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SB240
SB240
SB240

SB240

Recht groß gewachsen

Best.-Nr. 1385192

462,80 € / Stück
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Details

Lautsprecherbausatz SB 240 ohne Gehäuse. Mit original Audyn Bauteilen entwickelt

Merkmale

Wege 3-Wege
Gehäuse Prinzip Bassreflex
Nennimpedanz (Ohm) 6
Kennschalldruck (dB) 91
Höhe (cm) 120,00
Breite (cm) 30,00
Tiefe (cm) 42,80
Anwendung Standlautsprecher
Hersteller / Marke der Chassis SB Acoustics
Preislevel 300-500 Euro

Der Lautsprecherbausatz enthält alle Elektronikbauteile, Lautsprecher, Teile und Zubehör, außer dem Holz für das Gehäuse.

Verwendet in

Bild Bezeichnung Preis Menge
Bundle/ SB/ Heimkino/XXL
0,00 € / Stück
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Bilder aus unserer Lautsprechergalerie

von alex_loewer
von alex_loewer
von Cap
von Maex86

Bauberichte

SB240, schlank und groß

SB240, schlank und groß

Aller Anfang

Nachdem meine SB240 nun ein gutes Jahr im Einsatz sind möchte Ich nun auch meinen längst überfälligen Bericht dazu schreiben!
Da ich mich in diese Lautsprecher nach einem Probehören (das jetzt schon etwas länger her ist) verliebt hatte und diese noch einen sagenhaften Preis hatten/haben, wurden sie halt nach langem Zusammensparen gekauft.
Schnell waren ein paar MDF Platten besorgt und nach Bauanleitung zusammengeleimt und Öffnungen gefräst
Das war mir aber alles zu wuchtig! Da für mich schon feststand, dass Ich für diese Lautsprecher eine professionelle Lackierung vorgesehen hatte und dadurch nur einmal ein Gehäuse bauen wollte, musste Ich mir dann etwas überlegen.
Habe mich dann für eine Elipsenform entschieden. Dafür musste ich mir allerdings erst einmal einen Elipsenzirkel für die Oberfräse bauen. Nachdem Ich diesen dann hatte, konnte es endlich losgehen! Also Deckel ,Boden und Innenteile ausfräst! Die Seiten habe ich mit 3cm breiten MDF-Streifen hergestellt. Um die Fugen abzudichten, habe ich dann restlichen Spachtel genommen und einige Tuben an Montagekleber! Danach wurde noch der Deckel abgeschrägt.

Verdammter Mist

Nachdem Ich das dann hatte, war Ich leicht verwundert. Irgendetwas stimmte nicht!
Ich hatte die verlängerten Maße durch die Elipsenform vergessen und dadurch nicht genug Volumen.
VERDAMMTER MIST!!!!!!
Also neue MDF-Platten besorgt, ausgeschnitten, Boden aufgemacht und alle nacheinander dran geleimt.
Danach stimmte das Volumen und die Größe wieder.

Der lustige Teil

Habe mich dann mit einem befreundeten Lackierer unterhalten, der mir dann sagte, wie ich als nächstes vorgehen sollte.
Als erstes Glasfasermatten mit Epoxidharz wegen der Stabilität aufgeklebt. Das ging das erste Mal voll in die Hose, so daas alles wieder in einem zeitaufwändigen und nervenden Aufwand wieder entfernt werden musste.
Der zweite Versuch hat dann gut funktioniert. Diese Fläche musste dann nach dem Trocknen noch soweit, wie es möglich war, glatt geschliffen werden. Somit hatte Ich dann eine sehr stabile Konstruktion und eine gute Fläche für den Spachtel!

Das Schlimmste überhaupt

Danach kam der für mich absolut schlimmste Teil. Da ich so weit, wie es ging, alles selber machen wollte, auch um die Lackierungskosten möglichst gering zu halte, kam nun (nach Anleitung vom Lackierer) das Spachteln
Ich bin mir sicher, dass ich noch niemals in meinem Leben so viel geschliffen habe und Ich weiss, dass ich es in dieser Form auch nie wieder machen werde. :-)
Damit war meine Arbeit getan, nun ging es in die Lackierkammer!

Der letzte Schliff

Nachdem mein Lackierer endlich anrief und sagte, dass ich sie abholen könne, war es wie Weihnachten! Als ich sie dann sah, war ich echt platt und konnte es kaum glauben das ich sie endlich aufbauen konnte.
Habe dann noch eine Platte drunter geschraubt, da sie beim Lackieren darauf gestanden haben sowie die Spikes! Die Lautsprecher wurden dann auf Granitplatten gestellt!

Das Finale

Jetzt standen Sie endlich und was soll Ich sagen? Genau so wollte ich sie haben! Ich hatte es geschafft, durch die Ellipsenform und die damit hergehende Erhöhung sehr klobige Kästen, optisch in große, aber schlanke Türme zu verwandeln!
Bin super glücklich, dass ich endlich fertig bin! Ich für mich finde, dass sich diese über 250 Arbeitsstunden gelohnt haben! Allerdings ist auch viel Geld rein geflossen! Mit allem drum und dran waren die Kosten bei ca 2000 Euro! Habe es allerdings gerne Investiert!

Der Klang!! Was soll ich sagen! Ist schon genug drüber geschrieben worden und besser als Udo kann Ich es nicht ausdrücken, da er alles auf den Punkt getroffen hat!
Meine Frau und ich freuen uns auf jeden Fall immer wieder über diesen tollen Klang!

Danke Udo!!

8 x SB 240

8 x SB 240


Den Anfang  machte der Entschluss, dass neue Boxen für meine Vinyl verseuchte Bar hermüssen. Die Suche bei den üblichen Verdächtigen war entweder nicht zufriedenstellend, oder einfach vom Preisniveau her auf einem anderen Planeten angesiedelt (Mann muss ja auch noch die Familie ernähren können). Schließlich bin ich nach viel Recherche beim sogenannten Papst des Boxenbaus gelandet.

Alles, was ich an Erfahrungsberichten gefunden habe, deutete darauf hin, dass es zumindest einen Versuch wert ist, das Thema Selbstbau-Boxen anzugehen. Ich entschied ich mich für die SB 240.

Was war mir wichtig? Der Sound natürlich. Aber auch die Optik. Die Boxen sollten ein Blickfang werden und wie aus dem Laden aussehen. Was braucht man dafür? Ein bisschen Elektrotechnik, dass man für den Weichenbau braucht, habe ich. Aber das Gehäuse, es sollte aus massivem Buchenholz sein und top aussehen. Zum Glück gibt es da den Jürgen. Kumpel und selbständiger Schreiner. Der hat sich der Sache angenommen und das Thema Gehäuse perfekt gelöst.



Die Gewinde für die Füsse der Boxen kann man mit einem normalen Gewindebohrer schneiden.




Alle Löcher wurden gefräst und alle Verbindungen mit zusätzlichen Stegen versehen, die ein Verziehen des Holzes nach dem Verleimen verhindern Anschließend wurde das Gehäuse nur mit Öl behandelt. Das Ergebnis ist perfekt. Danke Jürgen.




Nach dem Einbau der Weichen und Lautsprecher kam der erste Hörtest bei meiner alljährigen Vinyl-Party (erlaubt sind Platten, guter Whisky, Rauchwaren und gute Freunde).



Alle waren vom Klang und der Optik der Boxen begeistert. Plötzlich sind unter den verschiedenen Aufnahmen, die vorher gleich klangen, gewaltige Unterschiede zu hören. Die Boxen fördern alles zu Tage, was an einer Aufnahme besonders gut, oder halt schlecht aufgenommen wurde. Sie trennen alles sauber, der Bass kommt gewaltig, aber nur dann, wenn´s auch so aufgenommen wurde. Ansonsten spielt er dezent im Hintergrund und macht einfach einen guten Job, Mittel- und Hochtöner stehen da nicht nach. Mittlerweile bin ich Fan von Studioaufnahmen. Einfach besser. Hört euch mal Telegraph Road von Dire Straits auf dem Album Love Over Gold an. Perfekt.



Spontan und nach einer kurzen, aber heftigen Hör-Session entschieden sich dann Markus, Fritz und Jürgen auch für die Boxen. Ergo hab ich im Webshop drei weitere Sätze SB 240 bestellt. Jürgen ist bei den Gehäusen zur Höchstform aufgelaufen. Alles noch einen Tick besser und genauer.

Schließlich kam der Tag, an dem die Boxen das Licht der Welt erblickten. Natürlich war die Begeisterung bei allen groß darüber, dass das Projekt so gut gelaufen ist.



Wir haben dann noch beschlossen, dass die Boxen ein Typenschild brauchen (Jede Box, die was auf sich hält, hat sowas)



Letztlich sind wir alle begeistert von unseren Boxen und wieder voll in der guten alten Zeit gelandet.



Andreas

Günther´s SB240

Günther´s SB240

Planung und Gehäusebau


Nachdem ich bereits die SB18 und den SB36 Center gebaut hatte, waren nun noch die SB240 an der Reihe.
Das Design der Gehäuse war durch die 18er und den Center schon vorgegeben, allerdings wollte ich die SB240 nicht ganz nach Originalplan bauen. Zum Einen wollte ich einen Bassreflexkanal anstatt des Rohres, zum anderen wollte ich die Gehäuse von den Maßen her tiefer, dafür nicht ganz so hoch bauen. Wobei das mit der Höhe nicht ganz stimmt...die Lautsprecher sind im Endeffekt jetzt wie im original Plan 1,20m hoch, allerdings bedingt durch die Seitenwangen, welche zugleich als Füße dienen.

Der Gehäusebau sollte genau wie bei meinen anderen Bausätzen ablaufen: Das "Grundgehäuse" aus 22mm MDF, die Seiten aus Buchenleimholz, diesmal in 40mm Stärke. Bei den SB18 und dem Center leimte ich die Seiten selber aus je 2x18mm Buchenleimholz zu einer Stärke von 36mm zusammen. Hätte ich damals das Leimholz nicht im Baumarkt, sondern gleich beim Schreiner meines Vertrauens gekauft, hätte ich die Leimholzplatten in der gewünschten Stärke am Stück, und nicht aus mehreren Platten zusammengeleimt, bekommen. Man lernt halt nie aus...

Das MDF wurde wiederum komplett auf Gehrung geschnitten. Das wäre zwar bei meinem Vorhaben, das MDF anschließend mit Alcantara zu beziehen, nicht nötig gewesen (wegen der Optik oder so) aber wenn man schon die Möglichkeit in Form einer Formatkreissäge hat, dann nutzt man diese auch. Weiter ging es mit dem ausfräsen der Chassisöffnungen. Da das bekanntlich eine ziemlich staubige Angelegenheit ist, habe ich aus der Absaugung für die Säge provisorisch eine Absaugung zum fräsen gebastelt...naja, besser als gar keine.


Einige Zeit und gefühlte 5 Kubikmeter Staub später waren die Fräsungen auch schon erledigt.

Der nächste Schritt war, an den Aussenkanten des späteren MDF Gehäuses eine kleine Nut anzubringen, in die später das Alcantara geklebt wird, um einen sauberen Übergang zu den Leimholz-Seitenwänden zu erhalten. Dafür habe ich, wie auf dem Bild zu sehen ist, einfach das Sägeblatt der Kreissäge so eingestellt, dass eine ca. 1x3mm kleine Nut entstanden ist. Welchen Sinn diese Nut hat, sieht man später auf den Bildern, wenn ich die Gehäuse mit Alcantara überziehe.


Weiter ging es mit dem Zusammenleimen der MDF-Platten zum "Grundgehäuse" Wie man auf dem Bild schön erkennen kann, habe ich dafür einfach Klammern für den Bilderrahmenbau benutzt. Funktionierte ohne Probleme. Die kleinen Löcher, die durch die Klammern entstehen, sieht man bei meinem geplanten Finish nicht mehr. Wie man auf dem Bild auch erkennen kann, habe ich den "Boden" beim Reflexkanal mit einer weiteren 22mm MDF-Platte aufgedoppelt. Das hat allerdings nur einen optischen Hintergrund.

Die Polklemmen stehen im eingebauten Zustand etwas aus dem Gehäuse nach hinten raus. Weil ich eigentlich eine flächenbündige Lösung wie bei einem Anschlussterminal haben wollte, habe ich die Polklemmen einfach versenkt verbaut. Man kann nun logischerweise kein Lautsprecherkabel einfach so festklemmen. Aber für mich stand sowieso von vorneherein fest, dass ich abgewinkelte Bananenstecker verwenden werde. Also stand dem versenkten Einbau nichts im Weg.

Um die Polklemmen zum größten Teil "verschwinden" zu lassen, wurden 20mm Löcher mit einem Topfbohrer gebohrt und auf der Innenseite des Gehäuses einfach ein MDF-Abfallstück mit den für die Befestigung der Polklemmen benötigten Bohrungen flächig aufgeleimt. Somit stehen die Polklemmen nur noch minimal aus der Rückwand.


Weiter ging es mit dem Buchenleimholz. Die Maße ergaben sich nun aus den fertig aufgebauten MDF-Grundgehäusen. Wobei ich ja die Seitenwangen zugleich als Fuß benutzen wollte, also mussten sie etwas länger sein. Somit wurden die Leimholzplatten in der Länge auf 1,20m gesägt. Da ich bei den vorher gebauten SB18 und dem Center gute Erfahrung damit gemacht habe, die Seitenteile einfach etwas größer zu lassen und somit eventuelle Maßabeichungen des MDF-Gehäuses zu kaschieren, ließ ich auch bei den 240er die Leimholzplatten an der Front 3mm, am Deckel 1cm, auf der Rückseite 1,5cm und am Boden 3cm überstehen. Man hat dadurch nicht nur eventuelle Maßabweichungen kaschiert, sondern es lockert das gesamte Design (meiner Meinung nach) etwas auf und man hat nicht nur eine rechteckige "Kiste".

An die Kanten zur Schallwand wurden noch Rundungen gefräst und dann durften die Leimholzplatten mit dem MDF "probeliegen".

Gehäusefinish


Temperaturbedingt bin ich für die nächsten Arbeitsschritte dann von der Werkstatt in den Keller umgezogen.
Die Leimholzplatten wurden mit einer Beize farblich an die SB18 und den Center angepasst (Nussbaum) und anschließen in drei Durchgängen mit Holzöl behandelt. (habe davon leider keine Bilder)

Zugleich habe ich auch das Alcantara mittels Sprükleber auf das MDF aufgeklebt. Begonnen habe ich an der Front und dem Deckel...weiter ging es mit der Rückseite und dem Boden. Nun sieht man auch, was die welchen Sinn die kleine Nut an den Kanten hat. Nachdem das Alcantara faltenfrei auf der Fläche verklebt war, habe ich es über die Kante gezogen und zuerst mit dem Fingernagel, anschließend mit einem kleinen Plastikspatel in die Nut gedrückt. Der vorher aufgebrachte Sprühkleber erledigte den Rest...nämlich, dass das Alcantara an Ort und Stelle blieb. Anschließend wurde das überstehende Material mit einem kleinen Cuttermesser abgeschnitten und fertig war der saubere Abschluss und zugleich Übergang zu den Seitenwänden.

Reflexkanal


Damit man am Schluss, wenn die Gehäuse fertig sind, nicht im Reflexkanal das nackte MDF sieht, muss dieser natürlich auch mit Alcantara bezogen werden. Dadurch, dass der Kanal bei der SB240 3cm hoch ist, ist das auch ohne Probleme zu bewerkstelligen. Einfach Sprühkleber auf das MDF und das Alcantara aufbringen, den Kleber ablüften lassen, das Alcantara in den Kanal ziehen und festdrücken. Abschließend noch über die Kanten ziehen und in die kleine Nut kleben...fertig.

Man muss natürlich bei der Gehäuseplanung den Reflexkanal je nach verwendetem Material anpassen. Das von mir verwendete Alcantara ist ziemlich dünn. Aber trotzdem muss es beim Bau beachtet werden, da man dadurch ja die Öffnungsfläche des Kanals und somit dessen Abstimmung ändert.

Gehäuse fertig verleimen


Bei meinen SB18 und dem SB36 Center verwendete ich Lamellos (Flachdübel) um die Seitenwände mit dem MDF ordentlich zu verbinden. Bei den SB240 muss ich zugeben....war ich zu faul dafür. Der Vorteil bei Flachdübeln ist ja, dass man beim endgültigen zusammenleimen von den Maßen her nichts mehr falsch machen kann....es sei denn, die Flachdübel sind falsch gefräst ;-) Damit ist der Gehäusebau wie Lego bauen...Leim drauf, zusammenstecken, trocknen lassen...fertig.

