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RS100PC

Computer Lautsprecher ohne Yoghurtbecher

Best.-Nr. 1385159

55,00 € / Stück
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Details

Lautsprecherbausatz RS100PC, ohne Gehäuse Als Verstärker empfehlen wir den DTA-1. Als Zubehör zu bestellen. Es ist eine der Fragen, die mich schon lange beschäftigen, die aber nie beantworten wurden: Warum nur gibt es im PC-Bereich so wenig brauchbare Lautsprecher? Schon vor zehn Jahren unterhielt ich mich darüber mit den Entwicklern vieler der bekannter Firmen aus dem Hifi-Sektor. Niemand wusste einen Grund, meist erschien man an der Frage nicht einmal sonderlich interessiert. Billiges Plastik-Zeugs mit eher plärrendem Sound, das mit gleich eingebauter Aktivierung selbst für sehr kleines Geld immer noch zu teuer war, genügte damals und erstaunlicherweise auch heute noch dem User, um seinem PC anspruchslose Töne zu entlocken. War es in den Anfängen der Computerzeit durchaus verständlich, dass für Pac-man und Co keine sonderlich guten Lautsprecher gebraucht wurden, ist es seit eben jenen zehn Jahren angesichts der enormen Möglichkeiten des Multimedia-PCs völlig unverständlich, dass sich offenbar immer noch niemand um den Krach aus den Dosen und Äpfeln kümmert. Zweihunderttausend Besucher pilgern zur Spielemesse in Köln. Sitzen die alle auf ihren Ohren, wenn sie zocken? Oder reicht ihnen tatsächlich das lächerliche Bumm und Schepper aus ihren ehemaligen Yoghurtbechern?

Best.-Nr. 1385159

Merkmale

Wege Fullrange
Gehäuse Prinzip Bassreflex
Nennimpedanz (Ohm) 4
Kennschalldruck (dB) 85
Höhe (cm) 27,40
Breite (cm) 13,40
Tiefe (cm) 21,60
Anwendung Computer, TV
Hersteller / Marke der Chassis Dayton
Preislevel 100-200 Euro

Der Lautsprecherbausatz enthält alle Elektronikbauteile, Lautsprecher, Teile und Zubehör, außer dem Holz für das Gehäuse.

Alternative Artikel

Bild Bezeichnung Preis Menge
DTA1
Miniverstärker mit Leistung und großem Klang
45,00 € / Stück
inkl. MwSt. zzgl. Versand
37,82 € exkl. MwSt

Bilder aus unserer Lautsprecherbau-Community zu diesem Bausatz

Castroper 2 von Castroper 2
RS100PC 1L SAT von Apisto
Porta 2.0 von Simpsi
RS100-PC von Sosna

Bauberichte

Soundhansa Projekt mit RS 100

Soundhansa Projekt mit RS 100

Etwas Historie, (muss man nicht lesen)

Ich fühle ich mich nicht als Doppellinkshänder. Grobe mechanische und elektrische Arbeiten gehen mir schon so einigermaßen von der Hand. Ich bin zwar kein Filigranstmechaniker, aber das ist ja hier auch nicht von Nöten.

Kleiner Rückblick

Alles fing schon vor geraumer Zeit an .... Im zweiten Lehrjahr war ich auf der Suche nach neuen Lautsprechern. Von Hifi hatte ich keinen Plan, ich nannte zwar damals eine Stereoanlage von JVC mein Eigen , mir waren aber Begriffe wie Räumlichkeit, Bühne und Auflösung in Bezug auf Hifi nicht geläufig. Meine alten Schallwandler, die ich mal als Teenager von einem Bekannten abgekauft habe, hatten ausgedient. Diese Tröten besaßen nicht einmal eine ordentliche Frequenzweiche. Lediglich parallel zu den Tönern aufgelötete Kondensatoren teilten die Frequenzen, oder auch nicht.

Dämmmaterial? - Fehlanzeige! Hersteller, unbekannt. Muss ich noch weitere Worte verlieren? Selbst gegen die mäßigen Onkyo 3 Wege LS meines Vaters hatten diese keine Schnitte, obwohl sie in Größe und Konstruktion Ähnlichkeiten aufwiesen. Aber als Schüler waren die monetären Mittel doch sehr beschränkt. Übrigens, zu diesem Zeitpunkt war ich auch noch kerngesund, also vom Selbstbau-Virus war noch weit und breit nix zu sehen, Wir waren in den 80iger Jahren.

Ich war also auf der Suche nach besseren Schallwandlern, angefixt durch einen Kumpel, der eine schon etwas ambitioniertere Luxman Anlage mit richtig coolen Kompakt-Boxen besaß. Ein Mit-Azubi machte mich damals aufmerksam auf Selbstbaulautsprecher. In Bielefeld gab es solch einen Laden. Also erst mal hin. Komisch, die dort angebotenen Lautsprecher glichen eher Skulpturen und sahen gar nicht so aus wie typische Lautsprecher, viele waren z. B. bunt lackiert! Oh Schock! Aber auch irgendwie cool. Und der Klang, ein Traum in Tüten! Mein Favorit war eine schlanke Säule, wohl ähnlich der heutigen SB12 oder High Jack. Dort wurden aber nur die nackten Bausätze vertrieben, zum Gehäusebau gab es keinerlei Unterstützung. Das war aber auch der (damaligen) Zeit geschuldet, heute ist man da schon weiter.

Von irgendwo bekam ich einen weiteren Tipp, dass es in Herford noch einen weiteren Selbstbau-Laden gebe. Dort da war die Auswahl eher etwas eigeschränkt, und das Ganze wirkte nicht ganz so professionell wie in Bielefeld. Man bot mir einen enormen 3 Wege-Turm an, ähnlich der FT 15, vielleicht etwas größer und mit einem enormen warmen und runden Bassfundament. Etonfans würden das Klangbild als zu verwaschen und unpräzise einstufen. Wahrscheinlich hätten sie auch Recht damit.

Als dritte Testbox kam noch eine Magnat 3 Wege Konstruktion von einem Radio und TV-Händler hinzu, die aber in allen Belangen den beiden Selbstbauvarianten unterlegen war. Alle 3 LS hatte ich ein Wochenende zum Testen zu Hause. Die Entscheidung fiel auf den Selbstbau 3 Wege Lautsprecher. Dieser Sound hat mich dann auch für die nächsten 25 - 30 Jahre geprägt. Und irgendwie hatte ich unbemerkt den Virus gleich mitgekauft. Auf dem Beipackzettel stand aber nix von Nebenwirkungen und Risiken dieser Art. Das CNC gefertigte Gehäuse konnte ich gleich tutti kompletti fertigmontiert mit erwerben. Lackiert hatte mir das ganze ein befreundeter Tischler mit eigener Lackierkabine für läppische 20 DM (das entspricht heute etwa 10 Euro)! Leider hat sich dieser Kontakt verloren. Aber das Ergebnis war absolut laden / wohnzimmertauglich. Natürlich hat der Lack über die Jahre einige Schrammen abgekriegt, aber sie verrichten bis heute ohne zu murren ihren Dienst. Damit war dann auch das Projekt Lautsprecher für lange Zeit erledigt, der Virus wurde mir allerdings unbewusst eingepflanzt, ich hatte nichts davon bemerkt!

Allerding ging es mir damals gar nicht um das bauen selbst, ich wollte schnellstmöglich das fertige Produkt haben. Das Hobby Lautsprecherselbstbau gab es so in der heutigen Form noch gar nicht, oder steckte noch in den Kinderschuhen.

In den 90igerJahren fiel mir dann zufällig in einer Bahnhofsbuchhandlung ein Lautsprecherselbstbaukatalog in die Hände. Den hatte ich sofort für teuer Geld gekauft. Mein Interesse an Spulen, Wiederständen oder Einzelchassies war eher überschaubar, aber die Bausätze waren cool. Die Bausätze mit den weißen Membranen und kupferfarbenen Phaseplugs (so heißen die doch?) hatten es mir angetan. Allerdings war ich ja versorgt, und so ein Gehäuse wie im Katalog abgebildet, hätte ich mir zu bauen niemals zugetraut. Einige Gehäuse waren in Marmor oder Granit ausgeführt, das sah zwar prima aus, aber wie sollte ich so etwas, als gerade der Pubertät entwachsener Halberwachsener, bloß anstellen? Dieser Katalog jedenfalls hat sich lange bei mir gehalten, ich hatte über viele Jahre hinweg immer mal ein Auge riskiert.

Mit den Jahren keimte in mir der Wunsch nach "besseren" industriell gefertigten Lautsprechern auf, und dem WAF waren meine Vintage Lautsprecher schon immer ein Dorn im Auge. Jedenfalls habe ich mir dann vor 10 - 11 Jahren meinen Wunsch realisiert. Ursprung dieser fixen Idee war die Fachpresse. Mein Interesse galt auch dem Heimkino. Jedenfalls habe ich ein Paar Transmissionline-Lautsprecher eines renommierten ostwestfälischen Herstellers gekauft (man ist ja Lokalpatriot). Nicht, dass diese Türme schlecht wären, aber so ganz haben sie mich nie überzeugt, ich war von diesem runden warmen Klangcharakter meiner alten Selbstbau-LS verwöhnt, irgendwie konnten meine (Vintage-) Selbstbauboxen alles etwas besser. Verbannt wurden die Selbstbaulautsprecher in unsere Souterrain Wohnung, wo sie erst nur rumstanden. So nach und nach habe ich aber eine bescheidene Anlage drum herum aufgebaut. Jetzt stehen sie nun unten im Wohnzimmer, in meinem Hifi- Refugium.

Zeitsprung

Mittlerweile ist es Herbst 2015, meine Transmissionline-LS wollte ich gerne gegen etwas lebendigeres tauschen, der Klang war mir zu steril. Wahrscheinlich könnte man den Frequenzverlauf an einem Lineal messen. - Meine Vintage Lautsprecher waren immer noch nicht WAF konform, also klapperte ich wieder Hörstudios ab, aber irgendwie war alles nicht so ganz das Richtige. Boxen im Fünfstelligen Bereich kamen da schon meinen klanglichen Anforderungen eher entgegen, aber als junger Familienvater geht das nicht. Außerdem merkte ich auch irgendwann, dass die Lobhudeleien der "Fachpresse" immer die gleichen Superlative für alle Lautsprecher (und Elektronikbausteine) parat hatte, egal ob für die Einsteigerklasse oder für die absolute Referenzklasse. Da musste und konnte doch irgendetwas nicht stimmen. Da fiel mir der alte Katalog (mittlerweile leider entsorgt!) wieder ein, den ich doch mal vor langer, langer Zeit erworben hatte. Wie hieß der Laden doch noch gleich .... ? - Ah ja, Intertechnik - flugs gegoogelt - und was dann passiert ist hier jedem wohl bekannt. Da war ja auch der Virus wieder.... Mit Praxisanleitung zum Gehäusebau auf Rezept! Dann die endlosen Bauberichte, das Forum, boah, was willste mehr? Als Folge dessen habe ich so ziemlich alle Berichte der Etons, SBs, Daytons und Gradients eingeatmet. Vielen Dank an dieser Stelle an meine Frau, die einige Wochen auf mich verzichten musste, ich war komplett abgetaucht. Der Virus hatte plötzlich und unerwartet wieder voll zugeschlagen.

Aber da waren ja noch immer die nicht ganz so üblen Transmissionline Türme, und im Souterrain werkelten auch noch meine ersten selbstgebauten Lautsprecher, die hießen damals AW Tower, nur mal der Vollständigkeit halber. Bestückt mit Seas, Audax und Vifa. Also wollte ich erst mal was Kleines und Günstiges zum Probieren bestellen, um meine Fingerfertigkeiten auf Funktion zu prüfen. Im Focus standen auch die Needle oder Bluestone Twins.

Und obwohl ich noch kein konkretes Tätigungsfeld für diese kleinen Klangtüten hatte, erhielt dann aber doch die RS100PC Einzug in unseren Haushalt, die fertige Schallwand hatte ich gleich mitbestellt, da ich noch keine Oberfräse besaß. Die Gehäuse waren dann auch fix zusammengeleimt, dem Bauvorschlag 1:1 Folge leistend. Geleimt, geschliffen, gespachtelt und mit Rolle in der Souterrainküche lackiert. Hmm, das Ergebnis war ok, der Lack war etwas orangenhautmäßig, aber naja. Nach einiger Zeit bildeten sich dann auch die Stoßkanten ab, das war schon eher uncool. Also musste ein Neubau der Gehäuse her. Der Klang war ja schon überraschend erwachsen für diese Zwerge, aber da erzähle ich hier nix Neues.

Planung

Los geht's. Das neue Gehäuse sollte nicht so langweilig werden, also kam ein normaler Quader nicht in Frage. Die Wahl fiel auf einen Nachbau der Triebwerksgondel der Boeing 737-800, diese herrliche ovale Form im Lufteintritt der Turbine hatte mich schon lange fasziniert. Also ran ans Werk! Was für eine Fehlentscheidung!!!

Wir schreiben Weihnachten 2015! Also erst mal versucht im www Zeichnungen, Pläne oder passende Fotos zu ergattern. Fotos gibt es zuhauf, was aber nicht auf Modellbaupläne zutrifft. Und wie sollte ich die Gehäuse nur anfertigen? Aus MDF-Ringen? Das würde bedeuten, schleifen bis der Arzt kommt. Oder Spanten-Bauweise? Damit hatte ich keine Erfahrung. Auf diesem Gebiet fehlte mir auch jegliche Erfahrung. Hmmm, nachdenken ..... Und wie soll die ganze Konstruktion später aufgestellt werden? Auf einem Fahrwerk mit kleinen Rädern, oder auf Beinen, oder doch lieber auf einem Ständer mit Sockel? Oder lieber eine Konstruktion bauen, an der das Triebwerk an der Tragflächenaufhängung hängt? Es gab anfangs noch mehr Fragen als Lösungen, aber das ist wohl bei vielen Projekten so. Und die Verlegung der Kabel im Inneren musste ja auch entsprechend geplant werden. Fragen über Fragen. Ich habe erst mal versucht händisch Zeichnungen anzufertigen, um die Abmessungen gemäß der Volumenvorgabe zu bestimmen. Und dann wohin mit dem BR-Kanal? Nach vorne unter den Treiber? Oder doch lieber nach hinten, wo die Abgase der Turbine entweichen? Von der Idee her passte das ganz gut. Also wollte ich den BR-Kanal hinten montieren.

Ganz unerwartet kam mir bezüglich des Gehäusebaus ein Spieleabend mit meinem Kumpel Dirk während meiner Planungsphase gerade recht. Dirk ist der reinste Daniel Düsentrieb und seines Zeichens Modellbauflieger, er brachte mich darauf, das Ganze wie im Flugzeugmodellbau zu realisieren. Spanten-Bauweise, erst ein "Gerippe" wie Fischgräten anfertigen und danach Holz in Streifen über das "Gerippe" spannen. Und am Ende der Stabilität wegen das Ganze mit einer Epoxy - Glasfasermatte überziehen. Bei der Glasfaser wollte er mir dann helfen. Dirk hat mich während des gesamten Projekts auch immer mit guten Tipps versorgen können, ohne ihn hätte ich das Projekt nicht so realisieren können. Ein Dank ist an dieser Stelle angebracht!

