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LittlePrincess

LittlePrincess

Die Tochter der "Queen of Blues" avanciert zur Königinnenmörderin

Best.-Nr. 1385256

929,20 € / Stück
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Details

Bausatz Little Princess mit Eton Lautsprechern ohne Gehäuse Fassungslos, was die kleine Princess für einen Wahnsinnsklang hat. Echt unglaublich, was da aus diesem doch im Vergleich zu den anderen LS relativ kleinem Gehäuse an Klang rauskommt. - Inklusive spezieller Bausatzleiterplatte für sicheren und einfachen Aufbau, - Inklusive Bauteile für die Impedanzkorrektur, - Impedanzkorrektur abschaltbar oder zuschaltbar, - Inklusive Anschlußklemmen, Innenverkabelung, Schrauben, original Sonofil, - Inklusive eng selektierter hochwertiger Audyn Kondensatoren und Spulen, - Inklusive Bauplan

Best.-Nr. 1385256

Merkmale

Wege 3-Wege
Gehäuse Prinzip Bassreflex
Nennimpedanz (Ohm) 4
Kennschalldruck (dB) 90
Höhe (cm) 105,00
Breite (cm) 18,00
Tiefe (cm) 26,40
Anwendung Standlautsprecher
Hersteller / Marke der Chassis Eton
Preislevel 500-1000 Euro

Der Lautsprecherbausatz enthält alle Elektronikbauteile, Lautsprecher, Teile und Zubehör, außer dem Holz für das Gehäuse.

Bilder aus unserer Lautsprecherbau-Community zu diesem Bausatz

AV-Möbel mit LP Center von Tinu
LP Terrazzo von Wieger
Princess von Bakka
24h einwackeln der Eton 7-200/A8/32 HEX von Eric

Bauberichte

Email von Holger (Kurzbericht)

Email von Holger (Kurzbericht)

Hallo Marcus,

Ich hoffe es geht dir gut. Hier ein paar Fotos vom Bau der Little Princesses, die ich vor einigen Wochen fertigstellen konnte. Es hat ein wenig gedauert aber ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Die Mühe hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Das innen Volumen entspricht mit 40 l dem der rechteckigen Form. Ich habe grob berechnet und dann später mit Wasservolumen machgemessen und angepasst, so dass sie bei 105 cm Höhe nur 30cm (aussen) tief sind. Die Wandstärke ist 24 mmm MdF und die Front platte ist 20 mm Sperrholz.

Das Aluminium Blech ist vernietet ( Flugzeugbau) und mit Epoxyd-Harz klebet auf den Grundkörper verleimt. Später habe ich das ganze aussen noch poliert.

Frequenzweiche nach Anleitung und Leiterplatte - simpel und unproblematisch.
Bodenplatte abnehmbar und mit M8 inserts für die Spikes.

Liebe Grüße aus Afrika
Holger

Uwes Little Princess

Uwes Little Princess

 

Die Vorgeschichte

Die Analogtechnik mit Plattenspieler und reichlich schwarzem Gold hatte längst wieder die audiophile Hoheit in unserem Wohnzimmer übernommen. Da man(n) für einen ordentlichen Hörgenuss ein paar vernünftige Lautsprecher benötigt, musste die optisch schön unter dem LCD TV platzierte und mit maximalem WAF ausgestattete Soundbar von Yamaha weichen.

Schnell war klar, dass dem WAF - ehrlich gesagt hatte ich vor Monaten keine Ahnung, dass es für dieses "Problem" einen Begriff gibt - nur Genüge getan werden kann, wenn es gelingt, den Ersatz in Form von Standlautsprechern zur Optik des vorhandenen Mobiliars zu integrieren. Eine individuelle Lösung in Teak musste her und das Wichtigste: einen geeigneten Bausatz galt es zu finden. Die vielen Recherchen im Netz und insbesondere in den diversen Foren brachten diese kompetente Webseite ins Spiel.

Also auf zum gemütlichen Probehören auf der schon legendären Couch. Grundsätzlich klangen alle Lautsprecher besser als alles, was sich je in meinem Besitz befand. Die Soundbar kann hier natürlich nicht als Vergleich dienen aber meine Canton Standlautsprecher oder ein paar ältere Magnat schon eher. Die "kleinen Prinzessinnen" hatten es mir besonders angetan. Auch sollten es für unser Wohnzimmer keine größeren sein, so dass Duetta und Co. nicht in Frage kamen. Die erste wichtige Entscheidung war damit gefallen.

Die Holz-Auswahl

MDF mit einem Teak-Furnier kam nicht in Frage; Struktur im Vergleich zu den anderen Holzmöbeln im Wohnzimmer nicht unruhig genug. Aber eigentlich sollte es ja auch Vollholz sein; wohl wissend möglicher klanglicher Nachteile gegenüber einer MDF-Umsetzung. Zum Glück hat man einen Schreiner in der Familie. Und da auch noch mein Vater voller Tatendrang war, wurde das Bauen auch zu einem kleinen Familien-Projekt. "Wir" suchten fachkundig und fanden in einem Holzhandel in Köln zwei Bohlen in Teakholz. Was ich dafür bezahlt habe, ist längst vergessen. Teak gehört zu den härteren Holzarten, "arbeitet" deutlich weniger als die meisten anderen Arten und so wollen wir uns mit der Verarbeitung besonders viel Mühe geben.



Der Holzzuschnitt

Um das Schwinden und Quellen des Holzes einzuschränken und insbesondere diese angestrebte Optik in Form einer "Stäbchen-Struktur" zu erreichen, werden die auf 27mm gehobelten Bohlen in schmale Streifen geschnitten, individuell zusammengelegt und verleimt.



Im heimischen Arbeitsraum hätte dieser Arbeitsgang vermutlich eine Ewigkeit benötigt. Hat man aber den Platz in einer Schreinerei zur Verfügung sieht das ganz anders aus. Schraubzwingen und Holzböcke soweit das Auge reicht, andere Hilfsmittel wie beispielsweise eine Leimrolle darf ich nutzen und so ist der Vorgang an einem halben Tag erledigt.



Nach einer 24-stündigen Trocknungsphase das Ganze auf ein erstes Maß gebracht, noch einen Gang über die Hobelmaschine und fertig sind Seitenteile, Bodenplatte und Deckel bei mittlerweile noch knapp 24 mm.



Aus den alten Teak-Bohlen sind bearbeitbare Bretter geworden. Die Oberfläche fühlt sich leicht ölig an und das Ganze schaut schon ganz schick aus. Ein kleines Tütchen füllen wir noch mit Sägespänen. Damit lassen sich später mögliche Lücken an den Kanten gut schließen.

Die Fräse- und Gehäusearbeiten

Zur Führung der Oberfräse benötigen wir für jede Chassis-Größe eine Schablone (z.B. aus 6 mm Pressholz), die die Fräse über ein 30 mm-Loch aufnimmt. In die Schablone wird in Abhängigkeit des zu fräsenden Chassis-Durchmessers ein Zentrierloch mit 5 mm Durchmesser gebohrt. Soweit zur Schablone, die wir nun mittels Bolzen mit der Zentrierbohrung der einzelnen Aussparungen für die Chassis verbinden. Kompliziert für einen Kaufmann wie mich. Aber es funktioniert …



Hinweis: Vor dem Fräsen die tatsächlichen Chassis-Durchmesser mit den Angaben auf der Zeichnung abgleichen und für den Hochtöner auf die zusätzlichen Aussparungen für die Anschlussklemmen achten. Die Frästiefe der Chassis erhöhen wir gegenüber den Vorgaben um 5mm, um noch etwas "Fleisch" für das spätere zusätzliche Abrunden der Kanten zu erhalten. Für den Bau des Gehäuses halten wir uns im Wesentlichen an die vorgegebenen Baumaße. Zur Vermeidung der Stoßkanten in der Frontansicht werden Front- und Rückwand ca. 5 cm breiter und die Seitenteile entsprechend gekürzt.

Bauplan mit den finalen Maßen:

Verbaut wurden
HT: 1 x Eton 26HD1
MT: 2 x Eton 3-400/A8/25MG
TT: 2 x Eton 7-200/A8/32HEX

sowie das Bassreflexrohr: HP70

Der Weichenbau

Dank dem Forum hier und der Rubrik "Fragen & Antworten" waren wir gut in die Materie eingearbeitet. Dann noch der ein oder andere Tipp ergänzend zur vorliegenden Bauanleitung und nichts konnte mehr schief gehen. Die Bauteile für die Impedanzkorrektur zum Betrieb an einem zukünftigen Röhrenverstärker verbauen wir direkt mit auf der Weiche für die Tieftöner.



Die Weiche findet ihren Platz auf dem kleinen Brett oberhalb des Bassreflexrohrs und wird mittels zweier Führungsschienen aufgenommen. Damit ist sie jederzeit gut zugänglich und kann durch das Loch des unteren TT herausgenommen werden.

Die Bauteile für HT/MT montieren wir auf eine zweite Weiche, befestigen sie mit Heißkleber auf einem 4 mm dicken Holzbrett (150x300mm, konisch gesägt) und fixieren zusätzlich mit Kabelbindern. Das Holzbrett wird über zwei Leisten 20x20 mm mit 4mm gefräster Nut auf der Rückwand des Lautsprechergehäuses montiert. Die Idee mit der "Schlitten-Montage" stammt aus Maren's Baubericht zur Little Princess. Erweitert haben wir diese Idee noch um die leicht konische Umsetzung, um einen Ausbau der Weiche durch leichtes Anheben zu vereinfachen.

Die Verbindungskabel für Weiche und Terminal verlöten wir an der Weiche. Die auf der Weiche befindlichen Lüsterklemmen nehmen die einzelnen Verbindungskabel der Chassis auf. Die Kabelenden für Chassis und Terminal statten wir mit Kabelschuhen aus. Damit können wir den Arbeitsschritt Weichenbau abschließen und uns dem Zusammenbau widmen.

Zusammenbau und der letzte "Schliff"

Holzlamellen und viel Leim sorgen für dichte und feste Verbindungen und das Sonofil wird großzügig nach Vorgabe platziert. Nachfolgend ein paar Bilder zum Ablauf.




Die Löcher für die Kabel versenken wir etwas, um das Abdichten mit Silikon zu vereinfachen. Zur Vorbereitung auf den finalen Schliff werden die Öffnungen vor dem Verleimen der Front- und Rückwand einzeln mit Pappstücken innenseitig verschlossen bzw. mit Silikon verklebt.



Für den letzten Schliff machen wir uns mit den “Särgen“ noch einmal auf zur Schreinerei meines Schwagers. Die große Bandschleifmaschine glättet insbesondere die Übergänge an den Leimnähten und der Rest wird mit dem Handschleifer erledigt. Die Oberfläche sieht jetzt schon sehr gut aus.



Aber irgendwie wirken die Särge noch etwas langweilig. Wir lassen daher noch einmal die Oberfräse ihren Job machen. Den Längskanten der Rückwand verpassen wir ein leicht rundes Profil, während die Frontansicht etwas mehr Ausdruck verliehen wird, indem die Kannten eine Hohlkehle mit Radius 10mm erhalten.



Der finale Feinschliff erfordert noch einmal viel Handarbeit und reichlich 240er Schleifpapier. Das Teakholz fühlt sich nach wie vor angenehm und leicht ölig an (mir fällt kein besserer Ausdruck hierzu ein). Für das letzte Finish verwenden wir Hartwachtsöl von Zweihorn. Der erste Durchgang wird mit Pinsel aufgetragen (würde ich beim nächsten Mal mit Lappen und deutlich dünner auftragen). Nach 10 min. Einwirkzeit wird das überschüssige und nicht eingezogene Öl mit einem Flusen freien Tuch abgetragen. Der Holzoberfläche gönnen wir 2 Tage Trockenzeit und dann eine zweite Runde 240er und abschließend ein letzter, dünner Auftrag Hartwachsöl mittels Tuch. Nach weiteren 2 Tagen ist noch einmal Handarbeit angesagt: Polieren mit einem Frotteehandtuch bis ein leichter Seidenglanz erreicht ist.

Der große Augenblick rückt näher. Pappe entfernen, Löcher für Befestigung der Chassis vorbohren, Sonofil noch einmal in Position bringen, die Kabelverbindungen der Chassis und für den Terminal mittels Kabelschuhen herstellen, Chassis einsetzen und verschrauben.



Inbetriebnahme und Fazit

Die Lautsprecher werden in Position gebracht und an den Verstärker angeschlossen, Springsteen Vinyl aufgelegt und los geht es. Alles funktioniert einwandfrei und wir sind mit den ersten Höreindrücken mehr als zufrieden.

Nun sind drei Monate vergangen und viele LPs drehten seitdem Ihre Runden. Was heute aus den eingespielten Lautsprechern kommt, ist beeindruckend und ermöglicht mir einen bisher nie dagewesenen Hörgenuss. Geeignete, blumige Umschreibungen hierfür zu finden, fällt mir eher schwer. Vielleicht lässt sich das auf folgende Aussage reduzieren: Heute höre ich einfach “mehr“ (Instrumente und auch Details) und habe dabei das Gefühl, ich bin als Zuhörer eher aktiv einbezogen und Teil des Ganzen. Oder ganz einfach: Musikhören macht mehr Spaß.Eigentlich ärgerlich, dass ich mich nicht viel früher mit einem solchen Projekt befasst habe. Und da man(n) den gleichen „Fehler“ eigentlich nur einmal machen sollte, habe ich das nächste Projekt schon fest im Visier – unser Musikzimmer, eine WAF-neutrale Zone. Nach dem Lautsprecherbau ist bekanntlich vor dem Lautsprecherbau …

Hier noch ein paar Bilder der kleinen Prinzessinnen im fertigen Zustand.




Uwe S.


Gregors Little Princess

Gregors Little Princess


Wie kommt man auf die Idee, Lautsprecher selbst zu bauen?


Der eine bekommt im Laden nicht das, was er sich vorstellt, sei es im Design, Klangbild oder im Preis. Der andere ist gern Heimwerker und verwirklicht seine Vorstellungen. Und da gibt es noch diejenigen, die sich für die Technik interessieren: Zusammenstellung der Chassis, Auslegung von Gehäusen, Konzeption von Lautsprechern. Und es gibt sicherlich noch eine ganze Reihe weiterer Antworten, doch für mich waren es wohl die ersten beiden gepaart mit ein bisschen Freizeit.

Angefangen, hat es in meinen jungen Jahren. Da damals unser Auto ein paar Reparaturen nötig hatte, nahm mich mein Vater mit auf einen Schrottplatz. Statt meine Augen auf Motoren und Getriebe zu werfen, begeisterte ich mich eher für die Lautsprecher in den Türen und den Kofferraumabdeckungen. Also diese heraus geschraubt und mitgenommen. Zu Hause dann einen Stecker drangeknotet, an die Kompaktanlage angeschlossen und was für ein Gefühl – Musik kam raus. Über die Qualität möchte ich hier keine Worte verlieren, kann dies doch ein ungeübtes jugendliches Gehör nicht wirklich beurteilen. Jetzt musste nur noch ein Gehäuse her, aber wie? Da es damals noch nicht in jedem Fernseher, Kühlschrank und Kinderzimmer Internet gab, blieb nur der Weg in die gute alte Uni-Bibliothek und alte vergilbte Bücher zu durchforsten. Nach einiger Lektüre wurde mir damals bewusst: woohhhaaa, die ganze Geschichte kostet nicht gerade wenig.... So wurde dieses Projekt mit ganz großer Enttäuschung – wie es heute so schön heißt – on hold gesetzt.

Im Hinterkopf schwirrten aber immer wieder Lautsprecher herum. So wurden beim Umsteigen an Bahnhöfen einschlägige Audio-Magazine durchgeblättert und auch durch den Siegeszug des Internets ergab sich die Möglichkeit, während Freistunden oder Mittagspausen hin und wieder in Foren und Selbstbauprojekten durch zu klicken- Um die ganze Technik zu verstehen, fehlte mir dann leider doch die Zeit, aber warum das Rad neu erfinden, wenn es doch so viele Vorschläge für den Selbstbau gab?

Im letzten Jahr war es dann endlich so weit: Udos Kompositionen haben mir gefallen und schienen auch ein gewisses Renommee zu haben. Die Fragen waren dann nur: Welche Lautsprecher sollen es werden? Und kann man das Risiko eingehen, einfach zu kaufen, ohne vorher gehört zu haben? Erstere konnte ich mit Hilfe des Größenvergleichs verschiedener Lautsprecher in einem Baubericht ganz gut eingrenzen. Die Lautsprecher sollten nicht so monströs sein. Die zweite Frage war schwieriger: Der Weg aus Süd-Bayern über die Donau ist ein beschwerlicher... Durch einen glücklichen Zufall aber sollte ich beruflich für ein paar Tage nach Nordrhein-Westfalen und der Weg ins Studio war dann nicht mehr so weit. Also einen Termin gemacht und die Hotelbar gegen Eröffnung neuer Horizonte eingetauscht.

