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EXCEL22DXT
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EXCEL22DXT

Kompakte Großbox

Best.-Nr. 1385240

388,80 € / Stück
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Details

Kompakte-Großbox. Lautsprecherbausatz Seas Excel 22 DXT ohne Gehäuse

Merkmale

Wege 2-Wege
Gehäuse Prinzip Bassreflex
Nennimpedanz (Ohm) 8
Kennschalldruck (dB) 89
Höhe (cm) 46,00
Breite (cm) 26,00
Tiefe (cm) 30,00
Anwendung Kompaktlautsprecher
Hersteller / Marke der Chassis Seas Excel
Preislevel 300-500 Euro

Der Lautsprecherbausatz enthält alle Elektronikbauteile, Lautsprecher, Teile und Zubehör, außer dem Holz für das Gehäuse.

Bilder aus unserer Lautsprechergalerie

Excel 22 DXT mit L25D Monoblock von Jotwin
joe.man von joe.man
3-Wege auf Excel 22DXT Basis von Jotwin
Ed von ed33ed

Bauberichte

Vaters Excel22DXT

Vaters Excel22DXT


Slow Sound“ aus Norwegen

Die Musik ist ein Teil unseres Lebens und jeder hat seinen eigenen Soundtrack. Bei dem einen hat es mit (meist) schwarzen Scheiben auf einem Drehteller, bei einem anderen mit einem Tonband in kleiner Plastikhülle (auch Compact Cassette genannt) begonnen. Die jüngere Generation hat mit silbernen, spiegelnden Scheiben oder gleich mit Dateien oder neuerdings Streams ihren Soundtrack begonnen.

In Laufe der Zeit verändern sich die Hörgewohnheiten mal mehr, mal weniger. Auch die Abspielgeräte ändern sich. Waren in den 60ern Musikmöbel im Wohnzimmer en voque, so wurde in den 70ern daraus eine Musikanlage mit zwei Boxen. Die erreichten nicht selten die Größe von Särgen. Der WAF im Bereich der Musikwiedergabe war noch nicht erfunden.

Die 80er erfanden das tragbare, private Musikzimmer. Nein nicht das Smartphone. Ähnlich groß und klobig wie die ersten Smartphones (z.B. Nokia Communicator) waren die ersten Walkmen. Hierbei waren die Boxen nicht so entscheidend, Kopfhörer prägten den Soundtrack des Alltags. Die Boxen wurden in den 80ern kleiner, schmaler und mussten sich den Vorgaben der Wohnungsmode anpassen. Der WAF wurde geboren. Heute gibt es den Soundtrack des Lebens aus Joghurtbechern, die nahezu unsichtbar die Geräuschkulisse eines Einkaufszentrums nachahmen, oft unterstützt mit wabberndern Geräuschen aus manchmal bläulich leuchtenden Kisten. Aber nun zurück zu der Generation, die mit schwarzen Scheiben auf drehenden Tellern aufgewachsen ist.

Darf ich vorstellen: Mein Vater. Seine Hörgewohnheiten haben sich in den letzten Jahren nicht wirklich verändert, aber der Schwerpunkt hat sich verlagert. Weniger Rock, dafür mehr Jazz oder Oper. Der Höreindruck seines Soundtracks wurde in den letzten 20 Jahren maßgeblich durch die wunderbaren JBL 4301B geprägt. Diese Boxen, ein Zwei-Wege-Bassreflexsystem, zeichneten sich durch außerordentlich gute Stimmenwiedergabe aus. Kein Wunder, die Dinger sind auch konzipiert worden für den Studioeinsatz bei Radio oder Fernsehproduktionen.

Nun nach über 20 Jahren, waren die Sicken der Tieftöner mal wieder hin. Eine professionelle Reparatur inklusive Austausch der Elektrolyt-Kondensatoren in den Weichen ist ziemlich teuer. Der Beschluss wurde gefasst: Ein Ersatz muss her! Durch die Beteiligung an meinen Selbstbau-Projekten hat er die Vorteile der DIY-Boxen erkannt: Es ist möglich, den gewünschten Klang mit WAF zu kombinieren.