Gehäusebau

Also gesagt, getan. Spanten-Baupläne gab es nach Recherche im www, allerdings nur gegen Kohle, aber dann auch noch im falschen Maßstab. Also habe ich die Pläne (leider unvollständig) einfach kopiert, dann ins passende Format kopiert und ausgedruckt. Leider war die Kopie durch die immense Vergrößerung sehr pixelig, die Konturen der einzelnen Teile war nicht leicht nachzuvollziehen, Und unvollständig bedeutet, dass einige Einzelteile mit so einem dösigen Schriftzug verdeckt waren. Na klar, der Hersteller wollte ja verkaufen. Da musste ich da etwas improvisieren. Die Papiervorlagen wurden auf das Holz übertragen und mit einer Stichsäge entsprechend ausgesägt. Beim Kleben der Gerippe hätte ich noch drei bis sieben helfende Hände benötigt.

An dieser Stelle meldete mein Sohn Ansprüche auf die Lautsprecher an. Er fand die Idee der Turbinen einfach nur cool. Mein Sohn war zu diesem Zeitpunkt 9 Jahre jung. Also gab es ab jetzt einen Abnehmer für die Lautsprecher. Das war ja auch ganz gut so.

Der BR-Kanal stellte auch noch eine andere Herausforderung dar. Für einen geraden und winkligen Kanal war nicht genügend Platz vorhanden, dieser musste irgendwie gebogen ausgeführt werden. Ich habe Balsaholz im Wasserbad eingeweicht und in Form gebracht. Im passenden Radius gesägtes Sperrholz gab die Form dann vor, und diente gleichzeitig als Stabilisierung für den Kanal. Auf dem Bild ist der noch zweigeteilte Kanal gut zu sehen, Ober - und Unterteil werden dann durch eine Leiste rechts und links miteinander verbunden. Diese Leiste wurde auf 11mm gebracht, um die korrekte Höhe zu erreichen. Die Maße des Kanals sind wie im Original, genau so lang, breit und tief. Halt nur gebogen eben. Leider habe ich keine Bilder vom fertigen BR-Kanal.

Flugs noch die Schallwand aus 18mm MDF angefertigt. Eine Oberfräse war schon in mein Eigentum übergewechselt. Einige Probefräsungen noch schnell durchgeführt mit einem provisorischen Fräszirkel, und ab ging's. Puh, Staub ohne Ende, aber es hat geklappt. Mit eine Stichsäge grob die Außenkontur ausgesägt, und einer Feile endbearbeitet, bis die Schallwand in mein Gerippe passte.

Nun ging es darum, das Gesamtvolumen zu prüfen und auszulitern. Als das Gerippe, Schallwand und Rückwand nebst BR Kanal fertig waren, habe ich das Ganze in Folie gepackt, den BR-Kanal zugeklebt.

Und dann das Ganze mit dem Inhalt aus einem ausgemusterten Stillkissen aufgefüllt. Es mussten gut 5 Liter hineinpassen. Am Ende waren es etwa 5,4 Liter, sollte wohl passen. Also waren meine Pläne grob gesehen richtig.

Die Spanten konnten also kommen. Oje, und sie kamen. Und hier wurde meine Geduld das erste Mal auf die Probe gestellt.

Pro LS waren es etwa 110 einzelne Leisten. Das alleine hat einige Wochen, sogar Monate, gedauert. Beim Leim dachte ich mir mal wieder, viel hilft viel, also habe ich aus Stabilitätsgründen die Leisten in Leim getränkt. Als Leim diente mir hier der allseits verwendete Fugenleim. Irgendwo ist auf einem Foto der "Classic" Leim zu sehen, ich habe aber den Fugenlein in die leere "Classic" Flasche abgefüllt, da mir die Fugenleimflasche etwas zu unhandlich war. Mittlerweile muss es wohl Ostern gewesen sein. Worauf hatte ich mich da nur eingelassen? Mein Kumpel Dirk sprach mir auch seinen Respekt aus, so ein Erstlingsprojekt, ist schon nicht ohne. Wenn ich diesen Tipp nur eher erhalten hätte. Aber wie reagiert m(M)an(n) auf so einen Spruch?

Mit einer Handbewegung wegwischen: Ist doch albern. Das wird schon ... Jaja.

Der "Lufteintritt", oder Diffusor, der Turbine musste auch noch realisiert werden. Den habe ich aus dem Vollen gearbeitet, einen Ring aus 18er MDF. Hat mit Stichsäge, Fräskopf auf Akkubohrer und grober Feile glücklicherweise gar nicht so lange gedauert.

Meiner bescheidenen Theorie nach sollte dieser Ring nicht zu viel negative Auswirkung auf den Klang haben, da dieser Lautsprecher doch einen sehr begrenzten Sweetspot hat.

Und so verging die Zeit. Aber in der Tat, der Weg ist das Ziel. Immerhin baute ich ja die neuen Gehäuse, weil ich nicht schon wieder einen Bausatz ordern konnte. Alle 3 Wochen was neues, da wird die Hütte schnell voll. Aber diese Meinung wird später im Bericht teilweise revidiert.... , was wohl dem Virus geschuldet ist.

Spachteln und schleifen

Und dann ging's los: SCHLEIFEN und SPACHTELN bis der Arzt kommt. Geduldsprobe die Zweite!!!
Als Spachtelmasse habe ich einen 2K - Karrosseriefeinspachtel aus einem Baumarkt benutzt. Ob diese Idee gut war, weiß ich nicht, ich würde aber vielleicht nächstes Mal auch auf Spachtelmasse aus dem Kfz Zulieferhandel zurückgreifen.

Leider treffe ich meinen Kumpel Dirk viel zu selten. Denn ich hätte an dieser Stelle des Projekts gut weitere Praxistipps gebrauchen können, aber dazu später mehr.

Als Sockel oder Ständer sollte ein Leimholzklotz aus Eiche dienen, zwei leicht gebogene Alurohre dienen als Stützen, je ein Kabel wird durch jedes Rohr geführt. Die Rohre sollten im Gehäuse und in den Holzklötzen mit Heißkleber fixiert werden. In den Gehäusen hatte ich schon jeweils einen schönen Eiche Massivklotz mit reichlich Kleber eingebracht und gebohrt. Alu ist nicht magnetisch, da sollte es auch keinerlei Probleme mit Magnetfeldern oder ähnlich gearteten Störeinflüssen geben. In den Holzklötzen sollten dann auch die LS-Klemmen untergebracht werden. Außerdem könnte ich schön an diesen Klötzen meine Fähigkeiten mit der Oberfräse erweitern. Oder anders gesagt, ich konnte ganz genau sehen, wo ich noch Defizite mit der Fräse hatte.

Und als ich mit den ganzen Spachtelei am Ende war (dachte ich), kam Dirk wieder mit seiner Fämily zum Uno spielen kam. Ich war stolz wie Bolle auf meine Gehäuse, ich wollte sie ja schön glatt haben. Die Lautsprecher sahen allerdings durch die vielen Schichten Spachtelmasse so scheckig aus, wie eine vielbefahrene Kreisstraße, die seit 25 Jahren immer nur im September mit Rollsplitt ausgebessert wird. Vernünftig wird es erst, wenn man eine komplett neue Teerdecke überzieht. Naja, als ich dann die Gehäuse meinem Kumpel präsentiert habe, kam der entscheidende Tipp: "Die Oberfläche ist ja super, aber für's laminieren kommt es darauf gar nicht so an. Die Kontur muss passen, also die Form." - Häh? Hatte ich da was verpasst? - Ich solle das Ganze doch hin und wieder mal grundieren (die neue Teerdecke also!), dann würde man die Unebenheiten in der Kontur besser erkennen, bei diesem Flickenteppich würde man nix erkennen können. Mein Kumpel war ja geübt in dieser Disziplin, er hatte die Unebenheiten sofort mit der Hand erfühlen können. Und zum Schleifen sollte ich das Schmiergelpapier auf eine ebene Holzlatte mit doppelseitigem Klebeband fixieren, und nicht mit so einem Korkklotz oder gar mit einer Maschine schleifen. Und schon gar nicht freihand. Wenn man von Hand schleift, folgt man wunderbar der schlechten Kontur, Unebenheiten bekommt man so nicht aus der Kontur heraus. Lieber mit der Latte schön über die Kontur schleifen, längs, quer, diagonal ..... Und wenn man zu tief geschliffen hat, wieder mit Spachtelmasse und einem langen biegsamen Spachtel (der sich an die Kontur anlegt) die Täler auffüllen. Und immer mal längs, dann quer die Spachtelmasse mit dem biegsamen Spachtel abziehen, ich hatte es ja mit einer drei-dimensional gebogenen Kontur zu tun. Bis dahin hatte ich mit einem kleinen Japanspachtel gearbeitet, da kann man halt keine Fehler in einer gebogenen Kontur korrigieren. Wir sind übrigens im Oktober 2016....

Einschub Anfang-
Zu dieser Zeit etwa war ich das erste Mal bei Marcus im Kerpen. Da habe ich mir Anregungen für das nächste Projekt geholt, Die Dreamcatcher one in der Vorpremiere durfte ich, und SB 18 wollte ich hören. Und da war wieder dieses Klangerlebnis, dass man einfach im Fertiglautsprechereinheitsklangbrei nicht findet! .... Natürlich habe ich mein Projekt zur Sprache gebracht. Ich glaube mich zu erinnern, dass Marcus etwas ungläubig, oder mitleidig reagiert hat.
Einschub Ende-

Grundieren, spachteln und schleifen

Also auf Anraten meines guten Freundes besorgte ich Grundierung, und schon wurden die Lautsprecher eingenebelt. Als Grundierung habe ich 1K Dickschichtfiller aus dem Kfz Bereich genommen. Grundiert habe ich natürlich draußen. Gut an dieser Stelle war der mal-eben-gearde-Bau meiner Drehvorrichtung, um die Lautsprecher später auch laminieren zu können. Die Aufhängung habe ich der Schallwand montiert, da diese nicht laminiert wird. So kann man später die Lautsprecher um 360 Grad drehen und das Gehäuse in einem Zug lackieren / laminieren.

Die Grundierung offenbarte leider wunderbar alle Unzulänglichkeiten der Form. Mein Kumpel meinte, das Ausbessern sollte pro Lautsprecher nur 2 - 3 Tage dauern um diese schön in Form zu bringen. Bei mir hat es 2 Monate gedauert, für beide Lautsprecher. Die ganze Arbeit und Mühe war also bisher für die Katz, aber frei nach dem Motto, nie aufgeben! Der Weg ist das Ziel! Mir kam so hin und wieder mal der Gedanke, was mache ich erst, wenn ich eine Duetta oder gar eine Satorique 4 eines schönen Tages bauen sollte? Lieber nicht dran denken, Phantasie und Kopfkino reichen dafür nicht aus.

Nach dem Fillern gab es dann auch schon einmal solch unschöne Muster an der Oberfläche, die man so gar nicht gebrauchen konnte, möglicherweise verursacht durch Temperaturwechsel. Ohne Grundierung wäre dieses hässliche Muster nie aufgefallen. Mir schwoll so langsam der Kamm. Holz arbeitet halt. Dem musste schleunigst mit der Glasfasermatte Einhalt geboten werden, aber mein Kumpel hatte einfach noch keine Zeit. Mit der Kontur war ich insgesamt bereits sehr zufrieden.

Dies war dann der Zeitpunkt etwa, an dem ich mich meinem Ersatzprojekt gewidmet habe, um mir die Langeweile etwas zu vertreiben. Ich habe mir die FT 12 bestellt, mit teuren Projekten wollte ich noch etwas warten. Das Bandpass-Prinzip der FT hat mich gereizt. Aber ich will nicht abschweifen. Dies war so etwa gegen Januar 2017.

Laminieren, spachteln, schliefen und grundieren

Grund für die Glasfasermatte war, dass das Holz extrem anfällig auf Schläge war, jedes anecken hatte sofort eine Macke zu Folge. Die Bohnen waren so anfällig wie rohe Eier.

Aber dann im Mai 2017 war es endlich soweit, die beiden Gehäuse eingepackt, die Drehständer auch und ab ging es zu meinem Kumpel. Leider habe ich die nun folgenden Arbeitsschritte nicht im Bild festgehalten. Das Harz wurde mit Hilfe einer elektronischen Münzwaage angerührt, um das Mischungsverhältnis von 1:4 bestmöglich sicherzustellen. Als Glasfasermatte diente eine normale Glasfasermatte, mit etwa 100gr/m2. Mein Kumpel wollte trotz der balligen Form keine Koeper Matte verwenden, da dieses Gewebe noch dicker und grober ist. Der Vorteil der Koeper Matte ist aber der, dass diese sich leichter um ballige Konturen ziehen lässt. Auf der anderen Seite ist das Handling dieser Matte ist nicht ganz so leicht, da diese beim Auftragen des Harzes sehr leicht verrutscht. So wurde also vorgegangen: auf 12 Uhr wurde der Länge nach etwa 5cm Harz mit einem Pinsel aufgetragen, danach die Matte vorsichtig aufgelegt. Wieder mit dem Pinsel Harz aufgetragen, bis die Matte gleichmäßig getränkt schön glatt anliegt. Dann die Matte etwas weiter um das Gehäuse angelegt und mit Harz am Gehäuse fixiert. Man darf mit dem Pinsel nur eine tupfende oder rollende Bewegung machen, wenn man den Pinsel zieht, verschiebt sich die Matte sehr schnell. Bei einer Koeper Matte wäre dieser Effekt wohl noch schlimmer. So ging es dann langsam ins Runde, auf Grund der Bohnenform musste an den Enden hin und wieder ein Einschnitt erfolgen, was zur Folge hatte, dass die Matte dort natürlich überlappt. Als Schere diente ein mikroverzahntes Exemplar, das funktionierte ganz prima. Diese ganze Prozedur war dann am Ende leichter als gedacht. Dirk hatte mit einem Gehäuse angefangen, ich habe dann 1 A Gehäuse unter seiner Aufsicht selbst laminiert. Auch als Anfänger kann man das leicht bewältigen, wenn man weiß, worauf man achten muss. Beim nächsten Projekt werde ich das ohne Hilfe auch ganz gut alleine hinbekommen. Die Überstände wurden dann wieder mit der Schere abgeschnitten. Danach hatte das Ganze 2-3 Tage Zeit zu trocknen. Diese Arbeiten haben wir in seinem Basteleldorado erledigt, ich war verwundert, dass es so geruchslos von statten ging. Ich hatte schon befürchtet, ich käme high wieder nach Hause. Übrigens waren beide Gehäuse an einem Abend fertig laminiert. Die nun folgenden Arbeitsschritte gestalteten sich allerdings wieder als etwas zeitintensiver.

