private Nachricht eines Forenusers der mich vom Selbstbau überzeugt hat. Auf die SB 417 bin ich gekommen, weil es auf Lautsprecherbau.de schon einige Bauberichte gab und ich Lautsprecher für den reinen Stereobetrieb gesucht habe.

Für den Bau habe ich die Hilfe eines sehr guten Freundes in Anspruch genommen was die Sache zu einer spaßigen Angelegenheit gemacht hat. Außerdem habe ich Udo den Weichenbau überlassen, da ich keine Lust hatte. etwas kaputt zu machen - sollte das überhaupt möglich sein. Durch das Forum kam ich zudem auf das Programm „Google Sketchup“, mit dem ich folgendes Design zeichnete. Leider habe ich es aus Kostengründen nicht so realisieren können. Eine Front aus Klavierlack erfordert mindestens 9 Schichten Lack und eine hohe Handwerkskunst, die bei mir nicht vorhanden ist.



Eine „Alternative“ wäre eine Edelstahlfront zum Freundschaftspreis von 600€ gewesen. Das Design ist dennoch nicht abgeschrieben und vielleicht werde ich mich in der nächsten Zeit dazu durchringen, es in Angriff zu nehmen.

Das Material

Da die Wohnzimmermöbel ausschließlich aus massivem Nussbaum sind und die Boxen selbstverständlich dazu passen sollen, musste ein passendes Holz her. Da kein Echtholz gleich ausfällt, missfiel es mir, die Boxen auch aus Nussbaum zu fertigen, da es dann so aussieht, als wollte ich das Holz kopieren. Somit entschied mich für Walnuss, das vor allem von der Maserung her sehr gut passte. Da mir Udo per E-Mail von Massivholz abriet, weil es sehr stark arbeitet, entschied ich mich für MDF. das im Nachhinein furniert wurde.

Das Gehäuse

Um trotz MDF-Platte einen Massivholzeffekt zu erreichen wurden alle Kanten der Front auf Gehrung geschnitten und verleimt. Wie auf folgenden Bildern zu erkennen ist wurde die Rückwand eingefalzt. Unter dem Gehäuse befinden sich 4 vollgummierte Füße, die für die Entkopplung sorgen. (Auf den Bildern nicht zu sehen)



Einbau der Teile

Die Löcher für die Chassis wurden mit der Stichsäge ausgeschnitten, dies ist ohne Probleme möglich, solange man die Chassis nicht mit der Front bündig abschließen lassen will. Den Dämmstoff haben wir vorher passend zugeschnitten und mit einem Industrie-Tacker befestigt.


An dieser Stelle möchte ich endringlich darauf hinweisen, dass man die Front vor dem Ansetzen der Stichsäge unbedingt doppelt abkleben sollte und zwar einmal quer und einmal längs. Bei der ersten Box haben wir nur einfach abgeklebt und damit einige Oberflächenkratzer verursacht. Die Chassis wurden einfach auf die Front gesetzt und verschraubt.



Auf jeden Fall sollte man den Dämmstoff erst nach dem Sägen einzusetzen, klingt logisch, aber wir haben es im Eifer des Gefechts sofort gemacht, was zur Folge hatte, dass sich Stichsäge und Bohrer dauernd darin verfingen. Statt des originalen Reflexkanals auf der Front  haben wir ein Bassreflexrohr HP/ BR 100 in die Rückwand eingesetzt und die Polklemmen verschraubt. Für das Rohr habe ich mich entschieden, da wir genug Platz nach hinten haben und ich es so schöner finde.



Nun kam noch die Verkabelung. Wie man sieht, haben wir die Kabel weitestgehend hinter dem Stoff versteckt. Das Lesen des Schaltplans kann einem Unerfahrenem wie mir durchaus schwer fallen, aber auf Lautsprecherbau.de findet man glücklicherweise eine sehr genaue Beschreibung für die SB 417. Das Schwierigste ist das Löten aller Minus-Pole an die Frequenzweiche. Zur Vereinfachung haben wir den Pol an der Frequenzweiche verlängert und alle weiteren Kabel dort angelötet.





Fazit

Ich denke, dass wir mit einfachsten Werkzeugen, wenig Erfahrung und einer Menge Geduld eine wunderbare Box geschaffen. Die Arbeit hat sich definitiv gelohnt und die Selbstbauboxen werden wirklich ihrem ausgezeichneten Ruf mehr als gerecht. Meiner subjektiven Meinung nach habe ich noch nie Boxen dieser Preisklasse mit einem solchen Klang und einer solch unglaublichen Leistung gehört. Die Boxen lassen sich ohne zu verzerren bis auf ein Level aufdrehen, das man sich kaum länger als 5 Minuten anhören kann. Was den Klang angeht verweise ich aber auf die durchgängige Forenmeinung: „Jeder muss losgehen und selber hören, was er mag“.



Lucas

Noch eine SB 417, noch ein Michael

Noch eine SB 417, noch ein Michael

 
SB 417 - weit mehr als erwartet

Vor ca. 1 Jahr habe ich mich das erste Mal mit dem Selbstbau von Lautsprechern befasst. Allerdings waren es damals noch gekaufte Gehäuse, die ich mit einem Bausatz bestückt habe. Ich war aber sofort vom Preis-Leistungs-Verhältnis  überzeugt,  das der Selbstbau mit sich bringt. Also wollte ich ein richtiges, komplett in Eigenregie gefertigtes, Projekt angehen. Die Eckdaten für den Bausatz waren relativ schnell festgezurrt. Es sollte eine D´Apolito-Anordnung mit Zusatzbässen und möglichst viel Membranfläche werden. Das Ganze natürlich passiv, also nicht teilaktiviert. Das funktioniert für Heimkino zwar sehr gut, aber bei Musik vermisse ich bei teilaktiven Systemen immer etwas Homogenität. Und mir ist eingefallen, dass wir früher im Car-Hifi-Bereich Chassis von Eton eingesetzt haben. Und die waren richtig gut. Also bin ich nach kurzer Zeit auf die Seite von Udo gestoßen. Allerdings hatte er bei den  Etons nichts im Programm, was mir so 100%ig entsprach. Das Fernsehprogramm an den letzten Weihnachtsfeiertagen brachte mich dazu, mal wieder Udos Seite zu besuchen. Und da bin ich zufällig auf die SB 417 gestoßen. Warum hatte ich die SB-Bausätze bisher nur komplett  Ignoriert? Naja. Bei dem Preis kann sie nicht der ganz große Wurf sein. Aber sie erfüllte meine Anforderungen. Und es war ja auch meine erste Selbstgebaute. Also zum Üben wird sie wohl reichen. Folglich habe ich den Bausatz „blind“ bestellt und dann ging es auch schon los.

Die Farbgebung war schnell entschieden. Da ich sie zwar für nahezu 100% Musik nutze, dies aber auch in Verbindung mit TV und BluRay, sollte der Korpus schwarz werden, um möglichst wenig Streulicht vom TV zu reflektieren. Schwarzes MDF schien mir hierfür sehr geeignet. Die Front wollte ich farblich absetzen. Birke MPX gefällt mir sehr gut. Und auch die Kanten kann man schön ins Design mit einbeziehen.



