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Satorique3Be

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Satorique 3Be Erstbesteigung

Satorique 3Be Erstbesteigung

Wie ich Intertechnik kennengelernt habe?

Durch einen Arbeitskollegen, der sich vor ein paar Jahren Boxen gebaut hat.

Ich habe immer mal wieder an Bauberichten anderer herumgelesen, welche Schwierigkeiten auftraten und wie sie gelöst wurden. Alles bliebt für mich relativ abstrakt, da ich beruflich viel mit Metall zu tun habe und sehr wenig mit Holz. Lange war ich mir über zwei Sachen nicht klar, ob ich das fachlich und zeitlich gestemmt bekomme und ob dabei das rauskommt, was ich hören will. Nach 13 Monaten des Lesens, des Erledigens wichtigerer Dinge und des Nachdenkens habe ich dann einen Bausatz für Little Princess bestellt. Warum diese?

Weil sie vom entzogenen Luftvolumen meines Hörraumes noch genügend Atemluft übrig ließen. Es gab auch andere Alternativen, die aber das Restraumvolumen und damit auch den Akzeptanzgrad der Mitbewohner zu sehr eingeschränkt hätten. Das Resümee der der Klangbeschreibungen lässt sich vielleicht so zusammenfassen: Klang insgesamt neutral, weder bass- noch höhenlastig, filigrane Detailwiedergabe auch bei leisen Tönen bei ausgeprägter räumlicher Darstellung. Ich höre gerne Jazz, Klassik, Blues, Pop, oft mit den instrumentalen Schwerpunkten Gitarre, Saxofon und Orgel. In Summe dachte ich, die für mich richtige Partnerwahl getroffen zu haben. Also Little Princess bestellt. Zitat aus der Bestellbestätigung "... der letzte Bausatz Little Princess wäre verkauft ... ausliefern oder etwas anderes anbieten? ... bitte nehmen Sie Kontakt mit dem Kunden auf". Herr Nötzel tat Letzteres. Nach ausgiebigem Reden, Zuhören und Fragen stellen verspürte ich am Ende den dringenden Wunsch nach einer Satorique 3Be samt Rohteilen aus Buchenholz. Der kleine Zusatz Be verbessere die Detailwiedergabe deutlich und das gab letztendlich den Ausschlag.

Einige Monde später kam bei mir ein stattliches Paket mit Chassis, Kabeln, Weichen und Holz an. Zunächst breitete sich Ratlosigkeit aus, ob wohl der Spruch "Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile" denn auch für mich gelte. Mit Hilfe, vielen Zwingen und guten Tipps vom örtlichen Schreinermeister war das Leimen der Box dank der Lamello-Verzapfungen überraschend einfach. Durch den, der sich damit auskennt, habe ich im Nachhinein gesehen jede Menge Leim und Entfernen von aus den Fugen gequetschtem Leim gespart.

Das vorgefertigte Gehäuse aus Buche ist relativ störrisch und nicht gerade planeben, die Fräsarbeiten sind für eine saubere Verarbeitung in ihrer Genauigkeit mehr als ausreichend. Warum die Frontplatte und die Seitenwände nicht mit Lamellos verzapft sind, hat sich mir nicht erschlossen. Ich habe die Frontplatten zum Schluss geleimt, dadurch war die Ausrichtung auch ohne die Verzapfungen problemlos.

Gewonnene Erfahrung beim Leimen: Der Leim trocknet recht schnell. Beim nächsten Bauprojekt werde ich genau auf den sauberen Sitz der Bauteile zueinander achten und sie in dieser Stellung mit Zwingen fixieren. Erst danach werde ich die teilweise leicht gebogenen Bauteile flächig verspannen, so dass die mit Leim benetzen Flächen vollflächig gegeneinander liegen. Die leichte Unebenheit der Bauteile ist beim Werkstoff Holz völlig normal und läßt sich mit ein paar Zwingen mehr easy im Griff behalten. Bei der ersten Box habe ich leichte Fugen behalten, die ich hinterher mit einer Leimnaht in der Kehle innen verschlossen habe. Die von außen zu sehenden Spalten habe ich nach dem gleichen Prozess wie die Fehlstellen verschlossen. Da gute Profi-Leimzwingen im Verhältnis zu den Bausatzkosten kostenmäßig fast unter den Tisch fallen, käme ich nie auf die Idee, das gleiche mit Spanngurten zu versuchen.