Hier ein paar Eindrücke vom fertig laminierten Produkt.

Danach war wieder schleifen angesagt (Geduldsprobe die x-te), wen wundert's. Diese Glasfasermatten waren schon ziemlich zäh. Gerade an den Überlappungen war ziemlich viel Handarbeit nötig. Ich habe auf der Außenkontur wieder nur mit meinem Schleifklotz gearbeitet, um die Überstände bestmöglich beseitigen zu können. An der Schallwand kam ich natürlich mit meinem Klotz nicht weiter, um die Harztriefnasen zu entfernen. Da war freihandschleifen angesagt. Zwischendurch musste ständig das Gehäuse mit Filler-Grundierung eingenebelt werden, um den Fortschritt der Arbeiten besser zu bewerten zu können. Mit frischer Grundierung fallen im Gegenlicht kleinste Fehler sofort auf. Größere Vertiefungen wurden wieder gespachtelt, danach geschliffen und wieder mit Filler besprüht. Diese Prozedur hat sich wochenlang wiederholt.

Lackierung, Politur

Endlich war ich dann soweit, dass ich den Decklack auftragen konnte. Ich habe mich auf Anraten von meinem Kumpel auf 2K Autolack aus der Sprühdose entschieden. Der Vorteil des 2K Lackes ist unter anderem, dass er eine etwas höhere Oberflächenspannung besitzt, als normale Baumarkt-Nitrolacke. Das wirkt der Bildung von Lacknasen etwas entgegen. Praktisch in diesem Fall war auch, dass ich ganz spezielle RAL Farben verwenden wollte. Ganz nebenbei gibt es bei diesem Online-Händler alle Farben jeden Autoherstellers, wenn man denn den entsprechenden Hersteller-Farbcode zur Verfügung hat. So kann man seine Lautsprecher passend zu seinem Fahrzeug lackieren, wenn man den Wunsch dazu verspürt. Aber das war ja nicht mein Ziel, ich habe online die entsprechenden RAL-Farbcodes einer großen renomierten deutschen Fluggesellschaft eruiert, die Rechereche war gar nicht so einfach. Die Gehäuse sollten in diesem Design lackiert werden, wobei ich da Zugeständnisse gemacht habe. Eigentlich ist ein Triebwerk bei besagter Airline einfarbig in telegrau lackiert. Das war mir aber etwas zu langweilig, ich hielt mich da eher an die Lackierung des Rumpfs. Ich betreibe hier ja auch keinen Modellbau, sondern Lautsprecherbau. Jedenfalls ging es dann mit gehörigem Respekt an die Lackierung. Da ich keine geeignete Lackierkabine zur Verfügung hatte, musste ich diese Aktion im Garten starten. Als Halterung für die Gehäuse habe ich meine bewährten Laminier-Halter genutzt. Jetzt brauchte ich nur eine kleine Kurbel, in Form einer Schraube, befestigt in der Aufnahme an der Schallwand, um das Gehäuse drehen zu können. Ich habe mir einen warmen und windstillen Tag ausgesucht, und eine provisorische Überdachung aus Latten und Folie gebaut, damit nichts von oben auf den frischen Lack rieseln kann. Das hat auch weitestgehend gut funktioniert, natürlich waren leider ein paar Staubeinschlüsse am Ende vorhanden.

Lackiert habe ich folgender Maßen: erst eine Schicht Farbe ganz fein aufgenebelt und 5 Minuten gewartet, damit der Lack etwas anziehen kann. Danach wieder eine dünne Schicht Lack einmal ganz ins Runde aufgesprüht. Nachdem sich der Farbnebel etwas verzogen hatte, habe ich wieder ein dünne Schicht komplett aufgetragen. Wieder ein - zwei Minuten gewartet, und dann wieder die nächste Schicht aufgetragen. Nach 3 oder 4 Schichten war ich zufrieden. Wahrscheinlich wäre es noch besser gewesen, etwas mehr zwischen den einzelnen Lackäufträgen zu warten.

Es gab in der Tat nicht eine einzige Lacknase, nur hatte ich leider so eine Art Organgenhaut zu beklagen. Diese trat zwar nicht flächendeckend auf, nur an jeweils einer handtellergroßen Fläche pro Gehäuse. Der Rest sah schon richtig gut aus, aber schön geht anders. Nach Rücksprache mit meinem Kumpel würde ich keine weitere Schicht auftragen, sondern die vorhandenen Erhebungen der Orangenhaut nass wegschleifen. Der Theorie nach sollte nach einer Woche der Lack zur Genüge ausgehärtet sein. Erstaunt war ich, dass man einfaches Leitungswasser zum nass schleifen benötigt, ich dachte bisher, dass man eine spezielle Flüssigkeit benötigt. Also so habe ich es dann gemacht: ich habe die gesamten Gehäuse geschliffen, nicht nur die schadhaften Stellen, mit einem 800er Korn. Auf dem Foto mit der 1 Cent Münze kann man sich einen Eindruck machen, was ich mit Orangenhaut meine. Man schleift per Hand, also ohne Klotz, die Erhebungen langsam ab, und immer wieder das Schleipapier reichlich wässern und auch öfters austauschen.

Irgendwann scheint dann durch die matte Oberfläche noch hier und da mal ein glänzendes Pixel durch, das sind dann die tiefsten Täler der Orangenhaut. Das bedeutet natürlich, dass man noch im Bereich des Lacks schleift, und nicht schon auf der Grundierung. Danach wurde mit silikonfreier Politur der alte Glanz wieder hergestellt. Auch wenn das ein oder andere Pixel dann noch etwas heller scheint als der polierte Lack, fällt das nicht mehr weiter auf. Alles in Allem war ich mit dem ersten Lackierversuch schon ziemlich zufrieden. Die Haptik des Lackes ist schon außergewöhnlich. Man merkt sofort den Unterschied zu den billigen Baumarktlacken.

Inzwischen wurde es Sommer, die Ferien und der Urlaub zwangen mich zu einer Pause. Es ging dann Ende August weiter mit polieren. Hart erschwitzte Lektion hier war, dass man schon mit ordentlich Druck arbeiten muss. Man wundert sich, wie warm das Gehäuse punktuell durch das polieren wird. Daher habe ich immer jede Stelle nur etwas poliert, bis die Stelle handwarm war, habe dann woanders weiter gemacht. Pro Gehäuse hat das bestimmt 10 - 15 Stunden gedauert. Zu allem Überfluss hat mir die Polierei auch noch schlaflose Nächte bereitet, der Muskelkater war schon ganz ordentlich. Nachts konnte ich schlecht auf der Seite einschlafen, da der ganze obere Schulterbereich bis in die Fingerspitzen geschmerzt hat. - Mein Kumpel riet mir von einer Poliermaschine ab, da man so sehr schnell noch mehr Hitze ins Gehäuse einbringt, was dann den Lack wiederum beschädigen könnte. Mit der Hand hat man das besser im Gefühl, oder in der Hand. Vielleicht ist das Maschinenpolieren im Kfz Bereich nicht so problematisch, da die Temperatur durch das Blech besser abgeleitet wird. Holz isoliert ja bekanntlich und leitet die Wärme nicht so gut ab. Aber ich habe mich nicht wirklich damit befasst. Vielleicht liege ich damit auch falsch, egal.

Als die Oberfläche endlich meinen Ansprüchen genügt hat, wurde silber lackiert. Die Lackierkante habe ich gaNZ einfach mit herkömmlichen Isolierband (das lässt sich prima im Bogen aufkleben) und Malerklebeband. Papierklebeband, oder Kreppband eingnet sich nicht gut, weil es schon mal von Farbe unterlaufen wird und es sich nicht im Radius verkleben lässt.
Bei silber ist schleifen und polieren nicht drin, da muss die Lackierung im ersten Anlauf sitzen. Das macht es spannender. Zwischdurch habe ich meine Joghurtbecher noch grundiert und angeschliffen. Da man den hinteren Teil des Lautsprechers nicht soooo sehr sieht, habe ich hier auch Fünfe gerade sein lassen und habe nicht allzu viel Aufwand betrieben. Als alles abgeklebt war habe ich das Gehäuse an der Vorder - und Rückseite silbern lackiert. Die Joghurtbecher natürlich auch. Das Ergebnis war ehrlich gesagt nicht so berauschend, wie es noch beim weiß war, aber immerhin .... Probleme gab es an der Rückseite, wo die Joghurtbecher montiert werden, aber da schaut dann hoffentlich eh keiner soooo genau hin. Die Montage der Joghurtbecher wird erst später erfolgen, das wird dann wohl so einer der letzten Arbeitsschritte überhaupt sein. - Ah, fast vergessen: die Joghurtbecher haben aus Stabilitätsgründen eine Holzplatte im Boden und ganz oben am Rand spendiert bekommen. Diese Holzplatten wurden saugend auf Maß angefertigt und mit viiiiiel Heißkleber fixiert. Dadurch wurden die Becher viel stabiler, was sich später bei der Montage mit der Schraube als vorteilshaft erweisen sollte. - Nach erfolgreicher silber-Lackierung kam dann grau an die Reihe. Erst musste aber die Farbe einige Tage wieder aushärten. Hier wieder alles abgeklebt und in langsamen Arbeitsschritten vier bis fünf Schichten Lack aufgetragen. Da es sehr wenig Staubeinschlüsse gab, habe ich auf das polieren verzichtet. Eine Orangenhaut hatte ich diemal auch nicht zu beklagen. Das grau ist ja auch an der Unterseite der Lautsprecher, das sieht man eh kaum.

Montage

Hier gibt es ja weiter keine Geheimnisse, es ist mittlerweile Mitte September, anno 2017. Die Kabel wurden durch die Röhrchen gezogen, die Röhrchen mit Heißkleber bestmöglich von innen am Gehäuse fixiert. Der Sperrkreis war ja schon auf einem Holzbrettchen fixiert, diesen habe ich lose in das Sonolfil gewickelt und im Gehäuse verstaut. Bei den Original-Kisten hatte ich wohl doch etwas viel Sonofil reingestopft, dieses Mal habe ich deutlich weniger Dämmaterial genommen. Die Kabel sind alle lang genug, ich kann den Treiber bequem entnehmen um die Kabel anzulöten.

Die Holzklöttze bekamen noch Füße, um die LS auf eine breitere Grundlage zu stellen. Die Kippstabilität sollte so erhöht werden. Die Füsse sind eigentlich Schubladengriffe. Flugs noch die Polklemmen in die Holzklötze eingebracht und die Kabel verlötet.

Als Letztes wurden dann noch die Johurtbecher fixiert. Vier kleine Kleckse Heißkleber auf dem oberen Brettchen und eine lange Haken-Schraube halten die Becher an Ort und Stelle. Als Schraube habe ich eine Hakenschraube aus dem Baumakrt benutzt. Die Schraube musste halt dem Joghurtbecher entsprechend passend lang sein, sie hatte auch eine fest angebrachte Scheibe als Tiefenanschlag. Unter der fest angebrachten Scheibe habe ich noch eine M6 Karosseriescheibe gelegt. Damit wird nur durch die U-Scheibe Druck auf den Becher ausgeübt. Meine Sorge war hier, dass ich durch verdrehen beim Befestigen der Schraube auf dem Lack, den Selbigen beschädige. Ich wollte keine sichtbaren Lackschäden hinterlassen. Nachdem die Schraube fixiert war, habe ich den Haken gaaaaanz vorsichtig mit einen Winkelschleifer abgtrennt, ohne Haken sieht es einfach besser aus. Den Grat habe ich noch flugs abgefeilt, und mit einem Klecks schwarzem Lack die offene Wunde gegen Rost versiegelt. Und auf einmal, so ganz überraschend und aus dem Nichts: Voila! Fertig

Nicht ganz

Auftragen des Schriftzuges:
Dieser kam mit etwas Verspätung. Der Plan war, dass ein Kumpel meines Kumpels, der solch eine Firma besitzt, die Schriftzüge für 'nen schlappen Zwanni in die Kaffeekasse anfertigt. Gesundheitliche Gründe spachen plötzlich dann aber dagagen.

Also war wieder Internetrecherche angesagt. Es gibt allerdings unglaublich viel Auswahl im www. Auch war es schwierig Schriftzüge mit dem Original Schriftzug zu bestellen, wegen Urheberschutz und so. Dazu hätte ich mir die Einwilligung des jeweiligen Unternehmens einholen müssen, was mir dann doch etwas zu umständlich war. Also habe ich mir den Begriff Soundhansa ausgedacht, in Anlehnung an die renomierte Airline. Das passt ja auch besser zum Produkt.

An einem Wochenende habe ich die Aufkleber bestellt, schon am folgenden Donnerstag lagen sie im Briefkasten - perfekt. Diese waren auch mit der mitgeleiferten Anleitung in 20 Minuten angebracht. Wenn doch andere Arbeitsschritte in diesem Projekt auch so einfach gewesen wären.

Klang:

Zum Klang muss man hier nicht viel erzählen. Einen großen Unterschied zu den Original-Kisten konnte ich mit meinen ungeschulten Ohren nicht wahrnehmen, und wenn, dann nur ganz marginal. Im Nahfeld klingt der Dayton RS100 einfach nur klasse, homogen und rund. Man muss aber auch genau im Stereodreieck sitzen, und genau dafür ist der Lautsprecher ja auch konzipiert. Jedenfalls hat sich die geringere Menge an Dämmwolle eher positiv ausgewirkt. Ich kann es schwer in Worte fassen, das Klangbild ist eventuell etwas luftiger und im Bass etwas konturierter als vorher.

Hier noch ein paar Fotos vom fertigen Produkt:

Lessons learned:

- Man muss gute Kumpels (mit Ahnung) haben.

- Nie aufgeben, Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Manchmal hätte ich die Gehäuse während des schleifens in die Ecke pfeffern können. Ein paar Tage Pause, und ein Ausweich-Projekt (FT 12 ist ja auch im Bau) eignen sich bestens, um wieder Mut und Geduld zu sammeln. - Um keine falschen Eindrücke zu erwecken, ich habe natürlich nicht jede freie Minute im Bastelkeller zugebracht. Aber einige 100 Stunden werden es wohl locker gewesen sein.

- Wenn man von irgendwas keine Ahnung hat, lieber vorher jemanden fragen, der sich mit der Materie auskennt. Das kann dann schon mal einige Monate (doppelte) Arbeit sparen. Wie in meinem Fall das spachteln vs. schleifen.

- Lackieren ist gar nicht so schwer, wie ich das befürchtet hatte. Es wird doch etwas viel Angst im hier Forum und Bauberichten geschürt. Eine gute Vorbereitung und die richtigen Materialien sind natürlich das A und O. Möglicherweise trifft das nur auf kleinere Projekte zu, ich habe noch keine Erfahrungen mit großen Standlautsprechern, stelle mir aber vor, dass das dann eine ganz andere Nummer wird. Aber jeder fängt ja erst klein an.

