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SB18

SB18

Die Erfolgsstory

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Der Sprung in die nächste Klasse - SB18

Der Sprung in die nächste Klasse - SB18

Die Warnung die ich hier häufig gelesen habe hat sich bestätigt. Lautsprecher bauen macht süchtig! Mit meinem ersten Projekt bin ich schon sehr zufrieden gewesen. Allerdings hat es auch Interesse geweckt den Sprung von Einsteiger- zur Bluesklasse zu probieren. Als dann noch das Objekt der Begierde im Angebot bei Intertechnik zu haben war konnte ich nicht anders. So hat es kein viertel Jahr gedauert bis ich mein zweites Projekt in Angriff nahm. Ich entschied mich aufgrund etlicher positiver Foreneinträge die SB 18, auch ohne Probehören, zu bestellen.

Meine ersten Lautsprecher habe ich mit sehr geringem Aufwand gebaut. Also rohes MDF und keine gefrästen Schallwände. Das war mir dieses Mal allerdings zu einfach, schließlich will man sich ja auch weiterentwickeln. Da die Kosten moderat bleiben sollten habe ich mich für eine günstige Oberfräse von Parkside (45Euro inkl. Versand) entschieden und bereue den Kauf bisher nicht. Um den kleinen Radius des Hochtöners fräsen zu können reichte der mitgelieferte Fräszirkel leider nicht aus. Mein Glück, dass mein Vater alles nötige besitzt um einen entsprechenden Zirkel selber zu bauen.

Da es das erste Mal war, dass ich eine Oberfräse bediene haben sich leider auch ein paar Fehler eingeschlichen. Zum einen ist bei der ersten Fräsung der Fräser etwas nachgerutscht weil ich ihn vermutlich nicht fest genug angezogen habe. Zum anderen Fehler komme ich später.

Auf das Zusammenleimen bin ich in meinem letzten Bericht eingegangen und spare es mir hier deshalb.

Bei dem Design der Gehäuse entschied ich mich für Klebefolie, da es in meinen Augen am wenigsten Aufwand erforderte. Das Vorgehen beim Folieren kann man denke ich ganz gut mit den Bildern nachvollziehen. Man sollte dafür auf jeden Fall viel Geduld mitbringen und damit rechnen, dass man erst Fehler machen muss um daraus zu lernen.

Hier mal eine kleine Auflistung meiner Fehler, damit andere diese nicht erst selber machen müssen:

- sehr gründlich schleifen, sonst bleiben Konturen sichtbar.
- auf die Maserung beim Abschneiden achten. Eigentlich wollte ich diese vertikal haben.
- beim Umklappen der Kanten darauf achten mit welcher man beginnt, damit die geschnittene Seite von vorne nicht so stark zu sehen ist.
- auf jeden Fall gründlich mit einem Heißluftfön arbeiten (meiner war auf ca. 100 %grad%C eingestellt). Eine Seite löst sich im Reflexkanal, weil ich vermutlich zu wenig mit dem Fön darüber bin und zu wenig angedrückt habe.
- das Schneiden der Kanten an den Übergängen beider Folien vorher gut vorbereiten. Am besten erst leicht anzeichnen und am besten eine Schablone für einen durchgängig gleichen Abstand basteln. Mit zu kurzem Lineal und zu wenig Gedult entstehen ärgerliche Fehlstellen wie auf dem dritten Bild zu sehen ist.

Auf dem unten zu sehendem mittleren Bild ist der anfangs erwähnte zweite Fehler beim Fräsen zu sehen. Ich habe nicht nachgemessen und der zweite Ausschnitt hat untermaß, obwohl ich die Einstellung des Zirkels vom ersten (passenden) Ausschnitt übernommen habe. Nachdem ich die Folie entfernt habe ging das Chassis gerade so mit drücken und würden hinein.

Die Frequenzweiche wurde im Rahmen der Aktion bereits fertig geliefert und ich musste sie lediglich im Gehäuse verschrauben und Chassis sowie Terminal anschließen.

Am Ende des Tages (ich hätte mir lieber zwei Tage nehmen sollen um entspannter arbeiten zu können) stand das fertige Pärchen vor mir und konnte getestet werden. Da es schon nach 10 Uhr abends war viel der Soundcheck dementsprechend zurückhaltend aus. Also musste ich mich doch bis zum nächsten Tag gedulden. Ich kann Klang immer noch nicht gut beschreiben, aber er ist genau so wie ich es mir gewünscht habe.

Die Höhen sind präzise ohne schrill zu sein, der Bass klingt satt und knackig und die Mitteltöne passen sich perfekt in dieses Klangbild ein. Besonders rockige Lieder kommen auf den SB18 super rüber, was genau meinem Musikgeschmack entspricht. Das bringt mich wieder zurück auf das Thema Suchtpotential, denn das werden nicht die letzten Lautsprecher aus der SB-Reihe sein. Die größeren Brüder lächeln mich förmlich schon an ;)

Viele Grüße,
Jano

SB18 von Günther

SB18 von Günther


Ich weiß nicht mehr wie lange genau, aber ich glaube, dass ich mich bereits über ein Jahr als stiller Mitleser hier rumtreibe. Fasziniert von den ganzen Bauberichten, den tollen Designideen und vor allem deren Umsetzung, wollte ich schon lange selber mal Lautsprecher bauen. Vor allem die häufige Aussage, dass man mit günstigen Selbstbaulautsprechern in weitaus höherpreisigen Kauflautsprechergefilden wildern kann, brachte mich dazu, mir Gedanken zu machen, wie ich mein vorhandenes Heimkinosystem aus Berlin ;-) ersetzen kann. Als gelernter Handwerker und mit einem Schreiner als Bruder sollte dem Gehäusebau ja nichts im Wege stehen. Noch dazu besitzt mein Bruder alle von mir benötigten Werkzeugen, auf die ich jederzeit Zugriff habe. ABER...es heißt DIY, also wollte ich den Bau zwar mit seinen Maschinen, aber ohne seine Hilfe bewerkstelligen. "Selbstbaulautsprecher dürfen auch nach Selbstbau aussehen."

Meine Wahl viel letztendlich auf die SB240, den SB36 Center und die SB18 als Rear's.
Es stellte sich nur die große Frage: Wie klingen die Dinger jetzt eigentlich? Sind sie wirklich ihr Geld wert?
Der Plan die SB's probe zu hören scheiterte an zwei Dingen: erstens, die Entfernung von über 600km und zweitens an meiner eigenen Dummheit ;-) Ich hatte in meinem Profil einen Fehler bei meinem Wohnort. Die Umkreissuche brachte nur Treffer in Entfernungen ab 500km. (es reicht nicht, nur die Postleitzahl anzugeben...man muss auch seinen Wohnort im eigenen Profil reinschreiben)

Tja...was tun? Eines Abends las ich wieder hier die Beiträge und bestellte aus einer Laune heraus einfach zwei SB18. Ich wollte endlich wissen, wie sich die Dinger anhören, ob sie das Geld wert sind und wenn nicht, habe ich nicht soooo viel in den Sand gesetzt. Geplant war, zwei einfache Gehäuse nach Plan zu bauen...ohne großartiges Finish. Zugleich kann ich ja Erfahrung im Umgang mit den Maschinen lernen. Falls ich doch von den Lautsprechern überzeugt sein sollte, müsste ich nur schöne Gehäuse bauen und ich hätte schon mal die Surroundlautsprecher für das Heimkinoset.

Zwei Tage später wurde das Paket schon geliefert. Es ist wirklich alles im Bausatz dabei...sogar ein Schraubensatz.


Der Plan für die Testgehäuse sah vor, dass ich 22er MDF für Front, Boden und Deckel, die Rückwand sowie für den Bassreflexkanal verwende. Da es sich bei den SB18 ja um Regalboxen handelt, ich aber keine Möglichkeit habe, Regalboxen vernünftig aufzustellen, wollte ich einfach Leimholzplatten als Seitenwände verwenden, die zugleich als Ständer fungieren. Hierfür entschied ich mich für 18mm Buchenleimholz. Ab zum Baumarkt und die MDF- und Leimholzplatten gekauft und gleich mal losgelegt mit dem Zuschnitt vom MDF. Ich habe das MDF auf Gehrung geschnitten und gleich mal die ersten beiden Fronten falsch gefräst... :-) Man sollte schon genau auf den Plan schauen und richtig anzeichnen ;-) Egal, Material hatte ich genügend und das handhaben der Oberfräse mit dem Fräszirkel ging beim zweiten Durchgang gleich viel einfacher.

In meiner Werkstatt fand ich ein Stück Kunstleder...und da es ja nur Testgehäuse werden sollten, dachte ich mir, ich probier gleich mal aus, wie sich Leder über der Front mit eingelassenem Chassis machen würde. Also nochmal einen Ausschnitt nach Plan in ein Reststück gefräst (wegen dem Leder im Durchmesser um 2mm größer), das Kunstleder mit UHU-Kraftkleber befestigt und den BMT probehalber in den Ausschnitt gedrückt....Wow, sieht richtig gut aus.

Plan B: Testgehäuse mit Kunstleder beziehen :-)


Es war schon spät...am nächsten Tag sollte es weitergehen. Am Morgen dann die ärgerliche Erkenntnis, dass sich die Leimholzplatten (40x120cm) über Nacht in der Breite (also bei 40cm) total verzogen hatten. Die machten einen Bogen von 5-7mm. Nach kurzem überlegen bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich die Leimholzplatten doch nicht als Ständer verwende, sondern sie in der Größe passend als Seitenwand zuschneide, zwei Platten flächig miteinander verleime und als Ständer irgendwas anderes verwende. So entstanden dann Seitenwände mit einer Stärke von 36mm. Da es sich ja immer noch um Testgehäuse handelt....probierte ich gleich noch verschiedene Fräsköpfe aus. Und so erhielten die Seitenteile eine schöne Rundung, aber nur auf einer Seite, nämlich Richtung Front.


Dadurch, dass ich kein Bassreflexrohr, sondern wie im Plan vorgesehen einen Bassreflexkanal baute, musste ich wegen der sauberen Optik und der einfacheren Handhabung den Kanal vor dem endgültigen verleimen des Gehäuses bereits mit Leder beziehen. Hierbei ist natürlich zu beachten, dass man die Materialstärke des Leders im Reflexkanal beachtet und die Maße des Kanals (in dem Fall die Öffnungsfläche) im Plan dementsprechend ändert!

Also ab zum Baumarkt in der Hoffnung, dass die auch Kunstleder im Sortiment haben. Zugleich wollte ich schauen, was ich denn als billigen Ständer verwenden könnte. Beim Schlendern durch den Baumarkt fielen mir Edelstahlfüße für Tische auf. 60mm im Durchmesser, oben eine Montageplatte, an die man normalerweise die Tischplatte schraubt und unten einen Kunststofffuß mit Höhenverstellung. Die Höhenverstellung brauche ich logischerweise nicht...und mit einem Fuß steht der Lautsprecher nicht...mit zwei auch nicht...drei sehen bescheiden aus und würden 60Euro kosten. Irrsinn... ABER....wenn ich die Höhenverstellung entfernen würde (ist ja nur gesteckt) und aus Leimholzplatten eine dicke "Fußplatte" bauen würde....ein Loch im Durchmesser des Rohres fräsen würde....ja das müsste funktionieren. Also zwei Füße in den Einkaufswagen gepackt und ab in die Stoffabteilung. Diese verwies mich dann auf einen Stoffladen nebenan, da sie kein Kunstleder haben.

Der Stoffladen hatte schwarzes Kunstleder da...aber das sah irgendwie nach Plastikfolie
aus. Gleich daneben lag beigefarbenes Alcantara. Gleicher Preis...farblich passend zur Wohnzimmereinrichtung...gekauft :-) Zugleich ist bei mir Entscheidung gefallen, dass aus den Testgehäusen richtig schöne, zur Einrichtung passende Lautsprecher werden sollen. Also nochmal zurück in den Baumarkt und Beize im Farbton passend zum Fußboden des Wohnzimmers gekauft. Und für das Finish der gebeizten Leimholzplatten noch Holzwachs mitgenommen.
Zuhause angekommen habe ich dann noch Nuten in die MDF-Platten gesägt, damit ich das Alcantara jeweils über die Kanten ziehen kann und somit ein sauberer Abschluss entsteht, wenn zum Schluss die Seitenteile aufgeleimt werden. Da das beziehen am Stück ja nicht möglich war, habe ich mich dazu entschieden, das Alcantara am Boden zu teilen. Wie man auf dem Foto sieht, habe ich nur den unteren Teil des Reflexkanals bezogen. Anschließen habe ich alle MDF-Teile miteinander verleimt.

Nach dem Trocknen ging es weiter mit dem Beziehen. Angefangen habe ich an der Front, weiter über den Deckel zum Boden. Zum Schluss stand ich vor dem Problem, wie ich den oberen Teil des Reflexkanals beziehen kann...es sind ja nur ca. 11mm Platz auf eine Breite von 19cm. Ich habe dann einfach das Alcantara durch den Kanal gezogen und habe erst dann den Kleber mit einer dünnen Spachtel auf das Alcantara sowie auf das MDF gestrichen. Das Ganze etwas ablüften lassen und dann über die Kante des Reflexbrettes hochgezogen und festgedrückt. Um das Leder auch im Kanal andrücken zu können, habe ich aus MDF-Abfallstücken 10mm dicke Streifen geschnitten, die ich in den Kanal gesteckt habe. Nun einfach auf das Gehäuse drücken und schon hält das Leder im Kanal. (habe leider keine Bilder davon gemacht)


Weiter ging es mit dem Ständer.
Für die Bodenplatte habe ich wiederum Buchenleimholzplatten verwendet. Diesmal in dreifach verleimter Ausführung, also insgesamt 54mm dick. Damit das Ganze auch ein bisschen ansehnlicher wird, habe ich rundum die gleiche Rundung wie an den Gehäuseseiten gefräst. Des Weiteren fräste ich einen Ausschnitt mit dem Durchmesser des Tischfußes ca. 30mm tief. Der Plan war, dass ich so genau fräsen wollte, dass der Fuß durch alleiniges reinstecken (im Notfall mit etwas sanfter Gewalt) halten bzw. stehen sollte. Vorsichtshalber habe ich noch etwas Silikon vor dem einstecken in den Ausschnitt gespritzt. Und damit das Ganze auch noch etwas Gewicht bekommt, wurde das komplette Rohr mit Quarzsand befüllt. Hält einwandfrei.


Eine Frequenzweiche zu löten war für mich komplettes Neuland. Eigentlich wollte ich die fertig aufgebaute Weichen zu den Bausätzen mitbestellen...aber wie schon erwähnt, heisst es ja DoItYourself. Also hab ich mich mal überraschen lassen. Und die Überraschung war groß...der gelieferte Bauplan für die Weichen war tatsächlich übersichtlich, aber ich war ehrlich gesagt anfangs überfordert. Ich hatte einfach einen Denkfehler beim lesen des Plans. Ich dachte mir immer: Wenn ich das Plus- und Minuskabel an ein-und dasselbe Bauteil löte, dann fabriziere ich doch einen Kurzschluss...?...oder doch nicht..? Mit etwas Nachdenken habe sogar ich als Neuling es fertig gebracht habe, die Weichen richtig aufzubauen. Auf dem Foto sieht man meine erste selbstgelötete Weiche und sie funktionierte auf Anhieb. (ist mit Sicherheit löttechnisch nicht die schönste, aber man sieht sie ja nicht mehr)


Weiter ging es mit dem Gehäusebau.

Im Werkzeugschrank fand ich noch eine Lamellofräse...und ein Schreiner würde eigentlich nie etwas nur auf Stoß verleimen. Ok, ich bin kein Schreiner...ich dürfte das ;-) aber wenn man die Möglichkeit dazu schon hat, dann nutzt man sie halt auch. Der Umgang mit der Lamellofräse ist eigentlich kein Hexenwerk...vorausgesetzt, alle Bauteile sind rechtwinklig zugschnitten bzw. verleimt. Tja, dem war nicht ganz so. Also bei zwei-drei Lamellos nochmal freihand nachgefräst und schon konnte ich die Gehäuse in ihrer endgütigen Größe bewundern. Aber vor dem Zusammenbau mussten die Teile noch gebeizt werden (genaugenommen habe ich das schon vor dem Fräsen der Lamellos gemacht, wie man auf dem Foto erkennen kann) Sind die Lamellos dann richtig gefräst ist der Zusammenbau ein Kinderspiel.
Nachdem der Leim getrocknet schraubte ich die Montageplatte, die ja beim Tischfuß mit dabei ist an die Unterseite des Gehäuses. Auf dem Bild sieht man schön den Überstand der Seitenwangen. Das war Absicht. Zum einen könnte man die Lautsprecher so immer noch als Regalbox aufstellen, zum anderen sieht man kleine Maßabweichungen nicht gleich, wenn nicht alle Kanten bündig miteinander abschließen sollen Aus diesem Grund stehen die Seitenwangen rundum über das mit Alcantara bezogene MDF. An der Front nur wenige Millimeter, am Deckel und auf der Rückseite darf es auch etwas mehr sein. Ich finde, es lockert das Design etwas auf und man hat nicht "nur" eine eckige Box.
Weiter ging es mit dem verlöten und dem Einbau der Chassis. In irgendeinem Bericht hier im Forum habe ich den Tipp gelesen, man solle die Chassisrückseite mit Alufolie abdecken. So kann beim löten nichts passieren, falls mal Lötzinn tropfen sollte. Weil ich natürlich Brandlöcher im Alcantara verhindern wollte, habe ich die komplette Front mit Alufolie abgedeckt.


Zu guter Letzt wurden die gebeizten Oberflächen noch mit Holzwachs behandelt, damit das Ganze auch nach was aussieht.

Da standen sie nun...fertig montiert...noch ohne Standfuß...das Wachs noch nicht trocken...aber ich musste sie einfach im Ganzen sehen. Also vorsichtig auf die Füße geschraubt (man muss ja das ganze Gehäuse wie eine Schraube drehen um den Fuß anzuschrauben) Schön...wie sie sich wohl anhören..? Ab ins Wohnzimmer damit. Ich will nicht bis zum nächsten Tag warten. Das Wachs kann im Wohnzimmer auch aushärten ;-)
Beim hochschleppen in den ersten Stock bemerkte ich erst, was für ein sattes Gewicht die Dinger haben. Mal kurz die Personenwaage aus dem Bad geholt...und die zeigt stolze 21,9kg pro Stück an :-)


Die beiden Teufelchen ;-) waren gleich beiseite geschoben und die SB18 durften ihren Platz einnehmen. Wow...schick schauen sie aus.



Noch schnell die Kabel angeschlossen...nur was höre ich als erstes an? Ich ging den hier eher untypischen Weg und hab mein Handy per Kopfhörerstecker an den Front-Chincheingang meines Onkyo TX-NR905 angeschlossen, Youtube aufgerufen und, keine Ahnung warum, von Richard Marx "right here waiting" angetippt.
Wow....etwas lauter...das Klavier klingt ja hammermäßig. Mir fährt gerade ne Gänsehaut über den Rücken :-) Als die ersten Bassläufe kommen dachte ich mir...hoppla, hab den Subwoofer nicht ausgeschaltet. Musste dann aber feststellen, dass der nicht mal mehr angeschlossen war :-) Zurück auf die Couch und genießen...und noch mehr wundern, was aus den "kleinen" Regalboxen rauskommt.


Da ich nicht der HighEnd-Musikhörer bin, erlaubt mir, dass ich hier keine große Klangbeschreibung mache. Auch bin ich nicht auf eine Musikrichtung festgelegt. Bei mir läuft was gerade gefällt. Das geht von Rock über HipHop, Schlager, Dubstep zu keineAhnungwelcheMusikrichtungnoch :-)

Nur soviel: Ein Kumpel kam vorbei zum probehören. Er hat schon mehrere teuere Lautsprechersysteme verschiedender Hersteller besessen (Kauflautsprecher) und war, genau wie ich, skeptisch, was denn aus den billigen Dingern da schon groß rauskommen soll. Als Teststück habe ich "Once Upon A Time" von Down Low aufgelegt (ihr seht schon...ich hole alte Schinken aus meiner Kiste ;-) ) Am Anfang klare Höhen, gefolgt von tiefen Bassläufen. Als die loslegten meinte er: Mann...der Subwoofer hübscht das Ganze aber ordentlich auf. Ich ging zum Subwoofer und zeigte ihm den nicht angeschlossenen Y-Chinchadapter, der lose auf der Rückseite baumelte....sein Gesichtsausdruck war göttlich anzusehen :-)


Mittlerweile haben schon einige die SB18 hören können. Und alle waren sie erstaunt, was die "billigen" Dinger von sich geben. Für mich steht fest, dass es für mich persönlich nie mehr Lautsprecher von der Stange geben wird. Erstens, weil ich nun weiß, was diese Lautsprecher können...zweitens, weil es einfach riesen Spaß macht, sich den Kopf zu zerbrechen wegen dem Gehäusedesign, dem Finish, dem Aufbau der Frequenzweiche (wenn man es wie ich noch nie gemacht hat) dem Gehäusebau an sich...und vor allem, weil man am Ende schon "ein bisschen" stolz ist, wenn die Teile dann fertig sind und man Kommentare zu hören bekommt, wie: "Wow...sowas bekommt man nirgends so zu kaufen" (O-Ton meines Bruder's)

In diesem Sinne weiterhin viel Spaß beim grübeln und bauen! Und an die Neulinge, die noch zweifeln (genau wie ich es war...): Macht es einfach! Ihr werdet es nicht bereuen!