Doch was nehmen? Das Sortiment in diesem Online Magazin ist sehr gut bestückt mit 2-Wege Bassreflex-Systemen. Anspruch ist die „Blues-Klasse“. Und taub gekauft wird’s auch noch. Nach einigen Abwägungen fiel die Wahl auf den Doppel-Auspuff: Excel 22 DXT. Grund war die Größe TMT, es sollte nicht kleiner sein. Das Verhalten der neuen Box sollte der alten ähneln. Kaum Winkelabhängigkeit und bei Bedarf etwas mehr Druck im Bass. Die Abholung des Bausatzes wurde zu einem Familienausflug von drei Generationen: Opa, Sohn und Enkel. Nach einem überraschend langen Besuch auf der Couch im bekannten Hörstudio fuhr die Familie mit einem großen Karton nach Hause.

Der Doppel-Auspuff (siehe Bild oben) hat allerdings beim WAF versagt und der Zutritt zum Wohnzimmer wurde ihm verwehrt. Flugs wurde aus den beiden Löchern ein schmaler Strich. Die Boxen standen fast schon in der Tür. Jetzt nur das Äußere festlegen: Buche soll es sein. Passend zu den vorhandenen Möbeln. Puuh, WAF fast geschafft. Da die Kanten von Multiplex nun mal recht wenig nach massiven Holz aussehen, wurde ein kleiner, optischer Trick angewandt: Die Schallwand wird auf die Wände aufgesetzt. Jetzt durften die Boxen ins Wohnzimmer und etwas kleiner als die JBL 4301B sind sie auch.

Vater bekam den Plan überreicht. Die Versteifungen entspringen der alten Tradition von Bauingenieuren: Sicher muss sicherer werden. Wie schön, dass er einen Bauschreiner gut kennt, damit klappt’s mit gutem Holzzuschnitt. Weniger gut, wenn die Ingenieur-Mentalität siegt und statt zu geplanten 18mm Multiplex (MPX) lieber zu viel stabileren 20mm MPX gegriffen wird.

Nachdem der Vater das 3D-Holzpuzzle nach Hause geschafft hat, durfte ich erst mal ran. Wie das mit dem Kleben gehen würde, fragte mein Vater, so ganz ohne Dübel und nur mit Ponal Fugenleim. Er hat schließlich ausreichend Vertrauen in meine Erklärungen aufgebaut und wir konnten mit dem praktischen Teil beginnen. Eine halbe Stunde später waren die ersten Teile verklebt. Mit vier Händen geht’s leichter. Die restlichen Bretter wurden von meinem Vater allein eingeklebt.

Die Fräsarbeiten an der Front wurden in Arbeitsteilung durchgeführt: Ich an der Oberfräse, mein Vater mit dem Staubsaugerrohr nah am Fräskopf. Erwähnenswert ist hier, dass Buche MPX sich als sehr hart erwiesen hat. Die preiswerten Fräser aus einem Set hielten der Belastung nicht lange stand. Der 6mm Nutfräser ist beim Ausfräsen der Chassis-Öffnung abgebrochen. Sein 8mm Kumpel hat zwar den Job übernommen, jedoch mit Widerwillen und nach zwei Öffnungen mit Stumpfheit. Doch machte er seinen Job zu Ende, auch wenn es ihm zwischenzeitlich recht heiß wurde.



Der 16 mm Nutfräser begegnete der Buche MPX mit gehörigem Respekt und qualmte bei der Arbeit nicht unerheblich. Beim Fräsen des Bassreflexschlitzes versagte er bei der zweiten Schallwand auf ganzer Linie. Da es am diesen Tag schon recht spät war, wurde die nächste Fräs-Session auf einige Tage später vertagt. Genug Zeit um neue Fräser zu besorgen.

Mein Vater gehört zu der Sorte von Menschen, die unerledigte Arbeit nicht ertragen können. So schnappte er sich den Plan und die noch nicht ganz fertige Schallwand und fuhr zu seinem Bekannten, dem Möbelschreiner mit der CNC-Fräse. Dort sollte der Meister mit seinem CNC-Werkzeug mal eben schnell einen Strich ins Holz fräsen. Warum auch immer, aber die Schallwand blieb nicht an ihren Platz in der CNC Fräse. Der Fräskopf machte seinem Weg aber korrekt…



Schnell wurde ein neues Stück 20mm Buche MPX aus der Ecke gezaubert, zugeschnitten und in die CNC fest eingespannt. Ein Kaffee später war die Schallwand komplett fertig.