Die Gehäuse habe ich weitgehend nach Udos Originalplan gebaut. Nur die Front habe ich dann aus MPX aufgedoppelt, selbstverständlich das Reflexbrett dementsprechend gekürzt.  Zuerst wurde der Korpus aus MDF verleimt und grob geschliffen, danach dann die Chassisausschnitte mit der Stichsäge ausgeschnitten. Natürlich hätte ich sie auch fräsen können. Aber erstens dauert das deutlich länger und außerdem wollte ich meine Fräser auch etwas schonen. Da die MPX-Schallwand ja aufgeleimt wird, sollten die Ausschnitte im MDF sowieso etwas grösser sein, damit sie die Luftzirkulation nicht behindern. Also kann man sie später auch nicht sehen. Es spricht daher meiner Meinung nach nichts gegen die Säge. Die Chassisausschnitte habe ich mit der Oberfräse in die spätere Schallwand gefräst. Hierbei freut man sich, wenn man an den Fräsern nicht gespart hat. Das MPX wehrt sich deutlich mehr als MDF.

Da vollflächiges Verleimen zweier gleich großer Bretter nicht so einfach ist (bei der Leimmenge schwimmen die Platten aufeinander), habe ich die Schallwand bewusst 5mm in jede Richtung größer gekauft. So konnte ich sie mit ca. 2,5 mm Überstand nach allen Seiten aufleimen. Nachdem der Leim trocken ist, kann man bequem mit dem Bündigfräser Schallwand und Korpus angleichen. Das muss nicht einmal groß geschliffen werden. Die Reflexöffnungen wurden zuerst mit der Stichsäge grob vorgeschnitten, um im Anschluss ebenfalls mit dem Bündigfräser auf Maß gebracht zu werden. Jetzt musste nur noch fein geschliffen und zu guter Letzt die Radien an den Außenkanten und der Reflexöffnung mit dem Halbrundfräser angebracht werden.



Für das Finish habe ich mich für Wachs entschieden. Ich wollte ja den natürlichen Farbton der Hölzer erhalten. Auf der einen Seite gefällt es mir ganz gut und auf der anderen Seite bin ich der Meinung, dass man den Selbstbau auch als solchen erkennen darf. Verschiedene Experimente mit Lasur habe ich recht schnell verworfen. Allerdings ergab sich beim Wachsen ein kleines Problem. Pünktlich nach dem ich die Wachsschicht aufgetragen hatte, kam unangemeldeter Besuch und ich musste die Arbeit für mehrere Stunden unterbrechen. Dadurch ist das Wachs fast komplett eingezogen und lies sich nicht mehr richtig polieren. Bei der MPX-Front war dies kein Problem, die sieht sehr gut aus. Aber das MDF wurde etwas fleckig durch das ungleichmäßige Eintrocknen. Sobald ich Zeit finde, werde ich sie noch ein 2. Mal wachsen. Vielleicht wird die MDF-Oberfläche dann noch etwas gleichmäßiger. Aber im Moment muss ich noch Musik hören.



Über den Weichenbau muss man glaube ich nichts sagen. Dazu gibt es ja einiges an gutem Material hier auf der Seite.

Nun kam der Hörtest. Wie oben bereits erwähnt, war meine Erwartung nicht all zu groß. Das soll jetzt nicht bedeuten, dass ich mit einem schlechten LS gerechnet habe. Aber angesichts des Preises, hatte ich erwartet, dass die SB 417 ihren Job „recht ordentlich“ mit einem guten Bassfundament machen würde. Das Bassfundament hat sie. Gar keine Frage. Wer einmal die „Touch“ von Yello oder von Barry White „The Icon is Love“ über die 417 gehört hat versteht was ich meine.  Natürlich gibt es Lautsprecher, die noch tiefer können. Aber die 417 hat für mich genau die richtige Mischung aus staubtrocken und tief. Und noch wichtiger: Jeder Basslauf ist absolut nachvollziehbar, nichts wird verschluckt.  Sie macht jede Art von Basserweiterung überflüssig.

Der eigentliche Star ist meiner Meinung nach aber der Mittelhochton. So wie ich es von einer D´Appolito-Anordnung erwartet habe, macht sie eine wirklich tolle Räumlichkeit mit genau den richtigen Größenverhältnissen. Und die 417 spielt hier wirklich aus einem Guss mit dieser anspringenden Art, wie ich es nur von solchen kenne und was mir daran so gut gefällt. Oft stört mich an Lautsprechern, dass sich, wahrscheinlich zu Gunsten „besserer“ Auflösung, der Hochtöner zu sehr in den Vordergrund spielt. Hier ist das nicht so. Selten habe ich einen LS gehört, der in sich so stimmig und bruchlos spielt und dabei eine so tolle Klangfarbenpalette bereit hält.  Ich könnte jetzt noch verschiedene CDs meiner Rock- und Popsammlung aufzählen, die ich gerade neu entdecke. Aber ich denke jeder sollte sich selbst ein Bild machen, wie gut dieser LS wirklich ist. Eine CD soll aber noch erwähnt werden:  John Cougar Mellencamps „Big Daddy“. Sie ist sehr räumlich und präzise aufgenommen, neigt aber  auf vielen Lautsprechern schnell dazu, sehr kühl zu wirken. Jetzt ist sie ein Genuss!

Abschließend bleibt mir nur ein Fazit: Angesichts des beinahe lächerlichen Preises ein absoluter TOP-LS. Ich zumindest kenne im vierstelligen Preisbereich keinen Industrie-LS, welcher der 417 das Wasser reichen kann. Und ich habe schon den ein oder anderen Euro, im Nachhinein völlig sinnlos, in verschieden Fertigprodukte versenkt. Jetzt bleibt mir nur zu hoffen, dass Udo nicht noch einen ähnlich aufgebauten LS mit Etonbestückung in seiner Schublade hat.  Andererseits ist die Oberfräse jetzt ja wieder kalt…



An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Udo, der sich immer die Zeit nimmt und einen wirklich gut berät, auch wenn er noch gar nicht abschätzen kann, ob man überhaupt etwas bei ihm bestellt.

Vielen Dank und viele Grüße

Michael

SB 417 von Andreas

SB 417 von Andreas


Was ist das Schwierigste beim Selbstbau von Boxen? Nachdem ich in meine SB 417 etwa 30 Stunden Arbeit gesteckt habe und mit dem Ergebnis zumindest von der klanglichen Seite ziemlich begeistert bin, komme ich nun der selbst gewählten Pflicht nach, meine Erkenntnisse aus dem Projekt in Textform zu bringen. Dabei stellte ich fest, dass mir alles Handwerkliche bedeutend leichter von der Hand gegangen ist, als einen Text darüber zu verfassen, mit dem ich halbwegs zufrieden bin. Ich habe es trotzdem gemacht und hoffe, dass Euch vielleicht die eine oder andere meiner Erfahrungen bei Euren eigenen Projekten hilfreich ist. Vorweg möchte ich sagen, dass ich jederzeit wieder einen von lautsprecherbau.deuml;tzen realisieren würde, was zum einen am famosen Klang der Boxen, nicht zuletzt aber an der tollen Unterstützung durch Udo liegt, weswegen ich diese Seite und die Bauvorschläge von www.lautsprecherbau.de jedem HiFi-Freund nur wärmstens ans Herz legen kann. Doch von Anfang an:

Welcher Bausatz darf es denn sein?