Tipp zum Ausbessern von kleinen Fehlstellen

Die einzelnen Schichten haben immer mal wieder kleine Fehlstellen. Den beim Schleifen erzeugten Schleifstaub habe ich aufgefangen. Den Schleifstaub habe ich etwa 1:1 mit Leim zu einer Paste verquirlt und die Fehlstellen damit gefüllt. Bei einem Loch musste ich das zweimal machen, da die Paste beim Durchtrocknen etwas schrumpft. Man kann auch vorher eine erhabene Raupe stehenlassen.

Notwendige Hilfsmittel: Holzleim, Schleifstaub, altes Küchenmesser, alter Plastik-Eisbecher.

Nach dem Durchtrocknen ist die Oberfläche etwas rauher und muss vor dem Lackieren durch Schleifen an die Oberfläche des übrigen Holzes angepasst werden. Die Farbe der jeweiligen Schicht trifft man natürlich nicht exakt, da der Schleifstaub sich farblich eher als hellere Schicht abhebt. Mit gekauftem Ausbesserungskitt kann man das farblich noch besser anpassen. Lautsprecher baue ich ausschließlich der Musik wegen, nicht als dekoratives Möbel. Kleine Farbabweichunen finde ich tolerabel.

Problem und Perspektiven durch die Multiplexplatten

Die verschiedenen Holzschichten haben natürlich verschiedene Farben. Ich habe, der Idee des Holzbearbeiters folgend, die Frontplatte an verschiedenen Stellen ca. 10 Grad zum Rand hin abgeschliffen und den Rand verrundet. Dadurch sieht man in der Frontansicht auf verschiedene Schichten der Platte. Durch den Schliff kann man sich einen Maserungseffekt hineinschleifen. Die Box wirkt durch den Schliff tailliert und die kubische Form gewinnt etwas an Eleganz.

Nun zur Elektronik: Was gehört wo dran, welche Polung, wie und wo führe ich die Anschlüsse nach außen. Ich suchte nach Polangaben, Markierungen, Beschriftungen oder was auch immer. Es war nichts zu finden. Der Arbeitskollege erzählte mir nebenbei, dass seinem Bausatz eine sehr ausführliche Bauanleitung beilag. Auch hier musste wieder Herr Nötzel aushelfen, die Bauanleitung war kurz später in der Post und das Problem vom Tisch und ich habe sie ohne Probleme umsetzen können. Gewonnene Erfahrung beim Kabellegen: Wenn Du die Kabel verlegt hast, lass sie länger und kürze beim Zusammenbau.

Die abschließende Bearbeitung mit dem Hartwachsöl ist genau so banal und schnell, wie in dem anderen Baubericht beschrieben. Völlig stressfrei in der Verarbeitung hebt das Öl die Maserung etwas stärker heraus, die Oberfläche ist seidenmatt. Wundervoll.

Faszination, der man sich kaum entziehen kann

Lange habe ich überlegt, mit welchem Musikstück ich denn die neue Lala einweihe. Es wurde der Kopfsatz von Bruckners 4. Sinfonie, eines der schönsten Musikstücke, die ich kenne. Zwei Mockingbirds, eine von Katie Melua und ein von Barclay James Harvest kamen angeflogen und eine Nachtigall von Respighi gesellte sich dazu, bevor Tom Waits versuchte, das Gehäuse mit Tom Traubert's Blues zu durchfräsen.

Orgelklänge wie die von Widors Andantino aus seiner fünften Sinfonie oder Hans Zimmers "Guilty of Being Innocent Jack Sparrow" halfen mit bei der Entfernung des restlichen Schleifstaubes durch das Reflexrohr. Möchte man den gleichen Druck im Mitteltonbereich, gebe man sich Lupillo Riveras "Romando Y Tomando" bei fortgeschrittener Lautstärke. Warum gerade dieser Bausatz der meiner Wahl wurde, legen eher die leisen Klänge offen. Ich nenne sie mal "transparente" Klänge, da mir kein bildhafterer Ausdruck einfällt. Was ich damit meine, hört man gut bei Christina Pluhars Harfe in "Pajaro campana" oder Beo Brockhausens "Wolkenmeer".

