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SB23-3
SB23-3

SB23-3

Drei Wege mit mehr breit als tief, SB23 heißt das füllige Kind

Best.-Nr. 1385181

312,00 € / Stück
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Details

Lautsprecherbausatz SB 23. Mit original Audyn Bauteilen entwickelt. Es gibt noch so viel Neues zu erproben, vor allem modisch ausgetretene Wege zu verlassen, selbst wenn die Idee dazu schon alt und bärtig ist. Auch einmal weg zu gehen vom modernen Schlankheitswahn, stand uns mir schon lang im Sinn.

Merkmale

Wege 3-Wege0
Gehäuse Prinzip Bassreflex0
Nennimpedanz 60 Ohm
Höhe 60 cm
Breite 40 cm
Tiefe 26 cm
Anwendung Kompaktlautsprecher0
Hersteller / Marke der Chassis SB Acoustics0
Preislevel 200-300 Euro0

Der Lautsprecherbausatz enthält alle Elektronikbauteile, Lautsprecher, Teile und Zubehör, außer dem Holz für das Gehäuse.

Bilder aus unserer Lautsprechergalerie

von Hesse
von Hesse
von SirStrom
von jollywood

Bauberichte

SB 23/ 3 von Kai

SB 23/ 3 von Kai


Das „dicke“ Kind im schlanken Gewand oder einfach SB23 für das W(af)ohnzimmer.

Vorspiel:

Ich bin im Vergleich zu vielen anderen Menschen hier wahrscheinlich erst ganz kurz dem Hören von guten Klängen, sprich dem Genuss hervorragend klingender Musik verfallen. Begonnen hat das Hobby nämlich mit der Aufrüstung meiner doch klein bestückten Heimkinoanlage eines Kieler Herstellers. In der Bucht suchte ich immer wieder nach Schnäppchen zur Aufwertung des heimischen Kinovergnügens. Nachdem ich irgendwann einen Subwoofer erstand und der nette Verkäufer mir direkt seine Standlautsprecher anbot, war ich doch etwas verblüfft, warum er seine komplette Anlage umstellen wollte. Er erzählte mir, dass er vorhabe, sich Boxen selber zu bauen. Diese hätten ein unglaublichen Preis-/ Leistungsverhältnis und würden viele audiophile Highend-Lautsprecher in den Schatten stellen. Ich muss gestehen ich war schon ordentlich skeptisch. Wenn an dem so wäre, würde doch jeder seine Lautsprecher selber bauen oder?

Na gut, es verging eine ganze Weile und ich muss gestehen, in mir wuchs der Drang nicht nur Film und Fernsehen über meine Lautsprecher zu genießen, sondern eben auch gut klingende Musik zu hören. Nun waren die schlanken Säulen nicht wirklich für diesen Zweck hergestellt worden, das war mir ziemlich schnell klar. Also brauchte es etliche Besuche in diversen Elektrofachgeschäften und auch mal in einem HiFi Studio, bis mir klar war, dass das, was ich mir vorstelle, grundsätzlich den preislichen Rahmen sprengen würde. Ein wenig deprimiert vergingen also noch einige Tage, bis ich wieder an den Subwooferkauf dachte.

Nun beginnt wohl eine Geschichte die jeder hier kennt. Nachdem der erste Bericht gelesen war, begann ein „Studium“ der Inhalte und Berichte dieses Online Magazins. Ich glaube, es waren mehrere Abende am Stück, an denen ich die Berichte in mich aufsaugte und das Forum verfolgte. Ich muss gestehen ich konnte mich in diversen Berichten selber gut wiedererkennen. Deswegen möchte ich die Geschichte hier abkürzen und sagen, ich war und bin begeistert.

Die Frage nach dem Bausatz war nach meinem Hörbesuch im Grunde geklärt. Mit dem Gedanken, es sollen die SB36 werden, prallten leider in den heimischen vier Wänden erstmal zwei völlig unterschiedliche Wünsche aufeinander Sehr schnell verstand ich nun die Bedeutung der doch so wichtigen Abkürzung WAF.

Nach ein wenig Überredungskunst war es aber möglich, samt Frau noch einmal zu einer Hörsession zu fahren. Vorteilhaft, war das mir eine Woche zuvor zugespielte Ass, in Form der vorgestellten SB12 ACL. Dank der netten Gesprächen war auch meine Frau überzeugt.

Aufgrund der Größe wurde es dann letztlich tatsächlich die SB12 über die schon so viele lobende Worte geschrieben wurden, dass ich es hier kurz fassen möchte. Wenn man als entscheidende Parameter die Größe und den tollen Preis nimmt, möchte ich behaupten, dass es kaum möglich ist, etwas Besseres in dem Segment zu bekommen. Die schlanken Boxen haben so manchem Besucher die Kinnlade runterklappen lassen.

Planung:

Nachdem ich letztlich schon sehr zufrieden dem Klang der Boxen lauschen konnte, machte sich doch der Drang in mir breit, noch mehr Tiefe und Druck im Bass zu spüren. Als nunmehr eifriger Leser des Forums stieß ich in einer Diskussion auf die SB23. Ich muss gestehen, die Box war mir im Vorfeld eher durchgegangen und stand im Schatten der vielen 36ern und 240ern, über die doch viel gesprochen wird. Nach ein wenig Recherche und eifrigem Austausch mit anderen Forenmitglieder war mit klar, dass die ursprüngliche Bauform nicht beibehalten werden muss und ich somit auch eine Chance sah, das Projekt meiner Frau schmackhaft zu machen. Es bedurfte noch so einiger Überlegungen, bis der Plan stand. Das „dicke“ Kind wird zum SB-Bruder der Sym84. Also zweiteilig und in schlankerem Gewand.

Ich muss gestehen, ganz wohl war mir nicht, denn letztlich wurde die Ur-23er doch ganz schön verändert. Die Bauform sollte klassisch eckig werden. Wie bei der 12er sollte es wieder schwarzes MDF und Leimholz sein, da diese Kombination einfach gut in unser Wohnzimmer passt. Das Volumen für den Bass sollte annähernd beibehalten werden und so ergibt sich dann eine Grundfläche von 30 x 30cm bei 70 cm Höhe (Außenmaß).