Als ich im Laden angekommen bin, war noch Kundschaft auf der Couch und die Duetta zog auch mich sofort in ihren Bann. Also Kinn wieder hoch und die unaufdringlichen, präzisen Luftschwingungen genießen – kein Vergleich zu den zwei Gurken in meiner Wohnung. Aber die Größe! Muss wohl wie bei Pavarotti sein, der fällt auch sofort auf. Der Besucher verabschiedet sich und ich konnte mir nun verschiedene Lautsprecher anhören – hab ich aber nicht. Es war nur die Little Princess. Nun legte er eine seiner CD's ein. Die Kopie einer Brassbanda-DVD für die Autofahrt stellte keine Herausforderung für die Prinzessin dar. Aber so wurde auch ich Fan von Pink Martinis Lilly.

Meine Ohren waren vielleicht so weit, mir zu sagen, das „hört sich gut an“ und das „hört sich nicht gut an“, aber noch nicht so weit, den Unterschied zwischen „hört sich gut an“ und „hört sich richtig gut an“ auszumachen. Aber die Little Princess hörte sich richtig gut an! Vielleicht ist die Duetta ein wenig gediegener, aber hier möchte ich lieber auf die Magazinberichte der anderen glücklichen Besitzern verweisen. Also gleich die Princess oder doch eine günstigere mittelfristige Lösung und später erweitern? Da in der Zwischenzeit auch das benötigte Kleingeld zusammengekratzt wurde und bei der drohenden Inflation eine Investition in Gold unsinnig erschien, war die Entscheidung praktisch schon gefallen.

 

Zu Hause angekommen, Bestellung getätigt, und das Warten beginnt... Warum macht Eton keine Mitteltöner? Egal, Zeit nutzen und schon mal Holz besorgen und Vorarbeiten leisten. Birke Multiplex geölt gefällt mir (Massivholz wurde nicht empfohlen). Abends in CAD über verschiedene Formen getüftelt – Anschlussklemmen hinten wollte ich vermeiden, beim Umzug oder Transport geht dann meistens was kaputt. Nicht dass ich viel umziehen würde, aber sicher ist sicher (Im Nachhinein kann man sagen, dass der vorstehende Schutz der Hochtonkalotte auch nicht so optimal ist, aber jetzt steht wenigstens nur an einer Seite was ab). Dann sollte die Princess ein wenig schlanker wirken, also ein wenig höher bauen und die Anschlussklemmen unten im Sockel verstecken. Da mir die schwarze Front mit hellen Seitenteile bei der original Version gefallen hat und ein Bekannter mir eine dünne Carbonplatte besorgen konnte, musste diese auch eingebunden werden. Die taillierte Form einer Ellipse vom unteren Chassis bis zum Bassreflexrohr verstärkt die schlanke Wirkung und hebt die hellen Chassis schön hervor. Und zu guter Letzt die Seitenteile abrunden mit der Plattendicke als Radius – schlanker geht es fast nicht.

Der Plan stand also schon, jetzt nur noch das Holz. Erstaunlich, welche Preisunterschiede es von Baumarkt zu Baumarkt gibt! Letztlich kann ich nur empfehlen, sich Tischlereien in unmittelbarer Nähe größerer Holz-Fachhandlungen anzuschauen. Dort habe ich das beste Angebot bekommen inklusive aller Fräsungen (vor allem für die Ellipse hat es mich gefreut).



Da meine Eltern in Ihrem Keller und draußen mehr Platz haben als ich in meiner Wohnung, war der Ort des Werkelns auch schon festgelegt! Der Zusammenbau war eigentlich nicht so kompliziert und kann auch in anderen Berichte gelesen werden. Stattdessen will ich hier nur das anreißen, was wirklich schief gelaufen ist und ich beim nächsten Mal anders machen würde.



Die Ellipse musste ca. 0.6 mm in der Frontplatte ausgefräst werden, damit die Carbonlage dann bündig ist. Ich hätte nicht gedacht, dass diese Fräsung dazu führte, dass sich die Frontplatte verzogen hat. Das Leimen würde dann nicht mehr so einfach werden, also doch Lamellos nutzen. Diese Lamellos führten dann dazu, dass ich an den Seitenteilen kein R20 fräsen konnte, da sonst Teile der Lamellos sichtbar würden – doch nur R10... bye bye schlanke Prinzessin!



Leider habe ich mich von meinem Vater (den dann auch die Bastelleidenschaft gepackt hat) breitschlagen lassen, die Fräsungen für die Chassis auch gleich anfertigen zu lassen und dann erst die Carbonlage darauf zu kleben. Dafür sprachen einige Gründe, Probleme waren aber folgende: zum Kleben hatte ich nicht mehr eine vollständige Fläche, was dazu führte, das der Kleber nicht überall gleichmäßig verteilt war und so bei richtigem Lichteinfall kleine „Wellen“ in der Carbonlage zu sehen sind. Das größere Problem war, dass sich die Carbonlage doch nicht so gut hat schneiden lassen. Weder mit Cuttermesser noch mit Dremel konnte ich die Chassisbohrungen fachgerecht ausführen. Blieb nur noch die Möglichkeit Schablonen anzufertigen und mit Schwagers Oberfräse noch einmal ran. Zu allem Überfluss hab ich mich auch noch bei dem Durchmesser der Schablonen verrechnet (und das, obwohl mir der Unterschied zwischen Radius und Durchmesser seit der 6. Klasse bekannt ist! Aber es bewahrheitet sich doch immer wieder: In der Ruhe liegt die Kraft) und habe dadurch der Prinzessin ein Wiedererkennungsmerkmal geschenkt. Seitdem weiß ich aber auch, dass man mit einer Reibahle fräsen kann. Zum Glück hatte ich noch Reststücke der Carbonlage und konnte daraus einen Flicken stanzen.



Um die Carbonlage bei weiteren Arbeiten zu schützen, habe ich diese mit durchsichtigem Klebeband abgeklebt. Natürlich habe ich auch versucht, das Klebeband zu entfernen, um zu schauen, ob es Spuren hinterlässt – und es hat keine Spuren hinterlassen. Als ich jedoch nach den ganzen Arbeiten das Klebeband entfernen wollte, kam die böse Überraschung: es ließ sich nicht wirklich gut lösen und hat überall Rückstände hinterlassen. Seifenwasser ging ganz gut, aber am besten hat Spiritus geholfen. Wahrscheinlich lag es daran, dass das Klebeband zu lange auf der Folie geklebt war.

Nach dem Leimen, Schleifen, Ölen und Klebebandentfernen folgte anschließend die Hörprobe - „hört sich richtig gut an!!“ Und je öfter ich die Prinzessin auf mich wirken lasse, desto klarer wird mir: Sie hat zwar Ecken und Kanten, doch die Inneren Werte sind diejenigen, die mein Herz höher schlagen lassen!



Gregor

Maurizios Little Princess

Maurizios Little Princess

Mae’s kleinen Prinzessinnen

Irgendwann Mitte 2012 war das Bauen von Lautsprechern ein Thema beim wöchentlichen Treffen zu Speis und Trank. Es hat sich schnell herausgestellt, dass zwei Freunde schon gewisse Erfahrungen mit den Werken von Lautsprecherbau.de gemacht haben. Einer der beiden hatte die Queen zuhause und war sehr zufrieden, der zweite war mitten in der Arbeit steckengeblieben und hatte irgendwie die Motivation verloren, das Finish zu machen. Die BlueNote Türme waren fertig gebaut und grösstenteils geschliffen. Es ging also „nur“ noch darum ein geeignetes Kleid fürs MDF zu finden. WAF hat da großes Sagen. So wurde von der besseren Hälfte beschlossen, die Lautsprecher schlicht in weiss zu halten. Ich konnte die Motivation wieder entfachen und mithelfen, die BlueNote doch noch zum Singen zu bringen.

Was das alles mit meinen Prinzessinnen zu tun hat? Ganz einfach. Es hat mir vom ersten Moment an die Ärmel reingezogen und ich konnte nicht anders, als auch was zu bauen.

Ich tigerte lange auf diesen Webseiten herum, informierte mich, verglich und wusste nicht recht, was ich will. Klar, wenn schon, dann gleich was Rechtes. Aber welche?! Ich konnte mich lange nicht entscheiden, bis ich eines Abends den Baubericht von Justus ein weiteres Mal gelesen habe. Da ist ein wunderbarer Größenvergleich der verschiedenen Lautsprecher zu sehen, welcher mir schlussendlich klar gemacht hat, dass es eigentlich nur eines gab. Das Prinzessinnen-Paar!

Gesagt getan! Komponenten im Shop bestellt und kurz Gedanken drüber gemacht, ob ich einfach einen Bauvorschlag nehmen soll oder etwas eigenes kreieren will. Diesmal kam die Antwort deutlich schneller. Ich habe mich rasch für einen Bauvorschlag entschieden und bin mit einem Zettel auf zum Bauhaus, um das MDF zu bestellen.

Voller Freude bin ich mit dem erworbenen Material nach Hause gefahren und habe schon mal alles zusammengestellt. – Um mit Schrecken festzustellen, dass die Teile hinten und vorne nicht zusammenpassten… Mensch ärger dich nicht, zurück ins Bauhaus. Leider nehmen die guten Kollegen kein zugeschnittenes Material zurück. So ist mir nichts übrig geblieben, als nochmals dieselbe Bestellung aufzugeben. Diese kam zwar auch nicht perfekt, aber ich hatte eine gewisse Idee, wie ich die Motivationslücke des Mitarbeiters kaschieren konnte. So gab ich mich mit dem Resultat zufrieden und habe mich wieder aus dem Staub gemacht.

Als es um’s Verleimen ging, konnte ich glücklicherweise auf die Hilfe meiner besseren Hälfte zählen. Es ist zwar keine enorm komplizierte Angelegenheit, aber zwei extra Hände sind immer von Vorteil.

Ich weiss ja nicht, wie es sich mit dem Fugenleim von Udo arbeiten lässt... Aber dieser normale Holzleim birgt schon einige Tücken (Verrutschen der MDF Platten beim Anziehen der Schraubzwingen zum Beispiel). Wie dem auch sei. Wir haben die beiden Boxen gut zusammenbekommen und konnten fürs Erste Feierabend machen.

Mit den beiden Gehäusen habe ich mich bald mal auf den Weg in die Werkstatt gemacht und erstmal die gröbsten Ungereimtheiten weggeschliffen. Anschliessend wurde angezeichnet, wo später die Chassis ihren Platz finden sollten und ich konnte mich mit der Oberfräse ans Werk machen. Der selbstgebaute Fräszirkel hat mit dabei echt Freude bereitet. Bis zum Punkt, wo ich die Flügelmutter nicht hart genug angezogen hab und die Maschine nicht mehr ihren fixen Radius eingehalten hat. – Na wunderbar…

Nach kurzem Nachdenken habe ich die Mutter auf dem größten Radius fixiert und so die ganze Vertiefung in gleichem Masse falsch ausgefräst, um später einen Ring mit dessen Maßen rein zu setzen. Ich lasse dazu einen Band Bilder sprechen.



Ok, die erste, große Hürde war überwunden. Den Fräszirkel habe ich einen Moment angeflucht. Kurz drauf habe ich mich selber angeflucht, da ich das Utensil ja selber gemacht hatte und ging wieder an die Arbeit..

Alles ausgefräst und Platz fürs Terminal gemacht. Fertig. Na ja, zumindest für den Moment. Ich konnte es mir nicht verkneifen, die beiden, noch nackten Prinzessinnen nach Hause zu nehmen und mich an den Frequenzweichenbau zu machen. Die Lautsprecher waren dann auch einen Moment so in Betrieb. Aber das MDF-Kleid ist nicht sehr ansprechend und pummelig wirkten die beiden auch irgendwie. Also kamen sie wieder mit zur Maschinerie.

Was das Kleid anging, hatte ich schon so gewisse Vorstellungen. Eine Möglichkeit, den beiden an den Speck zu kommen, hat sich in einem Gedankensblitz ergeben.



Ok zugegeben, ich hatte es etwas eilig. So ist es passiert, dass ich aus reiner Hast und Ungeduld ein ziemliches Missgeschick produziert habe. Die Handkreissäge hatte eine sehr kleine Auflagefläche, so bin ich im Verlauf des ersten Schrittes immer weiter ins Schnittgut reingekippt. – Das ich einfach die zweite Box als Auflage hätte benützen können ist mit nach dem vierten Schritt in den Sinn gekommen.. Lieber spät als nie.



Mit dem Hobel wurde die Fase wieder ausgeglichen. Aber der Schaden hat mich noch mehr genervt als das mit dem Fräszirkel. Im nächsten Schritt wurde die ganze Oberfläche geschliffen und aufs Furnieren vorbereitet. Furniert habe ich nach der Bügeleisen-Weissleim Methode. Ich bin noch immer fasziniert, dass das so gut funktioniert. Beim Nachbearbeiten bekam ich wieder Hilfe meiner sehr geduldigen Freundin.



Nach dem Schleifen des Furniers blieb nach dem Zusammenbau nur noch eine Aufgabe offen, die Oberflächenbehandlung. Wie schon erwähnt, hatte ich da gewisse Vorstellungen, von denen ich heute ganz klar die Finger weglassen würde. Ich wollte die Lautsprecher lackieren. Eine Bekannte ist Malerin und macht den ganzen Tag kaum was anderes, als Autos zu lacken. Da war ich an der richtigen Adresse. Wir haben uns auf Randzeiten geeinigt, damit ich die Schleifarbeiten selber durchführen konnte und unterm Strich nur das Material und etwas in die Kasse zahlen musste. Im Bild zu sehen vor und nach dem ersten Auftrag (2k Klarlack flüssig um die Poren zu füllen) Das Furnier hat ziemlich viel Lack gezogen. Also wurde die Oberfläche geschliffen und nochmals lackiert. Noch immer waren sie nicht satt, also kam eine weitere Schicht drauf. Richtige Säuferinnen die beiden Prinzessinnen. Erst nach dem vierten Auftrag haben wir einander das OK gegeben, um zum nächsten Schritt zu gehen.

Nun wurde alles nochmals fein geschliffen und die Front abgedeckt. Der ganze Rest wurde weitere dreimal mit einer Mischung aus Klarlack und schwarzem Lack behandelt, bis die Seiten gegenüber der Front dunkel genug waren. Nach dem Trocknen kam noch der letzte Auftrag mit Klarlack über die ganze Box. Das Material hat mich gute 400 Euro gekostet (Lack und Schleifmaterial). Da ist fast so viel Lack drauf wie auf einem Auto. Eine Nerven aufreibende Sache, die ich kein zweites Mal so machen werde. Ich bin mit dem Resultat sehr zufrieden, daran mangelt es gar nicht, aber der Aufwand ist immens. Nächstes Mal werde ich das Furnier mit Öl behandeln.

Da stehen sie nun die beiden Hübschen - Auf einem Thron aus Granit und angefeuert von je einer SymAsym Mono Endstufe. Ein wunderbarer Anblick und ein noch viel besseres Hörerlebnis! Alles wirkt so echt, unangestrengt und klar, als wäre es schon immer da gewesen. Mit dem vorherigen Lautsprechersystem hatte ich nicht annähernd diese Auflösung und solche Details. Es geht so weit, dass ich dachte, einen Fehler beim Bau der Frequenzweichen gemacht zu haben. Ein Geräusch, das stark nach defektem Hochtöner klingt… einfach irgendwie defekt… Aber es hat sich herausgestellt, dass es am Musikstück liegt! Ich hatte es vorher einfach nicht so wahrgenommen!

Ich kann das Abenteuer also vollumfänglich weiterempfehlen!



Grüsse Maurizio

Learnings:
- Holz nachmessen, bevor man es zahlt.
- Einen Falz in die Seitenteile wie beim Original-Bericht; Hätte das Verleimen erleichtert.
- Immer mit der Ruhe. Nicht hetzen und keine Flüchtigkeitsfehler machen.
- Erst furnieren und danach den Platz für die Chassis fräsen… Da ist einiges an Zeit drauf gegangen.
- Nicht mehr lackieren. Falls doch, nicht mit 2k Autolack

Martins kleine Prinzessin

Martins kleine Prinzessin

Martins «Little Princess»

 

Es war Mittwoch, der 5. Dezember 2012. Ich war auf der Suche nach Ideen für ein AV-Möbel. Beim Abklappern der örtlichen Möbelgeschäfte hatte ich nichts Brauchbares gefunden. Daher schaute ich mich mal im Web um. Meine Suche führte mich direkt zu einem grossen Hi-Fi-Forum. Da muss es dann so nach ca. 10 Minuten passiert sein: Ein unbedarfter Klick führte mich auf lautsprecherbau.de und schon hatte ich mir einen „Virus“ eingefangen!