Die Töne werden einem genauso wie die präzisen Stimmen von Rebecca Pidgeon, Barb Jungr oder Marianne Mellnäs filigran und schwebend ans Ohr gelegt. Orgelstücke vom Tonträger haben oft die Attraktivität einer Tiefkühlpizza. Schickt man sie aber durch eine Wiedergabekette, die den vollen Tonumfang aller Register wiedergeben kann und einigt sich mit seinen Nachbarn auf eine naturgetreue Lautstärke, dann gewinnen sie eine Faszination, der man sich kaum entziehen kann. Die 3Be ist für eine solche Kette meiner Ansicht nach uneingeschränkt tauglich. Auch andere Stücke wie Keith Jarretts Köln Concert brachten die erste Einschätzung der Qualität nicht im Geringsten ins Wanken.

Am Ende des ersten Tages durfte Arne Domnerus` "Antiphone Blues" komplett laufen. Greifen seine Majestät zum Saxophon, kann und will man nicht gestört werden. Der Titel des siebten Stücks betitelte das Ergebnis des ersten Abends: "Heaven". Die Wiedergabepräzision bleibt bei hoher und niedriger Lautstärke gleichermaßen sehr gut. Selbst für den Ungeübten ist die Sitzordnung eines Orchesters bei einer guten Aufnahme mit verbundenen Augen bestimmbar. Viele Stücke höre ich wieder neu, da ein deutlich erweiterter Tonumfang die Stücke in einem neuen Klang erscheinen lässt. Ich bin gespannt, was sich nach der Einspielzeit noch so alles einstellt.

Zwei Sachen bleiben übrig

Respekt, was Euch mit diesem Bausatz gelungen ist. Danke fürs Umerziehen auf die 3Be.

Rausgekommen ist das, was ich mir vorgestellt hatte - auf den Punkt getroffen.
High Definition für die Ohren: Satorique 3

High Definition für die Ohren: Satorique 3

Satorique 3 / Satorique 3 Be

Perfektionismus oder nicht? Eine Zweieinhalbwegebox mit und ohne Beryllium-Kalotte ...

Die gleiche Box in zwei Varianten - einmal mit und einmal ohne Beryllium-Kalotte - ist ein spannender Ansatz. Beide Lautsprecher tragen die gleichen Eigenschaften in sich und doch bietet die eine noch ein Quäntchen mehr an audiophiler Auflösung im wichtigen Hochton- und insbesondere auch im Brillanzbereich, sodass die hochwertigere Kalotte die Klangeigenschaft eines hervorragenden Diamanthochtöners aufweist.

Mit dem entsprechenden Frequenzweichen-Update kann die Box sogar von der preiswerteren auf die perfektionistische Variante aufgerüstet werden - schließlich hat bei der Entwicklung der Idealismus gesiegt und wir wollen Ihnen die preiswertere Variante dennoch nicht vorenthalten.

Die Satorique 3 / Satorique 3 Be steht für HiRes-Audio und bietet ein ganz besonderes Erlebnis für die Ohren. Bei immer mehr audiophilen Klang-Gourmets reicht das Streamen von MP3-Dateien bei weitem nicht mehr aus. Was tun, wenn der Anspruch über die Datenmenge von 64-320 Kbps steigt? Dann sprechen wir von hochauflösenden Audio-Dateien der Formate 24bit/192kHz als Flac-AiFF und -WAV. So gefüttert, zelebriert die Satorique 3 sowie insbesondere die Satorique 3 Be High-Definition für unsere Ohren - denn letztendlich kommt es ja immer auf den Lautsprecher an, der ein noch so gutes Eingangssignal ja erst einmal in Schall umsetzen muss, bevor wir es genießen können.

