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MYSTERY-1-PA
MYSTERY-1-PA

MYSTERY-1-PA

Zwei Bässe und ein Hochtonhorn mit fast 98 dB Schalldruck sorgen für Stimmung

Best.-Nr. 1385055

249,00 € / Stück
inkl. MwSt. zzgl. Versand
209.24 € exkl. MwSt
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Details

Lautsprecherbausatz Bausatz Mystery-1-PA ohne Gehäuse Der Erfolg der Klein PA"s HP bewog uns dazu, über eine größere Variante nachzudenken, mit der auch große Räume oder Gärten mit ausreichender Lautstärke beschallt werden können. Dass dafür ein einzelner 10-Zoll-Bassmitteltöner etwas unterdimensioniert ist, leuchtet sofort ein. Einfach einen zweiten HP 10 W zusätzlich in einer doppelt großen Kiste zu verwenden, hätte sich angeboten, doch Grund für die größere Doppel-bassbestückung der Mystery-PA ist, dass mit mehr Mem- branfläche sich leichter viel Luft bewegen lässt. Was dem Verwendungszweck sicher gerechter wird. In den meisten Fällen Fällen ist es nicht mehr nötig, einen Subwoofer zu nutzen. Da in sehr großen Räumen oder bei Freiluftfeten der eine oder andere noch mehr Bassdruck spüren möchte, haben wir ich auch einen Subwoofer vorgesehen, der mit dem HP 15 W bestückt ist (Sub 15) .

Best.-Nr. 1385055

Merkmale

Wege 2-Wege
Gehäuse Prinzip Geschlossen
Nennimpedanz (Ohm) 4
Kennschalldruck (dB) 96
Höhe (cm) 80,00
Breite (cm) 40,00
Anwendung PA und Beschallung
Hersteller / Marke der Chassis P Audio
Preislevel 100-200 Euro
Konstruktion/Entwicklung Intertechnik

Der Lautsprecherbausatz enthält alle Elektronikbauteile, Lautsprecher, Teile und Zubehör, außer dem Holz für das Gehäuse.

Alternative Artikel

Bild Bezeichnung Preis Menge
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3,30 € / Stück
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Bilder aus unserer Lautsprecherbau-Community zu diesem Bausatz

Weiche von M.B.
Einbau von Lennart
Einbau von Lennart
Unsere Mysteryfamilie von Mattes

Bauberichte

Mystery-PA mobil

Mystery-PA mobil


Mystery-PA goes mobile

Für meine Kumpanen und mich war der Plan schon seit Längerem vorhanden. Wir brauchen eine mobile Partybox, die ordentlich Sound macht und möglichst lange ohne externe Stromversorgung auskommt. Die Box sollte für unterschiedlichste Veranstaltungen wie Hüttenaufenthalte, Partys und auch Festivalbesuche benutzbar sein.

Zu Beginn der Planung stand die Idee einer kleinen mobilen Musikeinheit im Raum. Dass ich dann auf diese Homepage gelangte, hatte allerdings fatale Auswirkungen auf Größe, Leistung und Lautstärke zur Folge. Die Mystery-PA in portabel, das wäre doch was! Nachdem ich einen Großteil der Homepage durchforstet hatte, stieß ich auf den Baubericht von Marco aus dem Jahre 2007. Schaut schon gut aus, aber nur zwei 10" Chassis? Trotzdem habe ich Marco einfach mal angeschrieben, der mir dann auch sämtliche Infos von seinen Boxen, sowie weitere Fotos zukommen ließ. Dies brachte meine Vorstellungen schon in die richtige Richtung. Danke nochmals dafür. Autobatterie, Autoendstufe, Autoradio. Hört sich vernünftig an!

Bei Marco war das Gehäusevolumen und dementsprechend das Gewicht sehr ausschlaggebend. Für unseren Verwendungszweck spielte das Gewicht allerdings nur eine untergeordnete Rolle und somit fiel meine Entscheidung auf die klassische, bekannte Mystery-PA in einer portablen Version. Also fix den Bausatz inkl. dem entsprechende Schutzset bestellt. Hab mir einen 3D-Entwurf des Gehäuses erspart und eine kleine Exceltabelle gebastelt wo ich mit Breite, Höhe und Tiefe spielen konnte, um das richtige Volumen zu treffen. Während den Volumenberechnungen entschied ich mich für eine Abtrennung zwischen Elektrik und Lautsprecherchassis, wie auch für eine bündige Hintertüre, um den Zugang zur Elektrik sicherzustellen. Also schnell nochmals die Exceltabelle erweitert und weiter nach einem angenehmen Höhe - Breite - Tiefen - Verhältnis gesucht. Nach einem Abend war ich dann soweit und die endgültigen Abmessungen standen fest. Die grobe Überschlagsrechnung mit sämtlichen Gewichten hat mich dann doch etwas beeindruckt. 60 kg. Das wird doch ordentlich, wobei die Autobatterie mit 18 kg auch sehr auf die Waage schlug. Das Autoradio hab ich dann voller Zuversicht aus der Kalkulation rausgeworfen und ging nur von einem MP3-Player Betrieb aus. Letztendlich die richtige Entscheidung.

Nachdem das Konzept stand, die Chassis unterwegs waren und mir ein relativ freies Wochenende zur Verfügung stand, machte ich mich auf zum Baumarkt, um die MDF-Zuschnitte fertigen zu lassen. In der Mittagspause die Liste abgegeben und abends abgeholt. Am nächsten Tag dann Sichtung des Holzes und ein grobes Zusammensetzen. Hier setzte der erste Lernprozess ein. Verlasse dich niemals auf den Mann an der Zuschnittmaschine. Am Deckel fehlten 100mm in der Länge. Schade aber auch, es hätte so gut laufen können. Das nächste Mal wird direkt im Baumarkt nachgemessen! Der nächste Morgen brachte dann ein zufriedenstellendes MDF-Stück mit sich.