Nachdem ich einige Selbstbauseiten durchforstet hatte, gab mir ein Kollege den Hinweis, doch einmal auf Lautsprecherbau.de vorbeizuschauen. Dort las ich mir zunächst ein paar Baubeschreibungen durch und stellte fest, dass insbesondere fachliche Fragen sehr schnell und kompetent beantwortet wurden, was ich sehr sympathisch fand. Außerdem wurde immer mal wieder erwähnt, dass man sich die Boxen auch in Udos Laden anhören könne. Bei meinem Kollegen, der selbst die Axis 85 gebaut hatte, hatte ich diese bereits probehören können und war vom Klang schon beeindruckt gewesen. Dennoch interessierte mich, welchen Klang Boxen der vielbeschworenen "Bluesklasse" zu bieten hatten. Ich schrieb daher Udo eine E-Mail und fragte nach, ob ein Probehören möglich sei. Bereits am selben Tag hatte ich eine Antwort von ihm, in der er mir einen Termin vorschlug. Anderthalb Wochen später machten wir uns von München auf nach Bochum, ohne zu wissen, was uns dort erwartete.

Laut Udo variierte die Auswahl der Boxen in seinem Laden ständig, somit sei es nicht möglich, vorab verlässlich zu sagen, welche Boxen zum Anhören zur Verfügung stehen würden. Das war mir egal, denn die Duettas würden sicher da sein. Und ich war auch bereit, diese Bausätze zu kaufen, wenn mich der Klang überzeugen würde. Ansonsten hatten die Klangbeschreibung der SB 240 und der gerade neu ins Programm gekommenen SB 417 mein Interesse geweckt. Bei den SB 417 gefiel mir insbesondere, dass diese laut Udos Beitrag auf Lautsprecherbau.de rein fürs Stereo-Hören entwickelt wurden. Das entsprach meiner Philosophie von Musikhören: Ich besitze einen Verstärker mit analogen Eingängen, als Quelle einen CD-Player, Surround halte ich für überbewertet - was gab es da Passenderes als genau dieses Boxenpaar?

In Bochum angekommen, wurden wir von Udo erst mal herzlich begrüßt. Für den äußerst angenehmen Nachmittag möchten wir uns auch an dieser Stelle noch einmal bedanken! Selten trifft man jemanden, der sich so um seine Kunden kümmert, ohne zu wissen, ob man überhaupt etwas bei ihm kauft. Während der ganzen Zeit saß er bei uns und fachsimpelte mit uns nicht nur über HiFi und Musik, sondern auch über ganz andere Themen. Es stellte sich heraus, dass neben den Duettas tatsächlich auch die beiden SB-Acoustics-Bausätze im Laden standen, die ich ins Auge gefasst hatte. Die anderen ebenfalls von weither Angereisten waren vor allem an den Duettas interessiert und nach kurzer Zeit von Udos Lieblingsboxen zweifelsfrei überzeugt. Danach kamen die SB 417 dran und wurden noch etwa zwei Stunden lang von mir mit Ike&Tina Turner, Iron Maiden und Hubert von Goisern gequält. Ich hatte nicht erwartet, dass die SB 417 auf Augenhöhe mit den Duettas spielen würden, doch das taten sie nach meinem Empfinden. Zum Vergleich hörte ich mir noch einmal die Blue Note an, die in meinen Ohren nur minimal besser klang als die SB 417. Die SB 240 hingegen spielte etwas luftiger als die SB 417, was mir die Entscheidung nicht einfach machte. Schließlich fand ich dann doch, dass mir 120 Liter einfach zu groß waren, da die SB 417 mit dem halben Volumen nahezu denselben Klang boten. Also bestellte ich ein paar Tage später zwei SB-417-Bausätze, die postwendend geliefert wurden. Auch mein Sonderwunsch an Udo, noch 2 x 30 m Kabel (H07/V-K) für die Herstellung von Boxenkabeln beizulegen, wurde dabei berücksichtigt. Jetzt wollten die Bauteile nur noch richtig verdrahtet und ein ein passendes Gehäuse eingesetzt werden, und dem Hörgenuss stand nichts mehr im Wege.

Das Handwerkliche

Um mich als Schreibtischtäter schon mal für die handwerklichen Arbeiten in Stimmung zu bringen, begann ich erst mal damit, aus dem H07/V-K vier Boxenkabel zu flechten (jeweils 3 Adern pro Box pro Pol zu einem Zopf geflochten). An meine alten Boxen angeschlossen, zeigte sich bereits eine deutliche Verbesserung des Klangs (sauberer Bass, mehr Details) gegenüber den vorher verwendeten Standard-Boxenkabeln. Als nächstes begann ich, die Frequenzweichen zu löten. Dazu befestigte ich die Bauteile mit Kabelbindern auf zwei Kunststoffplatten, die ich beim Elektronikhändler erworben hatte und verdrahtete diese mit dem Kabel, das dem Bausatz beilag. Nachdem ich eine der Weichen fertig hatte, schickte ich Udo ein Bild, der mir die Konstruktion innerhalb kürzester Zeit freigab. Mit einem guten Gefühl baute ich die zweite Weiche genauso auf.

Beim Verlöten der Bauteile empfiehlt es sich, eine dritte Hand zu haben. Glücklicherweise hatte ich diese beim Elektronikladen auf Verdacht einmal mitgenommen, die fünf Euro sollten sich als eine hervorragende Investition erweisen. Mehr als das - ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wie ich die Lötverbindungen sonst hätte hinkriegen sollen. Für die Zuleitungen zwischen den Polklemmen und den Frequenzweichen hatte ich mir vergoldete Lötfahnen aus dem Car-HiFi-Bereich gekauft. Laut Internet-Erfahrungsberichten sei es nahezu unmöglich, diese an ein Kabel zu löten. Nach meiner Erfahrung stimmt das überhaupt nicht: die Lötfahne horizontal mit der einen Klemme dritten Hand fixiert, das Kabel in der Lötfahne mit der anderen Klemme passend ausgerichtet, braucht man nur noch den Lötkolben an die Lötfahne zu halten, bis diese heiß genug ist, dann Lötzinn an die Öffnung halten, bis die Verbindung hergestellt ist, nach ein paar Sekunden den Lötkolben weg und fertig. Noch nicht einmal anschmirgeln musste ich die vergoldete Oberfläche dafür.

Nun ging es an die Holzarbeiten. Doch bevor die Platten passend zugeschnitten im Baumarkt erworben werden konnten, musste zunächst das Gehäuse im Groben konstruiert werden. Nach ein paar Stunden Herumspielerei mit Google Sketchup entschied ich mich dafür, die Seitenteile aus 30 mm dickem Birke-Multiplex zu bauen, die ich anschließend beizen wollte. Auch den Deckel, das Reflexbrett und den Boden wollte ich aus 18 mm dickem Birke-Multiplex herstellen. Die Front hatte ich aus 19 mm dickem MDF konzipiert, ebenso die Rückwand. Vom Aufbau her sollten Deckel, Boden und Reflexbrett sowie Front und Rückwand zwischen die Seitenteile gesetzt werden. Zum einen ergibt sich durch die durchlaufenden Vertikalen eine gefälligere Optik, zum anderen war das Gehäuse so einfacher zu verleimen. Um der Schreinerehre Genüge zu tun, verwendete ich Lamellos als Verbindungsmittel.