Günther

Frankophile SB 18

Frankophile SB 18

Mein erster Selbstbau


Schon viel länger als ich es zugeben möchte liebäugelte ich damit meine Jugendsünde bestehend aus einer 2.1 Brüllwürfelkombination für den Schreibtisch durch etwas zu ersetzen was es mir tatsächlich möglich macht Musik zu genießen. Richtig intensiv wurde das Verlangen im Jahre 2009, nach dem Abitur in meiner ersten eigenen Wohnung - und schnell habe ich es vergessen müssen. Das studentische Budget, eine hellhörige Wohnung und extrem empfindliche Nachbarn machten es mir schier unmöglich in die Welt des guten Klangs vorzudringen. Trotz diverser Umzüge über die Jahre hat sich die Situation vor allem in Hinsicht auf die Hellhörigkeit der Wohnungen nie wirklich verbessert. Bis heute nicht. Eine zwischenzeitig geerbte Denon Kompaktanlage diente mir zwar lange als Wohnzimmeranlage, aber so richtig zufrieden war ich auch hiermit nicht. Letztlich war mir dann alles egal - ein schönes Paar Lautsprecher sollte es endlich in meine Wohnung schaffen. Der Abschluss des Studiums stand als guter Grund und Rechtfertigung meiner Freundin gegenüber hinter mir.

Lautsprecherbau.de kenne ich im Grunde seit Beginn meines Studiums, ich habe viel gelesen und es hat mir immer in den Fingern gejuckt. In der akuten Phase habe ich täglich gefühlte hundert Berichte gelesen. Welche sollte es werden? Needle, Elip oder doch SB18? Nach vielem Hin und Her, unruhigen Nächten und Überlegungen welche denn in unser Wohnzimmer passt fiel die Entscheidung auf die Needle - und dann die Elip - aber letztlich und definitiv doch auf die SB18. Auch die Zuordnung in die Bluesklasse klang verlockend.

Nächstes Problem: Ich habe quasi keinerlei Werkzeuge und wollte mir auch eigentlich keine kaufen. Die technischen Seite, also die Frequenzweiche betreffend, hatte ich keine Bedenken, gestützt durch die vielen ermutigenden Worte in anderen Berichten. Also im Freundes- und Bekanntenkreis gefragt wer eine Oberfräse besitzt. Es dauerte nicht lange bis ich jemanden fand der nicht nur die Fräse, sondern eine komplett ausgestattete Schreinerwerkstatt zur Verfügung hat - umso besser. Also ein Schnittmuster erstellt, Gesamtfläche errechnet (und im ersten Anlauf tierisch verrechnet - 4m² Holz für 2 SB18 haben uns erstaunlicherweise erst im Baumarkt stutzig gemacht, als der Kostenvoranschlag bei über 80 Euro lag). Im zweiten Anlauf richtig gerechnet und für 29 Euro 22mm MDF am Stück gekauft. Und ab in die Werkstatt.

Um späteres lackieren (wozu es nie kam...) zu erleichtern haben wir die Einzelteile auf Gehrung geschnitten. Hier klappte alles problemlos. Nach erfolgtem Zuschnitt haben wir die Einzelteile provisorisch aneinandergehalten - ich könnte schwören ich habe schon zu diesem Zeitpunkt einen wohligen Klang vernommen. Da wir unter der Woche abends arbeiteten war nach dem Zuschnitt auch schon wieder Schluss. Tags drauf waren wir wieder am Werk, es sollte gefräst werden. Nach erfolgloser Suche nach dem im Inventar vermerkten Fräszirkel wurde noch schnell einer improvisiert - hierfür musste ein Stück Restholz herhalten. Alles klappte nahezu perfekt - bis auf die Tatsache dass wir einmal die Arretierung nicht richtig sitzen hatten und eine HT Frästiefe von knapp einem Zentimeter die Konsequenz war. Ups Nummer 1. Also zurück an die Säge und aus vorhandenem Verschnitt eine neue Front gesägt. Im zweiten Anlauf war dann alles gut.

Der Zusammenbau


Nach zwei Abenden in der Werkstatt konnte ich also endlich die Einzelteile mit nach Hause nehmen, wo auch das zwischenzeitlich bestellte Paket von Intertechnik schon wartete. Da es aber spät war musste der Zusammenbau noch einen Tag warten. Am nächsten Morgen ging es dann los. Da ich es schon oft gelesen habe war mir klar dass ich die Einzelteile unter Zuhilfenahme von Paketband und Leim zusammenleimen werde. Nachdem ich erst alle Teile auf einmal verleimen wollte stellte ich schnell fest dass dies nicht funktionieren wird. Also habe ich je Front-Seite und Rücken-Seite verleimt, diese dann aneinander und zu guter Letzt Boden und Deckel. Zwischenzeitlich kam natürlich auch noch das Reflexbrett hinzu. Der Aufbau ging ziemlich problemlos von der Hand und war schnell erledigt - Ponal Fugenleim sei Dank. Einige nicht perfekt schließende Stellen füllte ich von innen mit Leim und von außen mit Spachtelmasse.

Das Löten der Frequenzweichen habe ich in Ermangelung von Geduld nicht dokumentiert, die "Hochzeit" der Chassis und Gehäuse ebenso nicht. Es sei jedoch gesagt dass das Löten einer Weiche mit etwas Überlegen und stringentem Befolgen der mitgelieferten Schaltpläne wirklich keine Hexerei ist. Tatsächlich fand ich es deutlich schwieriger zielsicher mit dem Lötkolben umzugehen als die Weiche selbst zusammenzubauen (es sind dann auch auf einer Weiche dreimal einige Verbindungen gerissen, einmal nach Fertigstellung der Box... da freut man sich!) Letztlich war aber alles da wo es sein sollte, und viel besser noch: es funktionierte! Ein schönes Gefühl. Obwohl die Gehäuse noch kein Finish hatten mussten die Lautsprecher jetzt ins Wohnzimmer und an den Verstärker.

Die Fertigstellung und Ausrichtung


Der schieren Euphorie folgte bittere Enttäuschung. Zwar spielten die Lautsprecher, aber es klang dumpf, als würde eine schwere Wolldecke über ihnen liegen. Also wollte ich den treuen Denonverstärker anders einstellen. Erster Schritt: Lautstärke leicht anheben - es folgte das Geräusch einer kleinen rausfliegenden Sicherung - Stille. Mein Denon bat mich um Gnade, das Display zeigte "Protect". Ups Nummer 2. Denon weg (er funktioniert noch einwandfrei), Pioneer A441 aus dem Schlafzimmer ins Wohnzimmer geholt, angeschlossen und: Hallöchen! Obwohl die Aufstellung der Lautsprecher alles andere als optimal war überzeugte mich der Klang auf Anhieb. Da jedoch Verleimen und Anschließen alles an einem Tag geschah (die Sache mit der Geduld...) war es schon spät geworden, und den Nachbarn zuliebe musste die ausgiebige Hörprobe auf den nächsten Tag warten.

Am nächsten Tag musste sie erneut ein wenig warten, denn ich entschloss mich dazu ersteinmal das gesamt Wohnzimmer umzuräumen - immer auf der Suche nach dem perfekten Stereodreieck. Leider klappte auch das nicht so ganz. Zwar habe ich eine Art Dreieck gefunden, der verfügbare Platz setzt mir allerdings klare Grenzen. Sei's drum!

Um die Lautsprecher jetzt noch auf Kopfhöhe zu bekommen bastelte ich aus ausgedienten Tischbeinen eines schwedischen Möbelhauses und 4 Platten MDF zwei Budgetständer, die eine hervorragende Arbeit leisten. Und so haben die zwei Hübschen etwa eine Woche bei uns gestanden und gut geklungen bis ich mich ans Finish machte. Ursrpünglich plante ich die Kanten anzufasen und anschließend alles in dunklem rot zu lackieren, entschied mich allerdings dagegen. Eine solche Aufmachung währe wohl etwas zu schwer für unser (noch) sehr studentisches Wohnzimmer.

Letztlich entschieden wir uns - hauptsächlich sie sich, da meine Freundin sich mit solchen Lautsprechern besser anfreunden kann als mit Hochglanzlautsprechern, und ich musste ihr ja auch mal entgegenkommen - dazu die Gehäuse mit Buchseiten zu bekleistern. Die Wahl fiel auf Michel Butor's La Modification (daher auch der Titel dieses Beitrags), ein Buch durch welches ich mich im Studium durchquälen musste, welches somit noch ein würdiges Ende fand. Die Ständer wurden ebenso bearbeitet, und so stehen sie nun da. Die auf den Fotos zu sehenden Spikes dienen zur Schonung der Nerven meiner Nachbarn - die Sache mit der Hellhörigkeit. Ich habe die Boxen vom Ständer entkoppelt, sowie die Ständer mit Gummifüßen zum Boden hin gedämpft. Bisher hat sich noch niemand beschwert...

Der Klang


Das beste kommt zum Schluss: Der Klang. Es wurde schon viel über den Klang der SB18 gesagt, sicherlich auch von Menschen die es besser in Worte fassen können als ich. Dennoch werde ich es versuchen. In einem Wort: Wow. Die ersten Töne die aus den Boxen kamen wurden vom Plattenspieler eingespeist, Pink Floyd's Album Dark Side of the Moon. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen - die SB18 bringt Details zu Tage die ich vorher gar nicht kannte. Die Bühne ist (trotz suboptimaler Aufstellung der Boxen) klar definiert und breit, der Bass ist präsent aber nie störend. Die Saxophonsoli von "Us and Them" kann ich nur jedem empfehlen, jedes noch so feine Detail kommt rüber. Wo mir bei hohen Tönen auf meinen alten Lautsprechern die Ohren bluteten ist auf der SB18 nichts als wohlige Definition zu hören. Danach mussten Aufnahmen von Woodstock her - gleiches Ergebnis. Ich dachte kurz Joe Cocker würde vor mir stehen und mir ins Gesicht schreien. Selbst wenn ich (Todsünde - aber noch fehlt mir ein CD Spieler) MP3 Dateien von einem namhaften Streamingdienst via Bluetooth an den Verstärker sende ist das ein Gefühl welches mir vorher völlig fremd war. Maxence Cyrins Pianocover klingen allesamt so als würde er mit seinem Klavier vor mir sitzen (abgesehen von der Lautstärke, die ich zumindest seit die SB18 bei mir spielen gerne etwas anhebe). Ich könnte ewig weiterschreiben... Ich bin hellauf begeistert und bedanke mich für diese phänomenalen Lautsprecher! Achtung Suchtpotenzial.
Zu guter Letzt noch einen Dank an Tobi, ohne den ich zumindest Zuschnitt und Fräsen nicht so hinbekommen hätte wie es heute ist.

PS: In einem Beitrag zur SB18 von Dezember 2013 wird "Inside the Kidney Machine" empfohlen um den Tiefgang der SB18 zu testen. Ich empfehle diesem Test jedem. Wahnsinn.

Eine SB 18

Eine SB 18


Der Zweitlautsprecher (SB 18)
 

Seit über einem Jahr höre ich mit der leider ausgestorbenen Minuetta Musik. Und was soll ich sagen, ich bin nach wie vor begeistert. Toller Klang – super Lautsprecher!!! Dennoch, an lauen Wintertagen kommt man schon in die Versuchung, ein paar neue Bauberichte zu lesen. Da sind dann richtig tolle Kreationen dabei und schwupps schlägt dieser Virus wieder zu. Ihr kennt ihn bestimmt auch. Es kribbelt und juckt, man liest und sucht und findet. Die SB 18 sollte es sein. Als Zweitlautsprecher, der mal schnell abgebaut und woanders aufgebaut werden kann. Mit den Minuettas geht das leider nicht, sind ein wenig zu schwer.
 

Kontakt per Email aufgenommen Termin ausgemacht und ab ins Hörstudio. Leider hatte Udo wenig Zeit, weil er ein verstopftes Abflussrohr im Keller hatte. Wasser stand schon im Keller, doch Udo blieb relativ gelassen. Seine Aussage: Wenn ich nachher runtergehe, hat sich nicht viel verändert. Wasser steht bestimmt noch dort. Also noch ein wenig geschwatzt und den Bausatz mitgenommen.
 

Einen Baubericht wollte ich aus zwei einleuchtenden Gründen verfassen, zum einen, um die Arbeit, des Lautsprecherbau Magazins, in dieser Form zu würdigen. Weiterhin sollte ein Baubericht erfolgen, damit Neuanfänger sehen, dass man auch mit zwei linken Händen eine tolle Kreation zusammen basteln kann.
 

Eigentlich wollte ich das Ganze aus Schiefer machen, doch ich bin dann letztlich doch davon abgekommen, da mir das dann doch zu schwer wird. Hab dann meine Planung auf Holz reduziert und wollte die beiden Seitenteile aus Schiefer machen. Auch davon bin ich ab. Ich habe mich für 25 mm MDF entschieden, um dem Ganzen ein wenig „Stabilität“ zu verpassen. Ok, 19 mm hätten auch gereicht, doch wat man hat, dat hat man.
 

Das war das Ziel. Eine SB18 – quadratisch, praktisch, gut. Mir kommt es im Endeffekt auf den Klang an. Der Ehrgeiz hat mich dann aber doch ein wenig eingeholt und so wollte ich meine SB18 ein wenig schöner machen.
 

So hatte es angefangen:Ein Sammelsurium aus Bauteilen und Hölzern.


 

Ein paar Wochen später (mittlerweile ein wenig mehr Zeit und keine Termine) sollte die Frequenzweiche zusammengebastelt werden. Also ab ins Internet und geschaut, wie sind diese Pläne zu lesen Ein paar Notizen gemacht und die Teilchen auf nem Blatt Papier ausgelegt. Dann habe ich mich entschieden, die Weiche zu teilen. HT und MT/TT getrennt. Vorlage gab ein bereits existierender Baubericht. Ich hoffe, ich habe das Urheberrecht nicht verletzt.


 

Jetzt gings los. Holzbrettchen her, Lötkolben angeschmissen und die Heißklebepistole aktiviert. Hört sich an wie Rambo Teil I. War es auch, nicht für mich, sondern für die Widerstände, Luftspulen und Kondensatoren. Die armen Dinger. Das Grauen nahm seinen Lauf. Ein paar Beispiele gefällig für meine Kreation? Ich sag da nur: Nicht schön – aber selten.


 

Nach der Fertigstellung erst mal gecheckt, ob da überhaupt ein Ton rauskommt. Sicher ist sicher. Chassis raus, angeklemmt und siehe da, es funzt. Glückwunsch Jochen, geht doch. Und nun zum Holz. Zuschnitt wie beim letzten Mal Online bestellt und ein paar Änderungswünsche angebracht. Nach 2 Wochen war alles zuhause. Um das Gewissen und die Lust am Basteln zu befriedigen, diesen schönen Pyramidenschaumstoff eingeklebt. Mit Sprühkleber (im Hintergrund sichtbar. Blaue Kappe von T….) Ich sag's Euch, unter Kleben versteh ich was anderes. Hat schon ein Weilchen gedauert bis ich die Verarbeitungsweise heraus hatte. Zu guter Letzt hat´s dann gepasst.


 

Die Kisten waren schnell zusammengeleimt - mit dem Super Duper Ponal Holzleim. Schraubzwingen???? Wat ist dat? Laut Meister nicht notwendig, also einfach nur Kasten Bier drauf und gut is.
 

Danach ging es ans Ausbessern von kleinen Fehlern und ans Schleifen. Dazu Holzpaste in die noch zu sehenden Fugen gestopft und trocknen lassen. Am nächsten Tag von Hand ein wenig geschliffen, denn die Vorder-/Ober- und Rückseite sollten mit Kunstleder bezogen werden. Die Seiten sollten vor dem Lederbezug aufgedoppelt werden, damit eine kleine Nut entsteht, in welche ich das Leder reindrücken wollte. Im Vorfeld habe ich dann ein paar Versuche durchgeführt. Zuerst das MPX geschliffen und dann gebeizt. Es sollte was Dunkles sein, aus diesem Grund habe ich mich für Ebenholz und Schwarz entschieden. Beize gleichmäßig auftragen und dann das überflüssige Material runterwischen. Endbehandlung mit Holzwachs. Anschließend aufpoliert.



Dummerweise passte nach Aussage meiner Frau beides nicht zusammen. „Wir“ entschlossen uns daher die Seiten weiß zu wachsen, da unsere Holzwände ebenso behandelt wurden. Das MPX wurde erst ein wenig feucht gemacht, damit sich die Fasern aufstellen und anschießend geschliffen. Von Hand, da die Fläche ja nicht so groß war. Anschließend das Weißwachs von Schulte mit nem Lappen mehrfach aufgetragen. Da ich keinen großen Maschinenpark habe, musste ich mir beim Aufdoppeln der Seiten ein wenig aushelfen. Man(n)/ Frau sieht das Ergebnis. 4 x 12,5 kg von oben bringen jedes Brett zum halten. Man muss halt aufpassen, wenn zu viel Leim verwendet worden ist, dann neigt das Brett ein wenig zum „Schwimmen“. Also gut ausrichten! Das Ergebnis lässt sich sehen



Jetzt kommen wir zu dem Teil, den ich mir doch ein wenig leichter vorgestellt habe. Rincewind und Franki haben mich in Kerpen davor gewarnt. Aber was ein Sturkopf ist, denkt sich, lass die mal reden, wir bekommen das hin. Und so begann die Story.
 

Zuschneiden des Kunstleders durch Frauenhand, sollte ja gerade werden, noch war alles easy. Das Kunstleder wurde in Vorversuchen ein paarmal auf MPX verleimt, auch an Rundungen. Der Sprühkleber (TESA) hat sich als beratungsresistent herausgestellt. Holzleim funzte gut. Zumindest im Vorabtest.


 

Dann nahm das Drama seinen Lauf. Gegen 10 Uhr abends am Ostersamstag Holzleim auf die Schallwand aufgebracht und das Ganze mal ausgerichtet. Vielleicht ein wenig zu lange gewartet, wer weiß, aber dummerweise haben wir das Kunstleder nicht mehr in die Nut gebracht. Wat nu? Kunstleder wieder ab und die Nut verbreitert, mit Gewalt und einem Küchenmesser. Der nächste Versuch. Kunstleder dieses Mal von einer Seite in die Nut gesteckt und dann langsam zur anderen Seite geklebt. Dieses Mal hats geklappt. Passendes Brett auf das Leder gelegt und nen Kasten Wasser drauf. Trocknen lassen. Am nächsten Tag die ganze Sache wiederholt, bis alle Seiten verarztet waren. Dann ging es daran, die Chassis und das Terminal an die richtigen Stellen zu setzen. Cuttermesser ausgepackt und das Leder bearbeitet. Anschließend die Chassis verlötet und das Ganze verschraubt.


 

Gut es sind ein paar Stellen drin, die nicht so doll sind, aber ich bin zufrieden. Bei der zweiten Box steigerte sich das Drama zum saisonalen Höhepunkt und Gewitter. Wie man sieht, habe ich doch nicht so doll geschliffen, wie ich gedacht habe. Da ich auf Stoß und nicht auf Gehrung zugeschnitten habe ( beim nächsten Mal wird das anders) sah man die Stoßkanten durch das Leder. Weiterhin gab es einige Blasen und nicht geklebte Segmente. Es sah einfach Sche… aus. Was tun? So lassen, nee, da hatte mich dann doch der Ehrgeiz gepackt. Also alles runter und nachschleifen.


 

Nachdem die Schallwand erneut geschliffen war (dieses Mal mit einem Schleifi), konnte eine neue Bahn Kunstleder aufgebracht werden. Auch wieder mit Holzleim. Mit der Erfahrung, die wir jetzt hatten, ging es ein wenig leichter von der Hand. Nachdem alles getrocknet war, wurden die Chassis reingeschraubt und die Gummifüsse angebracht.



Dann war der doch so lange erwartete Moment gekommen. Lautsprecherkabel anschließen, Lieblingsmusik rein und lauschen. Was soll ich sagen: Ich bin begeistert!!!!! Ich bin nicht der Typ, der seine klanglichen Hörergebnisse detailliert in Worte fassen kann. Aus diesem Grund kann ich nur sagen, das ist absolute Spitze. Mein Arbeitszimmer und ich freuen uns über den Nachwuchs. Jetzt kann gearbeitet und gleichzeitig mit Genuss Musik gehört werden.


 

Meine Minuettas im Wohnzimmer freuen sich auch, denn sie werden in Zukunft ein wenig entlastet.