Am selben Abend wurde dann das Gehäuse geleimt, für welches ich, Vater sei Dank, genug Schraubzwingen zur Verfügung hatte. Der Zuschnitt war hier und da einfach nicht so genau wie vorausgesetzt.

Nach einer Trocknungsphase ging es erst mal ans Schleifen, Aufnahme aussägen, Kanten abrunden und grundieren (2x). Zur farblichen Gestaltung wählte ich ein zweifarbiges Design. Schwarz und Orange haben es mir schon immer angetan. Also ab in den Baumarkt und die entsprechenden Farben gekauft. Zuerst erfolgt zweimal der orangene Anstrich für die Front mit jeweiligem Zwischenschleifen. Nach dem Abkleben der gewünschten Stellen erfolgte der schwarze Deckanstrich, wiederum 2mal mit entsprechendem Zwischenschliff.



 Während dieser Phase fiel mir ein, dass ich zum Anschluss des MP3-Players noch gerne externe Cincheingänge einsetzen würde. Also die Oberfräse nochmals angesetzt und eine zurückgesetzte Aufnahme gefräst. Darin sollte dann auch die Spannungsanzeige für die Autobatterie eingesetzt werden. Die Hintertüre habe ich komplett orange gestrichen ohne farbliche Absetzungen.

Während der Oberflächengestaltung habe ich mich dann dem Weichenbau und der weiteren Elektrik gewidmet. Die Suche nach einer geeigneten Endstufe gestaltete sich schwieriger als gedacht. Aufgrund der hohen Leistung der Mystery-PA sollte diese natürlich nicht nur 50 Watt RMS zur Verfügung stellen. Bei eBay habe ich dann letztendlich zugeschlagen und eine gute Endstufe erhalten, die allerdings den Lautsprecher noch nicht an seine Belastungsgrenze bringt (160 Watt RMS). Allerdings war sie ziemlich günstig. Die Autobatterie habe ich neu gekauft, da die angedachte Betriebsdauer auch eingehalten werden sollte.

Als dann letztendlich alle Bauteile vorhanden waren, ging es fix an den Zusammenbau. Frequenzweiche und die Anschlussterminals verlötet und eingesetzt. Ich wollte die Option offenhalten, auch mit einem externen Verstärker die Boxen zu betreiben. Deshalb wird die Endstufe über das Terminal angeschlossen. Autobatterie eingesetzt und mit einem Spanngurt gesichert. Bei der Verkabelung der Spannungsversorgung habe ich noch gleich einen digitalen Spannungsanzeiger installiert, mit dem der Ladezustand der Batterie überwacht werden kann. Cinchbuchse eingesetzt und Endstufe fixiert und dann letztendlich alles angeschlossen. Nun war es an der Zeit für einen Testlauf. Ca. 22 Uhr, Freitagabend, Soundcheck in der Werkstatt mit dem MP3-Player. Was soll ich sagen? Einen Stock höher wurde man wachgerüttelt. Die volle Lautstärke am Player war in der Werkstatt nicht möglich, solange man sich darin aufhielt. Der Bass war im Vergleich zu den Höhen etwas schwach, was ich aber mit etwas Spielerei am Equalizer des Players in den Griff bekam. Letztendlich perfekt!




Der erste Praxistest der Box konnte gleich zwei Tage später durchgeführt werden. Für eine kleine Gruppierung, die auf dem örtlichen Faschingsumzug ihr Unwesen treibt, hat noch die entsprechende musikalische Untermalung gefehlt. Untermalung ist nun vermutlich das falsche Wort. Auslöschung sämtlicher anderer Störgeräusche trifft es wohl genauer.

Zwischenzeitlich ist nun noch ein Ladeanschluss für USB-Geräte dazugekommen. Somit steht einer ausdauernden Beschallung nichts mehr im Wege.

Vielen Dank nun nochmals für diese Webseite, für die Chassis, und an Marco für die Idee.

Tobias

Mystery-PA von Klaus

Mystery-PA von Klaus

Wenn der Vater (mit) dem Sohne ...

ein kurzer Erfahrungsbericht zur Mystery-PA

1

PA-Lautsprecher gibt es wohl wie Sand am Meer. In dieser Kategorie Schallwandler findet man so ziemlich alles, angefangen von billigen, blechern scheppernden Kisten, bis hin zu dem exorbitant teuren Profi- Equipment.

Was soll man nun machen, wenn der eigene Sohn sich zum einem Joe Satriani an der E-Gitarre entwickelt und nach geeigneten Schallwandlern sucht, die seinen Ansprüchen nach Qualität, Lautstärke und Preis gerecht werden?

Hier kommt es dann zwangsläufig zu einer Entscheidung zwischen einem High-Tech-System, sponsored by Papa oder der Taschengeld freundlichen Lösung, die jedoch kaum mit der Qualität einer Gitarre vom Typ PRS-Single Cut harmoniert. Das wäre letztendlich vergleichbar mit dem Problem, das sich ergibt, wenn man versucht, die Dynamik von Charly Antolinis Schlagzeugsoli auf einem Kofferradio abzuhören.

2Guter Rat wäre hier teuer, wenn es nicht dieses Lautsprechermagazin gäbe, die auch in dieser Klasse einen erstklassigen Selbstbau-Lautsprecher mit der Mystery-PA anbieten. Die eine gelungene Synthese aus bezahlbaren Komponenten und hervorragender Qualität darstellt. Mit den absolut überschaubaren Kosten für den Bausatz war es so auch finanziell möglich, für den zweiten Gitarristen in der Band einen adäquaten Lautsprecher gleich mitzuproduzieren.