Die Holzarbeiten habe ich im Haus der Eigenarbeit in München durchgeführt. Dort gibt es nicht nur eine voll ausgestattete Holzwerkstatt mit Hobelbänken, haufenweise Schraubzwingen, Fräse und Formatkreissäge, sondern auch eine kompetente, sehr freundliche und tatkräftige Unterstützung durch einen ausgebildeten Schreiner. Das Verleimen der Gehäuse hätte ich alleine wohl kaum so gut hinbekommen. In der Hektik vergaß ich bei einer Box zunächst die Versteifungen, die ich dann nachträglich einleimen musste. Dankenswerterweise erinnerte mich Thomas, der Schreiner, vor dem Verleimen der zweiten Box daran, die Brettchen wenigstens dort rechtzeitig einzulegen. Nachdem die Gehäuse fertig waren, haben wir an der Tischfräse noch die seitlichen Fasen angebracht (wollte ich unbedingt haben, sieht man aber kaum).



Anschließend belud ich mein Auto mit den Gehäusen, um zuhause das Finish zu machen. Im Haus der Eigenarbeit besteht leider keine Möglichkeit, Lackierarbeiten durchzuführen, so entschied ich mich, das Ganze in meinem Kellerabteil stattfinden zu lassen. Falls jemand auf die Idee kommt, im Freien zu lackieren: Kann man vergessen, beim geringsten Luftzug trocknet der Lack nicht gleichmäßig aus und wird fleckig, wie ich bei Probelackierungen festgestellt habe.

An Birkensperrholz hatte ich verschiedene Beizen ausprobiert, um das Zusammenwirken gebeizter und lackierter Oberflächen zu testen. Ich entschied mich für die Birnbaum-Beize und eine weiße Front. Zuerst beizte ich die Seiten, den Deckel, Boden und das Reflexbrett. Als die Beize trocken war, klebte ich die Holzteile ab, um die Front lackieren zu können. Damit begann das Desaster: Da MDF sehr saugfähig ist, bestrich ich die Front mit MDF-Grund. Diesen sollte man UNBEDINGT ganz austrocknen lassen, bevor man ihn schleift - ansonsten besteht die Gefahr, die Grundierungsschicht mit dem Schleifpapier wieder komplett wegzureißen. Und genau: Wie der letzte Satz es andeutet, ist mir genau das passiert. Nach dem Austrocknen der Grundierung begann ich, den Lack aufzusprühen. Blöderweise hatte ich einen Sprühkopf erwischt, der nur einen sehr schmalen Sprühkegel produzierte - ein flächiges Lackieren war damit nicht möglich, stattdessen produzierte ich lauter Lack-Rotznasen, die sich nur dürftig wegschleifen ließen. Also nochmal in den Baumarkt und einen Sprühkopf gekauft, mit dem man wenigstens flächig lackieren konnte. Nach dem Austrocknen des Lacks habe ich dann die Abklebung abgezogen - später habe ich mir sagen lassen, dass man das bereits direkt nach dem Lackieren macht, damit die Lackschicht nicht einreißt an den Kanten - was sie bei mir getan hat.



Das Positive ist immerhin, dass ich nun weiß, was man alles nicht machen sollte. Mit dem Ergebnis bin ich dahingehend zufrieden, dass man aus der normalen Hörentfernung die Fehler nicht sieht. Schlimmer wäre es für mich gewesen, wenn der Lack perfekt und der Klang sch...lecht gewesen wäre, aber zum Glück ist es genau anders herum ausgegangen. Und von der Couch aus sehen die Boxen ja ganz OK aus.



Und wie klingen die Dinger?

Bluesklasse! Man muss es gehört haben, um zu verstehen, was mit diesem Begriff gemeint ist. Aber nach dem ersten Anspielen der Ike&Tina-CD mit einer Aufnahme von 1973 war mir klar, dass genau das die Bluesklasse ist. Es hat mir noch nie soviel Spaß gemacht, Musik zu hören. Natürlich können auch diese Boxen aus einer schlechten Aufnahme keine gute machen, aber eine gute Aufnahme vorausgesetzt, ist der Klang wirklich eine Offenbarung: man hört sehr viele Details, die Instrumente klingen ganz natürlich und an keiner Stelle hat man das Gefühl, dass da irgend etwas komisch klingt. Alles, was den Boxen angeboten wird, spielen sie mühelos ab und spielen dabei genau das, was auf der Aufnahme drauf ist - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Was mir besonders gefällt, ist, dass sie bereits bei Zimmerlautstärke eine beeindruckende Detailvielfalt zeigen. Der Bassbereich ist dabei immer präsent und dank der 1,25 hohen "Bass-Wand" auch bei niedrigen Pegeln immer noch knackig, wenn andere Boxen schon längst keine Bässe mehr abspielen. Um einen Freund zu zitieren: "Eine ganz andere Autorität", dem kann ich nur zustimmen. Dabei erzeugen die Hochtöner immer genau die passende Lautstärke und wirken nie dominant.



In einem Kommentar zu einem anderen Baubericht nannte jemand die Boxen "Big Smile". Dem kann ich mich nur anschließen. Danke, Udo, dass ich jetzt jedes Mal ein Lächeln auf den Lippen habe, wenn ich Musik höre!

Andreas

Stefans SB 417

Stefans SB 417

 

Baubericht zur SB 417

Vorgeschichte:

Auf der Suche nach einem neuen Projekt hab ich mich viel im Internet umgeschaut, hab viel gelesen, bin sogar den Weg zum Fachhändler gegangen, um mir Ideen zu holen. Lautsprecherbau.de war in dieser Zeit längst zur Pflichtlektüre geworden. Doch mit meinen Onkyo- Lautsprechern war ich ja eigentlich gut ausgestattet. Dann bin ich irgendwann über einen DIY-Verstärker gestolpert. Nach wochenlanger Recherche entschied ich mich für den Bau des SymAsym Verstärkers. Nach knapp fünf Monaten Bauzeit war das Projekt im Mai diesen Jahres abgeschlossen. Die Onkyo-Lautsprecher spielten jetzt weitaus dynamischer und ich war rundherum zufrieden.



Nichtsdestotrotz las ich weiter in diversen Foren. Udo´s Magazin, seine Neuentwicklungen und die begeisterten Leserberichte weckten mehr und mehr mein Interesse. Am meisten Interessiert war ich jedoch an jedem Bericht, in dem die SBAcoustics-Chassis eine Rolle spielten. Ich Liebäugelte auch mit den Quickly´s und Firsttimes, schließlich sollte dies mein erstes Lautsprecherprojekt werden. Doch seit dem Erscheinen der SB 18 wuchs ständig die Lust, auch mal einen „Bluesklasse“ Bausatz auf die Beine zu stellen. Und wie das Leben so spielt, erschien nach der Fertigstellung meines Verstärkers im  Mai auch die SB 417, gross, imposant, bestückt mit vier 17ern. Wahnsinn diese Optik! In meinen Augen genau das Richtige. Imposanter als die SB36, doch weniger mächtig als die SB240. Die musste ich einfach Probe hören.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich Udo bereits per Mail „kennengelernt“ und war positiv überrascht. Relativ spontan entschied ich mich dann, ihm im Juni einen Besuch abzustatten. Schließlich wollte ich mir selbst ein Bild der akustischen Qualitäten seiner Schallwandler machen. Der Besuch war die Anreise definitiv wert, eine absolute Empfehlung. Andere Besucher hörten sich bereits die Duetta an. Ich durfte mich dazugesellen, lauschte der Duetta, fachsimpelte mit den anderen Gästen, während Udo eine Scheibe nach der anderen auflegte. Danach wurde noch die Duetta Top gegengehört, bevor endlich die SB417 an der Reihe war. Nun stand Sie da, und durfte zeigen, dass Sie den Eton-Kreationen weit weniger N nachstand, als man vom Preis her vermuten sollte. Auflösung und Räumlichkeit waren für mein Empfinden absolut hervorragend. Doch auch der anschließende Small-Talk mit Udo bereitete mir großes Vergnügen.