Johnnys SB18

Johnnys SB18

Die Vorgeschichte

Musik hören und Musik HÖREN sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Diese Erfahrung konnte ich mit meinen jungen 24 Jahren bereits machen. Seit 10 Jahren bin ich nun "musiktätig", ein kleines Heimstudio hat sich inzwischen auch einen Weg ins Wohnzimmer gebahnt. Somit öffneten sich die Tore zur qualitativ hochwertigen Musik schon - bisher allerdings fast ausschließlich durch Kopfhörer.

Als Lautsprecherboxen fürs Studio nutze ich die wohl bekannten JBL Control One. Und eine 5.1 Brüllwürfel-Anlage von Sony befeuert das Heimkino. Natürlich sind beides keine optimalen Lösungen, aber (Klang)Qualität muss man sich als Azubi auch erst einmal ansparen. Ich stöberte also im Internet nach bezahlbaren, aber guten Boxen und lese dann in irgendeinem Forum von lautsprecherbau.de - einen äußerst verhängnisvollen Linksklick später befinde ich mich auf diesen Seiten und habe mir während der letzten Wochen (ungelogen) alle Bauberichte durchgelesen. Jeden Tag schaue ich, ob es einen Neuen gibt. Hier schreiben viele Mitglieder vom "Virus" oder vom "Fieber". Ich muss dann immer ein wenig schmunzeln, weil es sich tatsächlich exakt so anfühlt, auch wenn es albern klingt.

Die Frage, welche Boxen es werden würden, stand recht schnell fest:
SB18! So viele positive Meinungen haben mich überzeugt und auch von der Größe her sind es Boxen, die meine Ehefrau noch erträglich findet. (Sonst hat sie den Grundsatz "Je weniger Technik, desto besser") Ein weiterer Pluspunkt: Man kann sie upgraden! SB36 bzw. SB240 schwirren mir schon im Kopf rum.

Als der Punkt nach dem "Was" geklärt war, stellte sich die Frage "Wie".
Mit einem Arbeitskollegen, den ich auch für den Lautsprecherbau begeistern konnte, fuhren wir zum Baumarkt (-20% Gutschein auf einen Einkauf in der Tasche) und besorgten uns Holz (22mm MDF), eine Stichsäge, eine Schleifmaschine, Klemmen, Schleifklotz, Schleifpapier und was man sonst noch so braucht. Da wir beide alles nutzen wollten, haben wir uns die Rechnung geteilt.

Der Gehäusebau

Nun hatte mich mein Kollege aber überzeugt, dass, wenn schon Selbstbau, dann richtig. Also MDF nur in Kofferraumgroße Stücke zurechtsägen lassen und den Rest selbst erledigen. Eins vorweg:
Die Stücke genau zu sägen und zu schleifen hat mich fast eine Woche gekostet. Das nächste Mal darf der nette Baumarktmitarbeiter mir ein bisschen Zeit sparen.

Die Frage nach dem "Wo" hatte ich aufgrund des schlechten Wetters mit "Küche" beantwortet. Fehler Nummer 2. Riesige Sauerei beim Saubermachen trotz Folien überall. Meine Frau war eine Woche verreist, deswegen bin ich überhaupt auf diese Idee gekommen. Andere bauen Duettas im Bad und ernten meinen vollen Respekt dafür.

Wir haben grob mit der Kreissäge zugeschnitten und anschließend noch einmal genau mit der Stichsäge. Trotzdem musste noch eine ganze Menge geschliffen werden, bis die Teile zueinander passten.Den zweiten Teil konnte ich sogar im Freien im Hinterhof realisieren, da der Sommer nun doch Einzug gehalten hatte.

In diesem Zusammenhang versuchte ich mich auch das erste Mal an der Oberfräse, was erfreulicherweise sehr intuitiv funktionierte. Unser Küchentisch hat auch seine Erfahrungen mit der Kreissäge gemacht. Meine Frau war mäßig erfreut aber eine neue Ausrichtung der Ecke Richtung Wand ließ alle eventuellen Ärgernisse verschwinden.

Wie man verleimt, wurde hier zur Genüge beschrieben, deswegen spare ich mir das. Eine Info vielleicht: Ich habe mich auch für Fugenleim entschieden. Funktionierte wunderbar und ging auch schnell von der Hand. Vor dem Kleben habe ich per Schleifmaschine alles auf eine Höhe geschliffen. Das sah dann schonmal entfernt nach einer Lautsprecherbox aus.

Das Fräsen

Da ich noch nie in meinem Leben eine Fräse in der Hand gehabt hatte, kaufte ich einfach eine und stürzte mich ins Vergnügen. Klingt komisch, war aber so. Vor dem Fräsen hatte ich am Meisten Angst, deswegen entschloss ich mich die Fronten und Hinterseiten vor dem Zusammenkleben zu fräsen. Also noch schnell einen Fräszirkel in einem bekannten Auktionshaus für 17Euro erstanden und dann konnte es auch schon losgehen. Das Fräsen funktioniert recht einfach, wenn man weiß wie. Die Bedienungsanleitung half leider nicht so wirklich weiter, so war Ausprobieren angesagt. An einem Stück Probeholz habe ich mich dann ausgetobt. Das Fräsen der insgesamt 10 Löcher hat etwa 3 Abende gedauert. Einmal hatte ich die Feststellschraube des Fräszirkels vergessen, festzudrehen und hab mir direkt eine Platte versaut. Ärgerlich!

Irgendwann hat Mann aber den Bogen raus und die Fronten sahen auch wie gewünscht aus.
Als die Löcher in den Brettern waren, wurden die Teile für die eigentliche Box zusammengeklebt. Wie gesagt, das ist selbsterklärend und das bekommt wirklich jeder hin.

Da das Rundschleifen für meine Fronten ein sehr langwieriger Prozess war, habe ich diese leidige Arbeit erst einmal aufgeschoben. Wahrscheinlich hätte man sich mit einem entsprechenden Fräskopf mal wieder jede Menge Arbeit sparen können, allerdings wollte ich nicht die Arbeit ruinieren, um etwas neues auszuprobieren.

Also bleiben wir beim Bewährten: Schleifen!

Zusammenbau und Furnier

Als nächstes war also die Oberfläche an der Reihe. Ich wusste schon von Anfang an, dass ich Furnier haben wollte. Bubinga sollte es sein - Afrikanisches Rosenholz. Also bei Templin bestellt, knapp eine Woche später war es da.

Es kam mir etwas trocken vor. Aber nachdem ich viele Horrorstorys über das Wässern von Furnier gelesen hatte, entschied ich mich dafür, es so zu verarbeiten. Mit Sprühkleber hatte ich überhaupt kein Glück, es kam absolut kein Kontakt zustande. Also habe ich normalen Holzleim verwendet. Das klappte ganz gut, auch wenn es die ein oder andere kleine Blase gab. Diese waren aber praktisch nicht zu sehen und deswegen auch unproblematisch. Es ist nun einmal DIY und das darf man auch an der einen oder anderen Ecke sehen, vor allem bei der allerersten Selbstbaubox.

Das Furnieren war tatsächlich sehr aufwendig und man sieht bei jeder Fläche erst hinterher, ob es überhaupt geklappt hat. Ich habe beim Furnieren einfach die andere Box auf die zu furnierende Fläche gestellt, da ich keine solch großen Klemmen habe. Kleiner Tipp, wenn man das so macht: An die Kanten schmale Furnierstreifen zwischen Furnier und Gewicht klemmen, so werden die Kanten von der Furnierfläche etwas nach unten gedrückt und man hat hinterher schön saubere Kanten. Eigentlich soll man ja auch vor dem Fräsen furnieren. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich das nicht gemacht habe, denn mit meiner Technik funktioniert das auch bei den Löchern gut im Nachhinein. Dazu einfach mit einem sehr scharfen Cuttermesser die Löcher in Maserrichtung "aufschneiden" und anschließend die Streifen abschleifen. Das funktioniert erstaunlicherweise sehr sauber. Da ich eh noch Fronten aufsetzen wollte, spielte es aber auch keine große Rolle, ob die Kanten perfekt sind.

An Probestücken habe ich auch gleich Holzlasur ausprobiert. Das dunkle gefiel mir eigentlich sehr gut, aber ich hatte etwas Angst, dass es zu dominant wirken könnte in unserem eher hellen Wohnzimmer. Ich werde es aber sicher bei einem der kommenden Projekten verwenden.

Finale und Klang

Die aufgesetzten Fronten wurden sehr ausgiebig geschliffen, anschließend mit weißem Sprühlack lackiert. MDF saugt ohne Ende Lack, selbst mit doppelter Grundierung. Schlussendlich war ich zufrieden und konnte die Teile miteinander verkleben. Nun mussten nur noch die Weichen gelötet werden. Ich habe sehr lange dafür gebraucht, es war aber auch meine erste Begegnung mit einem Lötkolben. Nachdem sich zweimal eine Lötstelle gelöst hat, hielt es beim dritten Mal. Und da waren sie auch schon fertig! Etwa 2 Monate hat sich das Projekt gezogen, mit einigen Rückschlägen, aber dem Gefühl, etwas mit seinen eigenen zwei Händen geschaffen zu haben.

Der Klang:

Ich war sofort begeistert von der breiten Bühne, der Klang löst sich wunderbar von den Lautsprechern. Am Anfang war das glatt etwas befremdlich, denn die Band steht auf der Bühne deutlich hinter der Linie der Lautsprecher. Mit der Zeit habe ich aber gelernt, einfach die Augen zu schließen und mit dem geistigen Auge jeden Musiker auf der Bühne wunderbar orten zu können.

Gestartet habe ich die Hörsession mit Dire Straits "Brothers in Arms" und die Aufnahme von "Hotel California" aus Hell freezes over.
Die Leadgitarre bei den Eagles im Intro steht mittig links so präsent im Raum wie ich es noch nie zuvor gehört habe.
Es ging weiter mit vielen CDs aus allen Bereichen. Mitten im Sommer Bachs Weihnachtsoratorium voll aufdrehen ist ein Erlebnis. Auch deutsche Elektro-Indie-Musik aus den Fingern der "I heart sharks" macht Spaß. Die SB18 zeigen vor allem in kleinen Konstellation ihr volles Spektrum. Blasinstrumente hört man in allen Facetten, Stimmen sind, als ob die Sängerinnen direkt vor einem stehen, unterstützt durch ihre Band dahinter.
Beim Bass habe ich anfangs per EQ am Verstärker etwas nachgeholfen aber konnte während der letzten Wochen stufenweise immer weiter zurückschrauben, so dass ich im Moment nur +1 eingestellt habe. Da ich die Boxen nicht an einem anderen Verstärker ausprobieren kann, ist es natürlich möglich, dass es am Verstärker (Magnat MA400) liegt. Also, um eventuellen Zweiflern den Wind aus den Segeln zu nehmen: Die SB18 können Bass! Und das ordentlich! Es kommt natürlich auf die Peripherie und die Musik an und schlussendlich selbstverständlich auch auf den persönlichen Geschmack.

Zum Schluss kann ich getrost sagen, dass ich überglücklich bin, dieses Projekt gestartet und zu Ende geführt zu haben. Die SB18 sind hervorragende Lautsprecher und bereichern jeden Haushalt. Als nächstes steht dann mit Sicherheit die SB36 an, ich tobe mich diesbezüglich schon in Sketchup aus.

Vielen Dank an die Community für die Beantwortung sämtlicher Fragen! Kompetent und hilfsbereit und Sonntags. Und vielen Dank an meine Frau, die über Wochen den Holzstaub in der Wohnung ertragen hat und mich natürlich auch sonst in allem unterstützt hat.

Und mein Kollege? Tja der hat sich fertige Lautsprecher gekauft und sich seitdem nicht getraut, mal bei mir aufzuschlagen und die fertigen SB18 zu hören und mit seinen neuen zu vergleichen. Ich rieche Angst ;)

Stefans SB 18

Stefans SB 18


Runde Sache

Ein Paar Lautsprecher zu bauen ist eine Sache, diesen Bau in seinen Einzelheiten zu dokumentieren eine ganz andere! Ich kann gar nicht genau sagen, was mich zum Selbstbau gebracht hat. Vielleicht war es einfach der Wunsch, etwas Besonderes zu haben, ohne gleich ein Vermögen dafür auszugeben. Klar, Lautsprecher sollen in erster Linie gut klingen, aber das Auge hört ja bekanntlich mit.

Ich war schon immer von den ovalen Formen angetan und so setzte ich mir dies als Ziel meines Selbstbauversuchs. Wochenlang durchstöberte ich das Netz zum Thema Selbstbau, versuchte mit praktischen Programmen selber Gehäusevolumen zu ermitteln und musste sehr schnell erkennen, dass eine komplette Eigenkonstruktion eigentlich gar nicht machbar ist. Also ein Bausatz. Doch bevor die Entscheidung für den einen oder anderen fallen sollte, ging es darum, ist die angestrebte Bauform mit meinen Mittel überhaupt machbar. Irgendwo fand ich einen Artikel über eine süddeutsche Edelschmiede, die ihre Lautsprecher in Schichtbauweise herstellt. Interessant!

Da ich weder über eine CNC-Fräse verfüge, noch jemanden kenne, der eine besitzt, war diese Möglichkeit schon mal verwehrt. Blieb wohl nur sägen. Da das Ganze irgendwie den Charakter einer Laubsägearbeit aufweist, wurde ein Test mit einer Dekupiersäge unternommen. Sie schaffte die 19mm MDF-Platte mit einem neuen Sägeblatt tadellos. Hiermit stand fest; es wird gesägt!

Blieb nun nur noch die Frage: Was eigentlich?

Wer im Netz nach Lautsprecherselbstbau forscht, trifft natürlich über kurz oder lang auf Lautsprecherbau.de Seite. Die Bauberichte und die Ergebnisse der hier vorgestellten Projekte sind phantastisch! Schon Wahnsinn, was Leute in ihrem Keller, Wohnzimmer und sogar Bad ;-) alles erschaffen! HUT AB!!!

Da ich Interesse an einem kompakten Lautsprecher hatte, konzentrierte ich mich also auf diese Bausätze. Die SB18 erschien mir für einen Erstversuch am Geeignetsten. In der Bluesklasse angesiedelt und doch zu einem humanen Einstiegspreis.

Nun, da auch der Bausatz feststand, konnte mit der Planung für das Gehäuse begonnen werden. Mittels CAD habe ich die neue Form und deren Maße bezogen auf das vorgegebene Volumen ermittelt. Dabei kamen pro Gehäuse 21 Schichten plus Deckel und Boden heraus.

Mittlerweile war es Oktober, also etwas unbeständig für draußen zu arbeiten und so zog ich mit Säge und Holzvorrat für 3 Tage in die Gartenhütte. Obwohl ich mir den Arbeitsplatz recht ergonomisch eingerichtet hatte, (gerade stehen und so) sei gesagt, diese Sägearbeit ist echt nicht für Leute mit Rückenproblemen zu empfehlen!!! Nachdem alle Scheiben gesägt und mit je 6 Bohrungen versehen waren, ging es ans Zusammenbauen. Auf Gewindestange gefädelt wurden die einzelnen Schichten dann verleimt und verpresst.




Da man mit einer Säge natürlich nicht so exakt arbeiten kann wie eine CNC-Fräse, sahen die Gehäusewände natürlich entsprechend aus. Mit einem Excenterschleifer wurden die Seiten geglättet. Ein zwischenzeitlicher Versuch mit Spachtelmasse wurde wieder verworfen. Die Stärke der Gehäusewand gab einen Komplettschliff her. Vorher waren Deckel, Boden und die vorgefrästen Schallwände mit den Gehäusen verleimt worden.




Eigentlich habe ich beim Verleimen nicht mit Material gespart und eine Dichtigkeit sollte eigentlich gegeben sein. Um jedoch auf Nummer sicher zu gehen, wurden die Gehäuse zusätzlich von innen komplett mit Dichtungsmasse ausgepinselt. Somit waren die Rohgehäuse fertig.

Da ich die SB18 bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gehört hatte, beschloss ich einen Probelauf. Dieser sollte zeigen, ob der Aufwand sich bis hierhin gelohnt hat oder ob ich mir das Furnieren sparen kann. Die zwischendurch gelötete Weiche war schnell mit den Chassis verbunden, ein Behelfsanschluss durch das Bassreflexrohr gelegt und ab an den Verstärker.

An dieser Stelle des Bauberichts einen Klangbericht einzubauen, ist wohl etwas komisch. Daher beschränke ich mich darauf, dass ich absolut begeistert war und sich die SB18 ihr Furnier wahrlich verdient hatten.

Am Abend vor der geplanten Verhüllung dann der Schock! Eines der Gehäuse wies einen fast umlaufenden Riss auf. Und dieser ging durch die gesamte Materialstärke. Versuche, den Riss zu spachteln, schlugen fehl und es bildeten sich sogar 2 weitere. Die ganze Arbeit für die Katz!! Das andere Gehäuse hingegen war tadellos. Hätte ich die Lautsprecher zu diesem Zeitpunkt noch nicht gehört und deren Potential gekannt, so hätte ich an dieser Stelle vermutlich abgebrochen. Ich führe das Entstehen der Risse auf minderwertiges Material zurück. Der Holzzuschnitt stammte aus 2 unterschiedlichen Quellen. Da ich ahnte von wem, besorgte ich mir das neue Holz gleich beim „besseren“ Lieferanten.

Wieder mit einem Stapel Holz, frischen Sägeblättern und einer Kanne heißen Kaffee ging es dann im a…kalten Februar wieder in die Gartenhütte. Aber was muss, dass muss!

Die folgenden Arbeitsschritte aus sägen, leimen und schleifen waren ja nun bekannt und gingen eigentlich gut von der Hand. Zogen sich jedoch, bedingt durch den harten Winter, entsprechend in die Länge. Irgendwann war Gehäuse 2.2 dann fertig und wurde ein paar Wochen unter „Rissbeobachtung“ gestellt. Diesmal jedoch konnte, wie beim ersten Gehäuse grünes Licht gegeben werden.

Die Verarbeitung des
SaRaiFo-Furniers gestaltete sich erfreulich einfach mit Pattex Kraftkleber Gel. Das Furnier besitzt auf der Rückseite ein Vlies, welches den Biegevorgang extrem vereinfacht. Bedingt durch die runde Rückwand habe ich auf ein Terminal verzichtet. Mit einer einfachen Bohrlehre wurden übereinander angeordnete Senkbohrungen vorgenommen und vollisolierte Polklemmen eingesetzt.




Klanglich ist die SB18 für mich ein echter Knaller! Dass aus einem Kompaktlautsprecher soviel Tiefgang kommen kann, erstaunt mich immer wieder! Leider vermag ich es nicht, die Höreindrücke wirklich gut zu beschreiben. Die SB18 ist einfach ein feiner Lautsprecher! Ganz dickes Lob !!! Ob meine Modifikation der Gehäuseform sich nun positiv oder negativ ausgewirkt hat, kann ich nicht sagen. Ich habe sie nie in der Ursprungsvariante gehört. Ein Vergleich wäre jedoch wirklich mal interessant. Vielleicht ergibt es sich ja mal. Sicher habe ich beim Bau das Rad nicht neu erfunden und Techniken genutzt, die hier bereits bekannt und auch zum Einsatz gekommen sind. Trotz zwischenzeitigem Rückschlag hat sich der Aufwand gelohnt, der Bau einen riesen Spaß und irgendwie Lust auf mehr gemacht.

ALSO VORSICHT! Die SB18 ist ganz klar eine Einstiegsdroge!



Gruß Stefan

P.S. Das Gehäuse mit den Rissen wurde nicht entsorgt, sondern hat eine neue Bestimmung gefunden!


Markkus SB 18

Markkus SB 18


Hallo liebe Mitleser,

nachdem ich meinen SYMASYM fertig gebaut hatte und dieser lediglich von einem alten DVD Player gefüttert wurde, musste zunächst ein vernünftiges Quellgerät her. Der Klang mit dem "neuen" Technics Player war schon wesentlich besser. Nur konnten meine alten Pioneer Lautsprecher nichts richtig. Kein Bass, kreischende Höhen... einfach nur furchtbar. Gut, der Mittelton war recht deutlich zu vernehmen. Das war aber auch schon alles. Somit ging ich auf die Suche nach "guten" Lautsprechern. Lautsprecher aus dem "Fachmarkt" wollte ich nicht haben, da ich wusste, dass dieses Lautsprechermagazin da Besseres anzubieten hat.

Lange Zeit war ich mir sehr unsicher, was ich mir denn nun zulegen sollte. Anfangs wollte ich Standlautsprecher wie die ELIP2. Die gefielen mir aber kurze Zeit später nicht mehr sooo gut. Vielleicht lieber SB12 oder doch "Regallautsprecher". Bei der Fülle der Möglichkeiten habe ich mich erst mal ausgiebig belesen.



Ich entschied mich schließlich für die Dayton Needles. Die waren zwar nur in der Einsteigerklasse angesiedelt, aber sämtlichen Berichten zufolge wohl für ein "OH" - Erlebnis gut. Bei Bestellung teile man mir kurz mit, dass die Lieferzeit recht hoch lag. Nach wenigen Wochen Geduld musste schließlich etwas her und ich änderte meine Bestellung in ein Paar SB18. Die kamen nach kurzer Zeit auch schon ins Haus. An dieser Stelle erst mal ein großes Lob. Es ist äußerst beeindruckend, wie schnell und präzise man immer Antwort und Ware bekommt.