Ein letztes Detail sollte noch die Boxen zieren: der Bassreflex-Kanal hat schwarz zu sein. Ein paar Mal mit dem Pinsel drüber, schon ist die Sache fertig. Doch wurde der gemeine Kapillar-Effekt nicht bedacht. Trockene Holzfasern können auch gegen die Schwerkraft ankämpfen und Farbe ansaugen. Dann finden sich unter dem Kreppband hässliche, kleine schwarze Fransen. Diese lassen sich auch nicht mit Schleifpapier beseitigen.



Während mein Vater mit dem Kleben der Holzkisten beschäftigt war, wurde der Enkel aktiv. Da er beim Löten der Weiche für seine Boxen viel Spaß hatte, freute er sich beim Bau der Boxen für seinen Opa helfen zu können. Die paar Spulen, Kondensatoren und Widerstände wurden flugs auf vier Brettchen verteilt, mit Heißkleber fixiert und gelötet. Das kann ein fast Elfjähriger ganz alleine. Ich habe nur die Endkontrolle gemacht. Da war nix zu beanstanden.



Der Einbau der Chassis wäre fast zu Routine geworden, doch Seas hat mit der Gestaltung des Korbs für eine kleine Überraschung gesorgt. Der Außendurchmesser an der oberen Kante des Korbs ist ca. 0,7 mm kleiner als an der Unteren. Blöd ist nur, wenn die Öffnung sehr, sehr exakt gefräst worden ist. Aufgefallen ist es auch nicht, denn bei Probeliegen mit dem Magneten oben (einfacher zu greifen) passten die Chassis wunderbar. Mit etwas Schleifen war diese kleine Panne schnell behoben.

Der Transport der 18 kg Kisten aus dem Arbeitszimmer ins Wohnzimmer dauerte nicht lange. Das Anschließen der Boxen mit einem LS-Kabel samt passenden Steckern wurde schnell erledigt, doch es war bereits zu spät für eine ausführliche Hörsession. Diese folgte ein paar Wochen später.

Mein Vater hat für mich diese längere Hörsession veranstaltet. So konnte ich ein wenig von seinem persönlichen Soundtrack des Lebens hören. Um mir den Einstieg zu erleichtern, haben wir mit einem Stück aus dem Ende der 80er begonnen: Tracy Chapman „Talkin‘ Bout Revolution“. Eine Sängerin mit markanter Stimme und einer akustischen Gitarre. Sie spielte für uns ein privates Konzert. Da war jedes Detail da, wie das Umgreifen beim Akkordwechsel, das Anschlagen der Saiten und natürlich die Stimme nur für das Wohnzimmer mit den beiden Zuhörern. Als nächstes fand ein Silberling von Paul Anka einen Platz im Player. Mir sagte der Name nichts, doch die Seas kannten den Sound und erzeugten die Atmosphäre der 60er Jahre in unglaublicher Weise. Der Sänger von „My Hometown“ wurde sogar recht mittig vor das links im Hintergrund stehende Schlagzeug positioniert. Das Zupfen am Kontrabass rechts vorne fehlte genauso wenig wie das Klavier dahinter. Unglaublich wie viel Leben in den alten Aufnahmen steckt. Mein Vater war voll im Rhythmus seiner jüngeren Jahre versunken. Und holte einen weiteren Silberling. „Der King“ war dran. Mit „Don’t Be Cruel“ wurde mir klar, warum Elvis Presley seine Zeitepoche so erfolgreich beeinflusste. Die tiefe und warme Stimme des King wiedergegeben durch das Excel 22 DXT Ensemble strotzte nur von Gefühl und Klarheit. Dahinter die Begleitband und immer wieder von hinten der typische Klang eines gezupften, tiefen Kontrabasses, der ohne Mühe und lässig den Rhythmus zusammen mit dem Schlagzeug angab.