Nach meinem Besuch vergingen wieder einige Tage, in denen ich hin- und her- überlegte, ob es nun die SB36 oder SB417 werden sollte. Schlussendlich entschied ich mich für die größere Portion Dynamik. Wieder verbrachte ich Stunden bei Udo im Laden, packte anschließend MEINE 417er ins Auto, und fuhr voller Zufriedenheit heim.

Zu Haus angekommen musste ich ersteimal meine Neugier befriedigen und die Chassis ein weiteres Mal „befingern“. Materialwahl und Verarbeitung überzeugten vollends! Einfach tolle Qualität!

Der Bau:

In den nächsten Tagen machte ich mich über die Frequenzweiche her. Das Layout war schnell geroutet und geätzt. Der Aufbau verlief problemlos.

Parallel dazu wurde das Gehäuse mittels CAD Software weiterentwickelt und meinem Wohnzimmer angepasst. Ich reduzierte die Höhe auf 1,10m, verbreiterte die Schallwand um 1cm und passte die Tiefe dem vorgegebenen Volumen an.

Als ich meinem Cousin Basti von meinem Vorhaben erzählte, war er sofort mit im Boot. Er war es auch, der mir den Vorschlag für´s Finish des Gehäuses machte: Ich dachte über Multiplex nach, schwarze Schallwände aus MDF, über verschiedene Furniere oder das Lackieren. Ihm war aber anscheinend langweilig,  weshalb er anfing, ein bisschen mit Massivholz zu experimentieren.

Massivholz heißt in diesem Fall Eiche! Weil Massivholz aber schnell mal reißt, haben wir uns was überlegt: Leimholz ist das Material der Wahl! Fertiges Leimholz wäre aber wiederum viel zu einfach zu verarbeiten, weshalb wir uns dann für eine Eigenproduktion entschieden.

Also machten wir uns daran, aus einzelnen Eichenbrettern, und vielen, vielen abschnitten ein fettes Holzpaket zu leimen. Bei der Menge an Schnitten und der damit verbundenen Spalten sind allerdings heftigst viele Schraubzwingen von Nöten. Hinzu kommt noch ein gewisser Zeitdruck beim Zusammenbau, da der Leim nach einer Weile beginnt anzuziehen. Insgesamt hat´s dann aber ganz gut geklappt.



Nachdem wir den „Miniatur Leimbinder“ fertig hatten, wurde dieser dann wieder zersägt, und danach auf 21mm Dicke gehobelt, entsprechende Werkzeuge hat Basti zum Glück zur Verfügung!

Danach habe ich die entstandenen Bretter in Form gesägt. Apropos Form: Im Moment sind ja viele gerundete Lautsprecher im Umlauf, viele eckige Kisten, und viele CNC gefräste Kunstwerke. Ich wählte mal einen gesunden Mittelweg, indem sich die Gehäuse verjüngen. Im Vorfeld hab ich viel mit CAD-Zeichnungen experimentiert, hin und her  gerechnet, Skizzen verworfen und neu designed. Schlussendlich hatte ich einen Entwurf, an dem ich entweder rechte Winkel, oder aber 10° Winkel zu sägen hatte. Das sollte die Arbeit schon einmal ein gutes Stück erleichtern.

Als ich alle Bretter soweit fertig zugeschnitten hatte, hab ich alle mit identischem Anschlag auf Länge abgesägt. So entstehen schon mal keine Lücken beim Zusammenbau, und außerdem erspart man sich die Schleifarbeit.



Bei 1,10m Höhe neigen die Bretter möglicherwiese zum Schwingen. Um das von Vornherein auszuschließen, haben wir ein paar Verstrebungen aus 25mm Multiplex gefertigt. Dazu haben wir das Rohmaterial auf der Kreissäge in Form gebracht, anschließend mit der Stichsäge ausgeschnitten und mit der Oberfräse abgerundet. Drei Verstrebungen pro Box dürften dem Gehäuse ausreichend Stabilität geben. Für einen festen Halt der Gehäuse sorgen neben jeder Menge Leim auch noch ein paar Holznägel, die wir rundherum einfügten.Nach und nach nahmen die Gehäuse Gestalt an. Die Frequenzweichen wurden verkabelt und eingebaut.

Kurz nach dem Verschließen der ersten Box kam die technische Bauaufsicht vorbei und inspizierte die erledigten Arbeiten. Offensichtlich gab es nichts zu beanstanden und wir konnten weitermachen. ;)



Die fertigen Rohgehäuse sahen dann so aus:



Nun folgte die Feinarbeit. Schleifen, schleifen, schleifen. Bei Eiche gar nicht so einfach, wie ich es von MDF gewohnt war…



Im Anschluss daran ging’s dann direkt weiter mit der ersten Schicht Hartwachsöl. Diese sollte erst einmal gut zwei Tage ruhen, ehe man sie mit einer feinen Stahlwolle aufpoliert und eine neue Schicht Hartwachs aufträgt. Wir haben die Gehäuse zweimal komplett und einmal stellenweise damit behandelt. Der Effekt ist grandios. Das Holz wird leicht angefeuert, behält aber seinen natürlichen Look. Klasse!



Die Endmontage erledigten wir dann im heimischen Wohnzimmer. Die selbstgedrehten Füße wurden angeschraubt, Lausprecheranschlüsse ebenso. Danach folgte der Einbau der Chassis. Alles verlief problemlos. Vor dem Anschließenden Probehören war ich trotzdem nervös wie ein kleiner Junge vorm Weihnachtsbaum.



Der Klang:

Mittlerweile sind einige Tage vergangen. Keiner jedoch ohne eine Portion SB-Acoustics. Diese absolut legale Form der Bewusstsein erweiternden Droge genieße ich jeden Tag auf´s Neue. Egal ob Bluesrock von Joe Bonamassa, oder ein paar fette Gitarrenriffs von Volbeat oder Pearljam, die SB 417 bleibt stets Herr der Lage. Der Hochton fein auflösend, der Grundton absolut kontrolliert. Stimmen werden absolut realistisch dargestellt. Ehrensache, dass auch das Album „Friday Night in San Francisco“ von Al Di Meola, John McLaughlin und Paco de Lucía gehört wurde. Schließlich fand dieses in Udo´s Baubericht besondere Erwähnung. Beeindruckend! Die Kombination aus SymAsym und SB 417 glänzt mit toller Teamarbeit. Selbst Deutschrap hat sich schon in meinen Player verirrt. Tief und druckvoll rollen die Beats von Samy Deluxe. Subwoofer? Nein Danke, kein Bedarf.

Auf der anderen Seite mache ich ebenso neue Erfahrungen. Beim gelegentlichen leise hören, bei dem die Musik eigentlich Nebensache sein sollte, ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich genau hinhöre. Jeder Ton sitzt an der richtigen Stelle, nichts wirkt aufgedickt und nichts fällt unter den Tisch. Ganz im Gegensatz zu den oft gehörten Sub-Sat-Systemen, bei denen sich der Subwoofer geradezu aufdrängt, wenn mal leise Töne angeschlagen werden.