Zurück zum Thema: Da die SB18 mittels Upgrade aufgerüstet werden kann, war dies natürlich ebenfalls ein Kaufkriterium (Bluesklasse, schlichtes Design, Preis etc. natürlich auch). Da ich glücklicherweise über einen gewissen Vorrat an abgelagertem Holz verfüge, stand das Gehäusematerial recht schnell fest. Ursprünglich wollte ich Eiche und Walnuss benutzen. Ich habe mich dann aber für Eiche (oben, unten, vorne, hinten und Reflexbrett) und Sipo für die Seiten entschieden. Das Sipo hatte ich schon für diverse andere Dinge benutzt und wusste, dass das Holz in Verbindung mit Hartwachsöl eine richtig dunkle (braun/rot) und satte Farbe hergibt. Die hellere Eiche wird mit dem Hartwachsöl ebenfalls etwas dunkler und sollte mit den SB Chassis genau meinen Geschmack treffen. Die Sipo Bretter habe ich zunächst auf Länge gesägt und anschließend zum Teil gehobelt.

Da mich zwischendurch die böse Grippe erwischt hatte, wurden die Bretter ins Auto geladen und zum Schreiner gefahren. Der hat mir die Einzelteile für das Gehäuse schließlich passgenau gefertigt und ich habe die Bretter nach zweimal schlafen abgeholt.

Bilder vom Bau habe ich keine. Sorry. Der Bau ist bekanntermaßen kein Hexenwerk. Zuerst wurde das Reflexbrett an die Front geleimt. Die beiden Teile auf eine Seite und anschließend Deckel, Rückwand und Boden verleimt. Das zweite Seitenteil zum Schluss obendrauf. Eine Kiste habe ich mit Titebond II / dunkel verleimt. Die Farbe vom Leim ist in trockenem Zustand (wie die Produktbeschreibung schon sagt) dunkelbraun und verschleiert zugleich den einen oder anderen, durch Schusseligkeit verursacht, Fehler beim Bau. Die andere Kiste habe ich mangels Geduld mit Ponal Express geleimt. Lediglich die Seitenteile habe ich wieder mit Titebond geleimt. Für das richtige positionieren der 12 Zwingen (Seiten) war mir die schnelle Klebewirkung dann doch etwas zu wenig. Ich musste nun nur noch die Einbauöffnungen für die Chassis und das Terminal fräsen (ich hatte meinen Fräßzirkel ein wenig zu weit eingestellt. Dadurch sind die Einbauöffnungen für HT und Terminal etwas zu groß geworden. damn...), drüber schleifen und die Oberflächenbehandlung vornehmen. Dafür benutzte ich OSMO Hartwachsöl (tolles Zeug...). Die Weiche hab ich geteilt eingebaut. Die Teile für den TMT auf das Terminal und die Teile für den HT an die Rückwand hinter den HT geschraubt. Dann noch das Sonofil rein und die Chassis an Ihren künftigen Plätzen festgeschraubt.

Ab ins Musikzimmer und an den SYMASYM angeschlossen, CD eingelegt und los ging es. Über den Klang wurde ja schon viel geschrieben und ich will es deshalb auch nur kurz machen. Aber so ganz kann ich mich der Sache nun doch nicht erwehren. Nachdem ich das zweite Gehäuse fertig gestellt hatte, kam ein Freund vorbei, um sich meine Oberfräse auszuleihen. Den hab ich aber erst mal ins Musikzimmer gelotst. Ich bediente den Player mit Rock und Blues, er mit Hardcore etc... Der klare Klang der SBs war schon mal der Kracher. Nur mit dem Bass hatten die beiden es nun wirklich nicht so... Das lag aber nicht an den SBs, sondern an mir. Der Bass zwischen den beiden Kisten war schon gewaltig, nur nicht am Hörplatz. Also musste ich ein wenig mit der Aufstellung experimentieren. Und dann... Die beiden "kleinen" machen schon beeindruckend Druck. Mein SYM hat nun keine Regler (außer Lautstärke), mit denen ich nachhelfen könnte.

Die beiden SB 18 geben alles Glasklar wieder. Nichts ist zu aufdringlich oder geht gar verloren. Man versteht tatsächlich jedes gesungene Wort absolut deutlich. Egal ob Rock, Blues oder Klassik, der Klang ist derart phänomenal, dass man sich erst mal dran gewöhnen muss. Bei Rock und Blues wünsche ich mir zwar etwas mehr Bassfundament, aber diese Musik ist eben nicht ganz so basslastig wie ein Mr. Oizo.

Apropos Mr.Oizo: "Inside the kidney machine" sollte man sich einfach mal anhören, selbst wenn man solch eine Musik niemals hören würde. Die SBs spielen derart tief und druckvoll, das es mir das Grinsen ins Gesicht getrieben hat. Mein Kumpel war ebenfalls mehr als erstaunt, was diese "kleinen Dinger" raus drücken. Mein Zweifel, ob die SB 18 nun die richtigen Lautsprecher für mich sind, kann ich ruhigen Gewissens beiseite räumen. Schließlich war es ein Blindkauf. Die Option zur SB36 halte ich mir natürlich für demnächst offen. Die SB18 sind zwar absolut ausreichend... Ihr wisst doch, wie es ist !

 

Noch was: Man bekommt natürlich nicht nur bei hier Bausätze. Doch nur hier finde ich es eindeutig erklärt, was der Lautsprecher kann und was er nicht kann. So bekomme ich vorab eine Kategorie, an der ich mich orientieren kann und muss mich nicht erst durch das Netz und Gazetten wühlen, um irgendwann später festzustellen, dass es auch Besseres gibt. My 2 ct.

Gruß Markkus

SB 18 Matthias/ Oberpfalz

SB 18 Matthias/ Oberpfalz

SB18 - oder der Unterschied zwischen „Musik hören“ und „Musik hören“


Die Vorgeschichte:

Jahrelang beschränkte sich Musik hören auf meine PKW's, in die ein guter Freund- dank eigenem Carhifi-Laden- regelmäßig adäquate Klänge zimmerte. Nie sollte es zu hochpreisig sein, einfach etwas mehr „Druck“ und Präzision als das meist sehr unterdurchschnittliche Serienequipment. Durch ihn kam ich dann so nach und nach auf die Idee, in der Wohnung auch mal aufzurüsten und sowohl den integrierten Handy-Lautsprecher als auch das an den Computer angesteckte „Soundsystem“ für eine Musikwiedergabe endlich als inakzeptabel zu bewerten und Platz für etwas Klang zu schaffen.

Begonnen hat es vor drei Monaten mit dem Baustart von 2 Mono Class-A Endstufen. Dessen Fortschritt ging/geht allerdings doch recht schleppend voran, was mitunter an den nicht vorhandenen, passenden Werkzeugen zur Aluminiumbearbeitung lag und auch immer noch liegt. Da man aber mit Verstärkern noch lange keine Musik genießen kann, mussten natürlich parallel dazu auch die passenden Lautsprecher ins Haus. Eines war dabei auch klar: Selbstbau ist angesagt.

Über das liebe Internet und diverse Recherchen bin ich auf Udos Seite gestoßen – und wurde sofort vom Virus gepackt. Mir ist keine Seite bekannt, auf der man informativer, freundlicher und übersichtlicher den Bau von Lautsprechern nahegelegt bekommt. Es darf dazu gesagt werden, dass ich wirklich intensive Recherche betrieben habe. Umso besser, dass Hr. Wohlgemuth und Intertechnik mit wenigen Klicks die Bestellung ermöglichen, und man sich somit ganz stressfrei und flott den passenden Bausatz nach Hause liefern lassen kann.

Und da wäre es auch schon, das erste „Problem“: Welchen Bausatz nimmt der Herr denn nun nach so vielen Jahren Abstinenz in den vier Wänden? Diese Frage beinhaltete für mich gleich eine Antwort: Die Needle soll es sein! Günstig, nett anzusehen und einigen Nachbau-Berichten zufolge auch noch relativ klangstark. Leider sind alle nachfolgenden Bilder mit dem Handy entstanden. Ich bitte die etwas schlechtere Qualität zu entschuldigen.

Auf sie möchte ich hier nicht weiter eingehen - außer auf die Tatsache, einen derart winzigen Breitbänder wirklich noch nie so linear, sauber und klanglich stark spielen gehört zu haben.

Deswegen war es mehr oder minder um mich „geschehen“, so dass ich schon 3 Monate später dem Reiz nach mehr Tiefton-Fundament und Hochton-Auflösung nachgab und mich auf die Suche machte. Tagelang ging ich Baubericht für Baubericht hier durch, bis ich eine gewisse Eingrenzung treffen konnte. Udo antwortete geduldig und wirklich sehr flott auf meine Fragen, so dass meine Entscheidung ebenfalls sehr schnell getroffen werden konnte. Die SB36 schien mir zu wuchtig für meine leider sehr hellhörige Wohnung, und andere Bauvorschläge in der Bluesklasse waren für einen sinnvollen Selbstbau-Aufstieg von der Needle in meinen Augen etwas übertrieben. (Was ja zuletzt bedeutet, dass es noch nicht aufgehört hat...). Die SB18 muss es sein!

Nun, um es kurz zu machen: Am 02.01. habe ich den Bausatz bestellt, um am 04.01. abends zuhause zu sitzen und den Blues an mein Ohr zu lassen. Eigentlich unglaublich.

Der Gehäusebau:

Ich entschied mich für 20mm Multiplex Buche, welches mir ein freundlicher Baumarktmitarbeiter innerhalb weniger Minuten passend zugeschnitten hat. Die Wartezeit nutzte ich, um auf die Suche nach einer passenden Einfärbemöglichkeit zu gehen. Klar war, dass es Richtung Nussbaum gehen muss, meine Einrichtung gab das so vor. Nach sehr guten Ergebnissen beim Furnieren der Needle, welche ja aus dem optisch eher nicht so ansprechendem MDF bestanden, wollte ich diesmal das schöne (und noch dazu teuere) Multiplex nicht einfach „überkleben“. Daher gab's Innenraum-Holzschutzlasur Nussbaum-dunkel auf Wasserbasis, um die Burschen dem Möbelfarbton ein gutes Stück näher zu bringen.

Die sieben Bretter passend zu verleimen, überforderten mich nun wirklich nicht (Udo, ich erinnere hier an deine wahren Worte, dass man darüber wenig bis keine Worte verlieren muss), so dass auf entsprechende Bilder an dieser Stelle verzichtet wird. Nach dem Verleimen wurden die fertigen Gehäuse mit 120ger Sandpapier auf dem Exzenterschleifer bearbeitet, um letzte Unebenheiten verschwinden zu lassen und eine solide Basis für das Lasieren zu haben. Das Fräsen der Vertiefungen erforderte das Können meines guten Carhifi-Freundes. Er nahm sich des Problems an und zauberte mittels Oberfräse und Selbstbaufräszirkel ein absolut überzeugendes Endergebnis.



Links bereits eine Schicht Lasur aufgetragen, Rechts noch im Rohzustand. Die Lasur war etwas komplexer zu verarbeiten, als gedacht. Nachdem sämtliche Pinsel und sonstigen Malerutensilien als annähernd untauglich abgestempelt werden mussten (man sah jeden einzelnen Pinselstrich), gab es eine Kombination aus Schaumstoffrolle und 1-2min. Einziehen lassen, um danach mit einem alten T-Shirt den Überschuss der Lasur in Faserrichtung abzuziehen. Nach den ersten beiden Anstrichen erfolgte ein Zwischenschliff mit 400er Körnung, um eine schön glatte Oberfläche zu erhalten. Der darauffolgende Endanstrich klappte dann ohne T-Shirt. Warum, war mir nicht schlüssig, was aber der Tatsache einer wirklich wunderschönen Oberfläche keinen Abbruch tat.

Der Weichenbau:

Dem Paket von Intertechnik lag ein perfekter Schaltplan bei, so dass der Bau der Frequenzweichen kein großes Hindernis darstellte. Ich entschied mich für eine platzsparende Variante auf dem Hinterteil des Anschlussterminals für den Tief-/Mitteltöner und  auf einem kleinen Multiplex-Brettchen für den Hochtöner. Jetzt mussten sie nur noch an ihren Platz in der Box.



Dann noch je zwei Sonofil-Matten einlegen, die wirklich sehr hochwertig verarbeiteten Lautsprecher elektrisch verbinden und einschrauben- fertig.

 

 Der Klang:

Nun, Klangbeschreibungen sind etwas Individuelles, schwer Wiederzugebendes.

Nachdem beim Anschluss an meinen übergangsweise angeschafften DTA-1, den ein modifizierter Marantz CD40 mit passenden Signalen versorgt, kein rechter Hörgenuss aufkommen wollte, dachte ich schon an Verpolungs-/ Verdrahtungsfehler an den Lautsprechern oder Weichen. Die Musik „klebte“ etwas an den Boxen, Räumlichkeit wollte nicht so recht aufkommen. Auch ein Wechsel auf andere Signalquellen änderte wenig an diesem Eindruck. Merkwürdig, war und ist doch der DTA-1 an den Needles absolut überzeugend. Gut, die SB18 erfordern doch etwas mehr- oder war ich schon zu verwöhnt? :)

Wieder einmal musste daher mein Freund herhalten. Ich schleppte die Lautsprecher zu ihm in den Laden und wir versorgten sie mit einem hochpreisigen Car-Hifi-Verstärker. Und siehe da, hier war er, der Blues. Eine CD nach der anderen flog in das hastig angeschlossene Autoradio, um für mich irgendwie greifbar zu machen, was ich nicht recht glauben konnte: Katie Melua- um nur ein Beispiel zu nennen- stand eindeutig vor ihren Musikern genau in der Mitte, der Schlagzeuger spielte präzise, versetzt hinter ihr. Aber das konnte doch nicht sein, das kam niemals aus diesen Lautsprechern - wie auch? Wenn man die beiden Hochtöner abwechselnd direkt angesehen hat, war da KEIN Ton- denn der war eindeutig räumlich verteilt auf einer großen, herrlich gestaffelten und tiefen, breiten Bühne. Die Lautsprecher an sich waren schlichtweg nicht da. Sehr linear geben die Burschen alles wieder, was man ihnen vorsetzt - tiefe Töne können sie in beängstigend perfekten Maß ebenso, wie präzise Höhen und Grundtöne. Auch Nils Lofgren schien im Carhifi-Laden um die Ecke ein Konzert zu geben. Ich war einfach nur begeistert- und wollte gar nicht aufhören, dem Blues - der es zweifelsohne ist - zu lauschen.

Tja, um ohne Umschweife auf den Punkt zu kommen: Zwischen Musik hören (mit dem Handylautsprecher / den PC-Lautsprechern) und Musik hören (Needle/SB18) gibt es Unterschiede, die ich all die Jahre nie auch nur im Ansatz zu glauben gewagt hätte. Stereo war niemals räumlich. Da irrte ich - gewaltig.



Vielen herzlichen Dank an Udo Wohlgemuth für die Beantwortung meiner Fragen in Windeseile, Intertechnik für den Referenz-flotten Versand und dem wie immer problemlosen Einkauf und vor allem auch an meinen guten Freund Alex, dessen Mühen und Werkzeug, sowie Räumlichkeiten ich (wieder einmal) benutzen durfte.

Bleibt mir nur zu sagen: What's next? :)

Matthias aus der Oberpfalz

Rolfs SB 18 Stand

Rolfs SB 18 Stand

SB 18 Standbox

Seitdem ich in 2008 durch die damals für mein Büro gebauten Mystery Party mit zwei Mystery-Sub infiziert worden bin (Bericht Dez.2009 Rolfs Mystery-PC),  hat mich diese Internet-Seite einfach nicht mehr losgelassen. Nach vier Jahren Spass mit der Mystery wurde es durch deren Verkauf Zeit, für ein Update meiner doch schon etwas in die Jahre gekommenen Lautsprecher im Wohnzimmer zu sorgen. Die dort bisher aufgestellten Boxen englischen Ursprungs haben mit ihrem 2 Wege Prinzip und Schwabbelbass nun schon 30 Jahre auf dem Buckel und durften ins Büro wandern. Nach kurzem Email- und Telefon-Kontakt mit Udo, in dem wir meine musikalischen Vorlieben abklopften, kam eigentlich nur die SB18 als neues Projekt in Frage

Gehäuseplanung:

Der künftige Arbeitsplatz der Boxen erforderte statt einer Regal- eine Standbox, dementsprechend habe die Urform der SB 18 mit der Vorgabe 18,5 Ltr. einzuhalten in eine Standbox umgerechnet und mit Sketchup eine Skizze erstellt. Bei ursprünglich geplanten MDF 19mm waren aber bei einer geplanten Höhe von 94cm (die Ohren wollen ja den Hochtöner an passender Position haben) die Fronten für die 17cmBässe zu schmal, also wieder alles zurück auf Anfang und neu mit 22mm MDF und einer Breite von 20x20cm gerechnet. Um auf 18,5 Liter Volumen zu kommen, musste dem Gehäuse bei 78,30 cm ein Zwischenboden 15,6 x 15,6 cm spendiert werden. Außerdem sollten die Chassis durch einen Rahmen mit Akkustikbespannstoff geschützt werden.

Den Sketchup-Plan habe ich hier als Zip-Datei hinterlegt.

Bauplan:

Der Mittelpunkt der zu fräsenden Löcher

Front von oben gemessen:
für den Hochtöner:   6,50 cm
für den Bass:        23,00 cm
von unten gemessen:
für das Reflexrohr: 20,00 cm

Rückseite:
für das Terminal:   30,00 cm

Mit dieser Vorgabe ging es dann zu meinem Freund René, Schreiner von Beruf, der das MDF inklusive der Ausschnitte für die Chassis und die Rahmen der Abdeckungen gefräst hat. Auch der Zusammenbau erfolgte in seiner Schreinerei.




Eigentlich hatte ich vor, die Boxen silber zu lackieren. Als wir uns dann über die starke Saugkraft der unbehandelten Schnittflächen des MDF unterhalten haben , verschwand René in seinem Plattenlager und zauberte eine silberne Resopalplatte mit gebürsteter Optik hervor.



Kurzerhand wurde sie mit einem Übermaß von einem Zentimeter auf der Plattensäge zugeschnitten und mit Pattex-Kraftkleber Seite für Seite aufgeklebt,  verpresst und nach 4 Stunden mit der Oberfräse bündig gefräst. Der Bereich um die Chassis wurde dabei freigelassen und mattschwarz lackiert, was sehr gut mit den geplanten Rahmen harmoniert. So ändert sich das Erscheinungsbild nicht, wenn man sie abnimmt. Außerdem wirkt die Box dadurch so, als würde sie auf einem Podest stehen.

Erst zum Schluss habe ich die Abdeckungen aufbereitet. Obwohl sie schon einmal mit Klarlack überzogen waren, musste ich noch dreimal mit Mattschwarz überlackieren, bis die Kanten meinen Ansprüchen entsprachen.



An der Rückseite sieht man gut, warum ich die Frontplatte mit einer Breite von 20 cm geplant hatte, das äußere Maß der Chassis geht doch recht weit bis an den Rand der Box.. Damit es nicht zu einer ungewünschten Berührung der Bespannung mit den Membranen kommen kann, habe ich den Bereich 3mm tiefer fräsen lassen. Durch die 45 Grad angeschrägten Kanten wirken die 12 mm starken Rahmen noch schlanker. Den Stoff habe ich mit doppelseitigem Klebeband aus dem Karosseriebau befestigt, es erlaubt trotz guter Haftung noch nachträgliche Korrekturen, ohne dabei den Stoff zu beschädigen.



Der Stoff wird einfach bündig abgeschnitten, die Ecken leicht lösen und mit minimaler Überlappung in einem Winkel von 45 Grad andrücken. Anschließend nur noch die Rahmendübel mit einer Nuss einschlagen.

Weiche:

Wie schon beim Bau der Mystery habe ich die elektronischen Bauteile auf einer Platine angerichtet und mit Brückendraht verbunden. Die Abstandshalter waren ursprünglich mal Dübel, die ich einfach abgeschnitten und mit Heißkleber an den Platinen befestigt habe.





Klangbeurteilung:

Weil über den Klang der SB 18 hier im Forum schon ausgiebig berichtet wurde, konnte ich einfach nicht widerstehen und habe die erste, fertig bestückte Box gleich im Büro an meinen Onkyo TX-7730 angeschlossen und bis morgens um 4 Uhr Probe gehört. Erster Eindruck: Wahnsinn! Da tauchte auf einmal bei Doors auf "Soulkitchen" eine Snare-Drum auf, die mir meine alten Büro-Boxen bisher permanent verschwiegen hatten.