- So eine komplizierte Form würde ich nicht noch einmal als Erstlingswerk in Angriff nehmen. Aber jetzt ist es für mich eh zu spät.... Hier wären auch die Kosten des Projekts zu erwähnen. Das (allerdings nie geplante) Budget wurde um Längen übertroffen. Welch Glückes Geschick, dass ich meinem Sohn die Arbeitszeit nicht in Rechnung stellen werde.

- Beim nächsten Projekt würde ich eine Methode probieren wollen, bei der man weder spachten noch schleifen muss. Für Vorschläge wäre ich an dieser Stelle dankbar. Dabei zählt es für mich nicht, einen Profi zu engagieren. Hier geht es ja um DIY.

- Um topfebene Flächen schleifen zu können, immer Schmiergelpapier auf einem Brett oder Klotz befestigen. Niemals versuchen, eine ebene Fläche mit einer Maschine, Korkklotz oder per Freihand zu erziehlen. Das klappt nicht!!!! Erhabene Stellen schleift man nur mit mit einem festen Klotz weg. Selbst ein Schwingschleifer ist von unten etwas gepolstert, oder gummiert. Damit bekommt man einfach keine saubere Fläche hin. Kleinere Erhebungen werden ignoriert, oder verspachtelte Schraubenlöcher werden wieder minimal ausgehöhlt. Maschinen mögen ja fürs Grobe gut sein. Für die letzten paar Prozent ist Handarbeit angesagt!

- Beim Finish sollte man, je nach Anforderung, nicht an der Qualität der Materialien sparen. Die Grundierung darf auch nass geschlifen werden, das tut weder weh, noch ist dem Ergebnis abträglich. Der 2K Lack ist schon außergewöhnlich gut. Existenziell ist es auch, den Lack bis zum schleifen und polieren in Ruhe aushärten zu lassen. Eine Woche sollte es schon sein, gerne mehr.

Fazit:

Das Projekt hat riesig Spass gemacht, mein Sohn ist auch stolz wie Oskar auf seine Soundhansa. Ich habe leider die Kontur nicht zu 100% getroffen, die Unterseite des Gehäuses hätte etwas platter sein sollen, aber wie schon gesagt, hier geht um Lautsprecherbau, nicht um Modellbau.

Wer Fragen zu den RAL Tönen, oder zur Bezugsquelle des Lacks hat, darf mich gerne hier kontaktieren.

Die Reise ist aber noch nicht beendet, weitere Projekte werden folgen. Die FT 12 steht auch kurz vor der Fertigstellung, mit gerundeten Seitenwangen, Glasfasermatte etc pp. Und irgendwann werde ich mich auch mal an die Blues-Klasse wagen. Die SB18 reizt mich ungemein, und wie oben schon angedeutet auch die Dreamcatcher one, aber einen Kompakt-LS ist mit der FT 12 schon in Arbeit. Auch die Dreamcatcher two würde mich interessieren, die Gene der Dreamcatcher one sollte sie ja intus haben. Oder die Doppel 7 mit dem ER4? Na mal sehn. Jetzt werde ich erst die FT12 noch fertigstellen und dann mache ich erst mal etwas Pause. So ein, zwei Wochen vielleicht.... Ob ich bis dahin meine Werksatt aufgeräumt habe?

Denn das Kopfkino arbeitet schon wieder an möglichen Projekten, und dem dazugehörigen Gehäuse(modell)bau, auf Hochtouren. Hoffen wir mal, dass es eine keine White Pearl wird.
In diesem Sinne.


Gruß, und danke fürs lesen,
Hermann
RS 100 PC - aktiv

RS 100 PC - aktiv

Das Konzept

Das elende Monoradio auf der Fensterbank eines guten Freundes (Michael), tat sich in den letzten Jahren nicht gerade durch große Klangqualität hervor und sollte meiner Meinung nach durch ordentliche Lautsprecher abgelöst werden. Zusätzlicher Elektronikkrempel wie Verstärker, CD Player etc. waren von der Dame des Hauses jedoch nicht gewünscht, Bluetooth allerdings schon. Hier war also Gehirnschmalz erforderlich, insbesondere bei der Elektronik. Zum Glück ist Michael Elektroingenieur und konnte diesen Part des Projektes bestens übernehmen. Die Holzarbeiten konnte ich beisteuern.

Als idealer Aufstellort erwies sich bei der Begehung der Wohnküche der alte Küchenschrank neben dem Esstisch. Viel Platz für Lautsprecher war allerdings nicht vorhanden. Erschwerend kam hinzu, dass dort auch der übliche Alltagskrempel abgelegt wurde, was den Platz noch mehr einschränkte. Die Lautsprecher mussten also klein sein. Wir steckten die Köpf zusammen und überlegten uns ein Konzept.

Die RS 100 PC war schnell gesetzt, klein, preiswert und gut. Das Gehäuse ist einfach und kann umkonstruiert werden. Die Elektronik sollte komplett in die Gehäuse integriert werden.

Und was noch?

- Bluetooth
- Netzschalter
- Lautstärkereglung
- Bass- und Höhenregelung
- Klinkeneingang für CD Player etc.
- Umschalter zur Eingangswahl

Die Wunschliste entwickelte sich zu einer richtigen Aktivbox mit allen Extras.

Egal, los geht's! Erste Bestellung ausgelöst, zwei Bausätze RS 100 PC und ein TA215 von Wyntek mit Schaltnetzteil. Der TA215 mit 2x15 Watt Class D produziert kaum Wärme und ist daher perfekt geeignet um in die Gehäuse montiert zu werden, ohne diese gleich abzufackeln. Alle weiteren Bauteile kamen aus diversen Schubladen von Michaels Hobbykeller oder aus meinem Holz- und Materiallager. In den gut sortierten Kellern konnten wir leider keine passende Vorverstärkerplatine finden.

Anschlussterminal und Elektronik

Die gesamten Schaltungen der Bauteile wurden in Ermangelung eines Fertigproduktes vom Elektroingenieur persönlich entworfen und aufgebaut. Für den fehlenden Vorverstärker hat Michael eigens eine Platine entwickelt und in der Stückzahl 2 anfertigen lassen. Das mitgelieferte Netzteil des TA215 wird in diesem Fall nicht direkt in den TA215, sondern in eine passende Buchse im Anschlussterminal gesteckt. Von dort aus versorgt das Schaltnetzteil nicht nur den Verstärker, sondern auch das Bluetooth Modul und den Vorverstärker mit Strom.

Der Vorverstärker regelt mittels Print Potis, die man direkt auf die Platine gelötet sind, Lautstärke, Bass und Höhen. Über einen Kippschalten im Anschlussterminal besteht die Möglichkeit zwischen den Signaleingängen Bluetooth und Klinkenstecker umzuschalten. Laborbuchsen für Bananas verbinden die Lautsprecher miteinander, denn der Verstärker ist ja nur in einem Gehäuse eingebaut. Für mich ist Elektronik noch immer ein Buch mit sieben (vielleicht nur noch sechs) Siegeln. Um so erstaunter war ich, als das unübersichtliche Kabelgewirr tatsächlich perfekt funktionierte.

Detaillierte Rückfragen zur Elektronik kann ich euch leider nicht beantworten, daher habe ich hier den Schaltplan des Vorverstärkers veröffentlicht. Vielleicht sind im Forum ein paar Freaks unterwegs die solche Pläne lesen können und Lust auf Nachbau haben. Für die Schaltung erheben wir selbstverständlich weder Urheberrechte, noch gewährleisten wir für das ordnungsgemäße Funktionieren. Bei uns hat es aber gefunzt.

Intertechnik hat mir dem Mini-D BluPre mittlerweile (wir waren ein Jahr schneller als IT :-)) ein fertiges Vorverstärker Modul mit Bluetooth und Fernbedienung im Programm. Mit dem Teil könnte man ein ähnliches Projekt mit weniger Aufwand realisieren. Die Stromversorgung des Teils lässt sich vielleicht vom Mini-D 50+50Amp abzweigen (Datenblätter liegen leider noch nicht vor). Selbstbau ist natürlich viel spannender, denn es könnte nicht funktionieren!

Um die Fülle an Elektronik im Gehäuse unterzubringen und für mögliche Reparaturen zugänglich zu machen, erfanden wir ein extra großes Anschlussterminal, dass in die Rückwände von außen eingeschraubt wurde. Der TA215 gab die Außenmaße vor.
Aus Messingblech und Winkelprofilen aus Messing wurden zwei Terminals verlötet. Die Oberfläche wurde anschließend brüniert. Das gibt dem Material eine lebendige und schöne Oberfläche. Bohrungen für diverse Schalter, Buchsen, Regler und Schrauben zeigen schon von außen, wie eng es im Inneren zugeht. Die erforderlichen Bauteile sind mehrlagig auf dieses Terminal über Gewindestangen aufgeschraubt. Noch Platzsparender bekommt man das nur hin, wenn man mit dem Hammer draufhaut.

Dank der kompetenten Beratung in einem der großen Elektronikmärkte war das Bluetooth Modul mal ein Fehlkauf von mir. Eigentlich wollte ich das Fertigprodukt mit meinem Verstärker über die Chinchbuchsen verbinden. Mein alter Verstärker hatte aber nicht die erforderliche Eingangsempfindlichkeit, damals Pech, heute Glück. Nun wurden die Kabel gekappt und das Eingangssignal so verstärkt, dass alles zusammen passt.

Das Gehäuse

Die kompakte Form des Gehäuses hat sich aus dem Aufstellort ergeben. Da der Küchenschrank immer voller Kochbücher und sonstigem Gedöns voll liegt, wurde das Gehäuse entsprechend umgerechnet damit es passt. Die knapp 5,5 Liter Volumen sollten in eine Würfelform gebracht werden. Die Mündung des Reflexkanals endet an der Oberseite damit er nicht von besagten Kochbüchern zugestellt werden kann. Die Bauherren hatten eine Vorliebe für massives Holz. Für die kleine RS waren noch ausreichende Reste von Eichenplatten im Lager. Es musste also kein Material gekauft werden. Die 25mm Eichenplatten sind stumpf verleimt. Risse sind auch nach einem Jahr noch nicht aufgetreten. Die Frontplatte wurde aus den Resten einer Küchenarbeitsplatte gebaut und ist daher mit 35 mm deutlich dicker als die Seiten. Die kleinen Chassis versinken bis Unterkante der Magnete in der dicken Platte. Der Ausschnitt ist daher auf der Innenseite mit einer Fase versehen damit die Chassis überhaupt Kontakt zum Gehäusevolumen bekommen.

Die Mündungen der BR Kanäle sind an den Enden abgeknickt. Um die erforderliche Länge des Kanals auszurechnen, wurde das Maß in der Mittelachse des Kanals um die Ecken bis zu den Mündungsenden gerechnet. Im Inneren mündet der BR Kanal dicht über den Chassis, dadurch ergibt sich zwischen den Chassis und dem BR Kanal ein freier Querschnitt ohne Dämmung. Ich bilde mir ein, dass dadurch mehr Wumms im Bass möglich ist. Direkt hinter dem Chassis kann trotzdem alles randvoll Dämmung gestopft werden.

Der Rohbau machte einen sehr soliden Eindruck. Kein Wunder bei einer Plattenstärke von 25 - 35 mm und einer Kantenlänge der Box von unter 30 cm. Die Form ist auch deshalb nicht so elegant wie die vielen, sehr schönen RS 100 PC hier im Forum. Aber hier geht es um andere Ziele, da muss man eben Prioritäten setzen!

Die Oberfläche wurde mit einem weißen Wachs behandelt, der die Maserung des Holzes noch ein wenig durchschimmern lässt. Schade um die schöne Eiche, weiß passt aber besser zum Schrank. Ich hätte das Holz trotzdem lieber Natur belassen.

Nach der Aufstellung haben wir die kleinen Teile erst mal mit den Grenzen der Physik vertraut gemacht und den Verstärker so weit aufgedreht, bis die Membranen fast rausflogen. Eine vernünftige Unterhaltung war bei der Lautstärke keinesfalls möglich, der Bass war unfassbar für die Größe der Teile.

Bei den RS 100 PC handelt sich aber bekanntlich nicht um PA Equipment, daher hörten wir mit gehobener Zimmerlautstärke weiter, um das Werk nicht direkt abzurauchen. Die Lautstärkeregelung wird übrigens nur benötigt, wenn man Musik über die Klinke einspielt. Bei Bluetoothbetrieb, der übrigens die beste Qualität lieferte, steuert man das bequemer über den PC oder das Handy und dreht den Verstärker voll auf. An den Bass- und Höhenpotis haben wir nur kurz rumgespielt, Nachregeln war eigentlich kaum notwendig denn bei der RS 100 PC hat man einen guten Job gemacht. Wenn die Boxen irgendwann mal woanders stehen, wird es vielleicht erforderlich zu korrigieren.

Der Klang der RS 100 PC ist erstaunlich, muss man selbst gehört haben sonst glaubt man nicht was aus so kleinen Kästen rauskommt. Wenn man es nicht besser wüsste würde man denken, dass da irgendwo ist ein Subwoofer versteckt ist. Der Mittelton ist sehr fein und die Höhen nerven niemals. Ich mag den Klang dieser Teile wirklich besonders gerne.
Wir saßen einige Zeit grinsend vor unserem Werk am Küchentisch und dudelten alle möglichen Youtube Musikvideos und diverse Streamingdienste hoch und runter. Für mich war das ein sehr interressantes Gemeinschaftsprojekt und ich denke darüber nach, was wohl aus der zweiten Platine des Vorverstärkers geworden ist :-). Die Teile laufen übrigens problemlos seit ca. einem Jahr ungefähr 8 Stunden pro Tag.

RS100PC Röhre

RS100PC Röhre

Ein neues Projekt muss her!


Mit der Power 17, die ich für meinen Sohn baute, war ich wieder mit dem Lautsprechervirus infiziert.

Einige von euch kennen das sicher, jedes Material, und jeder Ort wird so nebenbei auf zukünftige Lautsprecherprojekte gecheckt. Der Bau von zylinderförmigen Gehäusen hat mich dabei schon immer gereizt. Allerdings ist es mit den üblichen Holzwerkstoffen nicht gerade umaufwändig runde Formen zu realisieren. Um mich dem Thema anzunähern wollt ich das erste "runde" Projekt einfach und preiswert halten.

Vom Hausbau lag noch ein 150mm Abflussrohr aus Kunststoff im Keller und wartete förmlich darauf, einem höheren Sinn, als der Entsorgung von Abwässern zugeführt zu werden. Wie das Schicksal so spielt, zeichnete sich in der Verwandtschaft ein schlimmer Mangel an guten Schallwandlern ab. Der mittlerweile in die Teenagerjahre gekommene Neffe hatte zwar hohes Interesse am Musik, aber keine Anlagen. Was mich dabei erstaunte, er besaß weder Platten, noch CD's! Die gesamte Musiksammlung befand sich auf seinem Handy. Meistens hörte er jedoch Musik über ein Datenstreaming, völlig kostenfrei. In Anbetracht des zur Verfügung stehenden Taschengeldes und den technischen Möglichkeiten des Internets, eigentlich logisch. Mir wurde dabei allerdings klar, dass ich nicht zu den digital natives gehöre, sondern nach wie vor tief in den 80er Jahren stecken geblieben war.