Nur war ich, wie schon erwähnt, zu faul, um die Fräsungen anzubringen. Wenn ich allerdings einfach nur Leim auf das MDF geschmiert und auf die Seitenwände gelegt hätte, wäre das eine ziemliche Sauerei geworden, da ja die Seitenwände absichtlich nicht bündig mit dem MDF abschließen sollten. Ich hätte also nach dem zusammenfügen der Teile alles erst noch genau ausrichten müssen. Aber durch die bereits mit Alcantara bezogenen Teile wäre das nicht machbar gewesen...Ich hätte wahrscheinlich Leim auf das Alcantara gebracht und es dadurch versaut. Nach kurzem grübeln, ob ich nicht doch noch Flachdübel verwende, bin ich auf die einfache Idee gekommen, das MDF-Gehäuse ohne Leim auf eine Seitenwand zu legen, genau auf die gewünschten Maße auszurichten und dann kleine MDF-Plättchen, die ich aus einem Abfallstück geschnitten habe, mit Heißkleber in die Ecken zu kleben. Somit sind die gewünschten Maße beim Verleimen auch vorgegeben. Ich brauchte ja nur das MDF-Gehäuse über die kleinen festgeklebten Plättchen stülpen. Und das funktionierte einwandfrei. Bei der zweiten Seitenwand bin ich genauso vorgegangen. Platte auf das mit der ersten Seitenwand verleimte MDF-Gehäuse auflegen, ausrichten, MDF-Plättchen mit Heißkleber in die Ecken kleben, abnehmen, Leim auf die MDF Kanten, Leimholz wieder drauflegen und festzwingen....fertig.

Vor dem Einbau der Elektronik kam noch der hausinterne Qualitätsmanager und gab nach ausführlicher Prüfung das OK für die Endmontage ;-)

Frequenzweiche und Endmontage


Der Aufbau der Frequenzweiche und die Endmontage wollte ich dann in der Wohnung machen. Also erstmal die Gehäuse vom Keller in den ersten Stock tragen...äh schleppen, wuchten...wie auch immer. Da meine bessere Hälfte gerade nicht zuhause war, packte ich das alleine an. Dear lovely Mr. Singing-Club....da hat sich wohl einer übernommen. Als ich mit dem ersten Gehäuse die zwei Stockwerke überwunden hatte, wollte ich mal schauen, warum ich mich gerade so schinden musste. Waage her...Gehäuse drauf....alles klar...DARUM. 50,8kg Und das ohne die Elektronik :-) Bezüglich Gehäusevibrationen brauche ich mir schonmal keine Sorgen machen ;-)

Das Löten der Frequenzweichen gehört mittlerweile zu meinen Lieblingsaufgaben beim Lautsprecher bauen. Hier auf der Seite gibt es ja eine für Laien wie mich, sehr schöne, übersichtliche Schritt-für-Schritt Anleitung zum Aufbau der Weichen. Und da es für mich nicht mehr die ersten Frequenzweichen sind, kann ich schon sehr gut aus dem mitgeliefertem Plan rauslesen, was wohin gehört. Trotzdem hatte ich die Bilder zum spicken parat.

Vom Einbau der Chassis habe ich leider keine Fotos gemacht...die habe ich im Eifer des Gefechtes schlichtweg vergessen zu machen. Ich glaube aber, dass das nach so vielen Bauberichten nicht unbedingt erforderlich ist ;-)

Zum Transport innerhalb der Wohnung von der Küche ins Wohnzimmer, habe ich mir dann eine Sackkarre zur Hilfe genommen. Ich habe die Lautsprecher nicht mehr gewogen, aber es dürften an die 60kg pro Stück zusammengekommen sein.


erster Eindruck und die ersten Klänge


So...da stehen sie nun...Der erste Eindruck war fast ein bisschen erschreckend. Sind ja doch ganz schön dicke Ladys geworden.

Dann schau ma mal, wie sie sich anhören...
Klangbeschreibungen sind nicht meine Stärke. Ich weiß, dass ich ein sehr "halliges" Wohnzimmer habe. Aber was da aus den Türmen rauskam war.....ehrlich gesagt enttäuschend. Vier 20er Bässe und weniger "Schub" als der 25er Subwoofer aus Berlin. Hmmm...Da hätte ich jetzt ehrlich gesagt etwas mehr erwartet. Wie war das nochmal mit Einspielzeit...? Ob sich da noch soooo viel ändert? Ich probierte daraufhin verschiendene Einstellungen am AV-Receiver (Onkyo TX-NR 905) Auch nicht wirklich anders. Dann habe ich Sinustöne (nennt man das so?) auf die Lautsprecher losgelassen. Also nur Testsignale mit einer konstanten Frequenz. 50Hz...45HZ...usw. Dabei viel mir auf, dass der linke Lautsprecher leiser spielt als der rechte. Einstellung am Receiver überprüft...passt angeblich. Testsignal mit 25Hz drauf und vorsichtig lauter gedreht und gesehen, dass sich die Membrane links viel weniger bewegen als beim rechten Lautsprecher. Mein erster Verdacht war, dass ich bei der Frequenzweiche etwas falsch gemacht hätte...nur, wie überprüfe ich das jetz als Laie? Erster logischer Test war, dass ich die Lautsprecher tausche...also links auf rechts und umgekehrt. Ergebnis: wieder spielte der jetzt linke (vorher rechte) Lautsprecher leiser. Die Frequenzweiche konnte es also schon mal nicht sein. Also stimmte doch etwas mit dem AV-Receiver nicht. Der drosselte...warum auch immer...den linken Kanal. Mir viel dann ein, dass ich ja den Receiver mit der integrierten Audyssey-Software eingemessen hatte...allerdings nicht die SB's, sondern die vorher angeschlossenen Fertigsatelliten. Das konnte also (hoffentlich) gar nicht zusammenpassen. Also erstmal Messmikro an den Receiver und nach Handbuch drei Hörplätze einmessen lassen. Anschließend die von der Software gemessenen Abstände, Lautsprechergrößen usw. weiter überprüft...passt alles.

ABER...nicht wirklich zufriedenstellend was die Wiedergabe betraf.
Wieder das Handbuch des Receiver's geschnappt und durchgelesen bezüglich Klangeinstellungen...dann Audyssey deaktiviert und die Einstellungen manuell gemacht. Und da war es.....das Klangerlebnis, das ich mir von den 240ern erhofft hatte. Wobei sie meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen haben :-)
Ja le...mich doch... die Teile sind der Wahnsinn. Die vier 20er stellen Bässe dar, die der Teufelwoofer wahrscheinlich nur aus Erzählungen kennt. (wobei der Vergleich 1x25er gegen 4x20er ziemlich unfair ist ;-) )

Fazit Musik und Heimkino


Mein Fazit zu den SB240: Ich bin angekommen :-)

Ich hatte die Bausätze als "die Katze im Sack" bestellt, ohne sie vorher probe zu hören. Ist vielleicht nicht der sinnvollste Weg, aber bei mir ist die Rechnung vollkommen aufgegangen. Ich bin nicht der Highend-Musikhörer, der Musikstücke beim hören seziert. Aber das wahrscheinlich deswegen, weil ich bisher lautsprechermäßig gar nicht die Möglichkeit dazu hatte. Ich höre bei bekannten Titeln plötzlich Kleinigkeiten raus, die vorher gar nicht dargestellt wurden. Sei es das Luftholen des Sängers oder Percussions im Hintergrund oder sonstige Instrumente. Es macht plötzlich richtig Spaß, der Musik genauer zu lauschen. Und das muss nicht mal besonders laut sein. Wobei, wenn es drauf ankommt, dir die SB240 auch mal den Bauch massieren können.

Heimkino:

Ich nutze ja nun die SB18, den SB36 Center und die SB240 in der 5.0 Konfiguration (ich habe im Wohnzimmer einen Beamer sowie eine Leiwand integriert, die zwischen den SB240 aus der Decke gefahren werden kann.) Bekannte Filme kann ich mit der SB-Serie nochmal neu erleben. Genau wie bei bekannten Musiktiteln, fallen mir plötzlich Details auf, die vorher einfach nicht dargestellt wurden.

Es fehlt zum typischen 5.1 Heimkinosystem eigentlich nur noch ein Subwoofer. Aber ehrlich gesagt, vermisse ich den dank der SB240 momentan nicht einmal. Wenns im Film richtig knallt, dann hört und spürt man das...auch ohne Subwoofer.

Ein Kumpel von mir, der jetzt der neue Besitzer meines alten 5.1 Systems ist, meinte, bevor er die SB's gehört hatte, warum ich keinen Subwoofer hätte? Er sei kein Freund von passiven Bässen. Für Filme usw. müsste schon was ordentliches, aktives her. Nachdem er die SB's in Aktion gehört und erlebt hat, sagte er: Vergiss die Frage nach dem Woofer... :-)

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle nochmal für die tolle Entwicklung dieses Lautsprechers und für sehr zeitnahe Beantwortung aller meiner Fragen. Das nenn' ich mal Kundenservice!

Vor allem aber bedanke ich mich bei meiner besseren Hälfte, die die dicken Lady's ohne zu eifern akzeptiert;-)

Zuletzt bedanke ich mich bei euch allen, die mir hier im Forum (unwissend) Hilfestellung und Tipps gegeben haben, durch alleiniges lesen meinerseits eurer ganzen Berichten hier.

Noch ein kleiner Tipp an die Neulinge, die genau wie ich zweifeln, ob sich der Selbstbau denn überhaupt lohnt oder man nicht doch was von der Stange kauft....: Traut euch! Baut euch EUREN Lautsprecher! Es kostet im Vergleich zur gleichwertigen (!) Stangenware einen Bruchteil und ihr habt Unikate, die es so nirgends zu kaufen gibt!

Günther


Meine SB 240

Meine SB 240


Es ist jetzt ca. 3 Jahre her, dass ich mir zwei FT8 Top bestellt habe. Die SB240 fand ich aber auch damals schon gut. Ich wollte aber nicht gleich so viel Geld für die Katze im Sack ausgeben. Der Zufall wollte es so, dass ich bei einem meiner Kunden ein Paar Lautsprecher eines High End Herstellers, die der SB240 sehr ähnlich sind, hören durfte. Was soll ich sagen, jetzt musste gehandelt werden. Also Sketchup installiert und freudig Gehäuse gezeichnet. Eines stand von Anfang an fest, runde Seitenteile, Furnier an den Seiten und Oberteil, Front- und Rückseite lackiert. Meine Sketchup-Datei stelle ich euch gerne zur Verfügung.

Das Gehäuse


Es gibt sicherlich mehrere Wege, runde Seitenteile herzustellen. Ich entschied mich dazu, 22 mm MDF-Platten eigenhändig einzuschlitzen. Nach mehreren Probestücken ergab sich eine optimale Biegbarkeit, wenn wir alle 8mm einen ca. 15mm tiefen Einschnitt machten. Da ich mit möglichen Maßtoleranzen rechnete, wurden die Seitenteile etwa ,5cm größer als benötigt zugesägt. Um die Gehäuse später möglichst alleine zusammensetzten zu können, musste ich auch hier eine Lösung finden. Als Mittel zum Zweck wurde eine Pressform gebaut. Für den Anfang nicht schlecht, nur bleibt das eingelegte Material natürlich nicht ohne weiteres in der gewünschten Form. Auch bei diesem Schritt habe ich verschiedene Wege ausprobiert.
Ein kleiner Überblick:

1. Verfüllen der Schnitte mit Leim und Sägemehl.
Sah von oben nicht schlecht aus, jedoch zeigte sich nach einem Schnitt quer zum Einschnitt, dass das Gemisch den Einschnitt nicht komplett gefüllt hatte.

2. Vergießen mit Kunstharz
Eigentlich eine tolle Sache. Lassen sich doch so die Einschnitte komplett füllen. Leider ist die Klebkraft in Verbindung mit MDF nicht ganz so gut.

3. Der letzte und meiner Meinung nach beste Versuch
Hierzu legten wir die geschlitzte MDF Platte in die Pressform, eine satt mit Leim bestrichene HDF-Platte, bekannt als Rückwände in Schränken, oben drauf, die zweite Hälfte der Pressform aufgelegt und mit einigen Schraubzwingen in die gewünschte Form zwingen. Nach einer unruhigen Nacht ging ich gespannt in die Werkstatt, um das Ergebnis in Augenschein zu nehmen. Nach dem Ausformen war das Ergebnis so, wie ich es wollte. Das Seitenteil war in seiner gerundeten Form geblieben.

Für die innere Stabilität haben wir Spanten hergestellt, praktisch ein Ring mit Versteifungen. Eine entsprechende Vorlage, welche dann mittels Bündigfräser kopiert wurde, war in Kürze gefertigt. Hier wurden alle Kanten mit der Oberfräse abgerundet. Ob das klangliche Auswirkungen hat? Ich habe keine Ahnung, sieht aber besser aus. Der Zusammenbau verlief dann wie erhofft sehr einfach. Ich legte je ein rundes Seitenteil in die untere Hälfte der Pressform und markierte den Einbauort der Spanten. Nach dem Leimauftrag wurden diese mit Schraubzwingen fixiert. Mit der zweiten Hälfte verfuhr ich selbstverständlich genauso. Nachdem die Seitenteile mit den Spanten einen festen Verbund eingegangen waren, konnten sie auf das gewünschte Maß zurecht gefräst werden. Nun konnten Front-, Rückseite und der Boden verleimt werden. Der Deckel kam erst nach dem verfüllen mit Quarzsand der Schlitzte in den Seitenteile an seinen Platz. Auch diese Bestandteile des Gehäuses habe ich mit einem Überstand aufgeleimt, um sie später bündig zu fräsen.

Das Furnier stammt von Easiwood. Da ich noch nie furniert habe, einigen Respekt und auch die Befürchtung hatte das ich mit normalem Furnier nicht klar komme, war das für mich die beste Alternative. Nachdem ich den Bogen hier raus hatte, war das ein wirkliches Kinderspiel. Ich empfehle die Gehäuse vor dem Furnieren zu grundieren. So kann das MDF den Kontaktkleber nicht so schnell aufsaugen. So, die Gehäuse waren nun fertiggestellt.

Leider waren die Bausätze zu dieser Zeit nicht lieferbar. Meiner Ungeduld geschuldet, entschied ich mich dazu, die Chassis-Öffnungen nach Vorgabe auf gut Glück zu fräsen. Das Ganze sah soweit schon ganz gut aus. Aber jeder, der die SB240 schon mal Live gesehen hat, weiß, wie groß sie sind. Um das ganze optisch etwas dezenter, wenn dass überhaupt geht, aussehen zu lassen, entschied ich mich für eine aufgesetzte Blende an der Front. Diese ist 16mm stark, aus MDF hergestellt und lackiert. Auch hier wurden alle Kanten abgerundet. Am Übergang zum Gehäuse fräste ich noch eine kleine Schattenfuge.

Die Frequenzweiche


Um die Wartezeit zu verkürzen, bat ich darum, mir die Bauteile für die Frequenzweichen vorab zu schicken. Diese hätte man auf ein Holzbrettchen kleben können. Ich wollte aber auch hier meinen eigenen Weg gehen. So zeichnete ich mit Eagle ein Layout für die einzelnen Zweige und ätzte mir meine eigenen Platinen. Diese wurden nach dem bestücken an die Rückwand geschraubt. Die von Udo mitgelieferten Polklemmen machen wirklich einen guten Eindruck. Um die Möglichkeit des Bi-Amping zu haben verbaute ich 2 Paare pro Seite.

Das Finale


Nach einer weiteren Woche des Wartens kamen dann endlich die Chassis bei mir an. Also sofort auspacken und testen ob sie in die vorab gefrästen Öffnungen passen. Spannung, alles passte. Glück gehabt. Also Chassis ausrichten, vorbohren, mit der nötigen Sorgfalt die Kabel an die Chassis gelötet und mit diesen das Gehäuse verschlossen. Leider musste ich jetzt zur Arbeit, und der erste Hörtest musste auf den Abend verschoben werden. Diese Ungeduld bringt mich noch ins Grab.

Der erste Klang


Angeschlossen habe ich die Lautsprecher an meine Vierkanal SymAsym-Endstufe, also im Bi-Amping. Nachdem alle Vorbereitungen getroffen wurden, sprich ein Glas Bier auf dem Tisch und die Fernbedienung in der Hand, kam gerade noch rechtzeitig mein Nachbar, der neue Besitzer meiner FT8 zum Hörtest. Als erstes lief "Brothers in Arms" der Dire Straits. Was soll ich sagen. Ich, nein wir waren von dem Klang beeindruckt. Nach einigen Stunden des Genießens war dann Schluss für heute. Abschließend muss man sagen, dass dieser Lautsprecher erst nach einigen Stunden des Einspielens sein ganzes Können unter Beweis stellt. Egal welche Musikrichtung, alles hört sich einfach genial an.

Auf diesem Weg möchte ich mich für diesen diesen Bausatz bedanken.