Nach Vollendung der zweiten Box ging es am Wochenende zur abschließenden Klangbeurteilung mit verschiedenen Musikrichtungen in das Wohnzimmer. Dazu muss ich sagen, dass die Boxen bei einer Hörentfernung von ca. 3,5 Meter und 5 Meter Abstand zueinander mitten im Zimmer stehen. Mein großer Onkyo und der gute, alte Dual 731 Q-Plattendreher freuten sich schon auf ihre neuen Mitspieler. Bei Bachs "Toccata und Fuge in D Moll" baute sich auf einmal eine riesige Orgel vor mir auf, wie ich sie zu Hause noch nicht erlebt hatte. Die fehlende Wand hinter den Boxen war dabei nicht störend, im Gegenteil, den Platz nutzten die SB 18 dazu, dem Instrument und dem Auge eine großzügige Bühne zu bieten. Klare Höhen, bis hinunter zu den Bässen ein Hörgenuss mit natürlichem Nachhall wie in der Passauer Kirche. Anschließend  kamen die Dire Straits auf die Bühne, die Stöcke des Drummers wanderten quer durch das Zimmer, jedes Anreißen der Steelguitar war zu hören, "Jailhouse Rock" von den Blues Brothers erklang alles anderes als eingesperrt vom Plattenspieler. Cassandra Steens „Eis“ klang sehr warm von der kleineren Silberscheibe. Die weiteren Künstler, die danach noch einige  Stunden auftreten durften, erspare ich Euch mal durch eine zusammenfassende Beschreibung. Snoop Dog "Sweat" schwitzen durch ständiges Fußwippen oder anders , einfach nur ein genialer Klang und eine ganz große Bühne, egal ob Gesang, Instrumental, Klassik, POP oder Rock, den die SB 18 Stand produzieren. Ich kann mich einfach nicht daran satt hören! Sie sind einfach der Knaller, ausgewogen mit brillanter Höhenwiedergabe, exzellentem Mittenbereich bis hinunter zum nicht aufdringlichen, aber für eine 17cm  Membran unerwartet großen Bass.

Hut ab vor den Technikern von SB Accoustic und natürlich Udo für seine sehr gute Abstimmung von Volumen, Chassis und Weiche, als auch für seine stete Hilfsbereitschaft.

Rolf

Marias SB 18

Marias SB 18

Marias SB 18


Bevor mein Freund in den Sommerferien anfing, sich geradezu fanatisch mit dem Selbstbau hochwertiger Musikboxen zu beschäftigen, hatte ich wohl noch nie in meinem Leben einen Gedanken daran verschwendet, dass man den Hörgenuss seiner Lieblingsmusik in Eigenregie verbessern könnte. Als interessierte Freundin habe ich den Prozess des Bauens der Duetta Top mitverfolgt, die nach langer Recherche bei uns eingetroffen war und habe ab und an auch ein bisschen mitgeholfen. Dann hatte ich plötzlich an meinem Geburtstag ein großes schweres Paket auf meinem Tisch. Nee…, oder…? …doch! Der Inhalt bestand aus den Bauteilen der SB 18 – einem Bausatz aus der Bluesklasse. Jetzt hatte ich mein eigenes Bauprojekt! Ich war begeistert!

Die erste Herausforderung war die Auswahl der Materialen zum Bau des Gehäuses. Meine Designvorstellungen waren schlicht und einfach: die Box sollte aus 21 mm Multiplex bestehen, der Korpus mit schwarzer Holzlasur, zwar deckend, aber dennoch die Holzstruktur sichtbar lassend, die Front sollte naturfarben belassen werden. Um es nicht ganz so einfach zu machen, sollten die Seitenteile auf Gehrung geschnitten werden, sodass die Kanten im spitzen Winkel verleimt werden können. Also wurde nach dem Neuberechnen der Maße zunächst einmal Holz beim lokalen Holzhandel bestellt und dort auch gleich zugeschnitten. Die Front habe ich letztendlich bei Speakerspace bestellt. Dort werden die Aussparungen präzise zugeschnitten, der einzige Nachteil ist, dass man eine ganze Weile auf seine Ware warten muss. Dann verging erst mal viel Zeit, weil ich für die Arbeitsschritte „auf Gehrung schneiden“ und „Kanten anfasen“ auf die Holzwerkstatt meines Mitbewohners angewiesen und er im Sommer nicht immer zu Hause war.

In der Zwischenzeit konnte ich mich aber schon mit dem Löten der Weichen beschäftigen. Hierfür hatte ja mein Freund alle nötigen Arbeitsgeräte zur Hand und ich konnte mich so unter sachkundiger Anleitung auf dieses Neuland wagen. Ein bisschen Fingerspitzengefühl ist schon nötig, um eine schöne Verbindung herzustellen, ansonsten muss ich aber sagen, dass das Löten an sich leichter war als ich gedacht hatte (wenn man sich von den Bleiausdünstungen nicht zu sehr benebeln lässt und den Weichenplan im Vorhinein gut durchdenkt!). Nach zwei Abenden waren sie ganz zu meiner Zufriedenheit fertig gestellt. Fehlten also „nur noch“ die Gehäuse.



Nachdem die Teile soweit zugeschnitten waren, dass es nur noch ans Verleimen ging, leimten wir an einem Abend die beiden Boxen mit dem altbewährten Fugenleim zusammen. Ich hatte den Tipp bekommen, die auf Gehrung geschnittenen Teile zunächst auf dem Boden mit Klebeband miteinander zu fixieren und dann erst zu verleimen, was zum größten Teil auch gut funktionierte.



Leider waren die Seitenteile nicht ganz sauber auf Gehrung geschnitten und standen dadurch einige Millimeter über. Wir rätselten mit den leichten Überständen, wohin man sie besten platzieren sollte, damit man sie hinterher möglichst gut abschleifen kann. Über dieses Gegrübel hatten wir dann am Ende (aber zum Glück noch vor dem Ankleben der Frontseite) etwas Essentielles ganz vergessen: die obere Begrenzung des Bassreflexkanals. Das bescherte mir dann noch einmal eine Verzögerung in der Fertigstellung, weil nun die anfangs gefertigten Brettchen nicht mehr in ausreichender Spannung eingeklebt werden konnten und neu zurecht gesägt werden mussten. Als aber auch das erledigt und die Boxen in ihrer ganzen Größe fertig gestellt waren, war es ein gutes Gefühl und die Spannung auf ihren Klang unendlich groß. Schließlich hätte man jetzt schon alles einbauen und Probe hören können, aber sie brauchten schon noch ein ansprechendes Äußeres. Meine Wahl fiel auf OSMO Dekorwachs in schwarz für die Rückseiten und Leinölfirnis für die Front. Nach zwei Anstrichen und einmaligem Zwischenschleifen hatte ich auch das gewünschte Ergebnis erzielt: eine schöne gleichmäßige Oberfläche, bei der dennoch die Holzmaserung dezent zur Geltung kommt.

Die „Stunde der Wahrheit“ fiel dann auf den Donnerstag vor Weihnachten. Gemütliche Atmosphäre im Zimmer geschafft, Kabel an die Weichen gelötet, Dämmwolle zurecht geschnitten, Chassis eingesetzt und die Terminals eingesetzt: fertig! Jetzt nur noch anschließen, Musik an und los! Der Klang hat meine Erwartungen voll und ganz erfüllt, und auch meine Mitbewohner waren sehr angetan. Jetzt höre ich sie seit gut einem Monat und freue mich jedes Mal über die super Klangqualität, auch das vielbesungene „Live-Gefühl“ der SB 18 kann ich nur bestätigen.

Natürlich war ich ganz schön stolz am Ende dieses „Akustikwunder“ selbst zusammengefügt zu haben. Ich kann nur allen Freundinnen empfehlen, sich auch für die Bastelwut ihrer Freunde zu erwärmen und allen Freunden empfehle ich, ihre Freundinnen zum Geburtstag mit einem schweren Paket zu überraschen :). Ich habe viel gelernt und noch mehr Spaß gehabt, vor allem bei einem so tollen Ergebnis!

Maria

SB 18 - Die Erfolgsstory

SB 18 - Die Erfolgsstory

Zweiwegebox für mehr Bassdruck

Die Zweiwegebox SB 18 war der erste Bauvorschlag mit den damals brandneuen Chassis von SB Acoustics. Als sich diese Box im Laufe der Jahre als großer Wurf entpuppte, nahmen wir uns ihrer mit der "remastered" Version noch einmal an, denn damals folgten wir zunächst einmal weitgehend den Konstruktionsvorschlägen des Herstellers. Wetten, dass die SB 18 remastered noch mehr kann, als die Ursprungsversion?

Als wir Ende 2008 unseren ersten SB-Acoustics-Bausatz vorstellten, ahnten wir nichts von der Erfolgsstory, die sich daraus entwickelte. Kurz vorher hatten sich einige Mitarbeiter der dänischen Traditionsfirmen Viva, Peerless und Scan Speak - nachdem diese von einem amerikanischen Konzern übernommen und neu strukturiert wurden - auf eigene Füße gestellt, um beim jahrzehntelang erfahrenen Hersteller Sinar in Indonesien selbst hochwertige Lautsprecherchassis nach eigenen, kompromisslosen Vorgaben zu günstigen Preisen fertigen zu lassen.

So nahmen wir das Angebot damals gerne an und die Chassis der neugegründeten SB Acoustics in unser Lieferprogramm auf. Es gab sogar schon zwei fertig konzipierte Anleitungen zum Gehäuse- und Weichenbau, auf deren Basis wir die erste SB 18 entwickeln konnten. Die Akzeptanz unter unseren Kunden war sehr hoch und reichte bis zu Jubelrufen in Leserberichten. Also legten wir schnell weitere Bauvorschläge nach, die mangels weiterer Vorschläge von SB Acoustics komplett in unserem Hause entstanden. Da wir unsere eigenen Vorstellungen und Qualitätsmaßstäbe in Bezug auf die Lautsprecherentwicklung und den daraus resultierenden Klang haben, passte am Ende die SB 18 nicht mehr so recht zu den anderen Familienmitgliedern SB 36, SB36 Center etc. .

Ein erfolgreiches und angesehenes Produkt abzuändern, ist so eine Sache, die nicht jeder Hersteller ohne Not angeht. Beim Einsatz als Stereolautsprecher war noch alles gut, doch für den homogenen Heimkinoeinsatz mussten wir der SB 18 den anderen Familienmitgliedern gerecht werdende Klangeigenschaften anerziehen. Noch hatte niemand einer Anpassung der Weiche erbeten, denn bisher waren alle mit dem Bausatz außerordentlich zufrieden. Und doch stand ein Update der Weichenschaltung an, um eine Heimkinoinstallation anderen SBs zu ermöglichen. Heute besteht die Familie aus weiteren Mitgliedern und sogar ein Centerspeaker ist mit dem SB 36 Center erhältlich.

Durch Mails und Telefonate zu Heimkinoinstallationen dazu angeregt, haben wir uns also noch einmal der SB 18 angenommen, schließlich zeigte die SB 36 auf, dass mit diesen Chassis noch so Einiges möglich ist. Dennoch sollte die SB 18 bei besserer Heimkinotauglichkeit natürlich nichts an ihren Fähigkeiten als Stereolautsprecher verlieren. Also gingen wir guten Mutes daran, die durchweg mit guten Erfahrungen behafteten Chassis neu zu verschalten.

Gehäuse

Um den SB-Chassis ein neues Zuhause zu geben, mussten wir nicht einmal eine neue Zeichnung anfertigen, die alte passt auch für die Update-Weiche. Da wir für die Gehäuse der SB 18 remastered letztendlich nach entsprechender Suche noch einige Gehäuse fanden, finden Sie an dieser Stelle den Bauplan der ursprünglichen SB 18, es hat sich ja ohnehin nur die Frequenzweiche geändert.

Laut LspCAD hätten damals 15 Liter Nettovolumen für das Basschassis ausgereicht, doch wir haben uns für eine etwas tiefere, sauberere Abstimmung entschieden, die im Bassbereich auch bei Regalaufstellung nicht aufdickt. Dafür gibt es mindestens zwei Methoden: ein größeres Gehäuse oder ein längeres Bassreflexrohr. Die Lösung war hier die Kombination aus beidem, so vergrößerten wir das Innenvolumen auf 18,5 Liter bei einer Abstimmung auf knapp 38 Hz. Dafür benötigten wir einen Reflexkanal von 19 cm² Öffnungsfläche und 16,1 cm Länge.

Für das Gehäuse wurde damals 21mm dickes Multiplex eingesetzt, 18 mm hätten prinzipiell auch gereicht, doch die stabilen Holzwände haben dem Klang keinesfalls geschadet. Oberflächenbehandelt wurden das Multiplexgehäuse mit zwei Aufträgen PU-Klarlack. Optisch aufgepeppt wurde das Gehäuse durch eine kleine Schattenfuge an den Verbindungskanten. Zwei Beutel Sonofil sorgten für die interne Füllung mit Absorbtionsmaterial für einen sauberen Mitteltonbereich. Die Chassis wurden mit einer Oberfräse bündig in der Schallwand versenkt. Da der Aufbau der Boxen keine besonderen Kunstgriffe erfordert, haben wir den Aufbau selbst damals nicht fotografisch dokumentiert. Flugs die Löcher gefräst, Kabel an Chassis und Lautsprecherterminal gelötet und alles in die Kiste geschraubt - der Vorgang dauerte keine halbe Stunde und der Gehäusebau selbst wäre auch nicht viel aufwändiger gewesen.

Zeichnung herunterladen

Hier den Bauplan laden.

Chassis

Die mittlerweile altbekannten Chassis wurden vor der ersten Box mit SB Acoustics-Bestückung bereits kurz zuvor ausführlich vorgestellt. Dennoch gehen wir hier kurz auf darauf ein.

Der Tiefmitteltöner SB17NRXC35-8 bildet die Basis für die SB 18 sowie auch die remastered Variante. Auch wenn der Tiefmitteltöner nun in einem durchgehend neutralen Schwarz erscheint, also ohne die grauen Flecken des Vorgängermodells, so sind die Parameter des Chassis dennoch im Rahmen normaler Toleranzen gleich bzw. praktisch identisch geblieben.

Der pulverbeschichtete Druckgusskorb mit seinen schmalen Doppelstegen und dem markant hochgezogenen Rand minimiert die Auswirkungen etwaiger Resonanzen auf das Magnetsystem und wurde überdies speziell für größtmöglichen Luftdurchsatz hinter der Membran ausgelegt. So gibt es unter der hoch angesetzten, flachen Zentrierung riesige Öffnungen, die einen freien Blick und - weit wichtiger - eine gute Luftzirkulation auf die 16 mm hoch gewickelte Schwingspule gestatten. Zusammen mit der 5 mm hohen Polplatte ergibt das rein rechnerisch einen linearen Hub von insgesamt 11 mm. Der Fiberglas-Schwingspulenträger misst für diese Chassisgröße beachtliche 35,5 mm im Durchmesser und umfasst einen durchbohrten Polkern mit strömungsgünstig geformter Luftaustrittsöffnung. Ein faradayscher Ring aus Kupfer hält den Klirrfaktor gering und dient gleichzeitig der Impedanzlinearität. Sehr weich fühlt sich die Gummisicke an, deren geringe Dämpfung die Mittelton-Wiedergabe verbessert. Die exponentiell statt konisch geformte Navi-Membrane ist sehr leicht und gleichzeitig dank ihrer Zusammensetzung aus mit Papyrus-Fasern verstärkter Pappe äußerst formstabil, so dass sich Partitialschwingungen (Membranbereichs-Teilschwingungen) in Grenzen halten.. Dieses Material hält nicht nur SB-Acoustics Entwickler Lars Goller für den idealen Membran-Werkstoff. Holzfasern und Papier sind gemessen an ihrem Gewicht die stärksten Materialien, erklärte er in einem Interview in der Image-Hifi. Auch wenn sie nicht frei von Verfärbungen sind, so werden diese vom Ohr bzw. Gehirn als angenehm empfunden, so dass sie quasi einen Klang mit Charakter erzeugen.

Als Partner wählten wir einen zum Tiefmitteltöner passenden Hochtöner aus, dessen nicht minder komplizierter Name SB26STC-C4 lautet. Seine getränkte Gewebemembran wird von einer breiten, flachen Sicke aus dem gleichen Material in einer matt schimmernden Kunststoff-Frontplatte gehalten. Die Kalotte ragt trotz der abgerundeten Schallführung, die gleichzeitig dem Pegelgewinn in bestimmten Frequenzbereichen dient, ein paar Millimeter über die Frontplatte hinaus. Zum Rand hin ist die Front zudem leicht abgeflacht. Mit dieser Membran-Geometrie konnten die Techniker das Rundstrahlverhalten außerhalb der Achse verbessern. Die 1,2 mm hohe Schwingspule wurde auf einen ungelochten Aluträger gewickelt und durch dicke Litzen mit den Lötfahnen verbunden.

Eine ganz besondere Konstruktion ist das Hochton Antriebssystem, und dabei ist nicht einmal die Beschaffenheit von Magnetring und Polplatten gemeint, sondern winzige Konstruktionsdetails, die ein gewissenhaftes Engineering verraten. So ist der Polkern durchbohrt und mit einer Kammer versehen, um die Resonanzfrequenz deutlich abzusenken und somit eine tiefere Abtrennung zu ermöglichen. Zur Verminderung von Reflexionen aus dieser Kammer wurde ein "Dome" auf die Öffnung gesetzt. Ein Kupferüberzug auf dem Polkern dient auch beim Hochtöner nicht allein der Optik, sondern entspricht ansatzweise einer Kupferkappe entsprechend dem faradayschen Ring des Tieftöners. Ferrofluid im Luftspalt benötigen die Ingenieure von ScAR nicht, da sie nicht für das Marketing arbeiten, sondern für den guten Sound. Ausreichende Kühlung erfährt der Hochtöner auch durch die Polkernbohrung.

Weiche

Zunächst tasteten wir uns vorsichtig an das Endergebnis heran, indem wir vom originalen Weichenaufbau ausgehend mit dem Clio Messsystem nach Verbesserungen suchten. So wurde aus dem ursprünglichen 18 dB-Filter für den SB 17 NRXC 35-8, solo gemessen in der Box (grün), schnell ein 12 dB Filter zweiter Ordnung (rot), welches lediglich auf die zweite Spule verzichtete. Ein kleiner Kondensator parallel zur ersten Spule diente der Begradigung des Plateaus zwischen 4 und 8 kHz (blau).

Ähnlich gingen wir an den Hochtonzweig (SB 26 STC-C 000-4 in Box = grün) heran, indem wir die jeweils zweiten Kondensatoren mit einem Kabel überbrückten und die Widerstände zur Pegelabsenkung beibehielten. Zwar war die Messkurve schon ganz ordentlich, doch lag sie im Pegel insgesamt zu hoch, auch unterhalb von 2 kHz (rot). Hier half ein Spannungsteiler, der den vierohmigen Hochtöner gleichzeitig an eine achtohmige Weiche anpasste. Das senkte den Pegel auf die vom Tiefmitteltöner vorgegebenen knappen 86 dB ab und erhielt den ersten Kondensator sowie die Parallelspule für den Hochtonzweig. Insgesamt wurde der Bauteileaufwand für die Frequenzweiche sogar reduziert, da zwei Widerstände, ein Kondensatorenpack sowie eine Spule aus der Weiche zu entfernt und eine ganz kleine Kapazität mit zwei neuen Mox-Widerständen in die Schaltung eingefügt wurden. Das ermöglicht auch den einfachen und preiswerten Umbau der alten SB 18 in die neue Version für den Aufbau eines Heimkinosystemes unter dem Einbeziehen vorhandener SB 18.

Die Messung der einzelnen Weichenzweige sowie das Summensignal zeigt die tadellose Funktion der Frequenzweiche. Die Trennfrequenz liegt bei 1.800 Hz weit genug von der Resonanz des Hochtöners bei unter 700 Hz. Eine Impedanzkorrektur haben wir für Röhrenfreaks ebenfalls ergänzt, damit diese ihre SB 18 weiterhin ohne Klangeinbußen an den glühenden Verstärker betreiben können.

Abstimmung

Die perfekte Abstimmung der passiven Frequenzweiche lässt sich in der Addition beider Amplituden jeweils unter 0, 30 und 60 Grad ablesen: In der Summe sind alle Senken und Überhöhungen nahezu ausgeglichen. Eine saubere Sache ist der Aufbau auf der zum Lieferumfang gehörenden speziellen Platine.

Auch wenn die Frequenzweiche völlig neu konstruiert wurde, so hatten wir bei der Abstimmung dennoch im Ohr, die guten Eigenschaften der SB 18 zu bewahren. Mit der Dimensionierung der vor den unteren Tieftöner geschalteten Spule kann der Grundtonbereich "eingestellt" werden, so dass die (Männer-)Stimmwiedergabe bei größere Spule dünner und bei kleinerer Spule fülliger ausfällt. Unsere Weiche hat eine für einige Leser wichtige Besonderheit aufzuweisen: Drei zusätzliche, nicht trennungsrelevante Bauteile dienen als Impedanzkorrektur für den Betrieb dieser Lautsprecher an Röhrenverstärkern, die sehr unwirsch auf einen ungeraden Impedanzgang reagieren. Diese finden ihren Platz auch auf der Platine und können über eine Kabekbrücke wahlweise hinzu- oder abgeschaltet werden. Der Bedarf an Dämmstoff ist bei dieser Bauanleitung mit fünf Beuteln Sonofil vergleichsweise hoch.