Auf Anraten von „Hesse“ gestaltete ich die Tops in ca. 2,2 Litern. Bei der zweiteiligen Variante musste nun noch der Faktor Haustier berücksichtigt werden. Dies bedeutet so wenig wie möglich „zahnzügängliches“ Kabel verwenden. Leider fallen dünne Kabel unseren Katzen regelmäßig zum Opfer. Die Tops sollten zudem variable sein, sprich ohne großen Aufwand auch abgenommen bzw. verschoben werden können, was wiederum gegen ein durchgängiges Kabel spricht. Die Kabel mussten also unter dem Top angebracht werden und miteinander verschraubt werden können. Die Tops haben die Abmessung (außen) 28x16,5x12 (hxbxt).

Umsetzung:

Als erstes begann ich mit dem Wachsen der Seitenteile, beidseitig versteht sich. Mit dem im Baumarkt erworbenen Wachs der Firma Osmo hatte ich schon zuvor ein gutes Ergebnis erzielt und so vertraute ich auch wieder auf Altbewertes.



Für die vorher gebauten SB12 habe ich mir die Fronten von meinem Schreiner Fräsen lassen. Dieses Mal wollte ich aber gerne selbst Hand anlegen und somit begann ich auf meiner provisorischen Werkbank mit dem Fräsen der Ausschnitte. Da wir nicht über einen Keller verfügen, nutze ich das gute Wetter und wurde bei der Arbeit noch ein wenig von der Sonne verwöhnt. Wie ich feststellen konnte, war das Fräsen selbst gar nicht so schwer, wie ich es mir zu Anfang vorgestellt habe. Etwas problematischer gestaltete sich schon die genaue Einstellung des Radius und der Frästiefe. Die „günstige“ Oberfräse war leider nicht exakt mittig auf dem in der Bucht erstandenen Fräszirkel arretiert. Auf einem alten Holzbrett probte ich solange, bis die richtige Einstellung gefunden war. Ich muss gestehen, die Fräsungen vom Schreiner sind deutlich exakter, aber ich bin mit dem Spaltmaß zufrieden.



Nachdem alle Teile grob erstellt waren, machte ich mir noch Gedanken zur Befestigung der Lautsprecherkabel im Inneren. Von meinen ersten Holzarbeiten motiviert, besorgte ich mir ein quadratische Latte in Buche aus der Bastelecke und fräste eine Wölbung ein, die dann später mit Moosgummi ausgelegt wurde. So können die Kabel mit den selbst erstellten Kabelhaltern ordentlich im Inneren befestigt werden.



Nun war als erstes das Top an der Reihe. Im Boden musste ein Durchlass für die Lautsprecherkabel ausgefräst werden. Der Boden wurde etwas nach oben versetzt. So blieb genug Platz um später die Kabel dort zu verstecken. Um die Idee mit den variablen Tops zu verwirklichen, besorgte ich mir aus dem Car-Hifi Bereich ordentlich dimensionierte vergoldete Klemmen. Diese passen exakt auf die Bodenplatte und bilden die perfekte Verbindung zwischen Bassgehäuse und Top. Aufgrund der klein dimensionierten Gehäuse muss die komplette Weiche in das Bassgehäuse einziehen.



Der Bau des noch fehlenden Bassgehäuses stellte sich, zumindest auf den ersten Blick, als ebenfalls unkompliziert dar. Leider trügt der erste Blick manchmal. So war es bei mir auch. Die im Baumarkt zugeschnittenen Teile hatten nahezu alle eine Abweichung von 1mm zu meinen Maßen. Dummerweise waren manche Teile 1mm zu groß, andere 1mm zu klein und so ergab sich manchmal eine Abweichung von 2mm. Diese musste ich dann im Nachhinein per Hand und einigen Bögen Schleifpapier nacharbeiten. Um ehrlich zu sein, hat mich dies noch eine ganze Weile geärgert.

Auf Anraten diverser Forenmitglieder verstärkte ich das Gehäuse mit zwei Versteifungen, die ebenfalls eine Ausfräsung für die Kabeldurchführung an der Rückseite haben. Genau zwischen den beiden Verstrebungen verschraubte ich die Weiche. Bevor die Gehäuse endgültig verschlossen wurden, wollte ich testen, ob alles lief. Also bohrte ich noch 4 Löcher zur Durchführung der HT/ MT-Kabel in den Deckel. Genau auf die Maße des Tops angepasst sind diese nicht mehr zu sehen. Die 1,5 mm² Kabel passen übrigens perfekt durch ein 3mm Bohrloch.



Da alles lief, wurden die Seitenwände aufgeleimt. Nun musste ich bitter erkennen, dass es sinnvoll ist, die Front- und Rückseite samt Boden und Deckel zuerst auf ein Seitenteil zu leimen. Da ich aufgrund der Zugänglichkeit die Seitenteile als letztes aufleimte, habe ich nicht bemerkt, dass beim Verleimen der Front/ Rückseite sowie Deckel und Boden, sich diese verschoben haben müssen. Die Seitenansicht ergab ein leichtes Parallelogramm.

Die Seiten schließen nun nicht bündig ab und stehen an manchen Stellen über, da diese ja rechtwinklig sind. Ich wollte mir die ganze Arbeit nun aber nicht ein zweites Mal machen und habe die Seitenteile auf den Sichtbereich angepasst. Da mir dies aber zum Glück nur bei einem Lautsprecher passiert ist, musste dieser den Platz in der Ecke einnehmen und der Makel fällt erstmal nicht ins Auge.

Alle durch Bohren oder Fräsen entstandenen Öffnungen habe ich zum Schluss noch abgedichtet, die Innenkanten nochmal mit Leim verdichtet und die Gehäuse waren fertig. Nachdem alles getrocknet war, musste nur noch das Sonofil eingebracht werden. Ich habe das vorhandene Material in 20 x 30 cm große Matten zerteilt. Eingebracht habe ich je eine Matte links und rechts neben das Reflexrohr, in der Mitte 2 Matten und direkt hinter dem Basschassis 4 Matten. Den Rest stopfte ich dicht in die Tops.