Der größte Dank gilt aber meiner Familie, die mich bei meinem Hobby unterstützt. Hier muss ich meinen Sohn Elias besonders hervorheben. Er hat bei allen Schritten des Gehäusebaus geholfen. Ohne seine Hilfe wäre es nicht möglich gewesen dieses Ergebnis zu erzielen. Danke

Torstens SB 240

Torstens SB 240


MS 4 TL vs. SB 240

Solang ich mich erinnern kann, hat mich HiFi-Technik interessiert und begeistert. So kam es, dass ich meinen ersten Lautsprecher im zarten Alter von etwa 12 Jahren gebaut habe. Damals war der Treiber ein Breitbandlautsprecher aus einem ausgeschlachteten Kofferradio und das Gehäuse wurde in 5 mm Sperrholz mit der Laubsäge gearbeitet. Später habe ich dann verschiedene Lautsprecher aus Bausätzen aus dem Elektronik-Versand gebaut. Mit diesen Lautsprechern war ich dann auch eine ganze Weile glücklich. Während meines Studiums kamen die ersten Surroundtechniken auf den Markt, so dass für Center und Rear-Lautsprecher wieder Bausätze vom Versender angeschafft und gebaut wurden.

Nach dem Studium folgte der Umzug in eine größere Wohnung. Kurz darauf wurde ein 5.0 System der dänischen Fa. Eltax angeschafft, welches bis vor knapp 4 Jahren seinen Dienst tat. Nach der Vorführung eines 5.1 Teufel -Systems bei einem guten Freund war klar, dass etwas Neues her musste – aber was? Fertiglautsprecher oder Bausätze? Also machte ich mich im Internet auf die Suche und bin natürlich irgendwann auf Lautsprecherbau.de gelandet. Hier habe ich dann alles gelesen, was ich zum Lautsprecherbau finden konnte. Ich habe mich damals für die MS4TL aus der Aufsteigerklasse entschieden. Die beiden neuen Lautsprecher haben mich dann wieder mit dem Bauvirus infiziert. So entstanden die Needles, der FT 7, etliche Lautsprecher auf Basis der MS Micro 2006 und für Freunde auch noch die Ax-05HR und Ax-06 HR.

Nach dem Umzug in unser neues Eigenheim mussten die MS4TL, die vorher auf 25 m² ihre Dienste leisteten, 45 m² beschallen. Die Verbindung mit dem Subwoofer FT7 war für Filme ok, aber insgesamt konnte das Ganze nicht mehr so richtig überzeugen. Also mussten wieder neue Lautsprecher her. Doch was sollte es werden? BluesKlasse war schnell klar, aber welche? Wochenlang habe ich die Magazin- und die Bauberichte gelesen. Zum Schluss blieben eigentlich nur noch die Duetta und die SB 240 übrig. Zum Glück habe ich eine sehr tolerante Frau, so dass die Größe beider Systeme akzeptiert wurde. Eigentlich wollten wir die Lautsprecher bei im Laden anhören. Das klappte aber nicht, weil der Laden wegen eines USA Besuchs zu der Zeit geschlossen war. Da wir ein breites Spektrum an Musik hören – im Prinzip ist von Klassik bis Elektro alles dabei – haben wir uns letztendlich für die SB 240 entschieden und ich habe die Bausätze „taub“ bestellt.

Während ich auf die Lieferung wartete, habe ich die Gehäuse gebaut. Als Material habe ich 18 mm Multiplex Birke verwandt, was zu unseren Möbeln passt, die nahezu alle in Birke gearbeitet sind. Beim Gehäuse habe ich zusätzlich eine Ringsteife und eine im unteren Bassabteil diagonal verlaufende Leiste 50x10 eingebaut. Da bei meinen Boxen die Furnierlagen der Seitenwände von vorne sichtbar sein sollten, habe ich die Gehäuse zunächst komplett geschlossen gebaut und erst anschließend die Fräsungen durchgeführt. Zum Glück habe ich Probefräsungen gemacht. Das Ergebnis, wenn der Fräskopf nicht vollständig fest in der Spannzage sitzt, kann man auf dem Foto sehen.



Gar nicht auszudenken, wäre mir das am fertigen Gehäuse passiert. Wichtig bei großen Gehäusen ist eine ausreichende Anzahl an Schaubzwingen bzw. Leimklemmen, denn die Platten sind irgendwie immer ein bisschen krumm. Nach dem Bearbeiten der Außenkanten mit dem Bündigfräser, wurden die Gehäuse mit 240’er Schleifpapier vorgeschliffen. Dann erfolgt die Lackierung mit einem wasserbasierten, transparenten Acryllack von Clou. Nach 2-maliger Lackierung mit Zwischenschliff war die Oberfläche schön glatt und geschlossen. Das Beste an diesem Lack ist, er kann nach 2 Stunden Trockenzeit bereits geschliffen werden.



Die Frequenzweichen habe ich auf zwei Stück Sperrholz aufgebaut und zwar so, dass die Spulen ausreichend weit voneinander entfernt bzw. die Wicklungen senkrecht zueinander stehen. Nächster Schritt war der Einbau der Terminals und die Bedämpfung des Gehäuses. Ich habe dazu den Dämmstoff in entsprechend große Stücke geschnitten, aufgezupft und mit Heißkleber auf die Innenwände geklebt. Das BR-Rohr wurde am Ende mit Fliegenschutz-Gaze (4-lagig) optisch verschlossen. Die Fliegen-Gaze habe ich mit Heißkleber an die Rohre angeklebt, was einwandfrei funktionierte. So wird vermieden, dass kleine Kinder das Innere des Gehäuses als Parkplatz für Spielzeugautos oder ähnliches verwenden.



Nachdem der erste Lautsprecher fertig gestellt war, wurde dieser direkt an den Verstärker angeschlossen (Denon TX-NR 818) und alle „klangverbessernden“ Optionen ausgeschaltet. Und dann – Enttäuschung…. Die Mitten und Höhen waren ok, aber der Bass? Von 2 x 20 cm hätte ich mehr erwartet. „Na ja, muss sich vielleicht noch einspielen“ dachte ich und ging wieder in die Werkstatt. Während ich die zweite Box fertigstellte, durfte die erste Box ein paar Watt in Schalldruck umsetzen. Als ich den zweiten Lautsprecher ins Wohnzimmer brachte, stellt sich ein fettes Grinsen bei mir ein. Der Bass hatte sich schön eingespielt und war sehr deutlich vernehmbar. Also auch noch den zweiten Lautsprecher angeschlossen und bösen Elektro-Bass durch das Haus geschickt. Das war schon mal ziemlich beeindruckend.

Nun zum Vergleich der beiden Lautsprecher: Einige Tage später, nachdem die SB 240 eingespielt waren, mussten beide Lausprecherpaare einen Vergleich durchstehen. Dazu wurden die MS4TL auf Zone 2 geklemmt und zwischen beiden Paaren hin und her geschaltet. Die MS4TL musste dabei auf die Unterstützung durch den FT7 verzichten. Zum Vergleich haben wir verschiedenste Klassiker der modernen Musik ausprobiert (Pink Floyd „Momentary Lapse of Reason“, Mike Oldfield „Tubular Bells“, Dire Straits „Love over Gold“ und „Brothers in Arms“….). Um es klar zu sagen, die MS4TL ist ein toller Lausprecher, er macht alles richtig und ist angenehm zu hören. Die SB 240 macht alles ein Stück besser. Sie zeichnet eine breite Bühne. Die Höhen sind klarer und differenzierter, die Mitten sind präsent ohne nervig zu werden. Und das Beste: Ein schöner, warmer, trockener und präziser Bass. Selbst bei Lautstärken, die über die gehobene Zimmerlautstäke hinaus gehen, bleibt das Klangbild erhalten, ohne dass alles verschwimmt. Im Heimkinobetrieb ist das Bass-Fundament für meinen Geschmack völlig ausreichend und bisher habe ich keinen Bedarf verspürt, einen Subwoofer nachzurüsten. Mein Fazit: Die MS4TL ist genau richtig eingestuft – Aufsteigerklasse, die SB 240 ist ebenso richtig eingestuft – Bluesklasse.

Bei so einem tollen Klang hat meine Frau auch gleich die nächsten Projekte für mich festgelegt. Center und Rear-Boxen mit Lautsprechern aus der SB-Serie. Da kann der nächste Winter gerne kommen – ich freu mich drauf.



Mein Kompliment für die Entwicklung dieser tollen Lautsprecher. Und ebenso meinen herzlichen Dank für die informative und unterhaltende Webseite, auf der ich regelmäßig nachsehe, was es an Neuigkeiten von Udo und anderen Selbstbauern gibt.

SB 240 von Alex

SB 240 von Alex

Alex SB240

Wie viele andere auch begann ich meinen langen Weg zur SB240 zuerst mit einem kleineren Vertreter von Udos Werken, der SB18, die ich dann zur SB36 erweiterte. Vom Klang der SB-Serie für meinen Musikgeschmack bin ich schon länger überzeugt, also war der Schritt zur 240er eigentlich die logische Lösung bei gestiegener m² Anzahl im neuen Wohnzimmer. Was mich bei der 240er aber zunächst abschreckte, war die schier unendliche Größe des originalen Bauvorschlags, der mich immer eher an einen ausgewachsenen Schrank als an eine Box erinnerte. Also ging es Anfang Dezember doch nochmal zu Udo, schließlich gibts mit Vota und BlueNote auch noch kleinere Kanidaten in der engeren Auswahl. Zumal dachte ich, der Udo hat bestimmt Langeweile in seinem Laden so kurz vor Weihnachten ;-) . Nach ausgiebigem Hören meiner SampleCD war mir aber klar, was mir vorher auch schon klar war: Die SB240 musste einfach meine Box werden!

Bereits vor 2 Jahren beim ersten Lesen des Magazinartikels der SB240 stolperte ich über Udos Satz :

zweiteilig wäre meiner natürlichen Faulheit entgegen gekommen, wenn ich die SB 18 noch vorführbereit hier stehen gehabt hätte. Doch wie bei „Wenn“ und „Aber“ an der Tagesordnung, die Realität im Ruhrpott sagt: „Is nich!“

Is nich? Da hörte ich doch sofort Barney Stinsons Stimme in meinem Ohr: "Challenge accepted"!

In weiser Voraussicht habe ich schon Wochen vor dem Besuch die Abende mit Sketchup und Excel verbracht und hunderte Entwürfe der SB240 getestet. Heraus kam eine zweiteilige Version, die zwar in der Grundfläche etwas breiter als Udos Entwurf ist, durch die schmalen aufgesetzten Tops und die breiten 45° Phasen am Bassgehäusedeckel aber deutlich schlanker wirkt. Durch den Kontrast zwischen schwarzer Front und hellen Seitenteilen soll der Aufbau nochmal etwas "zierlicher" wirken. Um die gut 100 Liter der beiden Bässe irgendwie unterzubringen, kommt man um ein 1 m hohes Gehäuse nicht drum herum.

Um meine Musik trotzdem im Sitzen genießen zu können entschied ich mich dazu, den Hochtöner frei schwebend zwischen MT und TTs unterzubringen. Die kleine Ausbuchtung, die im Bassgehäuse nötig wird, schlägt volumenmäßig kaum ins Gewicht und der Hochtöner braucht weder Volumen noch Dämmung. In meinem Aufbau sieht er noch dazu eine ausreichend breite Schallwand um nichts an der Weiche basteln zu müssen. Optisch geschickt unterbringen konnte ich den Übergang zwischen Tops und Bass indem ich die Schallwand der Tops mit einem Halbkreis nach unten enden ließ, der seinen Mittelpunkt mit dem des Hochtöners teilt. Wählt man die Frontbreite der Tops mit 19cm und baut eine Spaltbreite von einem cm ein bekommt der Ausschnitt im Tieftongehäuse genau den Außenradius der beiden Tieftöner. Was auf dem Entwurf fehlt, ist das Bassreflexrohr, das wegen der wandnahen Aufstellung auch auf die Front rücken muss.

Einen Tag danach gings dann direkt in den Baumarkt. Der Zuschnitt erfolgt im Baumarkt meines Vertrauens wie gewohnt sehr genau und nicht auf Gehrung, da die Boxen so aufgebaut sind dass später keine Stoßkanten auf der Front sichtbar sind. Die erste Urlaubswoche verbrachte ich mit umfangreichen Fräsarbeiten, da ich für den Frontübergang von Top zu Bass mit Frässchablonen und Bündigfräser arbeiten musste. Im Topteil geht es zwar noch mit dem Fräszirkel, im Bass wäre allerdings das Zentrum des Kreises einen cm oberhalb der Schallwand. Wie bei all meinen anderen Projekten fräste ich die Schallwände vor dem Zusammenleimen, da ich so etwaige Fehler, wie sie mir auch promt bei den Tops unterlaufen sind, direkt auswechseln kann.

Das normale Vorgehen bei aufgesetzten Seitenwänden ist, eine MDF Kiste zu machen und dann die Seitenwände aufzuleimen. Da ich mich mit meiner Volumenkalkulation aber schon am Minimum befand, war der berühmte 10% Spielraum nicht mehr da. In die Seitenwände meiner Grundbbox mussten also Ausschnitte her, bei einer Materialstäke von 19mm machten das gut 8 Liter Unterschied pro Box! Würde ich es noch einmal bauen, würde ich an dieser Stelle erst eine Box komplett leimen und danach die Ausschnitte per Stichsäge einbringen. In meinem Fall wurde vorher geschnitten, die kleinen Auflageflächen der Seitenwände an Front und Boden machten das Zusammenleimen zu einem Geduldsspiel, gerade beim Unterteil. Das war dann genau der richtige Zeitpunkt für die Wolfcraft Dübelhilfe, mit der man wirklich kinderleicht passende Dübellöcher produzieren kann.



Das Zusammenkleben an sich habe ich nicht weiter mit Bildern dokumentiert, da es
a) schon sehr oft gezeigt wurde und ich
b) 6 meiner 2 Arme zum Halten benötigte.

Die Front wurde in der Überlappzone des HTs gedoppelt, bei der Front entschied ich mich außerdem wegen der größeren Einfrästiefe der TTs für 22 mm MDF. Der Bereich, in dem der HT schließlich sitzt, erforderte eine weitere, kleine Doppelung der Front, da hier nochmal 4x10 cm der 2. Frontplatte weichen mussten. Da ich die SB240 eine Weile behalten möchte, habe ich zum Schutz gegen (noch nicht geplanten) Nachwuchs, Magnete in die Front eingelassen, die später die Lautsprechergitter tragen werden. Im Bass sind es 8, in den Tops jeweils 4 Magnete. Kleine Neodymmagnete gibts in der Bucht in allen Formen und Größen. Ich entschied mich für runde mit 8 mm Durchmesser in 8 und 4 mm Stärke. Der Magnetkraft-Test mit 10mm MDF Platten bestätigte ausreichend Kraft. Beinflussung der Chassis ist aufgrund des großen Abstandes zum Chassismagneten und des mit steigendem Abstand raschen Abklingen der Magnetfelder nicht zu befürchten.

Durch meine wackelige Klebekonstruktion musste ich den ersten Schleif- und Spachtelgang bereits vor dem Aufbringen der Seitenteile durchführen. An dieser Stelle sollte man auch mal einen Passtest mit den Chassis durchführen, je später man Fehler bemerkt, desto ärgerlicher wird es ;) Bei mir hat zum Glück alles gut gepasst. Wer dreimal misst, misst weniger Mist! Auch die spätere Position der Weichen wurde noch einmal getestet. Aufbaut habe ich diese auf einem Restholzstückchen, alle Bauteile sind mit Heißkleber fixiert.



Die Weiche der beiden Tieftöner habe ich hingegen als passend angenommen. Würden die es nicht tun, wären mir fatale Fehler bei der Volumenberechnung unterlaufen ;-)

Der nächste Schritt war die Vorbereitung der Seitenteile. Diese sollen, wie im Sketchup Entwurf gezeigt, vorne bündig anliegen und hinten leicht abgerundet sein. Machbar ist das mit einem sehr großen Fräszirkel, der von mir gewählte Radius lag aber mit gut 4 Meter über der verfügbaren Raumbreite. Auch hier half mir wieder eine Schablone, hergestellt aus 10 mm MDF. Erst den gewünschten Kreis einigermaßen genau mit der Stichsäge ausschneiden, dann mit einem beliebigen Schleifapparat (in meinem Fall meine Freundin) zu einem wirklichen Kreis machen.  Anschließend mit der Stichsäge die Seitenteile grob vorbereiten und die Kreisstruktur mit dem Bündigfräser nacharbeiten. Um den Übergang von Seitenteilen an der Rückseite etwas weicher zu gestalten, habe ich die hintere Kante stark abgeschliffen. Das gibt ganz nebenbei auch noch einen netten Effekt bei Multiplexplatten. Auch der Sitz der Seitenteile wurde vor dem Verkleben geprüft. Der Absatz an der Oberseite der Tieftönergehäuse wird später durch die Phase noch abgetragen.

Beim Aufleimen der Seitenteile ging kein Weg mehr an Schraubzwingen vorbei. Grundsätzlich gilt hier auch: Viel hilft viel, aber nicht jeder hat einen unendlichen Zwingenvorrat. Ich hatte zum Glück einen netten Nachbarn und so für die Tops 5 und für die Unterteile 7 Zwingen zur Verfügung. Auch wenn hier viel Spannung ist, reichen gute  zwei Stunden zum Aushärten des Fugenleims.