Messungen

Klang

Gemäß der Worte von Lars Goller in der Image-HiFi wurden die Boxen parallel zu den Wänden frei im Raum aufgestellt. Das ist ganz allgemein eine gute Aufstellung, solange die Chassis nicht so stark bündeln, dass sich anstelle einer gescheiten Stereohörzone nur noch ein winziger "Sweet Spot" ergibt
Die Spannung war groß, wie sich die Neulinge den klanglich geben würden und so war die Enttäuschung groß, als die ersten Töne erklangen: da war kaum Bass, die Stimmen klebten an den Boxen und die Bühne war nur breit, aber nicht besonders tief. Zumindest, bis wir bemerkten, dass eine Box verpolt angeschlossen war. Schlimm ist also nur, wenn man die Verpolung nicht bemerkt.

Schon sang Sade wie eh und je mit markanter Stimme in der Mitte, untermalt mit knackigem Bass, Drums und fein aufgelösten Percussions. Das Wort vom angenehmen Klangcharakter der Pappmembran fanden ihre Bestätigung. Die Sparte "angenehme, ruhige Barmusik" meisterte die SB 18 zur vollen Zufriedenheit. Wir blieben bei kleinen Besetzungen und lauschen den Klängen von Klavier, Contra-Bass und Schlagzeug, gespielt von EST. Kaum zu glauben, wie viel Musik diese drei Männer machen konnten. Ohne Mühe und Anstrengung folgte die SB 18 dem beschwingten Hörgenuss und enthielt sie sich jeder Auffälligkeit, durch die allzu viele Boxen hervorstechen sollen. Auch wenn die drei Musiker alles gaben, blieben feinste Nuancen vernehmbar, beispielsweise in Form des Streichens des Besens über die Becken. Auch bei Trommeln, deren straff über den Korpus gespanntes Fell angeschlagen wurde, kam gleichermaßen Life-Feeling auf wie beim Schnarren losgelassener Basssaiten oder beim Knarzen, wenn diese auf Holz trafen. Der Bass wirkte druckvoll, konturiert, klar, durchhörbar und tiefer, als von einem 17 cm Chassis gewohnt. Auch bei Mahlers erster Symphonie saßen wir in der ersten Reihe und konnten das in drei Dimensionen aufgebaute"große Orchester" genauso genießen, wie Mozarts Violinen-Konzert Nr.5, wo die Bewegungen des Sologeigers geradezu hörbar wurden. Die anschließend aufgelegte gute, alte Rockmusik, live dargeboten von den Doors, begrüßten die SB 18 nicht als Kulturschock, sondern boten geradezu eine Verjüngungskur für den Zuhörer. Bereits die damalige Version überzeugte also auf ganzer Linie und durfte sich auf Ohrhöhe in die Riege weit teurerer Boxen einreihen.

Fazit

Nichts eingebüßt hat die "neue" SB 18 von ihrer Homogenität und dem bruchlosen Übergang der beiden Chassis. Der zuvor leicht ansteigende Frequenzgang wurde durch die neue Weiche begradigt, die Mittellagen leicht zurückgenommen. Diese kleine tonale Änderung entspricht nun dem Klang der anderen Familienmitglieder im Heimkino-Einsatz. Beibehalten wurde die hervorragende Stereo-Performance, der Bühneneindruck reicht weiter in die Tiefe und Details werden weniger präsent wiedergegeben, doch die wesentlichen Vorzüge der SB 18, die zu ihrer immensen Beliebtheit geführt haben, sind nicht beeinträchtigt.

So bietet sie weiterhin eine großartige Dynamik und eine Feinauflösung, die in dieser Preisklasse ihresgleichen sucht. So haben wir die "remastered" Version nicht umbenannt, es ist weiterhin die gute alte SB 18 mit den gleichen Qualitäten der Vorgängerversion.

SB18 von Matthias

SB18 von Matthias

Ohne Hörprobe baute ich im Frühjahr 2010 die Kera 360.2 in der Gewissheit damit nichts falsch machen zu können. Schin vor Jahren sollte es eine ER4 Box werden, dann kam der günstigere 26HD1 und Udos Artikel "Aufbruch in neue Welten" zur Kera 360.2 verfolgte mich 2 Jahre lang. Dabei ignorierte ich die neu hinzugekommenen Chassis von SB Acoustics und Udos Bauvorschläge. Hier ein paar Eindrücke davon:

Kera360_2_Matthias_1Kera360_2_Matthias_2Kera360_2_Matthias_3

Ich konnte jedoch nicht meine Erstlingswerke mit fernöstlichen Breitbändern aus dem Nebenraum ignorieren, die mich immer wieder aus dem Sog des etonschen Klangs herausrissen. Da mußte eine Lösung her. Es sollte die SB18 als Standbox werden. Sie waren ja nicht für mich, dachte ich. Auf zu Udo, die Günstigen probehören. Er konnte mir lediglich die SB15 vorspielen, versicherte mir aber der Klangcharakter sei sehr vergleichbar. Ersteindruck: Hmm, ok, naja, ganz schön zurückhaltend, trotzdem bauen!

Um das Volumen der SB18 beizubehalten, gab mir Udo den Bauplan für die "Triangel" mit. Das Furnier, Tineo für die Schallwände und Tulip Wood für die restlichen Flächen, lag schon bereit. In einer freien Woche fuhr ich zum Baumarkt, kaufte das Holz und fand glücklicherweise am gleichen Tag nach überschaubarer Telefonierzeit einen Schreiner, der die Bretter mit 30° Fasen versah. Bewaffnet mit Ponal Classic und 8 Fahrradspanngurten, erworben im Viererpack für 3€, zogen sich die Bretter ganz von selbst in Form. Am nächsten Morgen verklebte ich Deckel und Boden, ließ sie antrocknen und legte mit dem Bündigfräser die Schallwände frei. Weil Deckel und Boden auf der Rückseite der Boxen noch rechteckig waren, hatte ich eine gerade Auflagefläche und konnte die Front gemütlich mit dem Bügeleisen furnieren, die Kanten brechen und mit der Oberfräse die Ausschnitte machen. Anscheinend zu gemütlich! Nachdem der Ausschnitt für den Tiefmitteltöner fertig war, stellte sich heraus, dass ich vergessen hatte den Radius des Hochtöners einzurechnen. Frust? Nein, der Hochtöner wollte nur von 93cm auf 88,5cm Höhe rutschen. Udo sagt: "Bau sie wie du willst." In meinem Fall: "Bau sie wie 'sie' es wollen."

SB18_Matthias_0SB18_Matthias_1SB18_Matthias_2

Eine Nacht darüber geschlafen und weiter ging es. Deckel und Boden durchgehend bündig gefräst und die schweißtreibende Arbeit erledigt, das 1mm Tulip Wood auf der Schräge aufzubügeln und zu schleifen. Und das nicht nur für 3 Seiten, sondern praktisch für 6 Seiten pro Box. Die Fasen wollten einzeln furniert werden.  80er, 120er und 240er Schliff und 3 Schichten Hartöl taten in den Folgetagen ihr Übriges zur Fertigstellung der Behausungen.

Leider sollte ich noch 4 Wochen auf die Bauteile warten und vergnügte mich mit x-maligem Nachmessen des Tiefmitteltönerausschnitts, der irgendwo zwischen 171 und 172 Millimetern Durchmesser lag. Laut Herstellerangaben hat das Chassis einen Durchmesser von 171+/-0.4mm. Als ich den TMT dann endlich in der Hand hielt und ihn in der Schallwand restlos versinken sah, fiel mir ein Stein vom Herzen. Da war und ist aber auch kein Millimeter Spiel mehr, top! Die Bauteile parallel und seriell verlötet auf ein Stück Holz zu bringen, war ein Kinderspiel und die Boxen boten oben noch genug Platz für die Weiche.

SB18_Matthias_4Anders sah das schon beim Einbau der Polklemmen aus, die optisch besser passten als ein seitlich verbautes Terminal.Durch die Bassreflexöffnung des HP50 passt keine Erwachsenenhand, also lötete ich das Kabel an die Polklemmen, zog es von außen in die Box, warf die Mutter darüber und hielt sie durch die Bassreflexöffnung mit einer Kombination aus Rohrzange und Maulschlüssel fest, während ich die Polklemme auf der Außenseite durch die Öse mit einem Schraubenzieher als Hebel festdrehte. Zuguterletzt bekamen die Gehäuse noch jeweils 3 Gummifüße zur Entkopplung spendiert.

Das von mir voreilig getroffene Urteil, die SB Acoustics seien zu zurückhaltend, hat sich mittlerweile in Wohlgefallen aufgelöst. Ich war einen so unaufdringlichen Klangcharakter nicht gewöhnt. Die Kera 360.2 spielen einnehmender und filigraner. Über 3 Monate füttere ich die SB18 nun mit unterschiedlichem Musikmaterial und stelle Vergleiche zur Kera an. Ja, die SB Acoustics sind nicht ganz so verfärbungsfrei, doch die Frage nach richtig oder falsch stellt sich mir dabei nicht und es stört keinesfalls. Wichtiger ist, die Chassis klingen wie eine Einheit. Bei jeder Lautstärke bleibt das Klangbild gleich, nichts wird vorlaut, nichts kommt hinzu oder wird weggenommen bzw. verdeckt.  Der Tiefmitteltöner geht erstaunlich tief ohne bei gleichzeitiger Wiedergabe höherer Frequenzen zu schwächeln. Auch die räumliche Abbildung läßt nichts vermissen. Stimmen ertönen glasklar auf Höhe der Boxen mit hörbaren Atmungsgeräuschen. Dahinter, nicht so herausgemeißelt wie bei der Kera, aber ohne zu verwischen, stehen Instrumente gut ortbar und losgelöst im Raum. Alles in allem sind die SB18 sehr gesellige Spielkameraden, die es dem Hörer überlassen, ob er ernsthaft zuhören oder sich lieber angenehm berieseln lassen möchte. Zum Abschluss noch ein paar Bilder der fertigen Boxen:

SB18_Matthias_5SB18_Matthias_3SB18_Matthias_6

Mein Dank an Udo für diesen abermals spitzenmäßigen Bauvorschlag, den ich nur weiterempfehlen kann.

Matthias

Benjamins SB 18

Benjamins SB 18

Vorgeschichte

Wie kommt man eigentlich zur Entscheidung einen Lautsprecher zu bauen? Gute Frage! Zur Beantwortung dieser Frage muss ich die Zeit etwas zurückdrehen. Bei einem familiären Ereignis  im April diesen Jahres erzählte mir mein Cousin davon, dass er bei einem Herrn Udo Wohlgemuth in Bochum mehrere Lautsprecher probegehört und sich gleich zwei Bausätze gekauft hat. Er hat mir damals begeistert von dem Besuch bei Udo und von den interessant geschriebenen Artikel auf der Internetseite erzählt. Meine Neugierde wurde sofort geweckt und ich las kurz darauf einige Artikel dieser Seite, die mich häufig zum Schmunzeln brachten und viele interessante Ideen präsentierten - wisst ihr ja selbst. Vor vielen Jahren hatte ich schon einmal eigene Standlautsprecher gebaut, die auch einigermaßen gut klingen, weshalb ich mich nach wie vor für den Lautsprecherbau interessiere.

Beim nächsten Besuch meines Cousins konnte ich zunächst die Klangriesen probehören, die in einem kleinen Raum schon einen verblüffend guten Klang wiedergaben. Kurze Zeit später präsentierte er mir seine FirstTime 4 in einem relativ großen Raum - auch deren Sound begeisterte mich! Die FirstTime 2 von seinem Bruder ließ dann bei mir den Knoten platzen, sodass die Planung für den Lautsprecherbau aktiv begonnen wurde!

Der folgende Leserbericht ist insgesamt sicherlich etwas sachlicher geschrieben, als einige andere Berichte und geht zum Teil sehr in die handwerklichen Details. Mein Ziel beim Schreiben war es, entscheidende Arbeitsschritte auch Lesern nahe zu bringen, die damit noch nicht vertraut sind. Da ich nicht zu den eingefleischten High-End "Audiotisten" gehöre, lege ich den Schwerpunkt auf den Gehäusebau und hoffe, von den Experten noch ein paar Tipps zur klanglichen Seite zu bekommen.

Allen Lesen wünsche ich viel Spaß beim Lesen und hoffe auf konstruktive Kritik - als Hobbytischler kann man diese immer gut gebrauchen, schließlich führen immer mehrere Wege zum Ziel und der hier präsentierte Weg hat an der ein- oder anderen Stelle sicherlich noch Potential.

Materialauswahl und Design

Die Wahl der Farbe und die Neugier etwas Neues auszuprobieren, führte mich zu der Entscheidung den Lautsprecher aus 22 mm MDF-Platten zu bauen. Als erfahrener Hobbytischler mit Lackiererfahrung im Bereich der DD-Klarlacke wollte ich ein Material ausprobieren, welches für Lautsprecher ohnehin perfekt ist und bisher von mir noch nicht verwendet wurde. Auch das im Vergleich zu DD-Lacken abweichende Lackierverfahren weckten mein Interesse. Ihren Platz sollten die Lautsprecher in meinem Arbeitszimmer finden, was zu der Entscheidung führte, die Farbe an die übrigen technischen Gerätschaften, wie Monitor, Verstärker, CD-Player, usw. anzupassen: Die Wahl fiel also auf Gaphit-Schwarz (RAL9011). Da das Grundmaterial nach der Lackierung ohnehin nicht mehr sichtbar sein würde, war der Einsatz von furniertem Multiplexholz also nicht erforderlich. Um den Lautsprecher etwas schmaler wirken zu lassen, als er tatsächlich ist, überlegte ich mir die Sichtkanten mit großen Fasen zu versehen.

Zuschnitt

Nach der Lieferung der Platte wurde diese nach einem Schnittplan mittels einer Handkreissäge zunächst längs- und im Anschluss daran in vier Teile getrennt, sodass Plattenformate entstanden, die sich auf einer Formatkreissäge handhaben ließen.

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Bei Arbeiten mit der Handkreissäge auf dem Fußboden, siehe Bild 3, muss darauf geachtet werden, dass ausreichend dicke Unterleghölzer verwendet werden, um eine Berührung des Sägeblattes mit dem Fußboden zu vermeiden. Außerdem sind die Unterleghölzer so zu positionieren, dass die Platte auch nach dem Trennvorgang eine sichere Lage behält. Bei den Grobzuschnitten ist darauf zu achten, dass die Maße eine ausreichend große Toleranz zum finalen Format der Lautsprecherbretter haben - als Daumenwert sollte jedes Endmaß zunächst um 20 mm größer zugeschnitten werden.

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Nach dem Grobzuschnitt folgte der exakte Zuschnitt an der Formatkreissäge. Um die Arbeit zu erleichtern und die Übersicht zu steigern, wurde eine Teileliste erstellen, siehe Bild 5. Die verwendete Formatkreissäge hatte schon einige Jahre und sehr viele Meter Holz hinter sich, daher war davon auszugehen, dass die Genauigkeit der Messanschläge mittlerweile nicht mehr all zu hoch war. Aus diesem Grund wurden gleiche Maße in der Teileliste farblich markiert, sodass mit einmaliger Einstellung des Anschlages alle gleichen Maße zugeschnitten werden konnten. Diese Vorgehensweise ist generell zu empfehlen, da so sichergestellt ist, dass miteinander verleimte Platten später bündig zusammenpassen.

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Aus den vier Ausgangsbrettern, siehe Bild 4, wurden im ersten Schritt grob die Einzelbretter nach Bild 2 gesägt. Diese wurden im zweiten Schritt auf einer Seite gerade abgetrennt und auf der anliegenden Seite dazu winklig geschnitten. Im letzten Schritt wurden die Platten, unter Beachtung der günstigen Schnittreihenfolge, siehe Bild 5, auf die jeweiligen Endmaße zugesägt. MDF überzeugte mich schon hierbei durch hervorragende Materialeigenschaften bei der spanenden Bearbeitung.

Lautsprecherausschnitte Fräsen

Zum Fräsen der Lautsprecherausschnitte wurden neben der Oberfräse drei Hilfsmittel verwendet, siehe Bild 7. Die ersten beiden Hilfsmittel stellen starre Fräszirkel dar, welche die Radien der Chassis sowie des Terminals abzüglich des Fräserradius enthalten. Das ist auch der Grund, warum zwei Zirkel gefertigt wurden: Beim ersten Versuch wurde der Radius des Fräsers nicht berücksichtigt, obwohl dies vorher eigentlich so geplant war... Letztendlich stellte sich dies jedoch nicht als Zeitverschwendung heraus, da diese Schablone verwendet werden konnte, um die Lautsprechervertieferungen vollständig auszufräsen, denn mit dem verwendeten 10 mm Fräser war die Auflagefläche für das Chassis noch nicht breit genug - eine zweite, um etwa 9 mm versetzte Umrundung mit der Oberfräse war also erforderlich. Die Fräszirkel wurden kurzerhand aus Pertinax gefertigt, welches deutlich härter ist, als beispielsweise PVC und sich außerdem wunderbar bearbeiten lässt. Bild 8 zeigt den an der Oberfräse montierten Fräszirkel. Beim verwendeten Passstift, siehe Bild 8 rechts, handelt es sich um einen Bodenträger für Einlegeböden von Schränken. Dieser lässt sich prima bei einer 5 mm Bohrung als Presspassung mit der Pertinaxschablone verbinden - mit einem 5,5 mm Bohrer in MDF ist  der Zirkel nahezu spielfrei. Einfacher wäre natürlich die Verwendung eines variablen Fräszirkels gewesen, allerdings stand ein solcher nicht zur Verfügung.

Das dritte Hilfsmittel wurde verwendet, um die Ausschnitte der Hochtöneranschlüsse zu fräsen, siehe Bild 12. Im Nachhinein war dies wohl etwas übertrieben, da die Arbeit auch mit einer einfachen Feile machbar gewesen wäre - sichtbar ist diese Aussparung bei eingebautem Lautsprecher ohnehin nicht, siehe Bild 13.

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Das Fräsen der Ausschnitte erfolgte etappenweise, um den Fräser und die Fräse nicht zu überlasten. An dieser Stelle sei auch noch erwähnt, dass bei der Arbeit mit MDF-Platten eine Staubschutzmaske dringend zu empfehlen ist! Insbesondere beim Fräsen verteilt sich der feine Staub im gesamten Raum, wenn die Oberfräse nicht über eine Absaugung verfügt. Wie in Bild 9 zu sehen ist, wurde versucht wenigstens einen Teil des Staubes einzusaugen, aber leider war diese Maßnahme nicht sonderlich effektiv. Bild 10 zeigt die Vertiefung für den Hochtöner nach dem ersten Fräsgang - die Breite der Nut beträgt noch 10 mm. Rechts daneben wurde die Vertiefung des Tieftöners in einem zweiten Fräsgang bereits auf die erforderliche Nut-Breite erweitert. Beim Fräsen ist zu beachten, dass die Nuten nach jeder Umdrehung ausgesaugt werden sollten, da ansonsten die Späne Reibung erzeugen und dadurch der Fräser verschleißt. Sämtliche Ausschnitte wurden vor dem Verleimen gefräst, da so in einer angenehmen Arbeitshöhe gearbeitet werden konnte und auch das Schleifen der Ausschnitte aus meiner Sicht einfacher war. Auf den Bildern 11 und 13 sind die fertig gefrästen und vorgeschliffenen Platten zu sehen.

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Leimen

Verleimt wurde der Lautsprecher nicht wie von Udo gewohnt in einem Schritt, sondern unter Verwendung von Klemmsia-Zwingen in mehreren Einzelschritten. Dargestellt sind die einzelnen Schritte in den Bildern 14 bis 19, wobei die Reihenfolge entscheidend ist. Bei Nichtbeachtung dieser können beispielweise die Zwinge für das Reflexbrett nicht mehr angesetzt werde. Das Reflexbrett wurde daher als erstes angeleimt, siehe Bild 14, und anschließend manuell mit einer Phase versehen, siehe Bild 15. Verleimt wurde jeweils auf einem planen Untergrund, damit die Konstruktion am Ende nicht windschief war. Es wurde der von Udo empfohlene Fugen-Leim verwendet.

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Die beiden Seitenteile wurden gleichzeitig angeleimt und mit einer großen Anzahl Klemmsia-Zwingen, fixiert, damit eine möglichst gleichmäßige Druckverteilung gegeben war, siehe Bild 18. Um sicherzustellen, dass die Luftöffnung des Reflexkanals genau 10 mm hoch und die Unterkante mit der Front bündig waren, wurde kurzerhand aus einer 10 mm dicken Spanplatte eine T-förmige Ausrichthilfe gebaut, siehe Bild 19. Dies ist sehr zu empfehlen und hat den Leimvorgang erheblich erleichtert.

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Fasen Fräsen

Charakteristisch für das Design meiner Ausführung der SB 18 sollten großzügige Phasen an den vorderen Sichtkanten des Lautsprechergehäuses sein - alle übrigen Kanten sollten eine dezente Phase bekommen.