Die Optik stimmt zu 100% mit meiner Vorstellung überein. Durch das Verstecken der Kabel im Boden der Tops entsteht von allen Seiten eine schön cleane Optik. Zudem haben unsere Kater keine Chance, an die dünnen Kabel zu kommen. Nachdem einer unserer Lieblinge auf einem Top saß und zu befürchten war, dass dieses irgendwann runtergeworfen werden könnte, habe ich die Tops vorsichtshalber mit schwarzem Lochband befestigt. Ist nicht richtig schön, aber zumindest sicher.



Klangbeschreibung:

Jetzt kommt wohl der schwierigste und absolut subjektivste Teil eines jeden Berichts. Trotzdem möchte ich dies niemandem vorenthalten. Aufgrund meiner Erfahrung mit der SB12 werde ich hier den Vergleich anlegen.

Während einer Werbeunterbrechung des TV-Programms schlug ich meiner Frau vor, die gerade eben fertiggestellten Lautsprecher mal zu hören. Mit dem Zeitdruck der Werbepause im Nacken nicht optimal, aber an diesem Tag wahrscheinlich die einzige Möglichkeit meine Neugier zu befriedigen. Als erstes sollte mal der Pioneer A 509R zeigen, was in den Lautsprechern steckt. Diesen habe ich mal gebraucht zu einem guten Kurs erstanden und er entlockte den SB12 schon deutlich mehr Klang als es mein AVR-Einsteiger kann.

Meine Frau wählte eine CD sowie ein Lied aus. Die ersten Töne erklangen und es machte sich schnell Ernüchterung breit. Da muss was kaputt oder falsch angeschlossen sein. Das Ganze hörte sich völlig flach und leicht blechern an. Die gewohnten Mitten der SB12 waren wie weggeblasen. Da Hoch- und Mitteltöner schon lange ihren Dienst in der SB12 geleistet haben, konnte es nicht an fehlender Einspielzeit liegen. Ich wollte aber nicht so ganz an einen Fehler glauben und legte eine andere CD ein. Ja! Da war alles vorhanden, was ich mir versprochen hatte und noch viel mehr.

Alle weiteren Lieder klangen wirklich toll und meine Frau wollte ein Lied nach dem anderen hören. Den SAT-Receiver auf Pause gestellt, rückte der Film erstmal in den Hintergrund. Ich durfte eine CD nach der anderen auflegen und meine Frau fand wirklich Gefallen an dem, was die Lautsprecher erzeugten.

Nun hat sich mittlerweile alles eingespielt und ich habe ein wenig mit der Position im Raum gespielt. Der linke Lautsprecher muss zwangsläufig in der Ecke stehen. Das tut der Bassdarstellung nicht ganz so gut. Aus meiner Sicht erzeugt diese Position ein leichtes Dröhnen und die Präzision geht verloren. Stelle ich die Lautsprecher weiter in den Raum und schiebe sie ein wenig enger zusammen, hat der Bass eine tolle Präzision und ist wirklich „trocken“. Die Mitten spielen absolut befreit auf. Im Vergleich zu der SB12 merkt man deutlich wie viel entspannter, klarer und luftiger sie den Klang in den Raum stellen.

Der Bass trennt gut von den Mitten ab, das Klangbild ist aus meiner Sicht absolut harmonisch und stellt eine greifbare Bühne in den Raum. Endlich ist der Tiefgang und Druck da, den ich bei den 12ern teilweise sehr vermisst habe. Dies macht sich besonders bei rockigen Stücken bemerkbar.

Meinem Wunsch, im Heimkinobetrieb auf einen aktiven Bass verzichten zu können, kommen die 23er absolut nach. Aus meiner Sicht ist ein aktiver Bass nun eher Luxus als tatsächlich von Nöten. Mittlerweile schauen wir TV fast nur noch im Stereobetrieb am AVR, da die Stimmwiedergabe wirklich überzeugend ist. Selbst hier stellen die Lautsprecher alles dorthin, wo es hingehört. Ein Center ist fast überflüssig geworden, zumal ich feststellen muss, dass mein kleiner Center aus Kiel den Mitspielern nicht gewachsen ist. Früher oder später muss hier nachgebessert werden. Der SB30 ist aber natürlich auch nicht gerade ein zierlicher Mitspieler und da sind wir wieder beim doch so berüchtigten WAF.



Fazit:

Ich muss gestehen, dass mir bei all den Veränderungen zum Original nicht ganz wohl war, ob das unter dem Strich auch funktioniert. Es gab durchaus einige Skeptiker, allerdings haben mich die vielen positiven Meinungen der Forenmitglieder hier bestärkt das Projekt anzugehen. Ich kenne leider nicht den Klang des Originals, doch ich bin mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. Die SB12 ist toll, das Upgrade aber mehr als empfehlenswert.

Vor kurzem lauschte ich in einem Elektrofachgeschäft bei einer Hörprobe mit. Die gehörten Lautsprecher lagen bei knapp 2600 Euro. Ich drehte mich nach drei gehörten Liedern mit einem zufriedenen Grinsen um und verließ das Geschäft mit Vorfreude auf den heimischen Klang.

Kai


SB23/ 3 einteilig, gerundet by Klemens

SB23/ 3 einteilig, gerundet by Klemens


Wie startet man einen Baubericht? Ich versuche es mal mit der Fortsetzung meines Heimkino-Bauberichts aus der Ausgabe März 2013. Der abschließend angesprochene Stereo-Verstärker wurde noch nicht gebaut. Immerhin sind die benötigten Bauteile aber vom Familienbudget bereits abgezwackt und zur Umsetzung zur Seite gelegt. Mit den SB36 bin ich nach wie vor sehr zufrieden. Die sind wirklich super. Dieser Meinung bin nicht nur ich, sondern auch mehrere Freunde und Bekannte, die durch Gespräche und Hörproben mittlerweile mit SB240, Little Princess, Audible und Quickly, dem persönlichem Anspruch gerecht, im siebten Himmel der Lautsprecherbesitzer thronen (nicht zu verwechseln mit dröhnen).