Die überstehenden Kanten wunden anschließend mit dem Bündigfräser abgetragen, die Multiplexseitenplatten wurden an der Frontkante außerdem mit einem Fräser mit 11 mm Radius abgerundet. Das macht die Box auch noch mal etwas schlanker. Bei einigen Durchgängen spachteln (hier verwendete ich fertig gemischten Molto Feinspachtel und war sehr zufrieden mit den Verabreitungseigenschaften) und schleifen, machte ich mir ein paar Gedanken über den Anschluss der Top Teile.

Von meinem ursprünglichen Plan ein Terminal an die Unterseite der Tops und eines an die Oberseite der Tieftongehäuse zu machen, um die Tops unsichtbar anzuschließen riet Udo mir ab, da man später aufgrund eines notwendigen kurzen Kabels kaum an die Terminals kommt. Entschieden habe ich mich dann für Bananensteckerbuchsen, die ich mit einem 10 mm Fräser fast bündig versenkte.

Zum Anschließen des Bassteils verwende ich Biwireing-Terminals. Biwireing ist zwar nicht geplant, aber lieber jetzt einbauen als später ärgern. Bevor ich mich an den finalen Grob- und Feinschliff begeben konnte, mussten aber noch die Phasen angebracht werden. Einen Phasenfräser mit ca. 5 cm Schnittfläche hatte ich nicht zur Hand, sehr wohl aber eine Kreissäge mit einstellbarem Schnittwinkel.

Zur geraden Führung habe ich ein Hilfsbrett auf die Bassteile geschraubt, die Schraubenlöcher wurden danach wieder verspachtelt. Anschließend folgte ein weiterer Vorschliff mit 60er Korn (beim Excenterschleifer hätte es auch 80er getan) und ein Zwischenschliff mit 120er Korn. Alle weiteren feineren Schliffe habe ich von Hand durchgeführt, so auch den Zwischenschliff mit 180er Korn.

Bevor ich mit dem Lackieren loslegen konnte musste ich eine kleine Osterpause einlegen. Diese nutze ich ich zum Testen der Weichen und Einspielen der Chassis.

Die Frage nach der Farbe war diesmal relativ simpel. Dachte ich.. Schwarz sollten sie werden. Und matt.. passend zu den SB Chassis. Eine umfangreiche Recherche brachte mich aber auf keinen eindeutigen Farbton. Da es im Baumarkt aber nur das Tiefschwarz in seidenmatt gibt, das meiner Meinung nach nicht mit der Chassisfarbe harmoniert, blieb mir nur der Weg zum Farbenfachhandel (mit einem MT Chassis im Gepäck), wo ich auch sehr gut beraten wurde. So konnte ich mir  sicher sein, dass Grundierung, Farbe und Klarlack miteinander harmonieren. Gelandet bin ich bei 1k Wasserlacken von Hesse, die auch zum Rollen geeignet sind und der Farbe RAL 7021, die man auch Schwarzgrau nennt.

Doch zunächst Schritt für Schritt der Lackieranleitung des Fachhändlers gefolgt. Vorher aber noch mit einem feinporigen Kreppband und Folie die Seitenteile abgeklebt, schließlich sollten die nicht schwarz werden. 180er Anschliff für die Grundierung passte, dann 240er Zwischenschliff, wieder grundieren und weil ich noch Grundierung über hatte, das Ganze auch noch ein drittes Mal. Dann war erstmal alles weiß. Wieder 240er Schliff und zunächst die Rückseite eingefärbt und klargelackt, so hatte ich eine Auflagefläche und musste die Monster nicht aufhängen. Danach den Rest schwarz gestrichen (in 2 Lagen, mit vorsichtigem 240er Zwischenschliff) und anschließend samt den Multiplexseiten mit einer Schicht Klarlack überzogen. Ganz wichtig beim Lackieren: Geduld, dass der Lack gut durchtrocknen kann. Habe die Grundierung immer gute 18 Stunden trocknen lassen, Farben und Klarlack über Nacht.

Nach dem Einbau der Technik dann endlich die Gewissheit: Ral 7021 mit mattem Klarlackfinish war definitiv die Farbe, die ich von Anfang an geplant hatte. Die Verbindung zwischen Unterteilen und Tops besteht, wie die komplette Boxenzuleitung, aus 4 verflechteten Litzenkabeln mit 1 mm² Querschnittsfläche.



Doch das entscheidende Merkmal an Lautsprecherboxen ist und bleibt nunmal der Klang... und der ist genial. Auflösung und Bühne können die SB240, wie alle anderen Vertreter der SB-Serie extrem gut. Doch was zeichnet Sie aus? Sicher ihre Fertigkeit im Bass. Wo mich die SB36 schon umgehauen hat, tritt die SB240 noch mal nach. Um es mit den Worten der Ärzte auszudrücken "Immer mitten in die Fresse rein" und das schon bei kleinen Lautstärken. Genau so machen mir meine Rocksachen richtig Spaß. Aufgrund des relativ kleinen Hörraums (~25m²) und der wandnahen Aufstellung habe ich die Bassreflexrohre mit Sonofil verschlossen, das macht die SB240 im Ganzen ein bisschen ruhiger, gerade wenn man z.B. im Radio diverse Genres im Mix hört, ist das in meinem Raum der goldene Mittelweg. Wenns aber mal richtig krachen muss, ist das Sonofil im Handumdrehen wieder raus ;-) Angetireben werden Sie bei mir im Übrigen von einem kleinen DIY Gainclone.

Und wieso jetzt gerade die SBs ? Ganz einfach: Sie haben mir in diversen Vergleichen und Probehörsessions bei den meisten meiner gern gehörten Liedern am besten gefallen.

Alex

Hardys SB 240

Hardys SB 240


SB240 von Hardy

Einen langgehegten Wunsch habe ich mir nun erfüllt. Eine neue Stereoanlage. Nein, keine aktuellen Geräte, sondern eine REVOX-Anlage aus meiner Jugend, damals mangels finanzieller Mittel ein nicht zu erfüllender Traum. Heute mag ich das Design der neuen Modelle nicht. Also komplett revidierte Geräte von damals gekauft. ( Wen es interresiert: B790 , B750 MKII , B77 , B760 , B215 und B225 ) Und damit hatten dann auch die 50 Euro  Lautsprecher vom Discounter schlagartig ausgedient. Der Klang war nicht so der Brüller. Grottenschlecht trifft es wohl eher.

Ein paar Lautsprecher hatte ich schon mal vor ca. 20 Jahren gebaut, aber irgendwann einmal verschenkt. Also mussten neue her. Da ich wieder einmal Lust verspürte, etwas selber zu bauen , habe ich mich im Internet nach Lautsprecherbau umgesehen. Und auf welcher Seite bin ich nach vielen Stunden Recherche gelandet? Nun ja - ihr könnt es euch wohl denken.

Schnell registriert und nun gelesen, gelesen und gelesen.  Da ich nicht gleich in das Hochpreissegment einsteigen wollte, habe ich mich preis-leistungsmäßig für die SB240 entschieden. Zu meiner Entscheidung haben auch die Klangbeschreibungen beigetragen. wobei mir die blumigen Beschreibungen nicht so sehr liegen.

Also ab in den Baumarkt und 21mm MPX  Birke zuschneiden lassen. Oder sollte ich sagen abhacken lassen? Winkligkeit und Maßhaltigkeit sind etwas anderes.  Aber mit zusätzlichen Stunden Schleifen bekommt man auch das wieder hin.

Aber wo nur die Lautsprecher bauen? Der Keller fiel mangels Platz und schlechtem Licht aus. Also mein Computer- und Musikzimmer zur Werkstatt umfunktioniert. Der kleine Tisch mußte als Werkbank herhalten. Zum Zusammenleimen gibt es nicht viel zu sagen.





Ich habe es innnerhalb 1 Woche geschafft. Eine zusätzliche Verstrebung habe ich auch noch eingeleimt. Nicht das es statisch oder klangtechnisch notwendig wäre. Einfach nur so.

Als Ersatz für teure Schraubzwingen mit Spannweite > 1,2m habe ich mich für einen  Spanngurt für 6,70 Euro entschieden. Etwas umständlicher in der Handhabung, aber preislich unschlagbar.

Und nun ging es an das Schleifen. In der Wohnung? Meine Frau hätte mich gekillt. Also ab auf den Balkon. Tagelang die Gehäuse nach Feierabend durch die Wohnung auf den Balkon geschleppt. Nach dem Schleifen alles wieder zurück. Muckibude ist dagegen Kinderkram.

Nachdem die Gehäuse geschliffen waren, stellte sich die Frage, wie die Einfräsungen für die Chassis hergestellt werden sollten. Eine Tischlerei veranschlagte 130 Euro für das Fräsen der Gehäuse. Zu teuer fand ich und kaufte mir eine Oberfräse und einen Satz Profilfräser. Zusammen waren es weniger als 130 Euro. Die Oberfräse sollte nun schon keine einmalige Investition gewesen sein. Ich hatte schon die nächsten Projekte im Kopf.

Der mitgelieferte Fräszirkel der Oberfräse funktioniert nur bei Radien von > 10 cm und war damit für das Mittel- und Hochtonchassis unbrauchbar. Daher aus Abfallstücken und den Führungsstangen des org. Fräszirkels einen eigenen gebastelt. 



Der Drehpunkt ist eine eingelassene  M4 Innen6kantschraube und befindet sich unterhalb der Auflagefläche der Oberfräse.

Das Ausfräsen der Schallwand erfolgte in mehreren Stufen. Das Anschlußterminal war ebenfalls ruckzuck eingefräst. Außerdem wurden alle Kanten der Gehäuse  abgerundet mit einem Profilfräser. Auch der Bassreflexkanal wurde gerundet, ich fand es irgendwie schöner.

Der Frässtaub hat nicht nur unseren Balkon millimeterdick überzogen, nein auch hat ihn der Wind in der Nachbarschaft verteilt. Aber wir haben wohl sehr tolerante Nachbarn. Mal sehen wie es sich mit der Toleranz verhält , wenn ich den Verstärker aufdrehe  und den beiden SB240 mal freien Lauf lasse. Danach wurden die Reste aus der Schallwand und der Rückwand für das Anschlussterminal mit der Stichsäge herrausgetrennt.

Da die Chassis nun eingetroffen waren , war es an der Zeit die Weichen zu löten. Die Weichen wurden auf 2 kleinen 4mm Sperrholzbrettchen aufgebaut und von der Rückseite verlötet. Alle handwerklichen Dinge bereiteten mir als Maschinenschlosser keine Probleme. Die Maschinenschlosser sind eben die Offiziere im Handwerk. -:)


Da nun  der staubige Teil der Arbeiten vorbei war , konnte ich mich der Oberflächen-gestaltung widmen. Schwarz sollten sie werden. Es passt fast zu allen Einrichtungsstilen. Die schöne Maserung und der Schichtaufbau des Holzes sollte nicht unter einer Lackschicht verschwinden.

Also Gehäuse wieder auf den Balkon. Der Teppich sollte ja keine Flecken bekommen. Nun wurden die Gehäuse mit Beize auf Wasserbasis bestrichen und über Nacht trocknen gelassen. Die Beize läßt die Fasern des Holzes sich aufrichten. Nun mußten die Gehäuse von Hand einmal ganz leicht mit 320er Schmirgel geglättet werden. Der Schleifstaub wurde mit einer weichen Bürste entfernt, bevor farbloses Antik-Wachs mit einem Lappen aufgetragen wurde. Nach guter Trocknung ( so steht es auf der Dose des Wachses ) kann die Oberfläche mit einem weichen Lappen poliert werden. Ich habe nach 2 Stunden poliert. Ich habe versucht die Oberfläche in einem Bild festzuhalten. Aber so richtig kommt es nicht rüber. Was nun noch fehlte war der Einbau der Chassis und deren Verkabelung. Aber auch das war relativ schnell erledigt.

Fertig? Nein -vor meinem geistigen Auge sah ich die unteren 4-6 cm der Lautsprecher zerdellt und zerkratzt. Der harte Kunststoff des Staubsaugers würde dafür schon sorgen. Also ab zum Baumarkt und eine 0,4m x 2,0m große 19mm Tischlerplatte in 4 gleiche Teile sägen lassen. Zuhause angekommen jeweils 2 von ihnen zusammengeschraubt, geschliffen, gebeizt und gewachst.

Abschließend pro Box 4 Stück Gummischeiben mit Durchmesser 50 mm und 10 mm Dicke zwischen Box und und Sockel gelegt. Nun ist fertig. Da der Umbau des Wohnzimmers noch nicht in Angriff genommen ist, laufen die SB240 im Moment an einem Yamaha AVR im Stereomodus. Das ändert sich, wenn meine neue Stereoanlage im Wohnzimmer steht.

Und wo bleibt die Klangbeschreibung? Ich sagte schon am Anfang, daß ich es nicht so habe mit den blumigen Klangbeschreibungen. Für mich ist es einfach nur erste Sahne. Es ist genug über den Klang geschrieben  worden. Ich habe nichts wesentlich Neues dazu beizutragen.

Hardy

Ollis SB 240

Ollis SB 240

 

Olli’s SB240

Schon als kleiner Junge im zarten Alter von 6 Jahren bin ich mit den HiFi-Genen infiziert worden. Meine Onkels kauften Schallplatten und HiFi Geräte wie andere ihren Brotaufstrich, mein Vater versuchte sich in den 80er Jahren sogar im Selbstbau. Stichwort 80er Jahre: Musikalisch betrachtet ein Jahrzehnt, dem ich selbst heute noch mit voller Begeisterung fröne. Zur Kommunion bekam ich endlich, was ich mir schon lange gewünscht hatte: Einen Verstärker + CD Player und ein Paar kleine Lautsprecher. Andere Kids wünschten sich zu der Zeit Spiele-Konsolen, ich eine Stereoanlage!

Im Laufe der Zeit fand ich gleichgesinnte Freunde. Mein bester Kumpel hatte einen älteren Bruder, der sich nicht nur für HiFi interessierte, sondern auch schon eine sehr gehobene 5.1-Ausstattung besaß. Sein Setup bestand aus der damaligen Referenz von Denon AVC A1, einem 16:9 Röhren TV und einem passenden Lautsprechersystem. Die Hörsession muss so gegen Ende der 90ger gewesen sein, zur HiFi-Sucht kam jetzt noch Heimkino dazu und ich musste komplett umdenken.

Ich startete mit einem kleinen Denon AVR und einer 5.1 Kombination von Heco. Mit steigenden Nettoeinkommen tauschte ich in den letzten 12 Jahren häufiger Verstärker und LS gegen höherwertige Modelle aus. 2010 kam dann wieder der Wunsch nach neuen Lautsprechern. Fertigprodukte hauten mich allerdings nicht mehr vom Hocker, oder sie waren unbezahlbar. Ende 2010 bin ich wirklich zufällig auf diese tolle Webpräsenz gestoßen, innerhalb von 14 Tagen wurden so ziemlich alle Beiträge inhaliert. Ins Hörstudio Bochum sind es nur 20 km und so ließ die erste Hörsession nicht lange auf sich warten. Der Empfang war sehr herzlich, meiner Frau und mir kam es vor, als würden wir uns schon Jahre kennen. An diesem Tag nahm auch die Denke meiner Frau eine Wandlung. Zuvor hat Sie mich immer als "etwas krank" bezeichnet und eher wenig Verständnis für mein Hobby aufgebracht.

Bluesklasse war auf jeden Fall gesetzt,- aber die Entscheidung zwischen Duetta und SB240 fiel mir nicht leicht. Die SB240 stellte alles bisher Gehörte in den Schatten, die Duetta konnte alles nochmals einen Ticken besser. Allerdings hatte ich auch noch einen wichtigen Punkt im Hinterkopf: Es war mein erstes DIY-Projekt und ich bin nicht davon ausgegangen, dass es in jeder Hinsicht perfekt würde. Außerdem möchte man sich auch noch steigern können :)

Und so stand schnell der Entschluss fest, mit der SB240 zu beginnen und zu einem späteren Zeitpunkt die gesammelte Erfahrung aus dem ersten Projekt mit in die Duetta fließen zu lassen. Ich kann an dieser Stelle eines vorweg nehmen: Probleme hatte ich genug! :) Den passenden Center bestelle ich gleich mit.