Der wurde sofort aktiv und ich zeigte unmittelbar die ersten Symptome. Diese äusserten sich in stundenlangem Schmökern auf lautsprecherbau.de. Keine zwei Tage später brach die Krankheit vollständig aus! Ich nahm noch an selben Freitagabend um 21:30 per Mail mit Udo Kontakt auf und stellte Fragen zur «Little Princess» - dem einzigen wirksamen Gegenmittel. Seine Antwort erreichte mich noch am selben Abend!


Einige Mails später war die „Medizin“ genau auf mich abgestimmt und die Little Princess bestellt. Gleich mit dazu die Teile für die Gehäuse in 22 mm MDF. Es sollte ja schnell gehen… nur da kamen die Weihnachtsfeiertage! So musste ich noch einige Tage durchhalten. Am Donnerstag, dem 3. Januar waren dann die beiden schweren Pakete da. Patrick, mein Filius, half mir gleich beim Auspacken.


Zum Vorschein kamen die fein säuberlich verpackten Teile, welche wir uns als Lautsprecherselbstbauneulinge erst einmal genauer anschauen mussten.


Noch am selben Abend nahmen wir den Bau der ersten Box in Angriff. Die Gehäuseteile hatten eine 45° Gehrung. Als erstes legten wir sie auf der Werkbank zurecht.

 

Wir beschlossen daraufhin für das Verleimen Klebeband und einen Spanngurt zu Hilfe zu nehmen. Dabei eigneten sich Teile der Schutzkanten aus der Verpackung ideal als Kantenschoner. So gelang es uns die „Kiste“ ziemlich genau zusammen zu fügen.

 

Nachdem der Probelauf so gut geklappt hatte, ging es sogleich ans Verleimen. Dazu benutzte ich wasserfesten Weißleim. Nun war es schon nach 22:00 Uhr und Zeit für die „Jungmannschaft“ Feierabend zu machen. Ich selber wollte eigentlich auch Schluss machen, aber da war er wieder, der Virus! So wurden die Weichen für die Bass-Chassis noch am selben Abend ebenfalls fertig gestellt. Das war ja auch keine grosse Sache. Je zwei Bauteile setzte ich auf Abschnitte aus Weichfaserplatte. Fixiert habe ich sie mit Heißkleber und Kabelbindern.

 

Am Freitag stieg ich gleich nach der Arbeit wieder hinab in den Bastelkeller. Das zweite Lautsprechergehäuse entstand auf dieselbe Art wie das erste. Dies ging schon deutlich flotter von der Hand. Die eingesparte Zeit ging aber locker wieder flöten, weil die Weichen für die Mittel- und den Hochtöner doch etwas komplizierter im Aufbau sind als die der Tieftöner. Glücklicherweise hatte ich noch zwei Lochrasterplatinen, welche perfekt auf ein Versteifungsbrettchen der «Little Princess» passten. Darauf „arrangierte“ ich probeweise die Bauteile gemäss Schaltplan. Hier ergab sich dann auch eine der wenigen Schwierigkeiten. Ich kannte die Farbcodes der Widerstände nicht und musste mich erst mal im Web schlau machen. Den Tipp einfach ein Messgerät zu nehmen und die Widerstände zu messen, las ich leider erst zwei Wochen später. Der darauf folgende Samstag war dann ganz den kleinen Prinzessinnen gewidmet. Ein Grossteil des Morgens ging für den Bau der beiden Weichen drauf. Mit dem Ergebnis war ich aber zufrieden.


Sobald alle Langschläfer aufgestanden waren, warf ich die Oberfräse an und rundete die Kanten der Gehäuse ab. Den ganzen Tag hindurch baute ich weiter an den Lautsprechern. Mein Sohn half mir jeweils bei den Arbeiten, welche eine dritte oder vierte Hand benötigten. Das war vor allem bei allen Lötarbeiten sehr praktisch. So konnten wir abends um 23:00 Uhr den Rohbau abschliessen.


Die «Little Princesses» wurden gleich an ihrem Bestimmungsort aufgestellt. Meine Frau schaute sich gerade im Fernsehen einen Film an. Natürlich durfte sie sich den zu Ende anschauen, hatte sie mich doch die letzen drei Tage boxenbaubedingt kaum gesehen.


Ich schloss die Lautsprecher trotzdem an und erschrak! Hatte ich etwas falsch gemacht? Ich hörte keinerlei Bässe! Was war da los? Nach einem „Kniefall“ vor der linken Prinzessin mit dem Ohr an der Membran war aber klar: Da bewegt sich doch was! Flugs die Lautstärke etwa hochgedreht und es wurde mir klar, wie mies der Soundtrack dieses B-klassigen Bollywood-Streifens war!


Ich musste noch eine knappe halbe Stunde ausharren, dann war es soweit. Der Player bekam von Pink Floyd «The Dark Side of the Moon» ins Laufwerk und bei mir im Wohnzimmer ging nachts um 23:30 die Sonne auf! Danach durften noch AC/DC, Eric Clapton und die Dire Straits die Lautsprecher einweihen. Ich kann nur sagen: „Zum Glück wohne ich in einem Einfamilienhaus!“


Die nächste Woche verbrachte ich jede freie Minute mit einem Dauergrinsen im Gesicht vor meinen unfertigen Lautsprechern. Davon ausgenommen war nur die Zeit, welche ich für den Bau der Abdeckungen aufwendete. Eigentlich sind die Prinzessinnen viel zu schön, um sie mit Abdeckungen zu verschandeln, aber wir haben zwei neugierige „Stubentiger“, welche nur zu gern ihre Krallen an allen möglichen und unmöglichen Stellen schärfen.


Damit die Abdeckungen auch schön passen, fertigte ich aus Fotokarton eine Schablone an. Diese wurde mit einem Klebestreifen an der Box befestigt. So konnte die Lage der Verstrebungen Millimeter genau geprüft werden.

 

Nach dieser Schablone fräste ich die Rahmen aus 15 mm Birkensperrholz mit der Oberfräse aus. Mit derselben Maschine wurden anschliessend die Kanten gerundet. Danach erhielten die Rahmen die Bohrungen für die Befestigungen. Noch vor dem Abendessen (man beachte das nächste Bild) wurden die Bohrungen auf die Lautsprechergehäuse übertragen.

 


Dazu richtete ich den Rahmen auf dem Gehäuse aus und fixierte ihn mit zwei Zwingen. Danach wurden die Löcher für die Befestigungsdübel durch den Rahmen hindurch vorgebohrt. Nun kam der Rahmen weg und die Löcher wurden auf den endgültigen Durchmesser aufgebohrt. So ist ein absolut perfekter Sitz des Rahmens gewährleistet.


Nach dem Abendessen strich ich den Rahmen mit einer matten Acrylfarbe schwarz an. Diese Farbe trocknete sehr schnell und wir konnten schon nach einer halben Stunde mit dem Bespannen beginnen. Unterstützung bekam ich dabei von meiner Frau, welche mir als Hobby-Schneiderin eine grosse Hilfe war. Der Stoff wurde über dem Rahmen leicht gespannt und mit einem Tacker auf der Rückseite angeheftet. Bald schon standen die beiden Prinzessinnen „züchtig bedeckt“ im Wohnzimmer.


Meine Lautsprecher waren somit fertig! Das redete ich mir nun für fast zwei Wochen ein. Schon allein der Gedanke, während Tagen auf den Klang meiner neuen Schätzchen verzichten zu müssen, lies mich die Tatsache verdrängen, dass die Boxen noch lackiert werden mussten. Ich erwischte mich sogar dabei, wie ich plante, die Fertigstellung in den Sommer hinein zu verschieben, weil es dann wärmer wäre, was die Farbe schneller trocknen lassen würde!


Ich befürchtete, dass die Prinzessinnen so nie ganz fertig werden würden und gab mir einen Ruck. Unter der Woche kaufte ich Grundierung und Farbe ein, und wieder an einem Freitagabend demontierte ich die Chassis und verpackte sie fein säuberlich in die aufgehobenen Originalkartons.

Die Boxen bekamen am Boden je vier Bohrungen für die Einschlagmuttern der QTC Spikes von ViaBlue. Diese fand ich bei einem HighEnd-Fachgeschäft in meiner Nähe. Dort sah ich das erste Mal in meinem Leben eine Vorstufe mit zwei Endstufen zum Preis von 35‘000 Euro (war eine Occasion, Neupreis lag bei 60‘000 Euro) – Sachen gibt’s!


Danach verspachtelte ich alle Unebenheiten mit Epoxid-Spachtel und schliff die Gehäuse in mehreren Durchgängen mit immer feinerem Sandpapier. Als Malerwerkstatt wurde die Waschküche auserkoren. Weil es da aber zu kalt war, kaufte ich mir noch einen kleinen Ölradiator, den ich später im Modellbahnkeller einsetzen werde. Da ich für den Boden nicht bei jeder Farbschicht einen zusätzlichen Arbeitsgang mit anschliessender Trocknungszeit einschieben wollte, baute ich mir aus Holzresten und Gewindestangen zwei Bodenplatten. Die Gewindestangen steckte ich in die Bohrungen für die Füsse. So konnte ich, wenn auch mit Verrenkungen, den Boden immer gleich mitstreichen.


Zuerst kam eine hellgraue Grundierung zum Einsatz. Dank dem Ölradiator und der mittlerweile „flauschigen“ Temperatur von 25° Grad in der Waschküche, konnte ich bereits nach drei Stunden die Grundierung überschleifen. Also gleich nochmals mit dem Roller eine Schicht Grundierung drauf und wieder drei Stunden warten und schleifen. So hellgrau, fast weiss hatten die «Little Princesses» unpassender Weise etwas „Unschuldiges“ an sich – dabei wusste ich ja schon, dass sie es faustdick hinter den Ohren haben!


Am Sonntag dann kam die erste, echte Farbe auf die Gehäuse. Das „sündige“ Rot passte schon besser, deckte aber noch nicht ganz. Ich liess die Farbe diesmal fünf Stunden trocknen, bevor ich die Gehäuse schliff. Bei der ganzen Schleiferei wurde mir schnell klar, dass ich es nicht auf Hochglanz anlegen konnte und wollte. Mir gefielen die leichten Unebenheiten im Lack, die von der Rolle stammten. Ich finde, es steht den Boxen sehr gut. So wurden nur die gröbsten Unebenheiten mit feinem Schleifpapier beseitigt, bevor der zweite Farbauftrag erfolgte.


Danach konnte ich an diesem Sonntagabend nicht weiter machen. Am Montag war wieder arbeiten angesagt, aber am Montagabend wurden die Prinzessinnen fertig gestellt! Zuerst wurden die Spikes montiert. Da die Einschlagmuttern im MDF nicht richtig hielten klebte ich sie mit etwas Zweikomponentenkleber in ihre Löcher. Das saß bombenfest.


Die Kabel wurden angelötet und alle anderen Teile kamen wieder an ihren Platz. Wie alles fertig war, stellten wir die «Little Princesses» im Wohnzimmer auf. Seither stehen sie da und erfreuen nicht nur das Ohr, sondern auch die Augen – das würde sicher auch Herr Rach so sehen.


Die Prinzessinnen werden noch kleine Granitplatten anstelle der provisorischen Bretter unter die Spikes bekommen, womit die Behandlung der „Virus-Infektion“ abgeschlossen wäre. Ich kann jedoch schon heute sagen, dass ich noch nicht ganz genesen bin. Ich plane bereits einen völlig unnötigen Ausbau mit einem Center, eventuell zwei Rears – und da wäre doch noch immer dieses alte, potthässliche AV-Möbel unter dem Fernseher!


Damit wäre der Baubericht abgeschlossen. Ich bin mir aber sicher, der eine oder andere möchte noch etwas zu meiner Meinung über den Klang der «Little Princess» wissen. Dazu muss ich vorausschicken, dass ich nicht der Experte bin, welcher über zig Vergleichsmöglichkeiten und womöglich über ein absolutes Musikgehör verfügt. Ich kann nur meine subjektiven Erfahrungen wiedergeben.


Die «Little Princess» klingt für meine Ohren phänomenal! Am ersten Abend hatte ich noch meine 30 Jahre alten Boxen parallel über einen Lautsprecherumschalter angeschlossen. Ich musste fast zwanghaft immer wieder umschalten. Irgendwie war der Unterschied einfach zu verblüffend und kaum fassbar!


Schaut man mit der «Little Princess» Fernsehen, so fällt zuerst auf, dass die Dialoge der Schauspieler viel besser zu verstehen sind. Hintergrundgeräusche klingen teilweise so echt und sind räumlich derart klar ortbar, dass wir anfangs öfters etwas irritiert waren. Einmal war es zum Beispiel das Geräusch einer zufallenden Tür. Meine Frau und ich blickten gleichzeitig nach rechts. Dahin, wo es bei uns gar keine Tür gibt! Aber das Geräusch klang so echt, dass wir es für real hielten und zuerst nicht die Lautsprecher als Quelle vermuteten!


Auch beim Spielen mit der Konsole ist man in einer neuen Dimension unterwegs. Die Soundeffekte springen einen richtig an und der Rennwagen in GT5 brüllt mit einer solchen Vehemenz, dass der Nachbar meint, man hätte sich einen neuen Lamborghini geleistet! Somit kann ich nur zu diesem Fazit kommen: Die «Little Princess» ist genial und klingt auch so!


AV-Möbel und Center und Rears


Die LP standen nun im Wohnzimmer, aber der eigentliche Auslöser, das alte TV-Möbel, stand noch immer dazwischen. Aus Eichen-Leimholz baute ich ein neues. Ich wollte von Anfang an einen Center im Möbel unterbringen. Deshalb sah der Plan in der Mitte ein Fach vor, welches nur mit einem stoffbespannten Rahmen verschlossen wird. Als Center leistete ich mir auch eine LP, bei den Rears knauserte ich und wählte auch wegen dem WAF die SB 12 ACL. Weil die Frau meines besten Freundes bald den 50. feierte und ich noch ein passendes Geschenk benötigte, bestellte ich bei Udo gleich vier Bausätze für die SB 12 ACL.

 

Einen detaillieren Baubericht dazu spare ich mir an dieser Stelle und beschränke mich auf Besonderheiten und Fotos. Anders als bei den ersten LPs bezog ich das Holz nicht vorgefertigt, sondern wollte alles selber machen. Ich baute mir also einen einfachen Fräszirkel, besorgte das Holz im Baumarkt und legte los. So wurden die Gehäuse im Rohbau fertig gestellt, bevor die Teile eintrafen. Den Center grundierte und lackierte ich sogar schon.


Erst als ich die Chassis probeweise in die Löcher legen wollte, bemerkte ich, wie unsauber ich gearbeitet hatte. Zwei der Löcher waren zu klein und zwei hatten die falsche Frästiefe. Kurz: Das Gehäuse war ein wirtschaftlicher Totalschaden! Ich hätte das wahrscheinlich noch „hinbiegen“ können, aber der Aufwand dafür lohnte nicht. Für etwas über 20 Euro besorgte ich mir nochmals das MDF und 24 Stunden später hatte ich den Center fertig gebaut und ins AV-Möbel „verfrachtet“.


Ich habe alle Anschlüsse für Strom, Netzwerk, Sat-TV zentral an der Wand. Das Möbel steht genau vor den Dosen und ist in der Mitte offen. Vorne wird der Bespannrahmen mit vier Möbelschnäppern eingeklinkt. Er verdeckt den Center und den ganzen Kabelsalat, inklusive dem WLAN Access Point und dem Ethernet Switch.


Weil ich bereits wusste, welche Kraft die Little Princess hat, traute ich mich nicht, die Box einfach in das Fach des AV-Möbels zu legen. Ich befürchtete, dass mein Equipment spätestens beim nächsten AC/DC-Konzert zu stark durchgeschüttelt wird. Daher bekam das Möbel vier 7 cm grosse Löcher in das untere Brett gefräst. Durch diese steht ein kleines „Tischchen“ auf 5 cm starken Rundhölzern. Es wurde schwarz gestrichen und oben mit einer Schicht Moosgummi versehen. So „gebettet“ steht der Center direkt auf dem Boden des Wohnzimmers ohne Kontakt zum AV-Möbel.


Als Tüpfelchen auf dem i liess ich mir zwei schwarze Granitplatten aus indischem «Nero Assoluto Extra» mit den Massen 22.5 cm x 28 cm anfertigen, welche unter den Spikes der LP platziert wurden. Das war zwar teuer, aber sieht um Welten besser aus als die provisorisch unterlegten MDF-Bretter.