Als vor ein paar Monaten ein Arbeitskollege davon erzählte, dass er sich auch neue Lautsprecher zum Musikhören zulegen will, trat ich auf den Plan und es brauchte nicht lange, um ihn auch vom Selbstbau zu überzeugen. Um auf "Nummer Sicher" zu gehen, schließlich sind die Geschmäcker verschieden, wurden die SB36 wieder mal ins Auto verladen (darin hab' ich mittlerweile Übung) und beim Kollegen in der Kellerbar platziert.

Bereits nach ein paar Takten war die Überzeugungsarbeit getan und es wurden die Optionen bei der Form- und Finish-Wahl besprochen. Eigentlich wollte mein Kollege selbst Hand anlegen, nur war dieser mit Heimwerker-Arbeit bereits eingedeckt. Kurzerhand bot ich mich als Lautsprecher-Baumeister an.

Doch was soll es denn nun werden? Budgetgrenzen und "Hesse-sches" Marketing ließen nur eine Wahl zu: SB23/ 3. Für die eher dunklere Kellerbar-/ Musikzimmer-Kombination ist das Finish nicht so wichtig, daher hätten wir uns auf standard-eckig geeinigt. Zwischendurch wurde auch die Ehegattin meines Kollegen zur Hörprobe gebeten. Das Ergebnis war: Die Lautsprecher werden im Wohnzimmer aufgestellt und ein schönes Furnier-Finish muss es sein! Kein Problem, Furniererfahrung hab' ich schon genug gesammelt. Irgendwann nach Mitternacht wurde die SB36 wieder ins Auto verfrachtet und es ging heimwärts.

Die nächsten Tage wurde die Gehäuseplanung angegangen. Eckig? Nein, wenn ich was baue, muss es mir auch gefallen und runde Seiten gefallen mir deutlich besser. Den Arbeitsaufwand kann ich mittlerweile schon einigermaßen gut abschätzen. Ich kann es gleich vorweg nehmen: mindestens 40 Stunden hab' ich geschätzt und ca. 50 Stunden wurden es.

Nachdem der Bauplan abgesegnet war, wurde gleich Holz, ähm, MDF gekauft: 22mm MDF rundherum und zusätzlich 3mm Hartfaserplatten für Seiten, Rückwand, Deckel und Boden. Die Spanten wurden auch gleich aus 22mm MDF gefertigt. Weil letztens ein Forumskollegen fragte, wie man am besten runde Spanten herstellt, werde ich auf meine Methode genauer eingehen.

Zuerst die Alternativen:

Es gibt Leute, die die Spanten fertig CNC-gefräst bestellen. Nichts für mich: zu teuer.

Dann gibt es Leute, die die Spanten selber fräsen (Vorlage anfertigen und mit Bündig-Fräser angleichen). Schon eher was für mich, aber es dauert relativ lange und staubt recht viel.

Beide Methoden sind sicher genauer als meine, aber mit meiner Methode hab' ich die Gerippe für zwei ausgewachsene Standboxen binnen 4 Stunden(!) fertig geleimt und die Genauigkeit ist locker ausreichend! Ich mache das wie folgt:

Vorher gezeichneten Grundriss auf ein Brett übertragen. Dieses dann möglichst genau mit der Bandsäge ausschneiden. Mit dieser Vorlage alle anderen Bretter anzeichnen und ebenfalls mit der Bandsäge ausschneiden. Alle Bretter mit Schraubzwingen fest zusammenspannen und mit dem Bandschleifer "gleich" machen. Dann noch schnell die Löcher mit der Stichsäge ausschneiden. Fertig! Jetzt können die Spanten eine feste Bindung mit Front- und Rückplatte eingehen - bis der Tod euch scheide. Nur "JA, ICH WILL", konnten die nicht von sich geben. Dieses Mal habe ich auch eine Dämmschicht aus 10mm Weichfaserplatten aufgebracht. Weil ich Bedenken hatte, dass sich die 3mm HF-Platte nicht mehr richtig biegen lassen, wenn ich diese flächig aufleime, wurden ca. 12mm breite Streifen auf der Bandsäge ausgeschnitten und mit ein paar Millimeter Abstand aufgeleimt.



Um die HF-Platten am Gerippe zu befestigen, wurden dieses Mal nicht mein Vater und Spangurte hinzugezogen, sondern Herr Makita und eine alte Schachtel namens Spax. (nicht zu verwechseln mit den Spackos, der Ruhrgebiets-Selbstbauguppe)



Das hat super funktioniert - mit einem Hinweis: MDF bietet keinen guten Halt für Schrauben. Daher mit Gefühl anziehen. Nach einem Tag wurden die Schrauben entfernt und die zweite Seite damit befestigt, später wieder herausgedreht und der Schachtel zugeführt. Perfektes Recycling!

Biege-MDF stellte ich mit der Handkreissäge her: mit ca. 15mm Abstand 19mm tief einschneiden. Wenn man den Staubsaugerschlauch bei der dafür vorgesehenen Öffnung der Handkreissäge platziert, ist die Staubwirkung überschaubar und man hat auch gleich das Sägemehl zentral gesammelt. Damit kann man später, mit Leim vermischt, die Hohlräume des Biege-MDF wieder etwas füllen. Diese Aktion ist eher was für's Gewissen. Stabil und schwer genug wird's auch ohne. ;-)