Einen Musikstilwechsel läutete Dave Brubeck mit „Take Five“ ein. Unglaublich wie sanft ein Saxophon sein kann. Und da wir fast in der Jazz-Ecke gelandet sind, folgte die Silberscheibe einer Band aus unserer Region. Die „Foss Dolls“ spielten „Ain’t no sunshine“ in gehobener Zimmerlautstärke. Die Wiedergabe der tiefsten E-Bass-Töne hat mich umgehauen. Das Schwingen der dicken Saiten war zum Greifen im Raum. Das ist Präzision im Bass. Meine BOSE-Soundanlage im Auto macht bei diesem Lied immer die Grätsche und bewirft mich mit Bassschlamm. Auch die SB12 ACL meines Sohnes kapitulieren bei etwas höherer Zimmerlautstärke vor diesem langsam gespielten E-Bass. Aber im Wohnzimmer meines Vaters spielten die Excel-Treiber ihren lässigen „Slow Sound“ und wunderbare Vibrationen erfüllten den Raum. Das Anspielen wie das Ausklingen der Saite konnte ich greifen.

Als Kontrast zu unserer bisherigen Session kam nun Musik aus der eher klassischen Abteilung in den Player. Den Anfang machte „Canto Gregoriano“ mit „Puer natus est nobis“. Sie holten uns in das riesige Kirchenschiff, das Wohnzimmer schien gewachsen zu sein. Der Chor wurde im gesamten Raum verteilt. Lag es an der Aufnahme oder an den detailverliebten Boxen, doch die einzelnen Stimmen der Mönche waren heraushörbar. Man(n) muss sich einfach nur die Zeit nehmen und auf die Kleinigkeiten achten. Da ich kein Klassik-Fan bin, konnte ich die Begeisterung meines Vaters für die Wiedergabe von Opern nicht teilen. Einzig im Gedächtnis blieb mir Anne-Sophie Mutter mit Carmen-Fantasie „Zigeunerweisen“. Ich wusste bis dato nicht, welch hohe Töne eine Geige von sich geben kann und das ohne zu nerven. Leise oder Laut, das war den Boxen egal.

Einen kleinen Soundcheck nahm ich noch alleine vor. Das Metallica-Lied „One“ gespielt von vier Finnen auf Cellos, kann gar nicht anders als wenigstens in gehobener Zimmerlautstärke gehört werden. Der Lautstärkerregler wurde kurzerhand in die 1-Uhr-Position gebracht und dann ging es los. Die Kraft von „One“ gepaart mit der nordischen Präzision. Jedes Cello bekam seinen Platz auf der Bühne. Dann das Zupfen an den Saiten in den ersten Akkorden, da hört man fast die Bewegung der Finger. Und dann kam die Power aus dem 22er und gesellte sich zu den Bögen, die über Saiten sägten. Auch wenn es mir nicht ganz so laut vorkam, die Besucher im Garten auf der anderen Seite des Hauses haben sich gestört gefühlt.



Das ist der „Slow Sound“ aus Norwegen: kein Detail einer guten Aufnahme wird ausgelassen, ob laut oder leise. Nur der Zuhörer sollte sich die Zeit für all die Feinheiten nehmen und selbst ein wenig „Slow Listening“ üben.