Damit habe ich das Projekt Boxenselbstbau vorerst abgeschlossen. Mit dem Resultat bin ich mehr als zufrieden. Das gilt auch für die SB 12 ACL. Klar zieht sie gegen die LP den Kürzeren, aber es ist schon erstaunlich, was aus der relativ kleinen Box an Klang herüber kommt. Auch die mit dem zweiten Pärchen beschenkte Jubilarin hatte beim ersten Hören in ihrem Wohnzimmer das mir schon bekannte Dauergrinsen im Gesicht! Ausserdem kann ich ja jederzeit noch zwei LP bauen und vielleicht noch zwei Subwoofer… Ich glaube, da ist er schon wieder – der Virus!

 

Martin

Stonewalls Little Princess

Stonewalls Little Princess

Verblendung

Das Folgende hat wenig mit dem gleichnamigen Roman, denn mit der Vorgehensweise meines Finishs zu tun. Zu Begin jedoch ein paar Worte zum Thema Selbstbau allgemein. Wie bei vielen ist man irgendwann an dem Punkt, an dem das vorhandene Kaufsystem nicht mehr zufrieden stellt und man sich nach etwas Neuem umschaut. Bei mir war es zwölf sehr schöne Jahre ein Teufel Theater 2 und da ich, kaum durch die Haustüre, im Hintergrund immer Musik laufen habe, sollte es nun einfach mal etwas Neues sein. Der Prozess, welcher sich von der ersten thematischen Auseinandersetzung bis hin zum fertigen Produkt bei mir vollzogen hat, ist mit Sicherheit bei vielen Neulingen wie auch bei den alten Hasen recht ähnlich verlaufen. Bei allem Interesse und der stetigen Aufnahme weiterer Informationen zum Thema schwingt im Hintergrund doch häufig die Frage, ob man sich das überhaupt zutrauen kann, oder anders formuliert, bin ich nicht viel zu unbegabt, um so etwas Komplexes wie einen Lautsprecher zu realisieren.

Um die Antwort vorweg zu nehmen - nein ist man nicht - und ich hoffe, dass dieser Baubericht das dem Leser näher bringen kann. Ich versichere, dass ich keinerlei handwerkliche Tätigkeit erlernt habe, zwar ein IKEA Regal zusammen bauen kann, aber kein Abgesandter des Heimwerkergottes bin. Ich denke in dieser Beschreibung werden sich vielleicht viele wiederfinden und, wenn sie ganz ehrlich sind, auch der ein oder andere mittlerweile erfahrene Boxenbauer.

Ergo, meine handwerklichen Fähigkeiten siedeln sich eindeutig, meine Frau kann das traurig nickend bestätigen, am unteren Rand der Mittelmäßigkeit an. Daher habe ich mich wie der ein oder andere circa vier bis sechs Monate mit dem Thema DIY immer wieder beschäftigt, wenn es konkreter wurde, es wieder auf sich beruhen lassen. Der Mut fehlte. Ich habe zu den unterschiedlichsten Boxentypen alles gelesen, was ich finden konnte und als ich mich für meine Favoriten entschieden hatte, jedes Wort, vor allem die jeweiligen Klangbeschreibungen zwei oder dreimal. Als ich dann den Bestell – Button betätigen wollte, schossen mir zwei Fragen durch den Kopf:

Wie viel Zeit werde ich wohl mit dem Bau verbringen? 3 Wochen, 4 Wochen oder gar 6 oder 7 Wochen?

Wie viel Geld investiere ich in dieses Projekt? Sollte da nicht noch ein „fuffi“ Spritkosten drin sein, um mich von meinem Vorhaben selbst zu überzeugen?

Kurz gesagt, ich habe die 220 km einfache Strecke und den besagten „fuffi“ Sprit auf mich genommen und bin mit zwei klaren Favoriten ( die Little Princess zählte eindeutig nicht dazu, da ich ein HK haben wollte ) zu Udo gefahren. Und nun kommen wir zu dem Punkt, der alles veränderte.

Die eigene Hörerfahrung

Als ich von Udo weg fuhr, soviel sei gesagt, waren alle Planungen und jedes eindeutige Vorgehen komplett über den Haufen geworfen. Die eigenen Höreindrücke der Boxen, die ich durch die Klangberichte anderer vorweg ausgewählt hatte, waren ganz sicher nicht, was ich mir auf Grund der Beschreibungen im Kopf ausgemalt hatte. Was ich tatsächlich wollte, hatte ich nicht im Ansatz auf meiner Liste. Also musste ich erst in mich gehen und alles neu überdenken. Eines ist mir dabei klar geworden. Die Gedanken mit dem Mauszeiger über dem Bestellbutton haben mich „gerettet“. Nicht, dass das vorgewählte System schlecht gewesen wäre - Gott bewahre - aber eben überhaupt nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Hätte ich für dieses Ziel zwei Monate im Bastelkeller verbracht, nicht auszudenken. Somit lege ich jedem dringend ans Herz, in Anbetracht des zeitlichen und finanziellen Aufwands und der Tatsache, dass man nicht so oft in seinem Leben seine eigenen Boxen baut, fahrt hin und hört euch eure Favoriten an. Ihr werdet es garantiert nicht bereuen. Doch genug der einleitenden Worte, starten wir lieber mit den Details.

Zunächst habe ich einige User im Forum nach Ihren „Rundbauten“ befragt, da ich keine rechteckigen Lautsprecher bauen wollte. Jedoch kamen mehr und mehr Gedanken zum Finish der Gehäuse hinzu, die mich schlussendlich wieder auf die rechteckige Form zurückbrachten. Ich wollte dennoch etwas „Neues“ ausprobieren. Da ich wie viele hier im Forum auf ein sehr glänzendes Finish in Richtung „Klavierlack“ stehe, habe ich unzähligen Stunden im Internet verbracht. Dabei wurde mir immer klarer, die Genauigkeit und der Arbeitsaufwand, der erforderlich ist, um dieses Ziel in ansprechender Form zu erreichen, ist immens und bedarf großer handwerklicher Fähigkeiten. Aha, da haben wir es wieder. Da war doch was, was ich nicht hatte…

Wie der Zufall es wollte, stand ich eines Tages in einem öffentlichen Gebäude vor einem Aufzug und wartete. Dabei sah ich auf die Verkleidung, welche aus weißem lackiertem Glas bestand. Das war es, etwas das pflegeleichter ist als Lack ( Microfasertuch und Glasreiniger), das nicht so schnell Kratzer bekommt und genauso gut aussieht. Ich war Feuer und Flamme. Genau das ist es, was ich schon so lange suchte. Noch während der Fahrt nach unten nutze ich mein Smartphone, um Infos über das Netz zu bekommen. Bevor ich zu Hause ankam, hatte ich den berühmten Bestell–Button bereits betätigt.

Als das Glas ankam ( es heißt „Lacobel“ und ist auch in sehr vielen, anderen Farben zu bekommen) war ich hin und weg, es spiegelte und glänzte tiefschwarz. Das perfekte Finish, an dem ich meine gesamte Restplanung orientierte. Um dem Glas (die Rückseite des Glases ist in der entsprechenden Farbe lackiert, daher die „Tiefenwirkung“ ) etwas Kontrast entgegenzubringen, entschied ich mich für eine Schallwand aus Edelstahl. Auf Grund der Kosten musste ich jedoch von der Vollmetallvariante zur Holzvariante in Edelstahl-Verblendung umplanen. Die Frontplatten sind 2 mm Edelstahlplatten.

Somit stand das Konzept in Form von verblendeten Front- und Seitenteilen. Das Holz wurde in der örtlichen Schreinerei bestellt und die Fräsungen für die Chassis gleich mit.



Jedoch stellte sich die Zeitersparnis, die Ausfräsungen nicht selbst zu machen, als Fehler heraus. In der Schreinerei hatte man es dann doch nicht so genau genommen, wie von mir gewünscht, und ich verbrachte die ersten beiden Nachmittage damit, die vorgefertigten Löcher mittels Cuttermesser auf die „richtige“ Größe für die Lautsprecherchassis zu bringen. Dies erwies sich als sehr komplexe Angelegenheit, da meine Planung des Finishs vorsah, die heiß geliebten Glasplatten nicht bündig mit der Front abzuschließen, sondern diese rundum einen Millimeter „überstehen“ zu lassen. Das Vergrößern der Löcher musste also immer im Hinblick auf eine genau Zentrierung zur vorhanden Edelstahlplatte erfolgen. Von diesem Arbeitsschritt habe ich leider keine Fotos, da ich mich schweißtriefend und laut fluchend auf dieses Vorhaben konzentrieren musste. Meine Frau besuchte den sonst nie betretenen Bastelkeller, um sich nach meinem Wohlbefinden zu erkundigen.

Erst jetzt begann ich mit dem Zusammenbau der Gehäuse. Zum bloßen Aufeinanderleimen der Bretter muss man keine großen Worte verlieren. Dem Umstand, dass in der Schreinerei parallele Versenkungen für Holzdübel in die Einzelteile gebohrt wurden, ist es zu verdanken, dass ein unabsichtliches Verschieben kaum möglich ist und der Zusammenbau somit definitiv kinderleicht ist. Anbei sei jedoch erwähnt, dass nicht der hier zu recht hoch gelobte Fugenleim zum Einsatz kam, sondern ein spezieller Leim aus dem Schreinereibedarf. Dies hat zwei Gründe, zum einen ist dieser extrem flüssig und lässt sich noch einfacher auftragen, zum andern quillt der Leim leicht auf und bindet luftdicht ab.



Links kann man schön die Konsistenz des Leimes direkt nach dem Auftragen und die eingebrachten Holzdübel sehen. Rechts sieht man, dass auch Zwingen ganz hilfreich sein können.

Kommen wir also in der Trocknungsphase auf die Weichenproblematik zu sprechen. Da ich auch am Lötkolben nicht gerade den Virtuosenstatus erreicht habe, habe ich bereits während der Gehäuseplanung mit dem Aufbau begonnen. Ich habe zwar schon einmal gelötet, jedoch nie nach einem „Schaltplan“. Daher habe ich mir sehr viel Zeit gelassen und innerhalb einer Woche, nach der Arbeit, Stück für Stück vier Weichen für einen Bi-Amping-Anschluss zusammengelötet.

Der mitgelieferte „Schaltplan“ ist leicht zu verstehen und wenn man sich Zeit lässt, bekommt man auch als Ungeübter ein recht passables Ergebnis zu Stande. Hätte mich nicht der Ergeiz gepackt, der mich dazu zwang, auch eine optisch ansprechende Ordnung auf das Weichenbrett zu bekommen, wäre es wohl wesentlich schneller und auch einfacher gegangen. Aber desto mehr man sich mit dem Projekt beschäftigt, umso mehr wächst man mit der Aufgabe. Es kommen Ergebnis zustande, die man vorher so nicht unbedingt erwartet hätte.



Somit konnten die bereits im Regal schlummernden Weichen nach Aushärtung des Leimes ( ist nach einem Tag trocken, nach 5 Tagen komplett ausgehärtet) gleich in die Gehäuse verbaut werden.



Auf dem oberen Bild kann man in den Ecken den aufgequollenen und steinharten Leim erkennen. Die weißen Bretter im Gehäuseinneren dienten zur „Verdickung“ der Gehäuserückwand. In diese habe ich einen „Kanal“ gefräst. Dieser ist 10mm tief, 8mm breit und 600 mm lang.



In diesen „Kanal“ habe ich dann mittels Silikon eine LED Leiste eingeklebt und anschließend die Rückseite und den Gehäuseboden mittels Carbonfolie und Rakel beklebt.



Nun ging es an die mit Hochspannung erwartete Front. Zunächst habe ich alle Chassisbohrungen mit einer schwarzen Sprühdose grob eingefärbt, damit später in eventuell auftretenden Spalten kein MDF zu erkennen ist. Danach habe ich die Lautsprecher final in die dafür vorgesehenen Lochbohrungen eingesetzt. Dazu habe ich alle Chassieschrauben vorgebohrt, damit das MDF nicht reißt. Dann wurde die Edelstahlplatte mittels Spezialkleber aus dem Baumarkt auf die Front aufgebracht. Danach durfte  das Ganze einen Tag aushärten.



Nachdem die Frontblende ausgehärtet war, habe ich mit den Glasseiten begonnen. Da ich nun ein Maß hatte ( die Frontblende mit beidseitigem Überstand ) konnte ich die Glasplatten daran auszurichten und mittels Spiegelsilikon aufzubringen. Auf Nachfrage wurde mir vom Lieferanten des Glases dringend empfohlen, einen speziellen Kleber zu verwenden, der später nicht durch die Beschichtung kommt. Auch der von mir geplante „Überstand“ der Glasplatten konnte durch leichte Korrekturen mittels Unterlegmaterial realisiert werden. Die weiter oben zu sehende Polklemmenplatte für die Bi–Amping–Schaltung, auf der sich auch die Anschlüsse für die integrierte Beleuchtung befindet, sowie eine Plastikabdeckung für die LED-Leiste wurden montiert. Und ja, spiegeln tun die Seitenwände auch…


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Und fertig ist die Little Princess. Tja und nun zum Klang. Dass ich nach meinen eigenen Erfahrungen nicht so viel von Klangberichten halte, dürfte klar sein. Da dies jedoch zu einem Baubericht dazu gehört, komme ich nun nicht daran vorbei. Leider fehlt mir neben den göttlich eingegebenen, handwerklichen Fähigkeiten auch die dafür sonst herangezogene blumige und wortschwere Formulierungsfähigkeit. Dennoch versuche ich mich daran, um den Leser nicht zu enttäuschen.

Aufgelegt wurde von George Michael „Don`t let the sun go down on me“, Hanne Boel “Child of Paradise” und Matchbox 20 “3.A.M”. Alle Songs habe ich unendliche viele Male gehört, aber in einer solchen Reinheit, Klarheit und Kraft schallten sie noch nie durch mein Wohnzimmer. Die Höhen so klar, die Mitten so präzise und der Bass einfach nur sauber. Ein Sound, der einen sprachlos macht. Man lauscht tief konzentriert jedem einzelnen Ton und hört nicht nur Musik im Hintergrund. Der Klang erfüllt selbst bei kleiner Lautstärke ( -25 db ) den Raum, man kann jeden Ton klar hören und sich dennoch, wenn gewünscht, mit jemandem über das Gehörte unterhalten.

Was soll ich als persönlichen Eindruck noch schreiben. Ich bin froh „so weit oben“ eingestiegen zu sein, denn wenn man schon alle Bedenken über Bord wirft und sich an dieses Projekt wagt, dann sollte es am Ende auch genau dem gewünschten Ziel entsprechen. Und das tut es, und wie, Musik ist eine ganz neue Erfahrung, ein neues Erlebnis. Eigentlich war das Thema Musik ein wenig hinter der Heimkino Dolby Digital trallala Welle in den Hintergrund gerückt. Nun ist Musik wieder viel mehr als nur eine „Begleiterscheinung“, nun höre ich wieder im reinen Stereo und wehe jemand fasst den Dolby Digital Programmschalter auch nur an. Einfach Klang, Kraft, Reinheit und pure Freude.

Ihr denkt über den Selbstbau nach, ihr zweifelt? Tut es, es lohnt sich. Ich denke, dass man ein ordentliches Ergebnis erzielen kann und dass meine flammende Begeisterung kaum zu verbergen ist. Nun muss ich Musik hören, und ich werde nichts anderes zwischendurch erledigen, nur hören.



Bedanken möchte mich an dieser Stelle bei Maren und Dieter, die mich durch hilfreiche Beratung auf den richtigen Weg gebracht haben, auch wenn das Ergebnis am Ende ein anderes geworden ist. Bei Udo für die unerschütterliche Geduld und Schnelligkeit, auf die er auf alle Fragen reagiert hat. Schlussendlich noch bei meiner Frau, die einen boxenbauenden Mann ertragen hat, der sogar im Schlaf über Abmessungen und Schalldruck gesprochen hat.

Stonewall

Little Pricess von Justus

Little Pricess von Justus

Die kleine Prinzessin - was sonst!

Eigentlich bin ich noch ein ziemlicher Neuling, was den Lautsprecherselbstbau angeht. Aber wie so viele hier hat mich der Virus schnell erfasst und nach meinem ersten Hornlautsprecher musste ein neues Projekt her - das gebaute Horn war sehr groß und eigentlich nicht wirklich Wohnzimmer tauglich. Also habe ich auf dieser Webseite gestöbert, gelesen und verglichen. Ich suchte eine Standbox fürs Wohnzimmer und „wenn schon, denn schon “Bluesklasse“. Da es erst mein zweites Projekt ist, wollte ich erst einmal nicht zu viel Geld ausgeben und landete so bei den SB Acoustics Bausätzen. Die große Frage war dann bloß: Welcher Bausatz ist der richtige für mich? Ich schwankte zwischen SB 36 und der SB 240. Die Entscheidung aus der Ferne fiel mir sichtlich schwer. Da half nur eins – Probehören. Anfang Januar ging es dann mit meinem Kumpel Julian zum Hörstudio Bochum, um mir das ganze mal anzugucken bzw. anzuhören.