Die Front bestellte ich bei meinem Schreiner (22er MDF), die restlichen Seiten wurden ebenfalls aus 22er MDF im Baumarkt gekauft. Das gesamte Gehäuse bekam eine 5 Grad Neigung nach hinten. Leider war ich bei der Bauphase so in meinem Element, dass ich keine Fotos gemacht habe. Einerseits mag ich selbst die Bauberichte mit begleitenden Fotos immer sehr, andererseits kennen die meisten das Prozedere und interessieren sich ohnehin mehr für das fertige Ergebnis ;)

Für das Verleimen des Lautsprechers nahm ich mir enorm viel Zeit. Der Pattex Express Holzleim ließ sich sehr gut verarbeiten und ich kann ihn den Neulingen hier sehr empfehlen. Da mein Heimkino-Setup derzeit aus einer Pionier Kette besteht (alle Geräte Hochglanz schwarz), sollten die neuen Speaker ein identisches Finish bekommen. Der ursprüngliche Plan, die Lackierung in Eigenregie zu übernehmen, schlug allerdings fehl. Nachdem ich mich einige Tage mit Schleifarbeiten beschäftigt hatte, machte ich mich auf den Weg zum Baumarkt des Grauens, um mich auf geeignete Spritzpistolen beraten zu lassen. Erfahrungen hatte ich bereits sammeln können. Auto, Motorrad etc. hatten schon mehrfach DIY-Lackierungen bekommen und mit dem Ergebnis war ich immer 100% zufrieden.

Der Fachberater aus dem Baumarkt, der wirklich ein sehr fundiertes Wissen hatte, empfahl mir eine Wagner Spritzpistole, die auch für Autolackierungen verwendet werden kann. Spritzspachtel, schwarzer Lack, sowie Klarlack und eine spezielle Schleifpaste waren schnell gekauft und schlugen mit ca. 250 Euro zu Buche. Zuhause wurde ein ca. 8qm großer Raum für die anstehenden Arbeiten vorbereitet. Der Spritzspachtel ließ sich wirklich sehr gut aufbringen, insgesamt habe ich drei Schichten mit jeweils 24h Trocknungszeit und reichlich Zwischenschleifungen (nass) aufgetragen. Bis zu diesem Punkt lief alles perfekt. Der Spachtel war glatt wie ein Aal und ich ging nicht mehr davon aus, dass etwas schief gehen könnte. Im nächsten Schritt sprühte ich viele feine Schichten mit dem schwarzen Lack, auch hier alles bestens. Ohne Zwischenschliff hatte ich bereits eine ganz glatte, leicht spiegelnde Oberfläche. So wollte ich der Box über Nacht erst einmal etwas Ruhe gönnen. Am nächsten Morgen kam das böse Erwachen. Der Lack war plötzlich komplett verpickelt. Was war geschehen? Ich kann es bis heute leider nicht beantworten. Meine Vermutung liegt bei einer Unverträglichkeit zwischen Spachtel und Lack, was mir in zwei Lackierereien bestätigt wurde. Mir blieb nichts anderes übrig, als nochmals von vorne zu beginnen, diesmal mit einem anderen, angeblich verträglicheren, Lack. Was soll ich sagen? Die Arbeitszeit, die Box wieder in den nackten Zustand zu versetzen, war enorm und die zweite Lackierung auch nicht besser als die erste. Zeitgleich war mein Sommerurlaub 2011 gelaufen und beruflich kam mehr Arbeit auf mich zu als üblich. An dieser Stelle musste ich dann aufgeben. Ich hätte mich gerne noch einmal ran gewagt, aber die Vernunft sagte mir: Gib die Boxen zu einem Lackierer! Ich hatte bereits fast 400,- Euro Lehrgeld für Lack etc. ausgegeben und bekam von einem Lackierer das Angebot, die LS für 600,- Euro spritzen zu lassen. Die Kollegen dort haben anfangs ähnliche Probleme gehabt. Die Front MDF Platte von Speaker Space machte keine Schwierigkeiten, alle anderen Seiten wollten nicht mitspielen. Vielleicht war das MDF aus dem Baumarkt mit irgendeinem Material bearbeitet. Insgesamt hat der Lackierer 3 Monate gebraucht um den Lack entsprechend meiner Vorstellung umzusetzen. Dafür bin ich aber 100% zufrieden. Dass ein Teil der Toplackierung von mir schon bald wieder zunichte gemacht wurde, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht.

Zwischendurch machte ich mich an den Aufbau der Frequenzweiche, Der lief mehr oder weniger problemlos, obwohl der erste Blick auf den Schaltplan bei mir ein verzweifelndes Lächeln auslöste. Nach einer kurzen Rückfrage machte sich bei mir auch der Technik-Leistungskurs wieder bezahlt. Die Frequenzweichen habe ich mit Heisskleber im Gehäuse befestigt. Nun mussten "nur" noch die Chassis eingebaut werden. Als erstes der Center dann die beiden SB240. Der Lacker hatte keine Kosten gescheut und die Farbe sehr, sehr großzügig auf das Gehäuse aufgetragen. Dadurch waren die Ausfräsungen der Chassis sehr knapp. Eigentlich hätte ich die Chassis gar nicht mehr verschrauben müssen, so fest saßen sie in der Fräsung. Ich möchte hier anmerken, dass ich bei sämtlichen Arbeiten an den Boxen ein Handtuch übergelegt hatte, um Kratzer etc. zu vermeiden. Bei einer der beiden SB240 passierte dann das Desaster: Der Mitteltöner saß so fest, dass ich meine Hand durch die Fräsung des Hochtoners friemeln musste, um mit entsprechendem Druck von unten den Mitteltöner zu lösen. Zuerst bewegte sich das Chassis keinen Millimeter, danach kam es mir plötzlich so schnell entgegen gesprungen, dass der Magnet mit richtig Schmackes auf das Tuch knallte. Die Macken könnt ihr auf der Nahaufnahme erkennen.

Die Hörprobe machte jedoch alles wieder gut! Jeder hat so seine Lieblings CD's, meine habe ich auf Dutzenden von Lautsprechern gehört. Ob 2.0 oder 5.1,- viel besser als mit den SB-Acoustics geht es wirklich nicht! Die Bühne, die sich hier offenbart, ist wirklich fantastisch, obwohl ich den Pionier AVR für Stereo als nicht ganz optimal empfinde. Ein reiner 2.0 Verstärker klingt hier definitiv noch besser. Aber selbst „gute“ MP3's spielen schon auf so hohem Niveau, dass der Vergleich zu einer CD schon sehr schwer fällt. Die 5.1-Atmosphäre ist Wahnsinn! Hier wird wirklich jeder noch so kleine Ton, jeder noch so kleine Effekt, mit einem garantierten Gänsehaut-Faktor wiedergegeben. Perfekt wird es aber erst, wenn im Sommer der 7.1 Ausbau mit der SB15 über die Bühne gegangen ist. Aber auch das Musikhören soll noch durch einen reinen Stereo-Verstärker qualitativ gesteigert werden. Duetta muss noch ein wenig warten, ich bin rundum zufrieden.



Zum Schluss möchte ich mich noch bei Udo bedanken. Die Hörprobe, sowie die Beratung vor dem Kauf und die anschließende Betreuung auch durch die Lautsprecherbau Community verdient wirklich ein großes Lob!

Olli

SB 240 von Andreas

SB 240 von Andreas

SB240 von Andreas


Angefangen hat es in den Weihnachtsferien, im Januar 2011 - wo man wieder etwas Zeit hat, unter anderem auch fürs Musik hören. Dies habe ich die letzten Jahre eigentlich eher selten gemacht – wenn schaute(n) ich/wir eher Filme an, wofür das zusammengewürfelte 5.1 System (Frontllautsprecher ASW Cantius ML II, Heco Subwoofer Superior SUB 30A und Canton Plus GX Rearlautsprecher) samt Yamaha Sourround-Verstärker (RX420 RDS) eigentlich durchaus ausreichend (im Sinne von „in Ordnung“) ist. Die Stereoqualität dieser Konstellation ist wohl mit ausreichend, diesmal im Schulnotensystem, zu bezeichnen – vor allem in der 5ch-Stereo-Einstellung des Verstärkers – schrecklich. Da hab ich doch glatt den stillgelegten Stereo-Vollverstärker (Onkya Intergra 8450A), einen alten DVD-Player (heute hat man ja Blu-Ray) und die alten Selbstbaulautsprecher (ehemaliger Versandhandel-3-Wege Bausatz für 200 DM komplett) reaktiviert und wieder mal reingehört – und siehe (eher höre) da, diese Kombination klingt auf jeden Fall nicht schlechter.


Damit war klar – neue Lautsprecher müssen her – und zwar Standlautsprecher, die unser Wohnzimmer (ca. 35 m²) auch ordentlich beschallen können. Das war beschlossen – also Lautsprecher probehören – nur wo? Ich die Gelbe Seiten und das Internet bemüht, nur einen guten alten „HIFI-Laden“ bei uns in der Umgebung habe ich nicht entdeckt. Nach kurzer Überlegung bin ich dann zum „Ich bin doch nicht blöd – Markt“ gefahren – da war es das Hifi-Studio – allerdings mit genau 2 Paar Standlautsprecher – Ende der Auswahl - so gefrustet wollte ich nicht mal die anhören, zumal es eigentlich ein Lautsprecherpaar war - in unterschiedlichen Farben. Riesenauswahl, super.

Mir fiel dann noch ein Boxenhersteller bei uns in der Gegend in Schwäbisch Gmünd ein, der auch mehrere Hörstudios hat – dieser hat zwar „nur“ seine eigenen Lautsprecher, dafür gibt es aber unterschiedliche Baureihen/ Größen/ Preisklassen – ein Versuch war es wert. Vorher habe ich mich im Internet noch kurz über die Baureihen informiert und mir ein Paar der kleinsten Boxenserie ausgeguckt. Hingefahren – nette Leute – Hörraum der ausgesuchten Serie für mich alleine – U2 eingelegt und erstmal eine Weile Musik gehört. Nur ein WOW-Effekt stellte sich nicht ein, auch nicht beim Umschalten auf das nächst größere/teurere Modell, der Effekt stellte sich auch nicht beim Topmodell der Reihe ein. Ich möchte hier auch keine Kritik an diesen durchaus tollen und sehr gut verarbeiteten Lautsprechern äußern, sie spielten schon druckvoll (vor allem das Topmodell) – aber die kosten auch schon 1000€ das Paar. Soviel wollte ich anfänglich eigentlich nicht ausgeben. So bin ich wieder nach Hause gefahren – ohne Lautsprecher.


Die nächsten Tage habe ich viel im Internet gestöbert, Tests gelesen, verschiedene Foren durchstöbert und bin dann auch über Udo's Internetseite gestolpert. Auf seiner Seite habe ich mich lange „aufgehalten“ und so reifte die Idee, mir Lautsprecher selber zu bauen (natürlich als Bausatz - für selbst entwickelte Lautsprecher reicht mein Wissen bei Weitem nicht), zumal es ja nicht das erste Mal war (damals eben die low-budget-Variante für die Party-Beschallung).


Auf Udo's Seite habe ich mir dann zwei Bausätze ausgeschaut –  die ETON2U XXL light und die SB240, für mich preislich in der gleichen Liga, bei Udo aber einmal in der Aufsteigerklasse und einmal in der Bluesklasse angesiedelt. Meine Fragen zu den Bausätzen habe ich dann noch spät Sonntagabends per mail an Udo Wohlgemuth gestellt – per SIE versteht sich ;-). Kurz darauf, kurz vor 24Uhr kam schon die Antwort zurück per DU natürlich ;-) (nicht falsch verstehen, das ist mir sogar sehr sympatisch) – so mehr oder weniger sinngemäß – er habe heute keine Lust mehr mir die Unterschiede aufzuzählen, ich möge ihn doch bitte anrufen, dann können wir drüber reden.


Das habe ich am Montag dann auch gemacht – Udo angerufen, mir kurz die zwei Bausätze “erklären” lassen, wenn man das so sagen kann. Natürlich hat er mich auch eingeladen, ihn einfach zu besuchen zum Probehören...war mir aber dann ersteinmal zu weit. Deshalb habe ich kurz meine Erfahrungen des Probehörens geschildert, Udos Kommentar dazu „aufgenommen“ und nach dem kurzweiligen Telefonat war es für mich relativ schnell klar, dass ich mir die SB240 bestellen werde. Warum? Wahrscheinlich war es die Aussage, dass die SB240 den “wärmeren” Bass im Vergleich zur Eton2U XXL light hat und dass Membranfläche / Volumen eben durch nichts zu ersetzen ist. Sehr angenehmer telefonischer Erst-Kontakt ;-).


Zwei Tage später hab ich sie dann bestellt – zwei SB240 Bausätze!


Da ich die Lautsprecher in Wandnähe aufstellen wollte und beim ursprünglichen Bausatz das Bassreflexrohr in der Rückwand angebracht ist, habe ich Udo gefragt, ob man es auch auf der Frontseite montieren könne. Er hat mir dann die Version mit Bassreflex-Schlitz auf der Vorderseite empfohlen (wie bei Holgers SB240). Hierfür hat mir Udo auch den geänderten Bauplan zukommen lassen. Auch die Holzfrage und die Version mit eingesetzter Front- und Rückwand konnten telefonisch geklärt werden.


 

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/design/stories/Artikel/2011/Maerz/SB240Andreas/sb2401.jpgBei mir sollte es Multiplex werden, Birke in der Stärke von 24mm. Materialliste an die geänderte Wandstärke angepasst und den etwas dickeren Boden (40mm) berücksichtigt. Das Holz habe ich über einen Holzhandel bezogen (bei dem mein Vater im Aussendienst tätig ist). Zwei Wochen später war das Holz da, allerdings noch im Plattenformat  - doch wer mit Holz handelt, kennt auch Schreiner – also bei Vaters favorisiertem Schreiner zusägen lassen, der mir dann auch gleich die  Fasen an den Seitenteilen „gesägt“ hat.


 

Mittlerweile habe ich von Udo auch den Bausatz erhalten (der vermutlich in dieser Zeit mehr zu tun hatte mit seinen Bestellungen bzw. Lieferungen von SBAcoustics, als auch mit der Auswahl des Paketdienstes). Jetzt ging es ans Weichen bauen, wobei ich mich ziemlich strikt an die Vorgabe (ist von Udo ja sehr schön per Fotos dokumentiert) gehalten habe. Zwei Brettchen je Weiche für Bass bzw. Hoch-Mitteltöner, Bauteile drauf -statt Heisskleber habe ich Silikon verwendet, zusätzlich noch Kabelbinder. Als Zugentlastung dient mir ein herkömmliches 1,5mm²-Vollkupferkabel zur Öse gebogen und seitlich an die Weichen geschraubt, daran können dann die ganzen Anschlüsse angelötet werden.

 

Was mir zum Fertigen der Gehäuse noch fehlte, war eine Oberfräse und ein Fräszirkel. Die Oberfräse habe ich im Baumarkt gefunden, den Fräszirkel habe ich selber zusammengebastelt, wobei Udos Bauanleitung und Tipps im Internet weitergeholfen haben. 

 

/design/stories/Artikel/2011/Maerz/SB240Andreas/sb2403.jpgHolz, Werkzeug, Fugenleim parat - jetzt konnte es mit dem Bau der Gehäuse losgehen. Also Lautsprecher- und Terminalaussparungen angezeichnet und Oberfräse hergenommen und los gings. Probefräsungen und die Ausfräsungen fürs Terminal verliefen problemlos. Auch Mitteltöner- und Hochtöneraussparungen klappten auf Anhieb, erst beim Ausschnitt für den Bass gab es erste Schwierigkeiten. Es fehlten nur etwa 0,5mm Tiefe und ich hab das mit der Tiefenfeineinstellung der Oberfräse anfänglich nicht richtig geblickt – ich wollte bei festgestelltem, im Anschlag befindlichen Tiefenanschlag, die Tiefe nachregeln – was natürlich nicht ging. Erst nach Lösen der Tiefenarretierung geht das – klar, aber danach sollte man diese Schraube auch wieder anziehen, was ich nicht tat und demzufolge doch etwas mehr als 0,5mm „tiefer fräste“. Verfräst, so ein Mist dachte ich mir und anstatt die Oberfräse beiseite zulegen hab ich auch noch die zweite Front “vernichtet” - jetzt war eine Pause angesagt – Material alle.


 

Am nächsten Tag habe ich mir dann zwei neue Frontteile besorgt – beim Schreiner im Ort (recht güntig und der hatte auch wieder 24mm Multiplex da) gleich zum Mitnehmen – hurra. Im Nachhinein ein unschätzbarer Vorteil, wenn die Front vor dem Leimen gefräst wird (aber ich kenne mich ja schon ein paar Tage – Geduld ist nicht immer meine Stärke). Egal, aus Fehlern wird man klug. Auf ein Neues: Mittelpunkte angezeichnet, gebohrt, Hirn beim Fräsen eingeschaltet und siehe da – alles klappte ohne Probleme und die Lautsprecherchassis passten (am Hochtöner musste ich mit etwas Schleifen nachhelfen).