Zum Fräsen der Phasen wurde eine Fräse eingesetzt, die mit einem im Winkel einstellbaren Fräswerkzeug gerüstet wurde. Der Winkel wurde hierbei auf 45° eingestellt, um an den oberen Lautsprecherecken, an denen die Fasen der einzelnen Seiten aufeinandertreffen, einen gleichmäßigen Stern zu erhalten. Da die Fräse schon einige Jahre auf dem Buckel hatte und für verschiedene Aufgaben modifiziert worden war, wurde der Anschlag und die Auflage vorsichtshalber mit einer kunststoffbeschichteten Spanplatte bedeckt, um ein Verkratzen des Lautsprechers während der Bearbeitung zu vermeiden, siehe Bild 20. Auch bei der Holzbearbeitung mit der Fräse gilt der Grundsatz: In Etappen vorgehen, das heißt, die gewünschte Fasenbreite konnte nicht in einem Arbeitsgang gefräst werden, sondern musste in mehreren Schritten gefräst werden. Es wurde also zunächst eine kleine Phase eingestellt und sämtliche Kanten mit dieser Einstellung bearbeitet. Anschließend wurde die Eingrifftiefe des Fräsers etwas erhöht und nun nur noch die vorderen und oberen Kanten mehrmals bis zur gewünschten Breite gefräst.

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An dieser Stelle wurde nochmals der unschlagbare Vorteil von MDF gegenüber Massivholz oder Spanplatte deutlich: Das Material lässt sich spanend super bearbeiten - ausgerissene Kanten, Astlöcher und sonstige Störungen sind nicht vorhanden - die Kante sah nach dem Fräsen aus, wie mit 100er Schleifpapier geschliffen, siehe Bild 22.

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Schleifen

MDF-Platten sind ab Fabrik schon mit 120er Korn geschliffen und müssen vor der Lackierung normalerweise nur noch mit 220er Schleifpapier vorbereitet werden. Da auf Grund von Materialtoleranzen jedoch ein Versatz von etwa 1 mm auf der Unterseite des Lautsprechers entstanden war,  musste dieser zunächst plangeschliffen werden. Diese Aufgabe gestaltete sich einfacher, als zuvor befürchtet. Der Absatz ließ sich mit einem Schwingschleifer mit 100er Korn in zwei Minuten beseitigen, siehe Bild 23 und 24. Zeitlich einzuordnen ist dieser Vorgang vor dem Fräsen der Fasen. Nach dem Fräsen der Fasen wurde die gesamte Box mit 220er Schleifpapier mittels eines Schwingschleifers geschliffen. Die Phasen wurden manuell mit einem Schleifkork geschliffen und der Übergang von der Fase zur Fläche ganz leicht mit einem Schleifschwamm abgerundet, damit der Lack an dieser Stelle später nicht abplatzt. Der Reflexkanal wurde bereits vor dem Verleimen von innen geschliffen. Die Fase am Reflexkanal lässt sich mit einem Schleifschwamm bearbeiten. Auch die Lautsprecherausschnitte wurden ganz leicht mit einem Schleifschwamm abgerundet.

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Frequenzweichenbau

Als Ingenieur bevorzuge ich anstelle der Freiluftverdrahtung natürlich die Verwendung einer Platine. Die erstellte Platine wurde zunächst auf Papier ausgedruckt, um zu überprüfen, ob alle Bauteile passen, siehe Bild 25 - die verwendeten Baugrößen der Bauteile werden ja nicht gerade täglich verbaut!


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Zur Herstellung der Platine in Eigenregie wurde das Photo-Positiv-Verfahren verwendet. Das Prinzip dieses Verfahrens besteht darin, eine Vorlage, welche die Leiterbahnen der späteren Platine enthält, auf eine Platine zu übertragen, die mit einem lichtempfindlichen Lack beschichtet ist, um das darunter liegende Kupfer vor der Ätzsäure zu schützen. Letztendlich wird das Kupfer zwischen den Leiterbahnen abgeätzt und das Kupfer unter dem Schutzlack bleibt bestehen.  Dazu musste die Platine in zweifacher Ausführung auf Folie gedruckt werden, siehe Bild 26. Durch exaktes Übereinanderkleben der beiden Ausdrucke steigert diese Maßnahme die Intensität des Toners und reduziert so die Menge des durchscheinenden Lichtes beim späteren Belichten. Beim vorliegenden Verfahren zur Platinenherstellung wurden zwei verschiedene Chemikalien eingesetzt: Natriumhydroxid zum Entwickeln und Natriumpersulfat zum Ätzen der Leiterplatte. Beim Umgang mit diesen Chemikalien sind die jeweiligen Sicherheitsdatenblätter zu beachten und es ist entsprechende Schutzkleidung, wie Schutzbrille, Handschuhe, usw. zu tragen!

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Um die Vorlage aus Bild 26 auf die positiv fotobeschichtete Leiterplatte zu übertragen, wurde ein Belichter verwendet, der fünf leistungsstarke UV-Röhren beinhaltet. Auch hier ist Vorsicht geboten: UV-Strahlung ist schädlich für die Netzhaut. Die Vorlage wurde auf die ausgeschnittene Leiterplatte gelegt und 2 Minuten lang mit UV-Licht bestrahlt. Gleichzeitig wurde das Entwicklerbad auf eine Temperatur von etwa 25°C aufgeheizt. Im Anschluss wurde die Fotoschicht im Entwicklerbad, welches Natriumhydroxid enthält, entwickelt, siehe Bild 29. Der Vorgang dauert zwischen 30 Sekunden und einer Minute - zu erkennen ist eine fertig entwickelte Platine an den blanken Kupferflächen und einem starken Kontrast zwischen Lack und Kupferflächen, siehe Bild 30.

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Im Anschluss daran wurde das Ätzbad auf 40-50°C erhitzt und dafür gesorgt, dass mittels Lufteinspeisung ein Sprudelbad entstand, siehe Bild 31 - nur so funktioniert der Ätzvorgang richtig - ohne Luftzufuhr ist der Erfolg nach eigenen Erfahrungen schlecht beziehungsweise, gar nicht vorhanden. Am Ende des Ätzvorgangs verschwindet sämtliches Kupfer zwischen den Leiterbahnen - die Platine ist dort durchsichtig, siehe Bild 32.

SB18Benjamin25SB18Benjamin26Anschließend wurden die Löcher für die Bauteildrähte gebohrt. Vor dem Verlöten der Bauteile musste der Schutzlack mit Hilfe von Spiritus oder PE-Reiniger entfernt werden, da ansonsten kein Kontakt zwischen Lötzinn und Kupfer hergestellt werden konnte. Sämtliche Bauteile wurden der Größe nach - beginnend mit den Kleinteilen - mit der Platine verlötet. Zusätzlich wurden alle Bauteile mit Heißkleber mit der Platine verbunden, um insbesondere bei den schweren Spulen ein Abreißen beim Transport des Lautsprechers zu verhindern. Damit der Heißkleber einer sichere Verbindung zwischen Bauteil und Leiterplatte aufbaut, wurde diese zuvor mit Schleifpapier an den Klebstellen etwas aufgeraut. Die bestückte Platine ist in Bild 34 und 35 zu sehen.

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Lackieren

Mit dem Lackieren einer MDF-Platte betrat ich Neuland: Meine Lackiererfahrungen von furniertem Holz sind zwar langjährig und mittlerweile ausgereift, jedoch habe ich bisher immer einzelne Platten mit DD-Lack lackiert, sodass die beiden Seiten in zwei Arbeitsschritten lackieren werden konnten. Die Möbelstücke wurden anschließend verleimt. Im vorliegenden Fall war es jedoch anders, da die Box bereits verleimt war und somit von fast allen Seiten in einem Arbeitsgang lackiert werden musste. Außerdem handelte es sich um MDF-Platten und farbigen Lack.

Nach einem Telefonat mit dem Lackhändler meines Vertrauens stellte sich heraus, dass ich den Zwei-Komponenten Isolierfüller Lignal Pur DP 491-9005 plus Härter (DR 405) der Firma Hesse im Mischverhältnis 4:1 benötigte, um eine MDF-fähige Grundierung aufzutragen. Die Grundierung selbst hat einen schwarzen Grundton und enthält die in der Vergangenheit noch einzeln benötigten Komponenten, Isolierer und Füller, in einem Lack, sodass ein Arbeitsschritt gespart werden konnte. Als Decklack wurde mir Lignal PUR-Una-Color DB 555-9011, also in Graphitschwarz, angemischt, welcher als Zwei-Komponentenlack den Härter DR 470 im Verhältnis 10:1 benötigte, also 10 Teile Lack und einen Teil Härter.

Im ersten Arbeitsgang wurde zunächst der Boden- und im Anschluss daran die übrigen Seiten mit Isolierfüller lackiert. Als problematisch hat sich dabei wie erwartet die Lackierung des Reflexkanals erwiesen, da es schwierig war mit der Spritze den Lack in den gerade einmal 10 mm hohen Spalt zu befördern. Nach dem Aushärten des Lackes, welches beim Isolierfüller einen Arbeitstag dauerte, war die Oberflächenrauheit des Gehäuses vergleichbar mit der eines 80er Schleifpapiers, siehe Bild 37.

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Der Oberflächenzustand war jedoch in keinster Weise bedenklich, da sich nach den ersten Schleifminuten eine wunderbar glatte Oberfläche präsentierte. Es fiel jedoch auf, dass sich das Schleifpapier beim manuellen Schleifen mit einer Hin-Her-Bewegung sehr schnell mit dem abgeschliffenen Lack zusetzte. Damit dadurch keine Riefen in der Oberfläche entstanden, wurde das Schleifpapier des Öfteren mit einem Handfeger ausgebürstet. Auch bei der Arbeit mit dem Schwingschleifer zeigte sich dieses Problem. Versuchsweise wurde eine kreisende Schleifbewegung ausprobiert, die tatsächlich erheblich besser funktionierte. Für den Zwischenschliff bietet sich also die Verwendung eines Excenterschleifers an, der mir leider nicht zur Verfügung stand. Die Fasen und Kanten wurden wieder per Hand, zunächst mit Schleifpapier auf einem Schleifkork und anschließend mit einem Schleifschwamm bearbeitet.

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Die Schleifkörnung für den finalen Zwischenschliff betrug im vorliegenden Fall 280, sollte jedoch eher im Bereich 400 - 600 liegen, auch wenn der Decklack Mikro-Riefen ausgleicht. Je feiner der Zwischenschliff, desto besser ist natürlich auch das Endresultat. Beim Schleifen sollte unbedingt eine Atemschutzmaske und alte Kleidung getragen werden. Der feine und vor allen Dingen schwarze Staub setzte sich überall ab, sodass ich mich zeitweise wie ein Grubenarbeiter nach einem Arbeitstag fühlte!

Nach dem Zwischenschliff wurden die Lautsprecherausschnitte und der Ausschnitt für den Anschlussterminal abgeklebt, sodass kein weiterer Lack ins Innere des Gehäuses gelangen konnte. Auch der Reflexkanal wurde etwa in der Mitte mit Zeitungspapier zugestopft. Hintergrund dieser Präparation war die Erkenntnis, dass beim Lackieren sämtlicher Staub aus dem Inneren aufgewirbelt wurde und sich auf der Oberfläche absetzte. Bei der Grundierung war dies kein Problem, da noch ein Zwischenschliff folgte - bei der Endlackierung wäre dies jedoch inakzeptabel gewesen.

Der verwendete Decklack wurde zunächst wieder auf der Unterseite des Lautsprechergehäuses aufgetragen, da leichte Übergänge zwischen zwei Lackierschritten nicht zu vermeiden waren und die Unterseite ohnehin später nicht sichtbar ist. Nach zwei Stunden Trocknung wurde die fertige Unterseite sauber mit einer Zeitung ähnlich Bild 38 abgeklebt und die Lackierung der übrigen Seiten durchgeführt.

Obwohl ich mit dem Lackierergebnis insgesamt zufrieden bin, traten einige Schwierigkeiten auf, die ich hier gern über die Kommentarfunktion diskutieren würde: Zunächst hatte ich beim Lackieren aller Seiten, außer der Unterseite, in einem Arbeitsschritt Probleme mit dem Sprühnebel, der sich beim Lackieren benachbarter Gehäuseseiten auf die noch nassen Seiten des Gehäuses absetzte und später ganz leichte Rauheiten ergab. Mich würde dabei interessieren, wie man dies in der Praxis mit einfachen Mitteln vermeiden kann. Weiterhin war die Oberfläche an der Oberseite eines Lautsprechers etwas hügelig, obwohl die Grundierung absolut plan geschliffen wurde. Meine Vermutung liegt darin, dass der Lappen, mit dem ich den Schleifstaub vor dem Lackieren abgewischt habe, eine geringe Feuchtigkeit aufwies und sich dadurch der Lack nicht mit der Grundierung verbinden konnte. Die Folge war, dass ich einen Teil dieses Lautsprechers erneut lackieren musste. Dazu klebte ich die Rückseite, die Unterseite und beide Seiten mit Zeitungspapier ab, siehe Bild 39, und schliff die Oberflächen erneut. Sofort nach dem Lackieren entfernte ich die Klebestreifen - in der Hoffnung möglichst keine oder nur geringe Übergänge zwischen der neuen Lackierung und dem umliegenden Lack zu erhalten. Als Ergebnis zeigten sich leider, wenn auch kleine, Übergänge zwischen den Lackierschichten. Dies ist ein weiterer Punkt, der zur Diskussion steht - wie können derartige Übergänge beim nächsten Mal vermeiden beziehungsweise bei Vorhandensein wieder entfernen werden, ohne die Oberfläche zu beschädigen?

Abgesehen von den erwähnten Schwierigkeiten bin ich sehr zufrieden mit dem Endergebnis. Entscheidend waren sicherlich die hochwertigen Lacke, die ich sehr empfehlen kann. 

Zusammenbau

Nach einer urlaubsbedingten Pause stand der letzte Arbeitsschritt zum fertigen Lautsprecher an - der Zusammenbau. Zunächst wurden alle Kabel an die Frequenzweiche angelötet und an den Kabelenden beschriftet, da nach dem Einbringen des Dämmstoffes die Herkunft nicht mehr sichtbar war, siehe Bild 40. Vor der Montage der Frequenzweiche im Lautsprecher, siehe Bild 41, wurden Abstandhalter unter den Befestigungslöchern mit Heißkleber verklebet - dies erleichtert den Einbau enorm!

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Vor dem Befüllen des Gehäuses mit Dämmstoff wurde zunächst der Anschlussterminal montiert. Dabei war zu beachten, dass sämtliche Löcher vorgebohrt wurden und mit einem Senkbohrer eine leichte Fase erzeugt wurde, siehe Bild 42, da ansonsten der Lack an der Schraubstelle abgeplatzt wäre. Gleiches galt für die Befestigung der Chassis. Diese wurden ebenso wie der Anschlussterminal mit einem Winkel gerade ausgerichtet. Nach dem Einbau des Anschlussterminals - samt Verlöten der Kabel - wurde das Gehäuse umgedreht und mit Dämmstoff gefüllt. An dieser Stelle erwies sich leider die Anleitung als etwas zu kurz gefasst, da nur erwähnt wurde, dass die Box nun mit Dämmstoff gefüllt werden sollte. Aber in welcher Art und Weise dies geschehen sollte, blieb mir unklar.

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Letztlich wurden die Sonofil-Matten mit einer Schere halbiert und in das Gehäuse gestapelt, siehe Bild 44. Auch an diesem Punkt wäre ich über Tipps mittels der Kommentarfunktion dankbar, wie ich die Dämmung des Innenraums besser gestaltet hätte.

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Abgeschlossen wurde der Zusammenbau mit dem Verlöten und Verschrauben der Lautsprecher und der Montage der Standfüße, siehe Bild 45.

Ergebnis

Mit dem Ergebnis meines Lautsprecherbaus bin ich sehr zufrieden. Die kleinen Mängel beim Lackieren fallen aus einer Entfernung von 50 cm schon nicht mehr auf und der Lack fühlt sich beim Darüberstreichen mit der Hand extrem glatt an - von Unebenheiten nahezu keine Spur. Das Design und die Farbe passen hervorragend zum geplanten Aufstellungsort und zu den Chassis.

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Der saubere Klang begeistert mich natürlich und stellt sich so dar, wie ich es aus den Beschreibungen anderer Bauberichte erwartet habe. Aus diesem Grund möchte ich hier nicht weiter den Klang beschreiben - die Investition und die Mühe haben sich auf jeden Fall gelohnt! Abschließend bleibt nur noch der Dank an Udo auszusprechen für den Support und die Idee zur SB 18. Es wird sicherlich nicht der letzte Lautsprecherbau in meinem Leben bleiben...

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Beim Lesen der Vorabversion dieses Beitrages ergänzte mein Vater den Satz: "Nach hoffentlich vielen konstruktiven Beiträgen eurerseits ist der Bau von zwei Boxen für das Wohnzimmer meiner Eltern geplant" :-)

Ich hoffe, ihr hattet etwas Spaß beim Lesen, beim Bauen kommt der ganz bestimmt!

Benjamin

Maltes SB 18

Maltes SB 18

nun spielen meine SB 18 schon eine Weile an meiner Anlage im neu eingerichteten Musikzimmer und ich dachte, ich übermittel Dir mal kurz meine Eindrücke zusammen mit ein paar Bildern in der Anlage. Als erstes muß ich sagen, ich habe die SB 18 ja fast blind gekauft, habe mich da auf Eure Aussagen verlassen und muß sagen, Euer Rat für das kleine Zimmer war perfekt :-)


Wie kam es dazu? 


Ich wollte zu Hause Stereo vom Heimkino trennen. So kam es, das die Heimkinoanlage natürlich im Wohnzimmer blieb und ich mir im Haus einen neuen Raum suchen musste, in dem ich ungestört meine Musik genießen kann. Ich habe ihn dann auch gefunden, denn so viel Auswahl hat man ja bekanntlich nicht. Nachteil war, dass der Raum recht klein ist und die großen Transmissionline Lautsprecher, die ich bis zu dem Zeitpunkt betrieb, sehr überproportioniert sind. Mir blieb nur eine wandnahe Aufstellung der Lautsprecher, damit sich ein Hörabstand von gut 2,5 Metern ergibt. Das dröhnte mit meinen bisherigen Lautsprechern natürlich so sehr, das Musik genießen gar nicht möglich war. Es musste also Ersatz her und somit wurde bald die SB 18 bestellt.

1Nun, zum Aufbau werde ich keine Worte verlieren, denn dieser ist ja recht einfach und bereits mehrfach erwähnt worden. Auf Bild 1 habe ich die gerade fertiggestellten Gehäuse abgelichtet. Die Kanten habe ich diesmal nur leicht entgratet anstatt sie anzuschrägen oder abzurunden. Stattdessen bekamen die guten Stücke eine Schattenfuge und ein Weiß glänzendes Lackkleid. Beides zusammen macht einen guten Eindruck wie ich finde.

Die Weichen habe ich einfach auf zwei Reststücke einer ehemaligen Schubladenrückwand geklebt und von innen an die Rückwand der Lautsprecher geschraubt. Da man sie eh nicht sieht, habe ich mir auch nicht den Aufwand gemacht, gut aussehende Brettchen zu fertigen.
 
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Nicht erschrecken, auf Bild 2 stehen die Lautsprecher nur zum Einspielen neben der Anlage. Mittlerweile habe ich schöne Ständer dafür gefertigt :-)


Der Höreindruck:

4Direkt nach der Fertigung mussten die SB 18 an meiner Anlage angeschlossen werden um zu zeigen, das sie die Richtigen sind. Schnell noch ne Scheibe von Katie Melua in den Player und los geht’s. WOW, was für ein Klang. Alles schön sauber abgebildet, leichter, dezenter Bass, genau richtig für meine Musik. Ich verbrachte noch eine Weile in meinem Hörsessel und merkte garnicht, das die Musik so laut ist, das man sich eigentlich garnicht richtig unterhalten kann. Mir kam es eigentlich gar nicht so laut vor……das war mir bisher unbekannt.

Nach einigen Tagen des Einspielens folgte schließlich die Endabnahme. Wieder musste Katie für mich singen, darauf folgte Paul Simon's Album Graceland und zu guter Letzt kam auch noch Suzanne Vega zum Zug. Ich konnte mir bisher nicht vorstellen, dass eine Kompaktbox so groß klingen kann. Wenn man die Augen schließt, kann man förmlich den Leuten auf der Bühne zusehen, genial. Ich weiß gar nicht, wie ich das alles so beschreiben soll. Die Box ist einfach genau richtig für meine Bedürfnisse. Ich vermisse nichts. Alles in allem hat sich die Arbeit mal wieder gelohnt.