Nach rund 300km Fahrt kamen wir endlich an. Da die die SB 36 leider nicht verfügbar war, haben wir mit der SB 417 angefangen, die laut Udos Beschreibung sehr ähnlich klingt, jedoch druckvoller als die SB 36 ist. Nach den ersten Liedern dachten wir „Ja, das klingt schon sehr gut“. Nachdem Julian besonders an dem Röhrenverstärker und dem Plattenspieler Interesse zeigte, entdeckte er eine schmale Box, die ihm sowohl in der Größe und Optik sehr gefiel. „Die ist aber klein – die würde ich auch zu Hause durchkriegen“ hieß es auf einmal. „Können wir die mal hören?“

Die kleine Box war schnell angeschlossen und schon nach den ersten Tönen fiel uns beiden die Kinnlade runter. Der WOW-Effekt hatte voll zugeschlagen. Einfach phänomenal, wie ausgewogen und lässig die Kleine aufspielte. Wir beide – noch Neulinge in Sachen Hi-Fi, waren sehr beeindruckt von der schon viel beschriebenen „Bühne“, die uns dargeboten wurde. „Hol doch mal die Band hinter der Mauer hervor!“

Hier der Kommentar von Julian:
Wie Justus eingangs schon richtig geschrieben hatte, sind mir diese Lautsprecher durch die angenehmen Dimensionen aufgefallen. Ich hatte mich bis jetzt noch gar nicht mit Udos Internetpräsenz befasst und daher konnte ich mir unter den verschiedenen Namen der Lautsprecher, insbesondere des Namens Little Princess nichts vorstellen. Daher war ich verwundert, als mein Kommentar „...ach die würden mir auch gefallen...“ bei den anderen, besonders bei Udo, ein Schmunzeln hervorrief. Das klangliche Erlebnis hat Justus ja schon treffend beschrieben. Nun war ich ja nicht mit in den Laden gefahren. um mir Lautsprecher anzuhören, die ich dann auch bauen wollte. Eigentlich wollte ich überhaupt keine bauen, sondern nur mal anhören, was der Selbstbau so zu bieten hat. Aber jetzt werde ich doch sparen, um mir hoffentlich Ende dieses Jahres auch eine Version der Little Princess in mein Wohnzimmer stellen zu können.

Besonders die Höhen gefielen mir im Vergleich zur SB 417 noch besser. Der Sound war klarer und präziser, was ich sehr schätze. Ich ahnte zu diesem Zeitpunkt schon, dass das ganze Unternehmen teurer werden könnte, als ich zunächst angenommen hatte. Auf meinen Wunsch wurde danach die SB 240 angeschlossen. Sofort merkte man den deutlich präsenteren Bass im Vergleich zur SB 417 – für meinen Geschmack jedoch ein klein wenig zu viel. Die nächste Stunde wurde dann nur noch die Little Princess gehört und für mich stand fest, „ganz oder gar nicht“ und „Qualität hat ihren Preis“. Zu Hause angekommen, wanderten also noch am gleichen Abend zwei Little Princess-Bausätze aus dem Shop in den Warenkorb.

Gehäuse

Große Experimente wollte ich bei dem hochwertigen Bausatz nicht eingehen. Nachdem ich das Gehäuse am Computer konstruiert hatte, bestellte ich die Zuschnitte deshalb bei meinem Schreiner.



Das Design entspricht fast 1:1 dem Originaldesign. Die 19mm Seitenwände aus MDF sind einfach stumpf aufgesetzt, alle Teile dazwischen sind auf Gehrung gesägt und aus 22mm MDF. Dank Flachdübeln war das Gehäuse schnell und ohne Probleme zusammengeleimt.



Da ich den MDF-Look nicht so schätze, sollten die kleinen Prinzessinnen ein glänzendes Kleid in schwarz-weiß erhalten. Mangels Räumlichkeiten und Erfahrung gingen die beiden dann in eine Autolackiererei.

Weiche

Da ich keinerlei Löterfahrung besaß, hatte ich etwas Respekt davor, die Weiche zu bauen. Das Löten war dann allerdings doch nicht die große Schwierigkeit. Das Problem bestand vielmehr darin, alle Bauteile der Weiche auf die hintere Versteifung zu bekommen (die vordere Versteifung sollte ich nach Rücksprache nicht nutzen, weil das Bass-Chassis und sein Magneten zu nah ist). Ursprünglich wollte ich alle Bauteile schön geordnet auf einer Lochrasterplatine anordnen. Aufgrund des Platzmangels wurde aber ein kleines 3D-Puzzle daraus. Das sieht natürlich nicht sonderlich schön aus, funktioniert aber - und das ist ja schließlich die Hauptsache. Ich war sehr erleichtert, als ich beide Weichen angeschlossen hatte und sie auch beide funktionierten.



Nach 2-1/2 Wochen war dann die Lackierung fertig. Die 2 Seitenwände waren schnell verleimt, die Weichen festgeschraubt und das Sonofil  an seinem Platz. Fehlten nur noch die Chassis, das Reflexrohr und die Polklemmen. Auch dies ging zügig von der Hand.

Klang

Beide Lautsprecher waren Samstagnachmittag fertig. Samstagabend stand schon Kumpel Julian für die Qualitätskontrolle bzw. den Klangtest vor der Tür: Was soll ich sagen bzw. schreiben, was ich nicht schon am Anfang des Bauberichts gesagt habe… Die Lautsprecher klangen fast so, wie ich sie aus dem Laden in Erinnerung hatte. Fast? Ja, leider nur fast. Zur Zeit weiß ich nicht, ob es an meinem Verstärker der Einsteigerklasse liegt, der untenrum etwas wenig Druck hat, ob meine Raumakustik das Problem ist oder ob sich die fehlende Einspielzeit noch negativ auswirkt. Wahrscheinlich ist es eine Kombination aus allem, die dazu führt, dass sich der Bass zurückhaltend anhört. Dies werden aber weitere Tests zeigen. Es ist aber auf jeden Fall Meckern auf sehr, sehr, sehr hohem Niveau. Sollte es am Verstärker liegen, kenne ich ja schon eine Röhre die bestens mit der Little Princess harmoniert. Ich denke aber eher, dass meine Dachschrägen das Hauptproblem sein werden…da hilft dann nur ein Umzug. Beeindruckend ist für mich aber immer wieder, was für ein sagenhafter Klang aus so einem kleinen Standlautsprecher kommt. Anbei nochmal ein Größenvergleich.



Vielen Dank für die coole Seite und die Community, die immer hilfreich und geduldig auf alle Fragen geantwortet haben. Die Little Princess ist ein super Bausatz, an dem ich noch lange Freude haben werde – vielen Dank für die Entwicklung. Weiterhin auch vielen Dank an Julian, der tapfer 6 Stunden mit mir im Auto durchgehalten und auch beim Schreiben des Berichts geholfen hat. Besonderer Dank gilt jedoch meiner Freundin, die mir einen der beiden Lautsprecherbausätze zum Geburtstag geschenkt hat, nachdem sie gemerkt hat, wie begeistert ich davon nach dem Besuch war.

Und wie geht es weiter? „Nach dem Selbstbau ist vor dem Selbstbau“ würde ich sagen. Der Lautsprecherselbstbau lässt mich nicht los. Da ich jetzt auch dem Eton-Sound verfallen bin, würde ich am liebsten ein Paar Eton-Lautsprecher für meinen PC bauen. Vielleicht wird da ja dieses Jahr noch etwas passendes Kleines vorgestellt, so dass unterm Weihnachtsbaum ein Paar neue Schmuckstücke stehen können.

Justus

Leserprojekt: Fünf Prinzessinnen

Leserprojekt: Fünf Prinzessinnen

 

Fünf Prinzessinnen

Es war einmal ...so fangen in der Regel liebgewonnene Märchen an. Aber manchmal werden Märchen auch wahr, ich kann euch jedenfalls von einem solchen Fall berichten. Doch vorab möchte ich mich für die miese Qualität der Bilder entschuldigen. Ich kann einiges, nur gehört Fotografieren leider definitiv nicht dazu. Und so konnte ich nur mit der Handykamera ein paar Schnappschüsse machen.

Alles begann vor der EM2008, als ich mir einen adäquaten Fernseher zulegte, einen auf dem man in der Totalen kontrollieren kann, ob die Jungs auf dem Platz ordentlich rasiert sind oder nicht. Schönes Bild aber quäkender Ton, also schwupps noch einen AV-Receiver incl. BluRay Player und China-Boxen zugelegt ... und schon war ich infiziert! Infiziert vom Surround Erlebnis! Leider konnte der Virus bei der Musikwiedergabe nicht wirklich überspringen, zu limitiert waren die Geräusche aus den Plastik-Dingern! Man ertrug's halt, aber Ende 2009 war es dann doch genug.

In Gedenken an eine Leidenschaft in meiner Jugend-Sturm-und-Drang-Phase, ich hatte für mich und alle Menschen in meinem Umfeld mehr oder weniger gelungene Lautsprecher-Boxen gebaut, meist sehr groß und wuchtig, wie's damals halt so angesagt war. Allerdings waren seitdem mehrere Jahrzehnte ins Land gegangen und ich traute mir keine Eigen-Kreationen auf dem Stand der Technik 2009 mehr zu. Also begann ich mit der Recherche und wurde schnell auch auf Udo aufmerksam. Da Bochum nicht ganz so weit von mir weg ist, fuhr ich dann eines Tages einfach mal hin. Im Fokus hatte ich damals die SB36er, nicht allzu wuchtig aber doch mit Schmackes, so schien es nach den Vorberichten. In der Hörprobe vor Ort empfand ich meine Vorauswahl als durchaus gelungen, denn auch die damalige "Queen" konnte mich nicht vollends überzeugen: Toller Top-Klang ohne Zweifel, aber der weichgespülte Klang des ER4, der zudem recht stark vertikal bündelt, nee das war nicht mein Fall, schon gar nicht in Bezug auf Surround. Denn davon wollte ich nicht mehr ablassen, zu toll sind die heutigen Möglichkeiten über Audio-BluRay/DVD oder SACD. Stereo? Naja, wenn's nicht anders geht, aber eigentlich eine Technologie aus Zeiten, als man es noch nicht besser konnte. Für mich jedenfalls.

Doch die 36er fanden nicht zu mir, weil, ja weil meine Töchter mir überraschend im Halbjahresabstand mitteilten "Papa, ich ziehe aus ..." und mich das folgende Jahr mit heftigstes Renovieren körperlich, mental und finanziell ausbrannte. Doch vor einem halben Jahr war es dann wieder so weit, das Feuer loderte erneut. Allerdings legte sich der Focus nun mit der Aussicht auf eine Finanzspritze auf die Eton-Blues-Klasse. Die Entscheidung fiel letztlich auf die Kera 360.2 und mit der Absicht, diese einem letzten Check zu unterziehen, pilgerte ich dann erneut nach Bochum.

Doch es kam alles ganz anders: Zeit war seit meinem letzten Besuch ins Land gegangen, in der Udo alles andere als untätig gewesen war. Und so standen sie nun da, als ich den Laden betrat, die beiden hübschen, und gurrten mich an "Nimm uns mit ..." In der Tat, ich trat damals ein und sie spielten gerade, natürlich, wie ich mittlerweile weiß, und mir war SOFORT klar: Das sind sie!

Nur, ich wollte ja Surround, und meine Liebste machte mir zu Hause unmissverständlich klar, dass keine wie auch immer geartete, senkrechte Version eines Centers in Frage kommen würde. Was folgte waren einige Diskussionen mit Udo (Zitat ungefähr: "Ich mach da demnächst was mit kleinen Sateliten und Subwoofer für Kino zu gucken ...") um ihn davon zu überzeugen, dass man hervorragend mehrkanalig Musik von BluRay oder SACD hören könne. Da ließ er sich letztendlich erweichen und ebnete den Weg ("Wenn Du das Gehäuse baust, passe ich die Weiche für den Center an") und (" ... mit der Wand im Rücken, ja da geht wohl auch ein geschlossenes Gehäuse ..."), immerhin ein Kompromiss, denn irgendetwas mit 5er Chassis anstelle der 7er, nein, soweit wollte er dann doch nicht gehen ("... die passen nicht zusammen ...").

Mir war es auch so recht, und so fing ich an, die Gehäuse zu planen. Nein, Sechsplättler kamen für mich nicht in Frage, ich muss mich immer besonders quälen. Und so war schnell klar, abgerundete Wände müssen sein. Nur leicht, aber immerhin, auch schon schwierig genug, denn zur Realisierung standen mir lediglich gefühlte 2qm in meinem Kellerloch zur Verfügung. Aber in Sandwich Bauweise, ja das sollte gehen. Und, das hatte ich schon damals vor zwei Jahren ausgeklügelt, Schallwände aus Aluminium sollten es werden, denn mein bester Kumpel Chris hat gleich mehrere, hervorragend geeignete Fräsautomaten und damals sofort signalisiert "da mach ich mit!". Und, ich wäre nicht ich, wenn ich nicht als besondere Gemeinheit oben drauf die Forderung an mich selbst stellen würde, dass von aussen keine Schrauben zur Befestigung der Schallwände zu sehen sein sollten, dazu später mehr.

Um zu sehen, was geht, fertigte ich zunächst komplett in Handarbeit einen Versuchsträger an und entwickelte dabei eine geeignete Methode für die Seitenwände, Sandwich in Leistentechnik.



Da durch die kleinen Ausschnitte für Hoch- und Mitteltöner maximal Kleinkinderhände durchpassten, dachte ich mir eine Methode aus, bei der die Schallwände in diesem Bereich lediglich eingehakt werden sollten. Durch die Tieftöneröffnungen konnte man dagegen gut hineingreifen und von innen Schrauben anbringen.

Nun hieß es, konkret werden, also erst einmal Sketchup installieren und begreifen lernen (Uff ist das umständlich, aber immerhin für lau ...) und zwei Entwürfe (Center und die Anderen), anfertigen. Schließlich standen die Entwürfe, aber mir wurde schnell klar, dass das was mit Serienfertigung zu tun haben, und, nur von Hand gemacht, wohl kaum befriedigende Ergebnisse liefern würde. Also legte ich mir eine Oberfräse zu (... wird ja schon nicht so schwer sein ...), ließ Holz im Baumarkt zuschneiden und begann zu bauen.

Zunächst der Center, denn Udo brauchte ein Gehäuse, um die Weiche anzupassen. Und warum ein Provisorium bauen, wenn die Schallwand eh verschraubt werden soll. Um es kurz zu machen, es wurde eine Zeit höchster Entbehrungen gepaart mit Momenten tiefster Frustration, denn der Annäherungsprozess zwischen mir und der Oberfräse vollzog sich über einen dornigen Weg, auf dem ich sie lieben und hassen gelernt habe. Letztendlich war das Gehäuse dann doch irgend wann soweit fertig. Aber weil es in insgesamt drei geschlossene Kammern unterteilt war und ja irgend wie die Anschlußkabel zur Weichenanpassung herausgeführt werden mussten, kam zunächst eine provisorische Schallwand aus MDF drauf.

Das Ganze wurde Udo überbracht, der dann über's Wochenende eine Klangkreation hinzauberte, von der ich total hingerissen bin. Man kann praktisch überall im Raum, ohne die Gängelung eines "Sweet-Spot" und ohne wahrnehmbare Verfärbungen, gleichermaßen gut eine absolut realistische Wiedergabe auch und besonders von Stimmen genießen, so dass mich immer wieder eine Gänsehaut überzieht, sämig und klar. Mittlerweile, mit der endgültigen Schallwand und eingespielten Chassis, ist das Ganze zur Perfektion aufgelaufen. Tagesschau gucken? Klangerlebnis pur! Genesis remastert auf SACD, Peter Gabriel auf den Center gemischt? Unglaublich! Und immer so weiter, egal was für Anforderungen, der Center ist einfach eine Wucht!

An dieser Stelle ist mein Leserprojekt "Center zu den Prinzessinnen" beendet, Udos Messungen könnten somit den Abschluss des Berichts bilden.

Messdiagramme:

     
 Frequenzgang und Phase  Impedanz  Frequenzgang unter 0/ 15 °
     
 Klirr für 90 dB  Sprungantwort  Wasserfall



Aber nur einen Mittellautsprecher stellt sich niemand in sein Zimmer, es gehört auch der passende Rest dazu. Deshalb geht es selbstverständlich chronologisch weiter.

Chris und seine Maschinen waren in der Zeit sehr "busy", so dass ich in aller Ruhe die Serienproduktion der vier restlichen "Mädels" angehen konnte, ohne in mentale Hektik wegen des "unbedingt schnell fertig werden Wollens" zu verfallen. Nach den z.T. bitteren Erfahrungen, die ich beim Bau des Center machen musste, und die ich aus hoffentlich nachvollziehbaren Gründen nicht dokumentiert habe, wurden zunächst jede Menge Frässchablonen angefertigt, um die Baumarkt-Zuschnitte in Form zu bringen und mit Fugenleim (Danke an diverse Vorberichter für den Tipp) und der Kraft der zwei, ähh, der vielen Schraubzwingen zu Gerippen zusammengefügt.