 

/design/stories/Artikel/2011/Maerz/SB240Andreas/sb2402.jpgWegen der eingesetzten Front- bzw. Rückwand erfolgte der Aufbau von der Seite her. Als erstes habe ich die Verstrebungen an die Rückwand und das HT-MT-Gehäuse geleimt. In den nächsten Tagen ging es dann an das restliche Zusammenleimen – wobei ich mit Schraubzwingen etwas nachgeholfen habe, da das Holz auf einer Länge von ~120cm nicht ganz gerade ist – auch Multiplex nicht. Das Problem mit den Schraubzwingen ist, dass einem die Sache gern “verläuft”, also beim Spannen der Zwingen die Bretter nicht unbedingt an Ort und Stelle bleiben – Helfen würde hier sicherlich zusätzlich verdübeln, evtl. kleine Metallstifte/Nägel, die zur Fixierung dienen – oder wie Udo es macht, einfach verleimen und warten – ohne Zwingen – hält auch.

 

So, endlich die Gehäuse waren fertig. Die geringen Überstände habe ich mit dem Exzenterschleifer in den Griff bekommen mit120er Körnung – ging eigentlich recht flott, einen Bündigfräser hatte ich nicht und der war auch nicht nötig. Den Feinschliff der Oberfläche erledigte der Schwingschleifer mit 120er / 180er Körnung. Die Front hat sogar noch ein Schliff mit 240er Körnung erhalten.

 

Jetzt ging es an die Farbe. Dunkel sollte es werden, in Rücksprache mit meiner besseren Hälfte, denn sie müssen ja nicht nur mir gefallen – weiß (für mich auch eine Option) wurde abgelehnt. Also Beize (schwarz, Pulver) angerührt, ein Reststück probegebeizt über Nacht gewartet und das Ergebnis war nicht ganz was ich mir vorgestellt hatte. Ein Wachs/ Öl musste her...also bin ich in den orstansässigen Farbenladen gefahren – dieser hatte das OSMO Sortiment auf Lager – wo ich dann nach eingehender Beratung ein Dekorwachs,  Farbton Ebenholz mitgenommen habe. Das Wachs habe ich mit einem Lasurpinsel dünn aufgetragen (wobei hier /design/stories/Artikel/2011/Maerz/SB240Andreas/sb2405.jpgmit dünn wirklich auch dünn gemeint ist). Das Ganze habe ich 24h trocknen lassen. Die Seiten- bzw. Rückenteile waren ok – Holzmaserung noch sichtbar nur eben dunkel eingefärbt. Die Fronten sahen schrecklich aus, wie angeschmiert – woran das lag, keine Ahnung, vermutlich habe ich das Dekorwachs zu dick aufgetragen und vielleicht war die Oberfläche zu glatt – der Rest war ja in Ordnung. Also was tun? Die Stirnseiten von Deckel, Boden und Seitenwände, habe ich nach vorherigem Abkleben der Front und Fasen, mit Verdünnung vom überschüssigen Dekorwachs befreit – hervor kam die angedunkelte typische Mulitplexstrukur – eigentlich ganz hübsch.  Die Frontwände habe ich dann nochmal mit Dekorwachs (diesmal bewusst dicker) eingestrichen und wieder 24h trockenen lassen und das Ergebnis ist jetzt schön dunkel, etwas matt und bei entsprechendem Lichteinfall leider etwas fleckig, aber durchaus akzeptabel (ist halt doch ein Wachs und keine Farbe). Die Front noch leicht angeschliffen (wirklich leicht, gerade so um den gröbsten Staub zu entfernen) und Hartwachsöl mit Tuch auf alle Oberflächen aufgetragen (so stelle ich mir das vor – problemlos aufzutragen) mit leicht glänzender Oberfläche – schönes Finish. Alles in allem doch ganz ansehnlich geworden.

 

Am nächsten Tag die Löcher für die Chassis vorgebohrt. Im dickeren Boden Ausfräsungen für die Kugeln (ähnlich der BlueNote von Modulorix) gemacht, Boden eingewachst und Kugel mit Silikon in den Vertiefungen fixiert. Dann konnten die Gehäuse ins Wohnzimmer getragen werden.

 

Am nächsten Tag abends nach der Arbeit ging es an das Zusammenbauen/ -löten. Die Kabel wurden abgelängt und an die Weichen gelötet. Die Weichen habe ich mit Spax an der Rückwand befestigt. Dann habe ich die MT/HT-Kammer mit Silikon abgedichtet und die „Kisten“ mit dem Dämmmaterial gefüllt. Jetzt noch die Lautsprecher und das Terminal angelötet und reingeschraubt. 4,5h später - Lautsprecher fertig.

Es war mittlerweile 0:30 Uhr, aber ich wollte noch unbedingt hören, wie sie denn jetzt klingen. Also den Onkyo Verstärker und den DVD-Player geholt, Kabel dran, Lausprecher angeschlossen, CD eingelegt und erstmal noch ganz leise (der Rest der Familie sollte ja weiterschlafen) Musik gehört bis um 1:15 Uhr – schwer zu beschreiben, wenn nach mehreren Stunden Arbeit über einen Zeitraum von mehreren Wochen endlich Töne aus der Selbstbaubox trällern – einfach schön.

 

 

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Zum Klang: Dies zu beschreiben fällt mir etwas schwer, zumal ich auch nicht die Vergleichsmöglichkeiten – geschweige denn die Erfahrung von Udo habe. Mein Vergleich könnte unpassender nicht sein, die SB240 an einem Stereoverstärker im Vergleich zu meinen ASW Regallautsprecher am Yamaha 5.1 Surroundverstärker – den Vergleich gewinnt natürlich die SB240 – viel klarer in den Höhen und viel tiefer nach unten – einfach besser.

 

Udo hat es in seiner Klangbeschreibung der SB240 schon ziemlich auf den Punkt gebracht, da muss ich nicht viel hinzufügen. Die SB240 hat, wie von Udo damals schon am Telefon beschrieben, einen tiefen warmen (eigentlich immer angenehmen) Bass und klare Höhen. Was will man mehr - Tracy Chapman, Metallica, Queen, Sting, AC/DC alle klingen ziemlich geil – wenn man das so sagen darf. 


Zurückkommend auf mein Hörerlebnis bei der Schwäbisch Gmünder Boxenbau-Firma: Ich habe zwar keinen direkten Vergleich mehr – insofern jetzt also wirklich rein subjektiv – fehlt mir an der SB240 eigentlich nichts und es gab diesen WOW-Effekt – dies war damals bei der Hörprobe in Schwäbisch Gmünd nicht so.

Damit ist für mich das Projekt Selbstbaulautsprecher - Bluesklasse – ohne Probehören – meiner Ansicht nach, mehr als erfolgreich abgeschlossen.


Udo, ich danke für deine Unterstützung und Empfehlung.


 

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Was jetzt noch aussteht...

-         ein Besuch bei dir. Du bist aber auch gerne eingeladen wenn Du mal wieder in einer ETON-Mission unterwegs bist – da fährst du ja fast bei mir vorbei ;-)

-         Vielleicht mal ein neuer Verstärker und

-         der Trend geht ja, wie ich das beobachte, zur Zweitbox.......

 

Andreas

 

Holgers SB 240

Holgers SB 240

Holger´s SB240

Angefangen mit HiFi hatte es in meiner Lehrzeit, wollte unbedingt etwas Tolles und Schönes haben. Bin dann auch durch sämtliche HiFi-Läden herumgestreunt, in der Hoffnung etwas Passendes für meinen Geldbeutel zu finden. Naja wie es eben so ist, wird man auch gleich mit dem Besten befeuert, was die damalige Stereo-Schmiede zu bieten hat. Super, aber nichts für meinen Geldbeutel. Trotzdem war ich nach diesen Erlebnissen total von tollem Sound infiziert.

So verging dann ein bisschen die Zeit, bis ich eines Tages in einem Kiosk einen Katalog von Intertechnik sah. Wie meine Neugierde eben so ist, kaufte ich auch diesen Katalog. War natürlich sehr begeistert von ihm, aber konnte damit noch nichts so Wirkliches anfangen.

Ein paar Jahre später bin ich dann im Internet wieder auf die Firma Intertechnik gestoßen, und habe mal länger da rumgestöbert. Bis ich dann irgendwie zu den Eton-Bausätzen gekommen bin. Dann natürlich weiter zu Udo Wohlgemuth. Wow, dachte ich mir, was dieser Herr so baut. Vor allem sein Duetta-Bericht hat mich wieder wie damals angemacht, als ich zu Lehrzeiten in den Läden herumstreunte und von diesem tollen und sehr teuren Sound begeistert war. Es kam der Bericht von der Kera 360.2 heraus.  Genau die dürfte wunderbar sein, allein schon wegen dem Keramik-Hochtöner. Er war günstiger und spielte ebenso gut wie der ER4. Natürlich konnte ich mit meinem alten Receiver nicht so tolle Boxen betreiben und kaufte mir einen neuen aus der Spitzenklasse. Wahnsinn, was der aus meinen alten Boxen noch heraus holte. Und schon träumte ich, wie er mit den Kera´s harmonieren könnte. Dann brachte Udo die Symphonie 285 heraus. Will Udo mich jetzt ärgern? Erst Kera, dann Symphony, welche würde jetzt besser passen? Nebenbei habe ich auch die Berichte von den SB Acoustics gelesen. Ja toll, aber bestimmt net für meinen Geschmack.

HolgersSB240_1Endlich habe ich es geschafft, einen Termin bei Udo zu planen und ihn auch fest gemacht. Meinen Receiver, Blue Ray incl. CD´s mit Freundin ins Auto gepackt und los gefahren nach Bochum. Möchte ja endlich wissen, wie die Eton´s sich mit meinem Receiver anhörten.

Als wir dann ein paar Stunden später bei Udo waren, war ich erst einmal geschockt von seinem Laden. In so einer Werkstatt entsteht Spitzensound?  Natürlich wurden wir super empfangen von Udo mit Small Talk usw., und stellten fest, der Mann hat wirklich Ahnung, von dem was er macht. Ich war sehr zufrieden und fühlte mich gut aufgehoben.

Ich brachte meine zwei Elektronik-Bausteine rein und stellte sie auf. Udo hatte die SB 240 laufen, die er erst neu entworfen hatte. Also ließen wir erst einmal die SB 240 laufen. Mit der Musik von Pink Martini, wow, spielt die aber gut. Habe gar nicht gewusst, was für eine Wahnsinnsstimme die Sängerin China Forbes hat, genauso als wir die neue Yello hörten, mit Heidi Happy und dem Posthorn-Lied mit Till Brönner. Man hört wirklich, wie er Luft holt und alles wieder in dieses Posthorn bläst. Dann kamen die Scheiben von Raro Tango, Pink Floyd und natürlich den Eagles. Die SB 240 spielte eine Bühne auf, die mit ihrer Räumlichkeit, Druck und Bumms sich wirklich nicht verstecken braucht, egal welche CD. Sie spielte echt sauber und schön. Alles war zu hören und spielte die Cd´s, wie ich es zuvor nicht gehört habe. War ich platt, ich hätte einer 720€ Paarkonfiguration nicht zugetraut, dass die mir ein Gänsehaut-Feeling bringen könnten. Trotz hohem Pegel haben meine Ohren nicht gepfiffen und ich habe Udo auch verstanden, als wir uns unterhielten. Trotz ordentlicher Volt-Einspeisung vom Receiver zu den Boxen, ist der Drang zum noch lauter Hören und Genießen da.

HolgersSB240_3Aber jetzt langt es, ich will die Eton hören. Angefangen mit der Duetta, naja die spielte net schlecht, aber viel zurückhaltender. Es war wirklich alles da, die Bühne, die Räumlichkeit und diese Feinzeichnung. Also es gibt da echt nichts zu bemängeln, sie spielte wirklich genial. War aber trotzdem nicht mein Geschmack. Dann endlich die Symphonie 285, wow, was für ein Geschoß. Sie spielte fast genauso wie die Duetta, nur etwas druckvoller. Wir waren wirklich mitten im Geschehen, und sie schmiss uns die Lieder nur so um unsere Ohren. Der Keramik Hochtöner ein Wahnsinn. Eigentlich genau das, was  ich wollte, nur fehlte für meinen Geschmack etwas. Der Bass war da, aber irgendwie gefiel er mir nicht ganz so wie der von der SB 240. Was wir in dieser Zeit die drei Boxenpaare getauscht haben, Wahnsinn.

Die neue SB 240 spielte nur einen Hauch weniger dieser Räumlichkeiten wie die Eton´s, aber dafür spielte sie mit einem warmen und tollen Sound. Anscheinend ist dieser holzige, warme Ton wirklich angenehmer für unsere Ohren. Es war jedes Mal wieder eine Freude, als wir sie wieder anschlossen. Der Bass war eigentlich das, was mich so umgehauen hat. Die Duetta spielte Klassik (haben auch das Stück von Horowitz in Moskau gehört ) wie kaum eine andere, aber ich höre nicht nur Klassik. Natürlich fragte ich Udo, ob es nicht möglich wäre die Mittel-/Hochton-Abteilung von Symphonie 285 mit der Bass Abteilung von SB 240 zu koppeln. Er winkte lachend ab. Na gut, dachte ich und wir haben den Heimweg angetreten. Endlich eine Vorführung ohne Ohrenschmerzen, wie auf der High End 2010. Meiner Freundin hat auch die Symphonie 285 gut gefallen, aber die SB 240 spielte auch für sie im Bassbereich viel schöner und kostet auch weniger.

HolgersSB240_4Sieben Wochen musste ich warten, bis ich die SB 240-Bauteile endlich Zuhause hatte. In der Zwischenzeit baute ich schon mal die Gehäuse zusammen. Gehäuse verleimen und schleifen ging ja noch. Da ich zum ersten Mal mit Oberfräse usw. zu tun hatte, war es natürlich typisch, dass ich mich verfräst habe. Aber es konnte gut ausgebessert werden. Aber Grundieren, mit Rolle die Farbe auftragen, danach schleifen, wieder Lack auftragen mit schleifen, und das 4 Wochen lang? Ich werde mir beim nächsten Projekt was anderes einfallen lassen. Habe zwei Sorten Lack probiert. Erstens Acryl Wetter Schutz Lack auf Wasserbasis. Ergebnis: immer eine Orangehaut auf der Oberfläche. Egal wie ich den Lack zum Schluss verdünnte, damit er schöner fließt.

Schleifen und nochmals mit einem neuen Hochglanz-Buntlack, den mir ein Malergeschäft empfohlen hat. Ergebnis: Oberfläche schön glatt, aber weil er länger brauchte zum Trocknen, fiel mir immer wieder mal Staub darauf, was natürlich hoch ärgerlich war, zumal ich nicht wusste, woher er kam. Beim neuen Projekt werde ich mir eine Kammer bauen. Staubfrei!!!

HolgersSB240_2Der Einbau war auch kein Problem, allerdings spielte beim ersten Hören der rechte Hochtöner ziemlich leise. Also schraubten meine Freundin und ich nochmals die Chassis raus und sahen, dass die Widerstände vertauscht waren. Danach spielte sie so, wie es sein sollte. Ich natürlich wieder eine Gänsehaut und kann immer noch nicht mit Kopf und Fuß mitwippen aus Angst, ich könnte was verpassen und nicht weil ich taub bin ;-). Sie spielt einfach nur toll. Habe natürlich auch viele andere CD´s von mir angehört und festgestellt was Aufnahmen ausmachen. Bei mir spielen sie im Bi-Amping-Modus, was die Sache natürlich noch ein bisschen verschärft. Diese mächtige, weiße Präsenz spielt Musik in meinen Räumen, egal ob laut oder leise, unglaublich und fantastisch. Inzwischen haben wir den Eton-Sound vergessen und erfreuen und genießen jede freie Minute mit diesen tollen Boxen.

Danke Udo für alles.

Gruß Holger

 

HolgersSB240_5

SB 240 - Ein ordentliches Pfund Bass ergänzt

SB 240 - Ein ordentliches Pfund Bass ergänzt

Dreiwege-Standbox mit Doppelbass

Nachdem die SB 36 als Erweiterung der legendären SB 18, ebenfalls gut angekommen ist, haben wir nun die ultimative Standbox auf Basis der SB 18 entwickelt, die in Punkto Basswiedergabe nun keinerlei Wünsche mehr offen lässt.

Entwicklung

Während die SB 36 einfach einen zweiten Tieftöner der gleichen Sorte spendiert bekam, wie er in der SB 18 eingesetzt wurde, sind wir bei der SB 240 einen andern Weg gegangen, ohne die hervorragende Mittelhochtonwiedergabe der SB 18 zu gefährden. So haben wir die SB 18 für die SB 240 einfach als Mittelhochton-Bestückung übernommen und ein ordentliches Pfund Bass in Form zweier zusätzlicher größerer Basschassis ergänzt.

Um den Grundcharakter der SB 18 beizubehalten, haben wir also ganz bewusst auf den Einsatz eines kleineren Mitteltöners verzichtet. Die Durchzeichnung der SB Acoustics-Chassis beeindruckt ja gerade durch ihr gelungenes Zusammenspiel in der SB 18. Also haben wir die bewährten Gene der SB 18 einmal mehr in ein neues Projekt einfließen lassen: Auch die SB 240 bietet die gleiche Klangperfektion wie die SB 18 und die SB 36 mit einem nochmaligen Zuwachs an Bassdruck - und Tiefgang. Entwicklungsziel war es, eine Box zu konstruieren, die nicht nur wie die SB 36 mehr Bassdruck, sondern obendrein auch mehr Tiefgang bietet.