Mit relativ wenig Aufwand wurden die beiden Boxen gebaut und natürlich sofort einer Hörprobe unterzogen. Angefeuert von einem reinrassigen Röhrenverstärker der Marke MARSHALL und dem Eingangssolo von Deep Purples “Smoke on the water“, performed by Sohn Marco, wurde dann sehr schnell deutlich, was in der Mystery–PA steckt. Nicht nur die klanglichen Qualitäten haben uns überzeugt, zumal sich die Lautsprecher noch nicht einmal eingespielt hatten, sondern auch die möglichen Lautstärkereserven haben dann für nachhaltiges Gänsehaut-Feeling gesorgt.

alt

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal meinen Dank für die kompetente Beratung und natürlich für die hervorragenden Lautsprecherbausätze mit unschlagbarem Preis-Leistungsverhältnis, aussprechen.

Klaus

Mystery-PA in der Uni Köln

Mystery-PA in der Uni Köln

Schon folgt der nächste Bau- und Anwendungstest, den diesmal die Physik 1 der Uni Köln mit Mystery-PA und Mystery-Sub im W-Bin durchführte. Dr. Rolf Berger schaffte es mühelos, ein paar ausgeschlafene Studenten als Helfer für den Aufbau zu gewinnen, da er vorausschauend für die wesentlichen Holzarbeiten die studentische Morgenzeit, also den frühen Nachmittag bis späten Abend, wählte. Hier sein Bericht:

Mystery-PA und W-Bin-Sub in der Uni Köln
Der Wunsch, Lautsprecherboxen selber zu bauen, kam in meinem Leben bislang drei Mal vor: Als Schüler mit viel Elan aber viel zu geringem Etat, als Physik-Student mit dem Wissen über die tieferen Zusammenhänge aber immer noch zu geringem Etat, und jetzt im Berufsleben endlich mit beidem zusammen, um das bauen zu können, was man sich immer schon vorgestellt hat. Zwei Selbstbau-Träume der Jugend waren noch nicht verwirklicht, einer davon war der Bau von PA-Boxen, die man, alleine aufgrund der Größe, nicht mal eben 'just for fun' für sich selber baut. Da einige Kölner Physik-Studenten aber schon länger den Wunsch hatten, eine Party im Foyer des Gebäudes zu veranstalten, fand sich schnell ein hochmotiviertes Team zusammen. Der andere Anlass zum Bau von 'Laut'-sprechern war die Erweiterung des Physik-Hörsaals zur Wiedergabe von 5.1-Ton, dessen monoaurales Sprachsystem dazu natürlich nicht ausgelegt ist.

Die Erfahrung, dass die eigenen Boxen, die zu Hause richtig schön laut sein können, in einem großen Raum erschreckend mickrig klingen, hat sicher jeder bereits gemacht. Trotz Verstärker mit mehreren hundert Watt am Anschlag ist von Bässen im Zwerchfell einfach nichts zu spüren. Was man braucht ist Wirkungsgrad. Mit den üblichen 86dB/ Watt von Hifi-Boxen kommt man leider nicht weit. Am besten 100dB/ Watt als 4-Ohm-System aus großen Membranen mit ausreichend Reserve für großen Hub, dann kann man so richtig Gas geben. Für die Höhen gibt es schön kompakte Hörner, im Mittelton sind 10- oder 12-Zöller geeignet, im Bass wird es wie immer problematisch, da es sowohl laut als auch noch tief hinab, am liebsten bis 30 Hz, gehen sollte. Sonst kommt es nicht zum wackelnden Hosenbein. Geschlossenen Boxen, die ich für Hifi favoritisiere, scheiden direkt aus, Bassreflex klingt oft etwas mulmig und schwammig, macht zudem unterhalb der Tuningfrequenz schnell schlapp, was man auch nicht so ohne Weiteres elektronisch kompensieren kann. Bleibt eigentlich nur ein Horn. Das Prinzip, die schwere Membran an die leichte Luft über einen sich langsam öffnenden Trichter akustisch anzupassen, bewirkt sowohl einen hohen Wirkungsgrad als auch genügend Reserve für eine hohe Dynamik, denn die Membran braucht zwar Kraft, aber nur einen geringen Hub, da sie ihre Bewegungsenergie äußerst effektiv auf das kleine Luftvolumen der Druckkammer übertragen kann und nicht die nachgiebige Luft des freien Raums bewegen soll. Einziger Nachteil ist, dass die untere Grenzfrequenz, bis zu der ein Horn funktioniert, durch den Umfang des Horns begrenzt ist. Soll es z.B. bei 30 Hz noch ordentlich rumpeln, landet man schnell bei etwa 10m Hornumfang. Glücklicherweise halbiert sich die erforderliche Größe, wenn das Horn akustisch durch den Boden verlängert wird. Bleiben immer noch grob 5 Meter. Damit wird klar, dass Basshörner das Format von Kleiderschränken haben müssen.

bild1-1Für den Mittel und Hochton-Bereich wird es entsprechend kleiner, aber im Vergleich zu Heim-Boxen bleibt es immer noch ganz ordentlich. Soweit die Rahmenbedingungen der Physik. Der andere Rahmen ist wie so oft finanzieller Natur und lag bei rund 1000 Euro, womit man eigentlich auskommen sollte, wenn man nicht unbedingt die Super-Hi-End-Edel-Chassis auswählt. Bevor die Entscheidung gefällt wurde, fiel der Blick noch in die Onlineshops der großen Musikhäuser. Denn bei aller Liebe zum Selbstbau ist der erforderliche Aufwand gerade für die Bassgehäuse eigentlich nur zu rechtfertigen, wenn es für den Etat nicht bereits gleichwertige oder bessere fertige Systeme gibt. Erstaunlicherweise ist dem jedoch nicht so. Die preiswerten Fertigprodukte aus Fernost bedienen offensichtlich nicht den eher kleinen Markt der etwas voluminöseren PA-Anlagen. Da die Physik sich nicht wirtschaftlichen Interessen beugt, sollte man den Herstellerangaben kleiner PA-Lautsprecher durchaus mit einer gesunder Skepsis begegnen. Damit war die Entscheidung für den Selbstbau endgültig getroffen. Und so kam es zur Recherche in meinen alten Unterlagen mit Bauvorschlägen aus den 80ern und dem, was aus dem Internet neu dazu gekommen ist. Erstaunlicherweise hat sich im Lautsprecherbau in den letzten 20 Jahren nichts wirklich Neues getan. Für den Mittel-/Hochtonbereich erschien uns jedoch ein Bauvorschlag aus dem Internet besonders geeignet: Die Mystery_PA von Udo Wohlgemuth. Beim diesem überaus verlockenden Bausatz bleibt eigentlich kaum eine andere Wahl.