Schöne Grüße aus dem Norden, 

Malte
SB 18 von Markus

SB 18 von Markus

Alles begann mit einer ausgiebigen Suche nach den optimalen Lautsprechern für mein durchaus knappes Budget. Über ein ¾ Jahr hatte ich viele Fertiglautsprecher von namhaften Herstellern getestet, jedoch wollte sich die richtige Zufriedenheit nicht einstellen. Schließlich bin ich auf der Webseite von Udo und Intertechnik gelandet, obwohl Lautsprecher selber bauen für mich eigentlich kein Thema war. Erstens habe ich mir die handwerklichen Fähigkeiten nicht zugetraut und zweitens habe ich den „selbstgefrickelten“ Boxen per se jede wirkliche Qualität abgesprochen.

altDie Seite aber hat mich neugierig gemacht: sehr verständlich war der Boxenbau beschrieben und die Meinungen zu den Lautsprechern, die ich in einigen Foren gefunden habe, überzeugten mich dann, mal bei Udo vorbei zu fahren. Nach zwei Besuchen und einigen Lautsprechern die ich dort gehört habe, war für mich dann sehr schnell klar, dass ich es doch mal mit dem Boxenbau versuchen muss. Spätestens als ich den direkten Vergleich zu Hause mit meinemüberall so hoch gelobten Markenlautsprecher machen konnte - Udo war so freundlich und gab mir eine Duetta Top Light zum Probehören übers Wochenende mit – hatte ich keine Wahl mehr: Die Selbstbau-Box spielte, obwohl eigentlich viel günstiger, in einer ganz anderen Klasse.

1Also nichts wie die Fertiglautsprecher verkaufen, damit das Geld für die SB 18, für die ich mich mittlerweile entschieden hatte, da ist. Der Verkauf ist mir gelungen, aber leider waren die Chassis für die SB 18 aufgrund der großen Nachfrage nicht sofort lieferbar. Ich nutzte dann die Zeit, um das Gehäuse zu bauen. Das Design der Nextel 18 ist mir beim Durchstöbern von Udos Seiten direkt aufgefallen, weil es optimal zu dem allgegenwärtigen Ikea Billy Regalen im Raum passte, den die Lautsprecher später beschallen sollten. Aufgebaut habe ich das Gehäuse mit 18 mm Grobspan, die ich bei dem „Fuss“ doppelt verleimt habe und den ich eigentlich nur in Mahagoni beizen wollte. Der Effekt von gebeiztem Grobspan gefiel mir zwar sehr gut, passte aber leider wiederum gar nicht mehr zu den Regalen.

2Also habe ich die Lautsprecher mit Nussbaum furniert – hätte ich mir eigentlich den Grobspan sparen können - mit wasserlöslicher Pulverbeize behandelt und zum Schluss mit Holzwachs versiegelt. Trotz ein paar kleiner Kämpfe zwischendurch muss ich sagen, dass Löten, Leimen, Chassis versenken und das Verschönen der Lautsprecher wirklich auch für den ungeübten Heimwerker gut machbar sind. Die Boxen haben sicherlich ein paar kleine Schönheitsfehler, aber alles in allem bin ich – und sogar die weiblichen Beteiligten bei uns im Haushalt – mit dem Resultat sehr zufrieden.

Nun dauerte es alles in allem 6 Wochen vom Verkauf der Fertiglautsprecher, bis die Chassis geliefert und ich die Zeit gefunden habe, die Lautsprecher fertig zu stellen. Dementsprechend war ich dann gespannt. Und was soll ich sagen: Die Boxen angeschlossen, den Verstärker und CD Player in Betrieb genommen und dann mein erster Eindruck: Unspektakulär. Und das ist auch zugleich Ihre große Stärke.

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Ohne etwas zu sehr zu betonen oder wegzulassen, spielt die SB 18 mit viel Leichtigkeit und vollkommen losgelöst von den Lautsprechern das, was ihr vorgesetzt wird. Eine schöne, große Bühne baut sich auf, alles spielt dort, wo es sein soll und es klingt einfach rund und harmonisch. Bei Mozarts Requiem lässt sich das Kirchenschiff hören, alle Chorteile haben Ihren festen Platz und die Solisten stehen so realistisch im Raum, dass ich mich andauernd zwingend musste, die Augen nicht aufzumachen, um nachzuschauen, wer da steht. Bei einer Live-Aufnahme des Oscar Peterson Trios ist mir zum ersten Mal das Mitstampfen auf der Bühnen aufgefallen (wieder musste ich mich zwingen die Augen zu zulassen). Egal ob Klassik, Jazz oder Acoustic, die SB 18 klingt so realistisch, wie ich es vorher bei keiner anderen Box gehört habe.
Während ich schreibe, laufen die Lautsprecher mit einem Arcam Delta Verstärker, einem Mission Cyrus CD Player und einem Destiny Tube Buffer, den ich erst vor zwei Tagen erhalten habe und der das Ganze noch mal sehr schön abrundet. Knackige und für mich vollkommen ausreichende Bässe, ein wunderschöner warmer Grundton und feine Höhen. Eric Clapton gibt Live sein „Wonderful Tonight“ wieder, ich sitze mitten im Publikum und denke: Das nennt man dann wohl zu Recht den „Blues“. An Udo noch mal sehr vielen Dank für seine Beratung und außerordentlich gute Kundenbetreuung. Jede Frage wurde mit viel Geduld und Fachkenntnis beantwortet und Hörtermine und Abholung - auch mal zu nicht normalen Geschäftszeiten - schnell vereinbart. So macht dann sogar das Geld ausgeben Spaß.

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Markus

Friedhelms SB 18

Friedhelms SB 18

Ein Bericht von Friedhelm, der als lieber Sohn seinen Eltern neue Boxen baute  

Zugeschnitten habe ich alle Bretter mit meiner selbstgebauten CNC-Fräse, die außer perfekten Ausschnitten auch viel Staub produziert. Deshalb hilft mein Vater hier auch beim Bau der SB 18.  

Und schon ist die erste Rückwand aus 30 mm Multiplex fertig  

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Die Weichen habe ich ordentlich auf Platinen aufgebaut und schon sind sie bereit für den Einbau  

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Sie wurden auf die Rückwand geschraubt, ...  

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... bevor sie eingeklebt wurde. Mein Reflexkanal wurde nach hinten verbannt worden, damit der Bespannrahmen, der später die Front ziert, ihn nicht behindern kann.  

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Zeit für einen Kaffee, ...  

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... um den Staub runterzuspülen.  

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Das passt doch ganz gut so…  

1

... mein Bruder meinte sogar, das sieht ja hier besser aus als im Hifi Studio.  

 

So nun will ich auch mal kurz ein paar Höreindrücke wiedergeben. Also eines hab ich so noch nicht erlebt, gleich nach den ersten Takten war ich vollauf begeistert, so ein „Bassfundament“ hatte ich nicht erwartet, ein wirklich runder Sound. Oft war ich von anderen Konstruktionen anfänglich nicht so begeistert, ich musste mich erst einige Tage einhören. Aber bei der SB18 passte alles auf Anhieb. Na hoffentlich bleibt das so, dachte ich mir. Nach längerem Hören fragte mich dann meine Mutter, wo der dritte Lautsprecher steht, aus dem die Stimme kommt. Er müsste doch in der Mitte sein, und zeigte auf den Verstärker. Ja, das Klangbild löst sich hervorragend von den Boxen, ein luftiger Raum und eine stimmige tonale Balance und selbst bei „ für einen 17er“ hohem Pegel in keiner Weise lästig. Mein Kompliment an die Entwickler von SBAcoustic und natürlich an Udo und sein Magazin für den tollen Bausatz. Selbstverständlich sind meine Eltern hoch zufrieden über die getroffene Wahl der SB18 und lassen herzlich grüßen.  

Das tu ich auch!
Friedhelm

Rainers SB 18

Rainers SB 18

SB18 – ein Klangerlebnis der Extraklasse
Ein Bericht von Rainer aus Wien


Probeauf

Schriftliches zu verfassen ist mir immer schon schwer gefallen, daher auch die lange Wartezeit auf diesen Artikel. Für einen Freund habe ich nach der diesjährigen High-End, auf der ich wieder einmal mit Udo trefflich fachsimpeln konnte, die SB 18 gebaut. Durch einen Wohnungsumbau konnte er erst jetzt seine neue Musikanlage in Betrieb nehmen, rief mich aber gestern an und begann das Gespräch mit den Worten „es ist großartig! es ist ganz fantastisch!“. Das Telefonat dauerte zwar etwas länger, aber das war die Quintessenz. Letztlich hat dieses Telefonat mich dazu gebracht, meine eigenen Eindrücke niederzuschreiben.

Beim Bau der Boxen habe ich einige Fleißaufgaben gemacht.

1. Stückelwerk3. Synthese2
Die Gehäuse sind innen fast vollflächig mit Filz beklebt, außerdem gibt es Versteifungen für die Seitenwände und für die Schall- und Rückwand. Gehäusevibrationen sind damit kaum zu bemerken.

4. Offenbarung5. Drucksache

Die merkwürdige Konstruktion bei der Reflexöffnung, zu sehen auf dem Bild ohne Seitenwand, sollte eine Änderung der Länge des Reflextunnels zu ermöglichen. Das war aber letztlich nicht nötig. Die Abrundung der Kanten ist rein kosmetischer Natur, ein klanglicher Effekt sollte damit nicht erzielt werden.



8. InnereienAls die Boxen dann bei mir ihre ersten Töne abstrahlten, war eines sofort zu hören: kristallklar! Vor allem die Auflösung im Bereich der ersten Obertöne, der menschlichen Stimmen und Instrumenten ihren charakteristischen Klang gibt, habe ich noch nichts Besseres gehört. Nach einer erstaunlich kurzen Einspielzeit war dann eigentlich nur mehr Musik genießen angesagt. Egal, ob menschliche Stimmen oder instrumentale Musik liefen, das Klangbild war dermaßen klar und präsent, dass da wirklich nur die besten Lautsprecher, die man auf diversen HiFi- und High Endausstellungen zu hören bekommt, mithalten können und das ohne jede Härte oder Schärfe. Dass der Grund- und Hochtonbereich von gleicher Qualität sind, wirkt da fast selbstverständlich. Ich könnte hier auf viele konkrete Musikstücke aus Klassik, Jazz und Popmusik verweisen, die Liste wäre sehr lang. Das Ergebnis ist immer das gleiche: Bluesklasse!


10. fertigJe besser die Qualität, desto kleiner die Fehler, die bemerkt werden. Obwohl mir das von Anfang an klar war, ging mir doch der Tiefbass etwas ab. Für die meisten Musikstücke ist der Bass zwar in Ordnung, aber z.B. bei Charly Antolini, bei den Bach’schen Orgelfugen oder in Verdis Don Carlos (beim Auftritt des Großinquisitors im 4. Akt „Demutsbass“) fehlt der ultimative Tiefbaß. Aber was will man von einer Regalbox auch verlangen? Bei den meisten Boxen dieser Größe fällt das nicht weiter auf, aber gerade, weil alles Übrige so perfekt ist, vermisst man diesen Bass mitunter dann doch. Dafür gibt es aber die SB36. Außerdem könnte man streng nach Thiele-Small den SB17xxx in eine 35-Liter Box einbauen und hätte dann einen f3 von unter 40 Hz. Für Hobby-Entwickler gibt es da ein ausgedehntes Betätigungsfeld. Auch der eigentlich richtige Aufstellort in einem Regal sollte durch die angrenzende Wand den zusätzlichen Kick geben.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, daß die SB18 wirklich eine Ausnahmebox ist, speziell um diesen Preis. In K&T-Terminologie ginge diese Box ganz klar als Cheap Trick durch. Andererseits wäre das eine Verunglimpfung von Udos Blues-Klasse, zu der diese Box eindeutig gezählt werden kann.

Rainer

Dirks SB 18

Dirks SB 18

Baubericht SB18 – Pentamid
Dirk baute sich für die SB 18 fünfeckige Pyramidenstümpfe

In die glückliche Lage gekommen, mir einen 4 mal 5 Meter großen Hörraum mit beidseitigen Schrägen einrichten zu können, reifte die Idee mal wieder Boxen zu bauen. Bar jedes Messequipments und entscheidender unbelastet jedes entsprechenden Fachwissens blieben nur Bausätze und wer danach sucht landet früher oder später bei Udo.
Bevor ich das erste Mal nach Bochum fuhr hatte ich schon die Form, die meine Boxen haben sollten, im Kopf. Als jahrzehntelanger Hörer von Dynaudio Pentamid 3/75 blieb als einzig adäquate Gehäuseform der fünfeckige Pyramidenstumpf, dessen Vorteile: keine stehenden Wellen im Gehäuse mangels direkt gegenüber liegender Wände, der Schall kommt leicht von unten, ähnlich wie in vielen Konzertsälen, in denen das Orchester tiefer als das Publikum sitzt und, nicht unerheblich, nicht so sterbenslangweilig wie viele 2-Wege-Bassreflex-6-Bretter-auf-Ständer-Kistchen, außerdem ergibt sich eine sehr schmale Schallwand im Bereich des Hochtöners. Die Nachteile liegen ganz klar im Aufwand beim Bau – den ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz zu überblicken schien.

Boxen_24Gehört habe ich beim ersten Besuch neben überraschend erwachsen klingenden Dayton-Needles die Blue Small und die Duetta Top Light. Gefallen hat mir davon der Bass der DTL und der Hochton der Blue Small. Klarer Fall: Duetta Top ist der richtige Lautsprecher für mich. Mist – der ER4 ist eckig. Das wäre eine optische Katastrophe in einem Pyramidenstumpf. Zu Hause wieder auf Udos Seiten rumgesucht und die Kera entdeckt. Gibt’s die auch mit nur einem Basstöner? Aber klar, Kera 360.1. Den Entwurf hat Udo doch schon längst in der Schublade. Allerdings ist der HT der Kera vom Format her geradezu winzig. Kurz vor meinem zweiten Hörtreffen in Bochum gab es dann die SB18. Versuch macht kluch – also die Dinger beim 2. Besuch selber gehört und direkt mitgenommen.

So ca. 18 - 20 Liter Volumen sind richtig – sagte er noch. Wie groß muss denn wohl mein Gehäuse dafür werden? Siebers mathematische Tafeln mit anhängiger Formelsammlung waren nicht sehr hilfreich, aber es gibt ja nichts, was es im Web nicht gibt. Hier der mathematische Teil: Aufgrund der Maße der Chassis ergab sich eine Schallwandhöhe von ca. 40 cm, bei einer Breite der Schallwandunterseite 24,1 cm und einer Schallwandoberseitenbreite von 12,8 cm. Darunter ein Sockel mit geraden Wänden, der auch den Bassreflexkanal beherbergt. Fläche eines gleichseitigen Fünfecks:

SB18Bild1

Volumen eines fünfeckigen Pyramidenstumpfes:

V = H/3 * (G+WURZEL(G*G') +G')

oder einfach online berechnen lassen – hier:

http://formularium.org/de/10.html?go=63

Um die richtigen Plattengrößen berechnen und damit beim Holzhändler bestellen zu können, braucht man noch die Höhe des Fünfecks:

SB18Bild2

Den ganzen Schmodder hier massiv abkürzend, ergab das für mein Gehäuse bei 18er MPX für den Topteil und 19er MDF für den Sockel rund 20 Liter Volumen brutto minus dem, was für die Weiche draufgehen würde. Hurra, das passt. Die Umrechnung des Bassreflexkanals war einfach. Udo hat in seinem Gehäuse 19 cm Breite mal 1 cm Höhe. Ergibt bei mir mit 1,9 cm Höhe exakt 2 * 5 cm Breite – in 2 Kanälen übereinander liegend.
Kurz noch die Winkel für die Gehrungsschnitte berechnet: Die Innenwinkel eines n-Eckes ergeben sich aus n - 2 * 180°, aha !?! Also in diesem Fall 540 °, das ergibt einen Winkel von 108° pro Ecke, oder 54° Gehrung pro Brett. Ergo stellt man das Blatt der Kreissäge auf 36° und erhofft das Beste.

SB18Bild3Da die Schallwände bei dieser Form um ca. 8° nach innen geneigt stehen, ergeben sich oben und unten keine glatten Flächen. Mindestens der Deckel benötigt aber eine solche, um angeleimt werden zu können. Also abschleifen. Der Sockel wird mit dem eigentlichen Gehäuse über eine ringförmige Versteifung, die am unteren Ende in das Gehäuse eingeleimt wird verbunden. Eine weitere, ebenfalls ringförmige Versteifung kommt, wirklich diesem Zwecke dienend, zwischen HT und TT ins Gehäuse. Natürlich gibt es auch hier keine geraden Schnitte, sondern 8° Abschrägungen.

Es gibt übrigens weder 8°, noch 36° Fräsköpfe. Kein Mensch baut irgendetwas fünfeckig – außer ein paar Festungsbaumeistern aus vergangenen Jahrhunderten. Als ich den Stapel Bretter vom Händler geholt habe und 70 € (ups, war sowas nicht mal billiger?) hingeblättert habe, hatte ich ganz kurz den Gedanken, vorsorglich noch einen Haufen Spanplatten mitzunehmen, um die SB's mit einem provisorischen Gehäuse zu versehen, damit ich nicht erst Weihnachten Musik hören kann. Es war ja schließlich schon Januar.
Vor dem Leimen steht das Sägen. Bedeutet hier: keines der Bretter, die ich zugeschnitten bekommen habe wird so in der Box verwendet. Jedes Brett wird an mindestens 2 Seiten (oft 5 bis 7 Schnitte), meist irgendwie diagonal mit Gehrung gesägt. Ich habe folgende Sägen benutzt: Kreissäge mit passender Führungsschiene, Stichsäge und Bügelsäge.

SB18Bild4SB18Bild5

Leimen? Ganz einfach, Bretter mit Leim einpappen und mittels Schraubzwingen zusammenpressen bis trocken ist. Äh... Schraubzwinge bei 108° (??) das hält niemals!

SB18Bild6Die erste Lösungsidee: zwölf statt zehn Bretter für die Seitenwände kaufen und zwei dann ohne Gehrung schneiden. Diese werden mit einfachen Scharnieren (Gelenken) verbunden und mittels Blech mit Langloch, Schrauben und Winkeln via Schmiege auf eben 108° eingestellt. Die Gehäusewände können dann über diese Konstruktion miteinander verleimt werden. --- Leider totaler Quatsch! Man kann einstellen was man will, die Bretter verrutschen minimal und der Winkel ist dahin. Außerdem hat die Sache so keine Stabilität.
Der zweite Lösungsansatz: Holzdübel! Eine halbwegs genaue 90°-Bohrung bekommt man leicht auch auf die Gehrungskante, der Dübel fixiert beim Trocknen und gibt später noch zusätzliche Stabilität. Ich danke hiermit explizit dem Erfinder des Holzdübels !!! Ohne Dich wäre dieses Projekt gescheitert.

Der Leim: Jeder empfiehlt einen anderen, er ist immer weiß, mal wasserfest, mal schnelltrocknend, nie abdichtend, grundsätzlich nicht flexibel (wenn ausgehärtet) und kommt immer in der falschen Gebindegrösse. Als Berufssegler soll mir der Kiel beim Zieleinlauf vom Fastnetrace abfallen, wenn ich jemals wieder etwas anderes verwende als Sikaflex!

Fräsen: Alle (Boxenbauer-) Welt scheint die Ausfräsungen für die Chassis erst in der fertigen Kiste vorzunehmen. Bei Pentamids ist das keine gute Idee, es sei denn man will sich eine Spezialaufnahme basteln, in der die Kisten auf der Seite liegend einigermassen sicher gehalten werden, ansonsten macht man die Ausfräsungen am Besten als erstes, noch vor dem ersten Gehrungsschnitt an der zukünftigen Schallwand.

.Schleifen: Je krummer der Winkel, desto grösser die Lücke, desto mehr der Holzspachtel, desto länger die Schleiferei – streng stringenter Zusammenhang. Das Spachtelzeugs im Stäbchen, mit der Konsistenz von Knete ist übrigens Käse. Ich habe knapp eine Büchse Spachtel verbraten mit der Konsistenz von Löwensenf. Das Zeug lies sich, ähnlich wie Senf prima in jede Wurst- aehh, Holzritze schmieren. Holzspachtel schrumpft bei der Trocknung, also mehrfach drüber spachteln. Ich habe folgende Schleifgeräte ausgiebig verwendet: Deltaschleifer, Schwingschleifer, Tellerschleifer (Flex mit Schleifteller) und das klassische Stück Holz mit Muskelkraft und Papier. Ich habe lange geschliffen – sehr lange!

Lackieren: Bislang habe ich nur den Sockel (MDF) der SB18 2 mal mit Schwarz lackiert. Das Oberteil aus Birke MPX soll irgendwann klar lackiert werden. Hab dafür aber noch keine Zeit. Muss dringend Musik hören

Klang: ...ach hört sie Euch doch selber an! In Bochum oder nach Absprache auch hier in Emden.

Fazit:
Das wichtigste Elektrogerät ist der Staubsauger für die Absaugung beim Schleifen, Fräsen und Sägen. Setzt Euch die bestdämmendsten MickyMäuse auf die Ohren beim Bau, sonst ist der Klang hinterher auch nicht mehr so wichtig

Beste Grüße
Dirk

SB18_1

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