Alles in allem muss ich Udo absolut Recht geben. Die SB 417 ist eine absolut „Runde Sache“. Da passt einfach alles. Chapeau Udo – ich ziehe meinen Hut!

Hier ein paar Impressionen der fertigen Lautsprecher:




Schön zu sehen ist hier auch, dass wir die Fronten aus dem selben Leimholzbinder gesägt haben. Das führt zu einem einheitlichen Look, der jedoch trotzdem einzigartig bleibt!

Zu guter Letzt noch ein paar Schnappschüsse aus dem Wohnraum. Die Eichengehäuse harmonieren gut mit dem Laminat, wie ich finde. Und was die Möbel betrifft: Ich weiss ja jetzt, wie´s geht, vielleicht werde ich die auch durch Eiche ersetzen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte! ;)



Mein Dank gilt Udo, der mir jederzeit zügig und Kompetent auf meine Fragen geantwortet hat. Das ist Kundenbetreuung, wie man sie sich wünscht! Ganz großes Tennis!



Ein großer Dank gilt aber auch Sebastian, der mich während meines Projekts unterstützt hat und jede Menge Herzblut hat einfließen lassen.  Ohne Ihn wären diese Gehäuse wohl nicht möglich gewesen - Riesen Dank!

Stefan

Reiners SB 417

Reiners SB 417


Baubericht SB 417 ADW

Mein erstes Selbstbauprojekt liegt nun schon circa 20 Jahre zurück. Diese Lautsprecher wurden dann aber für meine Räumlichkeiten zu klein, so kaufte ich mir irgendwann ein Paar größere Infinity  Lautsprecher. 2005 meinte ich dann, mich unbedingt dem Surround-Boom anschließen zu müssen. Es wurden ein großer Marantz Surroundreceiver und ein recht hochwertiges Surroundsystem eines bekannten Herstellers angeschafft.

Dieser Schritt war für mich ein Fehltritt. Das Surroundsystem wurde nur sehr selten genutzt und um Musik in Stereo zu hören, hat mich der Klang nie richtig überzeugt. Die Folge war, dass ich immer weniger Musik hörte, weil es einfach keinen Spaß mehr gemacht hat.

ETWAS NEUES MUSSTE HER!!!

Habe im Juni Nägel mit Köpfen gemacht und mich bis auf meinen Marantz CD72 CD Player von meiner gesamten Anlage getrennt. Als erstes habe ich mir einen neuen Verstärker zugelegt. Da ich günstig einen Creek EVO bekommen konnte, habe ich zugeschlagen und vorübergehend meine alten Infinity Lautsprecher angeschlossen.
Da mich der Selbstbauvirus wieder befallen hatte und ich mich schon über mehrere Monate intensiver damit beschäftigt habe, führte zwangsläufig kein Weg an einem Hörtermin bei Udo Wohlgemuth vorbei. Ende Juni war es dann soweit und ich betrat den schon mehrfach im Magazin beschriebenen Hörraum von Udo. Mein anfänglich etwas mulmiges Gefühl, ob die Entscheidung richtig war, den weiten Weg von Kaiserslautern nach Bochum zu machen, war nach der herzlichen Begrüßung gleich verflogen. Ich wusste nach ein paar Minuten im Gespräch mit Udo, dass ich bei jemandem auf der Couch sitze, der Ahnung hat von dem, was er macht. Ich wollte mir bei Udo eigentlich 4 Lautsprecher anhören. In Frage kamen für mich die neue SB 417 ADW, die SB 240 ADW, die BlueNote und die CeraBlue.

Die SB 240 schied schon bei dem Anblick der Größe aus. Gehört haben wir dann als erstes die neue SB 417. Dieser Lautsprecher hat mich auf Anhieb überzeugt. Ich konnte mir vorher nicht Vorstellen, dass ein Lautsprecher in dieser Größe und in dieser Preisregion so klingen kann. Er hat all meine Erwartungen übertroffen. Wir haben dann noch die Duetta Top, die Duetta und die BlueNote gehört. Duetta Top für Ihrer Größe unfassbar gut, aber für mein Wohnzimmer mit 48m² zu klein. Duetta, für mich der beste Lautsprecher, den ich bis jetzt gehört habe, war für meinen Aufstellungsort nicht geeignet. Die BlueNote habe ich dann nur noch kurz gehört, da meine Entscheidung schon gefallen war.

Es wurden die SB 417 ADW. Mich hat der Klang schon am Beginn der Hörprobe umgehauen. Das Gehäuse-Design, die Klangfülle, das Bassfundament und die Bühne, die sie aufbauen, war genau das, wonach ich gesucht habe. Einfach ein glasklarer Sound, aber ohne zu.

Udo hatte sogar alle Bauteile da, so dass ich direkt alles mitnehmen konnte. Bei einem befreundeten Schreiner habe ich dann den Holzuschnitt in 19 mm weiß grundiertem MDF in Auftrag gegeben. Nun konnte es also losgehen.



Angefangen habe ich mit den Ausfräsungen in der Schallwand, vor dem Verleimen. Die Angst, dass ich beim komplett fertig verleimten Gehäuse einen Fräsunfall baue, war mir einfach zu groß. Da ich die Lautsprecher mit Bassreflexkanal in der Front bauen wollte und die Oberfläche weiß glänzend sein sollte, stellte sich mir die Frage, wie ich den Reflexkanal sauber lackiert bekomme. Es blieb mir nur eine Lösung, ich musste vor dem kompletten Verleimen die Teile im Bereich Reflexkanal fertig lackieren. Die Trocknungszeit der lackierten Teile nutze ich, um die Frequenzweichen zu bauen. Danach habe ich alle Öffnungen abgeklebt und beide Gehäuse mit KFZ Dickschichtfüller gespritzt. Weiter ging es mit 400er und zuletzt mit 600er Nassschleifpapier zur Feinarbeit. Jetzt waren die Gehäuse fertig zum Lackieren.



Da ein Freund von mir Autolackierer mit eigenem Betrieb ist, kam für mich ein Selbstlackieren nicht in Frage. Das Endergebnis, welches mich total begeistert hat, wäre bei mir zu Hause mit so einer perfekten Oberfläche nie zu erreichen gewesen. Vielen Dank von hier noch mal an Norbert.

Jetzt ging es zum Endspurt. Weichen eingebaut, Anschlußklemmen montiert, Dämmung eingebracht, Chassis verlötet und eingeschraubt, FERTIG.



Und dann kam für mich der spannende Moment, das erste Probehören. Was soll ich sagen, ich war auf Anhieb genau so begeistert wie bei meinem Hörtermin. Ein Klang, den ich in meinem Wohnzimmer so noch nie hatte. Glasklare, aber nicht zu scharfe Höhen, trockener und tiefer Bass. Sehr ausgewogenes, warmes und räumliches Klangbild mit sehr guter Bühnendarstellung.



Für mich jedenfalls ist mein Lautsprechertraum in Erfüllung gegangen.

Nochmals vielen Dank an Udo für seine Beratung und seine superschnelle Hilfe bei Problemen oder Fragen.