bild2-1Da der wesentliche Arbeitsaufwand ohnehin im Bau der Gehäuse liegt, hielten wir uns offen, falls erforderlich, die preiswerten IMF-Chassis von P-Audio später gegen bessere auszutauschen. Um es vorwegzunehmen: Es gibt keinen Grund dazu! Um die Chassis mechanisch zu schützen, wurden die Seitenwände etwas nach vorne verlängert. Zusätzlich verstärkten wir die Front neben dem Hochtöner, da dort relativ wenig Holz übrig bleibt. Ob dies wirklich erforderlich ist, wurde nicht weiter getestet. Schaden kann es bestimmt nicht, da eine hohe Stabilität des Gehäuses auf jeden Fall Eigenschwingungen verringert. Gedämmt wurde großzügig mit klassischer Steinwolle, mehr aus Kostengründen und weil von anderen Baumaßnahmen noch ein ausreichender Rest zur Verfügung stand. Akustisch ist Steinwolle sehr wirksam, sofern man sich vom Juckreiz nicht stören lässt. Die Weiche befindet sich in der Steinwolle versenkt gegenüber dem Hochtöner auf einem der Verstärkungsbretter der Rückwand. .

Bleibt noch die Auswahl eines Basshorns. Unter den vielen Varianten (Rutschen mit und ohne Direktstrahler, verschieden gefaltete Hörner mit und ohne Bassreflex,...) fiel die Entscheidung auf das klassische doppelte W-Bin mit geschlossenem Volumen auf der Rückseite der Chassis. Damit bleibt die Wiedergabe knochentrocken. Pro W-Bin kommen zwei 15“-Treiber zum Einsatz, so dass eine Bassbox quasi zwei Gehäuse nebeneinander enthält, die akustisch durch eine Trennwand entkoppelt sind, und die Impedanz durch Parallelschaltung auf die gewünschten 4 Ohm absinkt. Bei den Chassis fiel die Wahl wieder auf P-Audio, nun auf die HP15W. Zwar sind diese nach der gängigen Daumenregel vom Qts her nicht optimal für den Einsatz in Hörnern geeignet, durch das geschlossene Volumen auf der Rückseite und die Möglichkeit, mit einer digitalen Frequenzweiche den Qtc elektronisch zu korrigieren, besteht darin aber kein echter Nachteil. Ein Blick auf die Seiten von Sigfried Linkwitz zeigt, wie man dabei bei geschlossenen Gehäusen vorgeht: Bestimmen von Resonanzfrequnz und Qtc des Systems, Kompensation mit einem entsprechend eingestellten parametrischen EQ, Festlegung der neuen gewünschten unteren Grenzfrequenz mit einem Q von 0,7 für optimale Impulswiedergabe und Einstellen eines weiteren parametrischen EQs auf die neue Grenzrequenz und die neue Güte. Solange die Chassis nicht überlastet werden, ist das wunderbar machbar. Bei 200W RMS-Leistung pro HP15W macht dies 400W pro Box und damit 800 Watt RMS an 4 Ohm für beide Bass-Boxen zusammen. 800W RMS an 4 Ohm schafft unser Verstärker ohnehin nicht (immerhin ein Crown Microtech), so dass wir immer auf der sicheren Seite liegen. Angst vor dem Klippen des Verstärkers braucht man nicht haben, da die Bässe ja an einem eigenen Verstärker laufen, und hartes Klippen nur Hochtöner gefährden kann. Damit blieb nur noch die Wahl zwischen den unterschiedlichen W-Bin-Bauplänen. Hierbei konnten die Konstruktionen bezüglich ihres Hornverlaufs z.T. nur schwer nachvollzogen werden, für einen einfacheren Aufbau werden oft deutliche Kompromisse eingegangen.

W-Horn2-1Am sinnvollsten erschien uns ein Bauplan, der unter www.sound-klinik.de zu finden und hier zu sehen ist (ohne unsere Veränderungen). Leider ist es nur ein Längsschnitt, so dass die Konstruktion der Druckkammer in der anderen Richtung offen bleibt. Wir entschieden uns für die Faustregel, dass die Fläche des Hornhalses die Hälfte der Membranfläche betragen soll, und modifizierten den Übergang der Druckkammer an das Horn entsprechend, um einen stetigen Verlauf des gesamten Horns zu erreichen. Die Druckkammer wurde dabei komplett aus MDF gebaut und wie das gesamte Gehäuse verleimt und verschraubt, um ein Mitschwingen in diesem sensiblem Bereich wirkungsvoll zu verhindern. Bei den Außenwänden griffen wir auf preiswertere Grobspanplatten zurück. Der Bau dieser W-Bins erfordert einen deutlich erhöhten Aufwand, da bis auf die Außenwände jedes Brett zwei schräge Seiten mit individuellen Winkeln hat.