Bei den SB36 hatte ich für die Fixierung der MDF-Platten, bevor diese mit Spanngurten in die gewünschte Form gebracht wurden, auch ein paar Schrauben verwendet. Damals war ich skeptisch, ob man die Schraublöcher später nicht doch sieht. Mittlerweile kann ich sagen: Man sieht, wenn man später furniert, gar nichts. Auch nicht nach zwei Jahren! Es reicht, die Löcher mit passenden Holzstäbchen und Leim zu füllen und ein bisschen schleifen. Daher hab' ich dieses Mal bei der Befestigung der Seitenplatten auch wieder einige Schrauben eingesetzt. Hauptsächlich auf der rückwärtigen Kante. Vorbohren nicht vergessen, damit die Platten richtig angepresst werden. Auf der vorderen Kante hatte ich mit ein paar Schraubzwingen die passenden Argumente parat, um dem Biege-MDF seinem Name alle Ehre zu erweisen. Anm: Schraubzwingen halten aber nur dann gut, wenn man diese parallel ansetzen kann. Das sollte man bei der Spantenform bedenken



Bis jetzt könnte der Leser glauben, es geht alles wie geschmiert. Dem muss ich sagen, dass es schon die eine oder andere Stunde in Anspruch nimmt und man sollte, nicht wie ich, genug "Spazi" (ugs. für Holzzugabe) bei der Bemaßung der Biege-MDF-Seiten vorsehen. Sonst muss man feststellen, dass die Seiten etwas zu kurz sind und mit 3mm HF-Platten-Leisten die fehlenden Millimeter für Front auffüllen. Hinten wurde der Überstand mittels Hobel halbwegs eben gemacht und eine 3mm HF-Platte aufgeleimt.
Zwischendurch wurden die Bausätze angeliefert und ich konnte die Weichenteile zusammenlöten.

Der Optik wegen wurde die Rundung der Seite bis an die Vorderkante berücksichtigt. Dies war, weil ich die Schraubzwingen verwendete, nicht gleich bei den Spanten berücksichtigt. Sicher bin ich mir nicht mehr, was besser ist. Die Vorteile beim Aufbringen des DIY-Biege-MDF erkauft man sich mit sehr viel Schleifarbeit.

Apropos gerundete Phase: Das hab' ich mittlerweile bei zwei Boxenpaaren gemacht und es funktioniert überraschend gut: Zuerst mit dem passenden Fräser eine 45-Grad Phase machen. Dann die gewünschte Rundung anzeichnen und mit den Exzenterschleifer und grobem Papier die Rundung herstellen. Oben und unten hab' ich dann noch 3mm HF-Platten aufgeleimt und mit dem Bündig-Fräser angeglichen.




Für das Finish wurde, wie schon angesprochen, Furnier gewählt. Damit hab' ich schon reichlich Erfahrung. Zwei, für mich neue Erkenntnisse konnte ich dabei aber dennoch gewinnen. Erstens: Furnier mit Vliesträger funktioniert genauso wie welches ohne. Meine Bedenken, dass man den Vliesträger an den Kanten sehen könnte, bestätigten sich nicht. Zweitens: Die Leimmethode funktioniert auch mit Fugenleim anstandslos. Dennoch hab' ich es dabei belassen, die Rückseite mit Fugenleim zu bearbeiten und verwendete für den Rest den bereits bekannten 0815-Standard-Weiß-Leim.




Nach ca. 20 Stunden Furnieren und Schleifen hab' ich mich an den Chassisöffnungen zu schaffen gemacht. Ein paar Chassisattrappen aus Karton helfen die Anordnung zu perfektionieren, auch wenn man durch die Spantenanordnung schon recht eingeschränkt ist.



Dann noch Fräsen, Schleifen, Wässern, Schleifen und Ölen...




Ich kann nur jedem empfehlen, das Finish mit Furnier und Öl zu machen.




Zum Chassis/Weichen-Einbau hab' ich mir dann ein paar Hifi-begeisterte Bekannte eingeladen. Das hat richtig Spaß gemacht. Leider war der erste Sound-Check aufgrund der nächtlichen Stund' etwas kurz und leise...



Zum Klang:
Ich mach’s kurz: die SB23/3 ist super und der Kollege ist happy. Hier im Forum ist die Marketing-Trommel schon genug, aber völlig zu Recht für die SB23/3 gerührt worden... ;-)



Klemens

Crestfallens SB 23/ 3

Crestfallens SB 23/ 3

Das hässliche Entlein

Nachdem ich ca. 1 Jahr damit verbracht hatte, immer mal wieder mit staunenden Augen den Kreationen von Udos Kunden zuzuschauen, war für mich der Punkt gekommen, das einfach mal selbst zu probieren. Gesagt und als erstes etwas Werkzeug (Handkreissäge, Oberfräse und Schwingschleifer) besorgt und den Keller zu einer Werkstatt umfunktioniert.

Nur welchen Bausatz soll ich nehmen?

Meine Fertigboxen hatten so ihre Probleme mit ihrer zwangsweise wandnahen Aufstellung - also am Besten dort ansetzen und gezielt nach Bausätzen fahnden, die da unkritischer sind. Und dann war da diese stockhässliche (sorry Udo, jetzt weiß ich es besser), stelzbeinige SB 23/3. Also nahm ich mir Udos Forderung nach Eigeninitiative, die beim Selbstbau einfach zwingend dazu gehört, zu Herzen und malte mal mit Sketchup Udos Enfwurf etwas um. Gefiel mir schon besser. Selbst der Frau gefiel es. Noch etwas Mail hin und her wegen meiner Modifikationen und los ging es.

Nachdem der Bausatz superschnell eintraf, machte ich mich sogleich über die Weichenteile her. Nachdem zwei Abende mit Lötübungen ausgefüllt wurden, hatte ich die beiden Weichen in zweckmäßiger (allerdings nicht gerade ästhetischer) Anordnung auf einem Brettchen fixiert. Danach ließ ich mir eine Platte 18er Multiplex in Birke liefern und zersägte sie in handliche Streifen. Ein paar davon hatten exakt 18 mm Breite und ich leimte sie wieder zu einem Brett zusammen. Das sollte etwas Kontrast bringen und die Breite optisch abschwächen. Da ich die typischen Multiplexstreifen nur dort zulassen wollte, wo es mir passte, entschied ich mich alle Bretter mit Sichtkanten mit einer Gehrung zu versehen. Resultat war nur eine sehr schmale Fase an den Kanten. Gefällt mir besser so.