Die komische Form der oberen Aussparung ist meiner Klemm-Idee zur Befestigung der Schallwand geschuldet und sollte später noch eine Rolle spielen. Die aufgeleimten Ringe sollten als Ansatzpunkte zum Einhebeln der Schallwände dienen. Da ich später an manche Stellen gar nicht mehr, und an andere nur noch schlecht herankommen würde, klebte ich die bitumenfreien Dämmplättchen vorab auf die Innenflächen der Seitenwände. Nach tagelangen Leimorigien (Ich konnte immer nur eine Leimung nach der Anderen ausführen, und es waren sehr, sehr viele) waren dann irgend wann die Gehäuse im Rohbau fertig.



Die Gehäuse blieben von unten offen und somit mussten noch Bodenplatten ("Entenfüße") her, immer alles in Serie. Nach erfolgreichem Veredeln mit m.E. nach wunderschönem Mahagoni Furnier, das von meiner lieben Gattin persönlich ausgesucht und möglichst Farbneutral mit Clou 1-Komponenten wasserbasierenden Lack versiegelt wurde, standen sie dann in Reih und Glied im Wohnzimmer und warteten auf die Schallwände. Doch die ließen auf sich warten, Chris hatte wirklich sehr viel zu tun und ich ein schlechtes Gewissen, ihn deswegen zur Eile zu mahnen.



Doch ich konnte mir die Wartezeit mit dem Zusammenlöten der Netzwerke versüßen und die Vierlinge schon soweit vormontieren.



Ach ja, das will ich nicht vorenthalten: Ich gönnte mir den Luxus und ließ vom Schildermacher kleine Aluminiumplättchen gravieren, die ich bündig einfräste (mittlerweile haben das Oberfräs-Biest und ich gelernt uns respektieren und es macht weitestgehend das, was ich möchte, häh, häh) und in die ich die Anschlußklemmen montierte. Sieht Klasse aus, oder?



Die unteren Teile der Gehäuse habe ich mit furnierten Platten verblendet, natürlich auch gerundet, in die dann die Reflexrohre eingepresst wurden. So, nun war ich endgültig so weit,



doch Chris war immer noch "busy". Also nutzte ich die Zeit um auf Geheiß meiner Liebsten die "Entenfüße" durch etwas dezentere Kreationen zu ersetzten, die zudem noch durch eine zierliche Aluleiste verschönert wurden. Auch hatte ich alle Zeit der Welt, um noch ein paar Abdeckungen anzufertigen, weil's sonst doch ein wenig zu technisch wirkt, in der guten Stube.



Endlich war es dann so weit, die Schallwände waren da, erst die des Center und dann nacheinander auch die restlichen vier. Nun konnte es endlich an die Endmontage gehen. Ich habe die Schallwände mit RAL7016 Acryllack behandelt, passend zu den Schieferplatten auf denen die Anlagen-Komponenten ruhten, übrigends absolut gewollt mit sehr rauem Finish, denn die Boxen sind im ganzen Finish sehr matt gehalten.



Unschwer ist zu erkennen, dass nun doch Schrauben die Schallwand durchdringen, und das kam so:

Bei dem Center waren sie immer schon geplant,



aber als die Erste der vier Anderen in Klemm-Methode montiert war und die ersten Töne aus den Chassis drangen (... was für ein Moment!!!) zitterten die oberen, geklemmten Teile der Schallwand stärker als die Membranen der Chassis. Mann, oh Mann, sind die kleinen Dinger kräftig! Somit war klar, da musste ich noch mal ran! Ganz schön geschwitzt hatte ich, als die fertigen Schallwände wieder demontiert und danach durchbohrt werden mussten, zumal ich nicht wusste, ob meine Handbohrmaschine die Zapfsenkung für die M8 Inbusschrauben schaffen würde. Sie hat sie geschafft, allerdings konnte ich die Bohrungen nicht ganz oben einbringen, da dort ja die "komischen" Aussparungen für die Klemmböcke sich über die gesamte, lichte Weite der Box erstreckten und kein Material für die Aufnahmen der notwendigen Einschlag-Muttern mehr vorhanden war. Nun sind die Schallwände bis zu den Schrauben absolut ruhig! Aber, was fast unglaublich erscheint, die restlichen 10 oberen, "freien" Zentimeter schwingen immer noch lustig mit, und das bei 20mm starkem, massiven Aluminium! Lehrgeld halt!

Letztlich war auch das geschafft und erstmals konnten alle zusammen musizieren.



Seitdem sind nun einige Wochen vergangen, ein neuer Receiver treibt Front- und Centerlautsprecher im Bi-Amping Modus an (hat ganz schön lang gedauert, das zu konfigurieren, da der PIO lange der Ansicht war, dass die Phasenlage der Boxen nicht stimmen würde, sich aber nach einigen Tagen Einspielzeit beruhigte und ein nahezu perfektes Einmess-Ergebnis ablieferte) und der Klang wird immer noch von Tag zu Tag besser.



Mann, Udo, weißt Du überhaupt WIE gut Deine Kreationen klingen können? Sorry, aber in Deinem Laden mit den ganzen anderen Boxen darin kann man das bestenfalls erahnen, aber NIEMALS in seiner ganzen Pracht erleben! Ich muss es mir einfach verkneifen, hier irgendetwas Tiefschürfenderes über den Klang zum Besten zu geben. Es würde mir niemals auch nur annähernd gelingen, den fünf Mädels gerecht zu werden. Im Stereo Betrieb schon sensationell, wird im Surround alles, aber auch wirklich alles, was ich bislang zu Gehör bekam, in den Schatten gestellt (obwohl die örtlichen Gegebenheiten alles Andere als eine optimale Aufstellung ermöglichen)!

Der PIO schafft es, den Subwoofer derart homogen einzubinden (in 5.1 Abmischungen wird der Sub immer mit eingebunden), dass er phasengleich und nahezu unhörbar das Klangbild im Frequenzkeller (bis max. 50Hz) ergänzt und somit die Wiedergabebühne mächtig erweitert. Du schwebst bei geschlossenen Augen in Musik, ohne zu wissen, woher sie kommt, sie ist einfach da und die Musiker besuchen dich leibhaftig zuhause in deinem Wohnzimmer. Mehr geht nicht!



Dieter

Marens Little Princess

Marens Little Princess

 

Baubericht “Little Princess” von Maren

 

Es muss so im November 2011 gewesen sein, als ich eigentlich auf der Suche nach einer Bezugsquelle für Audio-Kondensatoren war, um dem DAC meines Netzwerkplayers ein wenig Klangtuning angedeihen zu lassen. Dabei stieß ich irgendwo auf einen Foreneintrag, in dem es hieß “...und dann gibt‘s natürlich noch den Udo in Bochum...” - Bochum? Das sind nur 30km von meinem zu Hause, also habe ich mal schnell seine Website aufgerufen. Was ich dort fand, hat mich dann tatsächlich das komplette Wochenende beschäftigt. Ich blätterte mich durch etliche Magazinartikel und den Onlineshop und studierte zahlreiche Bauberichte. Als passionierte Heimwerkerin  und erklärte Liebhaberin von Technik, übten all die schönen Texte und noch viel mehr die Bilder eine enorme Faszination auf mich aus.

Bis zu diesem Tag hörte ich Musik seit vielen Jahren über ein Paar DUAL Fertigboxen aus den späten Sechzigern des letzten Jahrhunderts, befeuert von einem Tandberg Receiver aus den Siebzigern, den ich defekt im Alter von 14 oder 15 von einem Bekannten geschenkt bekommen und selbst repariert hatte. An diesem Gerät hing mein Herz daher ganz besonders, logisch also, dass es auch heute die Prinzessinnen hätte antreiben dürfen. Leider hat ihn während des Schreibens dieses Berichtes erneut das zeitliche gesegnet und ich werde mich nach einem würdigen Nachfolger umsehen müssen.

Mit dem Klang der geschlossenen DUAL 2-Wege-Boxen war ich nicht grundsätzlich unzufrieden, jedoch hatte ich im Laufe der letzten Jahre beide Bässe ersetzen müssen, weil sich die Sicken schlichtweg aufgelöst hatten. Laute Techno-Musik in den 90ern hatte dabei neben dem Alter der Chassis eine entscheidende Rolle gespielt. Einer der Ersatz-Bässe stammte dabei aus unbekannter Herkunft, den hatte ein Onkel in seinem Bastelkeller gefunden, den zweiten erwarb ich während meines Studiums „für schmales Geld“ beim blauen C. In mir entstand der Plan, beide Boxen mit neuen, höherwertigen und vor allem gleichen Chassis auszustatten, einfach weil mir mein Technik-Verstand sagte, dass der Zustand bis dato sub-optimal war, auch wenn sich dies meinen ungeübten Ohren ohne Vergleichsmöglichkeit nicht unmittelbar offenbarte.

Ich kontaktierte Udo per Email und er bot mir sofort an, mit den Boxen und dem Verstärker bei ihm vorbeizuschauen, was ich kurze Zeit später auch tat. Um es kurz zu machen, Udo fällte sein Urteil schnell und eindeutig: ein Aufrüsten der DUALs sei aus mir schlüssig erscheinenden Argumenten nicht sinnvoll. Aus zuvor erwähnten Gründen war ich von vorneherein auch einem Boxenneubau gegenüber nicht abgeneigt, auch wenn das bedeuten würde, die Lautsprecher aufzugeben, die mich seit meiner Jugendzeit begleiteten. Nun ja, irgendwann scheiden sich manche Wege eben!

Zuvor war mir die Axis 34 Neo bereits aufgefallen, diese Box wollte ich gerne mal hören, idealerweise an meinem Verstärker und im Vergleich zu den DUALs. Was soll ich sagen, der Abschied fiel auf einmal ganz leicht J Dieser Baubericht bezieht sich aber nicht auf die Axis 34 Neo, sondern auf die Little Princess und das aus einem einfachen Grund: Ich habe nach dem Probehören meiner Favoriten nicht direkt den Laden verlassen. Die individuelle Gemütlichkeit bei Udo und der nette Kreis anderer Selbstbauenthusiasten verleiteten mich dazu, noch bis zu Udos Feierabend zu bleiben und weiteren Hörsessions beizuwohnen. Ein folgenschwerer „Fehler“, den ich aber nicht bereuen sollte! Denn später wurden noch Duetta, SB417 und die zu diesem Zeitpunkt brandneue Little Princess angeschlossen und in letztere verliebte ich mich auf den ersten Ton.

Der Preis schreckte mich zunächst ein wenig ab, lag er doch deutlich über dem, was ich mir als Budget gesetzt hatte. Aber dieser klare, unaufdringliche Klang der Stimmen, der knackige und unverwaschene Bass und dazu das zierliche Gehäuse, ich MUSSTE sie haben!

Ich besuchte Udo noch drei weitere Male, ehe ich Anfang Januar nicht ohne Stolz endlich ein paar schwere Kartons mit nach Hause nahm. Dort angekommen machte ich mich gleich an den Entwurf der Gehäuse. Ich wollte keine eckige Säule, gerundete Seitenwände sollten es sein.  Da ich mit aller Art CAD Software seit jeher auf Kriegsfuß stehe, erstellte ich eine grobe 1:1 Skizze auf einem Blatt Papier. So genau wollte ich das im Voraus auch gar nicht festlegen, das meiste würde sich ohnehin beim Bau ergeben. Das ist im Allgemeinen meine bevorzugte Herangehensweise, auch bei Möbelbauprojekten. Ich maß die maximalen Breiten der Schall- und Rückwand aus und legte die Maße der waagerechten Platten und Seitenwände mit reichlich Übermaß fest. Dann ging es zum Shoppen in den nächsten Baumarkt.

Ich begann mit der Anfertigung eines Urmusters für die waagerechten Platten, in dem ich mit einem Fräszirkel  die Außenkontur  aus einer dicken Multiplex-Platte herausarbeitete. Mit Hilfe eines Bündigfräsers übertrug ich die Form dann auf die formgebenden Rippen aus 12mm Multiplex sowie auf Boden und Deckel aus 18mm MDF.



Anschließend hab ich mit einer Stichsäge die Innenflächen der für die  Rippen vorgesehenen Platten ausgesägt. Durch den runden und nach hintern verlängerten Querschnitt ergab sich ein deutlich vergrößertes Volumen der Box, so dass ich das Trennbrett (auch aus 18mm MDF) zwischen HT/MT und TT-Kammer geschlossen lies und damit den Raum hinter dieser Kammer tot legte. Gleichzeitig ergab dies ein prima Weichenfach. Die Rückwand der HT/MT-Kammer wanderte ein paar Zentimeter nach vorne und glich damit die größere Breite aus. Um mir das rechtwinklige Ausrichten dieser Bretter auf der Schallwand zu erleichtern und die Festigkeit der Leimbindung zu erhöhen, habe ich die Schallwand mit 5mm tiefen Nuten versehen. Das ging recht genau, indem ich einfach beide Schallwände nebeneinander flach auf die Werkbank gespannt und die Führungsschiene meiner Tauchsäge rechtwinklig dazu ausgerichtet habe. Mit einem Adapter ließ sich die Oberfräse samt Nutfräser dann sauber an der Schiene entlang führen. Die Rückwand blieb ohne Nuten, da ich bei nicht exakter Parallelität Verspannungen befürchtete. Nach dem Aushärten des Leims hab ich den Winkel der Tangenten der Rippen an den Übergängen zur Rück- und Schallwand ausgemessen und die Tauchsäge entsprechend gekippt. Einmal mit der Führungsschiene die Seiten entlang gefahren und schon hatten sie eine fluchtende Gehrung.




Es folgte der Arbeitsschritt, der am meisten Geduld erfordern sollte, das Laminieren der Seitenwände. Ich hatte mich dazu entschieden, diese aus je 7 Lagen 3mm Hartfaserplatte aufzubauen. Die erste Idee, die Box auf eine Seite zu legen und die einzelnen Hartfaserplatten von oben aufzulegen stellte sich als ungeeignet heraus. Es gab zu viele Richtungen, in die die Platten verrutschen konnten, was das Einspannen extrem schwierig machte. Mehr Erfolg hatte ich mit der zweiten Technik. Ich habe dazu zwei Dachlatten nebeneinander auf dem Werktisch platziert und die Box mit der Front darauf gelegt. Mit einem mehrere Zentimeter dicken Balken von der Länge der Box auf der Rückseite und zwei großen Schraubzwingen spannte ich sie auf der Werkbank fest. Dann habe ich eine dritte, besonders gerade Dachlatte neben die Box und zwei kleinere, aber lange Schraubzwingen parat gelegt. Die mit Leim versehenen Hartfaserplatten wurden nun mit einer Längsseite auf die Werkbank gestellt und zum Deckel der Box hin bis auf wenige mm Überstand ausgerichtet. Die beiden bereitgelegten Schraubzwingen hakte ich in eine der unter der Box verspannten Latten ein und zog die lose Latte damit gegen die Hartfaserplatte, bis diese fest gegen die vordere Kante gepresst wurde. Anschließend habe ich vier Spanngurte um Werkbank und Box gelegt und Stück für Stück angezogen. Weitere Latten und Leisten in Boxenlängsrichtung ausgerichtet und über die Rundung verteilt, halfen mir dabei, gleichmäßigen Druck auf die Hartfaserplatte auszuüben und sie in den 300mm Radius zu zwingen.  Mit der Zeit wurde ich mutiger (und zunehmend von der Eintönigkeit dieses Arbeitsschrittes genervt), so dass ich einen Versuch mit zwei Platten gleichzeitig gewagt habe. Es stellte sich heraus, dass das auch noch ganz gut funktioniert, von einer dritten Platte würde ich aber absehen. Leider habe ich versäumt, Fotos von diesen Schritten zu machen. Die erste Seitenwand leimte ich direkt auf das Gerippe auf, bei der zweiten verband ich zunächst nur die Hartfaserplatten untereinander. So konnte ich mich anschließend um den Einbau der Weichen, das Ziehen der Kabel und das Auskleiden mit Trittschalldämmung kümmern, bevor die Gehäuse endgültig verschlossen wurden. Dabei hatte ich den Seitenwänden, insbesondere nach vorne und hinten hin, reichlich Übermaß gelassen, das nun rundum bündig gefräst und geschliffen werden wollte. Die unteren Enden ließ ich drei Zentimeter über den Boden überstehen, ich versprach mir eine „luftigere“ Optik davon, wenn unter dem Mittelteil der Box ein Spalt blieb. Je eine 3mm Hartfaserplatte wurde abschließend noch auf Schallwand, Rückwand und Deckel geleimt, so dass sie die Kanten der Seitenwände überdeckten. Dadurch kamen diese Platten auch auf 21mm Stärke und gleichzeitig wurden kleine Spalte an den Kanten der Seitenwände verschlossen, so dass sich deren einzelnen Lagen später nicht durchs Furnier drücken können. Das Fräsen der Chassis-Öffnungen erfolgte in der üblichen Manier mit einem schnell angefertigten Fräszirkel, weshalb ich hier nicht weiter darauf eingehe.