Nun Ja, zurück um Thema. Bisher hörte er seine Musik über Ohrstöpsel oder den Lautsprecher des Handys. Gemeinsames Musikhören mit Freunden ist damit ausgeschlossen. Es war also klar, dass jeder Bausatz von Udo eine grandiose Verbesserung zum Status Quo darstellen würde. Ich entschied mich für den RS100PC, da in die Abflussrohre eh nur ein Chassis passt. Der Seas Coax TV hat mir eigentlich noch besser gefallen, für den ersten Lautsprecher fand ich das aber übertrieben.

Zunächst habe ich das Material zusammengesucht. Ich hatte vor möglichst wenig zu kaufen sondern vor allem Reste zu verbauen. Die Abflussrohre, DN 150 waren für den Korpus bereits gesetzt. Die Bassreflexrohre konnte ich aus DN 50 Abflussrohren bauen, der Querschnitt passte (ungefähr). Die Rohre wollte ich mit Lederresten beziehen, die auf Sitzpolstern aufgezogen waren, die Niemand mehr brauchte. Im Keller hatte ich auch noch etwas Eichenholz, Eichenfurnier und ein 2 Meter langen, sehr zierlichen Flachstahl.

Die Idee mit der Achssymetrie


Eine ordentliche Zeichnung habe ich bei diesem Projekt nicht angefertigt. Durch den Querschnitt der Rohre und das erforderliche Volumen für den RS100 war bereits viel vorgegeben. Alles sollte sich beim Bauen entwickeln. Da nur ein Chassis verbaut werden muss, konnte das gesamte Gehäuse völlig symmetrisch aufgebaut werden. Und zwar rotationssymmetrisch um die Mittelachse des Chassis. Die Druckverhältnisse im inneren des Gehäuses sind somit auch völlig symmetrisch so das eine Taumelbewegungen der Membran aufgrund unterschiedlicher Kompression im Gehäuse ausgeschlossen sind. Zu recht werden einige von euch sagen, das das keine Rolle bei einem so kleinen Chassis spielt.

Aber egal, des Menschen Willen ist sein Himmelreich, wie mein Opa immer sagte wenn ich als Kind eigensinnig war.Das Bassreflexrohr habe ich aus diesem Grund auf die Rückseite, genau in die Mittelachse gesetzt.

Fräsen und Furnieren


Als Material für die Deckel der Rohre habe ich 19 mm Multiplex verwendet. Die Platten dafür hatte im Bauhaus aus der Restkiste für 0,00 Euro gezogen. Die Oberfläche wollte ich mit Eiche furnieren und anschließend mit Hartöl ölen. Die Platten wurden mit der Stichsäge zunächst grob vorgeschnitten. Die Oberfräse muss dann nicht so viel Material weg fräsen. Um sicheren Halt beim Fräsen zu gewährleisten, wurde die Rohlinge alle zusammen auf ein Brett geschraubt. Mit dem Fräszirkel wird anschließend erst von der späteren Außenseite, anschließend von der Innenseite die äußere Kontur gefräst. Weil von beiden Seiten gefräst wird, muss die Bohrung für den Fräszirkel genau senkrecht zur Plattenoberfläche stehen. Gelingt dass nicht, versetzen die Fräsradien und Ihr schleift bis in die frühen Morgenstunden die Kantenversätze nach.

Die Rohlinge ohne Ausschnitte, aber bereits mit Falz, werden nun furniert. Allerdings nicht mit der Bügelmethode sondern nach der altmodischen Schreinermethode, die ich mal kurz beschreibe.

Der Untergrund wird gleichmäßig mit Leim (Ponal) bestrichen (Pinsel). Das Furnier wird mit Überstand auf den frischen Leim gelegt. Anschließend wird ein gefaltetes Zeitungsblatt, und darauf eine Ausgleichsplatte aufgelegt. Das Ganze darf anschließend unterhohem Druck von Schraubzwingen 24 Stunden aushärten. Das Furnier hält anschließend so fest auf dem Grund, dass man ohne Probleme (Ausreißer) weiterfräsen kann. Das Zeitungspapier verhindert übrigens das verkleben des Furniers mit der Ausgleichsplatte.

Die Ausschnitte der Lautsprecher und des BR-Rohrs habe ich anschließend gefräst. Bitte bei der zweiten Fräsung von der Rückseite einen Hauch von Material stehen lassen. Macht Ihr das nicht, löst sich der Ausschnitt von der Platte und damit die Zentrierung des Fräszirkels. Das ist nicht gut (Eigenerfahrung), denn der Fräser fräst munter weiter und zieht das nun haltlose Material durch seine Schneiden. Das macht er so lange bis ihr vor Schreck die Fräse loslasst.

Aber das passiert ja gar nicht. Stattdessen bleibt der oben genannte Hauch von MDF zwischen der äußeren und der inneren Fräsung stehen und hält den Ausschnitt. Den könnt ihr nun mit einem leichten Hammerschlag rausklopfen.

Falls Ihr auch mal Furnieren wollt, möchte ich euch noch einen Tipp geben. Solltet Ihr größere Flächen nach der altmodischen Schreinermethode furnieren wollen, legt bitte auf die Vorher- und Rückseite Furnier auf. Das Furnier zieht sonst die Platten krumm. Bei größeren Platten braucht Ihr auch unbedingt eine Presse um gleichmäßigen Druck aufzubauen. Das Furnier wellt sich sonst in Plattenmitte. Habt Ihr keine Presse ist die Bügelmethode besser.


Vor dem Fräsen der Deckel habe ich die Abflussrohre provisorisch mit dem Leder bespannt und das nach innen in das Rohr umgeschlagen. Der Falz der Deckel sollte das Leder in das Rohr drücken. Die Fräsenden der Chassis und BR Rohr Ausschnitte seht Ihr unten auf dem Bild. Die BR Rohren habe ich von der Innenseite her in den runden Falz gesteckt und mit Heißkleber eingeklebt. Die Kunststoffkante ist von außen nicht sichtbar.

Das Leder habe ich mit Teppichkleber auf die Rohre aufgezogen, (wovon ich abrate, hält nicht gut), und nach innen ins Rohr umgeschlagen. Die Nähte im Leder passen genau zur Länge der Rohre, Glück muss man haben. Die Teile für den Korpus waren nun fertig und konnten montiert werden.

In meiner Lautsprecherbaurestekiste lagen noch Poolklemmen rum. Polklemmen gehören ja aus ästhetischen auf die Rückseite der Lautsprecher (zumindest bei denen, die man im Saturn kaufen kann). Das hab ich mal ignoriert und schräg seitlich, gut sichtbar, zwei Bohrungen für die Polklemmen platziert. Die Unterseite der Rohre erhielt je zwei Bohrungen für die Flachstahlständer. Um die Ständer sicher verschrauben zu können, sind von der Innenseite Einschlagmuttern durchgesteckt. Deckel und Rohrkorpus wurden anschließend mit jeder Menge Heißkleber miteinander verklebt.

Endspurt


Der Rohbau war nun fertig. Die Weiche und die Ständer waren nun an der Reihe. Da die Weiche aus nur drei (oder waren es vier) Teilen besteht, habe alles mit Heißkleber zu einem handlichen Klumpen verklebt und anschließend mit den erforderlichen Kabeln verlötet. Das Paket wurde anschließend auf die Innenseite der Rohre, ebenfalls unter massivem Einsatz von Heißkleber, eingebaut.

Der dünne Flachstahl ließ sich mit roher Gewalt kaltverformen. Einen Ständer habe ich 5cm höher gemacht. Ich finde das spannender weil man an solchen kleinen Details mit dem Auge hängenbleibt (siehe Polklemmen). Fertigboxen sind immer symmetrisch, weil sich niemand die Zeit nehmen kann etwas ungleichmäßig zu machen. Diese Zeit habe ich zum Glück und muss daher auch nicht die vermeindliche Perfektion der Fertigprodukte nachahmen, bei denen es im Grunde nur um eine Optimierung zwischen Kosten und Nutzen geht. Um noch etwas philosophischer zu werden: Die Summe aller Dinge stellt nun mal die physische Welt dar, mein kleiner Beitrag soll zumindest nicht langweilig sein.

Die weitere Endmontage wie Chassiseinbau und Montage der Füße ist nicht weiter lehrreich und in vielen Berichten beschrieben worden. Auch über den Verstärker möchte ich nicht weiter schreiben, nur so viel: Er besteht vor allen Dingen aus einem massivem Eichenklotz und winziger Elektronik, die auch nicht weiter erwähnt wird. Nur soviel, das Teil spricht Chinesisch wenn man es anschaltet, geht es kaputt, muss ich die Reklamation wohl persönlich in einem chinesischen Gewerbegebiet vorbringen.

Daher würde ich mir Wünschen, dass Intertechnik etwas solides, nicht zu teuer, für die Generation der digital natives in`s Programm aufnimmt.

Der Klangtest und die Auslieferung


Vor der Auslieferung ist natürlich ein mehrtägiger Klangtest angesagt. Vor allem über Bluetooth, aber auch über den Harman Kardon HK 6500 aus den 90ern mit CD Player.

Phase eins der Testreihe wurde durch meinen jüngsten Sohn über CD durchgeführt. Zu seinen Lieblings CD's gehören der kleine Drache Kokosnuss, und neuerdings die Wilden Kerle. Er ist der Meinung dass auch über die neue Lautsprecherkreation die Wilden Kerle gut rüberkommen. Auch der kleine Drache Kokosnuss wird von Herr Scheppmann sehr verständlich und natürlich vorgetragen.

Phase zwei hat der Papa übernommen. Streaming über das iphone beim Frühstück war erstaunlich gut. Der kleine Verstärker mit 2x15 Watt hatte scheinbar genügend Power. Lediglich ein ganz leiser Oberton, wie ein leises Pfeifen, störte das Klangbild. Ab und zu kriselte der Ton auch wenn ich am Handy rumfummelte um die Termin der Tages zu checken. Das kannte ich von DTA von Intertechnik so nicht (der hat aber leider kein Bluetooth).

Die RS100 PC war allerdings über jeden Zweifel erhaben. Satter Bass, seidige und zurückhaltende Höhen, tolle Stimmwiedergabe. An Harman Kardon kam alles noch besser rüber. Etwas mehr Kontrolle im Bass und insgesamt detaillierter. Das Klangbild ist insgesamt aus einem Guss und hat unbedingt die Qualität zum Langzeithören. Gerade die Höhen sind nie nervig, wie ich es von günstigen Kalotten her kenne. Ein Vergleich mit den Boliden der Bluesklasse hingt natürlich. Aber dass man beim Stückpreis von etwas mehr als 50Euro über Präzision, Tiefenstaffelung und Details im Klangbild überhaupt Schreiben kann, spricht für sich.

Die Teile sind nun verschenkt. Die erste Hörprobe mit meinem Neffen war ein voller Erfolg. Ich war glücklich, dass die Teile so gut ankamen.

Und nun?


Die runde Form wird mich noch eine Weile beschäftigen. Die Bauteile der Duette Top liegen bereits im Regal. Ein DN 300 PVC Rohr steht daneben. Dazu gesellt sich bereits schwarze MDF und 6mm dicke Bitumenplatten. Ich befürchte, dass die Blusklasse demnächst aus einem Abflussrohr tönt.

RS 100 PC mit Schwung

RS 100 PC mit Schwung


Was macht man, wenn man sich schon alle Boxenwünsche erfüllt hat? Natürlich weiter bauen!

Nachdem ich im letzten Jahr schon ein Multichannel-Set mit den SB15/30 gezimmert hatte, war ich eigentlich glücklich bis in die Haarspitzen. Doch irgendwann zuckt es wieder in den Fingerkuppen und schwupps, da taucht das nächste Projekt am geistigen Horizont auf. Vielleicht sollte ich mal etas für den Schreibtisch entwerfen? Da landet man schnell bei dem Dayton-Bausatz. RS 100 PC.

Der Spaß am Bauen liegt für mich im Verändern der vorgegebenen Form. Ich hatte da im High End Kaufbereich so ein Ding gesehen, das mich einfach "angemacht" hat. Natürlich nicht bezahlbar, aber beim Selbstbau darf man ja auch mal ungestraft kopieren. Da ich immer noch nicht mit CAD-Programmen umgehen kann, habe ich das mm-Papier bemüht und mit dem Zeichnen begonnen.

Ich habe die Innenfläche der Box dem ursprünglichen Plan entsprechend als Rechteck gezeichnet und dann über die Seiten eine gleichmäßige Sinuskurve gezogen, deren Schnittpunkt genau auf der Hälfte der Seitenlänge verläuft. So müsste die Innenfläche die gleiche Größe wie im Original haben, was eine neue Volumenberechnung natürlich überflüssig macht.

Das Gehäuse wollte ich in einer Scheibentechnik aufbauen. Dazu habe ich meinen Plan auf ein Musterwerkstück übertragen, an dessen Kante ich mit Oberfräse und Kopierhülse entlang die exakt gleichen Scheiben ausschneiden kann. Als Material kamen allerhand MDF-Platten aus meiner Restetruhe zum Einsatz. So konnte ich endlich mal wieder ein bisschen Platz in der Werkstatt schaffen, ohne dafür den Kamin anheizen zu müssen. Und das Holz war auch schon bezahlt.




Ich weiss: Man darf Gehäuse mit sechs Platten auch wesentlich einfacher und schneller bauen. Aber hier war wirklich der Weg das Ziel. Man kann sich mit so einem Vorhaben tage- und wochenlang beschäftigen und die Verbindung zum selbst erschaffenen Werkstück wächst von Mal zu Mal. Dabei ist es für den Weg völlig uninteressant, ob es sich um einen 500,-€ oder einen 50,-€ teuren Bausatz handelt. Der Spaß am Bau ist der gleiche!

Den inneren Bereich der Platten habe ich mit der Stichsäge ausgeschnitten, das ging dann doch einfacher als mit der Oberfräse. Nun sollte aus dem locker aufgeschichteten Häufchen eine kleine Boxenskulptur werden. Beim Leimen neigen die Teile natürlich zum verrutschen. Um hier nicht beim Festzurren der Schraubzwingen ständig nach allen Seiten korrigierend eingreifen zu müssen, habe ich die Front-und Rückseite schon mal fest in den Schraubstock eingespannt. So musste ich vor dem endgültigen Anziehen der Zwingen nur die Seiten ausrichten und mit der Fingerkuppe fühlend glätten. Vorsichtshalber habe ich immer nur drei bis vier Teile gleichzeitig geleimt. Zwischen die seitlichen Zwingen und die Box habe ich übrigens jeweils ein glatte Plastikfolie geschoben, damit der Leim nicht am Schraubstock haftet. Nach dem Trocknen noch ein wenig schleifen und schon warteten die Gehäuse auf ihr Kleid.