Eine Tischkreissäge mit Anschlag und winkelverstellbarem Sägeblatt, ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und Kenntnisse der grundlegenden Winkelfunktionen schaden auf keinen Fall. Ein derartiges Projekt ist ohnehin alleine kaum zu bewältigen. Durch die tatkräftige Zusammenarbeit mit den begeisterten Studenten, die neben viel guter Laune auch gleich noch Kreis-, Stichsäge und Akkuschrauber mit brachten, wurde das ganze zu einem wunderbaren Gemeinschaftsprojekt.

bild4-1



Testhören in der späten Nacht. Die nicht ganz kleinen Mystery wirken im großen Hörsaal fast schon etwas verloren. Der erste Soundtest bestätigte aber sofort die richtige Wahl - dieses Erfolgserlebnis gab uns dann auch die Motivation für den nächsten Tag, der komplett für den Zuschnitt der abgewinkelten Bretter des inneren Aufbaus der Bass-Hörner erforderlich war.

Bild5-1Den Aufbau von W-Bins sollte man nicht unterschätzen, wer hierfür nicht die Muße und das erforderliche Werkzeug hat, sollte vielleicht doch auf eine einfachere Variante, wie z.B. die HP 18 Sub zurückgreifen. Am Ende der dritten Nacht war es vollbracht: Wir waren stolze Besitzer von zwei Mystery-PA’s incl. zweier Doppel-W-Bin-Hörner.
Bleibt noch die Beschreibung des Klangs. PA-Boxen darf man natürlich nicht mit möglichst linearen und resonanzfreien Hifi-Boxen vergleichen, mit denen man in gut gedämpften Wohnzimmer Jazz oder Klassik genießt. Hier geht es um etwas völlig anderes: Einen hohen Lautstärkepegel möglichst verzerrungsfrei zu erzeugen, um so viele Sinnesorgane gleichzeitig anzuregen. Und das mit Musik, die speziell für diesen Zweck produziert und abgemischt wurde - eine andere Form des Musikgenusses, wie sie daheim kaum möglich ist. Wenn man sich dann trotz hoher Lautstärke auch noch gerne in unmittelbarer Nähe der Boxen aufhält, ist dies ein sehr gutes Zeichen für geringe Verzerrungen. Wie laut es dabei tatsächlich ist, merkt man erst, wenn man auch in größerer Entfernung nicht den Eindruck hat, dass es leiser wird und die Musik selbst auf anderen Etagen des Gebäudes immer noch erschreckend gut zu hören ist. Das unabhängige Lob zahlreicher Gäste, die nicht wussten, dass die Lautsprecher selbst gebaut waren, hat uns natürlich besonders gefreut. Abschließend bleibt eigentlich nur noch zu erwähnen, dass die Fete ein Riesenerfolg war und der 5.1-Ton beim ersten DVD-Test im Hörsaal einfach umwerfend war.

So macht Musik Spaß!

R. Berger 

 

 

Mystery - Klein PA mit Kultstatus

Mystery - Klein PA mit Kultstatus

Grundsätzlich möchte jede Firma ihre Kunden mindestens zufriedenstellen - oder besser, glücklich machen. So haben wir immer ein Ohr am Selbstbaumarkt und hören unsere Kundenstimmen. Mehr als einmal war zu vernehmen, dass beispielsweise für die Schulparty lautere Krawallbrüder benötigt würden, als es eine HiFi-Box sein kann. Also begaben wir uns an die Entwicklung einer entsprechenden Klein-PA Serie, die durchaus in der Lage ist, auch eine Schulaula mit Sound zu füllen. Realisiert wurden sie unter dem geheimnisvollen Namen "Mystery-PA", der ihr schnell Kultstatus einbrachte.

Mystery 1 (Fullrange)
Mystery 2 (Satellit)
Mystery Sub 15 (Subwoofer)
Mystery Sub 18 (Subwoofer)

Mystery 3 (als Center für Leinwand Kino)

Bestückung

Bereits vor Jahren stellten wir der Selbstbaugemeinde die Lautsprecherboxen für kleine bis mittelgroße Partys vor und dachten dabei eher an die Kellerbar oder die Geburtstagsfeier als an echte PA-Anwendungen. Der Erfolg der beiden mit P-Audio-Chassis entwickelten Erstlingswerke HP 10/2 und HP15/3 bestätigte wieder einmal, dass zur Feierlaune bisweilen eben auch laute Musik gehört. Also sahen wir einmal über den Tellerrand "Hobby-DJ" hinaus und überlegten uns, wie wir eine größere Klein-PA (PA steht für Public Adress) für größere Räume entwickeln können.

Dabei bringt es natürlich nichts, nur einen Zehnzöller als Basstreiber einzusetzen, also kam ein zweites P-Audio-Chassis in die Mystery-PA. Die Doppelbassbestückung im verdoppelten Gehäusevolumen versprach bereits so viel Druck, dass ein Subwoofer sogar in mittelgroßen Räumen außen vor bleiben sollte, wenn es nicht allzu laut wird. Doch Membranfläche ist bekanntlich durch nichts zu ersetzen, außer durch mehr Membranfläche, dennoch konzentrieren wir uns nun erst einmal auf die Doppelbestückung, bevor wir uns der Unterkellerung des Bassdrucks mit einem Subwoofer widmen. Also entschlossen wir uns, anstelle des sehr preiswerten HP10W den nur geringfügig teureren HP12W einzusetzen.

PA-Chassis sind aufgrund der völlig anderen Anforderungen bekanntlich eine ganz andere Welt als HiFi-Chassis. Während es im Wohnzimmer immer um den bestmöglichen Klang im wohnraumkompatiblen Gehäuse geht (ich schreibe jetzt extra nicht hausfrauenkompatibel, obwohl - jetzt ist es ja raus), gibt es bei Hochpegelanwendungen (musikalischen oder alkoholischen ...) ganz andere Anforderungen an die Robustheit einer Lautsprecherbox, während die Größe hinter der Gewichtseinsparung meist in den Hintergrund tritt. Also hat so ein PA-Chassis meist viel mehr Volumen für die Basswiedergabe zur Verfügung als ein HiFi-Chassis und kann dementsprechend hart eingespannt werden - die sogenannte akustische Aufhängung mittels Gummilippe oder früher Schaumstoffsicke entstammt der Trickkiste für besonders kleine Gehäuse - hier darf es nach wie vor zur Sache gehen und die eingestrichene Ziehharmonika-Sicke aus Leinen als Fortführung der Papiermembran ist bei PA-Chassis nach wie vor erste Wahl.