Gehäuse

Für den Gehäuseaufbau gab es prinzipiell zwei Möglichkeiten: Entweder einen zusätzlichen Subwoofer für die SB 18, oder eine völlige Neukonstruktion. Wir entschieden uns aus mehreren Gründen für die zweite Variante der Neuentwicklung einer kompletten Standbox.

Bereits vorhandene SB 18 machen sich übrigens gut als Surroudlautsprecher und wer partout die Lösung separater Subwoofer unter bereits vorhandenen SB 18 favorisiert, der kann diese Bauanleitung ja entsprechend abändern und nur zwei Bassbehausungen ergänzen. Da hierzu lediglich ein paar ca. 75 cm hohe "Ständer" mit 100 Litern Nettovolumen geschaffen werden müssen, haben wir auf eine ausführliche Bauanleitung hierfür verzichtet, da wir uns ja für die Konstruktion kompletter SB 240 Standboxen entschieden haben, die sich in einem Heimkino-Setup mit dem SB 16 Center und der SB 18 als Surround gut als Hauptlautsprecher eignen.

So haben wir jedoch ein kleines Eigentor gelandet: Statt einer Box mussten wir jetzt quasi doch zwei konstruieren: Die SB 18 ist nämlich quasi mit einem eigenem Gehäuse in die SB 240 integriert, diesmal allerdings mit 11 statt 18 Litern Nettovolumen. Ein weiterer Vorteil der Neukonstruktion ist also der insgesamt geringere Platzbedarf.

Da schlanke Standboxen besser unterzubekommen sind als breite Exemplare und in der Höhe meist genug Platz vorhanden ist, haben wir die Box lieber etwas schmaler und höher konstruiert und den Hochtöner dann kurzerhand zwischen dem Mitteltöner und dem Tieftöner platziert. So ergibt sich für die Hörer eine bessere Schallabstrahlung, da der Hochtöner in etwa in Ohrhöhe sitzt, wenn man selbst auf der Couch sitzt. Außerdem ist das Abstrahlverhalten (gegenüber der Platzierung des Hochtöners ganz oben) günstiger, wenn man im Raum umhergeht und der Musik stehend lauscht.

Zeichnung herunterladen:

Hier die Zeichnung als zip laden.

Ein vorzeigbarer Gehäusebau braucht Zeit, von der wir trotz guter Organisation immer zu wenig haben. Während der eigentliche Gehäusebau bei uns dank CNC-ausgefräster Bretter normalerweise kinderleicht vonstatten geht, ist es nicht so einfach, die Oberflächen "auf die Schnelle" ordentlich hinzubekommen, also gingen wir einmal in den Baumarkt, um uns inspirieren zu lassen, ob es nicht einen einfacheren Weg gibt, als eine Hochglanzlackierung ... Im Baumarkt fanden wir folierte Möbelbauplatten mit den Maßen 120 x 40 cm, die Buchenholz recht ähnlich sahen.

Fünf der Platten schnitt der Mitarbeiter in der Holzabteilung auf den langen Seiten um jeweils einen halben Zentimeter schmaler (statt sie insgesamt einen Zentimeter abzusägen). So hatten wir quasi offene Poren an den Kanten, in denen der Fugenleim ganz gut hält. Eine der Platten teilte uns der Baumarkt-Mitarbeiter in vier Abschnitte mit 39 x 26,2 cm für die Deckel und Böden unserer Standboxen. Für die Front- und Rückseiten ließen wir den Mann an der Säge noch vier Bretter aus schwarz durchgefärbtem MDF mit 120 x 30 cm zusägen.

Die Gehäuseversteifungen mit 26,2 x 10 cm und die Brettchen für die innenliegenden Mittelhochton-Kammern schnitt er uns aus einem Rest Spanplatte. Das gesamte Holzmaterial samt Zuschnitt belastet unsere Geldbörse mit 130 Euro. So entstanden mit wenig Aufwand schön professionell aussehende Lautsprechergehäuse.

Nicht vergessen!

Eine Matte Sonofil füllt einmal gefaltet die obere Kammer, jeweils zwei weitere Matten kommen leicht zusammengerollt dahinter ins Bassabteil und unter das Reflexrohr und je eine hinter die beiden Basschassis. Die Mittelhochtonkammer erhielt natürlich Löcher, die wir später nach der nach der Kabeldurchführung der Frequenzweiche wieder mit Heißkleber verschließen.

Chassis

Die Chassis wurden bereits an anderer Stelle besprochen, so daß wir hier kurz die wichtigsten Daten aufführen.

Als Hochtöner kommt wie bereits in der SB 18 und in der SB 36 der extrem preiswerte und für beste Detailtreue ferrofluidfreie SB26STC-C4 zum Einsatz, der klanglich so manch doppelt so teures Chassis überflügelt.

Als Mitteltöner kommt der in der SB 18 bewährte SB17NRXC35-8 Tiefmitteltöner zum Einsatz, der nun in einem durchgehend neutralen Schwarz ohne die grauen Flecken des Vorgängermodells erhältlich ist. Die Chassisparameter sind im Rahmen normaler Toleranzen gleich bzw. praktisch identisch geblieben.

Im Tieftonbereich haben wir uns für zwei SB23NRXS45-8 entschieden. Trotz der Breite zeigt sich das Chassis in diese Standbox vergleichsweise schlank.

Abstimmung

Das wichtigste bei einer Mehrwegebox ist immer die Frequenzweiche. Also begaben wir uns in den Messraum. Zwei unterschiedliche Weichen-Topologien, beide mit gutem Klangergebnis, boten sich hier an. Hatten wir uns bei der ursprünglichen Version der SB 18 weitgehend an den Vorschlag von SB Acoustics gehalten und sind erst in der "remastered" Version davon abgewichen, so gingen wir bei der SB 36 gleich eigene Wege. Dort kamen wir ohne Klangeinbußen mit weniger Bauteilen aus.

Die Erfahrungen mit der SB36 bewogen uns dazu, uns an dieser Variante für die Konstruktion der SB 240 zu orientieren. Für die Erweiterung mit zwei Bässen hätte die ursprüngliche Weiche der SB 18 ohnehin geändert werden müssen, schon allein Aufgrund der geänderten Gehäusedimensionierung. Ob überhaupt Bauteile der "alten" Weiche weiter verwendet werden können, war also fraglich. Also gingen wir unvoreingenommen daran, der SB 240 den richtigen Wohlklang anzuerziehen.

Wir starteten mit der Neubesetzung, also den beiden Bässen. Diese wurden parallel geschaltet und in eingebautem Zustand mit dem Mikrofon in Ohrhöhe gemessen. Es zeigte sich ein bis 600 Hz ganz ordentlicher Frequenzgang mit einer deutlichen Senke bei 1.200 Hz. Schuld an dieser Welligkeit ist der unterschiedliche Abstand der Chassis zum Mikrofon bzw. eben auch zu den Ohren des Musikliebhabers, also würde in diesem Fall eine Messung zwischen den beiden Tieftonchassis recht wenig bringen. Denn Frequenzweichen entwickelt man nun einmal für die Ohren und nicht für die Füße bzw. Knie.

So haben wir eine mittelgroße Intertechnik Spule aus der Ferrobar HQ 56-Reihe vor und einen dicken Elko glatt parallel zu den Bässen eingesetzt, woraus die blaue Messkurve resultiert. Ignoriert haben wir den scheinbar frühen -3dB-Punkt bei 45 Hz, denn die Box stand bei der Messung 1,5 m weit vom Boden entfernt, im Hörraum ergibt sich durch frühe Reflexionen zum Boden und je nach Aufstellung auch zur Seite eine nach unten hin erweitere Basswiedergabe. Genau diese Reflexionen würden unsere Messung allerdings stören. Von der schweren Aufgabe der Basswiedergabe befreit, braucht der nunmehr zum Mitteltöner mutierte 7-Zöller (Frequenzgang in der Box: rot) nur im Bereich zwischen dem Bass und dem Hochtöner adäquate Pegel abstrahlen. Somit spielt er in diesem Bereich auch bei hohen Pegeln sauberer und kommt mit weniger Gehäusevolumen aus. Für die ideale Anpassung zum Bassbereich hin reichte ein großer Audyn-Q4 Folienkondensator.

Die Trennung zum Hochtöner hin gestaltete sich schon etwas aufwändiger, denn die Peaks am oberen Ende der roten Kurve mussten schon etwas nachdrücklicher in ihre Schranken gewiesen werden, um in der Summe unhörbar zu bleiben. Da half uns die Erfahrung mit der SB 36, bei der wir einen kleinen Q4 über die Tiefpass-Spule gelegt haben und die Flankensteilheit mittels eines zum Mitteltöner parallelen Kondensator so weit erhöht haben, dass die Resonanzspitzen den Sound nicht störten. Wie erwartet, zeigte diese Maßnahme auch hier den gewünschten Effekt.

Die Hochtonweiche ergab sich dann quasi von selbst, ihre Messung mitsamt eingebautem Hochtöner wurde wie immer rot dargestellt. Eine leichte Ansenkung des Pegels mittels Vor- und Parallelwiderstand aus 4 Watt Mox-Widerständen und ein klassischer 12 dB-Filter mit einem der Impedanz von 4 Ohm entsprechend großen Audyn- Q4 samt entsprechend kleiner Parallelspule resultierte im gewünschten Amplitudenverlauf (blaue Kurve).

Nun bleibt als entscheidender Hinweis nur noch zu betonen, dass sich nur bei zum Mittelhochtonbereich verpolten Bassbereich ein gerader Frequenzgang ergibt, zumindest sind dann bei der 30 Grad- Kurve fast alle Frequenzgangwelligkeiten weg. Für Röhren- Besitzer haben wir auch hier wieder eine Impedanzglättung vorgesehen, da diese aufgrund des hohen Innenwiderstandes bisweilen allergisch auf unlineare Imedanzverläufe reagieren.

Die nur bei Verwendung mit Röhrenverstärkern unerlässliche Impedanzkorrektur, ist schon auf der Weiche vorgesehen und kann später, ohne Aufwand, einfach hinzugeschaltet werden.

Messungen der Box

Klang

Nun ging es zum Klangtest. Seit Jahren hören wir unsere Boxen auch mit Röhrenverstärkern und lassen unsere Besucher daran teilhaben. Da wir unser Hörstudio bisweilen in Hektik "so zwischendurch" benutzen, haben wir in der letzten Session offenbar vergessen, die Lautstärke herunterzudrehen und die CD "That's Live" von Eric Burdon aus dem Player zu nehmen.
So knallte der alte Klassiker "Don't let me be misunderstood" mit Live-Konzerte-Pegel entgegen. Nur dass es hier garantiert nichts misszuverstehen gab. Im Vergleich zu vielen anderen Lautsprechern stand der Sänger hier Sänger ein Stück weiter vorn, quasi auf einer Linie mit den SB 240. Die einzelnen Musiker standen sauber platziert hinter ihm aufgereiht und das Händeklatschen des Publikums offenbarte die Tiefe des Raumes.

Bei diesem Bluesklassiker ging es gewaltig zur Sache: Offen, luftig und dynamisch, saubere Bassläufe, differenzierte Becken und die druckvollen, körperlich deutlich spürbaren Bassdrum-Attacken waren unglaublich für diese Preisklasse.

Hier hörte sich der alte Rock wieder wie guter, alter Rock an: fetzig, manchmal knallig und immer live dabei. Nicht beklagen konnten wir uns über Bassmangel. Schon vergessen? Genau das war ja unser Ziel!

Nun ging es klassisch weiter: Horowitz in Moskau, das berühmte Klavierkonzert mit dem etwas ungewohnt unruhigen Publikum und dem hustenden Herrn in der sechsten Reihe. Der 83jährige Meister mit der beinahe jugendlichen Beweglichkeit seiner Finger bot ein gleichsam grandioses wie subtiles Spiel, vollendet durch das Federn der Saiten des Flügels und den wunderbaren Nachhall des Raumes. Nicht einmal die Erkältung des angesprochenen Herrn störte die Darbietung. Eine Liveaufnahme ist schließlich keine Studioaufnahme und nur schlechte Konzerte sind menschenleer. Auch Mozart, Scarlatti, Chopin und Liszt hätten nichts Falsches in ihren Werken entdeckt. Apropos Live: Eine große Freude machte uns Eckart, mit der E.S.T.-CD "Live in Hamburg", einer Hommage an die Symphony 285, in der das schwedische Rocktrio gut 17 Minuten lang "Dolores in a shoestand" geradezu atemberaubend spielt. geradezu atemberaubend. Wer dabei nicht unwillkürlich mit dem Fuß wippt, mit dem Kopf nickt oder gar dem ganzen Körper bebt, ist entweder Taub oder hat es versäumt, die Augen zu schließen, um in diesen unglaublichen Live-Sound einzutauchen. Denn als wir nach fast 20 Minuten die Augen wieder öffneten, standen die Boxen unerklärlicherweise immer noch dort, obwohl sie es ja waren, die uns in diese fernen Soundwelten entführten.

Auch nach der dritten Zugabe weigerte sich unser Verstand vehement, den Zusammenhang zwischen der Musik im Raum und den dort stehenden Boxen anzuerkennen, so realistisch wirkte die Wiedergabe. Wir konnten das Musikerlebnis dem Publikum förmlich nachfühlen, vermuteten gar, dass dieses nach dem Konzert kaum willens gewesen sein dürfte, diesen jemals wieder zu verlassen. Ähnlich erging es uns bei der Hörsession mit der SB 240.

Fazit

Der Entwicklungsaufwand hatte sich gelohnt: Die Bassentlastungskur hat den Genen der SB18 gut getan - die SB 240 bietet noch mehr Spielfreude - und die Ergänzung zweier ausgewachsener Bassisten bietet eine Basswiedergabe vom Allerfeinsten. Die SB 240 ist somit die "erwachsenste" in der SB 18 / SB 36 / SB 240 - Familie.

Intertechnik
SB 240

SB 240

Wer sich die Mühe macht, ein Special-Interest-Magazin zu schreiben, sei es gedruckt oder im Internet, erhält einen großen Teil seiner Motivation durch Rückmeldungen der Leser zu seiner Arbeit. Dort positiv anzukommen, nicht nur im Sinne von guter Unterhaltungslektüre, ist das A und O aller „Selbstdarsteller“, die sich auf diese Weise in eigener Person ein kleines Denkmal setzen wollen. Wir geben gern zu, dass wir in der Zunft der Schreiberlinge keine Ausnahme von dieser Regel repräsentieren, auch unser Brot ist der Applaus des Publikums. Auffällig gewachsen ist der Zuspruch der Leserschaft sich am Magazin aktiv zu beteiligen. Nicht nur die Rubrik „Leserecho“ findet heftigen Zuspruch, auch durch die „Fragen und Antworten“ im Forum und unter den Berichten fließen ständig neue Anregungen ein, aus denen mittlerweile einige handfeste Bauvorschläge geworden sind, die ihr Entstehen nur den entsprechenden Nachfragen verdanken. Nicht dass wir keine eigenen Ideen mehr hätten, wie wir die Chassis in verkaufbare Hüllen verpacken könnten. Unser Ziel, Boxen zu bauen, die die Welt auch braucht, liegt weitaus näher, wenn der spätere Nutzer sie schon konkret benennt. In dieser Art der engen Zusammenarbeit lief uns unser neuestes Kind in die Arme. Wie es bei unverhofften Adoptionen durchaus vorkommen darf, war es schon recht groß gewachsen. Zur besseren Unterscheidung von allen anderen nannten wir es recht technokratisch SB 240.

Bestückung

SB25_0004SB17_8Wie es bereits häufig geschah, fragte jemand nach einer Erweiterung, diesmal traf es die SB 18, der ersten Box der Bluesklasse unter 150 Euro Stückpreis. Vorgegeben waren somit die ersten beiden Chassis der Box, nämlich der SB17NRXC35-8 und der  SB26STC-C4, den es bei Intertechnik auch einzeln zu kaufen gibt. Die Erweiterung gibt es eigentlich zwar schon, denn aus der Einbass-Box lässt sich vortrefflich die SB 36 mit der doppeltSB23_8en Membranfläche basteln, die sich damals Boris als druckvollere Variante der Einbassbox gewünscht hatte. Es sollte aber noch etwas mehr sein, darauf drangen nach weniger als einem Tag dann schon mehr als drei Menschen, die auch gleich noch einen gemeinsamen Vorschlag hatten: Zwei SB23NRXS45-8  sollten es sein. Bekannt sind sie aus dem Bausatz SB 23/ 3, die sich wortwörtlich und unübersehbar breit machte. Anstatt an dieser Stelle ebenso breit die optischen und technischen Vorzüge der SBAcoustics-Chassis auszumalen, verweisen wir auf die Präsentation der Messungen in vergangenen Ausgaben unter Chassistest.