Auch dafür fielen mir noch Reste des EasyWood-Furniers von meinem letzten Projekt in die Hände. Ich musste die Teile zwar teilweise fügen, weil ich nicht mehr genug ganze Stücke hatte, aber auch das gelingt mit dem Furnier recht gut. Hauptvorteil beim EasyWood ist, dass es sich problemlos biegen lässt. Ich habe beim Verkleben gute Erfahrungen mit Kontaktkleber gemacht. In den Vertiefungen hätte ich auch wohl schlecht bügeln können.



Den Reflex-Schlitz habe ich mit dem Cuttermesser eingeritzt, den Einlass für das Chassis dann mit Oberfräse und Fräszirkel. Die Chassis musste ich dann etwas außerhalb der Mitte platzieren, weil sonst der Magnet im Inneren an die gebogene Seitenwand gestoßen wäre. Ich finde, das Ergebnis ist optisch gerade noch vertretbar.



Nach dem Zusammensetzen und ein paar Freudensprüngen über das "gelungene Werk" folgte dann die erste Hörprobe mit IPad und kleinem Class D Verstärker. Das war erst einmal ernüchternd. Alles klang etwas pappig und die Höhen sehr spitz. Da passte noch nicht viel zusammen. Also habe ich den Kleinen ein paar Einspielstücke gegönnt. Damit wurde es von Minute zu Minute besser.

Den richtigen Kick bekam ich dann nach dem Anschluss an meinen T+A Verstärker. Diese Boxen wachsen tatsächlich mit der vorgeschalteten Elektronik, was eindeutig für die Qualität der Chassis spricht. Es war eigentlich alles da, was man zum Hören braucht, vor allem die Räumlichkeit überzeugt - wie es sich für einen Breitbänder ja auch gehört. Logischerweise fehlt im Bass die ein oder andere Oktave. Aber dafür wirkt auch nie etwas dicklich, sondern immer straff und mit einem super Timing! Wieder auf dem Schreibtisch angekommen, legt das Fundament dann aber auch wieder zu, so dass man hier rein gar nichts mehr vermisst.



Vielen Dank für diesen tollen Bausatz! In den einschlägigen Fachzeitschriften für die Kaufware müssten an dieser Stelle fünf Sterne für das Preis-/Leistungsverhältnis vergeben werden.

Und die Art des Aufbaus sowie das Gehäusedesign kann ich ja auch mal für die Bluesklasse verwenden :)

Liebe Grüße an alle Bauwütigen

Uwe

RS100 Needle Mini

RS100 Needle Mini

Der Weg ist das Ziel, oder so...


Wie die meisten hier, bin ich eines Tages auf der Suche nach einer Audiolösung über diese Website (natürlich nur im sprichwörtlichen Sinn) mit den bekanntermaßen sehr unterhaltsamen und inhaltlich einzigartigen Magazineinträgen gestolpert. Auslöser für meine Suche war ursprünglich die Tatsache, dass ich aufgrund eines Umzuges meinen Rechner, in dem eine meiner Meinung nach relativ hochwertige Soundkarte arbeitet, nicht mehr mit meiner HiFi-Anlage verbinden kann. Diese besteht im Moment noch aus einem altehrwürdigen Harman Kardon PM655 und einem Paar Wharfedale Diamond 9.6. An meinem PC blieben also nur ein einfaches 2.1 System und meine Sennheiser HD520 Kopfhörer übrig. Diese ersetzte ich bereits vor einigen Monaten durch ein Paar AKG K701, deren Wiedergabequalität mich bei jeder Hörsession aufs Neue überzeugt.

Trotz dieser tollen Anschaffung klaffte weiterhin eine Lücke in meinem Anforderungsprofil an das Musik Hören am PC. Ich entschloss mich daher, mich zunächst an einem Paar einfacher RS100 PC zu versuchen. Ohne weitere Überlegungen besorgte ich mir das Material laut Holzliste, fertigte die Kreisausschnitte an und bestellte das Innenleben. Die Herstellung dieser kleinen Boxen ging natürlich sehr flott von der Hand.

In Ermangelung eines weiteren Verstärkers schloss ich mein neues Paar Boxen zunächst an meinen bestehenden Harman Kardon im Wohnzimmer an, um mir einen ersten Überblick über die Eigenschaften zu verschaffen. Zugleich konnte ich die Chassis auf diese Weise entspannt einspielen. Auf Diagramme jeglicher Art möchte ich an dieser Stelle verzichten, sie sind in den ursprünglichen Magazinartikeln zu finden.

Entwurf und Bau


Doch es kam anders. Ich entsann mich, vor wenigen Jahren einen einfachen Pioneer Stereo Vollverstärker von meinem Großvater geerbt zu haben. Diesen Verstärker kramte ich heraus und schloss ihn zwischen meine Soundkarte und die neuen Boxen, die zwischenzeitlich ihren Weg ins Obergeschoss und auf meinen Schreibtisch gefunden hatten. Überzeugt von den technischen und klanglichen Eigenschaften meines ersten Bauprojektes in dieser Richtung entspannte ich mich bei unaufdringlichen und detailreichen Klängen vor meinem Rechner.

Wenige Tage später ärgerte ich mich zunehmend über den lausigen Klang (wenn man es überhaupt so nennen möchte) meines SmartTVs. Auf der Suche nach einer Lösung auf Lautsprecherbau.de stieß ich auf eine Soundbar mit Seas, die allerdings mein geplantes Budget überstieg. Kurzerhand entschloss ich mich dazu, meine eben erst erbauten RS100 PC wieder auszuweiden und in einem gemeinsamen Gehäuse unterzubringen. Nach kurzen Berechnungen brachte ich eine Skizze zu Papier, die die Technik eines Paares RS100 PC in einem gemeinsamen Gehäuse unterbrachte, das einerseits sehr flach, andererseits relativ tief war. Aus Gründen, die ich noch ausführen werde, entschloss ich mich beim Abschluss aller theoretischer Vorarbeiten gegen den Bau dieser Soundbar.

Sobald die Vota 1 an meinem PC ihren neuen Einsatzort gefunden hatten, widmete ich mich wieder meinem ersten Paar. Da ich kein Freund von Boxen auf Ständern bin, habe ich die Form der RS100 PC komplett überarbeitet. Unter Beibehaltung des Volumens habe ich den Boxen einen von oben gesehen quadratischen Grundriss mit minimalen Kantenlängen verpasst. Die Höhe nahm dadurch zwangsweise zu. Für eine noch schmalere Gestalt verwendete ich ausschließlich MDF in 10mm Stärke. Um die Länge des Reflexkanals nicht zu verändern, verschob ich die Öffnung dessen nach unten, der Kanal ist also jetzt senkrecht unmittelbar hinter der Schallwand. Die Querschnittsfläche des Kanals blieb natürlich gleich. Diesem "neuen Design" verpasste ich den Namen Needle Mini. Natürlich sind die tatsächlichen Gemeinsamkeiten überschaubar, das äußere Erscheinungsbild ist aber ähnlich. Damit der nach unten gerichtete Reflexkanal frei "atmen" kann, habe ich direkt unterhalb des Arbeitsvolumens der Lautsprecher einen Fuß in die Gestalt integriert. Die Höhe wählte ich so, dass die Chassis sich auf der Mitte der Höhe des SmartTVs befanden. Die Höhe dieses Fußes ist natürlich innerhalb gewisser Grenzen frei wählbar.

Abschluss des Baus


Um sich gleichermaßen in unser Wohnzimmer einzufügen, gleichzeitig aber einen Akzent darzustellen, entschied ich mich, die Boxen komplett in purpurrot zu lackieren. Auf die Unterseite der Boxen klebte ich auch hier kleine Gummfüßchen, die normalerweise das laute Schließen von Schränken dämpfen sollen.

Nach der Beschaffung eines kleinen DTA-1 schloss ich die erneut montierten und bereits eingespielten Boxen an diesen an und stelle über den Kopfhörerausgang des SmartTV die Verbindung her. Solange Platz vorhanden ist, gehören Boxen meiner Meinung nach auf Höhe des Bildes links und rechts neben einen Bildschirm. Das ist auch der wesentliche Grund, weshalb ich mich gegen meine frisch geplante Soundbar entschied.

Sound


Mit der Umsetzung und dem deutlichen Zugewinn an Qualität beim Verfolgen der Tagesschau bin ich sehr zufrieden. Ein deutliches ABER hat dieser Neubau allerdings: In Kombination mit einem DTA-1 ist die Sprachverständlichkeit nicht sehr gut, die Mitten sind durchweg schwammig. Angetrieben von meinem Harman Kardon entfalten die kleinen Wunderwerke auch in ihrer neuen Gestalt aber einen hervorragenden, sauberen Klang bei der Wiedergabe jeglicher Medien.


Gruß
Firschi a.k.a. Dominik

Stefans RS 100 Kitchen

Stefans RS 100 Kitchen


Baubericht RS100PC von Stefan

Was macht ein Selbstbauer eigentlich, wenn er mit seinen Lautsprechern an der Stereo Anlage vollkommen zufrieden ist? Was, wenn nach den Lautsprechern auch die Elektronik schon die eigene Note trägt. Was, wenn im Kopf gähnende Leere herrscht, nachdem das letzte DIY Projekt zufrieden fertig gestellt wurde? Richtig – er sucht nach Möglichkeiten um ein weiteren Selbstbau zu platzieren. Irgendwo ist schließlich immer Platz…

Ich habe meine Möglichkeit in unserer Küche entdeckt. Eine kleine Kompaktanlage von Panasonic beschallt uns dort, während wir den Kochlöffel schwingen. Soweit so gut, nur irgendwie lässt das kleine Paar Lautsprecher doch einiges an Luft nach oben… Das fällt besonders auf, wenn man aus der Küche ins Wohnzimmer läuft und in beiden Räumen läuft dieselbe Quelle. Genau dann werden die Schwächen der Mini-Breitbänder deutlich. Klar – ein unfairer Vergleich, schließlich spielt bei mir ein Paar SB417.

Und da wären wir auch schon beim Grund für diesen Baubericht angekommen: Hinter meinem Rücken nahm meine Freundin Kontakt mit Udo auf, und an Weihnachten 2013 überraschte sie mich mit einem Paar RS100PC (Danke für die Hilfe – auch von meinem Mädchen!). Also setzte ich mich hin, plante die Gehäuse, berechnete BR-Rohre, -Schlitze, und zeichnete viele kleine Details. Fronten aus Alu, oder massivem Holz? Lackieren oder furnieren? Schmal oder breit? Hoch oder tief?

Am Ende entschied ich mich, die Breite der bisherigen Lautsprecher beizubehalten. Die restlichen Proportionen wurden eben so angepasst, dass das Volumen von 5,2 Litern erhalten blieb. Große Hilfe leistete mir dabei die CAD Software. Ich nahm das Projekt außerdem zum Anlass, ein paar neue Techniken auszuprobieren. Ein Zuschnitt auf Gehrung sollte es dieses Mal sein. (So ziemlich das einzige, was mich an meiner SB417 stört…) Außerdem wollte ich mal mit Leder arbeiten. Die Seitenteile werden dann passend zur Küche in Eiche gehalten. Zugegebener Maßen mein favorisierter Holzwerkstoff.

Im Baumarkt hab ich mir eine 13mm starke MDF-Platte zuschneiden lassen. In der elterlichen Werkstatt - bei erfrischenden 5°C - wurden dann alle übrigen Zuschnitte getätigt. Die kleine Tischkreissäge dort sorgte auch für die Gehrungsschnitte.



Die Ausschnitte für Lautsprecher und Terminal habe ich auf einer kleinen CNC-Fräse gefertigt. Eine ziemliche Sauerei war das, aber das Ergebnis entschädigt für die Mühen. Außerdem habe ich kleine Aluminium Schilder graviert die später die Front der fertigen Boxen zieren sollten. Es folgte der Aufbau der Frequenzweiche. Dazu habe ich zwei kleine Platinen geätzt, auf denen die jeweils drei Bauteile parallel geschaltet wurden. Sieht sauber aus, wie ich finde.



Ein paar Tage später hab ich dann mit meinem Cousin Basti ein paar Eichenbretter zersägt, um diese dann zu einem Leimholzbinder zu verleimen. Dabei haben wir darauf geachtet, dass die Breite der einzelnen Segmente in Summe der Breite der fertigen Bretter entspricht. Um eine ausreichende Stabilität der Eichenbretter zu gewährleisten haben wir diese auf eine Dicke von 15mm gehobelt. Ein Kompromiss an eine gefällige Optik – denn mit 20mm Dicke passten die Proportionen einfach nicht.




Damit die Box nicht zu pummelig wirkt, haben wir den Eichenbrettern eine umlaufende 45° Fase von 10mm gegönnt. Nachdem Versuche mit der Oberfräse wenig erfolgversprechend verliefen, haben wir die Fasen dann an der großen Formatkreissäge gesägt. Das funktionierte erheblich besser.

Damit das Leder umgeschlagen werden kann, haben wir den MDF-Brettern dann noch einen umlaufenden Sägeschnitt verpasst, in dem das Leder dann zwischen MDF und Eiche eingepresst wird. An dieser Stelle also vielen Dank an Basti – hat mal wieder viel Spaß gemacht! ;)

Am nächsten Tag machte ich mich dann an den Zusammenbau. Hier will alles wohl überlegt sein, denn eine nahtlose Lederfläche bis in die Tiefen des Bassreflexkanals erfordert einen schlüssigen Arbeitsplan. Begonnen habe ich mit der Innenseite des Bodenbretts. Mit Sprühkleber und Tackernadeln wurde der Beginn der Lederbahn befestigt.



Danach wurde das Leder um das Brett geklebt. Im Anschluss daran habe ich die Rückwand mit Sprühkleber besprüht, Fase an Fase an das Bodenbrett gelegt und mit der Lederbahn verklebt. Nun kam zum ersten Mal der Leim zum Einsatz, den ich auf die Gehrungsschnitte aufgetragen habe um dann die Rückwand einzuklappen. Hierbei ist es unbedingt notwendig, dass das Leder vorher unter Spannung auf die Bretter geklebt wird. Ansonsten entstehen schnell unschöne Welligkeiten im Leder. So hat´s allerdings gut geklappt. Mit einem Stahlwinkel habe ich die beiden Bretter dann im rechten Winkel miteinander verbinden können. Es folgten der Deckel sowie die Front. Beim Bassreflexbrett wurde es dann wieder knifflig. Hier habe ich auf dem Brett Sprühkleber und Leim aufgetragen und dann die Teile miteinander verbunden. Das Leder musste ich dabei im Inneren des Gehäuses Stramm ziehen und anpressen. Dabei half mir ein Brett, welches exakt das Maß der Bassreflexöffnung hatte. Nachdem alles ausgerichtet war, fixierte ich das Leder zusätzlich mit zwei Tackernadeln. Diese hielten das Leder auf Spannung.