Rincewind

Excel 22 DXT

Excel 22 DXT


Hermann? Klar doch, das ist Hermann. Warum mir sein Name augenblicklich wieder einfiel, als er den Laden betrat, kann ich nicht sagen, er war, genau wie er selbst, einfach wieder da. Wir einigten uns, dass sein letzter Besuch fast 15 Jahre her sein musste, obwohl ich knapp 20 Jahre für realistischer halte. Damals hatte er sich meine erste Transmissionline mit Seas-Bestückung ausgesucht, mit der er bis vor Kurzem glücklich und zufrieden lebte. Doch der Zahn der Zeit hatte auch an seinen Lautsprechern genagt und sich genüsslich die Sicken der Bässe einverleibt. Nein, nein, nicht nach Reparatur stand sein Sinn, man müsse sich auch von Altem trennen, selbst wenn man es sehr lieb gewonnen und immer seine Gegenwart genossen habe. Nichts währt ewig und Neues hat den großen Vorteil, dass man ausgetretene Wege leichter verlassen kann. War früher der alte, fetzige Rock bestimmendes Musik-Element, in dem er sich wohl fühlte, kam seit einiger Zeit auch schon einmal ein wenig Klassik und immer mehr Jazz auf den Plattenteller, der sich auch bei ihm noch drehte. Ja, ja, das Alter, ich habe es auch längst erreicht, konnte ich ihn trösten. Das war jedoch keineswegs der einzige Grund für den kompletten Tausch der Box, denn sie konnte Jazz und Klassik. Doch weil auch Doris, seine für ihn nach wie vor beste Ehefrau von allen, sich auch kleinere Boxen wünschte, war er gern bereit, dem Rechnung zu tragen. Im Magazin, das er seit Langem verfolgt, hatten es ihm die kleineren Zweiweger aus der Bluesklasse angetan, doch als Großbox-Gewohnter fiel es ihm schwer, mit der fast halbierten Membranfläche zurechtzukommen. Abhilfe hätte die SB 36, Doppel 7 oder Phase 34 geschaffen, aber das sind Standboxen. Die Kera 360.2 in der Kompakt-Version war nicht wirklich das, was Hermann unter kompakt verstand. Wenn statt eines 17ers ein 20er in einem vergleichbar großen Gehäuse steckt, für den alten Rock der Pegel auch noch reicht, wär das seine Box. Oh weh, das hatte ich nicht im Programm, weil es eigentlich nicht geht. Ein Zwanziger will sein Volumen, die Ankopplung an einen Hochtöner ist zudem nahezu unmöglich, weil der kaum tief genug zu trennen ist. Als Hermann an dem Tag wieder ging, hatte er mein Versprechen, dass ich mich um die Umsetzung seines durchaus verständlichen Wunsches kümmern werde.

Bestückung

In den folgenden Tagen befasste ich mich mit Datenblättern und Simulationen von Achtzöllern in Zwergenhäuschen und fand tatsächlich eine Lösung, die Erfolg versprach. Hermann war den Seas-Sound seit Jahren gewöhnt und wünschte sich lediglich ein kleines bisschen mehr an Auflösung und Feinzeichnung in leisen und lauten Passagen. Der aufmerksame Leser weiß, dass dies die Definition der Bluesklasse ist, in die er angesichts des gehobenen Musikanspruchs nunmehr selbst aufgestiegen ist. Was lag da näher, als den Findling dort zu suchen, wo er in unseren europäischen Breiten naturgemäß herkommt, nämlich in Norwegen. Dem CA 22 RCY aus der MS 4 TL fehlte der letzte Rest an Dynamik, besonders wenn er in einer kompakten Behausung steckt. Sein großer Bruder CA 22 RCX aus der Power 220 versprach da mehr, wollte aber auch mindestens 35 Liter, die auf einem Ständer stehend schon nah an der Kera 360.2 liegen. Doch in der "Besser"-Version aus gleichem Hause, bei Excel, ist der W 22 NY 0001 gelistet, ein Bass ganz nach meinem Geschmack mit Papiermembran und Nextel-Beschichtung, allen erdenklichen Lüftungsöffnungen auch unter der hochgelegten Zentrierung, Alu-Phase Plug zur Wärmeabfuhr und Kurzschlussringen über und unter dem T-förmigen Polkern. Den dicken Magneten schützt eine Gummiwulst und der Frequenzschrieb auf der Intertechnik-Seite zeigte keine Aufrisse im oberen Bereich, wie sie bei den Metall-Membranen üblich sind. Natürlich habe ich den Bassmitteltöner zuerst auf meine Messwand geschraubt, bevor ich nach den vom Hersteller angegebenen Daten ein Gehäuse zusammenklebte.