Nachdem ich Udos Plan auf den vorgesehenen Umbau auf Reflexkanäle statt der Ports umrechnete, konnte das Sägen und Zusammenleimen beginnen. Der Aufbau begann mit einer Seite liegend (schon mit Gehrung) und zum Schluss fehlten nur noch die Schallwand und der Deckel. Das Zusammenleimen der Multiplexstreifen zu Schallwand und Deckel sind sicher mit etwas Extraaufwand verbunden, aber ich finde, es hat sich gelohnt. Klar denkt man auch mal mittendrin: „warum eigentlich gleich 3-Wege mit Schickimicki beim ersten Projekt?“, aber dann sagt man sich einfach „ganz oder gar nicht“ und am Ende ging es ja gut aus.

Den Sockel habe ich übrigens doppelwandig gebaut, damit der Hohlraum mit Sand gefüllt werden konnte. Nachdem dann auch Schallwand und der Deckel luftdicht verleimt waren, konnte ich meine ersten Fräserfahrungen, die ich beim Fräsen des Runden Übergangs auf der Schallwand gemacht hatte, nun mit den Chassisausschnitten erweitern. Braucht sicher etwas Übung, aber mit einem Fräszirkel, den ich mir auch noch mittendrin besorgte, gelingt das sogar Informatikern recht passabel. Also flux noch ein letztes Mal alles schön glatt schmirgeln und schon ging es ans Wachsen der Oberfläche. Dafür habe ich Hartwachs im Heißspritzverfahren verwendet. Heißt aber eigentlich nur, Wachsdose im Topf kochen bis es flüssig ist und dann mit einem Tuch auftragen. Überschüssiges Wachs abwischen, fertig. Ergibt einen schönen, seidenmatten Glanz und die Oberfläche ist etwas geschützt.


Nach all den Strapazen können einem beim Vorbohren schon Horrorszenarien durch den Kopf schießen, was alles kurz vor dem Ziel schief gehen könnten. Ging aber alles gut. Chassis verlöten, bohren, festschrauben und hören. Nur was darf als erstes rauskommen? Ich wählte eine nette Jazzvariante der Beastie Boys mit dem Namen „The In Sound from Way Out“ - aber die hörte sich anders an - war doch was falsch angeschlossen oder gar die CD kaputt? Also nochmal Kanal A mit den alten Fertigboxen aktiviert. Stimmt, da hör ich auf einmal nicht mehr dieses Becken im Hintergrund. Also alles, wie es sein soll. Sehr detailreich und einfach erwachsen. Es war also doch die richtige Wahl, gleich „Was Richtiges“ zu bauen.

crestfallen

SB 23 - Auf breiter Front

SB 23 - Auf breiter Front

Klassische Dreiwege-Bassreflexbox

Früher gab es die typische Dreiwege-Bassreflexbox auf breiter Front. Sie brachte einen ordentlichen Bass, aber nicht immer einen guten Klang. Da es heute bessere Chassis gibt, haben wir diesen Klassiker einmal wieder auferstehen lassen, denn damals wie heute war es die typische Allroundbox: Für jede Musikrichtung geeignet und so gerade noch kompakt genug für jeden Raum.

Entwicklung

Als Lautsprecher Bausatzentwickler sind wir nicht den gleichen Zwängen der Industrie unterworfen. So müssen wir dem Schlankheitswahn, dem die Industrie jeden neu auf den Markt geworfenen Lautsprecher unterwirft, nicht zwangsläufig folgen. Also haben wir wieder einmal eine gute, alte, klassische Dreiwege-Bassreflexbox aufgebaut, wie sie sich seit jeher in Wohnzimmern und Partykellern breit gemacht hat und auch schon einmal an der Wand, im Regal oder hinter der Gardine versteckt, aber nicht unbedingt frei aufgestellt wurde.

So gibt es heute so manch einen Besitzer einer betagten und nunmehr defekten Dreiwegebox, der gerne einen Ersatz für das alte Schätzchen hätte, bitte im gleichen Format, damit sie wieder an der gleichen Stelle aufgestellt werden kann. Da die Besitzer solcher altgedienter Boxen, meist von Braun, Heco, Canton oder anderen deutschen Marken, oft selbst schon ein wenig betagt sind, hören sie oft deutsche Schlager oder auch mal Klassik oder Jazz, legen also durchaus auf eine gute Klangqualität wert.

Also entschlossen wir uns für eine hochwertige Dreiwegebox anstelle der heute in dieser Größenklasse bei Verwendung vernünftiger Chassis oft anzutreffenden Zweiwegeboxen und kombinierten alte Abmessungen mit neuer Technik als Ersatz für Vergangenes, aber auch als klanglich ernstzunehmende Alternative für ein neues Publikum.

Gehäuse

Fernab des modernen Schönheitsideals schlanker Models und Standboxen gestalteten wir die Schallwand der fülligen 23/3 gemäß alter Tradition 60 cm hoch und 40 cm breit. Das erforderliche Bassvolumen von stattlichen 45 Litern ergab rechnerisch unter Berücksichtigung der Mitteltonkammer eine Regalkompatible Gehäuse-Innentiefe von 22,4 cm.

Mit 18 mm Multiplex wählten wir einen Werkstoff mit bereits ansehlicher Oberfläche, da der gegenüber MDF etwa doppelte Preis sich anschließend beim Gehäusefinish bezahlt macht. Die Bassreflexabstimmung realisierten wir ganz klassisch mit zwei Reflexrohren HP 50 BR in voller Länge den unteren Gehäuseecken. Da der Querschnitt auf diese Weise groß genug ist, verzichteten wir auf das Abrunden bzw. Anfasen der Reflexrohre. Wer es aus optischen Gründen dennoch machen möchte, kann dies gerne machen, wir wollten uns die technische Notwendigkeit einfach die Zeit dafür sparen.