Diese Aufnahmen in Studio-Qualität klingen in vielen Fällen deutlich sauberer, räumlicher und detailreicher. Auch klingen die Sänger viel natürlicher in der Klangfarbe ihrer Stimme. Viele kleine Details stellen sich mit der entsprechenden Klarheit einfach besser dar. Welche Faktoren spielen bei einer Codierung des analogen Klanges eine Rolle?

Viele Audio-Systeme kodieren den analogen Klang (also die natürlichen Schallwellen) mit einer Methode namens PCM (Puls-Code-Modulation) und wandeln es auf diese Weise in ein digitales Format. Hier setzt sich die Qualität aus Bit-Tiefe (16 oder 24 Bit beispielsweise) und der Abtastfrequenz zusammen. Entscheidend für den Klang ist insbesondere die Anzahl der Bits bei der Codierung: Der Dynamikbereich steigt durch die Anzahl der Bits - das macht den Unterschied zwischen der Hintergrundruhe bzw. dem sanftesten und dem lautestem Ton aus.

Digitale Musikdatenbanken gibt es mittlerweile zur Genüge. Selbst bei den klassischen Analogscheiben aus den 80er-Jahren ist der Wandel der Zeit schon längst zu spüren: Naimlabel oder Linnrecords, um nur zwei zu nennen, haben sich der modernen Musikwelt angepasst.

Wer heute nicht mehr mit der Zeit geht, verpasst den Anschluss. Das kann man auch auf das bescheidene Budget der Selbstbau-Entwicklungen beziehen: Da ist nicht viel Spielraum vorhanden, was die immer höheren Ansprüche der Kunden betrifft. Das zwingt uns zum Umdenken: Zielgerichtet müssen die Entwicklungen sein, "weniger ist mehr" lautet die Devise, denn immer das Gleiche würde einer modernen Zielgruppe, welche den Anspruch vieler unterschiedlicher Musikquellen hat, nicht gerecht. Genau aus diesem Grunde werden in Zukunft hochwertigere Bausätze das Ziel unserer Entwicklungen sein - sie müssen dabei ja nicht gleich teuer werden, wie unser Trick mit der Hochtonvariante beweist.

Aber wie kommt man im Selbstbau zu einem solchen Lautsprecher?

Vor Jahren wäre es noch nicht möglich gewesen, so einen optimalen Lautsprecher in dieser Preisklasse zu bauen - heute ergeben sich aber durch die modernen Chassis und das zusammengewachsene Team aus den Fachrichtungen Raumakustik, Entwicklung und Gehäusedesign ganz andere Möglichkeiten in der Produktentwicklung.

Und wie soll man bei den massenhaften Lautsprecher-Konstruktionen noch ein Highlight kreieren, wenn alles nur noch eine Kopie von alten Konstruktionen ist? So kam es zu dem Ansatz, eine bewährte Konstruktion - mit 6- bis 7-Zoll-Tiefmitteltöner und einem Hochtöner - kompromisslos in die Neuentwicklung zu schicken. Wie soll das funktionieren?

Konzept: Das Bewährte aus 2.5- und 3-Wege

Aus der Vergangenheit kennen wir eine 2-1/2-Wege-Box üblicherweise mit zwei identischen Lautsprecherchassis für den Tiefmitteltonbereich, die dann gemeinsam dieses Frequenzspektrum komplett akustisch bewältigen müssen. Dabei geht das auch anders: Es ist unabdingbar, dass der untere Tiefmitteltöner in der 2-1/2 Wege-Box ein reiner Tieftöner und der obere ein über einen sehr großen Frequenzbereich spielender Tiefmitteltöner ist. Daher braucht man idealerweise einen pegelfesten ("lauten") Basstreiber sowie einen fast wie ein Breitbänder aufspielenden Tiefmitteltöner, der dann meist nicht ganz so laut sein kann. Die Kunst ist dann, diese beiden so in das Gehäuse einzubauen, dass in der Summe ein tiefer, klarer und belastbarer Bass mit einem detailreichen Mitteltonbereich entsteht, der Stimmen und Instrumente in allen feinen Nuancen wiedergibt. Damit werden durch diese spezielle Konstruktion die Vorteile der Zweieinhalbwege-Box mit ihrem hohen Wirkungsgrad und die Vorteile der Dreiwege-Box mit ihrer detailreichen Spielweise in einem Lautsprecher vereint.