Gruß Reiner

SB 417 - Einer, der aus der Reihe tanzt

SB 417 - Einer, der aus der Reihe tanzt

Zweieinhalbwege-Standbox für die Stereowiedergabe

Nachdem es die SB 36 und die SB 240 gibt, stellt sich die Frage, wozu es einer weiteren bassgewaltigen Variante der ursprünglichen Zweiwegebox SB 18 bedarf. Die SB 417 mit vier 17 cm Chassis haben wir einmal nicht für das Heimkino im Sinne der restlichen Familie entworfen, sondern autark versucht, das Bestmögliche für die Stereowiedergabe aus dieser Konstruktion herauszukitzeln.

Entwicklung

Die Anregung, eine SB 417 zu entwickeln, erhielten wir bei Vorstellung einer 4-Ohm-Variante des in der SB 18 verwendeten Tiefmitteltöners: für den neuen SB 17 RNXC-4 gab es innerhalb der bestehenden Heimkino-Familie keine Verwendung, da die meisten neueren AV-Receiver mit ihren schwachen Netzteilen lieber 8-Ohm-Lautsprecher betreiben. Also konzentrierten wir uns diesmal auf die gute alte Stereo-Zeit ohne Rücksicht auf die Heimkino-Kompatibilität gemeinsam mit den anderen Familienmitgliedern.

Gehäuse

Da wir keine SB 18 mit vier Ohm erfinden wollten und es eine SB 36 schon gab, folgte als logische Konsequenz eine Konstruktion mit 4 Tieftönern pro Seite. Bei 15 Litern pro Basschassis ergibt das eine Säule mit etwa 60 Litern und 120 cm Bauhöhe, wenn die Chassis ordentlich über die Front verteilt werden sollen. Die Gehäusetiefe der SB 417 ergab bei 19 cm Innenmaß für die Schallwand 30 cm Nettotiefe.

Da alle Tieftöner auf das gleiche Volumen arbeiten sollten, reichte ein Reflexkanal mit 4.2 cm Höhe und 19 cm Tiefe über die gesamte Gehäusebreite am unteren Gehäuserand. Drei Versteifungen stabilisieren die Wände. 114, 30 Euro kostete das schwarz durchgefärbte MDF samt Zuschnitt und Fugenleim im Baumarkt. Vier Beutel Sonofil füllten den Innenraum, die untersten 10 cm blieben frei.
Verschönert wurden die Kisten mittels Schattenfuge, die mit einem speziellen Bündigfräser in wenigen Minuten gefräst wurden - der kleine durch verwackeln entstandene Schnitzer machte im Nachhinein mehr Arbeit durch das Ausbessern mit Reparaturwachs, als eine ruhige, sorgfältige Arbeitsweise und ein aufgeräumter Arbeitsplatz mit ausreichender Armfreiheit verursacht hätten ...

Damit jeder die Zahlen richtig entziffern kann, gibt es den Bauplan auch als Datei zum herunterladen.

Zeichnung hier laden

Chassis

Der markante Korb mit den schmalen Stegen und dem hochgezogenen Kragen lässt sofort erkennen, zu welcher Lautsprecherfamilie der SB17 NRXC-4 gehört. Er besitzt schlichtweg die gleichen Gene, wie die 8 Ohm-Variante, wie sollte es auch anders sein. So schimmert auch hier die glatte Pappmembran in Grauschwarz und die gleichfarbige Staubschutzkalotte ist ähnlich hochgewölbt.

Die dicke Lippe, sprich Gummisicke, lässt einen großen Membranhub erkennen und die dank hochliegender Zentrierspinne und großer Löcher gut hinterlüftete Schwingspule mich ihrer 16mm hohen kupferbeschichteten Aluminiumwicklung auf einem Glasfaserträger lässt eine immense Belastbarkeit vermuten. Ihr Durchmesser beträgt immense 45,5 mm. Der Magnet mit seinen riesigen 10 cm Durchmesser ist mit einer großen Polkernbohrung versehen. Aus der 16 mm-Wicklung und dem 5 mm hohen Luftspalt ergibt sich rechnerisch ein linearer Hub von 11 mm. Ein Kupferring auf dem Polkern sorgt für geringe Induktivität und reduziert wirksam den Klirrgrad.

Tiefmitteltöner können nicht allein musizieren, nur Breitbänder, also braucht der SB17 NRXC-4 eine adäquate Unterstützung im Hochtonbereich. Wir haben den SB 26 STAC-4 ausgewählt, der mit dem SB18-Hochtöner bis auf die Alufront praktisch identisch ist und bisher noch nicht verwendet wurde.

Gegenüber dem "A"-Modell ist er durch die Metallfront gut 10 Euro teurer. Der preiswertere Bruder bietet zwar eine gleiche Performance, ist aber durch die Beliebtheit der SB 18/ SB 36/ SB 240 ständig ausverkauft und wird auch in der Blues Box eingesetzt. So sind wir unserer Maxime, bei gleicher Klangqualität immer das preiswertere Produkt, diesmal aus gutem Grund untreu geworden. Wozu soll die Edelversion dieses Hochtöners in unserem Lager verstauben? In einer edlen HiFi-Standbox macht es sich allemal gut.

Weiche

Vier 4 Ohm-Chassis können weder alle parallel, noch alle in Reihe geschaltet werden. Der erste Fall ergäbe mit 1 Ohm ein Fall für die hoffentlich vorhandene Verstärkerschutzschaltung, welche den starken Strömen Einhalt gebietet, der zweite würde mit 16 Ohm zu wenig Leistung von der Endstufe abrufen. Besser ist es, durch kombinierte Reihen/Parallelschaltung wieder einen Nennscheinwiderstand von 4 Ohm zu erhalten.

Dabei gibt es zwei Varianten: zum einen können jeweils zwei Lautsprecher parallel und dann hintereinander geschaltet werden, oder sie werden jeweils erst in Reihe verkuppelt und dann paarweise parallel angeschlossen. Die erste Version eignet sich als Schaltung, wenn alle Chassis die gleiche Arbeit verrichten sollen, die zweite Verschaltungsart ist erforderlich, wenn zwei der Chassis einen anderen Frequenzbereich abdecken sollen, so wie in unsrem Fall, denn sonst könnten wir nur alle vier Chassis gemeinsam bis etwa 400 Hz betreiben und bräuchten einen zusätzlichen Mitteltöner.

Um allen vier SB 17-4 den Tieftonbereich, zweien dabei aber zusätzlich den Mitteltonpart zuzuweisen, müssen jeweils die unteren beiden und oberen beiden Chassis einen gemeinsamen Weichenzweig erhalten, was der zweitgenannten Variante entspricht. Auf diese Weise entsteht wie bei der SB 36 eine Zweieinhalb-Wegebox, bei der die Tieftöner mittels einer Spule ausgekoppelt werden. Ihren positiven Einfluss auf das Zusammenspiel mit den beiden anderen Bässen zeigt die rote Kurve im Vergleich zur grünen. Bei der grünen Kurve sind noch keine Bauteile eingefügt, was zu starken Einbrüchen bei 1,8 und 3,6 kHz führt - bei der Roten Kurve sind diese beiden Senken begradigt. Die unterschiedlichen Abstände der Chassis zum Mikrofon führen bei der grünen Kurve zu unpassenden Phasenbeziehungen.