Wie ein Gehäuse aufgebaut und verleimt wird, haben wir zwar schon oft gezeigt, doch da wir die Chassis-Behausung ja sowieso aufbauen mussten, konnten wir die Kamera ja beim Bau draufhalten um das ein oder andere kniffelige Detail zu zeigen.

Fugenleim gehört heute zur Standardausrüstung eines Boxenbauers, er ist am einfachsten, schnellsten, saubersten und sparsamsten in der Anwendung. Für das bündige Ausrichten der einzelnen Bretter benötigt der Heimwerker eine Oberfräse - oder ein wenig Fingerspitzengefühl bzw. Übung, dann ist der eigentliche Aufbau eine Sache von Minuten. Sind die Platten durch falsche Lagerung im Baumarkt verzogen, hilft ein wenig Druck an den richtigen Stellen. Wichtig ist, die Schraubzwingen exakt rechtwinkelig anzusetzen, damit die Bretter sich auf dem Leim nicht verschieben. Sie sollten die Werkstatt also erst verlassen, wenn der Leim eingezogen ist und die Gefahr gebannt ist, dass sich die Bretter noch verschieben.

Nach dem die Box gut verleimt mit ausgesägten bzw. ausgefrästen Löchern für die Chassis vor uns lag, ging es an den Bau der Kammer für den Mitteltöner. Anstelle einer aufwändigen Holzkonstruktion setzten wir einfach ein auf 22,4 cm abgelängtes KG-Kunststoffrohr aus dem Baumarkt ein. So erhielten wir eine klanglich ordentliche Mitteltonkammer, welche die Gefahr bannt, dass der riesige Bass den kleinen Mitteltöner als Passivmembrane missbrauchen möchte. Für die Befestigung des KG-Rohres für den Mitteltöner eignet sich Montagekleber besser als Leim, da letzterer bei Kunststoff keine Angriffsfläche findet.

So ist der Mitteltöner gut abgedichtet und die Kammer dient gleich zeitig der Gehäuseversteifung. Wichtig: Damit der Mitteltöner angeschlossen werden kann, benötigt die graue Rundbehausung ein Loch zur Kabeldurchführung.

Nach dem Bau der SB 23/3 haben wir uns übrigens ersatzweise einen 20er CMT und zwei 10er HM-Fräsköpfe im Internet bestellt - die alten waren mittlerweile durch die vielen Lautsprecherboxen doch ein wenig stumpf geworden, was man den Fotos auch ansieht.

Die Oberfläche haben wir dann zweimal mit Schellack behandelt, inklusive eines Zwischenschliffs. So ergeben sich je nach Lichteinfall wunderschöne farbige Glanzeffekte. Für diejenigen unter Ihnen, die ihre Boxen nicht irgendwo an der Wand oder im Regal verstecken möchten, sondern auf guten Klang durch die Aufstellung mit dem Hochtöner in Ohrhöhe Wert legen, haben wir im Baumarkt zwei 40 cm hohe Füße erstanden, die es sogar höhenverstellbar gibt.

Den Bauplan der SB 23/ 3 gibt es hier zum Herunterladen.

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Chassis

Basis und zugleich Namensgeber für die 23/3 ist der schon vorgestellte SB23NRXS45-8 , ein 22 cm Bass, dessen Messergebnisse auch sehr gute Mittelton-Qualitäten belegen. Ein solider Lautsprecherkorb, eine große Polkernbohrung und die bewährte Pappmembran sind die äußeren Merkmale, die für eine gute Haptik sorgen. Mit einer hochgelegten Flachzentrierung und vielen Lüftungsöffnungen ergibt sich für die riesige Schwingspule mit ihren knapp 46 mm Durchmesser eine optimale Kühlung. Die beschichtete Membran gehört mit 24,5 Gramm zu den leichtesten ihrer Klasse. Dennoch liegt die Resonanzfrequenz mit 32 Hz praxisgerecht tief. Der geradezu ideale Qts von 0,4 ermöglicht den universellen Einsatz des SB 23 in Verbindung mit nahezu jedem Gehäuseprinzip. Für unter 100 Euro bekommt man einen beachtlichen Gegenwert, sogar die Anschlussklemmen sind korrosionsbeständig vergoldet und ein Dichtband hat das in Dänemark entworfene Chassis ebenfalls.

Einen idealen Musikerkollegen fand der Bass in der neuen Hochton-Kalotte SB26STAC-C000-4, die wie alle Chassis von SB Acoustics einen Namen aus scheinbar willkürlich zusammengewürfelten Buchstaben und Zahlen trägt. Zumindest deutet das Fehlen des "A" darauf hin, dass sie die Aluminiumfrontplatte ihrer Schwesterkalotte nicht hat. Dafür hat sie die gleichen konstruktiven Eigenschaften: Tiefe Resonanzfrequenz, verkupferter Polkern mit angekoppeltem Volumen und Resonanzschutz, eine luftdicht beschichtete Textilkalotte mit kurzer frontseitiger Schallführung und breiter Sicke. Das fast schon allgegenwärtige, aber nicht immer ganz unproblematische Ferrofluid wurde bei beiden Versionen für einen freieren Klang weggelassen.

Für den elektrischen Anschluss an die Frequenzweiche sind zwei Lötfahnen vorhanden, der Pluspol ist rot markiert. Der Paarpreis ist mit 75,00 Euro ungeheuer günstig - dieser Hochtöner ist jeden Cent davon wert und kann sich durchaus mit wesentlich teureren Exemplaren messen. Bereits dieses Zweiergespann aus Tiefmittel- und Hochtöner war mit den technischen Daten und Messwerten der Einzelchassis so vielversprechend, dass wir probeweise schnell ein Spanplattengehäuse für diese Zweiwegekombination aufbauten, denn wir wollten das Ergebnis ausprobieren und uns nicht nur vorstellen können. Siehe da, die Messergebnisse mit einer provisorischen Weichentrennung bei etwa 2.000 Hz zeigte zwar schöne Einzelmessungen, aber die resultierende, nicht gerade zufriedenstellende Summenkurve versprach einen ziemlich hohen Aufwand für eine auch bei Musik im Raum funktionierende Frequenzweiche.