Auch hinter der Membran sieht ein PA-Chassis anders aus: Die Schwingspule ist größer und erlaubt dank anderer Konstruktion der hinteren Zentrierspinne eine bessere Kühlung - auch ohne zusächtliche Öffnugen, denn hier zählt eben die Robustheit und nicht das letzte Hertz an unterer Grenzfrequenz. So wird der Schwingspulendraht des HP12W auf einen Aluminiumträger gewickelt und der Polkern ist durchbohrt und zur Membran hin mit einem Schutzgitter versehen - die Staubschutzkalotte schützt die Antriebseinheit ja nur von vorne. Vier mm linearer Hub bei einem sehr ordentlichen Wirkungsgrad von 93 dB SPL versprechen bei doppelter Bestückung eine geradezu ohrenbetäubende Lautstärke. Mit einer unteren Grenzfrequenz Fres = 50 Hz, einer Gesamtgüte Qts = 0,69 und einem Ausgleichsvolumen Vas = 85 L ist der hart aufgehängte Tieftöner sogar in einem geschlossenen Gehäuse bestens aufgehoben.

Da der Tieftöner vorbildlich preiswert ist, wollten wir das Preis-Leistungs-Verhältnis nun nicht mit dem Hochtöner verderben und wählten den besonders preiswerten Treiber PHT-411 aus, der das Budgnet mitsamt aufwändig berechnetem Constant-Directivity-Horn nur gering belastet. Dass wir ein Hochtonhorn mit etwa 100 dB Wirkungsgrad für die beiden 12er-Tieftöner einsetzen, dürfte klar sein - Kalottenhochtöner sind einfach nicht laut genug für den PA-Sektor.

Ein weiterer Vorteil des PHT-411 ist die leichte Austauschbarkeit der gepressten Phenol-Membran mitsamt der 25-mm-Schwingspule, falls die Anlage doch einmal grob übersteuert wird. Theoretisch geht dies sogar zwischen zwei Auftritten, da lediglich ein Schraubendreher für den Austausch benötigt wird. Als Besonderheit in dieser Preisklasse bietet P-Audio nicht nur für den Hochtöner, sondern auch für die Bässe Reparatursets an, sogenannte Reconing-Kits. So kann der Hobby-DJ selbst der wildesten Party entspannt entgegensehen.

Die Fullrange-Boxen der Mystery-PA sind eher für gesittete Partys oder bei entsprechenden Pegel nur für mittelgroße Räume geeignet. Also haben wir nach einer Lösung für laute Partys in großen Räumen gesucht - da die Mystery-PA ihre Sache grundsätzlich sehr gut macht, haben wir uns entschlossen, ihr einen Subwoofer an die Seite zu stellen, den wir mit dem HP15W aus der gleichen P-Audio-Serie bestückt haben, wie sie auch in der Fullrange-Box der Klein-PA in Doppelbestückung verwendet findet.

Der HP15W gleich bis auf die Membranfläche dem in der Mystery-PA eingesetzten HP12W. Lediglich der Antrieb scheint nicht mitgewachsen zu sein, doch der Eindruck täuscht: Bei gleichem Schwingspulendurchmesser hat er eine längere Schwingspulenwicklung und bietet so statt 4 mm kräftige 7 mm linearen Hub - in Verbindung mit der größeren Membranfläche kann also mehr als doppelt so viel Luft in Bassdruck umgewandelt werden. Seine Resonanzfrequenz liegt bei erfreulich niedrigen 37 Hz, der Gesamtgütefaktor Qts beträgt 0,61 und das Äquivalentvolumen Vas 221 Liter. Wie schon beim 12er gibt es auch für den 15er einen Reconing-Kit, falls die Party doch einmal zu wild ausgeartet ist.

Gehäuse

Wie bei HiFi-Boxen gewohnt, fütterten wir LspCAD mit den Thiele-Small-Parametern und erhielten als Antwort ein Gehäusevolumen von 3.500 Liter für zwei HP12W. Ähem, ach ja, es handelt sich ja um eine PA-Box, die braucht keinen Einbau-Q von 0,707 wie eine wirklich gute HiFi-Box. Also erhöhten wir die Vorgabe für den Q-Faktor und verzichteten auf das letzte Quäntchen Tiefbass und erhielten dann handliche 95 Liter Innenvolumen als Gehäusevorschlag. Puh, es geht also doch. Mehr noch: Bei Discoboxen ist ein höherer Q durchaus von Vorteil, da der Bass hierdurch merklich fetter wird - wichtig ist dies insbesondere bei Freiluftaufstellung der Mystery-PA auf Lautsprecherständern.

Also konstruierten wir im nächsten Step das Gehäuse aus 19-mm-MDF. Wer möchte, kann auch das leichtere und robustere Mutiplexsperrholz verwenden, welches allerdings finanziell spürbar mehr zu Buche schlägt, selbst wenn als Holzart Birke statt Buche verwendet wird. Rückwärtiger Schalldruck, der mittels Dämmwatte vernichtet wird, erfordert unnötige Verstärkerleistung oder wir begrenzen den Maximalpegel - da drücken wir bei den etwas höheren Verzerrungen lieber ein Ohr zu, oder so ähnlich. Der außen aufgeklebte Filz dient eher der Robustheit als der Resonanzdämmung, auch wenn er akustisch keinesfalls schadet.