Gehäuse

Einteilig oder zweiteilig, das war die nächste Frage vor dem Zeichnen der SB 240. Sicher würden sich einige Leute freuen, wenn sie ihre SB 18 weiter nutzen könnten, indem sie sie auf ein neu zu zimmerndes Unterteil stellen. Sie müssen dazu lediglich 100 Liter netto in ein etwa 75 cm hohes Häuschen zwängen. Diese einfache Rechenaufgabe wollen wir ihnen nicht vorkauen, es heißt ja Selbstbau. Nun, auch wenn es hier nicht wirklich hingehört, müssen wir dazu neben der Reihe ein Wort sagen. Offenbar gehört es zum heute üblichen Begehr, sich alles fein säuberlich vor die Nase binden zu lassen, statt selbst die Windungen des Hirns oder wenigstens des Internets nach Informationen zu durchforsten. Nicht dass wir etwas gegen Fragen hätten, doch wenn aus ihnen nur ersichtlich wird, dass wir im Magazin ausschließlich nicht lesenswerte Unterhaltungslektüre abgeliefert haben, ärgert uns das schon ein wenig. Genug der Schelte, auch wir waren einmal jung und hatten Besseres zu tun, als das Schwarze und Weiße auf den damals noch gebräuchlichen Papierseiten, zusammen gebunden als Buch bezeichnet, nach Hause zu tragen. Sie hatten gleichwohl den unschätzbaren Vorteil, dass man sie unter das Kopfkissen legen konnte, was in schlaflosen Nächten nicht unerheblich zum Klügerwerden beitrug.

Kommen wir zurück zum Thema, zweiteilig wäre unserer natürlichen Faulheit entgegen gekommen, wenn wir die SB 18 noch vorführbereit hier stehen gehabt hätten. Doch wie bei „Wenn“ und „Aber“ an der Tagesordnung, die Realität sagt: „Is nich!“ Also doch ein einteiliges Kistlein, in dem der 7-Zöller sogar schon mit 11 geschlossenen Litern zufrieden ist. Der richtige Platz für den Hochtöner ist in Ohrhöhe, also platzierten wir ihn zwischen die Bässe und den Mitteltöner. So muss niemand auf eine Leiter klettern, wenn er Musik hören will. Die 100 Liter Volumen für die Bässe verlangt halt nach einer Höhe von 120 cm, damit eine halbwegs erträgliche Breite und Tiefe herauskommt.

SB240Bauplan

Bauplan der SB 240 als herunterladbare Sketchup-Datei

Und damit sind wir im Wesentlichen wieder weg vom Thema, denn vorzeigbarer Gehäusebau braucht Zeit, von der wir trotz guter Organisation chronisch zu wenig haben. Das Bauen selbst ist Kinderkram, doch eine Oberfläche sauber zu gestalten, ist auf die Schnelle nicht drin. Hier war guter Rat dann eher teuer, denn im Baumarkt lächelten uns folierte Möbelbauplatten mit den Maßen 120 x 40 cm an, die Buchenholz recht gut imitierten. Fünf der Platten bekamen wir für knapp 70 Euro, der Mann an der Säge schnitt sie auf den langen Seiten um jeweils einen halben Zentimeter schmaler. Damit hatten wir offene Kanten, die sich mit Fugenleim leichter verkleben lassen. Eine der Platten teilte er uns gern in vier Abschnitte mit 39 x 26,2 cm, was Deckel und Böden unserer Boxen ergab. Damit er gleichfalls ein wenig weniger Zeit hatte, ließen wir ihn noch vier Bretter aus schwarz durchgefärbtem MDF mit 120 x 30 cm zusägen. Die Versteifungen mit ihren 26,2 x 10 cm und die Brettchen für die Mittelton-Kammern schnitt er uns aus einem Rest Spanplatte, was unsere Geldbörse insgesamt um weitere 60 Euro schmaler machte. Aus dem so entstandenen Gemenge an unterschiedlichen Hölzern klebten wir zu Hause zwei recht ähnlich wirkende Schreine zusammen. Das haben wir, wie kaum anders zu erwarten, sogar fotografisch festgehalten. Um nicht zu viel Platz im Internet zu verbrauchen, haben wir die Bilder klein gehalten. Ein Klick mit der Maus vergrößert sie.

Holz und Leim, mehr braucht der Boxenbauer erst einmal nichtFugenleim wird auf die Schnittkante des Deckels aufgetragen, ...... der einfach auf die folierte Platte gesetzt und bündig ausgerichtet wirdDie Bretter der MT-Kammer dienen als Markierungshilfe ...... für den Bretteinbau, der mit der Kammerrückwand beginnt.Fugenleim wird zweckmäßig immer auf die Schnittkanten aufgetragen, ...... bevor auch das Bodenbrett der Kammer eingeklebt wird.Geübte Selbstbauer haben sicher schon erkannt, dass wir beim Aufbau der SB 240 nicht mit einem Brett begonnen haben, auf dem der Rest der Konstruktion ruht. Deshalb ist besondere Sorgfalt beim bündigen Einbau der Bretter nötig.Die Versteifung gibt dem Boden den rechten Winkel. Ausgequollener Leim wird immer sofort mit einem feuchten Schwamm entfernt.Die Positionen der drei rückseitigen Versteifungen wir ausgemessen. und mit einem Bleistiftstrich markiert, ...... so wissen die Leisten, wo sie hin gehören.Nach zwanzig Minuten Trockenzeit wird auf alle hochstehenden Schnittkanten Leim aufgetragen ...... und die zweite Seite aufgelegt. Auch hier wird der ausgetretene Leim sofort weggeputztPaketband verhindert das Verrutschen des Brettes beim bündigen AusrichtenNoch einmal heißt es, geduldig zu warten, bevor die Box zum vorletzten Leimauftrag gedreht werden kann.Erst die Rückwand auflegen und antrocknen lassen, ...... dann schließt die schwarze Front die Box. Die Wartezeiten habe ich natürlich zum Bau der zweiten Box und zum Mittagessen genutzt

 Weiche

Der nächste Scheideweg, vor dem wir standen, offenbarte sich im Messraum. Zwei unterschiedliche Weichen-Topologien, beide mit gutem Klangergebnis, buhlten hier um unsere Gunst. Hatten wir uns bei der SB 18 weitgehend an den Vorschlag von SBAcoustics gehalten, gingen wir bei der SB 36 eigene Wege. Dort kamen wir ohne Klangeinbußen mit weniger Bauteilen aus. Das gab letztendlich den Ausschlag, dieser Variante den Vorzug zu geben. Für die Erweiterung mit zwei Bässen hätte die Weiche der SB 18 ohnehin geändert werden müssen. Ob überhaupt Bauteile der „alten“ Weiche weiter verwendet werden können, blieb zudem fraglich. So machten wir uns wohlgemut daran, der SB 240 die richtigen Flötentöne beizubringen.

SB 240 BassweicheDen Anfang machte der Neue, richtiger beide. Die Bässe wurden parallel geschaltet und in der Box mit Mikrofon in Hochtönerhöhe gemessen. Heraus kam bis 600 Hz ein ordentlicher Frequenzgang, der bei 1,2 kHz in einer heftigen Senke verschwand, sich später eines Besseren besann und doch wieder mitmachen wollte. Schuld am zwischenzeitlichen Versagen ist der unterschiedliche Abstand zum Mikrofon, der die Addition der Einzel-Schalldrücke in eine Subtraktion wandelte. Die einfachste Art, das gerade zu biegen, wäre das Verrücken des Mikrofons genau zwischen die Bässe gewesen. Doch Weichen entwickelt man nun einmal in Hochtöner- und nicht in Kniehöhe. So konnten wir getrost eine mittelgroße Audyn-Spule aus der Ferrobar HQ 56-Reihe vor und einen dicken Elko glatt parallel zu den Bässen einfügen, was uns die blaue Kurve auf den Monitor malte. Nicht weiter gestört haben uns am scheinbar frühen Ende der Basswiedergabe mit -3dB-Punkt um 45Hz. Die Box stand in 1,5 m Höhe weit vom Boden entfernt, der ihr untenrum noch einiges aufpackt, bei einer Messung mit unten stehender Box durch frühe Reflexionen aber zu falschen Ergebnissen führt.
SB 240 Mitteltonweiche

Vom Bass befreit, muss der 7-Zöller (Frequenzgang in der Box: rot) nicht mehr weit nach unten spielen, er soll lediglich den Bereich zwischen Bass und Hochtöner mit dem richtigen Pegel füllen. Für die passende Anpassung mit idealer Addition in Richtung Bass reichte ein großer Audyn-Q4. Nach oben war seine Bändigung schon etwas trickreicher zu gestalten, denn die Dolomiten am Ende der roten Kurve bedurften schon einer kräftigen Erosion, um in unhörbare Niederungen verwandelt zu werden. Da half die Erfahrung mit der SB 36, bei der ein kleiner Q4 über die Tiefpass-Spule gelegt und ein zum Mitteltöner paralleler Kondensator zum Abtragen des Gebirges ausreichten. Das Gleiche half auch hier.

SB 240 HochtonweicheNicht viele Worte mussen wir zur Hochtonweiche verlieren, dessen Messung in der Box traditionsgemäß rot dargestellt wurde. Eine leichte Ansenkung des Pegels mittels Vor- und Parallelwiderstand aus 4 Watt Moxen und ein klassischer 12 dB-Filter mit scheinbar sehr großem Audyn-Q4, natürlich der Impedanz von 4 Ohm geschuldet, und eine aus dem gleichen Grund recht kleine Parallelspule bringen die gewünschte Amplitude (blau). Bleibt fast nur noch zu sagen, dass zur idealen Addition der Zweige der Bass zum Rest verpolt angeschlossen werden muss und dass fast alle Welligkeiten im Frequenzgang bei der 30°-Kurve weg sind. Für Röhren-Besitzer bieten wir selbstredend auch eine Impedanzglättung.

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Weiche_SB_240

Wie die Weiche auf- und eingebaut werden kann, zeigen die folgenden Fotos:

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Die Bauteile wurden mit Heißkleber getrennt nach Bass und Mittelhochton auf kleine Brettchen geklebt und ordentlich verlötet. Dabei muss man keine Angst haben, dass man sie zu sehr erhitzt und so zerstört. Der Lötkolben sollte eine Meißelspitze haben und auf 320 bis 360 Grad eingestellt werden, das Lot schön zerfließen. Die Weichenbretter haben wir links und rechts auf die Seitenwände platziert, die Kabel nach ihren Zielen durch die Ausschnitte geführt. In den Boden der Mitteltonkammer bohrten wir zwei Löcher zur Kabeldurchführung, die hernach wieder mit Heißkleber verschlossen wurden. Eine Matte Sonofil, füllt einmal gefaltet die obere Kammer, jeweils zwei weitere Matten kommen leicht zusammengerollt dahinter ins Bassabteil und unter das Reflexrohr und je eine hinter die  beiden Bässe. Die Impedanzkorrektur ist nur zur Verwendung mit Röhren sinnvoll, daher wird sie außen direkt an die Terminals geschraubt.

Klang

SB240Text_20Hinlänglich bekannt ist, dass wir schon seit einigen Jahren nicht nur uns, sondern auch unseren Besuchern unsere Boxen mit Röhrenverstärkern vorspielen.

Unvorsichtig, wie wir manchmal sind, hatten wir vergessen, vor dem Einschalten die zuletzt gehörte CD "That's Live" von Eric Burdon aus dem Player zu nehmen und den dabei naturgemäß hohen Pegel herunter zu regeln. So knallte uns sofort mit dem für Live-Konzerte üblichen Pegel der alte Klassiker "Don't let me be misunderstood" entgegen. Misszuverstehen war dabei nichts! Anders als bei vielen unserer Boxen stand der Sänger ein Stück weiter vorn auf einer Linie mit den Boxen, die Musiker hinter ihm aufgereiht in einem Raum, dessen Tiefe sich auch durch das Händeklatschen des begeisterten Publikums offenbarte. Offen, luftig und dynamisch ging es zur Sache, saubere Bassläufe, differenzierte Becken und die druckvollen, körperlich deutlich spürbaren Bassdrum-Attacken waren - anderswo stünde jetzt: noch nie so gehört und einfach sensationell - lediglich der Bluesklasse gerecht, eine höhere Auszeichnung können wir kaum vergeben. Ehrlich gesagt hatten wir auch nichts anderes erwartet, also waren wir nicht sonderlich überrascht, das sich der alte Rock wie guter, alter Rock anhörte, fetzig, manchmal knallig und immer live dabei. Nicht beklagen konnten wir uns über Bassmangel, aber auch das war schon vorher klar.

SB240Text_19In der nächsten Abteilung ging es klassisch weiter: Horowitz in Moskau, das berühmte Klavierkonzert mit dem etwas ungewohnt unruhigen Publikum und dem hustenden Herrn in der sechsten Reihe. Grandios das subtile Spiel des damals schon 83 jährigen Meisters mit der fast jugendlich anmutenden Beweglichkeit seiner Finger, das Federn der Saiten des Flügels, der wunderbare Nachhall des Raumes, nicht einmal die Erkältung des angesprochenen Herrn störte die Darbietung. Wer saß denn schon einmal in einem Konzertsaal, in dem sich alle Besucher mucksmäuschenstill verhielten? Auch Mozart, Scarlatti, Chopin und Liszt hätten nichts Falsches in ihren Werken entdeckt.

Wenn wir schon einmal bei Live-Aufnahmen sind,: Eine große Freude machte uns Eckart, der erste Nachbauer der Symphony 285, mit der E.S.T.-CD "Live in Hamburg", auf der sich das schwedische Rocktrio etwas länger als 17 Minuten über "Dolores in a shoestand" auslässt. Warum nur drei der offensichtlich 12 Musiker namentlich auf dem Cover genannt werden, entzieht sich unserer Kenntnis. Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass sie sich Klavier, Bass und Schlagzeug vortrefflich teilten. Eigentlich hatten wir die Musiker vor zwei Jahren mit eigenen Ohren anhören wollen, leider fehlte, oben ist es schon beklagt, die Zeit. Dass es kurz danach nicht mehr möglich war, sie auf der Bühne zu erleben, konnte niemand vorhersehen. Ein klein wenig entschädigt hat uns der Hörtest, der geradezu atemberaubend war. Wer dabei still sitzen bleiben kann, nicht mit dem Fuß, Kopf  oder ganzen Körper wackelt, muss taub sein, wie die Boxen, denn als wir nach fast 20 Minuten die Augen wieder öffneten, standen sie immer noch dort, wo wir sie hingestellt hatten, teilnahmslos, nicht einmal in kleinster Weise erschöpft, nachdem sie so großartig die Musik in den Raum projeziert hatten. Sofort kamen uns Zweifel, ob sie daran überhaupt beteiligt waren. Selbst eine eingehende Untersuchung mit offenen Augen konnte kein eindeutiges Resultat hervorbringen, denn auch nach der dritten Zugabe gab es immer noch keinen wahrnehmbaren Zusammenhang zwischen  der Musik und den mitten im Raum stehenden Boxen. Verstehen konnten wir das Publikum, das auch jetzt keinen Zweifel daran ließ, dass es niemals mehr im ganzen Leben gewillt sein würde, den Konzertsaal jemals wieder zu verlassen.

Udo Wohlgemuth

 

Technikseite

Chassis SB23NRXS45-8 Holzliste in 19 mm MDF
  SB17NRXC35-8 pro Stück:
  SB26STC-C4  
    120,0 x 30,0 (2x) Front/ Rückwand
Vertrieb Intertechnik 120,0 x 39,0 (2x) Seiten
Konstruktion Udo Wohlgemuth 26,2 x 39,0 (2x) Deckel/ Boden
    26,2 x 10,0 (4x) Versteifung
Funktionsprinzip Bassreflex 26,2 x 35,1 (1x) Rückwand MT-Kammer
Nennimpedanz 4 26,2 x 14,0 (1x) Boden MT-Kammer
Dämmstoff: 7 Matten Sonofil  
Terminal K 30 AU Fräsungen:
Reflexrohr BR/HP100 Bass:          8,5 mm
    Mitteltöner:  6,5 mm
Kosten pro Box:   Hochtöner:   3,0 mm
Einzelteile ca. 390 Euro  
Bausatz: 359 Euro Holzzuschnitt:  ca 50 Euro

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SB 240 AmpSB 240 ImpedanzSB240 Klirr mit 90 dBSB240 WinkelSB 240 SprungantwortSB 240 Wasserfall

Ergänzung

Für ein Heimkinosystem empfohlene Lautsprecher.
Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die entsprechenden Boxen um zu erfahren welche Bausätze wir Ihnen dazu empfehlen. Auf Mobilgeräten drücken Sie auf die entsprechenden Lautsprecher.

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Front
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