Datenblatt Excel W 22 NY 001


Artikelnummer: 1381716
Preis: 190,00 €
Messungen als Zip-Datei





Ausstattung

Membran: beschichtete Pappe Luftspalthöhe: 6 mm
Sicke: Gummi Wickelhöhe 14 mm
Korb: Magnesium-Druckguss Magnet: Ferrit
Polkernbohrung: nein Befestigungsbohrungen: 6
Zentrierung: hochgelegte Flachspinne Außendurchmesser: 220 mm
magnetische Schirmung: nein Einbauöffnung: 144 mm
Schwingspule: 39 Frästiefe: 5,5 mm
Träger: Aluminium Einbautiefe: 106 mm


Parameter:

Fs 35 Hz Mms 18,0 Gramm
Diameter 166 mm BL 8,58 Tm
ZMax 38,1 Ohm VAS 76,3 Liter
Re 6,3 Ohm dBSPL 91,8 dB/1w/1m
Rms 2,31 kg/s L1kHz 0,81 mH
Qms 1,70   L10kHz 0,22 mH
Qes 0,34   SD 216 cm²
Qts 0,28   MMD 16,2 Gramm
Cms 1,17 mm/N Zmin 7,31 Ohm


Messungen:

     
 Frequenzgang und Phase  Impedanz  Frequenzgang unter 0/ 30/ 60°
     
 Klirr für 90 dB  Sprungantwort  Wasserfall


Gewonnen war damit aber noch nichts, denn einen achtzolligen Bassmitteltöner zu finden, der in 25 Litern funktioniert, ist nur die eine Seite der Medaille. Seine große Membran bündelt zu hohen Frequenzen, was eine vernünftige Ankopplung des Hochtöners in Zweiwege-Technik nahezu unmöglich macht. Es ist ja nicht ganz ohne Grund, dass es nur wenige Kombinationen dieser Art auf dem Markt gibt. Ein Hochtöner, der bei 2 bis 3 kHz eingekoppelt wird, strahlt den Schall rundum ab, was eine auffällige Sprungstelle im Bündelungsmaß ergibt und so zu Klangverfärbungen führt, wenn man außerhalb der Achse sitzt. Abhilfe schafft an dieser Stelle eine Schallführung, neudeutsch Waveguide genannt und z.B. von Dayton oder P.Audio in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Da ich kein Freund von umständlichen Bastellösungen mit unwägbarem Ausgang bin, verwarf ich die Anpassung eines solchen Vorsatzes mittels Säge und Kleber, sie wird nie nachbausicher und somit Quelle vieler Fragen, wenn die Box nicht klingt. Der Hochtöner sollte die Schallführung schon von Hause aus mitbringen und schon meldete sich der Seas mit dem längsten Namen, den ich mir überhaupt merken kann: 27TBCD/ GB-DXT. Vorgestellt habe ich ihn im Chassistest der Ausgabe 1/ 2008. Dort habe ich schon auf die verbesserte Anbindung an einen großen Mitteltöner mittels zweier Stufen in der Frontplatte des Hochtöners hingewiesen, nun konnte ich endlich den Wahrheitsgehalt meiner Worte im praktischen Einsatz testen. Da seither fast drei Jahre ins Land gezogen sind, habe ich erneut ein paar Messungen am lebenden Objekt durchgeführt, so kann die Serienkonstanz des Seas-Produktes leicht nachgeprüft werden. Kleine Abweichungen ergeben sich natürlich durch nicht ganz exakt identische Messbedingungen.


Datenblatt Seas 27TBCD/ GB-DXT


Artikelnummer: 1381072
Preis: 47,10 €
Messungen als Zip-Datei



Ausstattung:

 

Membran:

Aluminium/ Magnesium

Schwingspule:

26 mm auf Aluträger

Schwingspulenhöhe:

1,5 mm

Luftspalthöhe

2 mm

effektive Membranfläche:

7,5 mm²

bewegte Masse:

0,34 g

Magnet:

Ferritring

Magnetische Schirmung:

nein

Polkernbohrung:

ja

angekoppeltes Volumen:

ja

Ferrofluid im Luftspalt:

nein

Befestigungsbohrungen:

4

Außendurchmesser:

104 mm

Frästiefe:

6 mm

Einbautiefe:

65 mm

Parameter:

Fs 950 Hz ZMax 13 Ohm
Re 4,8 Ohm L1kHz 0,43 mH
Qms 1,92   L10kHz 0,03 mH
Qes 1,14   Zmin 5,34 Ohm
Qts 0,72   SPL 2,83V/ 1m 92 dB


Messungen:

     
 Frequenzgang und Phase  Impedanz  Frequenzgang unter 0/ 30/ 60°
     
 Klirr für 90 dB  Sprungantwort  Wasserfall


Gehäuse

Nicht nur kompakt sollte das Kästchen werden, in dem der W 22 NY 001 seine Heimat finden musste, sogar deutlich kleiner als 35 Liter waren gefragt. Als ich 5/ 7 dieses Volumens ausreichend nannte, nickt Hermann auf der anderen Seite der Telefonleitung und ich konnte das nötige Holz im Bauhaus zuschneiden lassen. Um ein wenig Farbe in meine Bilder zu bekommen, wählte ich für die inneren Bretter schwarzes MDF, die Seiten ließ ich mir in Buchenleimholz anfertigen. Mittlerweile habe ich keine Angst mehr vor Rissen im Gebälk. Anders ist es mit der Neigung zu Biegungen bei Leimholz, wenn es nur einseitig lackiert oder geölt wird. Das zu verhindern hilft eine umlaufende Nutfräsung, die mehr Klebefläche in zwei Richtungen ergibt. Deren Erstellung und den Zusammenbau der Boxen habe ich fotografisch festgehalten.

Mit 20er Fräskopf und Parallelanschlag wird die Oberfräse ausgestattetEine 4 mm tiefe Nut wird angezogenAuch der schärfste Fräskopf hinterlässt Fasern, die der Excenterschleifer mühelos entferntFertig ist die Fräsarbeit, wenn rundum eine Fase mit genau 19 mm Breite entstanden ist

Der restliche Aufbau erklärt sich selbst, der Kleber heißt Fugenleim und bevor jemand fragt: Schraubzwingen habe ich tatsächlich nicht verwendet.

Leim auf die SchnittkanteBrett von außen auf der langen Seite in die Nut gepresst, damit der Kleber innen austrittAusrichtenKleber auf die Schnittkanten und Deckel ausrichtenDem Boden wird das gleiche Schicksal zuteilWieder wird der Kleber auf die Schnittkanten gegebenSiehe Text zum vorherigen BildAn der Fasenkante habe ich ebenfalls ein wenig Fugenleim aufgebrachtZweite Seite drauf, das war's erst einmal

Für den Einkauf werden noch die Maße der Platten benötigt. Die habe ich in den Bauplan eingetragen, den ich mit Sketchup gemalt habe. Wem die beiden 2D-Pläne nicht ausreichen, kann sich hier die Datei als Zip herunterladen.



Weiche

Lautsprecher nah an ihren Grenzen zu trennen, erfordert mehr als nur ein bis zwei Bauteile pro Zweig, damit sich eine passende Addition ergibt. So waren für beide Chassis Filter 3.Ordnung nötig, um sie nur in einem kleinen Bereich gemeinsam tönen zu lassen. Für den W 22 NY 001 brauchte ich zudem noch eine Kompensation des Buckels zwischen 300 und 2000 Hz, die weitere drei Bauteile in einem Saugkreis besorgten. Den schmalen Einbruch um 850 Hz, wahrscheinlich durch die Aufhängung der Membran verursacht und vom Chassis-Konstrukteur zu Gunsten anderer Kompromisse hingenommen, beachtete ich nicht weiter. Sparen konnte ich mir eine Pegelanpassung des Hochtöners mittels Spannungsteiler. Durch seine Schaltung wird er auf das Niveau oberhalb von 10 kHz herunter gezogen, das bei grob 88 dB liegt. Fehlerlos ist die Addition der Zweige, wenn Bass und Hochtöner gegenphasig angeschlossen werden.



Bei 88 dB Schalldruck und dem klanglichen Anspruch, den ich an meine Excel 22 DXT stelle, war die Glättung der Impedanz für Röhrenhörer geradezu Pflicht.



Häufiger Grund für Nachfragen unserer Nachbauer ist der Aufbau der Weiche, die ich am Liebsten auf einem Holzbrett aufklebe. Sie ist in diesem Fall zweiteilig und wurde zum leichteren Verständnis fotografiert.

BassweicheHochtonweiche

Als letzter Teil der Dokumentation darf auch der Einbau der Komponenten in das Gehäuse nicht fehlen.