Genau das ist das Besondere an der Konstruktion der Satorique 3.

In der Praxis spielt als Tieftöner der Satori 19 cm mit seiner immensen Pegelfestigkeit - wie er das in der Satorique 4 schon vielfach bewiesen hat - und als Tiefmitteltöner der Satori 16 cm mit seiner vorbildlichen Breitbandigkeit. Mit diesem Tiefmitteltöner ist der nahtlose Übergang zu praktisch jedem ordentlichen Hochtöner in vielen Frequenzweichen-Variationen möglich.

Weiche: Akustisch optimiert

Bei der Entwicklung von Zweieinhalbwege-Lautsprechern hat man mit dem Problem zu kämpfen, dass der Hochtonbereich durch seine starke Betonung tendenziell nervt bzw. die Box angestrengt klingt. Dagegen gibt es auch ein Mittel der Wahl: die 6-dB-Weiche. Diese ist ohne großen Aufwand elektrisch korrekt konstruiert, in der Regel akustisch aber grausam, da der Tiefmitteltöner den Hochtonbereich durch Membranresonanzen verfälscht und der Hochtöner immens hohen Belastungen in seiner Freiluft- Resonanzfrequenz ausgesetzt wird. Tendenziell versaut dies sogar den Grundtonbereich.

Für die Satorique 3 ist die zunächst theoretisch berechnete Frequenzweiche akustisch optimiert. Das ist ein langer Prozess, da sowohl umfangreiche Messungen des Lautsprechers erforderlich sind als auch ausführliche Hörsessions mit jeweils leichten Korrekturen der einzelnen Bauteile. Die übliche Weichenentwicklung mit Simulation dient nur zur normalen Weichenabstimmung, die als Grundlage der weiteren akustischen Optimierung dient.

Mit dieser Grundabstimmung, die auf eine lineare Spielweise zielt, ergibt sich ein harmonischen Übergang zwischen den Chassis und ein ausgewogenes Rundstrahlverhalten der Box. Bereits so spielt ein normaler Lautsprecher ausgewogen gut, das reicht bei normalen Chassis völlig aus, da die Nuancen der Musik kleinere Ungereimtheiten einfach wegdämpfen oder überdecken - so werden viele Fertiglautsprecher in der Praxis entwickelt.

Dann kommt bei uns die eigentliche Kür: Vor der Weichenoptimierung gilt es, die fertigen Lautsprecher erst eine Woche einzuspielen, weil bei so hochwertigen Chassis die Weiche erst nach dem Einspielen finalisiert werden kann, da sich die mechanischen Eigenschaften erst nach dem Einspielvorgang setzen.

Bei der akustischen Weichenoptimierung spielen obendrein Interferenzen - akustische Auslöschungen durch Phasenverschiebung - zwischen den einzelnen Chassis, die durch die räumliche Trennung und Anordnung nebeneinander auf der Schallwand zwangsweise auftreten, die maßgebliche Rolle.

Für den Bereich des Chassis, in dem es akustisch ungestört spielt, ist dieser Effekt eher unwichtig, genauso wie in den Bereichen, in dem nur ein Chassis spielt. Der Übergang von einem zum anderen Chassis und dazu noch Störungen relativ zum Idealverhalten des Chassis - das ist oberhalb der Übernahmefrequenz zum Hochtöner der Regelfall - sind akustisch sensible Bereiche, welche die Detailauflösung maßgeblich prägen und bei der Satorique 3 durch die Frequenzweiche kompensiert werden.

Auch die Einregelung des Oberbasses ist eine sehr spezielle Angelegenheit, da Dämpfung, Ausschwingen und subtile Pegeländerungen erst ein plastisches Erleben des Basses und der Größe der wiedergegebenen Klänge ermöglicht. So entsteht eine komplexe Frequenzweiche, die in der Wechselwirkung der Bauteile nicht mehr differenziert beschreibbar ist, geschweige denn von einem Laien ohne die passende Messtechnik und Erfahrung entwickelt werden kann.