Der Rest lief dann fast wie von allein. Frequenzweichen einbauen, Kabel kürzen und dann die seitlichen Eichenbretter verleimen. Eine Autobatterie sorgte für den richtigen Anpressdruck. Ich ließ die beiden über Nacht ruhen und habe erst am darauf folgenden Tag mein Werk vollendet.




Dazu musste ich nur noch die Ausschnitte für Chassis und Terminal aufschneiden, alles verlöten und die Teile im Holz verschrauben. Mit einem kleinen Alu-Schildchen habe ich mich außerdem auf der Front der Lautsprecher verewigt. Fertig!

Dann kam der erste Hörcheck. Ich hatte die Breitbänder zuvor mal ohne Gehäuse betrieben, zum Einspielen und um meine Neugierde zu befriedigen. Dabei fiel mir bereits die enorme Hubfähigkeit des Chassis auf. Als ich die Kkleinen dann aber in meinen Gehäusen hörte, war ich platt. Einen dermaßen soliden Bass hatte ich nicht erwartet. Die Lautsprecher klingen richtig erwachsen. Der Grundton ist absolut verblüffend. Bühne passt auch. Wirkungsgrad ist relativ niedrig, reicht aber auch an dem kleinen Küchenamp für gehobene Zimmerlautstärke. Was soll ich sagen - die Dinger sind eine echte Empfehlung!



Fazit: Man sagt doch immer: „Die besten Partys finden in der Küche statt“ – die Voraussetzungen dafür sind jetzt gegeben!



Stefan


Michaels Needle und RS100PC

Michaels Needle und RS100PC

 

Needle RS 100-4 und RS100PC

Alles hat damit angefangen, dass meine Frau ein Paar ordentliche Lautsprecher für ihr Lesezimmer zum gemütlichen Musikhören haben wollte. Also erst einmal die einschlägigen Elektrogroßmärkte abgeklappert und nach Fertiglautsprechern Ausschau gehalten. Leider war da nichts dabei, was ihr gefallen hat. Ich habe ihr dann den Vorschlag gemacht, dass ich selber welche baue, damit wir sie nach ihrem Geschmack gestalten können.

Gesagt, getan! Hab dann bei Udo auf der Homepage die Needles entdeckt. Ohne meine Frau zu fragen, hab ich alles bei Intertechnik bestellt und bin ab zu  OBI, das Holz holen. Hab mich für Birke Multiplex entschieden, da das optisch schon was her macht! Das Verleimen und das Löten vom Sperrkreis war denkbar einfach, selbst für mich als totaler Anfänger. Nachdem alles getrocknet war, ging es ans Schleifen und das Einsetzen der Lautsprecher.

In dem Moment, wo ich Needles an die gute alte JVC Anlage angeschlossen habe, kam meine Frau nach Hause. Weil die Lautsprecher eine Überraschung werden sollten, wusste sie nicht, wie die Lautsprecher aussehen würden! Das erste, was sie sagte, war: „ Klingen tun die voll geil, aber sehen hier in dem Zimmer besch….en aus!“ Sie waren ihr zu groß. ;)

Also nochmal bei Udo auf die Seite und was Passendes zu den RS 100 gesucht. Die RS100PC sollten es dann werden. Aufbau wieder nicht schwer, da nur eine Handvoll Teile. Die RS100PC habe ich mit Moosgummi verschönert. Für die RS100PC konnte ich den gleichen Sperrkreis wie bei den Needles verwenden, laut Udo sind die Unterschiede so minimal, dass es kein Problem ist.

Jetzt aber zum Klang!

Die Needles sind (waren) echt der Hammer! Was aus solchen kleinen Dingern rauskommen kann, ist schon enorm. Schöner Bass, klare Mitten und saubere Höhen, einfach alles, was man zum Musikhören braucht. Auch nach längerem Hören werden sie nicht aufdringlich oder nervig, Musik aus einem Guss!

Die RS100PC haben mich dann richtig umgehauen. An ihrem Platz, wo sie jetzt stehen, entwickeln die beiden Kleinen einen Sound, dass man nicht glaubt, dass der wirklich nur von den beiden kommt. Richtig guter Bass, super Mitten und Höhen und eine wunderschöne, räumliche Abbildung. Wenn man im Stereodreieck sitzt und die Augen zu macht, könnte man meinen, da stehen zwei richtig große Lautsprecher und man hat das Gefühl man ist mittendrin im Geschehen! Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie ich den Klang richtig beschreiben soll, man muss selber gehört haben. Ich bin einfach nur begeistert und meine Frau jetzt endlich auch. Denn egal, was man auch für Musik hört, es klingt einfach nur toll. Muss übrigens regelmäßig Kinnladen hochklappen, wenn Freunde und Bekannte zu Besuch sind und meine Frau „Ihre“ Lautsprecher vorführt! ;)

Alles in allem kann ich beide Bausätze zum Nachbau absolut empfehlen. Als „Einstiegsdroge“ absolut perfekt!



Michael

Arffies RS 100 PC + DTA-1

Arffies RS 100 PC + DTA-1

Prolog

Die Überraschung gab es zum Geburtstag, RS100 Bausatz und einen DTA-1. Was habe ich mich gefreut, Anke und Udo, diese Schlitzohren, hatten das einfach heimlich abgesprochen!.
 
Design? War schnell entschieden, da die RS mit den Duettas in einem Raum genutzt werden sollten, also salsa red. Schade, keine Samples anzufertigen gehabt. Anke meinte, so Mini-Duettas wären doch klasse. Mini-Duettas??, also einen Bauplan gezeichnet und wieder einmal an SpeakerSpace geschickt.
 
DTA-1
arffies rs100_1Ein Amp?, so Handteller gross, rundlich und flach er auch ist, wurde er zu Testzwecken dann an die Duettas angeschlossen und … . . . ja, da ging etwas. Sehr gut, ausgewogen mit Höhen und Bässen, ein Ton tatsächlich ähnlich einer Röhre, werde ich zum Class T Fan? Auch Anke war begeistert.

Lautstärke?, ein wenig mehr als hohe Zimmerlautstärke war immer machbar. Gut auch in Verbindung mit unseren Needles!. Nicht dass wir falsch verstanden werden, es geht immer anders oder besser, aber hier reden wir von einem 50,- Euro Verstärker !!.

arffies rs100_2Das Design kam weniger an, aber wie ändern ? …… .  und wie war noch dieses Modewort?? Case-Modding oder so …. . also überlegt und verworfen, Holz oder Metall, welche Grösse u.v.m., es wurde ein Kühlrippengehäuse, Plexiglas und ein Knopf besorgt, alles andere wie Lautsprecher-Anschlüsse und Poti sollten weiter verwendet werden. Mit etwas Unwohlsein und kreativen Zerstörungswillen ging es an die Zerlegung des DTA-1. Es gelang tatsächlich und somit konnte alles in das neue Gehäuse montiert werden.Der anschliessende Test bescheinigte einwandfreie Funktion und nun gefiel uns auch das Design.

arffies rs100_3

Zusammenbau und Ausrüstung
In der Zwischenzeit war auch der Zuschnitt von SpeakerSpace angekommen und begutachtet. Wie schon gewohnt, alles in absoluter Top-Qualität zu einen tollen Preis. Darum war auch hier wieder kein Spachteln und nur wenig Schleifen nötig. Der Zusammenbau ist bekannt, darum verzichten wir darauf, diesen zu beschreiben, außer das Anke und ich die RS100 am Esstisch zusammengeleimt haben. War witzig!
Nun ging es an das Lackieren. Hier hat sich die Verwendung von Wetterschutzlack als die beste Art der Grundierung für uns bewährt, danke Udo! Nach Zwischenschliff erfolgte der Auftrag vom salsa red … .. .  mmhh es wurde sehr glatt, haben wir doch schon soviel gelernt? War nicht einfach, die Struktur von den Duettas hinzubekommen. Geklappt hat es aber dann doch noch. Schnell noch die Buchsen angefertigt und danach erfolgte der Zusammenbau.

Der Bausatz war von Udo “ Arffies mässig “ vorbereitet, d.h. die Sperrkreise waren schon auf den Terminals zusammengebaut. Auch Zeichnung und Dämmplan waren wieder Spitzenklasse. Es gab also wirklich keine Probleme, ich brauchte Udo nicht ein einziges Mal mit dusseligen Fragen zu nerven. Lautsprecher, Dämmung und Terminals montiert und … geschmunzelt, von wegen Mini-Duettas! Wir sind mehr als zufrieden und es hat wieder viel, viel Spass gemacht, gemeinsam das Ziel zu erreichen.


arffies rs100_4

Der Ton
Nun, zum DTA-1 haben wir ja bereits etwas geäussert, wie ist die Wahrnehmung nun aber mit den RS100? Wir waren mehr als überrascht von dem uns dargebotenen Ton!. Joh!, Höhen, Bässe, ja auch die Mitten und die Auflösung stimmten hierbei, wobei mit zunehmender Qualität der Quelle, bei uns in der Reihenfolge: PC, IPod, CD-Player, alles immer noch besser wurde, unfassbar für uns!. Und nun das alles nicht nur im Nahfeld, sondern auch im normalen Hörabstand oder bei Bewegung im Raum!! Mit dieser Kombi und CD-Player kann schon richtig Musik genossen werden und das finden wir wichtig, geht es doch um Musik, oder ?
Anke? … schmunzelt. Danke, Udo!

Viele Grüsse
Anke & Arffie


Peters RS 100 PC

Peters RS 100 PC

Hallo Udo,

anbei ein paar Bilder vom neuen Arbeitsplatz der kleinen PS-Kisten in meiner ca. 9 qm Küche - nur mit der Handtelefonkamera, aber das Wesentliche kommt rüber: klein, weiß und klanglich völlig ausreichend, um beim Spülen, Kochen oder Essen Musik oder Internetradio zu hören. Es ist wirklich beeindruckend, was aus den kleinen Kistchen an Klang rauskommt. Ja, die unterste Oktave fehlt, das merkt man im direkten Vergleich mit einer größeren Box, allerdings sitze ich selten in der Küche um audiophile Grenzerfahrungen zu machen... Gäste sind immer wieder beeindruckt von dem satten Klang, den die beiden produzieren. Ich selbst bin sehr angetan davon, dass sie eine gute Figur machen, egal mit welchem Musikmaterial man sie füttert - Wer eine kleine, günstige Lösung für einen kleinen Raum sucht: die RS100PC kann definitiv mehr als nur im Nahfeld am Bildschirm für guten Klang sorgen, besonders im Zusammenspiel mit dem Dayton DTA-1 Verstärker.

Diesen habe ich von seinem zugegeben nicht wirklich schönen Gehäuse befreit und die Bauteile, so wie sie waren in die rechte Box eingebaut. Den Lautstärkeregler habe ich in die Vorderfront eingebaut, so dass ich die Boxen dort an- und ausschalten kann. Das Lautstärkepoti ist mit Mini-Schräubchen am Gehäuse befestigt, den Regler kann man einfach nach vorne abziehen, das braucht etwas vorsichtige Bestimmtheit. Das Lautstärkepoti, gleichzeitig auch der An/Ausschalter, ist mit einem Kabel an der eigentlichen Verstärkerplatine befestigt, da hat man also etwas Spiel, sich das alles in der Box bequem hin und her zu ruckeln, bis alles passt. Ich habe den Verstärker eingebaut, als die Box an der Seite noch offen war, das hilft sehr... ;-).

1 2

Das Gewinde des Potis ist nicht lang genug, um einfach nur ein Loch durch das 12er Holz zu bohren, daher muss man das absenken. Den nötigen Bohrer (20mm Durchmesser) dafür sieht man auf Bild 1. Wer (im Gegensatz zu mir) eine Oberfräse hat, macht das damit, muss aber nicht sein. Also einfach eine Senkbohrung machen, so dass genug Holz stehen bleibt, um dem Poti Halt zu geben. Das ist mir nicht 100% eben gelungen, aber dicht wird es durch die Unterlegscheibe innen im Gehäuse. Für das Poti braucht man einen 7er Bohrer. Auf Bild 3 sieht man, dass der Regler gerade genug übersteht, um ihn bequem bedienen zu können. Er ist auch gerade breit genug, um die Bohrung zu überdecken. Fehlendes Seitenteil aufleimen und voila: eine aktive Box mit An/Aus-Lautstärkeregler in der Front. Geht doch!

Ich kann nur zu dieser Lösung raten, der Inhalt des DTA-1 ist lächerlich gering und passt überall rein. Ich habe nichts an der Platine gelötet und auch Strom- und Zuspieler-Anschluss so auf der Platine gelassen, wie sie drin sind, da ich keine Erfahrung mit Verstärkerlöten habe. Die Strom- und Anschlusskabel sind also in der Box in die vorgesehenen Buchsen gesteckt und durch ein Loch neben dem Anschlussterminal nach außen geführt. Heißkleber hat dafür gesorgt, dass das Loch dicht ist. Nicht unbedingt elegant, aber funktional. Ich habe so eine Lösung, die ich auch mal eben mitnehmen kann. Die Terminals dienen nun dazu, die zweite Box anzuschließen, die rechte ist direkt intern an den Verstärker angeschlossen. Als Zuspieler dient mein iPhone. Voila: Aktive Boxen für knapp 150 Euro. Ich kann mir nicht vorstellen, dafür auch nur annähernd eine fertige Lösung zu bekommen, die so gut klingt und so flexibel ist. Und die Lautstärke reicht für die Küche allemal.

3

 

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Prima Projekt - nur das mit dem weiß Lasieren muss ich noch mal üben... Aber vielleicht motiviert die nicht ganz perfekte Ausführung ja auch den einen oder anderen Zögernden, sich an den Bau zu wagen - der Klang lohnt die Mühe!