Alle Teile und Hilfsmittel liegen bereitHeißkleber auf die Unterseite der Hochtöner- ...... und Bassweiche und rein damit in die Box.Ein Weichenteil klebt links, das andere rechts hinten auf der Seitenwand.Zwei Beutel Sonofil füllen die Box komplett, der Bereich um die Reflexrohre bleibt jedoch freiDie Kabel mit der Bezeichnung Terminal + und Terminal - werden mit der Anschlussdose verlötetBeim Bass ist der Pluspol rot markiert, beim Hochtöner findet man ein eingestanztes + neben einem Lötfähnchen

Nach dem Zusammenbau konnte ich die Boxen als Gesamtwerk messen.

     
 Frequenzgang und Phase  Impedanz  Frequenzgang unter 0/ 30/ 60°
     
 Klirr für 90 dB  Sprungantwort  Wasserfall


Klang

Als die Boxen fertig waren, rief ich Hermann an, der augenblicklich samt Doris und einigen Schallplatten zur Hörprobe erschien. Da traf es sich doch gut, dass ich gerade ein neues Schätzchen in den Laden gestellt hatte, in dem Walter Fuchs zwei Tage zuvor mit größter, fachlicher Kompetenz und Messausrüstung mein Benz-System implantiert hatte. "Destiny Incantare" heißt der Drehtisch, den mir Thorsten Langer als Vorgriff auf meine Zeit als Rentner um hoffentlich 20 Jahre zu früh übereignet hat.

Wir begannen mit Neil Young's "Harvest", ein Album, das in kurzer Zeit in Vinyl in alter Aufmachung mit rauem Karton außen und Hochglanz-Innenteil, sowie in Handschrift gedruckten Texten als Neuauflage erscheinen wird. Der Künsler selbst verteufelt die CD in keiner Weise, sagt aber, dass die kleinen Nebengeräusche auf Platte feiner dargestellt werden. Ein guter Test war somit "Heart of Gold", das die Worte des Sängers beim Vergleich mit dem Silberling bestätigte, zugleich auch die der Bluesklasse eigenen, dynamischen Fähigkeiten der Excel 22 DXT bewiesen..Hermann lächelte, Doris registrierte es."Meddle" von Pink Floyd war die nächste Scheibe, die bei "Echoes" anfangs mit viel Ruhe und völlig losgelöst im tiefen Raum schwebenden Schwingungen, später auch mit rockigeren Elementen nicht nur den in der Mitte sitzenden Zuhörer begeisterte. Saubere Bässe, staubtrocken und durchgezeichnet erklangen bei "Telegraph Road", denn Dire Straits mit Knopflers markanter Stimme durfte keinesfalls im Reigen der Erinnerungen fehlen. Die Steigerung in klanglicher Hinsicht gegenüber der sicher nicht schlechten Vorgängerbox war zu deutlich an seinem Gesicht abzulesen. "Schön!" sagte Doris ergriffen, als sie Pavarotti "Nessun Dorma" singen ließ, als wäre es das einfachste auf der Welt. Nein, ein Mitteltöner fehlte nicht, Bass und Hochtöner hatten sich zu einer harmonischen Einheit zusammen gefunden, in der kein Dritter im Bunde von Nöten war.

Als Doris und Hermann sich nach ein paar Stunden verabschiedeten, strahlten beide über das ganze Gesicht. Sie hatten den Kompromiss zwischen Boxengröße und Platzbedarf gefunden, der beide zufrieden machte. "Er hätte natürlich auch große Boxen bauen dürfen, wenn die kleinen nicht gepasst hätte", sagte mir Doris beim Hinausgehen.

Udo Wohlgemuth



Technik Excel 22 DXT

Chassis Excel W 22 NY 001 Holzliste in 19 mm MDF:
  Seas 27TBCD/ GB-DXT  
    46,0 x 30,0 (2x) Seiten
Vertrieb Intertechnik, Kerpen 46,0 x 23,0 (2x) Front/ Rückwand
Konstruktion Udo Wohlgemuth 26,2 x 23,0 (2x) Deckel/ Boden
     
Funktionsprinzip Bassreflex Frästiefe:
Nennimpedanz 8 Ohm Bass: 5 mm
Dämmstoff: 2 Beutel Sonofil HT:    6 mm
Terminal T105SMSNI - T105SMSNI  
     





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