Messungen:

Gehäuse: außergewöhnlicher Ansatz

Der Bass der Satorique 3 ist dynamisch konstruiert und wird durch die Gehäuseform geprägt. Hierbei ist eine ideale Bassreflexbox ein ungleichmäßiges Volumen, mit möglichst geringen Maximallängen zur Vermeidung stehender Wellen. Das ist natürlich in keinster Weise ein Designansatz fürs Wohnzimmer. Daher muss das theoretische Idealvolumen dann in eine angenehm proportionierte Standbox übertragen werden.

Bei dem Gehäuse wird der Tiefton gegen stehende Wellen hinter dem Chassis durch ein Stück schwarzes Sonofil (das ist feiner als die weiße Variante) bedämpft, das für den Helmholz-Resonator wichtige Luftvolumen wird über ein Lochbrett angekoppelt. Genaugenommen ist die Lochplatte ein akustischer Port, der höhere Frequenzen reflektiert und den Tieftonbereich durchlässt. Damit ist es möglich, mit minimaler Bedämpfung einen dynamischen, detailreichen Bass zu erhalten, ohne durch stehende Wellen im Gehäuse den Mittel- und Hochton zu beeinträchtigen.

Das Tiefmitteltonabteil wird durch ein schräges Brett optimiert. Das relativ kleine Volumen führt zu einem eher knackigen Bass, dieses Volumen wird durch eineinhalb Stück Sonofil schwarz maßvoll bedämpft.

Der Hochtöner verschwindet komplett in der 30 mm dicken Front. Für den Hochtöner ist im Besonderen die Schallwandform für den am Hörplatz ankommenden Schall entscheidend - und damit für das Klangbild des Lautsprechers. Die gewählte Position in Kombination mit den abgerundeten Kanten - die auch als 2 cm messende 45 Grad-Fase hergestellt werden können - ergibt ein sehr ausgewogenes Abstrahlverhalten, das weder eine aufdringliche Präsenz noch ein fahlen Hochton ergibt.

So entsteht ein simples schlichtes Gehäuse mit einer noch wohnraumgefälligen Größe und durch die Wahl und Anordnung der Chassis einer ausgewogenen Ansicht. Damit das Gehäuse auch funktional die Frequenzweiche aufnehmen kann, hat es im Boden ein knapp bemessenes Fach.

Leinos Finish Hartwachsöl

Unsere Satorique 3 wurde aus einem Gehäuse-Bausatz in Birke Multiplex gefertigt. Das Holz wurde über Nacht mit einem nassen Tuch gut getränkt. Nachdem sich die Fasern aufgestellt hatten, wurde das Holz mit 180 Körnung abgeschliffen.

Ein altes Baumwoll-Shirt reicht für alle Arbeitsgänge aus. Zuerst wird das Leinos Hartwachsöl dünn aufgetragen und das überschüssige Öl abgewischt. Am kommenden Tag wird dieser Schritt wiederholt. Der letzte Schritt am darauffolgenden Tag ist das Polieren mit der letzten Ecke des Shirts. Da dieses Produkt eine gewerbliche Zulassung hat, ist es extrem resistent.

Einmal komplett, bitte!

Bitte sehr, ein Gehäusebausatz für die Satorique 3

Wenn Ihr Zeitfenster begrenzt ist und Sie außerdem die zur Verfügung stehende Werkstatteinrichtung in der Ausführung einschränkt, hilft der Gehäusebausatz, der in verschiedenen Varianten erhältlich ist. Ein komplett aufgebautes Gehäuse ist ebenfalls in unserem Shop gelistet, so dass Sie sich nur noch um das Finish zu kümmern brauchen. Kombinieren Sie doch einmal Birke Multiplex, Buche oder schwarzes MDF. Sie dürfen uns gerne für Ihre Idee der Lautsprecher-Umsetzung ansprechen. Immer ein offenes Ohr hat noetzel(at)intertechnik.de.