Die 95 Liter netto ergaben eine Gehäusehöhe von 85 cm, eine Breite von 37 cm und eine Tiefe von 42 cm, sind also noch halbwegs kleinwagenkompatibel. Anstelle die Chassis einzufräsen, setzten wir sie auf die Schallwand auf, da Stabilität im PA-Sektor wichtiger ist als das letzte Quäntchen Klangqualität - wetten, dass Sie den Unterschied ab 1 Promille eh nicht mehr hören? Nein, nur ein Scherz: Bei einem Hochtonhorn wirkt sich das Einlassen eh nicht aus und der Mitteltonbereich wird ja zum Großteil von den Tieftönern übernommen, so dass es gar keinen einbausensiblen Mitteltöner gibt.

Als Membranschutz für die Basstöner raten wir ohnehin zur Verwendung von Abdeckgittern - schauen Sie sich die Abdeckgitter der meisten PA-Boxen einmal genau an und malen Sie sich aus, wie die Boxen denn ohne diese Gitter aussähen ... Und: Egal ob Birkensperrholz oder MDF: Kunststoff- oder Metallschutzecken stehen PA-Boxen mehr als nur gut zu Gesicht.

Wie schon bei den Fullrange-Boxen der Mystery-PA fütterten wir LspCAD wieder mit den Thiele-Small-Parametern des HP15W und erhielten wiederum eine riesige Behausung von 500 Litern als Optimum mit -3-dB-Punkt bei 22 Hz. Dann besannen wir uns auch hier auf den Einsatzzweck und erhöhten die Abstimmung auf 32 Hz, was uns 360 Liter Innenvolumen ersparte. 140 Liter lassen sich eben leichter in einer tragbaren Box unterbekommen, neben dem Subwooferchassis muss ja außer eines Versteifungsbrettes nur noch der Bassreflexkanal hineinpassen - dieser ergab bei der gewünschten Abstimmung praxisgerechte 150 cm² Querschnitt bei 21,9 cm Kanaltiefe.
Somit hielten sich die resultierenden Außenabmessungen von 47 (B) x 50 (T) x 70 (H) cm im tragbaren Rahmen. Da es sich um einen PA- anstelle eines HiFi-Subwoofers handelt, verzichteten wir auch hier wieder auf Dämmwolle in der Box. Der außen aufgeklebte Filz dient eher der Robustheit als der Resonanzdämmung.

Da wir nun ja einen Subwoofer haben, der für die doppelbestückte Mystery 1 solo oder paarweise eingesetzt werden kann, lohnt ein zusätzliches Downsizing beim Einsatz nur eines Subwoofers, sprich: Ergänzend zur Fullrange-Mystery haben wir zusätzlich einen echten Satelliten mit nur einem HP12W entwickelt und ihn Mystery 2 getauft - in vielen Fällen wird die handlichere Variante ausreichen, da der Druck dann ja vom Subwoofer kommt. Da ihre Messdaten bis auf den Maximalpegel im Wesentlichen der Mystery 1 entsprechen, haben wir auf eine ausführliche Beschreibung verzichtet und veröffentlichen hier lediglich den zusätzlichen Bauplan.

Frequenzweiche

Das waren jetzt schon eine ganze Reihe Informationen für einfache Partyboxen, deshalb gehen wir auf die Frequenzweichenentwicklung nur kurz ein - schließlich werden die Passivweichen ja wieder fertig aufgebaut angeboten, damit beim Selbstbau nichts schiefgeht. Die Satelliten sind sowieso unproblematisch und auch die Fullrangeversion mit der Doppelbestückung reagiert messtechnisch problemlos.

Die Tieftöner erhalten nicht aufgrund der Klangqualität, sondern zugunsten des Maximalpegels einen Filter zweiter Ordnung aus hochwertiger Luftspule und glattem Elko. Diese Beschaltung glättet den Amplitudenfrequenzgang bei einem verbleibenden Wirkungsgrad von 97 dB oberhalb 300 Hz, darunter hängt der Schalldruck ohnehin vom Raum und der Aufstellung ab. Oberhalb 2 kHz kommt der natürliche Pegelabfall der 12er-Chassis hinzu, so dass Störungen im Mitteltonbereich auszuschließen sind.

Im Hochtonbereich ist die Hornkonstruktion eine feine Sache. Auf diese Art gewinnt der Treiber etwa 5 dB Schalldruck im unteren Arbeitsbereich und kann so hubreduziert und belastbarer getrennt werden. So ganz nebenbei sinken durch den geringeren Hub die Verzerrungen bei hohen Pegeln durch die Hornkonstruktion gravierend. Dennoch haben wir das Hochtonhorn mit einem Filter dritter Ordnung mit 18 dB/Oct. Flankensteilheit getrennt, was sehr gut zum Filter zweiter Ordnung des Bassbereiches passt, da dort ja der natürliche Schalldruckabfall im Mitteltonbereich hinzukommt. Für zusätzliche Belastbarkeit sorgt auch die Pegelanpassung mittels Spannungsteiler.

Beim Subwoofer lohnt die passive Trennung nicht: Zum einen muss dem Pegel mittels Aktivtechnik auf die Sprünge geholfen werden, zum anderen wäre eine passive Trennung so aufwendig, dass sie den Chassispreis übersteigen würde - schließlich soll der Bass tief genug getrennt werden, um nicht ortbar zu sein. Kernspulen geraten bei hohen Pegeln viel zu früh in die Sättigung und Luftspulen brauchen dann einen immens dicken Draht von 2 mm oder mehr und haben bei einer entsprechend tiefen Trennfrequenz immer noch mit einem viel zu hohen Innnenwiderstand von mindestens 0.6 Ohm zu kämpfen. Der einzige Ausweg wäre eine Trafokernspule mit ihrem geringen Innenwiderstand von rund 0,15 Ohm, diese würde den Etat allerdings gleich mit 70 Euro belasten. Hinzu kommen noch die Kondensatoren für die Satelliten und letztendlich sind diese für den Subwoofer zu laut und müssten strenggenommen durch einen Spannungsteiler im Pegel abgesenkt werden. Eine aktive Lösung hat aber noch einen viel größeren Vorteil: Mittels Reglerdreh kann die Klein-PA einfach an den Raum angepasst werden und wer zwei Subwoofer sein Eigen nennt, kann auch einmal nur einen mitnehmen und den Pegel entsprechend justieren. Eine aktive Lösung mit elektronischer Weiche sowie getrennten Endstufen für den Subwoofer und die Satelliten ist da wesentlich effizienter. Für den Partykeller mag sogar ein Surroundverstärker gute Dienste bieten, eine alte Endstufe für den Bass-Spieler findet sich sicher auch noch.