Beste Grüße

Peter

RS 100 PC und DTA-1

RS 100 PC und DTA-1

Es ist eine der Fragen, die mich schon lange beschäftigen, die aber nie beantworten wurden: Warum nur gibt es im PC-Bereich so wenig brauchbare Lautsprecher? Schon vor zehn Jahren unterhielt ich mich darüber mit den Entwicklern vieler der bekannter Firmen aus dem Hifi-Sektor. Niemand wusste einen Grund, meist erschien man an der Frage nicht einmal sonderlich interessiert. Billiges Plastik-Zeugs mit eher plärrendem Sound, das mit gleich eingebauter Aktivierung selbst für sehr kleines Geld immer noch zu teuer war, genügte damals und erstaunlicherweise auch heute noch dem User, um seinem PC anspruchslose Töne zu entlocken. War es in den Anfängen der Computerzeit durchaus verständlich, dass für Pac-man und Co keine sonderlich guten Lautsprecher gebraucht wurden, ist es seit eben jenen zehn Jahren angesichts der enormen Möglichkeiten des Multimedia-PCs völlig unverständlich, dass sich offenbar immer noch niemand um den Krach aus den Dosen und Äpfeln kümmert. Zweihunderttausend Besucher pilgern zur Spielemesse in Köln. Sitzen die alle auf ihren Ohren, wenn sie zocken? Oder reicht ihnen tatsächlich das lächerliche Bumm und Schepper aus ihren ehemaligen Yoghurtbechern?
Als Selbstbauer können wir natürlich schon lange auf einfache Weise dieses Dilemma beheben, der PC als Zuspieler ist vorhanden und kleine Lautsprecher, die auf den Schreibtisch passen, sind schnell gebaut. Fehlt also nur noch das Verbindungsglied in Form eines kleinen Verstärkers, der ebenfalls kaum Platz verbrauchen darf. Schon zeigt sich der zweite Grund, warum es kaum Fortschritt auf dem Gebiet der Schreibtisch-Beschallung gab. Eine kleine Recherche im Internet förderte gerade eine Handvoll Miniamps zu Tage, die so halbwegs in mein Beuteschema passten, das mit handgroß, Stereo, etwa 10 Watt an 4 Ohm und unter 100 Euro umrissen ist. Üblicherweise stellt sich der PC-Hörer einen großen Stereo-Verstärker auf den Schreibtisch, für den er dank Flachbildschirm den nötigen Platz gewonnen hat oder nutzt mittels langer Kabel die Anlage, die im Wohnzimmer steht. Wenn ich über diesen Angebotsmangel mit Industrievertretern sprach, kam uniform die Antwort: Kleine Amps will doch keiner! Somit wurde dem Verbraucher die Schuld in die Schuhe schoben, der wiederum bei der selben Frage nur mit den Schultern zuckte und ein “Es gibt halt keine” vor sich hin murmelte. Offenbar hat keine von beiden Seiten das Gebot von Angebot und Nachfrage verstanden oder zum Mindesten die Reihenfolge so lange vertauscht, bis es zum eigenen Verständnis passte.

DTA_1_1
DTA_1_2
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DTA_1_7
BB2

Da kam mir Rich Taylor gerade recht, der uns im Frühjahr zur Highend besuchte und aus Amiland den DTA-1 zur Ansicht mitbrachte. Den kleinen Tripath-Chip-Verstärker kannte ich schon lange unter dem Namen “Sonic Impact” und es freute mich sehr, dass er aus den Ablagen der fast schon vergessenen Welt nun wieder aufgetaucht ist. Einknopf-Bedienung, mitgelieferte Miniklinke als Eingang und kleines 12 V-Netzteil mit austauschbarem Steckerteil für den europäischen und amerikanischen Markt sowie 100 oder 240 V Input, dem Preis von unter 50 Euro geschuldet zwei Paar Lautsprecheranschlüsse für Kabel bis 1,5 mm² sind die Features des Dayton T-Amp 1, wie das kleine Ding mit vollem Namen heißt.

Nach seinem ersten Auftauchen unter der ursprünglichen Bezeichnung machte er sofort Furore in vielen Internet-Foren und wurde sogar recht schnell in den einschlägigen Druckerzeugnissen nahezu euphorisch besprochen. Highend wurde ihm unterstellt, in diesem Fall mal kein Schimpfwort, sondern eine Verbeugung vor unglaublichem Klangvermögen, das ein ausgeklügelter technischer Trick namens Pulsweitenmodulation möglich machte. Dass der Sonic Impact vor etwa zwei Jahren plötzlich vom Markt verschwand, überraschte mich, denn von seinen Fähigkeiten hatte ich mich damals selbst ausgiebig überzeugen können. Die Gründe zu erforschen war müßig, also ersparte ich es mir, danach zu suchen, wer den großartigen, kleinen Amplifier auf dem Gewissen hatte

“Gutes kommt wieder” darauf kann man sich oft verlassen. So überraschte mich die Wiederkehr des Zwergenamps weniger als sein Verschwinden. Wer seine Musik auch einmal außerhalb der heimischen Behausung und weit ab von Dosenstrom genießen möchte, kann sich je vier Akkus in die beiden Fächer neben dem Verstärker packen und so etwa sechs bis acht Stunden mittels tragbarem Speicher mit integriertem Abspieler beschallen lassen, auf den je nach Packdichte heutzutage nahezu drei Millionen CD’s passen. Ja, richtig gelesen, der ganze Amp passt tatsächlich zwischen die beiden kleinen Batterieverstecke. Weil sogar noch Platz vorhanden ist, fragte mich Rich, welche Zutaten ich mir denn noch für den im wörtlichsten Sinn handlichen DTA-1 wünschen würde. “Eine Usb-Soundkarte oder einen dritten Weg für einen Subwoofer”, schlug ich unbescheiden vor. Schaun wir mal, doch im Grunde bin ich schon sehr zufrieden, nun man mir endlich einen preis- und klanglich perfekten Zugang zu den bisher fest verschlossenen PC-Klangwelten geöffnet hat.

Nun lag es nur noch an mir, dem Zwerg einen adäquaten Partner zu vermitteln. Einfach hätte ich es mir machen können, denn mit der FT 9 und den Sat 125 habe ich meinen Lesern ja schon zwei mögliche Nutzer der vom Verstärker gelieferten Signale mit Chassis aus dem Hause Dayton vorgestellt. Doch der Entwickler in mir bekämpfte die plötzlich aufkommende Faulheit und zwang mich zu einer neuen Lösung, flacher und schmaler als die beiden anderen, die zudem mit vier Ohm aus dem DTA mehr Watt herauskitzelt und dabei sogar noch billiger ist als er. RS 100 PC fiel mir als Name und der RS 100-4 aus der Dayton-Needle als Chassis ein. Nun kann man mir angesichts der Artikelbezeichnungen berechtigt eine gewisse Einfallslosigkeit vorwerfen, doch die Boxen deshalb völlig bezugslos Paul, Herta oder Mondondolo nennen mag ich nicht.

Der kleine Vierohm-Dayton-Breitbänder ist ein außergewöhnlich wandlungsfähiges Chassis, das seine herausragenden Qualitäten in der genannten TQWT schon bewiesen hat. Er gibt sich aber genauso gut auch als Satelllit mit einem geschlossenen Volumen von ein bis zwei Litern zufrieden, wo er dann ab 120 Hz einsetzbar ist. Mein Ziel war aber kein Kofferradio, das durch einen Subwoofer aufgepeppt werden muss, sondern ein kleiner Lautsprecher, der durch Wand- und Tischplattennähe im Bass verstärkt seinen Besitzer allein zufrieden stellen soll. So war Reflexabstimmung und ein -3dB-Punkt um 80 Hz Pflicht für mein Projekt, was laut LSPCad in 5,22 Litern bei 60 Hz Tuningfrequenz zu erreichen sein sollte. Mit 12 mm wählte ich das dünnste MDF, das für die Boxen noch zu verantworten ist, man will ja keinen Platz verschwenden, auch wenn es sich nur um wenige Millimeter handelt. Der Reflexkanal bekam eine Höhe von 1,3 cm und eine Tiefe von 17,4 cm bei 11 cm Breite. Der Aufbau war so einfach, dass ich auf Fotos verzichtete, immerhin galt es nur sieben Bretter pro Box zusammenzufügen, was der Fugenleim wieder einmal perfekt hinbekam

RS100PCBauvornhint

RS100PCBauSeit

Für die Sketchup-Kenner (kostenloses 3D-Cad-Programm von Google) haben wir hier wieder den Bauplan als Datei hinterlegt, damit vergessene Bemaßungen oder sonstige Unklarheiten den Zusammenbau nicht gefährden können.

Verzichten wollte ich auf das Fotografieren jedoch nicht, es war lange Zeit mein Hobby, bevor mir der Boxenbau die Zeit dafür nahm. Kleine Boxen haben kleine Flächen und was bietet sich da mehr an, als den Kisten einen feinen Holzanzug überzustülpen, der natürlich auch glatt gebügelt werden wollte. Zwar habe ich meine Art des Furnierens in diesem Magazin schon ein paar Mal vorgestellt, aber diesmal sollte es eine filmische Präsentation geben, die zwar auf wirklich bewegte Bilder verzichtet, dafür aber per Schrift Buchstabe für Buchstabe meine Vorgehensweise erklärt. Natürlich darf man auch hier wieder berechtigt einwenden: Wer furniert denn schon seine PC-Lautsprecher? Nun, der Furniertechnik ist es recht egal, für welche Box es angewendet wird, Hauptsache sie wird richtig erklärt. Und so schleppte ich die Boxen nach dem Schleifen aus dem Keller ins Fotostudio, wo sie der Schönheitsoperation unterzogen wurden.

Film

Der kleine Haken bei 700 Hz im Schrieb ist dem frontseitigen Reflexkanal geschuldet, dort zeigt sich seine Längenresonanz als kleine Phasendrehung. Damit lässt sich aber besser leben als mit einer rückseitigen Röhre, die die Aufstellung im Nahfeld bei gleichzeitiger Wandnähe viel schwieriger macht. Die Spitze bei 18 kHz habe ich nicht weiter bearbeitet. Ein Breitbänder bündelt im Hochtonbereich weitaus stärker als eine Kalotte, was wir schön am konstanten Pegelanstieg ab 5 kHz sehen. Schon unter einem Winkel von 15 Grad ist der Peak nicht mehr vorhanden. Deshalb richte ich meine Lautsprecher nicht auf das Ohr aus, sondern stelle sie parallel neben den Bildschirm. Mit zwei Gummifüßen vorn unter den Boxen habe ich aber die Schallwand ein wenig nach hinten geneigt. Bemerkenswert tief liegt der -3dB-Punkt der RS100PC, nur möglich wegen der gegenüber vergleichbaren Minichassis fast um eine Oktave niedrigeren Resonanzfrequenz des Amerikaners chinesischer Abstammung.
RS100PC1
Womit wir schon wieder einmal bei der Klangbeschreibung angekommen sind, die ich diesmal Zwerg gerecht kurz halten werde. Artgerecht begann ich meinen musikalischen Streifzug im Internet und fand einen Oldie-Sender, wo gerade Don Mc Lean sein “American Pie” zum besten gab. Dies war für mich jedoch mit nichten “the day, the music died”. Auch Sonny and Cher (die Originalen) konnte ich nicht zustimmen: “It ain’t me, Babe” Die Qualität der Wiedergabe war angesichts der geringen Bitrate nicht gerade hoch, doch beim Schreiben dieser Zeilen hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, die Musik lieber ausschalten zu wollen. Kein unangenehmes Zischeln oder gar der typische Kratzsound herkömmlicher PC-Quäken vermieste mir die Laune, als George McCray sein thematisch besser passendes “Rock me, Baby” ertönen ließ. Und als wolle er alle überbieten, sang dann Barry White: “You’re my first, my last, my everything. Nun, das ist schon etwas übertrieben, wir hatten ja nur Zwerge vor uns, die die musikalische Arbeit verrichteten. Ich schwöre, dass ich die Reihenfolge der Titel in keiner Weise beeinflusst habe, so bin ich auch nicht Schuld an der abschließenden Oldie-Radio-Botschaft von Desmond Dekker: “You Can Get It If You Want It”

DTA_1_3
Soundtechnisch um zwei Welten besser geriet die Abteilung “Musik von CD aus dem PC-eigenen Brenner” Konturierte Bässe, nicht mörderisch, aber erstaunlich tief produzierten die kleinen Breitbänder bei gleichzeitig perfekter Sprachverständlichkeit, als ich meine Bravo-Hits 2008 einlegte und eine junge Dame namens Jakarta nur einen Wunsch (one desire) hatte.Nicht verschweigen darf ich an dieser Stelle den großen Anteil des kleinen DTA-1 am beeindruckenden Klangergebnis. Was mich sofort zu einem recht ungewöhnlichen Test mit meinem gerade zu Besuch weilenden Freund Arno animierte: Was macht der Amp, wenn er zwischen einer großen Box, der Selbstbauwelt als Duetta bekannt, und meinem Bada CD-Player hängt?

RS100PC3
Dass die Vorstellung mit Rockmusik keine wirklichen Fehler erkennen ließ, nahm Arno noch ohne großes Erstaunen, jedoch leicht ungläubigem Kopfschütteln hin, Klassik würde aber sofort offenbaren, wo der Hammer hängt. Pustekuchen, mein lieber Freund! Dynamik und Attacke stimmten auch hier. Ja, der maximale Pegel war beschränkt, aber nicht bescheiden, dafür entschädigte die gute Auflösung und räumliche Darstellung selbst bei großem Orchester. Angenehme Grundtonwärme, aber nicht dicklich, Feinzeichnung ohne Schärfe in den Höhen und eine souveräne Stimmwiedergabe zeichnen den Kleingeld-Verstärker aus. Trotzdem gebe ich nicht den Rat, alle großen Stromverbraucher aus dem Wohnzimmer zu verbannen und an ihren Platz den genügsamen DTA-1 mit grob 88 % Wirkungsgrad und so gut wie keiner Abwärme zu stellen, seine zehn Watt reichen nicht aus, um in “normalem” Hörabstand ausreichend Grobdynamik zu entwickeln, besonders wenn die Boxen nicht zu den Wirkungsgrad-Weltmeistern gehören. Doch wer im Arbeitszimmer nah an seinen Boxen sitzt oder unterwegs mit MP-3-Player oder Ipod seine Musik nicht nur mit Kopfhörer genießen will, wird mit dem Winzling in Kombination mit den RS100PC fast schon verwöhnt - und das für weniger als 150 Euro all inclusive.

Udo Wohlgemuth

Technikseite

RS100PC
Chassis Dayton RS 100-4 Holzliste in 12 mm MDF pro Stück:
     
    27,4 x 21,6 (2x) Seiten
    11,0 x 21,6 (2x) Deckel/ Boden
Vertrieb Intertechnik, Kerpen 11,0 x 25,0 (1x) Rückwand
Konstruktion Udo Wohlgemuth 11,0 x 23,7 (1x) Front
    11,0 x 16,2 (1x) Reflexbrett
Funktionsprinzip Bassreflex  
Nennimpedanz 4 Ohm  
Dämmstoff: 1 Beutel Sonofil Frästiefe: 4mm
Terminal T56/56/D  
Reflexrohr: Kanal  
     
Kosten pro Box:    
Bausatz ohne Holz 41 Euro Holzzuschnitt: 5 Euro
DTA-1
Verstärkerdaten:
Power Input: 12 VDC
Power Output: 15Wpc (4?, 10% THD)
  10Wpc (4?, 0.1% THD)
Performance: 0.04% THD (9Wrms, 4 ?)
  0.18% IMD (1Wrms, 4 ?)
Impedanz: 4 oder 8?
Architecture: T-Klasse
Efficiency: >88% @ 10W, 8?
Dynamic Range: 102dB
Preis 49,20 Euro
RS100PC2
db_RS100PC_Amp1 db_RS100PC_Imp1 db_RS100PC_Klirr901
Amplitude Impedanz Klirr bei 90 dB
db_RS100PC_Winkel1 db_RS100PC_Sprung1 db_RS100PC_Wasserfall1
Winkel 0/ 30/ 60 Grad Sprungantwort Wasserfall
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