Da die Schallwand der Little Princess mit ihren 6 Elementen ja nicht gerade spärlich bestückt ist, wollte ich zumindest diese nicht furnieren, sondern schwarz lackieren. Eine komplett schwarze Box entspricht aber nicht meinem Geschmack, daher hatte ich für die Seiten und Deckel ein Ulmen-Furnier vorgesehen, von dem ich aus einem älteren Projekt noch einige Quadratmeter übrig hatte. Ich begann zunächst mit der Lackierung, in dem ich zwei Schichten MDF-Grundierung auftrug. Durch das Fräsen und Schleifen der Hartfaserplatten hatte sich eine extrem faserige und alles andere als glatte Oberfläche ergeben, die mit der Grundierung zunächst verschlossen wurde. Nach einem recht groben Zwischenschliff  folgten drei Schichten Spritzspachtel, welcher mit 400er Papier nass geschliffen wurde. Nachdem die Oberfläche auf diese Weise perfekt glatt geworden war, habe ich sie mit seidenmattem Lack auf Kunstharzbasis aus der Dose lackiert. Von einigen, leider unvermeidbaren, aber zum Glück recht kleinen Staubeinschlüssen abgesehen, bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Furniert habe ich anschließend mit Leim und Bügeleisen, die ca. 10 Zentimeter breiten Furnier-Streifen habe ich dabei erst während das Aufbügelns aneinander gefügt, also Streifen für Streifen aufgebracht. Aber auch diese Methode ist ja generell an anderer Stelle schon ausreichend beschrieben worden. Bei meinen ersten Versuchen mit Furnier in einem anderen Projekt hatte ich Schwierigkeiten mit nicht gerade verlaufenden Kanten des Furniers. Beim Fügen musste ich daher teilweise ordentliche Überlappungen in Kauf nehmen, die zu Verschleifen mühsam und nicht ganz risikolos war. Ich bekam dieses Mal vorher einen Tipp von einem Tischler, der sich sehr bewährt hat und den ich daher hier weitergeben möchte: ich habe zunächst die Furnierblätter für eine Seite ausgewählt und diese dann übereinander gelegt. Etwas Malerkrepp half mir dabei, das Gefüge ein wenig zu bündeln. Dabei habe ich darauf geachtet, die geraderen Kanten übereinander zu legen und so gut wie möglich bündig zu legen. Das sollte den Verschnitt reduzieren. Diesen Stapel habe ich dann zwischen einem ausreichend langen Brett und der Führungsschiene meiner Tauchsäge eingeklemmt, so dass jedes einzelne Furnierblatt mindestens 1-2mm herausstand. Nun musste ich nur noch einmal mit der Säge entlang fahren und bekam perfekt gerade Kanten. Das Furnierpaket wurde umgedreht und mit der zweiten Seite genauso verfahren. Während das Aufbügelns konnte ich somit die Kanten exakt aneinander legen und –drücken, so dass praktisch keine Spalte entstanden sind. Bis heute ist diese Holzoberfläche noch vom Schleifen abgesehen unbehandelt, ich konnte mich noch nicht entscheiden, wie ich das Finish machen möchte. Übrigens habe ich alle Gehäuseteile, insbesondere die Stellen, die luftdicht werden mussten, mit Fugenleim verbunden, während ich für das Laminieren der Seitenwände und für das Furnier normalen Holzleim verwendet habe.

Durch meine eigene Form haben die Boxen diese Zierlichkeit verloren, die Udos Exemplare unter anderem so besonders machen. Auch wiegen sie mit knapp 30kg pro Stück spürbar mehr als die Referenz. Dennoch wirken sie natürlich immer noch deutlich schlanker als die große Schwester Duetta, welche überhaupt nicht in unser 25m² Wohnzimmer gepasst hätte, räumlich wie akustisch. Ursprünglich hatte ich begonnen, ein Bautagebuch zu führen, habe das aber schon nach einigen Tagen aufgegeben. Den Gesamtaufwand kann ich daher nur schätzen, ich denke, er lag bei ca. 100-150 Stunden, verteilt auf drei Monate. Dass es so lange dauern würde, hatte ich nicht erwartet und so schnell werde ich sicher kein gerundetes Gehäuse mehr bauen. Aber dadurch bin ich nur umso zufriedener, jedes Mal, wenn ich an meinen neuen Lautsprechern vorbeigehe und sie stolz ein wenig tätschel! An Werkzeugen habe ich Oberfräse, Tauchsäge mit Führungsschiene, Schwingschleifer Akkubohrer, Lötkolben, ein paar Handwerkzeuge und natürlich ein Bügeleisen verwendet, alles Geräte, die in meinem Keller zum Glück vorhanden waren.

Nun aber zu dem, was einigen Lesern das Wichtigste sein dürfte: der Klang. Ich bin kein Profi im Hi-Fi-Business, kein alter Hase und auch nicht audiophil. Zumindest bislang nicht. Ich bin zum High-End Lautsprecher gekommen wie die sprichwörtliche Jungfrau zu ihrem Kind, quasi von null auf 100, habe gleich ganz oben angefangen und kann daher unheimlich schlecht vergleichen. Dazu kommt, dass auch ich in den 90ern anwesend und nicht ganz unschuldig an der Zerstörung der DUAL-Sicken war. Soll heißen, ich verfüge nicht unbedingt über das, was man als feines Gehör bezeichnet. Man möge mir verzeihen, dass ich deshalb hier keine besonders qualifizierte Aussage treffen und mit vollmundigen Formulierungen dienen kann. Dementsprechend fällt dieses Kapitel wohl etwas knapper aus, als das vorangegangene. Mir ging es bei diesem Projekt wirklich fast noch mehr um das Bauen, als darum, eine klangliche Verbesserung in unserem Wohnzimmer herzustellen. Nun, es bei dieser Formulierung zu belassen, wäre aber schon sehr unfair der Little Princess gegenüber. Denn selbstredend ist diese Verbesserung eingetreten und noch viel mehr. Nach einer anfänglichen Enttäuschung, darüber, dass die Boxen bei Udo im Laden viel räumlicher und lebendiger aufgespielt hatten und der daraus gefolgerten,  irrigen Annahme, die Chassis wären trotz je 8 Stunden an einem Frequenzgenerator bei 5Hz und 3mm Amplitude noch nicht annähernd eingespielt, habe ich ein wenig mit der Aufstellung experimentiert. Und plötzlich war er da, der Wow-Effekt! Eine Bühne, ganz so wie sie mich schon bei den Vorführungen so erstaunt und fasziniert hatte. Mit einer Breite und Tiefe über die Größe des Zimmers hinausgehend. Tracy Chapman z.B. steht wie leibhaftig vor einem im Raum, während sie „Fast Car“ singt und klingt dabei so real wie ich es zuvor nicht kannte. Unglaublich viele Details werden sauber wiedergegeben, bei denen die DUAL nur „genuschelt„ haben. Und bei alldem sind die einzelnen Töne auch bei gehobener Lautstärke so unaufdringlich, dass man nie genug bekommen kann. Ach, man muss es gehört haben! Leider habe ich jetzt ein Problem: Ich muss umziehen oder umbauen. Eine Box stünde idealerweise genau vor dem Fernseher, die andere vor der Zimmertür…



Abschließend möchte ich mich bedanken, bei Udo für seine vielen Ratschläge und die Zeit, die er sich für mich genommen hat und ganz besonders bei meiner Herzallerliebsten, die sehr viel Verständnis dafür aufgebracht hat, wenn es mich mal wieder in den Bastelkeller zog!

Der Netzwerkplayer hat übrigens inzwischen ebenfalls den Geist aufgegeben. Vielleicht ist er angesichts so viel akustischer Kompetenz vor Ehrfurcht erstarrt, vielleicht hatte er auch einfach nur Sehnsucht nach dem Tandberg, wer weiß. Ich werde es wohl nicht erfahren. Jedenfalls bin ich umso froher, dass die Lautsprecher meine ganze Aufmerksamkeit benötigt haben. Denn nach dem Austausch von Kondensatoren wäre es wohl schwierig geworden, mit der Garantie…

Maren

Kleine Prinzessin von Markus

Kleine Prinzessin von Markus


Meine kleine Prinzessin

Seit ca. 1 Jahr bin ich interessierter Leser von Lautsprecherbau.de. Die Informationen der einzelnen Baubeschreibungen sind sehr ausführlich und die Anregungen äußerst hilfreich. Letztendlich sollte jedem Leser danach der Bau seiner eigenen Box ohne Probleme gelingen, zumal Udos Support bei Problemen jeglicher Art umgehend erfolgt und nichts zu wünschen offen lässt. Bleibt nur noch die Wahl der richtigen Box für die eigenen Bedürfnisse.

Im November wurde es richtig interessant. Udo stellte eine kleine Standbox mit dem Namen Little Princess vor und für mich war es klar, diese Box könnte es sein. Aber vorher wollte ich sie noch hören und so wurde via Mail ein Besuch vereinbart. Am 21. Januar war es dann soweit. Ab nach Bochum.

Es war ein herzlicher Empfang und ein sehr schöner Samstagnachmittag. Wir hörten verschiedene Boxen. Klangbeschreibungen darüber gibt es nun wirklich zur Genüge und ich konnte mich mit weiteren Besuchern davon überzeugen, dass alles Geschriebene nicht im Geringsten übertrieben war.

Als aber die Little Princess aufspielte, ging ein Raunen durch den Raum. Sie deklassierte alles zuvor gehörte deutlich und selbst im Vergleich zur Duetta, die wir als Letztes hörten vermisste ich nichts, was mich von meinem Entschluss abhielt. Diese kleine Box muss es sein und wurde dann auch gleich von mir geordert.

Am Sonntag setzte ich mich dann an den PC lud mir Sketchup herunter und begann mit dem Entwurf für die Gehäuse. Auf Youtube gibt es einige kleine Einführungs-Videos, die die Funktionen des Programms sehr schnell erklären.  Dabei kann man sehr maßstabsgetreu arbeiten und bei Bedarf ohne Probleme alle Maße der Skizze entnehmen. Selbst das Einfärben von Flächen ist möglich und nach kurzer Zeit stand mein Entwurf. Dazu hatte ich die Maße etwas geändert . Bei gleichem Volumen  wurde die Box lediglich 2 cm tiefer .

Am Montag ging es nach der Arbeit in den Baumarkt um die Zuschnitte in 22mm MDF zu kaufen.

Erste Information :
MDF in 22 mm haben wir nicht vorrätig, der nächste Händler hatte nur 25mm Platten, der übernächste gar keins. Im weiter entfernten OBI wurde ich dann fündig. Ein junger Angestellter erledigte alle Zuschnitte innerhalb von ca. 20 Minuten und, wie sich nachher herausstellte, sogar sehr präzise. Die aufgesetzten Seitenwände habe ich 1mm größer gewählt, da man sie so leichter mit der Rückwand und der Frontplatte bündig schleifen kann.

Im Folgenden die einzelnen Abschnitte vom Verleimen der Gehäuse. Die Bilder sind überwiegend selbsterklärend und zum Fräsen mit dem Fräszirkel wurde auch schon alles gesagt.



Die Weichen wurden einzeln für Hoch-, Mittel- und Tieftöner aufgebaut. Zur leichteren Endmontage habe ich mir „Schlitten“ mit Nuten gesägt, worin ich die Platinen nur noch schieben musste und anschließend mit 1 oder 2 Schrauben fixierte.



Soweit so gut! Bisher lief alles rund und als nächstes suchte ich eine Lösung, wie ich die abstehenden Schrauben an den Tieftönern kaschieren konnte. Laut Udo besteht beim Senken der Schraublöcher die Gefahr, dass Späne in den Luftschlitz zwischen Spule und Magnet gelangen. Auch gefiel mir der fehlende Kontrast der dunklen Lautsprecher zur schwarzen Frontplatte nicht sonderlich. Die Lösung fand ich bei einem nahegelegenen Unternehmen, das sich auf die Verarbeitung von Aluminium spezialisiert hat. Sie fertigten mir innerhalb kürzester Zeit 4 Ringe aus 3mm Alu-Blech für die Bässe und 4 Stück für die Mitteltöner. Diese musste ich nur noch Bohren und Senken und die Oberfläche mit einer Mattschlagbürste aus dem Goldschmiedebedarf behandeln.


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Wenn das Ganze dann bündig zur Frontplatte sitzen soll, muss man die Ausschnitte 3mm tiefer fräsen. Dieses Ergebnis stellte mich zufrieden und ich begab mich nun an das Schleifen und Grundieren der Gehäuse. Das Oberteil wurde mit dem Bandschleifer gerundet und per Hand feingeschliffen. Die Seitenwände sollten zum Schluss verleimt werden und deshalb musste der Rest möglichst fertig für die Endbehandlung sein. Nachdem alles verleimt war, die Oberfläche geschliffen und die Seitenteile an den Fronten bündig saßen, konnte ich den Füller auftragen. Bei Temperaturen von minus 13° C. entschied ich mich dazu,  meine kleine Küche mit Abdeckplanen zu verkleiden und dort zu spritzen. Meine Erfahrung dabei sollte allen eine Lehre sein und ich empfehle, dies nicht nachzuahmen. Der graue Sprühnebel setzte sich überall ab und eine Intensivreinigung war angesagt. Auch war die Düse der Spraydose nicht wirklich dafür geeignet, da sie nur punktuell den Füller auftrug. Für einen satteren Auftrag des Füllers werde ich die Gehäuse nun einem befreundeten Lackierer geben, der die Gehäuse auch schwarz lackieren wird. Und genau der streikt verständlicherweise bei diesen extremen Temperaturen. So wie es ausschaut, darf ich mich einreihen in die lange Schlange wartender Kunden und der voraussichtlich nächste Termin fällt in den März.

Also habe ich kurzum die Winterpause eingeläutet und die Boxen zum Einspielen fertiggestellt. Wenn schon so lange warten, dann wenigstens mit sattem Sound und guter Musik. Meine alten KEF-Boxen dienten als Vergleich. Obwohl ja bekanntermaßen die Chassis einer längeren Einspielphase unterzogen werden sollten, klingt die Little Princess reiner und unheimlich klar.Ich für meinen Teil ziehe mich nun erst einmal zurück, um entspannt den Klängen zu lauschen und verabschiede mich fürs Erste.

Einen Tag später erreichte mich eine weitere Mail von Markus, die er mitten in der Nacht abgeschickt hatte:

Wenn du auf die Uhrzeit schaust, stellst du sicherlich fest, mein Gott ist der früh auf den Beinen. Aber dem ist nicht so. Habe bis eben dem reinen Klang der Little Princess gelauscht. Bei Ray LaMontagne gibt die Prinzessin selbst die leisesten Töne detailreich und beeindruckend wieder, mühelos spielt sie das Gitarren-Solo bei Barfly in einer Reinheit, das es einem schon fast die Tränen vor Entzückung in die Augen treibt. Bei Chris Jones “ Long after you´re gone” wurde mir offenbart, wie tief der Bass spielt….trocken und präzise und dazu die klare Stimme von Chris, als stünde er direkt vor mir im Raum. Nun noch die Eagles mit Hotel California von der Hell Freezes Over, ein lauer Sommerabend live und ich stehe mittendrin, da wird einem so richtig warm um´s Herz und man vergisst die momentane Kälte vor der Tür. Gerade habe ich von Yello die CD Baby komplett durchgehört…..und nun begreife ich endlich, was der Begriff „ Breite Bühne“ bedeutet. Es ist kein blumiges Umschreiben einer Klangeigenschaft, sondern real wahrnehmbar. Mein Zimmer hat sich quasi vergrößert und das ohne Umbaumaßnahmen.



Es nun endlich an der Zeit, Dir meinen Dank auszusprechen. Du hast es mir ermöglicht, meine klanglichen Vorstellungen in ein passendes Volumen zu setzen. Support, Information, Anregung, Kundenservice hier stimmt wirklich ALLES, ein quasi RUNDUMSORGLOSPAKET.