Es war ohnehin schwierig, die SB 417 in einem kleinen Raum mit 4 x 4 x 4 m zu messen, da der übliche Mikrofonabstand zum Messen weniger Chassis, aber nicht mehr bei 5 Schallquellen passt, die über mehr als einen Meter Höhe verteilt sind. So erklären sich die Frequenzgangwelligkeiten insbesondere in den Winkeldiagrammen

Für die oberen Tiefmitteltöner entstand - wie angekündigt ohne jede Rücksicht auf die anderen Familienmitglieder der SB-Familie - ein Filter dritter Ordnung, das die blauen Kurve hervorbrachte, mit einem ebenfalls welligen Hochtonbereich. Sein 12dB-Filter erzeugte die grüne Kurve im Zweigdiagramm. Die resultierende Summenkurve verrät die handwerklich saubere Trennung der fünf beteiligten Chassis in quasi D'Appolito-Anordung des Hochtöners zwischen den oberen beiden Tiefmitteltönern, die ja als einzige den Mitteltonbereich abstrahlen.

Da eine ausschließlich für das Musikhören mit einer Stereoanlage konzipierte Box mit dem recht hohen Wirkungsgrad von 90 dB/ 1 m/ 2,83 V auch unter den Betreibern einer Röhrenendstufe ihre Fans findet, war - obwohl die Spitze in der Trennfrequenz gerade nur bei 9 Ohm liegt - die Dimensionierung einer zusätzlichen Impedanzkorrektur in diesem Falle eine Pflichtübung, der wir ja bei den allermeisten Bausatzvorschlägen nachkommen.

Im Schaltplan ist sie gestrichelt eingezeichnet, da sie ausschließlich zusammen mit Röhrenverstärkern benutzt werden soll. Im Gegensatz zu einigen anderen Bauvorschlägen der SB-Familie sind in diesem Fall alle Chassis gleichphasig angeschlossen, was auch aus dem Plan ersichtlich ist.

Messungen

An diese Textposition passen die üblichen Messdiagramme. Für die SB 417 haben wir das wieder einmal das altbewährte ATB eingesetzt. Die Klirrfaktormessungen, die Sprungantwort und das Wasserfalldiagramm sehen dort einfach schöner aus, auch wenn es sich nur um die Darstellung des gleichen Sachverhalts handelt.

Auch wenn jetzt dem ein oder anderen Nachbauwilligen der Kopf schwirrt: Bitte machen Sie keine Fehler bei den Parallel- und Reihenschaltungen! Zur Verdeutlichung haben wir noch ein zusätzliches Foto gemacht.

Den Bestückungsplan, der dem Bausatz beiliegt, sollte man unbedingt beachten, denn er erklärt welches Kabel von der Frequenzweiche wo angeschlossen werden muss.

Klang

Für das Hören gilt, dass für das Verständnis der Beschreibung der gleiche Hintergrund vorhanden sein muss. Schreiben wir von einem konturierten Bass mit guter Durchzeichnung, heißt das noch lange nicht, dass genau bei Ihnen ankommt, was wir damit meinen. Erst wenn wir die entsprechenden Lautsprecher gemeinsam angehört haben, ist ein Maßstab vorhanden - sehen wir einmal davon ab, dass dann auch noch jeder Zuhörer das gehörte subjektiv bewertet bzw. einordnet. Somit können euphorische Klangbeschreibungen und aufgereihter Superlative bestenfalls auf die beschriebenen Lautsprecherboxen neugierig machen und den Wunsch erwecken, diese selbst hören bzw. nachbauen zu wollen. Ob dann Enttäuschung oder Begeisterung entsteht, hängt also von vielen Faktoren ab. Im Zweifelsfalle lohnt sich eine Fahrt nach Kerpen zum ausführlichen Probehören. Nach dieser kleinen Warnung als Einleitung können wir nun unserer Begeisterung über diese Lautsprecher freien Lauf lassen.

Die SB 417 ist als Stereo-Boxenpärchen entstanden, deshalb ist die mögliche Verstärkerauswahl nahezu unbegrenzt. Röhren oder Transistoren, Class A, B oder C, jeder hat da seine Präferenzen, wichtig ist nur, dass die Endstufe insgesamt taugt und auch genügend Leistung zur Verfügung stellt. Wir setzten für den Klangtest einen Destiny Experience mit KT 88 und ordentlichem Preis/Leistungs-Verhältnis ein, also angeschlossen, eingeschaltet und Film, nein, Musik ab - es ist ja eben keine Heimkinobox.

Ein wenig Gitarrengeklimper lag noch auf dem Plattenteller, und da es gerade Freitagnacht war, lohnte eine musikalische Reise nach San Francisco. Atemberaubend, in welchem Tempo Paco deLucia und Al di Meola die Saiten anrissen, als sie den "Mediterranian Sundance" in 3D in den Hörraum projizierten. Die gefühlt fünfhunderttausend Anrisse der einzelnen Gitarrensaiten gab die SB 417 mit unglaublicher Dynamik wieder. Im Jahr 1981, dem Zeitpunkt der Aufnahme, wurde glücklicherweise noch nicht jedwede Musik komprimiert aufgezeichnet.

Nun, für leicht mittellastige Musik ist also hervorragend geeignet - und wie sieht es mit druckvollen Bässen aus? Diesen Part übernahm bereitwillig Keith Emerson, der auf "Emerson, Lake und Palmer" die Orgel der Royal Festival Hall für seinen mit vielen Klassik- und Jazzelementen gespickten progressiven Rock eindrücklich einsetzte. Es zeigte sich deutlich, dass es eine gute Idee ist, die rund 500 cm² Membranfläche eines 30cm-Tieftöners auf vier übereinander aufgereihte kleinere Chassis zu verteilen. Die 417 spielt selbst druckvollste Bässe mit einer ungeheuren Schnelligkeit und der imposante Schlussakkord ließ den Raum durch die bewegte Luftmassen förmlich erbeben.

Da wir ja mit der vorigen Scheibe quasi schon im Klassikgenre bewegten, nur eben mit anderem musikalischen Handwerkszeug, wurde es nun Zeit für richtige klassische Musik. Wir entschieden uns für Mahler, dessen 3. Symphonie vor 25 Jahren vom Frankfurter Radio-Symphonie-Orchester mit Eliahu Inbal am Pult eingespielt wurde. Die SB 417 ließ gar nicht erst Zweifel an ihrer Klassiktauglichkeit aufkommen: Blech schepperte, die Kesselpauke attackierte den Bauch, Raum und Ortbarkeit der Instrumente passten perfekt. Und selbst die Streicher spielten ohne jede Kratzigkeit, als Ravels Sonate für Violine und Cello ertönte. Dies ist zweifellos dem mit seinen 40 Euro als überaus günstig zu bezeichnenden Hochtöner zu verdanken, der so manch teureren Mitbewerber auf die hinteren Plätze verweist.

Fazit

Unterm Strich überzeugte das Konzept mit den vier SB 17-4 vollends. Die SB 417 fügt sich qualitativ nahtlos in die SB-Acoustics-Boxenfamilie ein. Sie ist eine ganze Spur (ein)druck(s)voller als die SB 36, reicht aufgrund ihrer Bestückung nicht ganz so tief wie die SB 240 und füllt sowohl klanglich, als auch optisch die Lücke zwischen diesen beiden aus, ohne nur ein Abklatsch dieser beiden Konstruktionen zu sein, denn diesmal lag der Fokus ja auf der Stereowiedergabe.

Ergänzung

Für ein Heimkinosystem empfohlene Lautsprecher.
Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die entsprechenden Boxen um zu erfahren welche Bausätze wir Ihnen dazu empfehlen. Auf Mobilgeräten drücken Sie auf die entsprechenden Lautsprecher.

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