Klang

An dieser Stelle kommt wie immer die Klangbeschreibung als interessantester Part des Selbstbaus. Hm, ob unser Hörraum das richtige Refugium für die Mystery-PA ist? Wir haben lieber auf einige Statements unserer Leser zurückgegriffen (larsm und gremu aus dem Forum, die Namen sind uns bekannt). Damit wir die Statements einsortieren konnten, haben wir einige gezielte Fragen gestellt.

larsm schreibt: "Vor 3 Tagen habe ich sie abgeholt und bin echt beeindruckt: Dem Rauschen in meinen Ohren nach der Fahrt nach zu urteilen sind die laut, sehr laut! Dabei wurden sie nur durch eine verrückte Konstruktion aus Zigarettenanzünder, Wechselrichter, Heimkino-Surround-Verstärker (mit ca. 20 Watt) und Ipod betrieben! Ich hätte nicht gedacht, dass man allein durch Schall die Spiegel so zum zittern bringt, dass man nichts mehr sehen kann. Die Klangqualität kommt sicher nicht an richtige Hifi Boxen ran, aber es klingt besser als in den meisten mir bekannten Discos!"

Moment mal, es handelt sich doch hier nicht um Car-HiFi-Boxen, also auf ein Neues:

"Gestern haben wir die neue Anlage ... aufgebaut. WOW! Das ganze geht tierisch ab! Der Raum ist wirklich groß, da passen bestimmt 1.000 Leute rein. Die 2 Boxen vorne auf der Bühne, ordentlich aufgedreht mit etwas Bassanhebung: Nichts übersteuert, Stimmen kommen beeindruckend klar rüber. Man konnte sich am anderen Raumende nur noch schwer unterhalten! Unsere Schule ist jetzt partytauglich. Auch die Schüsse, die wir im Theaterstück verwenden, klingen derart realistisch, da erschreckt man sich richtig, wenn die Kleinen mit ihren Spielzeugpistolen ,schießen'!" gremu schreibt: "Hallo, ich bin der Typ, der die vier PA-Satelliten und zwei Subwoofer in Auftrag gegeben hat. Mein Kumpel Dino möchte sich nämlich eine ,kleine' Disco in seiner Scheune einrichten. Zielstellung war, dass die Satelliten einen HiFi-Klang haben und möglichst viel tiefen Direktschall abstrahlen sollten, damit keine Übernahmeprobleme im Bassbereich entstehen. Die Entwickler haben bei dieser Neuentwicklung eine untere Grenzfrequenz (auf dem Boden stehend, die Redaktion) von ca. 50 Hz erreicht (Hut ab!). Damit können die Satelliten auch locker ohne Subwoofer betrieben werden. Wir wollten aber auch einen gewaltigen Wums bei hohen Lautstärken erreichen, wodurch zwei Subwoofer notwendig wurden. Die gesamte Anlage besteht aus den vier Satelliten, mit je zwei 30er-Bässen und einem HT-Horn sowie zwei Subwoofern mit 38er-Tieftönern. Die Subwoofer haben ein gemeinsames Aktivmodul mit 400 Watt und die Satelliten zwei Endstufen mit je 2 x 200 Watt an 4 Ohm. Dazu haben wir ein Mischpult mit zwei getrennt steuerbaren Master-Ausgängen gewählt, damit man den Subwoofer auch als DJ bequem vom Mischpult aus steuern kann. Bei bassschwachen Stücken kann so nur der (Tief-) Basspegel erhöht werden, ohne dass die Satelliten durch den Klangregler evtl. an ihre Grenzen gebracht werden. Bisher haben wir es noch nicht geschafft, die Anlage in der Scheune aufzubauen. Somit kann ich nur von der ersten Hörprobe mit zwei Satelliten und einem Bass berichten. Ich fasse es kurz: Dino fiel die Kinnlade runter, als wir ein wenig aufgedreht hatten. So etwas hatte er nicht erwartet. Ich habe mit guter Qualität gerechnet, aber selbst ich war sofort total begeistert. Klar kann man den Klang nicht mit dem Top ER4 vergleichen, den ich zuhause habe (mit einem 38er-PA-Subwoofer und einem 300-W-Aktivmodul; okay, ich habe keine Nachbarn und eine tolerante Freundin ;-). Aber dafür bekommt man HiFi-Qualität mit einer solch atemberaubenden Dynamik, die keine normale HiFi-Box liefern kann. Sicherlich spielt das Horn etwas hart im Hochtonbereich (wenn man den ER4 gewohnt ist), aber nie störend. Selbst hohe Frauenstimmen klingen bei großer Lautstärke sehr angenehm.

Kurzum: Es macht verdammt viel Spaß, damit zu hören. Es ist fast wie live und durch den Bass so massiv spürbar, dass man Musik nur noch so hören möchte. Wir haben schon einmal draußen einen Soundcheck mit allen Lautsprechern gemacht. Super geil! Mit ein wenig Bassüberhöhung kommt sogar draußen der Bass richtig zur Geltung, so dass man ihn spürt."

Wir bedanken uns für diese aussagekräftigen Statements zum Klang und wünschen unseren Lesern viel Spaß beim Nachbau.

Intertechnik

Die Lautsprecherbausätze der Mystery PA Familie gibt es nur bei Intertechnik:

Mystery 1

Die Mystery 3 und der Mystery 18 Sub werden in weiteren Berichten vorgestellt.
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