Der Aufbau erfolgt mit Lamellos für eine sicheren Halt, sodass Spanngurte vollkommen ausreichen, wenn keine Schraubzwingen vorhanden sind.

Eine schöne 3D-Schallwand und eine Schattenfuge runden die Optik der Satorique 3 ab.

Klang: Authentisch mit zusätzlichem Highlight

Sicherlich gibt es ja immer wieder Lautsprecher, die den Klang authentisch wiedergeben, eine exzellente Bühne aufmachen und die Musik quasi als ein fehlerfreies Hologramm in den Hörraum projizieren. Das schafft die Satorique 3 locker. Die Satorique 3 spielt völlig neutral und pegelfest. Sie ist ein richtiger High-Definition Lautsprecher, der die Klangqualität von hoch auflösenden Quellen zweifelsfrei wiedergeben kann.

Klanglich gesehen lebt die Satorique 3 von ihrer besonderen Detailverliebtheit in Verbindung mit der klanglichen Neutralität und einem Dynamikspektrum, wie es nur wenige Lautsprecher wiederzugeben vermögen. Diese Dynamik ermöglicht sowohl leises Hören in einer ungewohnt deutlichen Klarheit als auch lautes Musikhören ohne jegliche Verfärbung und Nervigkeit.

Bei einem unverhofften Besuch zu Hause sollten Sie sich also auf einen längeren Abend einstellen, wenn der Besucher nur halbwegs musikaffin ist. Was man sicherlich gerne in Kauf nimmt, oder? Schließlich mag man doch die zweifelnden Gesichter, wenn man sich als Boxen-Selbstbauer outet.

Und doch: Ist das wirklich alles?

"Eine plakative Musik-Darstellung ist im Grunde nichts Falsches, aber auch das Richtige entzieht sich der Darstellung." - So oder so ähnlich könnte es geschrieben stehen in einem gehobenen Blatt der niedergeschriebenen Musikwiedergabekultur. Schwere Kost.

Ray Charles in einer Live Aufnahme ist in so einer Bühnen-Darstellung ein nicht alltägliches Erlebnis. Richtig bewusst wird einem das erst, wenn ältere Zweieinhalbwege-Konstrukte zum Vergleich herangezogen werden. Dann merkt man schnell, wie viele Mittelton-Informationen dort letztendlich fehlen.

Die Satorique 3Be stellt die räumliche Darstellung auf ein - sagen wir mal - gehobenes Niveau der Leichtigkeit, in ihrer lockeren Darstellung der Musik-Wiedergabe nur schwer erreichbar. Hier genau liegt der Unterschied zur abgespeckten Satorique 3: Wer einfach nur einen sehr, sehr guten Lautsprecher will, kommt mit der preiswerten Version locker klar, wer mehr möchte, hört sich vor dem Kauf besser die Satorique 3Be an.

Alle, die nicht nach Kerpen kommen können, ...

... finden hier eine Klangbeschreibung:

Das abendliche Mitbringsel eines Musikfreunds, das sich als Leihgabe einer wesentlicher jüngeren Generation herausstellte, brachte Erstaunliches zu Tage. Was die roten heißen Chilis aus dem Tenor - Satorique 3Be- in seinem abendlichen Papyrus-Gewand des 6,5-Zöllers an die Ohren pfeffern, war erstaunlich.

Man verzeihe mir die etwas robuste Aussprache. "Du hörst Red Hot Chili Peppers?", frage ich den neben mir sitzenden in den 60er-Jahren entstandenen Artgenossen. "Nee, das ist eine Leihgabe meiner Tochter."

Ein in unserem Hörraum stehendes, schon älteres Lautsprecher-Relikt hatte sich im Mitteltonbereich schnell in der Stimmdarstellung verabschiedet. "Wie ist das möglich?" Wir schauten uns gegenseitig an: "Das kann doch eigentlich nicht sein." Und doch kann die Satorique 3Be einiges besser als so manch andere Lautsprecher.