Weiter so , ein herzliches Dankeschön aus Hessen

Liebe Grüße
Markus

Little Princess

Little Princess


Lautsprecher Bausätze sind das Salz in der Suppe, wenn neue Lautsprecherchassis das Licht der Welt erblicken. denn erst sie bieten die praxisgerechte Anwendung dafür an. Glücklich schätzen darf man sich bei Eton, weil man einen Philipp Vavron in den eigenen Reihen hat, der für die Konstruktion von exzellenten Treibern bekannt ist. Seine vor mehr als zehn Jahren in einer Hifi Zeitung vorgestellten Bauvorschläge, haben auch einen Teil zu unseren eigenen Entwicklung beigetragen, denn sie zeigten eindrücklich, wie Eton Lautsprecher klingen müssen. Damals wurde der "Eton-Sound" gegründet, der schon viele Leute gepackt und nicht mehr losgelassen hat. Doch wie es bei wirklichen Könnern allzu oft der Fall ist, kann auch ein Philipp Vavron nicht an allen Ecken anpacken, wo er gebraucht wird. Auch sein Tag hat nicht mehr als 24 Stunden und nachts muss er dann noch schlafen. Also beauftragte man jemandem, der Lautsprecherbausätze entwickeln kann und halbwegs ordentliche Ergebnisse abzuliefern im Stande ist. Da viel die Wahl, vom umsichtigen Eton Geschäftsführer schnell auf den deutschen Eton Vertrieb.

Gerde frisch aus der Produktion wurden die neuen, kaum 10 cm kleinen Winzlingen mit keramischen Membranen auf den Tisch gelegt. Eton 3-400/A8/25MG stand auf dem Karton. Und das bekamen wir zusehen. Aluminium-Träger unter der 25 mm messenden Schwingspule, 8 Ohm und Magnesium-Membran. Den Neodymmagnet mit Polkern-Bohrung und die vielen Lüftungsöffnungen unter der hochgelegten Zentrierung konnten wir auch selbst erkennen. Ein paar weitere Features wie beidseitige Beschichtung der Membran mit Keronite bei trotzdem gerade nur 3,3 Gramm Gewicht erklärte Philipp ebenso wie die 55 mm Ringdurchmesser bei 3 mm Höhe des Magneten und die 7 mm Wickelhöhe bei 4 mm Polplattenstärke. Dieser Mitteltöner sollte die Grundlage einer neuen Box werden, in der er möglicherweise mit einem der neuen Achtzoll-Bässe gepaart werden sollte. Gesetzt war auf jeden Fall schon der 26 HD 1 als Hochtöner, jeder andere hätte einen größeren Durchmesser als der weiße "Riese" gehabt, den wir wegen des angestrebten Pegels von grob 85 dB nach Beschaltung mit Weiche und Trennung um 200 Hz im Doppelpack zu nutzen gedachten. So ist er auch verpackt und soviel sei vorweg verraten: Dank geringer Serienstreuung kann man die beiden 3-400 auch ohne zusätzliche Selektion als Zwillinge bezeichnen. Als es Abend wurde hatten wir einige neue Chassis, die zu dem Zeitpunkt die Welt noch gar nicht kannte

Schon am nächsten ließen wir die Chassis erst einmal 24 Stunden "älter" werden, wobei sie mit einem Sinuston von 10 Hz und 5 Volt heftig in Bewegung gehalten wurden. Das ist nötig, um die mechanischen Teile der Treiber so geschmeidig zu machen, wie sie es nach einer "normalen" Spieldauer von 100 oder mehr Stunden freiwillig werden. Nach dieser Zeit bleiben die Parameter für die Lebensdauer des Chassis in konstanten Relationen und das daraus berechnete Gehäuse passt. Nach dem Einwackeln wurde der 3-400 zunächst auf unsere Messwand geschraubt, um die üblichen Diagramme zu erstellen. Aus der Impedanzmessung wurden seine Parameter errechnet. Für interessierte Selbstentwickler und Simulationsprogrammbediener stellen wir die Daten wieder als Zip-Datei zur Verfügung.

3-400/A8/25MG

Artikelnummer: 1381316
Paarpreis: 192,80 Euro
Messungen als Zip-Datei



Ausstattung:

Membran: Magnesium, Keronite beschichtet Polplattendicke 4 mm
Sicke Gummi Wickelhöhe 7 mm
Korb Druckguss Magnetdurchmesser 55 mm
Polkernbohrung ja Befestigungsbohrungen 6  
Zentrierung Topfspinne, hinterlüftet Außendurchmesser 4 mm
magnetische Schirmung ja Einbaudurchmesser 77 mm
Schwingspule 25 mm Einbautiefe 37,5 mm
Träger Aluminium Frästiefe 4 mm




Parameter:

Fs 106 Hz Mms 3,3 Gramm
Diameter 66 mm BL 5,03 Tm
ZMax 37,6 Ohm VAS 1,1 Liter
Re 6 Ohm dBSPL 86,1 dB/1w/1m
Rms 0,80 kg/s L1kHz 0,06 mH
Qms 2,74   L10kHz 0,05 mH
Qes 0,52   SD 34 cm²
Qts 0,44   MMD 3,2 Gramm
Cms 0,68 mm/N Zmin 7,0 Ohm


Messdiagramme:

 Frequenzgang und Phase  Impedanz  Frequenzgang unter 0/ 30/ 60°
Klirr für 90 dB  Sprungantwort  Wasserfall


Natürlich haben wir das gleiche Procedere auch für den 8-502 durchgezogen, der mittlerweile den 8-800 in der BlueNote abgelöst hat und als Mitspieler geplant war. Bis dahin gab es keine Argumente, die gegen ihn sprachen. Dass seine Daten dennoch nicht hier stehen, hat seine guten Gründe. Er wollte 65 Liter, die bekam er in meinem schnell aufgebauten Testgehäuse. Die beiden 3-400 gaben sich mit gemeinsamen 3 Litern zufrieden und nahmen den einsamen Hochtöner liebevoll in ihre Mitte. Vor jeder Weichenentwicklung messen wir die Chassis in der Box, um die Trennfrequenzen und eventuelle Störungen durch die Gehäusegeometrie zu entdecken. Was uns die beiden Mitteltöner zeigten, war aller Ehren wert und schmiegte sich eng an die 90 dB-Linie, erwartet hatten wir eher 87dB unterhalb von 1kHz. Der Bass konnte da nicht mithalten und begnügte sich im relevanten Bereich mit 84 dB. Es gab drei Wege, die Pegel beider Zweige anzugleichen. Einen Vorwiderstand wollten wir nicht nutzen und nur einen statt zwei 3-Zöller einzubauen, widersprach der gemeinsamen Planung. Also blieb nur die Verdopplung des Basses, doch oh graus, dann brauchten wir 130 Liter für jede Box. Um das Ganze vor Augen zu bekommen, malten wir die Gehäuse in Sketchup und 3D und fand das Design mit den großen Bässen und den kleinen Mitteltönern optisch so daneben, dass wir erst gar nicht weiter über diese Lösung nachdachten.

Kleinere Bässe? Zwei der neuen 17er hatten wir doch schon in der Phase/ Dusty 34 erfolgreich verbastelt. Dort überzeugten sie auch ohne Mitteltöner, was für diese Chassisgröße eine normale Pflichtaufgabe ist. Und trotzdem, wie sollten wir anders der misslichen Lage entrinnen? Hilfe fanden wir zusätzlich bei Philipp Vavron, der uns von seiner kleinen Konstruktion mit 17er und 26 HD 1 erzählte, wo dem BMT nur um die 15 Liter zugestanden wurden, ein Volumen, das auch LSPCad für ausreichend hielt. Auch auf dem Bildschirm-Papier sah das Ganze sehr ansehbar aus, obwohl mit immerhin fünf Chassis und zusätzlichem Reflexrohr nicht gerade wenig Elemente auf der Front ihre Heimat fanden. Die gelungene Optik zerstreute die leichten Bauchschmerzen beim Gedanken an den Einsatz von Mitteltönern in Verbindung mit zwei 7-Zöllern. Verlieren konnten wir nichts, im Lager hatten wir noch 7-302 und 7-300, die beide für den Einsatz in der Eton-Box in Frage kamen. Und warum sollte es den Mitten nicht guttun, aus einem extra dafür vorgesehenen Spezialisten abgegeben zu werden, statt im Basstakt moduliert zu werden?

Also schnell neues Holz gekauft. Damit wir nicht lang über die Oberflächengestaltung nachdenken mussten, nahmen wir schon wieder schwarzes MDF für die eingerahmten und Buchenleimholz für die Seitenwände. Wie schon bei der Excel 22 DXT ließen wir die MDF-Platten um 8 mm breiter zuschneiden und zogen rund um die Leimholzplatten eine Falz mit 4 mm Tiefe. Vor dem Zusammenbau frästen wir die Schallwand und dabei bediente einer die Foto-Kamera. Heraus kamen am Ende zwei schöne Gehäuse und ein paar Bilder, die das Kleben zeigen. Damit diesmal niemand etwas verpasst, wenn er die Fotos nicht anklickt, haben wir auf die üblichen, untergelegten Texte verzichtet.

Der Bauplan ist für kreative selbstgestalter als Sketchup-Datei hier hinterlegt, alle anderen müssen mit der einfachen Zeichnung auskommen. In der Holzliste sind 22 mm MDF als Baumaterial angegeben. Für die durchgefärbten MDF-Platten und das Buchenleimholz muss sie auf 19 mm Stärke umgerechnet werden.



Die Holzplatten durften sich über Nacht aneinander gewöhnen und als sie sich dann gegenseitig innig festhielten, konnten die Schleif- und Lackierarbeiten ausgeführt werden. Drei Beutel Sonofil müssen gleichmäßig in jeder Box verteilt werden. Das Bassreflexrohr HP 70 kommt in das unterste Loch und dann können die die Chassis anschraubet werden. Natürlich vorher die Kabel anlöteten, und diese durch die Reflexröhre nach außen führen. Als Bässe wählten wir erst einmal die 7-302/C8-32Hex.

Endlich ging es an die Weichenentwicklung, die  gewohnheitsmäßig mit dem Bass beginnt. Dessen Pegel fällt wegen fehlenden Bodenkontaktes unterhalb von 200 Hz leicht ab. Steht er auf dem Grund, füllt sich dieser Bereich auf. Wer darauf keine Rücksicht nimmt, wird mit viel zu kräftigem Bassfundament bestraft. Eine große Ferrobar-Spule und ein glatter Elko lassen die Bässe oberhalb von 180 Hz stetig an Pegel verlieren, den Mitteltönern werden fünf Bauteile vorgeschaltet, von denen je zwei einen Hoch- und Tiefpass bilden. Der Widerstand senkt den Pegel um die 2 dB, die die beiden Keramik-Chassis die Bässe übertrumpfen. Der Hochtöner wird ebenfalls mit einem Filter 2. Ordnung und einem Spannungsteiler in seine Schranken gewiesen. Die beiden 17er werden phasengedreht zum Rest angeschlossen. Eine Impedanzkorrektur, die nur für Röhren-Amps nötig ist, komplettiert die Weiche. Die Trennfrequenzen liegen bei 400 und 3600 Hz.

BassweicheMitteltonweicheHochtonweicheZweige/ Summe

Zum Abschluss aller Messarbeiten schraubten wir aus Neugier auch die 7-300/C8-32HEX bei unveränderter Weiche in die Boxen und erhielten wie erwartet identische Ergebnisse. Nach einer ersten Hörprobe unter Ausschluss der Öffentlichkeit konnten wir die Boxen dann auch den Etonern vorstellen und schließlich auch in unser Hörstudio übernehmen. Hier steht die Box für Interessierte Bereit.




Allerdings mußten wir flugs neue Gehäuse bauen, weil Herr Kröner von Eton unbedingt auch ein Paar für die eigenen Räume haben wollte. Das gab uns die Gelegenheit, einen weiteren Siebenzöller bei gleichem Aufbau zu testen, bei dem an Stelle des Carbons Aluminium die Schwingspule trägt. Unterschiede gibt es bei allen Varianten nur im oberen Mittenbereich, den sie jedoch anders als in den Zweiwege-Versionen nicht mehr wiedergeben.  Dieser Box muusten wir nun einen eigenen Namen geben, der angesichts des Klangs in unserer Boxenhierarchie sehr angebracht erschien: Little Princess. Anfangs fiel es sehr schwer, das zu glauben, was die Ohren unverkennbar wahrnahmen. Die kleine Prinzessin legte egal bei welcher Musik die gleiche Mühelosigkeit an den Tag, die von unserer Duetta so vertraut ist. Laut oder leise, Klassik oder Jazz, Rock oder Elektronisch, souverän stellte die zierliche Kiste alles, was ihr auferlegt wurde, auf eine in Tiefe und Breite glaubwürdige Bühne, die völlig von den Boxen losgelöst erscheint. Nichts deutet dabei auf den Keramik-Hochtöner hin, der in anderen Kombinationen als mehr nach vorn rückend beschrieben wird. Die gebotene Basstiefe und klare Durchzeichnung waren uns auch von der Phase und Dusty bekannt, hier setzte sich das in den Mitten fort, wodurch die etwas spektakulärere Gangart der Zweiweger zu homogen mutiert. Duetta kann noch tiefer, vielleicht sogar lauter, aber dafür braucht sie ein dreimal größeres Gehäuse, was dem WAF nicht gerade förderlich ist. "Kann man die nicht irgendwie durch geschickte Optik verstecken?" ist eine häufige Frage, wenn die Partnerin zur Hörprobe mitgekommen ist. Little Princess muss man nicht verstecken, dafür gibt es trotzdem nicht wirklich viel, auf das man im Vergleich mit der Queen verzichten muss.

Mehr als jede Klangbeschreibung, die wir uns mühevoll aus den Finger saugen müssen, zeigen ein paar Mails, wie die Boxen, auf Besucher wirken:

"Den Namen finde ich gut. ich hätte aber das Little weggelassen. Sie spielen groß." schrieb Carlo, der der erste, freiwillige Besitzer der Little Princess ist.

"Wo die Duetta noch relaxed, bietet die Neue eine ebenso detailreiche und klangfarbenstarke Bühne, ohne zu entspannt zu wirken.
Herzlichen Glückwunsch" verbreitete Holga im Forum. Mangels eigenere Höreindrücke gab es zu "The little princess" - kleine Tochter der "Queen of Blues" oder Königinnenmörderin?, bisher keine Meinungsäußerungen anderer User.

"..Ihr zeigt uns auch eure neue Little Princess, die mir und den anderen Besuchern besonders gut gefallen hat. Besonders der Eindruck von frischer, klarer Luft (wie nach einem Gewitter), den diese Box hinterlassen hat, hat sich mir nachhaltig eingeprägt." fasste Jochen sein Hörerlebnis zusammen.

Mit der Mail von Joachim wollen wir das eigene Schulterklopfen beenden: "Ich bin immer noch leicht fassungslos, was die kleine Princess für einen Wahnsinnsklang hatte. Echt unglaublich, was da aus diesem doch im Vergleich zu den anderen LS relativ kleinem Gehäuse an Klang rauskam. Zuerst war ich der Meinung, dass du wegen dem später eingetroffenen Ehepaar einen von Ihnen gewünschten, "günstigeren" LS vorführst. Dachte da noch: "Muss das denn sein nach der hervorragenden Blue Note?", dann wurde ich aber schnell eines Besseren belehrt. Unsere staunenden Gesichter sprachen ja auch wohl Bände, wie beeindruckt wir alle waren..."

Ja, es hat uns gefreut, dass wir mit unserer großen Überraschung über die kleinen Boxen nicht alleine dastanden. Doch dabei wollen wir es nun auch belassen. Klang verständlich mit Worten zu beschreiben ist vergebliche Liebesmüh und ersetzt nie und nimmer das eigene Hören. Und verhehlen können wir auch nicht, dass es fast noch mehr freut, wenn Besucher mit großen Erwartungen das Studio betreten und nachher freimütig gestehen, dass die sogar noch übertroffen wurden.

Udo Wohlgemuth

Little Princess


Chassis 2 x 7-200/A8/32HEX  Holzliste in 22 mm MDF:
  2 x 3-400/A8/25MG 105,0 x 26,4 (2x) Seiten
  1 x 26 HD 1 105,0 x 19,0 (2x) Front/ Rückwand
      22,0 x 19,0 (2x) Deckel/ Boden
Vertrieb Intertechnik, Kerpen   30,0 x 19,0 (1x) MT-Kammer hinten
Konstruktion Udo Wohlgemuth   10,0 x 19,0 (3x) MT-Kammer unten/
                              Versteifungen
Funktionsprinzip Bassreflex  
Nennimpedanz 4 Ohm Frästiefen:
Dämmstoff: 3 Beutel Sonofil Bass: 6 mm
Terminal K 42 AU MT:   4 mm
    HT:   5 mm 
Kosten pro Box:    
Bausatz: 750 Euro Holzzuschnitt: 30 Euro





Messdiagramme:

 Frequenzgang und Phase  Impedanz  Frequenzgang unter 0/ 30/ 60°
 Klirr für 90 dB  Sprungantwort  Wasserfall


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