Also verwarfen wir den Ausflug in die Zweiwege-Dimension wieder und besannen uns auf unsere nunmehr bestätigte Entscheidung, diesen beiden tollen Chassis ein drittes zur Seite zu stellen - einen adäquaten Mitteltöner halt. Manchmal ist es eben gut, Dinge nicht nur zu vermuten oder gar zu behaupten, sondern sie auch zu prüfen. Also zurück zur Zweiwegekonstruktion. Passenderweise - bzw. eher zufällig - wurde uns zuvor der SB12NRXF25-4 vorgestellt.

Klassischer wäre zwar ein 10er Chassis, doch durch die großen Körbe haben sich nur die Außenmaße bei fast gleicher Membranfläche verschoben. Die Beschreibung der Äußerlichkeiten wäre eine Wiederholung des für den Bass gesagten, die inneren Werte haben es aber wörtlich in sich. Die 25,4 mm Schwingspule hat eine Impedanz von nur 4 Ohm, sitzt auf einem Kaptonträger und ist so hoch gewickelt, dass bei 5 mm Polplattendicke glatt 10 mm linearer Hub erreicht werden. Angesichts von 72 Hz Resonanzfrequenz ist die Bezeichnung Mitteltöner trotzdem angemessen, es sei denn, man will kleine Satelliten oder gar PC-Lautsprecher aus den SB 12 bauen. Sein Schalldruck von 85,5 dB/ 1W/ 1m erscheint auf den ersten Blick zu gering für den Rest der Mannschaft, doch mit 2,83 V = 2 Watt/ 4 Ohm bekommen wir die 3 dB dazu, die uns nur scheinbar fehlten.

Abstimmung

Die Frequenzweiche kann gut und gerne als Standard ohne wirkliche Besonderheiten bezeichnet werden, Besonderheiten. Die rote Linie stellt das jeweilige Chassis ohne Beschaltung in der Box dar, die blaue ergab sich nach der Filterung durch den jeweiligen Frequenzweichenzweig. Bis auf den Hochpass des Mitteltöners (6 dB) wurden überall 12dB-Weichen verwendet, der Hochtöner wurde zusätzlich durch einen Vorwiderstand mit parallelgeschaltetem Kondensator im Pegel reduziert, so ergibt sich ein kleines Plus im Superhochtonbereich.

Für ein optimales Zusammenspiel der Solisten muss der Bass gegenüber dem Mittelhochtonbereich verpolt werden, erst dann ergibt sich ein ordentliches Summensignal. Der kleine Buckel um 2 kHz mit anschließender Senke ist durch die breite der Front verursacht, sie verschiebt sich bei zunehmendem Hör- bzw. Messwinkel nach unten. Wegen der für diese Bauform angedachte wandnahe Aufstellung bzw. Aufhängung haben wir den Mitteltöner und den Hochtöner nicht weiter im Pegel abgesenkt. Auch der leichte Pegelabfall unterhalb 90 Hz sorgt dafür, dass die Box nicht zu "boomig" wirkt, wenn sie beispielsweise in kleineren Räumen der Raumecke zu nahe kommt. Wer die bei unesren Bauanleitungen eigentlich obligatorische zusätzliche Impedanzkorrektur für Röhrenverstärker vermisst, dem sei die gute Nachricht überbracht, dass diese bei dieser Dreiwegekonstruktion gar nicht notwendig ist.

Klang

Der Klangtest wurde mit frisch reparierten SAC-Monos und guter Musik von einem TD 320 mit Benz-System und einem Stapel kürzlich günstig erworbener Schallplatten durchgeführt. Highlight war die sicher gänzlich unbekannte, grandiose Scheibe "Mas Hysteria" der amerikanischen Rock-Gitarristin Carolyn Mas. Das nur zehn oder zwölf Minuten kurze Stück "Sittin' in The dark" wurde in einer kleinen, lokalen Radiostation zwar nicht perfekt aufgenommen, bot aber dennoch eine so eindrucksvolle Stimme und fünf tolle Soli hervorragender Musiker, dass es im Klangtest gleich dreimal herhalten musste. Solch unkomprimierte Rockmusik mit Feinzeichnung und Lebendigkeit ist heutzutage eine Seltenheit. Die gut 30 Jahre alte Platte zwingt mit ihrer Stimmung das Publikum förmlich zum Mitwippen. Eigentlich geht es ja um die Boxen, doch die Musik gehört immer dazu.

Hinzu kommt, dass die 23/3 die Töne aus der schwarzen Rille derart genießen lassen, dass sie beim Klangtest eher wie zufällig zufällig vor der tiefen und breiten Bühne standen und dabei nichts falsch machten. Anschließend lauschten wir Klassik-, Jazz- und Blues-CD's wobei nach der vollendeten Analog-Darbietung anfängliche Skepsis nach den ersten digitalen Tönen schnell in wohliger Zufriedenheit umschlug.

Fazit

Die Entscheidung, sich bei dieser klassischen Bassreflexbox nicht mit zwei Wegen zufrieden zu geben, sondern ein vernünftiges Dreiwegesystem aufzubauen, entschied sich als richtig. Ein Umstand, den viele Fertigboxenhersteller heutzutage gerne ungeprüft ausblenden. Der Selbstbauer jedenfalls nimmt den zusätzlichen Aufwand für den dritten Weg gerne in Kauf, wenn er wie in diesem Fall etwas bringt. Die SB 23/3 macht in allen Lebenslagen bei jeder Musikrichtung Spaß und die Summe der einzelnen Chassis ist hier mehr als nur die Korrekte Tonwiedergabe der Lieblingsmusik.

Intertechnik

Ergänzung

Für ein Heimkinosystem empfohlene Lautsprecher.
Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die entsprechenden Boxen um zu erfahren welche Bausätze wir Ihnen dazu empfehlen. Auf Mobilgeräten drücken Sie auf die entsprechenden Lautsprecher.

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