Was Chris Botti mit seiner Darstellung von Caruso in Form und Leichtigkeit aus der Trompete zaubert, bei mittleren Lautstärken mit einem stark oberbetonten Spektrum im Raum dargestellt, ist nur schwer vorzustellen. Wobei die größte Energie bei Chris Bottis Trompete nicht im Grundton liegt, sondern bei 1.000 Hz bis 1.500 Hz - Gänsehaut pur.

Also alles perfekt?

Das kann Ihnen Annett Louisan in ihrem Album "Läuft alles perfekt" besser beantworten - hören Sie mal rein, die Sängerin hat wirlich einiges zu bieten, vorausgesetzt die Lautsprecher ziehen mit.

Doch Vorsicht, so mancher in den oberen Gefilden zirpende Hochton-Kandidat anderer Lautspchecherboxen kann Ihnen gründlich den Abend versauen. Die Bereitschaft, die Augen zu verschließen, wird bei der Satorique 3be belohnt von einer Stimme, die den Raum füllt - nein, ihn mit ihrer Präsenz von Strophe zu Strophe größer werden lässt. Anspieltipp: Leona Lewis, "Spirit".

Das Bedürfnis, dieses Konstrukt aus Holz, Papier, Kunststoff und Metall gegen einen Konzertsaal zu tauschen, sinkt mit jeder Strophe und zieht uns in den Bann der Entspannung, wenn erstmal die Gänsehaut über den Arm zieht.

Endlich: Satori Beryllium in seiner vollen Auflösung - wie sollte es auch anders sein bei so erfahrenen Entwicklern, die ihren Dienst und ihre Handschrift all die Jahre schon bei Scanspeak hinterlassen haben und jetzt ihr Meisterstück ausgerechnet bei Satori abgeliefert haben - zu unserem und Ihrem Glück.

Also alles gut, doch da wäre noch eine Kleinigkeit, die schon vielen Lautsprechern zum Verhängnis geworden ist - "Barcelona" mit Freddie-Mercury und Montserrat Caballe:

Die große Bühne und die hohe Stimme von Montserrat Caballe aufrecht zu halten mit der nötigen Basstiefe und dem riesigen Orchester ist nicht einfach und als wäre das nicht genug, gilt es auch noch Freddie-Mercury zu folgen, das macht es nicht unbedingt einfacher. Und doch patzt die Satorique 3be in keiner Weise.

Wenn wir uns schon durch die Musikwelt treiben lassen, folgen wir Montserrat Caballe, "Hijo De La Luna". Auch hier steigt so mancher Mitbewerber selbst aus dem gehoben Hochtöner-Lager aus, so dass die Damen mit zart besaiteten Ohren, die zwischenzeitlich alternativ ein paar andere Lautsprecher anhörten, sich beinahe für den Nachhausegang entschieden hätten.

So erklärt es sich von selbst, dass wir Gentlemen genug sind die Konsequenzen daraus zu ziehen und die Polklemmen wieder zur Satorique 3be wechselten. Pure Energie.

Bauen sie eine Satorique 3be und der Vorhang fällt von selber - kein anderer Lautsprecher muss die Bühne noch betreten. Und wie immer, das gebietet unser Anstand, danken wir unserem Entwicklerteam für dieses wunderbare Konstrukt, das sich als Fertigbox klanglich im fünfstelligen Bereich ansiedeln dürfte. So greife ich vor auf die immer wiederkehrende Frage: "Was kostet so was draußen?" Hier zahlt sich der gehobene Selbstbau mehr als aus.

In diesem Sinne verabschiede ich mit dem letzten Anspieltipp: Buffalo Soldier - es erübrigt sich zu erwähnen von wem dieser Song ist, wenn er von dem richigen Lautsprecher angespielt wird: von der Satorique 3be ... wovon denn sonst?

In diesem Sinne bis bald
Marcus Nötzel und Intertechnik Team
I.T. Intertechnik
I.T. Intertechnik Kerpen GmbH Located at Europaring 28, 50170 , Kerpen Germany, . Phone: +490227390840. https://www.facebook.com/Lautsprecherbau https://twitter.com/it_intertechnik https://plus.google.com/111120951705739054145/about https://plus.google.com/102648362843691426793/about https://www.youtube.com/user/lautsprecherbau